ObcrWsche Zeilung
Drittes Blatt
fragte
Und da
war es
fuhr
Einige Dann
schwingende Kreise auflösten.--
näher, trat an den Keinen Tisch, Juwelen lagen — und rührte sich
lich in gelbe, Jetzt kam er auf dem die nicht mehr.
Und nun
Täuschung? — — jähen Ruck in die fremdartiges Ge- dem Nebenzimmer Regen--leise
Angesichts der lauten Klagen über, die dauernde Höhe der Fleischp »'.se bietet neueste Statistik über die Zahl der Tiere, denen in Deutschland die SchlachtVieh-
sie erschreckt empor. Ein furchtbarer Donner krachte und gleichzeitig tobte der Sturm mit einer solchen Wucht gegen das Haus, als wollte et es emporheben und die Wände zerfchmettem.
Stuhl nur wenig, aber plötzlich von der Stelle gestoßen.--Und sie hörte es mit geschärften
Sinnen--ein Schritt--leise — — vorsichtig --aber er kam näher und immer näher.
— — Sie wollte aufschreien, doch der Ton erstarb ihr in der Kehle, ihr Herz hämmerte, daß sie seine Schläge zu hören glaubte — und in ihrem Körper fühlte sie eine Starrheit, daß sie keine Bewegung machen konnte. Mit weitgeöffneten Augen starrte sie einige Augenblicke wie leblos in den Raum — — da kehrte ihre Besinnung zurück, ihre Hand tastete nach den Streichhölzern, dann ließ sie sie stehen, erhob sich ohne jedes Geräusch von ihrem Lager, warf ein Kleid über und blieb auf dem Bettrand sitzen. Ihre Zähne schlugen aneinander, doch mit aller Willenskraft beherschte sie sich.----
Mit vorsichtigen Schritten, fast schleichend bewegte sich etwas vorwärts, hielt eine Sekunde lang inne, dann kam es näher--näher — —
und nun--Helene faßte mit einer jähen Be
wegung nach dem Herzen, ihre Augen weiteten sich ---sie preßte die Hand auf den Mund
---im Rahmen der Tür stand ein Mann.
Sie öffnete angstvoll den Mund, als müßte endlich ein Schrei ihr- grausige Angst auslös-m, doch sie brachte keinen Ton hervor. Regungslos saß sie da. ihre Augen, die sich an das Dunkel gewöhnt hatten, beobachteten fd*'"1* tue Umrisse seiner hohen Gestalt, und ihr H rn arbeitete fieberhaft. — — Wer war der Fremde, was wollte er von ihr, wollte et sie berauben--
ermorden? — — In ihrem namenlosen Entsetzen glaubte sie, einen Revolver in seiner Hand
Duesada hat mit der Ausstellungsleitung verhandelt und das Ausstellungsgelände eingehend be- stchttgt.
— Die Uebersührung der Leiche bei Präsidenten Montt. Berlin, 2. Dez. Die Leiche deS ehemaligen Präsidenten von Chile. Pedro Montt, der im August bald nach seiner Ankunft in Barmen plötzlich starb, und dessen irdische Hülle seit einigen Monaten im Gewölbe der Berliner Hedwigskirche ruht, wurde heute Nachmittag mit feierlichem Gepränge nach dem Lehrter Hauptbahnhof übergeführt. Mit sein r Vertretung beauftragte der Kaiser seinen Generaladjutanten General der Infanterie Kesiel. Die Trauerparade bestand aus drei Bataillonen Garde-Infanterie mit Regimentsmustk, vier Eskadronen Garde- Kavallerie mit Standarte, dem Tropeterkorps, ferner drei Batterien zu je vier Geschützen Garde- Feldartillerie. In der Hedwigskirche, wo die Mitglieder der chilenischen Gesandtschaft, des diplomatischen Korps und eine Abordnung des Gardekorps, bestehend aus drei Generälen und je sechs Stabsoffizieren, Hauptleuten und Leutnants sich versammelt hatten, wurde die Leiche eingesegnet. Unteroffiziere trugen deu Sarg, den die'chilenische Flagge bedeckte, auf einen sechsspännigen Leichenwagen, während die Trauerparade präsentierte und die Artillerie 36 Schutz abgab. Als sich der Leichenzug dem Bahnhof näherte, bildeteit die Truppen Spalier und präsentierten. Der Sarg wurde ins Bahnhofsgebäude getragen, während, eine Kompagnie drei Salven abgab. Hier wurde die Leiche nochmals einaesegnet. Mit dem fahrplanmäßigen Zug um 11 Uhr 41 Min. wird die Leiche nach Bremen übergeführt.
