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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain^

xnb den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."

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DieOderhessische Zeitung" erscheint täglich nrit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 «M. sahne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Ervedition sMarkt 21), 2.00 M. (Für unverlangt zugekandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Beran«mortunq.)

Marburg

Sonnabend, 26. November 1910.

Die Znserttonsgebllbr beträgt für ssnserenre-' aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7o<>'">ltene Zeile oder deren piaum 16 4, für auswärtige Inserate 20 A. für Reklamen 40 A. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universttäls-Vuckdrockerei. sCnbob-r Dr. L. ktttzerow. Mitburg, Markt 21.

45. Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 95.

killt reichhaltige Ieitaag

bietet am meisten zur Belehrung und Unterhaltung. Man abonniere sofort bei der Post oder bei unseren Ausgabestellen auf die

Oberhesfische Zeitung

mit ihren BeilagenAmtliches Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain",Nach Feierabend", 5ürs Haus",Landwirtschaftliche Beilage" und Listen der Preuh. Klassenlotterte.

Die

Oberhessische Zeitung bringt neben Dren beliebten Unterhaltungsbeilage« in ihrem allgemeinen rind politischen Teil wertvolle Aufsätze zur Orientierung über die politische Lage tm Reich und Ausland und unterrichtet schnell und sicher über die mancherlei Ereignisse des Tages. Besonders ist sie bestrebt, ihrem ständig wachsenden Leserkreis in Stadt und Land mehr Lesestoff zu bieten. Deshalb hat der Verlag sich entschloffen, die

Reickstagsberibte

die auch in geringfügigen Fragen oft von großem Interesse sind, in ausgedehnterem Matze gesondert zu bringen. Wi- sind überzeugt, daß diese Neueinrich­tung, die den Wünschen vieler Abonnenten entspricht, Anklang findet und uns neue Leser zuführt.

Man abonniere sofort für den Monat Dezember.

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Neuterbureau und Deutschenhetze.

Im australischen Bundesparlamente hat man sich mit den Moabiter Krawallen beschäftigt. Die guten Australier sind seit jeher nicht nur als politische Hitzköpfe, sondern auch als Deutschen­hasser bekannt. Sie können es uns nicht ver­gessen. daß wir in Neu-Guinea und überhaupt in der Südser Nachbarn geworden sind. Bei den Beramngen des zollpolitischen Verhältnisses zu England kam der Deutschenhaß der Australier nicht weniger zum Ausdrucke, wie während des Burenkrieges, wo die aussttalilchen Freiwilligen­regimenter, die stolz die Emufeder am Schlapp­hute tragen, unerhört roh gerade Deutschen gegenüber auftraten. Die Besuche australischer Streifkorps auf deutschen Missionsstationen, die Abschlachtung Wehrloser, ist ebenso im Gedächt­nis wie das milde Urteil gegen einen dieser

34 i 'brtid verholen.)

Christiane Tanner.

Roman von Claire v. Glümer.

1 Fortsetzung.)

Noch einmal, als er die Höhe des Lindenberges erreichte, kam ihm bei der Erinnerung an Chri- sttanens Abschied von dem Jugendfreunde ein Bedenken War ihr vielleicht der blonde Riefe mehr als Freund? seine widrige Empfindung stieg in ihm auf:Eifersucht?" fragte er sich selbst; aber im nächsten Augenblick warf er, über­mütig lachend, den Kopf zurück. Was auch ge­wesen sein mochte, es Ivar vorbei, mußte vorbei sein, nun er Christian von Parnim um die Neigung des schönen Mädchens warb.

Seine Zuversicht wurde langsam bestätigt durch das peinliche Gefühl, womit Christiane am nächste« Morgen einen Brief des Jugendfteundes empfing. Es beschämte sie, als sie las, wie Wilhelm von der Erinnerung an ihr kurzes Zu­sammensein erfüllt war, während sie seit gestern abnd kaum einen Gedanken für ihn gehabt hatte. Erst als er auf die Zustände im Vaterhause über­ging, konnte sie mit warmer Teilnahme seinen Mitteilungen folgen. Er schrieb:

..... Im Hofe empfing wich Karbolgeruch, im Hausflur das Lamento der alten Jette, das sich so lang es war etwa in die Worte zu- sammenfaflen läßt:Welch Glück, Wilhelm, daß Sie da sind, um uns z« helfen; aber machen Sie schnell, daß Sie wieder fortfommen, damit Sie nicht auch daran glauben müssen!" Endlich schob ich die gute Alte beiseite und ging zum Vater.

