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»nb den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."

DteOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Tonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel-

45. Jahrg.

irlangt zugeiandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantroortnng.)

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Marburg

Mittwoch, 23. November 1910.

Die Znsertionsgebübr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7a<"'oltene Zeile oder deren Äoniit 16 4, für auswärtige Inserate 20 -5. für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Ioh. Aug. K«q, Universitäts-Buchdrnckerei. Inbob-r Dr. C. <5>p?ro>d. Äinrbnro, Mo-kt 21. Tof-'-'f'-'n 55.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 94.

Der Kaiser an die Marineschüler.

Mürwick, 21. Nov. Gegen 10 Uhr ging die .Deutschland" mit den Begleitschiffen in der Flensburger Förde vor Anker. Der Kaiser begab sich an Bord desSleipner" nach Mürwick, wo er gegen 11 Uhr eintraf. Rach Begrüßung der zum Empfang Erschienenen unt r ihnen Staats­sekretär v. Tirpitz begab sich der Kaiser nach der Marineschule; in der Turnhalle ging sodann dir Einweihungsfeiex vor sich. Hierbei verlas der Kaiser eine Kabinettsorder an die Fähnriche, dir folgenden Wortlaut hat: Ich will bei meinem ersten Besuche in der neuen Marineschule an die fetzigen Schüler aber auch an alle nachfolgenden einige Worte richten über dm Seeoffizierberuf und über die Aufgaben bei der Erziehung des Seeoffiziers-Nachwuchses.. Ich brauche nicht zu betonen, wie sehr mir das Seeoffizierskorps, dessm Uniform ich trage, ans Herz gewachsen ist. Ich kenne es von meiner frühesten Jugmd ab. Ich habe es schätzen gelernt in seinen vortreff­lichen Leistungen in der Führung meiner Schiffe im In- und Auslande und bei der ganzm Ent­wickelung der Marine. Ich liebe den Beruf, den Sie. meine jungen Kameradm. sich gewählt haben, und ich habe volles Empfinden für alles das Schöne und Stolze, was Ihnen dieser Be­ruf namentlich in den frühzeitig erreichten selbständigen Stellungen bietet. Aber ich weiß auch, wie viel Enffagung er von dem Einzelnen fordert und daß ein ganzer Monn dazu gehört, immer mit Freudigkeit den schwerm und ver­antwortungsvollen Dienst zu tur. der Ihnen ru­fallen Wird. Schon dte Marineschulzeit ist keine leichte. Der Se-offizier muß sehr viel lernen: er soll ein geblideter Mann im allgemeinen Sinne sein und er soll stch ein wettaebendes tech­nisches Nissen aneignm. Das erfordert viele ernste Arbeit über den Büchern und di« iss doppelt schwer nach einem Jahr an Bord, wel­ches Sie in vorzugsweise praktischer Ausbildung und unter den erfrischenden Eindrückm der Aus­landsreise zuaebracht haben. Dmkm Sie bet der Arbeit daran, daß sie nicht nur ein An- sammeln von Wisien bedeutet, sondern daß sie auch ein Ausdruck von Pflichtgefühl und Energie ist und damit für die Bewertung der ganzen P"rsönlichkett ins Gewicht fällt. Unser« Zeit braucht ganze sogar eisenharte Männer; daher kommt es auf die Persönlichkeit und den Charak­ter in erster Linie an. Diele Charakterbildung zu fördern, ist di« wichfigstc Aufgabe Ihrer Vorge­setzten. aber es ist vor allm Dtngm auch die Aufgabe jedes Einzelnm von Ibnm. Arbeiten Sie sich durch zu einer strmg sittltchm, auf religiöser Grundlage ruhenden Lebmsan- schauung zu einer der gegenseitigen Verantwor­tung sich bewußten Kameradschaft zu ritterlichem Denken und Handeln und umschiffen Sie so die Klipp-m an welchen leider immer noch so viele junge Offiziere scheitern. Begeistern S'e sich an dm großen Vorbildern der Geschichte, di« Ihnen

31 verboten t

Christiane Tanner.

! Roman von Claire v. Glümer.

<Fortsetzung.)

I VI,

Auch am folgenden Morgm ließen diese spöttisch stagmden Augen Christiane nicht los und machten sie endlich ihrem Vorsatz untreu, das Diner abzusagen. Sie mußte Christian über die Abschiedsszene auf dem Lindenberge Auf­schluß geben.