— Vom Marineetat. Bismarck mußte es sich kurz nach feiner Berufung zum Ministerpräsidenten gefallen lassen, daß ihm der sortschrittl. Abg. Professor Virchow die Wor'e zuries: „Der Herr Ministerpräsident hat keine Ahnung von einer nationalen Politik!" Bismarck schwieg und setzte seinen Weg unbekümmert fort, ben großen Er-
Nr. 284
Sonntag, 4. Dezember
an- die
an und be- ge-
nicht die eines Einbrechers war, daß fein Gesicht einen intelligenten aber ängstlichen, düsteren Ausdruck hatte Da kam eine plötzliche, ganz unmotivierte Ruhe über sie; sie tastete nach dem Tisch — — ein Streichholz flammte auf, bald darauf brannte die Kerze.--Der Mann an
dem Tische machte eine Bewegung, als ob er vornüber hinstürzen wollte, bann hielt er sich mühsam fest und nur die Auaen leuchteten seltsam starr aus dem leichenbaft bleidm Gesicht, als Helene jetzt hochaufgerichtet vor ihn hintrat: „Was----was--?" brachte sie mühsam
hervor, und es war ihr, als sei es gar nicht sie, b’e das Wort sprach, so dumps und fern klang ihr ihre eigene Stimme. Wortlos sahen sie sich eine Weile an, er mit scheuem Blick, sie prüfend und fraaenb.
Plötzlich tönte von ber Wand her, murmelnd, tote ein erstickter Ton: „Verzeihen Sir mir--"
Sie antwortete nicht, sondern blickte ihn noch immer schweigend an. Jede Furcht, jede Bangigkeit war von ihr gewichen. _ Sie fühlte nur das Sonderbare, das Ungewöhnliche des Augenblicks und in ihrer Seele regte sich etwas wie Neugierde, wie ein Interesse für bas Problem, bas da lebenblg, bleich und voll tieffter Verlegenheit vor ihr stcmb.
eigniflen entgegen. Admiral v. Tirpitz ist ei ähnlich ergangen. Noch vor wenigen Jahre« sah er schweigend zu, wie ihm die Fähigkeit abgesprochen wurde, eine Flotte zu schassen, wie wir sie brauchen. Jeder hatte ein Martyrium zu dulden. Heute steht unsere Flotte achtunggebietend in der Welt da. Selbst England zittert, die Tage sind vorüber, wo es uns seinen Willen aufzwingen und uns aus dem Rate der Völker ausschalten konnte. Im Marineetat wird gewiß an allen Ecken und Enden gespart. Aber es zeigt sich keine Lücke im Ausbau dieses machtvollen Friedensinstrumentes, das die liebenswürdige Anteilnahme polttischer Heißsporne wie Karl Roberts, Narwell, Blatschford usw. auf sich gezogen hat. Im ganzen beläuft sich ber Marineetat auf 465,1 Millionen gegen 444,2 Millionen im Vorjahre. Der Etat zeugte eine erfreuliche Neuerung: endlich wirb unsere Hochseeflotte ein siebzehntes Schlachtschiff erhalten. Bis jetzt waren es beten nur fechzehn. so daß eins bei beiden Hochseegeschwader anstatt acht Schlachtschiffen nut sieben zählte, da eins als Flottenflaggschiff bienen mußte. Die gesetzliche Sollstärke der Flotte umfaßt 38 Schlachtschiffe unb 20 Panzerkreuzer, bie gesetzliche Ersatzpflicht tritt