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Marburg

Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betragt menel» 97^ jährlich durch die Post bezogen 2,25 J( (ohne Bestellgeld), bei

v"» "fv unseren Zeitungsstellen und der Ervedttion (Markt 21). 2,00 M.

45. Jahrz.

m A für Reklamen 40 4. Druck und Verla

Donnerstag, 24. November 1910.

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DreOberHessrsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der B e z u g s p r e i »^betragt viertel-

Gästen Platz zu machen, die eben mit Papa aus dem Gar'en zurückkamen und wgr, als die Mut­ter stcb nach ihr umsah. schon wieder in lebhaftem Gespräch mit ihrem bevorzugten Verehrer. Einen Augenblick hoffte Frau von Northeimb, daß Christian, der sich den beiden näherte, dem Zwiegespräch ein Ende machen werde; aber er ging an ihnen vorüber dem Erk'. zu, in den sich Christiane zurückgezogen hatte.

Sttt dem Ende des Mahles saß sie da, von niemand beachtet; nur das Windspiel war neben sie auf d'n Fenstersitz gesprungen und sah sie schwanzwedelnd an, während sie ihm mechanisch Kopf und Rücken streichelte. Ihr war unbehag­lich zumute; sic wünschte sich fort und konnte sich doch nicht zum Gehen entschließen. Bald sagte sie sich, daß Wilhelm recht gehabt habe, als er schrieb, daß ihr der Eintritt in einen Lebenskreis, der nicht der ihre war Enttäuschungen bereiten werde: bald suchte sie sich'? ab>uleugnen, und so oft sie sich die Einzelheiten des gestrigen Zu­sammenseins mit Wilhelm zurückries, trat das Bild eines anderen zwischen sie und den Freund.

Und jetzt sie fuhr aus ihren Gedanken auf stand dieser andere wirklich vor ihr.

Six sind mir böse," sagte er, indem er sich ihr gegcnübersetzte.

Böse, warum sollte ich"

Weil ich Sie und noch jemand erschreckt und gestört habe... zu meinem Bedauern, glauben Sie mir.*

Beruhigen Sie sich, Herr von Parnirn; wir hatten keinen Grund zum Erschrecken auch ge­stört haben Sie uns nicht. Mein Freund hatte Eile, zu seinem kranken Vater zu kommen.*

Ihr Freund von damals, nicht wahr? Ich glaubte ihn zu erkennen *

Christiane Tanner.

Roman von Claire v. ©(firner.

l Fortsetzung.)

Frau von Northeimb strahfte.

Andere werden diesen Enthusiasmus viel­leicht kindisch nennen," sagte sie;aber Sie haben recht, Vetter; er beweist, wie gut und neidlos meine Cara ist."

Christian lachte.Jst's möglich gnädige Cou­sine, daß auch sie der üblichen Muttereitelkeit ver­fallen!" sagte er und fügte, als sie fragend zu ihm aufsah, hinzu:Mir scheint, daß Neidlosigkeit kein Lob verdient, wenn man wie Cara keine Rivalin zu fürchten braucht."

Vetter. Vetter! Das nennt man Schmeiche­lei." antwortete Frau von Northeimb mit wohl­gefälligem Lächeln; aber ihr Gesicht verdüsterte sich, als Christtan mit den Worten:

Da ist noch jemand meiner Meinung," auf Herrn von Enke deutete, der mit Cara tn der offenen Terrasientür stand. Wie verzückt der junge Mann ihrer Kleinen in die glänzenden Augen sah! Das konnte ihr n Wünschen ge jährlich werden.

Komm, Cara, es wird kühl," sagte sie;lieber Herr von Enke Sie tun mir tonfil den Gefallen, Rorch imb hereinzurufen er erkältet sich so leicht.« Und der Tochter die Schärpe gerade ziehend, fügte sie während Christian sich entfernte leise hinzu:

Kind, nicht so vertraulich mit diesem Leut- «ant Enke... er ist nicht Dein Vetter.*

Gefällt mir aber bester, als sie alle mttein- «nder,* versicherte die Kleine, beeilte sich, den

Leo Tolstoi.