Da hast Du's, Lore," grollte di« Bürger­meisterin, als sie Christiane über den Kirchplatz gehen sah;da hast Du's! Der Verkehr mit die­sem adeligen Volk, dem Du immer das Wort redest, verdirbt das Mädchen. Was kümmert ste's, daß ihr Pflegevater vielleicht im Sterben liegt und ihr Pfl-gebnider schwer« Tage hat... Sie geht ihrem Vergnügen nach."

Lore schüttelte seufzend dm Kopf.

Auch sie könnt« Christiane nicht begreifen und fand zu ihrer Entschuldigung nur den Gemein­platz. daß die Jugmd leichtherziger ist als das Alter.

Auf Christianms Stimmung paßte das hmie nicht. Immer beklommmer wurde ihr zu­mute, als sie dem Schlöffe zuging. Wie würde Christian die gestrige Begegnung zur Sprache bringen und was würde sie antworten?

Törin, die sie war! Er schien nicht daran zu denken. Höflich kühl wie seine Kameraden ver­beugte er stch vor ihr und nicht ein einzigesmal, während er ihr bei Tisch gegenübersaß, hatte ihr sich, Blick etwas zu sagm.

lehrm, daß es geistige Kräfte sind, welche bett Sieg erfochten und nicht zuletzt di« Seelenstärke, welche dem Gottesglaubm mtspringt. Dann werden Sie, mit hohen Zielm vor Augen, alle Härtm und Schwierigkeiten des Berufes leicht überwinden und so Offiziere werden, wie ich ste mir wünsche und wie das Vaterland sie braucht, stolze und wetterfeste Männer tut Sturm des Lebens. Die Kabinettsordre ist dafiert: Marineschule Mürwick, den 21. November, an die Fähnriche der Marineschule. Im Anschlüsse daran dankte der Direttor der Marineschule und schloß mit einem dreifachm Hurra auf den Kaiser. Hierauf wandt« sich der Kaiser nochmals an die Fähnriche mit einer Ansprache, in welcher er sich gegen die Ttinkunsitte aussprach, welche dte Nerven untergrübe. Der Chef des Marine- kabinettz gab sodann eine Reibe von Auszeich­nungen bekannt, welche der Kaiser dm betreffen­den Herren selbst aushändigte. Nach einem Rundgang verließ de" Kaiser um 12% Uhr die Schule und ging bei Holnts wiederum an Bord derDeutschland", woselbst ein . Frühstück statt­fand; während desselben wurde die Rückfahrt nach Kiel angetreten.

Die Moabiter Straßenkrawalle vor Gericht.

S. & H. «Berlin, 21. Nov.

In der heutigen Verhandlung wird noch einmal, auf die Aussage des Warenhausbesitzers Preuß zu- rückgegriffen. Die Verteidiger befraaen den Zeugen sowie Polizeileutnant Falte noch über verschiedene Einzelheiten, so letzteren darüber, ob es nicht aus einem ganz bestimmten Anlaß zu einem heftigen Zu­sammenstoß. sogar zu einer Schlägerei zwischen uni­formierten Schutzleuten und Kriminalbeamten ge­kommen sei. Poltzeileutnant Falte erklärt, daß er jede Beantwortung dieser Frage ablehnen müsse. Er überreicht dem Gericht eine Karte der Gegend, aus der zu ersehen sein soll, daß der Zeuae Preuß von seiner Wohnung aus die bekundeten Vorgänge gar- nicht seben konnte. Zeuge Preuß zeigt auf der Karte seinen Standpunkt und behauptet noch, daß er, als er auf dem Balkon stand, von einem Schutzmann bedroht wurde, der ihm zurief: Gehen Ste weg. oder ich schieße. Die Verteidigung weist ferner darauf hin, daß uniformierte Schutzleute einmal einen Angriff auf Zivilisten machten, die sich auf dem Trottoir be­fanden. Diese Zivilisten wiesen sich dann durch Hoch­beben ihrer Stöcke als Kriminalbeamte aus. Zeuge Polizeileutnant Götze hält das für möalich, weiß aber von dem Vorgänge selbst nichts. In umfang­reicher Weise wird sodann der Pastor der Reforma­tionskirche. Schwodler. vernommen. Er bekundet: Als er mit der Straßenbahn in der Nähe seiner Wohnung ankam, merkte er. daß die Straßenlaternen ausgelöscht waren. Er verließ den Wagen und wurde bald von einer Menge verfolgt, die ihm zurief: Da gel" der Pfaffe, haut ihn! Er habe sich nicht viel darüber gewundert, denn er sei es gewohnt, insultiert zu werden, selbsi bei den ernstesten Gelegenheiten, z. B. bei Begräbnissen. Es gelang ihm. in das Ge­meindehaus zu flüchten, in dem er wohnte; persönlich ist er nicht an-rearifsen worden. Der Zeuge behaup­tet, daß die Menge von den Schutzleuten, soweit er beobachten konnte, in der freundlichsten Weise zum Weitergeben aufgefordert und niemals provoziert wurde. Der Zeuge bebauvtet. zu allen Kreisen, auch zu Arbeiterkreisen seiner Gemeinde die freundschaft­lichsten Veri«5,i7,gen zu haben. Aber die Leute wer­den durch Lektüre aufaebetzt. Sie werfen dann alles.