nach 20 Jahren ein, woraus sich für später ergibt jährlich ben Bau btei neuer Schifsfe m Angriff zu nehmen. Programmmäßig foll 191? eine Torpedobootflotille neu gebaut werden. Be nächtliche Mittel werden für Unterseeboote auf- gewendet: 747 000 M (gegen 499 000 M tm Vorjahre). Im Zusammenhänge hiermit steht der Ausbau des Hafens von Helgoland, für ben 5,5 Millionen Mark als vierte Rate verlangt werden. Auch bie Nordserküste wird weiter befestigt werden. Für bie Kieler Schwimmdocks wirb bie Schlußrate verlangt. An Personal werden 145 Offiziere und 2452 Mann verlangt; die Etatsstärke der Marine wird sich demnach auf 60 530 Köpfe stellen. Für Men wird ein be- fonberer Marineattach«? verlangt. In allem, wie man sieht, ein stetiger Fortschritt.
blitzen zu sehen.--Für einen Moment ver
ließ sie wieder die Besinnung, das Zimmer schien sich mit ihr im Kreise zu drehen, rote Funken tanzten vor ihren Augen, die sich allmäh-
zu menschlichen Genuß zwecke, geschlachtet'n Hunde darstellen. Auch um das gepriesene Mastochsenfleisch sieht es traurig aus. Unter den zur Schlachtung gelangten 4121549 Stück Rindvieh waren nämlich nur 625 279 wirkliche Mastochsen, dagegen 513 941 Bullen, 1800 732 Kühe und 1181 597 Jungtinder. Unter Berücksichtigung des Lebendgewichtes ber Tiere stehm aK- unter 5 bis 6 Kilo Rindfleisch Immer erst ein Kilo Mastochsenfleisch zur Verfügung. Im Durchfchnitt wurden täglich tm Deutschen Reich geschlachtet 416 Pferde, 11292 Stück Rindvieh, 14 074 Kälber, 42 550 Schwei, e, 6515 Schafe unb 1381 Ziegen.
Fleischbeschau vorgenommen würbe, ein sonberes aktuelles Interesse. C3 würben schlachtet im letzten Berichtsjahre 151357 Pferde, 4 121 549 Stück Rmdv'eh aller Art, 5136 768 Kälber im Alter unter drei Monate, 15 530 775 Schweine, 2 477 937 Schaft und 504 304 Ziegen. Außerdem gelangten zur Schlachtung noch 6090 der Fleischbeschau unter- worfmen Hunde (vorwiegend im Königreich Sachsen und in Schlesien), die fteilich wohl nur einen sehr geringen Teil der Gesamtzahl der
Die praktische Vorbildung unserer Juristen.
Uns wird aus Richterkreisen geschrieben:
Der Werdegang unserer Juristen ist langwierig Viele Stadien muß er durchlaufen, bis bie letzte Prüfung passiert ist ab er als junger Assessor die Anwartschaft auf eine Richterstelle erworben hat. Auch die höhere Verwaltungslaufbahn steht ihm offen; selbst das selbständige „Gewerbe" des Rechtsanwalts kann er ergreifen ober sich dem Kommunaldienst widmen. Er ist ein vielbegehrter Mann geworden, für den auch die Privatindustrie und große Verkehrsgesellschaften gut bezahlte Stellungen haben. Der Vielseitigkeit der Berufsmöglichkelten des Juristen entspricht heute aber nicht mehr seine Ausbildung, die nichts weniger als vielseittg, int Gegenteil recht einseitig ist.
