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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

»nd den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) «nd ^Landwirtschaftliche Beilage."

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DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 «M. (ohne Bestellgeld), Lei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2,00 Jt. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak- tion ketnerlci Verantwortung.)

Marburg

Donnerstag, 1. Darüber 1910.

Die Jufertionsgebstbr beträgt für Inserent-" aus rem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7pr'-">ltenr Zeile oder deren R-LM 16 4, ft>r auswärtige Inserate 20 A, für ReNamen 40 4. Druck und Verlag: Ioh. Äug. Koch, llniversitäts-Buchdruckerei. Inhaber Dr. £. rlitzeraly, Lnarburg, Markt 21. Telenban 55.

45. Jahrg.

Erstes Blatt.

Die Industrie.

Man schreibt uns:

Es kann immerhin als erfreuliches Zeichen der Zeit gelten, daß der konservative Abg. Dr. v. Heyde- brand auf dem westfälischen Parteitag in Herford sich auch mit der fortschrittlichen Entwickelung der deutschen Industrie beschäftigt und ihr warme Worte der Anerkennung zollt. Ob das zu allen Zeiten so gewesen ist? Wohl kaum. Die Nichtbeachtung der in der Industrie verkörperten Kraft des Wirtschafts­lebens bedeutet einen großen Schaden für unser Bolkstum. Seit der nationalen Einigung der deut­schen Bundesstämme zum mächtigen Reiche ist die industrielle Kraft in fortwährendem starkem Aufstieg begriffen, sowohl in Rücksicht auf die darin beschäf­tigte Anzahl derHände", als den Umfang und Wert der von ihr erzeugten Güter. Fraglos ist sie diejenige Erscheinung, die dem Auslande den maßgebendsten und nachhaltigsten Eindruck vom deutschen Reiche vermittelt. Ob aber diese gewaltige Kraftentfaltung von unseren führenden Politikern immer und in je­dem Falle richtig eingeschätzt wird? Die Ueberbür- dung der Industrie durch die ihr auferlegten großen öffentlichen Lasten beweist das Gegenteil. Reich, Staat und Gemeinde übertreffen sich förmlich gegen­seitig in der Heranziehung der Industrie zu diesen öffentlichen Lasten, die nur zum Teil ziffernmäßig dar­stellbar sind, die aber insgesamt ein gewaltiges Ge­wicht erreicht haben und noch eine weitere erhebliche Steigerung in absehbarer Zeit erfahren werden durch die neuen sozialpolitischen Gesetze, die im ReichstaW der Beratung harren. Arbeitskammergesetz, Reichs­versicherungsordnung, Privatbeamtenversorgung, drei Vorlagen, durch die eine weitere industrielle Belast­ungsprobe angestellt werden wird. Die Industrie leidet bei uns unter der sozialpolitischen Richtung, die seit der Reichsgründung in der Gesetzgebung und in der Wissenschaft vorherrschend geworden ist und in dem Grundsatz des Schutzes der Schwachen gipfelt. Dieses an sich sehr edle Motiv Ist auf den verschieden­sten Gebieten unseres öffentlichen Lebens mit dem den Deutschen innewohnendem Hang zum Idealis­mus und zur Weltfremdheit zur Blüte gelangt. Auf der einen Seite schwärmen diese weltfremden Theore- tiker noch krankhaft für den Freihandel, der das Gegenteil der Schutzzollpolitik bedeutet, unter der doch unsere Industrie notorisch groß geworden ist, auf der andern Seite dagegen erblicken sie mit ihren warmfühlenden Herzen, aber mit der deutlichsten Un­erfahrenheit in geschäftlichen Dingen in dem Unter­nehmer den gewissenlosen Ausbeuter des armen Ar­beiters. Sie vergessen in ihrer grauen Theorie ganz «nd gar, daß der goldene Baum des industriellen Lebens doch auch dem llnternehmungsgeiste, der Tat­kraft und Tüchtigkeit, dem kühnen Wagemut und nicht zuletzt der Entsagungsfähigkeit des industriellen Un­ternehmers die markanten Erfolge verdankt. Zu die­ser ehrlichen, aber irrtümlichen und nicht mehr vor­herrschenden Meinung der Volkswirtschaftslehre!, ge­sellten sich nun noch nndre. weniger edle und Vor­nahme Bewegungsgründe im öffentlichen Leben, da­runter auch der Reid gegen die reichen Industriellen, der sonderbarerweise weniger seinen Nährboden in den unteren Volksschichten besitzt, sondern mehr unter den Gebildeten, die sich wohl durch manche unerfreu­liche Erscheinungen im Entmickelungsgange der neuen wirtschaftlichen Herrenkaste unangenehm berührt fühlen. Die Industrie ist aber noch zu jung und es fehlt ihr an dem geschichtlichen Eindruck des großen Unternehmertums. Deshalb hat sie mehr Feinde als Freunde im öffentlichen Leben, obgleich ihr ein be­rechtigter Anspruch auf Dankbarkeit des Volkes vom überzeugtesten Agrarier bis zum radikalsten Frei­händler, vom kleinsten Ackerknecht bis zum vornehm­sten Facharbeiter in der mechanischen Industrie, nicht abzusprechen ist. Sie alle sonnen sich in den eminen­ten Erfolgen unserer heimischen Industrie und ziehen den größten Nutzen in Gestalt von Löhnen, gehobener Lebenshaltung, guter Preise und bequemer Absatz­gelegenheiten für landwirtschaftliche Erzeugnisse, rei­cher Staats- und Eemeindeeinkünste für alle mög­lichen Zwecke des öffentlichen Lebens.