Nun ist der große Einsame von Jaßnaja Poljana, Graf Leo Tolstoi, desten letzte roman­tische Flucht allerhand falsche Kombinationen übrigens auch in einem uns zugesandten Ar­tikel verursachte, dahingegangen unb sein warmblütiges Herz hat für immer zu schlagen aufgehört. Durch seine Flucht wollte der Eremit der Gesellschaft sich endgültig aus dem Bannkreis seiner Familie lösen. Er wollte aber nicht nur vor den Seinen fliehen, sondern auch aus der stillen Behaglichkeit seines Schlosses, vor dem Vermögen, über das et und seine Familie immer noch verfügen. In der Nacht bricht er auf, damit seine Frau und seine Kinder ihn nicht zurück- Halten können. Langsam wie ein ungeheurer Lavastrom schob sich sein Schaffen aus seinen fer­nen Anfängen bis in unsere Tage hinein, man­ches zerstörend, aber achttmggebietend in seiner Naturkraft und Ursprünglichkeit. Ob spätere Ge- schlechter darauf weiterbauen werden , dieser starren Masse werden Frucht abgewinnen können, wer wagt es zu behaupten! Als Lehrer, Pro­phet, Ricktter wandle er sich an seine Landsleute und darüber hinaus an die Menschheit, nicht immer widerspruchslos, überzeugend, doch nie­mals st' er eigentlich auf kühle Ablehnung. Was Boltairre und Rousseau für Frankreich gewesen, das war Tolstoi für Rußland. Sein Dichten gibt das urrussische Leitmottv wieder, erwuchs auf heimatlicher Scholle, und er, der Kosmopolit, drang mit seiner Sttmme, mit dem vom Genius- beflügelten Wort weit über den Erdball. Seine Schriften liest der Muschik in der Isba, dessen stilles Leid der Dichter zu schildern vermochte, aber auch der Aristokrat im fürstlichen Salon, desten weichliches Leben er geiß-lte; ihn kennt der Arbeiter, den er zum Streike unb Unge­horsam gegen die Strafgesetze -tufrUf, so gut wi­der Kapitalist, dessen Reichtttm er als die Ursache der Armut des Volkes bezeichnete. Aber er hat mit seiner Weltanschauung revolutionäre Sttöm- ungen geschürt und genährt.

Er hat dem Staat, der Kirche, der Armee, au? der er selbst hervorging, und der Gesellschaft den Krieg erfläri; er Hai protestiert gegen die Hin- richtttng d--r Revoluttonäre. Die Kirch« hat ihn .mit ihrem Bannfluch belegt; die Gefellschaft wurde von ibm feilt er gemieden und der Staat hat nur aus Rücksicht auf feinen Ruf als Dichter und Schriftsteller von Maßnahmen Abstand ge­nommen.

Wir Westeuropäer müssen f-itte Weltanschau­ung ablehnen. Sie ist auf durchaus russischem Bode» erwachsen. Seine Auslegung der Berg­predigt die in der Verwerfung aller menfchlichen Verhältn'ste givfelte und ihn zum Regierer sogar der Fortpflanzung brachte, cntfvricht einem Quietismus der wohl nur dem Russen verständ­lich ist. Obne Staat, ohne Recht im Raturm- stande zu leben ist eine Philosophie, die ein für allemal an dem gefunden Sinn für Realitäten,

wie er in dem Richtflawen lebt, abgleitet. Selbst Kunst und Wissenschaft sind ihm eben nur ein Mittel, einigen Nichtstuern ein angenehmes Leb n zu schaffen. Merkwürdig ist, daß Tolstoi gerade die Tätigkeit seiner prophetenüh: lichen Lehv- iätigkeii für die Menschheit als die Hauptsache seines Lebens ansah. Sein Freund Turgenjew aber sah besser. Noch auf dem Totenbette schrieb er an ihn:Großer Schriststelle' der russischen Erde, kehre zur Literatur zurück!* Und in der Tat, hier liegt seine unvergängliche Bedeutung, hier hat er Werke geschaffen, wie Anna Karenina* undKrieg und Frieden* von anderen zu fchweigen die ihren Platz in der Weltliteratur eben als größte Offenbarungen russischen und Dichtergeistes neben Goethe und Shakespeare behaupten werden. Tolstoi dem Dichter wird niemand die höchste Anerkennung versagen und jeder wird ihm gern den frischen Lorbeer aus das Grab legen.

unseren Zeitungsstellen------- ... --------

sFüt unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak> tfon keinerlei Berentwortung.)

Deutsches Reich.