Die ganze Unlversttätsvorbildung, später seine Betätigung als Referendar bezweckt, aus dem jungen Rechtsbeflissenen einen tüchtigen Richter oder Rechtsanwalt zu formen. Zu einem „tüchtigen" Richter und Rechtsanwalt gehören aber heute mehr, als lediglich juristtsche Kenntnisse. Die bitteren Klagen in den weitesten Volksschichten über unbegreifliche Urteilssprüche unserer heutigen Richter und Gerichtshöfe mehren sich von Tag zu Tage. Es wäre aber stivol, von „ungerechten" Urteilen zu sprechen. Unser Richterstand beherrscht heute noch die ehrenhafte Höhe, die ihm durch den Ausspruch: „II y a des juges ä. Berlin!" in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Während aber eben diese ganze Welt vorwärtsgeschrltten ist, verharrt unser Richter mit wenigen Ausnahmen noch heute unnahbar zugeknöpft bei seinem corpus juris. Er kennt das .ihn und seine einsame Höhe um- branden^e Leben und dessen Ansprüche und Bedürfnisse nicht, begreift es nicht. Er ist weltfremd geworden. Daher seine oft unbegreif- lichen, nicht ungerechten Urteile, die bisweilen von einer solchen Naivität sind, daß man lachen möchte, wenn es sich nicht um so verteufelt ernst: Angelegenheiten handelte. Daß die breite Masse des Volkes, die nicht imstande ist, ben Werdegang unseres heutigen Richters unb seine Vorbildung für seinen Beruf auf ihre Tauglichkeit und Zweckmäßigkeit nachzuprüfen gleich mit dem Wort „ungerecht" bet ber Hand ist darf nicht wunder nehmen. Jedenfalls ist die Tatsache, daß unbegreifliche Rechtssprüche, selbst bei unseren höchsten Gerichtshöfen, sich mehren, nicht aus ber Welt zu schaffen. Bei ben unteren Instanzen und besonders bei den Einzelgerichten sind diese Unbegreiflichkeiten ja teilweise auf die Arbeitsüberlastung zurückzuführen — aber nur zum Teil. Man romtte bie Richterzahl in einzelnen Bezirken dreist verdoppeln, ohne befürchten zu müssen, daß sich das Verhältnis der Arbeiterleistung zur Arbeitskraft verrückt. Es bliebe immer noch für jeden Richter reichlich zu tun. In der Hauptfache aber ist ber Fehler ber unbegreiflichen Rechtsprechung in ber für unfere heutige Zeit ungenögenben Vorbildung ber Juristen zu suchen. .
Es ist nicht wünschenswert, bas Wissenfelb des Juristen so auszudehnen. daß er für fast alle Berufe des bürgerlichen Lebens vorbereitet wird. Wollte man solchen Wünschen nachgehen, so müßte die Vorberettungszeit erheblich verlängert werden, was indessen als ganz ausgeschlossen geben kann Es darf aber billigerweise verlangt werden, daß sich die Juristen ernstlich mit der Nationalökonomie befassen und baß auch Nationalökonomen in ber ersten juristisch n Prüfungskommission sitzen. Jetzt wissen unsere Juristen fast gar nichts von Nationalökonomie. Arbefter beschäftigen sich mit bem Studium schwerer nationalökonomischer Werke, unseren Studenten mangelt es am nötigen Verständnis
mechanisch.
„Nicht gerade Sie, wer es eben war, der hier wohnte. Ich wußte es nicht. Ich setzte voraus, baß ich etwas finben würde. Und einige Augenblicke nachdem ich gekommen war öffnete. Sie schon' die Tür. Ich flüchtete mich ins Nebenzimmer, versteckte mich und wartete, bis ich glaubte, daß Sie schliefen."
„Warum sagen Sie das mir?" fragte sie nach einer Keinen Pause.
