Einzelbild herunterladen
 

WechM Jeilmg

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«nd den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) «nd »Landwirtschaftliche Beilage."

M 264

MeOderheisische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Ervedition sMorkt 21), 2,00 M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt di« Redak­tion keinerlei Berantwortung.)

Marburg

Donnerstag, 10. November 1910.

Die Jusertionrgebübr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7ge^"oltene Zeile oder deren Raum 1B für auswärtige Inserate 20 4. für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Ich. Äug. Koch, UniversitSts-Buchdrvckerei. Inbab-r Dr. C. .der- r- rbvrg, Markt 21. Tel-n^n 55.

45. Jahrg.

Zweites Blatt

Die Moabiter StraßensLlachlen vor Gericht.

Berlin, 9. Rov.

Vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I be­ginnen heute unter dem Vorsitz des Landgerichts­direktors Lieber eine Reihe von Prozessen, deren Hintergrund die schweren Ausschreiiungen bilden, die im letzten Drittel des Monats September den Stadtteil Moabit durchtobten und teilweise den Cha­rakter von Strasienkchlachten annahmen. Ein teil­weiser Streik bei der Kohlenfirma Kupfer & Co. hatte diese veranlaßt, eine Reibe von Arbeiiswilli- gen einzustellen, die bald von den Streikenden be­lästigt wurden. Um die neuen Arbeiter zu schützen, wurden die Kohlenwagen von Schutzleuten begleitet. (Segen solche Transporte richteten sich die ersten An­griffe der vor dem Kohlenplatz der Firma Kupfer & Co. angesammelten Menge. Die Untersuchung soll erst ergeben haben, daß die Exzesse nicht nur von dem Ctraßenpöbel ausgingen, sondern daß bei ihnen auch politisch bezw. gewerkschaftlich organisierte Arbeiter eine, wenn nicht die führende, Rolle gespielt haben. Sofort nach dem Einsetzen der Unruhe konsignierte der Polizeipräsident unter dem Befehl des Polizei­majors Klein ein starkes Aufgebot von Polizeimann­schaften zu Fuß und zu Pferde in den betreffenden Straßen. In den ersten Tagen war es der Polizei aber nicht möglich, der Unruhen, die namentlich in der Nacht einen aufruhrähnlichen Charakter ar-- nahmen. Herr zu werden. Die Tumultuanten durch zogen die Straßen, verhöhnten die Beamten, löschten die Straßenlaternen aus und verübten allerlei Un­fug. Menn Patrouillen die Straßen säuberten, ver- ichwanden die Exzedenten in den Häusern, deren Türen sich hinter ihnen schloffen. Von den Fenstern herab wurden dann Blumentöpfe und alle möglichen anderen Gegenstände herabgeworfen. Die Polizisten sahen sich schließlich genötigt, die geschloffenen Haus­türen auszubrechen und den Tätern bis in die Woh­nungen zu folgen. Auf dem Höhepunkt der Unruhen wurden zwischen der Polizei und dem Pöbel ganze Salven von Revolverschüffen gewechselt. Es kam auf beiden Seiten zu zahlreichen Verletzunaen, doch konnte deren Zahl nicht genau festgestellt werden, da viele der verwundeten Personen von Bekannten und Freunden unter dem Schutz der nächtlichen Dunkel­heit davongescklevvt wurden. Bei den Ausschreitun­gen fiel es auf, daß sich in den ersten Reihen der die Polizei verhöhnenden Maffen Frauen und Kinder befanden. Die Beamten waren aus diesem Grunde junärfW int Gebrauch der Schußwaffen vorsichtig ge­wesen. Als die Unruhen aber immer stärker wurden, verfügte der Polizeipräsident die Aufbietung einer Politelmacht. wie sie Berkin wohl »och nicht zu­sammen gesehen hatte. Ueber 1200 Beamte mit Re­volvern und Karabinern ausgerüstet, wurden nach

dem Stadtteil Moabit geworfen. Gegenüber diesem Aufgebot ließen die Unruhen bald nach. Es kam hinzu, daß die organisierte Sozialdemokratie ihre Anhänger aufgefordert hatte, sich von den Exzeßen streng fernzuhalten.