Umso eifriger unterhielt er sich mit Cara; zu hören, daß es dabei nicht eb«n freundlich zur ging verhinderten Christiane die unermüdlichen Unterbaltunysverfuche des kleinen Enke, der ihr Tischnachbar war;vergebene Liebesmüh" ein zerstreutes Lächeln, ein Ja oder Nein war alles, was er erreichte.Schön, aber unerlaubt lang weilig," war die Zensur, die ibr der junge Offi­zier erteilte.

Auch Cara war mit ihrem Platze unzufrieden. Wie kam Mama dazu, sie zwisch-m die beiden Parnimschen Vettern zu setzen, aus denen sie sich gar nichts machte und den kleinen Enke, mit dem sie sich sohimmlisch" amüsiert haben würde durch die Breite der Tafel von ihr zu trennen! Mit dem besten Willen konnte sie sich für die Kasernen- und Pferdegeschichten des Roten nicht interessieren, und der Harte war schon wieder einmal unausstehlich, besonders als er von Christiane anfing.

Weißt Du, warum Deine stolze Freundin heute so bängeobrig ist?" ftagte er mit seinem verhaßten, überlegenen Lächeln.

Hänaeohrig!" wiederholte Cara empört;wie kannst Du das von einer Dame sagen? . . . Be­trübt ist die liebe, arme Christiane weil ihr Freund nachdem sie ihn seit vielen Jahren nicht gesehen batte mir eine halbe Stunde mit ihr zu- fammen sein konnte. Dann ist er ins Linaenaner Pfarrhaus geaanaen, um Vater und Brüder zu pflegen und Christiane fürchtet, daß auch er . ."

Die Masern bekommen wird," fiel Christian ein.Vier Wochen im Dunkeln sitzen und Waffer- suppen schlucken müssen ... schauderhaft!

Versteht sich! Und eS so intereffant, gleich das

was nach Obrigkeit aussteht, in einen Topf. Es wird meist auch nur das gelesen, was in einem gewissen Widerspruch zur Staatsordnung steht. Darin liegt die Quelle, daß sich an den Ausruhrszenen nicht nur Männer, sondern auck Frauen und Mädchen betei­ligen. Besonders aufhetzend find die Artikel der Welt am Montag" (die bekanntlich z. T. Herr von Eerlach verfaßt!) und der .Zeit am Montag", die in den Buchhandlungen, in den Hauptsäßen unterstrichen, in den Schaufenstern ausliegen. Das schlimmste Blatt freilich ist derSimpliziffimus. Auf das weibliche Element wirke stark depravierend die Fabrikarbeit. Vonseiten der Verteidigung wird der Zeuoe befragt, ob er nicht wisse, daß gerade die Arbeiterorgani­sationen das Bestreben haben, die Jugend durch Ver­anstaltungen aller möglichen Art von der Straße weg zu bringen. Der Zeuge erwidert, daß ihm diese Be­strebungen bekannt seien, er habe bisher noch keinen Erfolg gesehen. R.-A. ooljn: Sie geben also unserer Gesellschaftsordnung die Schuld, wenn das Familien­leben zerstört wird, denn Sie sprachen von dem depra- vierenden Einfluß der Fabrikorbeit? Zeuge: Nein, die Schuld liegt an dem zu frühen Heiraten. Der Zeuge bekundet.schließlich noch,, daß insolae der Un­ruhen auch seine Frau, z. B. bei Einkäufen, Unan­nehmlichkeiten gehabt habe. Zeuger Werner, der Be­zirksleiter des Deutschen Transportarbeiterverbandes, schildert eingehend die Entstehung des Streiks bei der Firma Kupfer & Co. und die Versuche zu seiner Bei­legung. Der Verbandsleitung habe es völlig fern gelegen, eine Machtprobe zu veranstalten, sie sei viel­mehr bemüht gewesen, eine friedliche Lösung der An­gelegenheit herbei,zuführen. Er habe auch die Aus­ständigen drinaend ersucht, sich an keinen Ausschrei­tungen zu beteiligen. Es habe bei den Arbeitern böses Blut gemacht, weil sie den Eindruck bekamen, daß sich bei Streiks die Behörden von Anfang an auf Seite der Unternehmer stellen. Van Terrorismus gegenüber den einzelnen Arbeitern könne auch keine Rede fein, denn der Streik sei einmütig befchlosien worden. Der nochmals als Zeuge vernommene Po- ltzeimajor Klein erklärt, es sei ihm nicht bekannt, daß zur Unterstützung der Polizei fremde Leute ein­gestellt worden seien,' er halte das auch für ganz aus­geschlossen.