8*e Wahl de» zweite* Vizepräsidenten de» Reichstag«». Nach der Auflassung der Reichspartei wohnt der Wahl de» zweiten Vizepräsidenten de» Reichstages zurzeit keinerlei Bedeutung bei. E» würde demzufolge auch nach der in solchen Fällen bis­her üblichen Regel zu verfahren sein, daß die Stärke der Frattionen den Ausschlag gibt. Daher würde die Besetzung der Stelle de« zweiten Vizepräsidenten zu­nächst den Nationalliberalen und sofern diese ab­lehnen, den vereinigten Frattionen der Linken zu­kommen. Bon dieser Auffassung der Reichspartei find die anderen Frakttonen verständigt worden.

Freihandel und Schutzzoll. Unsere Zeit erliegt dem Schlagworte! Hie Freihandel hie Schutzzoll! lautet die Losung der Parteien und die Anhänger der Freihandelsidee machen ihre Ware schmackhafter durch den Hinweis darauf, daß England reich gewor­den sei durch den Freihandel. England liefert ihnen überhaupt in vielen Beziehungen ein Muster, und wenn es sich auch um die Polizei handelt, die natür­lich schon um deswillen besser sein mutz, weil fie made in England" ist. Ja, was ist denn Freihandel in England? Sind dort etwa die Zollmauern ein­gerissen worden? Man braucht nur einmal ein Dutzend deutsche Zigarren nach England an Freund« zu senden, um die Höhe und Dichtigkeit dieser Zoll­mauern kennen zu lernen. Deutschland al» hochschutz- zöllndrisches Land vereinnahmt aus Zöllen nur 670 Millionen Mark, England, da- typische Beispiel de« Freihandels, 700 Millionen. In Deutschland werden 10,6 JH Zölle auf den Kopf der Bevölkerung kommen, in England bringen die Finanzzölle pro Kopf der Bevölkerung 15,5 <M. ein. Und das nennt man Frei- handel ein blutleerer, heute längst sachlich nicht mehr berechtigte Begriff, ein Schlagwort, das daraus gemünzt ist, die zu fangen, die bekanntlich nicht all« werden.

Dn» Ersetz gegen di« Kurpfuscher. Berlin, 22. Rov. Dem Reichstag ging ein Gesetzentwurf gegen die Mißstände im Heilgewerbe zu. ®<s4t wird be­stimmt, wer stch gewerbsmäßig mit der Behandlung von Krankheiten, Leiden und Körperschäden von Menschen und Tieren befaßt, ohne Approbation, hat den Gewerbebetrieb der Behörde seines Wohnort» spätestens mit Beginn schriftlich anzuzeigen und über seine persönlichen Verhältnisse, insbesondere Über seine Vorbildung und seitherige Tätigkeit, sowie über die Behandlungsart auf Erfordern Auskunft zu er­teilen, sowie Geschäftsbücher zu fuhren. Verboten find diesen Gewerbetreibenden an Menschen oder Titen Fernbehandlung und die Behandlung mittels mysti­scher Verfahren an Menschen, insbesondere die Be­handlung gemeingefährlicher Krankheiten, Ge­schlechtskrankheiten, Krebskrankheiten, die Behand­lung mittels Hypnose, die Anwendung von Betäu­bungsmitteln, die über den Ort der Anwendung hinauswirken, sowie Einspritzungen unter die Haut oder in die Blutbahn, soweit es sich nicht um örtliche Betäubungsmittel handelt. Der Bundesrat kann die Slnr-'-^una anderer ^erfahren bei Menton und

Von damals und immer der einzige, den ich habe."

Nein, Christtane! So arm in'o Sie nicht'/ rief der junge Mann.Auch ich bin, wie ich Ihnen schon fagte, durch alle Trennungsjahre Ihr Freund geblieben.*

Rach dem kurzen Zufammenfein!* sagte Christiane.

Warum nicht? Was wir Sympathie nen­nen, ist das augenblickliche Erkennen eines uns verwandten Wesens. Die Aehnlichkeit unseres Schicksals hat diese Gleichartigkeit noch befesttgt und weiter gebildet. Seit ich von Cara hörte, daß Sie wie ich weder Eltern noch Geschwister haben weiß ich daß Ihrer Zurückhaltung die­selbe Herzenseinsmnkeit zugrunde liegt, wie mei­nem sogenannten Hochmut."

Sie halten sich für einsam?* fragte Christiane erstaunt.