Aus der Anklageschrift geht deutlich hervor, den Zusammenhang der Moabiter Straßentumulte mit der sozialdemokratischen Arbeiterverhetzung nachzu­weisen. Das erkannten bei den Unruhen zweifellos alle, die noch nicht einseitig auf die Roten einge­schworen sind, aber die sozialdemottatische Partei be­streitet es und ihre Organe triefen vongerechter Entrüstung" über die Scharfmacher. Es wird in der Tat sicherlich nicht leicht (ein, juristisch ganz einwand­frei, paragraphenmäßia. diesen Nachweis zu führen, so deutlich auch die Spuren sind. Daß hier nach ganz bestimmtem Plane gearbeitet worden ist, mußte jeder Augenzeuge erkennen. Von selbst schließen sich die Haustore nicht, von selbst füllen sich gesäuberte Stra­ßen nicht wie auf Kommando, von selbst wird nicht ein Bombardement aus einer Anzahl Häuser eröffnet und von selbst entsteht auch kein Sturm auf Kirchen unb Geistliche. Aber derVorwärts" leugnet natür­lich alles,' er weiß nur von Gewalttaten der Polizei. Und wenn der Landgerichtsdirektor Lieber jetzt Drohbriefe erhalten hat, so sei das auch nur Schwin­del. Polizeimache.

Von den während der Unruhen von der Polizei festgenommenen Personen haben sich vorläufig 40 vor Gericht zu verantworten, und zwar die meisten wegen Beleidigung, Auflaufs, schwerer Körperver­letzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Die Angeklagten bestreiten ihre Schuld und bebanv- ten, daß sie wider ihren Willen in die Straßenauf­läufe hineingekommen seien. Sowohl von der Ver­teidigung wie von der Staatsanwaltschaft sind eine große Anzahl von Zeugen geladen worden, deren Gesamtzahl sich auf Über 450 beläuft. Die Verteidi­gung haben die Rechtsanwälte Liebknecht. Heine, Rosenfeld, Cohn und Coßmann übernommen. Die Verteidiaer haben einen öffentliche^' Aufruf erlaffen, in dem sie um Meldung von Auaenzeuaen der Vor­fälle in Maabit bitten. In besonderer Vordandlung vor dem Schwurgericht werden sich die Personen zu verantworten haben, bei denen die Anklage auf Landfriedensbruch lautet.

Wir werden über die Verbandlunaen berichten.

Unpolitische Tagesnackrichten,

Wahnsinnstaten. Berlin, 8. Rod. Im Ver­folgungswahn warf gestern Abend ein Geschäfts­führer, der unlängst seine Frau verloren hatte, sein einjähriges Kind aus dem Fenster und sprang nach. Beide wurden schwer verletzt. Budapest, 8. Rov. In einem Wahnsinns«» fall hat der Druckereiarbetter Szabo seine beiden jüngsten Kinder, im Alter von 4 und 8 Jahren, mit dem Rasiermester getötet und sich dann er­hängt. Rom, 8. Rov. Ein Gendarm schoß beim Esten ohne irgend eine Ursache drei Kame­

raden nieder und sprang dann aus dem Fenster, er blieb tot am Bode» liegen. Der Mann war Epileptiker. Ein Opfer ist tot.

Unfall des Generalleutnants v. Manteuffel. Berlin, 8. Rov. Der Direftor der Kriegs­akademie. Generalleutnant von Manteuffel, stürzte auf einem Spazierritt im Tiergatten mit dem Pferde und verletzte sich leicht am Schlüsse bei«.

Neuer Scheckschwindler. Berlin, 8. Rov. Im Postscheckamt wurde heute vormittag dem 16jährigen Sohn des Mitinhabers bet Möbel­fabrik H. Wolff u. Co. aus der Ritterstraße, von einem jungen Mann der soeben vom Post­scheckamt abgehobene Betrag von 2700 M abge­schwindelt. Es ist noch nicht gelungen, des Schwindlers habhaft zu werden.

Unfall in einer DampsreiSmühle. Ham­burg, 8. Rov. In der Lueder'schen Dampfreis­mühle am Billwaerder Elbieich wurden heute vormittag durch Rutschen der Säcke mehrere Ar­beiter verschüttet; einer ist tot. Drei Arbeiter wurden schwer verletzt ins Krankenhaus ge­bracht.

Großfeuer. Berlin, 8. Rov. Bei einem gtoß-n Dachstuhlbrande, der heute früh in der Lettestraße ausbrach wurden vier Feuerwehr leute verletzt außerdem erkrantten sie an Rauch­vergiftung.