Morgen werden bte Verhandlungen fortaeletzt.

Deutsches Reich.

Die Kaiserin. Pasewalk, 21. Rov. Die Kaiserin und die Prtnzeffin Viktoria Luise sind heut« Rachmtttag zum Besuche des Prinzen Oskar hier eingetroffen. Die Abreise erfolgt heute Abend.

Die Auflösung einer sozialdemokratischen Jugendorganisation. Halle, 21. Nov. Die Polizei­verwaltung löste die hier bestehend« sozial­demokratische Freie Jugendorganisation auf Grund des 8 2 des Vereinsgesetzes auf.

Zur Oeffnung der Grenzen. Berlin, 19. Nov. Die konservative Fraktion des Reichstages beabsich­tigt angeblich eine Interpellation einzubringen, ob die Regierung Maßnahmen getroffen habe, durch die bei der in einzelnen Bundes, Maaten erfolgten Oeff­nung der Grenzen für ausländisches Vieh die Inter­essen der deutschen Viehbesib " gegen Seuchengefahr geschützt werden. Im preuß. Landes-Oekonomie- kollegium, dessen ständige Kommission gestern tagte, bezeichnete es der Landwirtschaftsminister als voll­kommen unzutreffend, daß er im Staatsminisierium stch dafür ausgesprochen habe, die Grenzen für die Vieh- und Fleischeinfuhr im erweiterten Umfange zu öffnen.

Schlimmste anzunehmen, und so schick die Dinge sensationell aufzubauschen."

Christiane bauscht nie auf!"

Vielleicht nicht mit Absicht aber es liegt Heutezutage in der Lust. Selbst der gute, einfache Herr von Lingenau' bei dem ich einquartiert bin, behandelt di« Kinderkrankheit im Pfarrbause mit einer Ehrfurcht, als ob sich's um die Pest han­delte. Dasselbe tun Deine Freundin und ihr Freund, ein blonder Riefe, dem das komisch zu Gesicht st-ht. Wie sie sich in die Arme fielen er sich losriß sie wie versteinert dastand er stch noch einmal umsah und dann fortstürzte, geraden Weges dem Masernhause zu . . . schnei­dig, oroßartig. heldenhaft, sage ich Dir . . ."

Ach, bitte, sage mir lieber nichts mehr . . . Du bist abscheulich!" rief Cara rot vor Zorn, und wendete ihm den Rücken; aber Mama, die das Töchterchen nicht aus den Augen ließ, warf ihr einen mahnenden Blick zu. So mußte ste diesem widerwärtigstem aller Vettern, dem ihr Aerger sichtlich Vergnügen machte, doch wieder Rede fteben. als er heuchlerisch bat. ibm zu verzeihen, und versprach, daß er sich besiern und büßen wolle.

Gab es denn nichts, womit sie stch rächen, das heißt auch ihn ärgern konnte? Plötzlich wußte sie's.

Du Dich bessern! Du büßen!" sagte sie im Ton des Zweifels.

Verlaß Dich darauf, es ist mein Ernst was toll ich tun?"

Du versprichst, zu gehorchen?"

Wenn es tra-nd möglich ist, ja!"

Hand darauf!"

Er bot ihr die Rechte; Cara faßte sie und die

Ausland.

