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45. Jahkg.

Sonn- und Feiertage. Der

Oßl jährlich durch die Post bezog' e/w=. öv* unseren Zeitungsstellen und bi

Erstes Blatt

Hessen-Nassau und Nachbaraebiete.

Cassel, 2. Dez. Die Einführung neuen Landgerichtspräsidenten Oehler aus Glogau er­folgte gestern vormittag in feierlicher Weise durch Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten Haffel im Sitzungssaale des Schwurgerichts.

Unpolitische Tagesnachrichten,

Der DampferBirch" verloren. Cuxhaven 2. Dez. Der gestern auf Scharnhörn gestrandete DampferBirch" ist auseinandergebrochcn und verloren; die Mannschaft wurde gerettet.

Hochwassernachrichten. D u i s b ur g, 2. Dez. Infolge des Hochwaffers ist der Verkehr im Binnenhafen eingestellt worden. Die Magazine wurden geschlosien. Im Ruhrorter Hafen ist der Verladeverkehr gestört.

Die Erdqasquelle bei Neuengamme. Ham­burg, 2. Dez. Heut« nachmittag ist es gelungen die Erdgasquelle bet Neuengamme abzuschließen.

Die heutige Nummer umfaßt 4 Blätter.

lisch und 633 katholisch, die außerordentlichen Präpa­rantenkurse von 2868 Zöglingen, darunter 1392 evan­gelisch und 1471 katholisch, die außerordentlichen Se­minarkurse und Seminarnebenkurse für Lehrerinnen von 180 Zöglingen, darunter 30 evangelisch und 150 katholisch, besucht.

Geht Sagem? Berliner Blätter und dreKöln. Volksztg." verbreiten die Nachricht, Herr v. Iagow werde infolge des wenig erquicklichen Verlaufes des Moabiter Prozesses seinen Abschied nehmen. Der Prozeßtelegraph" stellt demgegenüber fest, daß nicht daran jedacht werde.

Sozialdemokratische Blasphemien. In der Rede, die der Rektor der neuen Technischen Hochschule in Breslau, der frühere Marburger Professor Schenk, zu ihrer Einweihung gehalten hat, hat er auf Gott als dengewaltigsten Ingenieur, den Schöpfer der Wel­ten" hingewiesen. Diese Wendung versieht derVor­wärts" mit folgender Glosse:Diese Auffassung Got­tes als eines Ingenieurs ist immerhin originell und unterscheidet sich sehr merklich von der des Südsee- insulaners und Fetischanbeters, der seinem Stein oder Holzblock göttliche Kräfte zutraut. Sie kommt zu­gleich der Auffassung Gottes als eines Instrumenten­machers sehr entgegen und beweist aufs neue die alte Erkenntnis, daß sich die Menschen die Götter nach ihrem Ebenbilde gestalten," Und dieLeipziger Volkszeitung" schreibt unter dem Titel:Der liebe Eott als Dr.-Jng.":Hoffentlich macht die neue Hoch­schule von ihrem Promotionsrecht sofort den richtigen Gebrauch und verleihtdem gewaltigsten aller In­genieure" den Doktortitel." Jeder Mensch weiß ja, was er von den Herren, die so groß dieReligion als Privatsache" erklären, zu halten hat. Wir geben aber derD. Tgsztg." recht, die meint: Diese dreisten Schamlosigkeiten wird man der Sozialdemokratie ent­gegenhalten müssen, wenn sie wieder mit der Lüge hausieren geht, daß sie der Religion neutral gegen- Lberstehe. Sie legen aber auch direkt die Frage nahe, ob sich das christliche Empfinden unseres Volkes der­artiges bieten lassen muß!

Marvnrg

Sonntag, 4. Dezember 1910.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalarttkel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

»Oberheff. Ztg." gestattet.)

Marburg, 3. Dez.

* Erweiterter Geschäftsverkehr. Am morgigen sog. kupfernen Sonntag" ist eine Verlängerung der Ver­kaufszeit in allen Zweigen des Handelsgewerbes bis 6 Uhr abends gestattet.

* Stadtoerordnetenwahlen. Zu den bevorstehenden Ersatzwahlen zur Stadwerordnetenversammlung wird in aller Stille lebhaft agitiert. Bis jetzt kommen fol­gende Kandidaten in Frage: Für die 1. Klasse Prof. Dr. Siebt unb Kaufmann A. Pabst; für bte 2. Klasse Kaufmann Tromm; für bte 3. Klasse Postsekretär Frese und Töpfermeister Karl Eckhardt.