Er erkannte mich nicht; hat übrigens, wie die i Pflegerin versicherte, nicht Diphtherie, sondern I «in nervöses Fieber. Er ist ganz apathisch, I

Streifkorpsoffiziere, der bei solchen Gewalttaten abgefaßt wurde.

Dieser Dinge muß man sich erinnern, um die Interpellation zu verstehen, die der Queens!- länder Abgeordnete W. G. Higgs an den Landesverteidigungsminister richtete. Er wünschte zu wissen, ob der Zwischenfall mit den englischen und amerikanischen Journalisten zu einem Kriege mit Deutschland führen werde. Der Minister des Innern, ein geborener Amerikaner, antwortete für den Verteidigungsminister. Der sagte, er habe in dieser heiklen Frage sich noch nicht amtlich an die deutsche oder amerikanische Regierung wend-m können. Er glaube, Deutsch­land werde Amerika um Entschuldigung bitten und den Angehörigen eine bohe Entschädigung zahlen das lehre die Erfahrung. Der Mann stand freilich unter dem Eindrücke einer Meldung des sattsam bekannten Reuterbureaus, nach welcher der eine der fremden Journalisten von ben Moabiter Schutzleuten getötet worden sei.

So ganz unabsichtlich ist diese Falschmeldung Reuters nicht in die Welt hinausgegangen. Ein drastisches Beispiel hatte man während des süd­westafrikanischen Krieges. Von Estorfs hatte zu einer umsassend-n Bewegung gegen die in den Oranjebergen sitzenden Hottentotten ausaeholt. Viele der Aufftändischen waren mutlos und die Führer erwogen schon den Friedensschlutz. Da traf in Upington die Reuterm-ldung ein, der Reichstag habe die Mittel zur Fortführung des Krieges verweigert. Tattächlich handelte es sich um die Ablehnung der Forderungen für den Bau der Keetmanshooper Bahn. Die englische Grenz­polizei. die Privatdepeschen Heliographisch nicht weitergeben darf, blitzte diese Nachricht an alle Stationen und die guten Freunde in Ziviel sorg­ten fflr Weiterverbreitung unter den Aufftändi­schen. die damit neuen Mui zum AusHarren be­kamen. So geschehen im Anfang des Jahres 1906.

Der von Reuter totgesagte Journalist trug allerdings eine Verletzung an der Hand davon, was ihn freilich nicht hinderte schon am Tage nach feiner Verwundung ein lanoes Telegramm an fein Blatt eigenhändig zu schreiben. Das Reuterbureau hat aber eine, wenn auch kurze. Fr-ude gehabt, es hat b:e australische Volksseele wieder einmal ins gebracht.

Der zweite Vizepräsident des | Reichstags. '

Die mit so großer Spannung erwartete Wahl des zweiten Vizepräsidenten des Reichstages ist gestern erfolgt. Nachdem die beiden liberalen Fraktionen die ihnen angebotene Stelle des zweiten Vizepräsi­denten des Reichstages abgelehnt hatten, erachtete die Reichspartei es nach ihrer ganzen politischen Auf­fassung für ihre Pflicht, jetzt aushelfend einzutreten. Der von ihnen präsentierte Abg. Landgerichtsrat Schultz-Bromberg (Reichsp.) gehört dem Reichstage seit 1907 an. Er wurde anstelle des inzwischen ver­storbenen Abg. v. Tiedemann als Kandidat aller

ftarti ins Leere, regt sich kaum, spricht aber zw- iveilen leise vor sich hin. Ich habe nur die Worte:Alle tot! Alle tot!" verstehen können. Nachdem ich eine Welle an feinem Bette gesessen hatte, fchlief et ein wie die Wärterin fügte, zum erstenmal feit dem Beginn der Krankheit und ich begab mich zu den Brüdern.