** Spanien und Marokko. Madrid. 20. Rov. Der vollständige authentische Text der spanisch- marokkanischen Konvention, die in Madrid am 1. Rovmeber unterzeichnet worden ist, wurde gestern abend den Mitgliedern des Parlaments zugestellt. Aus der in ihren Grundzügen bekann­ten Konvention ist noch folgendes Hervorzuhebe«: , In Artikel 5 heißt es, daß die Zölle, die vom Zollamt Melilla erhoben werden, nicht höher sein sollen, als an den anderen Grenzen des Reiches. In Artikel 7 verpflichtet sich der Sultan, weder Befestigungsarbeiten noch andere ' strategisch« Anlagen für die Artillerie oder andere Truppen an irgend einem Ort herzustellen, wo diese eine Gefahr oder eine Bedrohung für Ceuta bilden können, und dafür zu sorgen, d"tz dies auch von anderer Seite nicht geschieht. Artikel 1, der fest­setzt, daß der Maghzen für die Zahlung der Ent­schädigungssumme mit 55 Proz nt der ihm zu- stehenden Bergwerksabgaben Bürgschaft leistet, enthält noch die Bestimmung, daß der spanische Delegierte bei dem marokkanischen Dienst für Minen ohne sich in den Geschäftsgang dieses Dienstes einzumischen, das Recht haben soll, die Verz-ichniffe zu verlangen und die übertragenen Konzessionen, den Verfall von Erflärungen usw. zu prüfen und mit der Abrechnung der Staats­bank zu veraleichen. Artikel 15 bestimmt, daß, falls die marokkanische Regierung es für gut be­finden sollte vor Fälligkeit die ganze Schuld an die fpanische R-gierung ober einen Teil derselben zu zahlen hierüber Verhandlungen zwischen bei­den Reoierungen stattfinden soll n. Die Konven­tion ist von dem svanifchen Minister des Aeußern Pr-eto und El Mokri unterzeichnet. Vor der Unterschrift El Mokris fteben die Worte: Ich unterzeichne das vorliegende Abkommen unter Vorbehalt seiner Genehmigung durch den Maahzen; für diese Genehmigung ist den beiden v^rttaaschließenden Parteien eine Frist von zwei Monaten enaeräumt.

** Bum Tobe Tolstois. Petersburg, 21. Rov In bet Reichsduma hielt bet Präsident eine An­sprache aus den schweren Kummer hinweisend der Rußland durch das Hinscheiden Tolstois, des großen Denkers, Künstlers und Genies, des Stolzes Rußlands und des Ruhmes der M-msch- heit, betroffen habe; et schlage vor, das Andenken an den Toten durch Erheben von den Plätzen zu ebren und die Arbeiten für heute zu unterbrechen. Die Abgeordneten erhoben sich außer eintacn Mitgliedern der extremen Rechten. Samvslowsky Mitglied bet extremen Rechten erklärte: Der Tob eines Denkers unb Künstlers bürfe bte Beschäftigung der Reichsduma nicht unterbrechen: bte Duma müsse betn Lande dienen, das ste bezahl». (Zustimmung rechts). Außerdem habe Tolstoi in ber letzten Zeit Kirche, Staat. Familie unb Etaentnm negiert unb fei im Bruch mit bet Kirche aestorben. Eine Ehrung burch die Duma sei e'tte Herausforderung bet Kirche (Beifall rechts. W'berfvruch im Zentrum) Tolstoi habe bte S<aatseinrichtunaen insbeson- bere die Duma bekämpft. Der An'raa des Präsidenten wurde dann mit großer Mehrheit gegen einen Teil der Milasieder der ertremen Rechten unb einiger RaffonaliNen anaenommen

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blauen Kinberaugen blitzten ihm triumphierend an, als sie sagte:

Gut, so befehle ich Dir übet nW§ mehr zu spotten, was meine liebe schön« Christiane an­gebt, und Dich, bis das Manöver zu Ende ist, als ibr oereuet Ritter zu benehmen "

Wie häßlich er auflachte. Bestürzt zog Cara die Hand zurück, als er ben Kopf neigenb zur Antwort gab:

Ich gehorche natürlich barfst Du Deiner lieben schönen Christiane nicht verraten, baß ich eine Strafarbeit verrichte."

Strafarbeit! Das Wort mackste betn jungen Mäbchen flat, was sie getan Haffe.

Wenn Du es so nimmst soffst Du nicht börft Du. ich will es nicht mehr!" rief sie; ob« Christian meinte achselzuckend, was man mit einem Hanbfchlag gelobt habe, müsse vollführt werden; unb ba Mama in btefem Augenblick bte Tafel aushob. mußte Cara ans wettete Einwetv bunaen verzichten.

Wähtenb im Sa'on bet Kaffee servirt würbe unb bte älteren Herren betten stch bet Rote zuqe- sellte. aus bet Terrasse ihre Zigarren rauchten, winfte Frau von Rotthefinb den Harten an ihr« Seite.

Was hatten Sie mtt Eara?" ftagte sie;war bte Kleine unartig? ... Sie sprach so erregt."

Reitend wat sie," antwortete er bet besorg­ten Mutter;unartig soll ich gewesen sein. baS heiß! gegen Fräulein Tanner. Aber ich hab« mft Wort unb Hanbschlaq Besserung gelobt. CaraS Enthusiasmus für btefe liebe schöne Christiane, bas beste Mäbchen der Wett, ist geradezu. rührenb." ,

(Fortsetzung folgt.)