* Forstliches. Folgenden Förstern im Reg.-Bezirk Cassel wurde der Titel Hegemeister verliehen: An­dreas, Stamm; Bring, Frankenau; Bührmann, Eer- merode; Cynthius, Ginseldorf; Ermisch, Halbemark, Ernst, Forsthaus Marburg-Süd; Eyle, Mendorf; Feuerstack, Wiekenrode; Giez, Forsthaus Steinhaus; Hartmann, Wellingerode; Knaufs, Forsthaus Wald­haus; Knoop, Helmarshausen; Köring, Bernsdorf; Rücker, Bi-berstein; Schneider, Opperz; Schuchhardt, Dörnhagen; Vanck, Somplar; Veite, Herzhausen; Walter, Jesberg.

» Zum Diebstahl im Rathaus. Nachdem ein­gehende Ermittelungen und Unternehmungen durch die hiesige Polizeiverwaltung unter Leitung des Oberbürgermeisters sofort stattgefunden haben, ist es zuletzt unter Zuhülfenahme eines Casseler Kriminal­beamten gestern nachmittag gelungen, den Dieb in der Person des Bureaugehilfen im Armenamt Heinr. Becker zu ermitteln. Er hat eingestanden, nicht nur den jetzigen Einbruchdiebstahl im Rathause, sondern auch früher stattgefundene Diebstähle auf verschie­denen Bureaus durch Nachöffnen der Tischkästen be­gangen zu haben. Ins Rathaus ist er vermittelst eines zweiten Schlüssels gelangt, den er jedenfalls entwendet hatte. Die ganze Beamtenschaft atmet wie von einem Albbruck befreit auf, baß bet Dieb endlich entdeckt und unschädlich gemacht ist.

* Lustiger Abend. Der unter Mitwirkung der Herzog!, braunschweigischen Hofopernsängerin Frl. Breuning, des Kgl. Opernsängers Herrn Baldzun, sowie des Kgl. Schauspielers Pickert veranstaltete Lustige Abend in den Stadtsälen war leider nur sehr schwach besucht, desto stärker war jedoch der Beifall, der in reichem Maße gespendet wurde. Von der Be­liebtheit des Herrn Pickert bet uns zeugte schon der außerordentlich warme Empfang, bett er bei seinem Erscheinen auf bet Bühne fanb. Wahre Lachsalven wußte et durch den Vortrag der ParobteWas aus

Die Ereignisse in Moabit haben vor Wochen die Zeitgenossen in Staunen ver­setzt, nicht minder tun es jetzt die Verhandlungen des Prozesses. Schon von vornherein konnte man darauf gefaßt s-.n, daß diePattei"vetteidiger mit voller Wucht sich gegen die Beweise für den Auftuhr- charakter der Krawalle stemmen würden und ver­suchen würden, alles, was damals vorging, als dumme Streiche einzelner hinzustellen, denen nament­lich ein politischer Charakter nicht innewohnt. Die Verhandlung selbst aber hat die Erwartungen noch übertroffen. Der eigentliche Leiter der Verhand­lungen scheint Herr Heine zu sein, und der gibt sich alle Mühe zu zeigen, daß der wirkliche Urheber der Exzesse die böse Polizei,die Blauen" seien, die mit ihrerBrutalität" die Massen gereizt haben. Der Vorsitzende mußte ihn vorgestern sogar darauf auf­merksam machen, daß Polizeimajor Klein nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge vor Ge­richt stehe. Nicht unrecht schreibt dieNordd. Allg. Zeitung":

We i sich der Moabiter Krawallprozeß mehr und mehr zu einem politischen Tendenzprozeß entwickelt; so arbeitet nicht der Vorsitzende und auch nicht, bet Staatsanwalt in dieser Richtung, sondern die Ver­teidigung, die hier eine doppelte politische Ausgabe iwt M nämlich dl« sozialdemokratische Partei von ihrem Teil der moralischen Verantwortung an den Krawallen zu entlasten und die Polizei als einen Teil der S^aatseinrichtungen nach Kräften zu diskreditier en. Der Befehl, von der Waffe Gebrauch zu machen, wurde erst nach langen und schweren Herausforderungen gegeben, erst, a l s nichts anderes übrig blieb, als der Ge­walt mit Gewalt zu begegnen. Eine Schonung kann dann nicht mehr geübt und Unterscheidungen zwischen Schuldigen und Unschuldigen können kaum mehr ge­macht werden. Die Beamtenschaft hat in ange­strengter, gefahrvoller Tätigkeit vollauf ihre Pflicht getan."