Ich bin es! Weder im Kadettenkorps noch im Regiment habe ich einen Menschen gefunden, dem ich mich verwandt fühlen konnte. Gute Kame­raden. ja aber keinen Freund. Auch in mei­ner Fgmilie fühle ich mich fremd. Sowohl mein Oheim, der Majoratsherr von Harthausen, der mich erzöge» hat, und dessen Erbe ich sein soll, wie seine gute Frau sind nüchterne Naturen, strenge Pflichtmenschen, die keine Zärttichkeit, keine Nachsicht kennen.*

So haben auch Sie eine traurige Kindheit ge­habt?" fragt« Christiane.

Traurige nein; nur ohne Wärme . . .*

Dann bin ich glücklicher gew-sen als Sie . . . ich hatte meinen Freund Wilhelm und eine gute, liebevolle Tanii. . .'

Und so ist'» geblieben,* fuhr Christian fort. Aeußerlich war und ist mein Leb«, reich. Was

von Lansdowne beantragte Vertagung der Beratung erregte lebhafte Bewegung und führte zu einer schar- fen Debatte zwischen der Regierung und der Oppo­sition, in welcher die Regierung Lansdowne« Vor­gehen als ein in der Geschichte des Hauses beispiel­loses bezeichnete. Das Oberhaus nahm darauf den Antrag von Lansdowne an und vertagte die Dis­kussion der Bill auf Mittwoch.

Ein« H«tzr«d« Lloyd Georges.

London, 21. Rov. Schatzkanzler Lloyd George hielt heute abend in Mile End (Grafschaft Essex) eine Rede, in der er ausführte, die letzte Wahl hab« es den Liberalen ermöglicht, das Budget durchzu­bringen; die kommende Wahl werde es dem erblichen Haufe unmöglich machen, jemals wieder eines zu verwerfen. Das Geld für soziale Reformen habe sich in England gefunden, während die schutzzöllnerischen Budgets ausländischer Staaten die erforderlichen Einkünfte nicht hätten aufbringen können. In Deutschland habe man es sogar für nötig befunden, wegen der Vermehrung der Kosten der Lebenshal­tung die Zivilliste des Kaisers zu erhöhen. Die Re­gierung gehe jetzt daran, für weitere 200 000 arme alte Leute zu sorgen und sie zu Staätspensionären gleich Herzögen zu machen. Noch mehr: Man habe sogar die Geldmittel erlangt, um 2 Millionen Ar­beiter gegen Arbeitslosigkeit zu versichern, ferner, um int nächsten Jahre die Versicherung von 15 Mil­lionen Angehörigen der arbeitenden Bevölkerung gegen Erkrankung ihres Ernährers in die Wege zu leiten. Das letzte irische Schreckgespenst habe man in amerikanische Dollars gerahmt; er möchte aber wissen, seit wann denn die britische Aristokratie die amerikanischen Dollar« verschmäht habe. Man müsse darauf bestehen, daß, wenn das Volk beschlossen habe, daß gewisse Maßnahmen Gesetz werden sollen, nie­mand, weder ein Großer noch ein Kleiner, das Recht haben solle, das zu verhindern. Wenige französische Freibeuter aus der Normandie hätten seinerzeit die Besitzer des Grund und Bodens in England getötet und eine Totensteuer von 100 Prozent erhoben. Auf diese Weise sei die britische Aristokratie entstanden. Der Schatzkanzler schloß mit der Mabnung, den Weg dafür zu ebnen, daß die Gerechtigkeit ebenso leichten Zugang habe zu den grauen Häusern des Volkes wie zu den Palästen.

Ansturm der Frauenrechtlerinnen auf Asquith.

London, 22. Nov. Als Premierminister Asquith heute das Parlament verließ, drängten sich die An­hängerinnen des Frauenstimmrechts an den Wagen und zertrümmerten mit einem Stock eine Fenster­scheibe des Gefährts. Es wurden etwa hundert Ver­haftungen vorgenommen. Darauf zogen die Frauen vor die Wohnung des Premierministers in die Dow­ning Street, wo nut wenige Schutzleute postiert waren. In wenigen Minuten erschien jedoch eine Verstärkung auf dem Platze und es gelang, die Frauen, von denen wieder mehrere verhaftet wurden, zurückzudrängen.

Die Krisis in England.

Lord Lansdowne im Oberhaus.