Meine Ankunft hatte ich der Mutter melden lassen; sie war verlegen sah mich forschend an und zögerte einen Augenblick, die Hand zu fassen, die ich ihr zustreckte; dann tat ste's und führte mich, ohne ein Wort zu sprechen, an die Betten der Kinder. Arme kleine Burschen! Auch sie er­kannten mich nicht, und wir toaten doch so gute Kameraden, als sie vor zwei Jahren die Sommer­ferien bei Onkel Karl im Allendorfer Försterhause verlebten. Ihr qualvolles Atmen zerriß mir das Herz; unwillkürlich beugte ich mich nieder, um Hänschen zu küssen, aber mit -einem warnenden Um Gotteswillen nicht!" riß mich die Mutter zurück und brach in ein krampfhaftes Schluchzen aus.

Es erschütterte mich, die bisher so harte, kalte Frau in dieser Fassungslosigkeit zu sehen. Auch äußerlich ist sie verändert, sieht verhärmt und übermüdet aus. Ich hoffe, sie wird sich's ge­fallen lassen, wenn ich ihr in der Krankenpflege beistehe.

Ganz der Alte, ftramm und frisch, zornmütig und warmherzig, ist Pate Linge.imi. Ich hatte ihm sagen lassen, daß ich da sei; in den ersten Nachmittagstunden kam er, begrüßte mich, als ob nie etwas zwischen uns gewesen wäre, unb feierte unser Wiedersehen nach hergebrachter Weise, in­dem er mich tüchtig abkanzelte. Daß ich einen früheren Zng benützt hatte, als den zuerst be­stimmten. sollte mir in Anbetracht der Verhält­nisse vergeben sein. Aber wie gedankenlos, das

1 deutschen Parteien gegen den Polen gewählt. Abg. Schultz erfreut sich allgemeiner BeliebDeit, nicht allein bei seinen politischen Freunden; seine umfas­senden Kenntnisse und seine anerkannte Eeschäfts- gewandtheit hat er bei zahlreichen Gelegenheiten, namentlich in den Krisen des vergangenen Jahres, bewährt. Als Kommissionsmitglied und Wortführer seiner Partei im Plenum hat er bei allen wichtigen Eesetzeswerken, die während seiner Mitgliedschaft im Reichstage unter oft schwierigen Situationen zustande gekommen sind, sich der besonderen Aufgabe auf eine Abmilderung und einen Ausgleich der Gegen­sätze hinzuwirken, mit Hingebung und unermüd­lichem Eifer gewidmet. Zn der Kommission für das Börsengesetz, der Reichsfinanzrrformkommission, ins­besondere bei der Frage der Branntweinbesteuerung, beim Kaligesetz und bei vielen anderen Materien hat Abg. Schultz hervorragend mitgewirkt, und sich, wenn auch seine vermittelnde Tätigkeit leider nicht imm:r zu dem gewünschten Erfolg führen konnte, weithin aufrichtige Sympathien erworben. Gegen­wärtig führt er den Vorsitz in der Kommission für die Reichsverficherungsordnung, die unter feiner um­sichtigen Leitung ihre Arbeiten in absehbarer Zeit zum Abschluß gebracht haben wird. Seine persön­lichen und beruflichen Eigenschaften lassen den Abg. Schultz für das Ehrenamt, zu dem et heute ausersehen wurde, vorzüglich geeignet erscheinen, und es ist mit Dank anzuerkennen, daß er sich zur Uebernahme des­selben entschlossen hat.

Die Wahl des neuen Vizepräsidenten ist mit 186 gegen 52 Stimmen, welche auf den Abg. Singet fielen, und 68 Stimmenthaltungen erfolgt. Erfreu­licherweise haben die Nationalliberalen, abweichend von ihrem Verhalten bei der Wahl des Erbprinzen zu Hohenlohe im vorigen Iahte, vollzählig für den Abg. Schultz gestimmt und damit den dankenswerten Be­weis geliefert, daß sie geneigt sind, dem vereinigen­den Moment bet staatsethaltenden Parteien wieder größeres Gewicht beizulegen, als dem trennenden Moment aus Anlaß der Rew,sfinanztefotm. Um­gekehrt haben die Polen, augenscheinlich wegen bet ausgesvrochenen deutsch-nationalen Gesinnung des Abg. Schultz, nicht für ihn gestimmt.