Einweihung der Technischen Hoch­schule in Breslau.

Ankunft des Kaisers.

Bre«la«, 29. Nov. Der Kaiser traf um 11 Uhr 85 Min. vormittags hier ein und fuhr in offenem j Automobil über die neue Kaiserbrücke nach der Tech- I Mschen Hochschule. Der ganze Weg war von Men- *

schenmassen dicht umsäumt, die den Kaiser lebhaft be­grüßten.

Die Eröffnungsrede des Kaisers.

Breslau, 29. Nov. Bei der Einweihung der Technischen Hochschule hielt der Kaiser folgende Rede:

Die mir besonders am Herzen liegenden Bestre­bungen, das technische Bildungswesen seiner hohen Bedeutung für die Zukunft des deutschen Vaterlandes entsprechend zu heben und auszugestalten, haben durch das verständnisvolle und opferbereite Zusammenwir­ken aller dabei interessierten Kreise, Behörden und Körperschaften zu einem weiteren glücklichen Erfolge geführt. Lebhafte Freude erfüllt mich, daß es mir vergönnt ist, heute der zweiten unter meiner Regie­rung gegründeten technischen Hochschule persönlich die Weihe zu geben. In diesem Bau, der selbst ein statt- liches Denkmal technischen Könnens bildet, sollen Wissenschaft und Technik in harmonischer Vereini­gung eine neue würdige Arbeitsstätte finden.

Die innigen Beziehungen der technischen Wissen­schaften zur Industrie sind von Jahr zu Jahr deut­licher in die Erscheinung getreten. Nicht zufällig läuft der gewaltige Aufschwung unseres industriellen Lebens mit der fortschreitenden Entwicklung des Hochschul wesens in Deutschland parallel. Vorüber sind die Zeiten, in denen für den Ingenieur im we­sentlichen die Schule der Praxis genügte. Wer den hohen Anforderungen der Technik in unseren Tagen gewachsen sein will, muß mit dem Rüstzeug einer ge­diegenen wissenschaftlichen und technischen Bildung in den Kampf des Lebens treten.

Wie wenige Provinzen der Monarchie zeichnet sich Schlesien mit feinet hochentwickelten Industrie und seinem umfangreichen Berg- und Hüttenwesen durch gewerblichen Fleiß und Unternehmungsgeist aus. Eisen und Kohle sind ergiebige Quellen seines Wohl- ftanbes; Spindel und Webstnhl werden seit Jahrhun­derten von fleißigen Händen der schlesischen Bevölke­rung bedient. In Schlesiens Hauptstadt find daher die Vorbereitungen für ein ersprießliches Wirken der Technischen Hochschule in reichem Maße vorhanden und folgerichtig war es der dringende Wunsch von Stadt und Land, neben bet ehrwürdigen Leopoldina eine zweite Anstalt gegründet zu sehen.

Indem ich die Provinz und ihre Hauptstadt zu der Erfüllung dieses Wunsches von Herzen beglück­wünsche, spreche ich zugleich allen, welche zu dem Ge­lingen des Werkes beigetragen haben, meinen könig­lichen Dank aus. Wenn die junge Anstalt zur Zeit noch nicht alle Abteilungen umfaßt, so habe ich beson­ders in ihren Rechten sie den älteren voll ausgestalte­ten Schwestern im Lande gleichgestellt. Ich vertraue aber, daß sie ihrer großen provinziellen und nationa­len Aufgabe mit derselben Treue gerecht werden wird, wie jenen nachgetühmi wird. Wer hier forscht und lehrt, tue es im Ausblick zu Gott dem Herrn mit heiligem Ernste. Wer hier lernt, sei sich stets bewußt, daß er dazu berufen ist, dem Volke einst ein Führer auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete und zu­gleich ein Vorbild in treuer Pflichterfüllung gegen König und Vaterland zu fein. Die Arbeit nur, die fürs Ganze geschieht, ist ganze Arbeit. Dieser Arbeit weihe ich hiermit dieses neue Haus."

