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OberheMche Leitung

Zweites Blatt

Nr. 289

Sonnabend, 10. Dczcuider

6Wit der grauen - wie leien Glenns!

Getoerbesteuer-Einschätzungs-

stören, wobei blutige

55

verboten.)

fteilich ging er darir

Onkel Parnim ftaate wer das scköne wäre... und da babe ich ihn hingelo'st.'

*

Sonntag Morgen um y28 Uhr vernahmen den größten Schrecken des Ballonführers, Brausen der See unter uns. Wir senkten aus Ozean hinab als die Gondel des Ballons Wasser hinab tauchte und wir alle unter

Am wir das den ins

fand das Benehmen mit der belauschten Christianens Gefühle Christian sprach oder

pbierend. Mädcben

leise.

Berantivortiich für die Redaktion:

Dr. phil. Carl Hitzeroth In Marburg.

Christian atmete auf: dieser Grund der An- nähening hatte Bedenkliches im Gegen­teil. Wenn Christiane dem Oheim aufgefallen war, braucht« auch er nicht zu verbergen, daß sie ihm gefiel.

Wie man eben aussieht, wenn man den scheuß­lichen Katarrh mit sich herumschleppt! Aber

Wasser kamen. Als wir uns aus dem Wasser wieder erhoben, waren wir nur noch zwei. Beim Landen wurden wir unter der Gondel einge­klemmt und konnten uns kaum befreien. Endlich gelang dies, aber wir konnten kaum gehen. Dann kletterten wir über die Mauer in den Garten eines Häuschens. Sie wurden gefragt, ob sie mit einem Kriegsballon gekommen seien. Sie sagten sie hätten 14 Stunden lang dem Tod ins Auge gesehen, noch 20 Minuten weiter und eS wäre aus mit ihnen gewesen.

Februar zugehen, und man nimmt schon heute in parlamentarischen Kreisen an, daß eine Verabschie­dung des Entwurfes vor den Neuwahlen wohl aus­geschlossen ist, durch die Vorlegung de« Gesetzes beim Reichstage aber immerhin die wichtigsten Fragen erklärt werden können, so daß selbst bei der Nicht­verabschiedung des Entwurfes die Vorlegung doch von Nutzen sein könnte, weil die in der Oeffentlich- keit und im Reichstage geäußerten Wünsche für die Neubearbeitung eines Entwurfes von Wert sein könnten.

So ließ er denn den Zauber ihrer Schönheit, der die Erregung dieses glücklichen Abends etwas Strahlendes gab. ohne Widerstand aus sich wir­ken. In stegesfroher Eitelkeit berauschte er sich an der Bewunderung, die ihr jetzt, nachdem ihr der Harthäuser Parnim seine Aufmerksamkeit ge­schenkt hatte, von anderen zuteil wurde. Je mehr er ste gefeiert und umdrängt sah, «rmso feurig« wurden auch seine Huldigungen.

Melanie Northeimb beunruhigte das nicht Klug wie immer, hatte ihr Christian geklagt, das ikm Cara alle Hauuttänze versagt habe. Nur

schleudert, erlitten aber nur leichtere Ver­letzungen.

warum quälen Sie sich damit! Kaufen Sie sich in der Apotheke oder Drogerie eine Schachtel Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, füllen Sie damit Ihre reizende Bonbonniere und ich garantiere dafür, daß Sie den Katarrh los

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Corbach, 8. Dez. Der beste Beweis dafür, welchen Zuwachs die Hauptstadt Corbach infolge des industriellen Aufschwungs genommen hat, ward ziffermätzig durch die neueste Volkszählung erbracht, denn nach dem vorläufigen Ergebnis hat Corbach seit dem 1. Dezember d. Js. 4401 Einwohner. Seit der Volkszählung vor fün Jahren bedeutet dies eine Zunahme von 1542 Personen Das sind jedenfalls meistens Arbeiter und Angestellte der Peterschen Gummifabrik. - Frankfurt a. M., 8. Dez. Der Intendant des hiesigen Schauspielhauses, Claar, erklärt die Zeitungsmeldung, daß er die Leitung der Wies­badener Hofbühne an Stelle Herrn von Mutzeu- becher's übernehme und zwar in der gleichen Form wie Hofrat Barnah in Hannover, für eine den Tatsachen nicht entsprechende Combinatwn, da er sich vettflichtet habe, bis 1912 in Frankfurt a. M. zu bleiben.