„Ich weiß eS nicht," antwortete er mit mattem Ton. „Ich glaube, ich muß es sagen. Ja --ich wollte stehlen--aber--ich bin kein Dieb--ich habe es nie getan--.
Verzeihen Sie, daß ich Sie erschreckt habe — —. Wenn Sie jetzt Leute rufen wollen und mich bet Polizei übergeben---*
„Nein." fagte sie ruhig, „gehen Sie!"
Er loste sich langsam von ber Wand los unb machte eine Bewegung als wollte er in das anstoßende Zimmer schreiten, dun Ausgang zu.
Da regte sich plötzlich e*toa§ In ihr. etwas ihr Unverständliches, etwas wie Mlta-fühl und ohne daß sie es hemmen konnte, fragte sie rasch: „Wenn Sie es noch nie getan haben — warum -- warum? — — —*
Er blieb stehen und wandte den Kopf ab „Die Not " sagte er leise. „Dies--«ber
Selbstmord!---•
„Aber —" wandte sie ein.
Er lehnte wieder müde an ber Wand.
„Ja, ich weiß, wenn ich auch nicht genont«
Deutsches Reich.
— 50 000 Mark für ein Bismarckdenkmal. Breslau, 1. Dez. Baron v. Diergarbt ansMajo- wolas spendete 50 000 Mark für -in in Ncumittel- walbe zu errichtendes Denkmal Bismarcks.
Verurteilte Spione. Leipzig, 2. Dez. Der zweite unb dritte Strafsenat des Reichsgerichts verhandelte gegen die Brüder Arthur unb August Geier aus Sülzen in Lothringen wegen Spionageverbrechens. Das Urteil lautete gegen Arthur Geier wegen versuchten Verbrechens gegen § 1 bes Spionagegesetzes unb bes vollende'en Verbrechens gegen § 3 auf zwei Jahre Zuchthaus, 5 Jcchre Ehrverlust unb Zulässigkeit bei Polizeiaufsicht. Zwei Monate Untersuchungshaft werben angerechnet. August Geier wurde wegen Begünstigung zu 6 Monaten Gefängnis berurteilt, von denen drei Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt angesehen werden.
— Die Hygieneausstellung in Dresden. Dresden, 2. Dez. Die Republik Cuba beabsichtigt, sich an der internationalen Hygieneausstellung Dresden 1911 zu beteiligen. Der außerordentliche Gesandte und Bevollmächttgte, Minister Gonzolo be
Ans anderen Blättern.
Ein« treffenbe Charakteristik ber Persönlichkeit bes Kaisers unb bet Hetze gegen ihn, gibt bie „Akab. Turnzeitung":
„Wenn Roosevelt (ben die Amerikaner mH unferm Kaiser vergleichen) über englische, französische unb deutsche Politik redet, dann wird jedes Wort ehrfurchtsvoll in Empfang genommen; wenn der Lebemann-König von England ein Wortlein über Barttracht ober europäische Politik fallen ließ, bann spitzte man sämtliche Ohren; ober bem Kaiser wollen sie ben Mund verbieten Hinter blefen Angriffen steckt bi« Philtsterhafttgkett und Bosheit unserer Zeitge- ncsssen. Es ist bet »unb bet Mittelmäßigkeiten, der sich da gegen die hervorragende Persönlichkeit des Kaisers zusammengetan hat. Trete« wir diesem Bund der Mittelmäßigketten nicht bei, wenn er sich abermals wie auf ein geheimes Kommando formieren wird; es wird noch oft der Fall fein! Ist es nicht eine lächerliche An- maßung, wenn man uns vorrechnen will, welches die realen Faktoren der deutschen Polftik sind, ohne einen Sinn zu haben für bie Machtt- verhältnisse, wie sie tatsächlich stnb, ohne einen Sinn für ben Wert bet Persönlichkeit unb bet Begeisterung zu haben, ohne bie doch nun mal nichts Großes geleistet wird? Daß der Kaiser immer am rechten Ort fördernd und hemmend gewirft hätte, wer wollte das beweisen? Es sind Fehler gemacht worden, at bome and abroad.. Wie weit die Person des Kaisers dafür verantwortlich zu machen ist, ist schwer zu sagen. Wit erfahren ja wenig von bem, wann: uns vorgeht. Am meisten verrät noch der Kaiser: aber der soll ja nichts sagen. Und den-
zuckte ein Blitz herein, flammend rot, seftindenlang anhaltend, als öffnete sich der Himmel. Mit einem Blick hatte sie feine Gestalt umfaßt, hatte sie gefehen, daß feine Kleidung
„Sie haben sich in bet Tür geirrt?' sie endlich, scheinbar gleichgülttg.