Hierauf dankte Kultusminister von Trott zu Solz dem Kaiser in längerer Rede, und der Rektor der Technischen Hochschule Professor Dr. Schenk gelobte im Namen des Instituts und feiner Studentenschaft eifrige Arbeit im Sinne des kaiserlichen Programms.

Es sprachen ferner der Vorsitzende des Provinzial­ausschusses Graf Stosch für die Provinz Schlesien, Oberbürgermeister Dr. Bender für die Stadt Breslau, der Rektor der Universität Breslau Geheimrat Hilde­brandt für die Universitäten, sowie Vertreter der Technischen Hochschulen Deutschlands, der wissen­schaftlichen Vereine Schlesiens und des Vereins deut­scher Ingenieure. Hierauf dankte der Rektor namens der Hochschule und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in das die Anwesenden begeistert ein- stimmten. Dann folgte der Gesang der National­hymne. Nach einem kurzen Rundgang nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie ab. Eine Reihe von Ordensauszeichnungen wurde ver­liehen. Der Kaiser nahm das FrühMck beim Offi­zierkorps des Leibkürassier-Regiments Großer Kur­fürst (Schlesisches) Nr. 1 ein. Er wurde hier emp­fangen vom Kommandierenden General von Woyrfch und dem Regimentskommandeur Oberst Graf Schmet- tow. Der Kaiser nahm die Meldung des Prinzen Reuß XXXIV. entgegen, schritt die Paradeaufftel- lung des Regiments ab und ließ es vorbeimarschieren.

Die Abreise des Kaiser«.

B r e s l a u, 29. Nov. Der Kaiser ist unter leb­haften Kundgebungen des Publikums um 4 Uhr nach­mittags mittels Sonderzugs nach Station Wildpark abgereift. Zur Verabschiedung erschienen der kom­mandierende General, bas z^,-zrerkorps des Leib«

I kürasfier-RegimentsGroßer Ku:fürst" (schlesisches) Nr. 1, sowie der Polizeipräsident. Die Ankunft in Wildpark ist für 10)4 Ahr abends vorgesehen. Die Truppen der Garnison bildeten auf dem Wege von der Kürassierkaserne bis zum Bahnhofe Spalier.

Deutsches Neich.

Der Kaiser gegeu den Alkoholmißbrauch. Im Anschluß an die Ansprache des Kaisers an die See­kadetten in Sachen des Alkoholmissbrauchs ist eine Kabinettsorder des Kaisers an die Marineoffiziere ausgegeben worden, in welcher der Kaiser die Erwar­tung ausspricht, daß das Offizierkorps den Mann­schaften mit gutem Beispiel vorangehe und daß es nichts unterlasse, die Mannschaften über die Schäd­lichkeit des Alkohlmißbrauchs in geeigneter Weife aufzuklären. Die Kommandostellen sind angewiesen, gegen sogenannte Trinkzwangsitten mit aller Energie vorzugehen. Eine inhaltlich gleiche Kabinettsorder soll auch an die Offiziere der Armee ergangen sein.

Beileidstelegramm des Präsidenten des Reichs­tags an Bebel. Berlin, 28. Nov. Bebel hat aus Anlaß des Todes feiner Frau folgendes Beileidstele­gramm des Präsidenten des Reichstages, Grafen Schwerin-Löwitz, erhalten:Zu dem schweren Verlust Ihrer treuen Lebensgefährtin, welcher Sie betroffen hat, gestatte ich mir, Ihnen meine herzliche Anteil­nahme auszusprechen."

Di« Ueberfiihrung der Leiche des Präsidenten Montt. Bremen, 29. Nov. Nach einer hier einge­gangenen Meldung wird sich der Kaiser bei der bevor­stehenden feierlichen lleberführung der Leiche des Präsidenten Montt an Bord des chilenischen Kreuzers Blanco EntalDa" durch den Chef der Marine­statton der Nordsee, Admiral Gras Baudissin, vertre­ten lassen.