Obertiefenbach, 7. Dez. Die Leiche des Bilder- händlers Kersting tot.rbe ausgegraben und im Nachaus von neuem untersucht. Wie verlautet, soll man den Schädel mit der Schußverletzung abgetrennt haben, um ihn fiir die etwaige spätere Verhandlung zu präparieren. Es folgte eine nochmalige Ortsbesichtigung; auch Schießversuche wurden angestellt. Die weiter« Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen dauerte den Nach­mittag über. Kein Wunder, daß diese bis jetzt immer noch nicht ausreichend geklärt« Sache die Gemüter der hiesigen Einwohnerschaft in Ms- regung hält.

Wiesbaden, 7. Dez. Wegen Lebensüberdruß infolge eines lcmgjährigen Leidens erschoß sich heute Vormittag der 48jährige Inhaber eines hiesigen technischen Bureaus, Ludwig König.

Heiligenstadt, 8. Dez. Bei einer in Röhrig abgehaltenen Treibjagd wurde ein Hase zur Strecke gebracht. Hallaftk

Siegen, 8. Dez. In derSiegener Zeitung* wird lebhaft darüber Klage geführt, daß die

etwas zu wetr.

Onkel Parnim daaegen des Neffen im Einklang Balkons,ene. Auch über ließen ihm. wenn sic mit

vier Bergleute durch schlagende Wetter über­rascht. Zwei wurden getötet die beiden andere« wurden gerettet.

Opfer der See. Tanger, 8. Dez. Zwei kleine spanische Schiffe sind auf der Höhe von Larrasch infolge Unwetters gesunken. 16 Mann sind ertrunken. Hamburg, 8. Dez. Als der SchoonerGesins* mit Gement von Dänemark kommend, bei Freiburg mit einem Boot einen Anker ausbrachte, kenterte das Fahrzeug Von der Besatzung ertranken zwei Mann, .der dritte wurde gerettet. London, 8. Dez. Einer Lloydmeldung aus Yamouths zufolge ist der DampferBlackburn* von Grimsby nach Ant- werpen in der vergangenen Nacht in der Nähe von Sheringham mit dem Londoner Dampfte Rook* zusammengestoßen, wobeiBlackburn* gesunken ist. 29 Passagiere und 27 Mann der Besatzung schifften sich in die Rettungsboote ein, 17 Mann der Besatzung und sieben Passagiers wurden aufgefunden und in Aarmouth gelandet Zwei Rettungsboote mit dem Rest der Schiff­brüchigen werden vermißt. Crimsby, 8. Dez. Der DampferGeraldine* hat die beiden vermißte« Rettungsboote des untergegangenen DampfersBlackburn* aufgefunden und in den Hafen gebracht. Nunmehr sind alle Schiff­brüchige geborgen.

Wirt« in

kommisslon zusammen 18 Vertreter hätten. Es sei eine schreiende Ungerechttgkeit, Handwerker und kleine Gewerbetreibende i« dieser Art zu majorisieren und über bete« Steuerleistung allein zu bestimmen.

Altenburg, 8. Dez. Der seltene Fall, daß ei« hochbetagtes Ehepaar an einem Tag das Zeit­liche segnet, ist von hier zu melden Am Vor­mittag verschied die 73jährige Ehefrau des Seilermeisters Franz Hteinig, und am Abend folgte ihr der 83jährige Gatte in die Ewigkeit nach. Die jetzt im Tode vereinten haben über 50 Jahre gemeinsam Freud und Leid geteilt

Siegburg, 7. Dez In der Königlichen Ge- schoßfabrik wurden bei einer Exploston fünf Ar­beiter schwer verletzt; zwei wurden weit fottge-

Eeschästliche Mitteilung.

Die neueste Theater-Frage.Welches ist das beste Zug-Stück im modernen Theater?"Die Zwischen akts-Zigarette:Salem Aleikum"!"