Deutsches Reich.

Der Kaiser aus der Fahtt «ach Oberschlesie«. Breslau, 24. Nov. Der Kaiser traf heute nachmittag 2 Uhr 25 Min. mittels Sonderzuges hier ein und setzte nach einem Aufenthalt von 10 Minuten die Reise nach Obetschlesien fort.

Der Seniorenkonvent des Reichstags. Berlin, 24. Nov. Der Seniorenkonvent des Reickstanes tr't vor der Plenarsitzung zusammen, um über den Ge­schäftsgang für die Zeit bis zu den Weihnachtsferien zu beraten. In dieser Woche sollen die vorliegenden Interpellationen mit Ausnahme derjenigen betref­fend die Bekämpfung der Rebschädlinge zur Erledi­gung kommen. Aw Montag soll das Schiffahrts- abgabengesetz zur ersten Beratung gelangen, dann

nicht zu telegraphieren, damit mir der Wagen geschickt werben konnte. Von mit war fress ich nichts Besseres zu erwarten; mein Leben lang war ich unprakttsch gewesen; wenn wirflich ein­mal gebratene Tauben umherflögen, machte ich sicherlich ben Munb fest zu. So ging bas noch eine Weile fort unb ich hielt gedulbig still. Daß ich ben Wagen verschmäht hatte, um länger mit Dir zusammen zu sein, brauchte mein Herr Pate nicht zu wissen.

Dagegen machte ich kein Hehl baraus, daß ich seinem brieflichen Verbot zum Trotz bet ben Stübern gewesen fei unb bet Mutter, deren Kräfte völlig erschöpft scheinen ich schilberte ben Weinkrampf, bet sie befallen hatte. nach Mög­lichkeit beisteheu werbe. Anfangs runzelte Pate Lingenau bie Stirn unb seine Augen blitzten mich an; aber bann meinte er: da die Frau Pastorin Jesum Christum erkannt zu haben scheine, sei gegen mein Vorhaben nichts einzu­wenden.

So stehen wir denn wieder auf dem besten Fuße; ich werbe das Meinige tun und habe guten Mut. Sorge Dich nicht um mich, mein lieber, getreuer Kamerad, aber schicke mir hin unb wieder einen Gruß in die Krankenstube und erzähle mir ausführlicher als in letzter Zeit von Deinen Werken und Tagen". Wissen möchte ich, ob der Ulanenoffizier, der, als wir uns eben getrennt hatten, grüßend vorüberritt, wirklich tote ich zu erkennen glaubte, Dein Eisprinz Christian war, und wo er Dir wieder begegnet ist? Für heute Lebewohl. Mein großer Kranker, an dessut Bett ich Dir schreibe, ist eingeschla,en und ich gehe nun zu meinen kleinen Kranken, um ihre Mutter abzulösen. Eben läuten bie Glocken zur Nach- j mttagskirche; wie wohl tut mir ihr lange ent= I behtter Klang und tote wohl ist mir, wieder ein»

das weitete noch vorliegende Material, das Kur» pfufcheteigesetz in erster, das Arbeitskammergejetz unb bie Strafprozeßordnung in zweiter Lesung. Dieses Material hofft man bis zum 7. Dezember aufzu­arbeiten; am 9. Dezember soll die erste Lesung de« Etats beginnen. Spätestens am 15. Dezember wer­den, wie man annimmt, die Weihnachtsfetten be­ginne«.