London, 21. Rov. Das Oberhaus war dicht be­setzt. Earl of Crewe sagte bei seiner Beantragung der zweiten Lesung der Bill, die augenblicklichen Be­ziehungen zwischen beiden Häusern kämen einem dauernden Konflikt gleich, wenn die Liberalen am Ruder seien, und einem beständigen Zustimmen, wenn stch die Konservativen an der Regierung be­fänden. Die Regierung sei gezwungen gewesen, die Beto-Bill einzubringen, da das Oberhaus die Gesetz­vorlagen der Regierung aus Parteirücksichten abge­lehnt habe. Dieuket ein Spiel, das nicht für immer so weiter gehen ymne. Lord Lansdowne erwiderte, wenn die Opposition eine Gelegenheit gehabt hätte, Amendements zur Bill einzu^ringen. so hätte er dem Hause getcrten, die zweite Lesung anzunehmen, denn di« Amendements wären bann vom Unterhaus« erwogen worden, und so würde ein Versuch gemacht worden sein, um zu einer Verständigung zu gelangen. Die Bestimmungen der Bill bezüglich der finanziellen Vorlagen seien unvollständig und mangelhaft ent­worfen. Wenn die Bill Vorsorge getroffen hätte, daß in einer Finanzbill nu, ^onzieve Angelegen­heiten nicht enthalten sein dürsten, so würde er den Lords vorgeschlagen haben, auf ihr gegenwärtiges konstitutionelles Recht zu verzichten, Finanzvorlagen zu behandeln. Eine Bill auch von der größten Wich­tigkeit könne nach den vorgeschlagenen Bestimmungen durch den alleinigen Willen des Unterhauses in zwei ober btei Jahren zum Gesetz werden. Ein solcher Plan sei voll von Gefahren. Es sei lächerlich zu be­haupten, daß die Lords gegen die Gesetzvorlagen der Regierung Obstruktion übten. Es bleibt uns nichts anderes ührig, fuhr Lord Lansdowne fort, als die wenigen noch übrigen Tage der Session zu benutzen und zu versuchen, Vorschläge in möglichst einfacher und klarer Form schriftlich nieoerzulegen, die zur Regelung der Frage der Beziehungen beider Häuser dem Lande vorzulegen wir geneigt sind. Die hierauf

Die 5nfetHonsgehübt beträgt für Jnserent?n aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes fflr die 7g^mltene Zeile oder deren Saum 16 4, ffir auswärtige Inserate 20 4, * - Druck und Verlag: Joh. Ang. noa), - - «* fn-i-Tr.n. Marburg.

von den Gütern der Erde tariert und gekauft werden kann hatte und habe ich in Fülle. Auch meine bevorzugt« gesellschaftliche Stellung ich bin wahrlich nicht stolz daraus gehört In diese Rubrik. Die Männer gewähren sie mit wegen Onkel Christians Einfluß b-i Hof«, wegen feiner Diners und Jagden. Die Frauen, alt und jung, Mütter und Töchter, schwärmen für d-n künftigen Maioratsherrn. Mich aber verlangt nach einer Liebe, die mit felbst gilt. . . mit, ohne alten Namen und Majorat. Daß ich jetzt dieser im- m^t verschwiegenen Sehnsucht Worte gebe, be­weist, wie fest ich überzeugt bin, von Ihnen ver­standen zu werden. Christiane sagen Sie mir, daß Sie dieselbe Zuversicht haben, daß Sie mir vertrauen.*

Er beugte stch zu ihr hinüber und ergriff ihr» Hand, ließ fie aber in demselben Augenblick« wieder los.

Achtung, die gnädige Cousine!* sagte er, in­dem er stch erhob und der Frau vom Hause ent* gegentrat.

Ich komme. Sie um ein Vaat Lieder zu bit­ten " sactte Frau von Northeimb.Freilich müssen Sie mit meinem mangelhaften Begleiten vorlieb nehmen.*

Der jung« Mann verbeugte stch; daß Chri­stiane feine Antwort hören konnte bcachteMelantt Northeimb um die erwartete Schmeichttei.

Gnädige Frau, wenn Sie fo über Ihr Klavierfpiel urteilen, wie mögen Sie dann erst von meinem Singen denken!* erwiderte er mit ironischem Lächeln und folgt« der Dame an bett offenen Flügel. ......«**

^Fortsetzung folgt.)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.chandwirtschaflliche Beilage

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