Unpolitische Tagesnachrichten.

Pelzdiebstahl in Berlin. Berlin, 8. Dez Hermclinfelle im Werte von einigen tausend Mark wurden von Einbrechern aus den Werk­stätten der Pelzfirma Franck in der Komman­dantenstraße gestohlen.

Die Schlafkrankheit. Halle, 8. Dez. In Oppung ist der Kriegsveteran Wilhelm Günter, der, ohne daß sich Symtome einer Krankheit bei ihm gezeigt hätten, vor acht Tagen einge­schlafen war, gestern an der Schlafkrankheit ge­storben.

Ein Automobilunfav. Berlin, 8. Dez. Ein Automobil, das gestern abend von Blanken­burg nach Berlin fuhr, fuhr mit voller Kraft gegen einen Chaussestein und schleuderte bi« In­sassen, das Ehepaar Wagner aus Berlin und de« Chauffeur auf die Straße. Das Ehepaar wurde erheblich verletzt. Der Chauffeur erlitt leichtere Verletzungen.

Der Streik an der W ener Hofoper. Wien, 7. Dez. Heute nachmittag fand beim Obersthof­meister eine Konferenz statt, in der über die Be­dingungen beraten tour'«, unter denen die Mit­glieder des Herrenchors der Hofoper wieder an­gestellt würden. Abends hielten die Chormit­glieder eine vertrauliche Besprechung ab, eine von der Intendanz gewünschte Erklärung berawnd. Nach sehr erregter Diskussion wurde beschlossen, eine Erklärung abzngebe« in der das Herren­chor der Hofoper sein Bedauern über den Vor­fall in der Sonnabend Vorstellung ausdrückt, und verspricht, sich zukünftig an die Vertragspflichten holten zu wollen. Die Erklärung wird der Jn- tendenz vorgelcsen und «s ist Aussicht vorhanden daß auf Grund derselben die baldige Zurück­nahme der Entlassung des Chors erfolgt.

Ein Opfer von Scheckschtoindletn. Berlin, 8. Dez. Ein gefälschter Check über 50 000 M wurde von einem russischen Bäckermeister bei der hiesigen Naticnalbank präsentiert. Der Kassier-r erkannte sofort die Fälschung; der Bäckermeister wurde verhaftet. Der gefälschte Check, der von dem russischen Bäckermeister bei der Nationalbank präsenttert wurde, war vollkommen richtig herge­stellt; aber der Russe war selbst das Opfer einer spanischen Schwindlerbande geworden, die mit derartig gefälschten Checks arbeitet. Der Mann wurde nach Feststellung seiner Persönlichkeit so­fort aus der Hast entlassen.

Millionenbjebstähle in Rußland. Peters­burg, 8. Dez. Auf der Eisenbahnstatton Kras- «ojack entdeckten revidierende Beamte Waren- biebstähle im Werte von Ws Millionen Rubel

Studentenunruhe« in Moskau. Moskau, 8.

Politische Umschau.

Feldbrände i« Südwest.

Aus kolonialen Kreisen wird uns geschrieben: Bevor die Regen einsetzten, pflegten Buren und Ein­geborene in ftüheren Jahren die trockenen Gräser in Brand zu stecken. Sie meinten einerseits schädliche Insekten mit zu vernichten, andererseits den Boden durch die Aschereste zu düngen. Die Wissenschaft hat dies Verfahren als schädlich in mancher Hinsicht ver­urteilt. Es ist ein ungemein fesselndes Bild, wenn die meilenbreiten Feuerlinien über die Berge klet­tern und den dunklen Nachthimmel röten, aber der moderne Farmer sieht diese feurigen Schützen- schwärme durchaus nicht gern. Mühsam und mit be­trächtliche Kosten hat er Drahtzäune um die wert­vollsten Teile seines Besitztums gezogen. Die schwe­ren Holzpsosten verkohlen und brechen ab, die Drähte liegen wirr durcheinander am Boden. Das weidende Vieh-flüchtet und der Farmer selbst eilt mit seinen wenigen Arbeitern hinzu, um durch sogenannteVor­brände" zu retten, was noch zu retten ist wenn er überhaupt die. nahende Gefahr noch merkt. Kein Wimder, wenn die Farmerschast gegen die Unsitte mit allem Nachdruck einschreiten will. Der Farmer­tag hak'sich damit beschäfttgt und der Bezirksrat von Windhuk hat beschlossen, bei der Regierung vorstellig zu werden. Es wäre sehr zu wünschen, wenn wirk­same Mittel gefunden würden, um demBrennen des Feldes" entgegen zu wirken. Das Beste ist neben scharfen Gesetzen eine tüchtige Polizei, wie die, über welche das britische Südafrika verfügt.