Die Straftaten es find wohl auch wirkliche Dummejungenstreiche darunter werden jetzt in Berlin verhandelt, als ob es gelte, für bte sozial­demokratische Partei eine Bühne zu schaffen, auf der der staunenden Mitwelt gezeigt werden soll, daß die schuldlose Partei nie an Umsturz und so etwas ge­dacht habe und daß sie unschuldig sei an dem Blute derer, die unter demSchutzmanns-Säbel" wie unter den Blumentöpfen, Pflastersteinen und Lampen litten. Mit einem Wort: es tritt immer deutlicher hervor, daß die Anlage des ganzen Prozesses ein Fehler war. Solange die wirklichen Hetzer fern vom Schuß bleiben, wird man nichts beweisen können. Ktzder Tat, wie soll man auch gerichtsnotorisch (Msmal wirds hoffentlich richtig gefetzt, sonst o wech!) feststellen, wie das alles in logischem Zusam­menhänge mit den Reden der Hetzer oder Artikeln derVorwärts" steht; hütet man sich doch schon aus Gründen des Strafgesetzbuches, offen zu derartigen Taten aufzufordei-n. Aber ein Mann, wie der Pfar­rer Schwebe!, hat als Zeuge ausgesagt, wie ver­heerend die Wirkung der Hetzpresse auch in Moabit sei. Besonders hat er dabei dieWett am Montag" genannt, deren Lettartike! Herr v. Eerkach schreibt. Herr v. G. hat denn auch diese Beziehung auf seine aufreizenden Artike! in der letzten Nuptmer der Welt am Montag" akzeptiert. Wie hängen die An­gelegenheit nochmals niedriger, weil wir aus un­trüglichen Zeichen gemerkt haben, daß Herrn v. G. und den Seinen dies treffende Urteil für unsere Bürger- und Bauernschaft, die mit Moabit doch nichts zu tun haben will, nicht passend erschien.

Doch zur Sache. Die Schwierigkeiten, die für bett Gerichtshof -rin theoretisch vorhanden waren, sind in der Praxis noch bedeutend gewachsen. Er ist gegen­über der Fülle von Beweisanträgen der Verteidiger, die vor möglichst vielen Einzelheiten den Blick von der Hauptsache abziehen sollen, einfach machtlos. Es war also ein Fehler, den Prozeß zu einem solchen Monstrum auszudehnen. Diesen Eindruck gewinnt man von der Verhandlung, wenn man sich auch eines Urteils vorläufig enthalten wird. Schnelle Justiz an den Einzelnen wäre wirksamer gewesen, etwa wie es in England dem Angreifer des Lord Churchill erging!

Wie verwirrend die Fülle des Materials 'wirkt, zeigt, daß bereits bürgerliche Blätter den

Letzte Nachrichten.

. Berlin, 2. Dez. Der Brand der Benzintanks Kobelhof wurde heute abend 10 Uhr 37 Mitt, von der Berliner Feuerwehr unter der Leitung des Brandmeisters v. Berger gelöscht. Die Löschung wude lediglich durch Wassergeben herbeigeführt.

Berlin, 3. Dez. In einer Versammlung von 3000 Personen der städtischen Easarbeiter wurde gestern abend mitgeteitt, daß der Magtstnvt die Erhöhung bet Stunbenlöhne um 3 Pfg. beschlossen habe. Mt

Vermischtes.

Adlige Volksvettteier. Dauetnd ist ein Rück­gang bes Adels in der deutschen Volksvertretung zu verzeichnen. 1878 faßen 162 Adlige im Reichstage 1890 waren es nur noch 126, 1893: 102; 1898 : 83; 1903: 77 und 1907 : 72.

Schutzleuten Vorwürfe machen. Wo gehobelt wird, fallen Späne, und gewiß ist auch mancher Unschul­dige getroffen worden, als die Polizei sich daran machte, die Sttaßen zu säubern von Elementen, die auf den Pfiff da waren und verschwanden. Scharf sogar. Der junge Mann, bet, von bet Konfitmation seines Binders heimkehtend, einen schweren Säbel­hieb erhielt, hat sicher nichts mit den Aufständischen zu tun gehabt. Daß er in den Mob hineingeriet, ist fein persönliches Pech; bei Straßenunruhen gibts immer solche Fälle. Und die werden gerade ganz be­sonders ausgebeutet, um Stimmung gegen Staat und Hüter der Ordnung zu machen. Es ist ganz glaub­haft, wenn einer Berliner Porzellanmaler unter dem Eindrücke eines solchen Einzelfalles aussagt:Am ersten Tage habe ich die Polizei bedauert, aber als ich das gesehen habe, habe ich einen gelinden Haß gegen sie bekommen!" Solche Fälle müssen eben im Rahmen , des Ganzen angesehen werden. Für die Betroffenen freilich sind sie unangenehm, wie für die englischen Journalisten, die bas Mißgeschick (eine Schramme an der Hand des einens benutzten, um wie immer unterstützt von unserer demokralifajen Presse'im Auslande gegen Deutschland zu hetzen.