Dee Dermin »er nächsten Reichstagswahlen. Berlin, 28. Nov. DieDeutsche Tageszeitung" de­mentiert die verschiedentlich gebrachte Meldung, daß man in Regierungskreisen die Absicht hege, die Neu­wahlen zum Reichstage erst im Januar 1912 vorneh­men zu lassen. Ein solcher Plan habe niemals be­standen. Es ist beabfichttgt, die Neuwahlen in der zweiten Oktoberhälfte und die Stichwahlen im No­vember vorzunehmen. Das Blatt wendet sich jedoch mit aller Entschiedenheit gegen eine so frühe An­setzung des Wahltermins. Im Monat Ottober habe der Landmann noch angestrengt mit der Hackfrucht­arbeit zu tun. Da gerade der Landmann in der Re­gel einen weiten Weg zur Wahfftätte hat, muß auf ihn verständiger- und gerechterweise besondere Rück­sicht genommen werden. Das liege nt 't nur im Interesse der Landwitte selbst, sondern in dem der Wahlbeteiligung.

Hansa-Bund mb Sozialdemokratie. Vom Hansa-Bund hört man jetzt ein s harfes und klares Wott gegen die Sozialdemokratie und eine Betonung der gemeinsamen bürgerlichen Interessen auch mit Einschluß der landwirffchaftlichen Erwerbsstände. Es ist Herr Dr. Albert Stuhr, Vizepräsident des Hansa- Bundes, dem wir das erfreuliche Schriftstück verdan­ken, dessen erster Teil zunächst die Befürchtungen zu widerlegen sich bemüht, die mehrfach zu diesem Thema geäußert wurden. Es heißt bann zusammenfassend: Aus den vorstehenden Tatsachen ergibt vollständig einwandfrei, daß der Hansabund ein unbedingter Gegner und Feind der gegenwärtigen Sozialdemo­kratie (nicht etwa der deutschen Arbeiterschaft) ist und daher mit der Sozialdemokratie nicht paktieren kann. Wir erblicken die einzige Möglichkeit, aus den stark verworrenen politischen Verhältnissen herauszukom- men, darin, daß wir diejenigen Interessen, welche alle in Gewerbe, Handel, Industrie und Landwirtschaft tätigen Staatsbürger gemeinsam haben, durch ein­gehende sachliche und vornehme Aussprachen feststellen und sie bann burch Kandidaten aus diesen Erwerbs- ftänben in den Parlamenten durch die politischen Parteien zur Vertretung bringen lassen. Dadurch wird eine Versöhnung aller dieser gewerblichen Kreise untereinander angebahnt und vielleicht auch eine Umgestaltung unserer politischen Parteien in dem Sinne, daß die wirtschaftlichen Momente gegen­über den persönlichen und rein politischen zu ihrem vollen Rechte gelangen. Unserem gegenwärttg maß­los verhetzten Volke die notwendige Ruhe für di« Weiterentwicklung wieder zu schaffen, eine edlere po­litische Kampfesweise sowie eine großzügigere Auf­fassung unserer kulturellen Aufgaben zum Wohle un­seres deutschen Vaterlandes herbeizuführen, das ist die leider so oft noch mißverstandene, große Aufgabe des Hanfobundes." Mit diesem Programm des Hansabundes wird man sich nur einverstanden erklä­ren können. Hoffentlich wird dieses Programm der Mäßigung und Versöhnung nicht durch die Leiden­schaftlichkeit des Augenblicks übet den Haufen ge­worfen.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 be< Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Zig.' gestattet.)

Marburg, 30. Rov.

Bom Winter. Der Eniritt strenger Kälte soll, wie dieWiflenfchastliche meteorologische Korrespondenz mitteilt, nahe bevorsteh-n, zumal der hohe Druck im Rordosten des Erdteils sich i# diesem Jahre seht widerstandsfähig zeigt. Das gegenwärttg noch herrschende trübe und zu Rieb derschlägen neigende Wetter ist hauptsächlich auf die Nähe des westrussischen Tiefs zurückzuführen. Wir wollen einmal abwarten, ob es fttmmt

* Bon der Eisenbahn. Dem Vorgehen der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung, die eine Erhöhung der Leistungen der Abteilung v ihrer Arbeiterpenflonskaffe Hal einireien lassen, beabfichttgt die Reichseisenbahnverwlltung zu folgen, und hat das Erforederliche zur Durchfüh­rung der Maßnahme im Rechnungsjahre 1911 bereits in die Wege geleitet. Die Kosten stehen noch nicht genau fest. Indes ist nach den Auf­wendungen der preußisch-hessischen Staatseiseni- bahuverwaltung mit einer Mehrausgabe von 125 000 jK. für die Pensionskasse der elsaß- lothringischen Arbeiter und einer solchen von 25 000 Jt für die Penstonsktfse der Arbeiter der Wilhelm-Luxemburg-Bahnen zu rechnen. Di« Bettäge sind im Etat in Zugang gebracht.