räckte er sich ihrer Meinung nach, indem er einet anderen ben Hof machte;

ßuftfrfiiffnhrt.

London, 8. Dez. Der Führer des auf den Orkney-Inseln gelandeten Münchener Ballons, erzählt einem Kirwaller Vertreter der Presse:

Freundin . . . komm', ich will Dich zu ihr führen.*

Mi diesen Worten faßte ste, allen Respekt vergessend seinen Arm, und er. der seine Tochter längst erkannt, aber kein« Gelegenheit gefunden hatte, sich chr zu nähern, ließ sich von der Kleinen fortziehen. Unterwegs erzählte sie ihm in ihrer enthusiastischen Weise, wie sie durch die Rettung ihres Hündchens mit diesem liebsten, besten Mädchen der Welt bekannt geworden fei.

Christiane schlug das Herz, als der gefürchtet« Man«, dessen Namen sie durch die Gespräche bt nmsitzenden Damen erfahren hatte, an ste heran- tret

Das Bemühen, seine Bewegung zu verbergen, batte seine Züge gleichsam versteinert; aber als er Christiane während Caras Vorstellung die Hand reichte, brach ein so warmer Strahl aus seinen Augen und der Ton, in dem « mit ihr sprach, war so fteundlich, daß ste nach und nach Mut faßte.

Noch einmal packre ste bekl mmend. Bangig­keit. als Parnim, nachdem Cara zur Francaise abgeholt war, bei ihr sttzen blieb, und sie sich sagte, daß er von Christians Liebe unterrichtet sein muffe wie hätte er sich sonst für sie inter­essieren können! Ab'r sie überwand ihre Be­fangenheit und ging bereitwillig darauf ein. als er über sie und ihr Leben Bescheid zu haben suchte.

Die Gelegenheit dazu fand sich in ungezwun­gener Weise. Auf seine Frage, wo ihr Tänzer bleibe, hatte sie geantwortet, daß sie sich in eine Quadrille nicht wagen könne, sie hätte nicht tan­zen gelernt und sei heut« zum erstenmal ans einem Balle. Er fragte nach dem Grund dieser Zurückgezogenheft, und sie gab rückbaltlos Aus­kunft. Christtans Obeim sollte wissen, daß ste in beschräntten Verhäftnissm lebte für' den Er­werb arbeitete und mit der Gttellfchaft nur im Rortheimbschen Hause zusammenaekommen war. Die Art, wie er zuhörte und hin und wieder eine Frage einwarf, erschloß ihr vollends das Herz. Seltsam, daß dieser Mann für hart a«lten konnte! Christiane glaubte, nie ein gütigeres Auge, ein wohlwollenderes Lucheln gesehen zu haben.

Es war bei Ausdruck seiner Gemütsbewegung.

Dez, Eine Anzahl Studenten versuchten gestern, bi« Vorlesungen zu

tanzt« ibr Erglühen, ihr Läck>eln, ihr auflcuchten- ber Blick keinen Zweifel. Alu« wie stolz blieb ibr« Haltung selbst dem Geliebten gegenüber, wie vornehm in sich beruhend war ihr ganzes Wesen! Ja. sie war im besten Sinne des Wortes eine Parnim.

Je länger er sie beobachtete, umio honnunas- voller sah er kn die Zukunft. Seine Herzens- einkamkeit war zu Ende; Liebe und Glück zogen in sein ödes Haus und vielleicht war es ihm ver­gönnt. ein junges Geschlecht, das nickst nur feine« Name« trug, sondern ihm in nächster Blutsver­wandtschaft angehötte, um sich her aufwachsen zu sehm.