Das Urteil über die Tätigkeit der Polizei, die es vermochte, wenigstens einige Schuldige zu fassen, wird in der bürgerlichen Presse trotz allem ein ruhi­ges bleiben. Anders freilich in der sozialdemokrati­schen, und wie stets sekundiert auch hier Herr v. Ger- lach, dessenWelt am Montag"-Artikel überschrieben ist:Die schuldige Polizei".

Einige Kraftstellen mögen als Anhang hierher gesetzt sein. Da heißt es: Nicht die paar Dutzend Leute interessieren die Oeffenllichkeit, die physisch in. Moabit auf der Anklagebank sitzen. Bon Interesse ist allein bas Schicksal der moralisch Angeklagten, bet Pdlizei."So nimmt denn die moralische Hinrichtung < bet Polizei ungestört ihren Lauf. Freilich, die Poli­zisten selbst belasten sich' und ihre Kameraden nicht. Merkwürdig, höchst merkwürdig in der Tat! Nichts ist eindrucksvoller, als wenn man selbst vor Gericht das Auftreten der zivilen unb der Polizeizeugen ver­gleichen kann!

Unb bann folgt folgenbe Schilderrung eines Kri­minalbeamten, bei nach v. G.'s Ansicht unter Eib bie Unwahrheit gesagt hat.Unterdrückte Heiterkeit herrscht im ganzen Saale, als Herrn Haßler entgegen­gehalten wurde, er könne nicht verwechselt werden. In bet Tat, basgewisse Etwas", rooran man bie Geheimen" zu erkennen pflegt, hat sich bei diesem Mann mit ben breiten Schultern, mit bem Stier­nacken, mit der fliehenden Stirn, mit ben abstehenden Ohren, mit den zugekniffenen Aeuglein so potenziert, daß man sich sagt: wer ben einmal im Leben gesehen hat, vergißt ihn nicht roieber.

Was würde Herr v. E. über eine ähnliche Schilde­rung seiner Persönlichkeit sagen. Der Artikel schließt mit folgender Hetzerei: Wie wir täglich wünschen, daß uns der Himmel oder vielmehr das Instrument des Himmels (!) unfern lieben Bethmann bis zu den nächsten Wahlen als Kanzler erhalten möge, so wün­schen wir auch der Staatsanwaltschaft, daß sie auf dem beschrittenen Wege fortfahren möge."

In der Tat, ein feinerbürgerlicher" Politiker, von bem bekannten Montagsblatt, bas sich auch in dieser Nummer aus zum großen Teil sittlich zweifel­haften Inseraten einer schlüpfrigen Novelle unb ben Hetz-Tiraden der Herren von Eerlach unb Hans Leuß, beides bekantlich früher starken Antisemiten, zusammensetzt, ganz zu schweigen! DerVorwärts" kann sie nicht übertreffen!

Die J«sertionsqeb«hr beträgt f-; Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet bes Blattes für die 7r-^tene Zeile ober deren Raum IS 4, für auswärtige Jmerate 20 für Reklamen 40 4- - Druck und Verlag: Joh. Aug. nvq, Univerfitäts-Buchdrnllerei. Jnlmh" Dr. C. fitr " - >Tmtrg,

Markt 21. Tel,-n,-n 5-V. _________

Deutsches Reich.

Trennung von Kirche und Naat. Weimar, 1. Dez Auf bei 10. ordentlichen Landessynobe der evangelischen Landeskirche des Großher-og- tums Sachsen äußerte sich S^aatsminister von Rothe über die Bestrebungen der Lehrerschaft, eine Trennung von Kirche und Staat herbeizn- fühien. Die Denkschrift verlangt im letzten Ende die Trennung von Kirche und Staat. Diesen Sandpunkt müsse er entschieden ablehnen Dre Eingabe störe das bisherige einträchtige Zu­sammenarbeiten von Staat, Kirch« und Schule