„Nein," antwortete er leise, aber fest.
Ueberrascht hob sie den Kopf.
Sekunden herrschte wieder tiefe Stille.
sagte er langsam, in seinem bisherigen dumpfen
Ton: „Ich wollte Sie bestehlen."
„Mich — bestehlen?" wiederholte sie fast
sNachdtuck verboten.)
Der Dieb.
Von Ruth Goetz.
In tiefet Finsternis lag der Raum. Der Regen fähig stoßweise gegen das Fenster, der ©türm pfiff leise, bann lauter und immer lau» ter, bis er endlich von dem heraufrollenden Donner übertönt wurde.
Mit einem tiefen Seufzet richtete Helene sich in die Höhe---jedesmal, wenn sie im Be
griff war, einzuschlafen, wurde sie von dem Tosen des Wetters aufs neue aufgeschreckt. Merkwürdig, wie nervös sie geworden war. hier in diesem vornehmen Erholungsort, wo sie Unterhaltung und Zerstreuung zu finden gehofft hatte. — Kam es daher, daß sie so allein geblieben wat unter dem eleganten Publikum. Manchmal schien es ihr, als hätten die Menschen eine Scheu, sich ihr zu nähern — und dennoch dürstete sie seit Jahren nach einem freundlichen herzlichen Wort — und dennoch sehnte sie sich mit jeder Fiber nach bem, was bie Menschen Glück nennen.
Sie stützte ben Kopf in die Hand unb sah mit brennenden Augen hinein in die Dunkelheit. War sie mit ihren 28 Iahten denn wltKich schon so alt daß sie fein Anrecht mehr hatte aus die Freuden des Lebens? Was nutz«« ihr ihr Ver mögen, ihre Unabhängigkeit, wenn sie glücklos allein durchs Leben gehen mußte.
Der Halbschlummer senkte sich hernieder und schloß ihre Augen, bie Gedanken begannen sich zu verwirren--sie hörte ganz leise wie aus
weiter Ferne ein dumpfes Nollen, das sich verlor unb bann wieder näher kam. Plötzlich fuhr
dafür. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Ferner wird die ganze prakttsche Ausbildungszeft des jungen Referendars nur dazu verwandt, um ihn in rein juristischen Betrieben, bei ben G- richteu unb in Rechtsanwaltsbureau? «t beschäftigen. Unbeschadet feiner juristischen Ausbildung sollte und konnte man ben Referendar ein Jahr sich in ben großen Betrieben ber Privatindustrie unb bei großen Verkehrsgesellschaften Umschau halten taffen; das würde seinen Blick weiten, ihm bie Grundlage für eine richtige Beurteilung ber heutigen Zeitverhältnisse verleihen unb ihn so, mit Verständnis für die Forderungen des prakttschen Lelens ausgerüstet, befähigen, Urteile zu fällen, bie nicht mehr vom Volke als „ungerecht" empfunden und bezeichnet werden können.
herein--wie menschliches
— — dumpf — jetzt ein Ton, als wäre ein
Helene richtete sich mit einem Höhe. — — Ein anderes, täusch — — es tönte aus
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