Nach dem Souver zog er sich zurück. Chri­stiane während des Balles noch e'nmal zu be­grüßen, hatte er anfgeaeben. Es siel ihm zu scbwer. ibr aeaennber den Gefellschaftston sestzu- balten. Christian befahl er. sich zwisch-n 9 und " 10 Uhr im Schützenhaus einzufinden. Bis Mit­tag hatte er ibm Urlaub erwirkt, um eine wich- ttge A«<>elegenbeit mit ihm zu besprechen.

Es ist nichts. was Dich in Deiner Festes­freude stürm dürft«, fügt« er mit unaewöbnlicher Fteundl'chkeft hinzu; aber das beachtete Christian' nicht. Er hatt« die Emvfinduna. daß schon die Anwesende« des Gestrengen dem rechtenPlä­sier* den Garaus gemacht habe. !

(Fortsetzung folgt.) V

I werden, ohne recht zu wissen, wie es zugehl II jedenfalls aber auf die angenehmste $Bi

|| Preis 85 Pfg. per Schachtel.

Schlägereien entstanden. Die Polizei umzingelte das Universitätsgebäude und nahm mehrer« Ver­haftungen vor.

Brand im Pariser Pasteurinstitut. Paris, 8. Dez. Heut« Nacht brach in der Zweiganstalt des Pasteur'schen Instituts in Garches bei Paris, in der sich insbesondere Pferde für die Gc winnung von Heilserum befanden, ein Brand aus. der sehr großen Schaden anrichtet«.

Unfall auf der GrubeGottes Segen". Alt­wasser, 8. D«z. Ms der GrubeGottes Seyen* bei Waldenburg wurden gestern abend

Das habe ich b-sotgt!* rief Cara trium

Deutsches Reich.

Zur Reichstagswahl in Labiau-Wehlau. Die sozialdemokratische Presse macht darauf aufmerksam, welchen Umständen die Fortschrittler ihren Erfolg danken haben. ImVorwärts" wird mitgeteilt, daß am Wahltage sämtliche vermietbaren Automobile der Städte Königsberg und Insterburg, sowie alle Privatautomobile und alles Fuhrwerk, das irgendwo im Kreise aufzutreiben war, von den Fortschrittlern mit Beschlag belegt worden seien. Nach einer un­gefähren Zählung hätten die Fortschrittler gegen 650 Wahlhelfer aus Königsberg und aus anderen Stabten außerhalb des Wahlkreises in ihren Dienst gestellt. Geld habe eine ganz untergeordnete Rolle gespielt. DieFranks. Bolksstimme" erzählt, daß die Fortschrittler am Vortage der Wahl 200 und am Wahltage selbst 1000 Vertrauensleute aus Königs­berg in ben Kreis hineingeworfen hätten. Auf je fünf liberale Wähler sei ein Wahlagitator gekom­men. Der Sieg sei nicht der Aufklärung des Volkes, sondern durch finanzielle Macht zu danken. Daß dabei das moralische Niveau des Kampfes auf eine Überaus Hefe Stufe gesunken sei, verstehe sich am Rande. Diese Kennzeichnung ist um so interes­santer, als ste von einer Partei herrührt, die jetzt die Unterstützung der fortschrittlichen Kandidatur be­schlossen hat.

Das Privatbeauttenverstcherungsgesetz, das stch zurzeit zur Prüfung im preußischen Staatsmini­sterium befindet, wird, wie verlautet, dem Bundes­rat erst nach Neujahr zugehen. Im günstigsten Falle kann der Entwurf dem Reichstage also erst Mitte