* Ein Genesungsheim für das 11. Armeekorps soll bekanntlich in Helsa errichtet werden; es ist die Annahme von 40 Kranken vorgesehen. In den Etat der Heeresverwaltung sind jetzt dafür 14 000 jK eingestellt worden.

* Einen Beinbruch erlitt gestern ein im Walde an der Kirchspitze mit Holzfällen beschäftigter Arbei­ter dadurch, daß er von einem unfftürzenden Stamm getroffen wurde. Der Verletzte mußte in die Klinik gebracht werden.

* Astronomisches vorn Dezember. Immer noch sind die Tage im Abnehr.ren begriffen, ob­wohl die Sonne nut von 7 Uhr 43 Min. bis 3 Uhr 55 Min., also 8 Stunden 12. Min., bei uns weilt Am 22. d. M. zu Winters Anfang, wenn die Sonne in das Zeichen des Steinbocks tritt, geht es zwar wieder dem Lichte entgegen, doch so langsann daß man zunächst noch nichts davon spürt, sondern sich r.dt dem Glauben daran begnügen muß. Am 31. beträgt die Tageslänge 7 Stunden 54. Min. von 8 Uhr 6 Min. bis. 4 Uhr. Frau Luna, die sich am 15. d. M. in Erdnähe, am 28. in Erdferne befindet, entzieht uns am 1. ihren Anblick als Neumond, kehrt uns aber am 9. das erste Viertel ihre-

blaflen Gesichts zu, e Prahlt am 16. als Voll­mond und läßt am 23. das letzte Viertel ihreS

Hauptes sehen, um sich am 31. abermals als

Neumond zu verbergen. Am südwestlichen

Abendhimmel wird in der zweiten Hälfie d. M. Merkur auf kurze Zeit sichtbar, während BennS sich unfern Blicken völlig enf$ief'. Die Sicht­barkeitsdauer des Mars wachs, während des Monats von $4 bis 1 Stunde. Jupiter ist am Morgenhimmel bis 4 Stunden sichtbar, am End« d. M. steht er zur Zeit des Sonnenaufgangs be­reits in Meridian. Saturus Sichtbarkeit nimmt ab und beträgt schließlich mtt noch 9 Stunden.

\ Sterzhausen, 29. Rov Die heute hier er- folgte Abnahme der neuen Brücke war mit einem Festakt verbunden, an den Vertr tet der Behrde» der Interessenten und der Ortseinwohnerschaft teilnahmen. Es schloß fick ein Festmahl im Bahnhofsrestaurant an. Die neue Brücke, die einem dringenden Bedürfnis Rechnung trägt, stostet rund io 000 JL

-T- Amöneburg, 29. Nov. Die Stabt verpachtete an bi« Firma Krupp-Essen ein neben bem Brücker­wald lieaenden Quarzitsteinbruch auf lanae Jahr«. Die Pächterin, welche verttagsmäßig pro Jahr ein SSZinbeft Quantum ausbeuten muß. wirb am 1. Dezem­ber b. I. mit bem Betrieb beginnen, bet etwa 5060 Arbeitern guten Verdienst bringt. Es ist nicht aus­geschlossen, daß bie Firma Kruvp eine Fabrik anlegt unb so ben Quarzit an Ort und Stelle verarbeitet.

G. Frankenberq. 29. Rov. Der Landesausschuß, ber soeben in Cassel tagt, hat zum Direktor bet Ir­renanstalt in Haina ben seitberigen Oberarzt Dr. P. Schürmann vom 1. Januar 1911 ab gewählt. Dr. S. ist bekanntlich geborener Marburger.

Neue Eilzuqverbindung nach Frankfurt a. M.

Von ber Fürst!. Walbeck. Brunnen-Direktton tu Pyrmont ist an bie Königliche Eisenbahubirekttou in Cassel nachstehenbe Eingabe gesandt:

Mit Bezugnahme an die Eingabe des Herrn Her­mann Rese in Hameln betreffend eine neue Eilzugs, verbindung zwischen Hannover und Franks'rt über Altenbeken-Warburg-Marburg sehen wir uns vera» laßt, diese Eingabe zu der unsttgen zu machen. $' es bereits seit langen Jahren gerade mit Bezug- nähme auf ben regen Verkehr zwischen ben beiden