Seminare unb Seminaristen. Berlin, 1. Dez. Nach bem Staube vom 1. Mai 1910 betrug die Ge­samtzahl der Zöglinge in ben preußischen staatlichen Lehrerseminaren 16 405, wovon 10 703 evangelisch unb 5712 katholisch waren. Interne gab es 6470, Ex­terne 6935. Die staatlichen Lehrerinnenseminare wa­ren von 1648 Zöglingen besucht, darunter 713 evange­lisch, 928 katholisch unb 4 jüdisch. Die Gesamtzahl ber Zöglinge in ben Präparandenanstalten belief sich auf 21202, wovon 14 000 evangelisch unb 7112 katholisch waren. Die außerorbentlichen Seminarnebenkurfe würben von 1353 Zöglingen, barunter 720 evange-

einem Volksliede werden kann" zu wecken. Auch Herr Baldzun verdiente ben ihm gespendeten Beifall. Zu erwähnen ist besonders Watthers Preislieb aus beu Meistersingern". Frl. Breuning wußte besonbers in bem humoristischen Teil bes Programms zu ge­fallen. Zum Schluß mußten bie Künstler sich noch zu verfchiebenen Zugaben entschließen. Frl. Lambert aus Cassel trug ebenfalls burch ihre aufmerksame Be­gleitung zum Gelingen bei.

* verhaftete Straßenränder. In ber Nähe von Rosenthal wurde gestern ein Mann auf bet Land­straße von zwei Hanowerksburschen überfallen, mitz- handett und völlig ausgeraubt. Heute früh gelang es auf Benachrichtigung des Wachtmeisters Hatten­bach in Cölbe ber hiesigen Polizei, bie beiden Stra­ßenräuber hier zu ermitteln und feftzunehmen Versammlungen, Konzerte, T6eo'---, '"-rguügungs.

Nachrichten ufm.

* Parolemufik findet bei günstiger Witterung am morgigen Sonntag von 121 Uhr an ber Ecke ber Kasernen- und Universitätsstraße statt. Programm. 1 Hohensriedberaer Marsch; 2. Ouvertüre z. Op. Silvana ', von C. M. v. Weber; 3. Frnale bes 4. Aktes a. b. Op.Undine", von A. Lortzrnq; 4 a) Der Afra" (Lied), von Rubinstein, b)Des Knaben Tod (Lied), von Cuschnrann: 5. Dorfschwalben rn Oester­reich" (Walzer), von Strauß; 6.Unser Kronprinz (Marsch), von Stetefeld.

* Seiet des lOfemeftriqen Bestehens ber Bi. F. St. Die Marburger Freie Studentenschaft feiert rn diesen Tagen ihr lOsemesttiges Bestehen, ^m Mittelpunkt stebt bie öffentliche akademische Feret, Sonntag den 4 Dez., morgens 11 Uhr im Turnergarten^wo lebem Gelegenheit geboten wird, sich über das Wesen unb die Ziele der Freien Studentenschaft (Referent Dr. Roth-Leipzig) zu unterrichten, wie auch über dre Ge­schichte der Marburger Organisatron (Referat von Referendar Koehler-Cassel.einiges Interessante zu hören. Die akademische #yeter ist öffentlich, Karten rverden ha für nickt ausgeaeben. .

* Marburger Konzert-Verein. Der Beginn be» am Mittwoch stattfindenden 4. Konzertes (Manfred unb 9. Symphonie) ist in Anbetracht bei Länge des Programms aufA8 Uhr verschoben worden. Die Generalprobe am Dienstag (Eintritt 1 -«) beginnt jedoch wie angetünbigt um 8 Uhr.

* Sterzhausen, 3. Dez. Am 29. November mürbe bie neue Lahnbrücke in Anwesenheit bes L'ndrats v. Negelein unb einer Anzahl geladener Gaste ein- qeweiht. Bei der sich daran anschließenden Festttch- keit sprachen ßanbrat v. Negelein. Bür^rmelster Lind, sowie fiert Landaerichtsrat Kttnaenbrel.

* Frankenberg, 2. Dez. In fiallenberg brannte am Dienstag das Wohnhaus bes Einwohners Bran­der nieder. t .

Gladenbach, 2. Dez. Seitens des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten ist die schleunige In­angriffnahme der Eisenbahnlinie Werdenau- Dillenburg verfügt worden, nachdem die Linie nunmehr dahin endgülttg genehmigt ist, daß sie auch Haiger berühren soll. Man wird jetzt sofort mit den Grunderwerbsverhandlungen beginnen.

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mtt Ausnahme der - Der Bezugspreis beträgt viertel- ien 2,25 (ohne Bestellgeld), bei . jet Ervedition (Markt 21), 2.00<t. (Sür unoerlangt zugesandte Manuskripte übernimmt bie Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

and den Beilagen:Rach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."