Christianens Freimut, die Enttchlossenheit, mit der sie ihren Anteil am Kampf des Lebens hin- nahm. ihre Arbeitsfreude und Tatkraft beglück­ten ihn; das war der Geist von keinem ß'eift Und doch, trotz dieser stolzen Vaterft ude b'scblich ihn «in Gefühl des Bedauerns, daß Christian« ihrer Mutter nur äußerlich glich. Sie batte Mathil­dens Nvmphengestalt, ihr schönes Profil, ihren feinen Mund, ihre garte Gesichtsfarbe; aber Haltung und Ausdruck waren stolzer, selbstbr- toußt^r. Christianens Augen, goldbraun wie d'e des Vaters, träumten nicht wie die dunkel­blauen Augen der Mutter. ErkenrttnisdurMg laben st« in di« Welt, und ihr Leuchten und Auf­sprühen verriet ein leidenscl östliches inneres Leben. Die holdselige Willenlosiakeit, der blumenbaste Reiz der Mutter war nicht auf die Tochter überaeaangen.

Die Francaise war zu Ende; Cara flatterte herbei. Auch Frau von Northeimb kam. um den Oheim, der sich allzu lange diesem Bürg-rmäd- ckien widme'«, an die Anwesenheit einiger Damen seines Kreises zu erinnern. Mit einem Hände­druck undAuf Wiedersehen!* verabschiedete sich Parnim von Christiane.

Sobald et mit Melanie Rotheimb km Spiel­zimmer verschwunden war, trat Christian zu den beiden junaen Mädch-n.

Wie ist's Fräulein Christiane, haben Sie sich mit Onkel Fs-grimm vertragen?* ftagte er mit erzwungenem Lächeln: die lange Unterhaltung der beiden war ibm unbehaglich.

Er ist gar nicht so isegrimmig. wie Du be­hauptest,* fiel Cara ein;gegen mich ist er furcht­bar nett gewesen, und gegen Dich gewiß auch, nicht wahr Tia?*

Er wstr aüttg . . . sehr, sehr gütig!* ant- toorfet« Christiane, ohne aufzusehen.

Aber wi« kam es, daß er sich Ihnen bot« stell'«*

Christiane Tanner.

Roma« von Claire v. Glümer.

tForttetzung.)

Melanie Northeimb dagegen war hochbeglückt. Ihrer Meinung nach konnte der Harthäuser Vet­ter nur gekommen sein, weil et von Christians Neigung für Cara gehört hatte und stch über­zeugen wollte, was in ben letzten zwei Jahren so lange hatte er sie nicht gesehen aus bem Kinde geworden sei.

Ein Glück, daß Melani« so verständig ge­wesen war. dem Traum von blauer Seide, Ktq»p und Silber zu entsagen. Die Kleine sah mich in ihrem einfachen Anzuge von weißem, duftigem Tarlcttan mit bloßrosa Schärpe und blaßrofa Heckenrösckren entzückend aus.

Das schien dem Himmel sei Dank! mich der gestreng« Onkel zu finden.

Als Melanie, seinen ersten freien Augenblick benützend, ihm klopfenden Herzens ihr« Cara zu- fvhrt«. zog er das jung« Mädchen an stch, küßte sie auf die Sttrn und nannte ste eine klein« Schönheit.

Unerträglich, daß gerade jetzt b<r Rittmeister bon Allendorff mtt einem Anliegen kommen mußte! Der Harthauser Parnim hatte die Ein­ladung zum Souper angenommen und die Herren vom Festkomitee erbaten stch Frau von Rortheimbs Rat bei der Wahl seiner Tisch­nachbarin.

Arme Melanie! Während sie aus der Ferne mit Freuden beobachtete, daß Parnim sich aufs lebhafteste mtt Cara unterhielt, hatte ste keine Ahnung, wie töricht stch das Kind benahm. Auf die Frage, ob ste gern tanze, antwortete sie: Furchtbar gern*, besonders wenn ste ihren Tänzer leiden möge; als der Onkel zu toiffnt wünschte, wer sich dieses Vorzuges erfreue, nannte sie uneingedenk der eben erhaltene« Mahnung, vorstchttg zu fein, um nicht ihr Lebens- Mck zu verscherzen den Heinen Enke, und als Parnim weiter ftagte: ob sie das schöne Mädchen tw weißen Kleide kenne, das so einsam dort drüben sitze, rief st«:

.«ft reizend von Dir. daß Du ste schön fin- Wfff Ts ist Chttstiane Tanner, meine liebste