Die Kommission des Reichstags für die Reichs- verstchetungsordnung hat heute das Buch Unfall­versicherung erledigt. Zm Abschnitt Seeunfall- vetsichetung wurde einem Antrag entsprechend in § 1036 ausgesprochen, daß gegen Unfall versichert sind Personen auf deutschen Seesahtzeugen in inländischen Häfenober auf inländischen Kanälen und Flüssen", Im § 1041, wonach die Seeunfallversicherung nicht gilt, für die nach diesem Abschnitt vetsichetungspflich- tigen Betriebe, die als wesentliche Bestandteile an­derer Betriebe der Unfallversicherung unterliegen, wird vor Unfallversicherung eingeschaltetgewerb­lichen". In Konsequenz der früheren Beschlüsse wurde beantragt, dem § 1042 beizufügen:Verbotwidriges Handeln schließt die Annahme eines Betriebsunfalls nicht aus." § 1082 wurde folgendermaßen gefaßt: Für die Gewährung von Unfallrente vor Ablauf der 13. Woche, für den Uebergang de« Anspruchs auf Krankengeld, für die Bindung der Genossenschaft an die Stellungnahme des Trögers der Krankenversiche­rung gelten die §§ 602, 603 Abf. 1, § 603a* § 1086 a wurde zurückgestellt, § 1091 so gefaßt:Für besondere U' erstützung bei Unterbringung in einer Heilanstalt gilt § 619, für Hauspflege § 619 a." Der letzte Absatz des § 1102 soll lauten:Deutsche Kolo­nien oder Schutzgebiete gelten im Sinne dieser Vor­schrift als Inland." Der § 1152 handelt vom Lohnnachwei . Es -"urbe ausgesprochen, daß unter Umständen auch der summarische Lohnnachweis ge­stattet sein soll.

Dee neue Weihbischof von Evesen. Enesen, 24. Nov. Zum Weihbischof des Bistums Gnefen wurde der bisherige Domherr Dr. Kleske ernannt.

3«r sozialdemokratischen Interpellation über die Kaiserreden. Wie die Po>t" erfährt, beabsich­tigen die bürgerlichen Parteien, die sozialdemo­kratische Anfrage wegen der Königsberger Kaiserred, nur durch kurze Erklärungen zu beantworten. E« schweben zur Zeit noch Verbandlunoen. ob nicht im Namen sämtlich-r bürgerlichen Parteien her Abge- ordnete Bassermann eine Erklärung «8gc6en soll. Damit würde am besten der Sozialdemokratie die Gelegenheit zu neuen Hetzereien genommen werde«.

Ausland.

** Das Krankenlager bet Königin von Belgien Brüssel, 24. Rov. Der deutsche Ge­sandte v. Flotow überbrachte heute im Auftrage des Kaiferpaares einen herrlichen Blumenkorb für die Königin. Brüssel, 25. Rov. Nach einem heute früh 9 Uhr ausgegebenen Krankheitsbericht verbrachte die Königin die Nacht etwas weniger r-chig Die r- spiratorischen Symptome waren

1 ...

mal im Vaterhaufe zu fein und in Deiner Nähe als Dein

alter Wilhelm."

Mir bewegtem Herzen legte Christiane die Blätter zusammen. Ja. Wilhelm war der alte und wie gut er war! Immer bereit, zu helfen, zu verzeihen, sich zu bescheiden un'v auch dem trüben Tage einen Sonnenblick abzug.winnen, während sie nur an sich selbst dachte und unbesriedigt von dem, was sie besaß, ungestüm nach Glück ver­langte. Nicht dem Jdealglück, von dem Chri­stian gesungen hatte, dem Lande,wo die Träume wandeln geh n", fonbem nach realem Besitz: einem vornehmen Namen, einer gesicherten Stellung in dem Kreise, wo sie sich feit kurzem nur geduldet fühlte.

Daß sie zu dieser Empfindung kommen und darunter leiden würde, hatte ihr Wilhelm zu An- sang ihres Verkehrs mit Nortbeimbs vorhrr- gesagt. Sie hatte ihm nicht geglaubt, aber wie schon oft hatte er auch diesmal recht behalten. Wenn sie ehemals zu folcher Erkenntnis gekom­men wäre, hätte sie es ihm freimütig gestanden und sich dem wohligen Bewußtsein hingegeben, von seiner flngen Fürsorge umfangen zu fein, wie von schützenden Armen. Warum konnte sie das nicht mehr? Und warum war es ihr un­möglich, als sie Wilhelms Vries beantwortete, ihm auch nur anzudeuten, wie sie und Christtan zueinander standen? Zwei-, dreimal wollte sie es tun, fand aber nicht die rechten Worte unb schrieb endlich nur, daß der Grüßende wirflich ihr ehemaliger Prinz gewesen fei und daß ste ihn kürzlich bei Rortheimbs wieder gesehen habe.

(Fortsetzung folgt.)

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