Ueberfall auf einen Eisenbahnzug. Prag, 8. Rov. Auf der Sttecke Kralup-Prag ist heute früh ein gemischter Zug von einer größeren An­zahl Personen überfallen worden. Mehrere Kohlenwagen wurden eines Teils ihrer Ladung beraubt. Rach der Weiterfahrt des Zuges wurde derselbe abermals angegriffen und beraubt. Das bedrohte Bahnpersonal war machtlos.

Der Leichenfund an der Lutherbrücke. SB et« Tin. 8 Rov. Der Leichenfund an der Luther­brücke fand jetzt Aufklärung. Ms Täter kommen vier Männer in Betracht, von denen die Kriminalpolizei drei festgenommen hat. Einer von ihnen ist geständig, bei dem gewaltsamen Tode des Mädchens, das als eine Straßendirne vom Humboldthafcn recognosziert wurde, zu- geaen gewesen zu sein. Rach seinen Bekundungen veraingen sich die drei anderen an dem Mädchen, wobei dieses umgekommen ist. Die Leiche wurde dann ins Waffer geworfen.

Eine entdeckte Falschmünzerwerkstatt. Alt­ötting, 8. Rov. Im Altöttinger Stadtsottt entdeckte ein Forstaflistent eine regelrechte Falsch­münzerwerkstatt. mit Gußformen zur Herstellung von Einmartstücken und Zehnpfennigstücken. Die

Falschmünzer seLst, die bereits eine große Zahl von falschen Geldstücken in der hiesigen Um« gegend verausgabt hatten, sind noch nicht er­mittelt.

Folgenschwere, Einsturz. Köln, 8. Rov. Die Kölnische Volkszeitung" meldtt aus Brueggan bei Duellen: Infolge des Sturmes stürzte gestern die Mauer einer kürzlich abgebrannten Ziegelfabrik ein. Zwei Arbeiter wurden getötet, drei schwer verletzt.

Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Phil- Carl Hitzeroth in Marburg.

Ball-Seide t. ML 1.10 ab

Schon verzollt! Vei langen Sie Muster!

G. Henneberg, Zürich.

MMviÄMWMk braucht nicht auszufallen, meine Herren, wenn Sie sich angewöhnen, Wybert-Ta-

11 m £ hielten bei sich zu führen und bei belegter Stimme oder rauhem Ha s davon zu nehmen.Es gibt kein besseres Mittel, um die Stimme sofort klar und Irisch zu machen. Dies ist der Inhalt zahlloser Zeugnisse über die in ihrer Wirkung unerreichten Wybert-Tabletten, die in allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel kosten Niederlage in Marburg: Alte Universitäts-Apotheke zum Schwan.

Wilhelm Bamberger

Hofstadt 13

Spezialgeschäft moderner Bildereinrahmnng

Unsinn! Man wickelt ein Kind nicht in Watte!

I A

1 A

I A

A

? A

A A A A AI IAH

Es muß auch bet schlechtem Wetter hinaus nicht nur zur Schule, sondern auch zum Spiel. Aber vorsehen muß man sich freilich, und das tut man, wenn man den Kindern immer ein Paar Sodener Mineral-Pastillen lFays ächte) mitgibt. Die sorgen schon dafür, daß gefährliche Reizungen der Schleimhäute vermieden werden und daß die Kinder einen Schaden nehmen. Wo Kinder sind, dürfen einfach Favs ächte Sodener nicht fehlen! Man kauft sie für 85 Pfg. die Schachtel in allen einschlägigen Ges-Gästen.

21

verboten.)

weiß, wie Sie

bereitet man in kürzester Zeit n. ohne weiteren Zusatx als Wasser

Gute Suppen

w

zu 10 Pfg. der Wirtel tür 2-3 Teller.

Ebenso kräftig schmeckend und gehaltreich wie die besten

19264

Fleischbrtihsuppen.

MAGGIs gute, sparsame Küche.

Heckengäßchen zu Hand. Wenn die gehörte sie wahr

ist offen . . . kommen Sie!"

Dabei wendete sie sich dem aber Christiane entzog ihr die Fremde im Schlöffe wohnte,

fehlend:

»Richt von der Stelle, i

scheinlich zu der Familie des neuen Schloßhaupt­mannes, von deren Hochmut die Bekannten der Bürgermeistettn Haarsträubendes zu berichten wußten. Christtane wollte nicht hochmüttg be­handelt sein.

Danke sehr, ich kann so nach Hause gehen " sagte sie steif; aber das junge Mädchen ergriff ihren Ann und rief, halb neckisch, halb be­

dachte sie;aber vielleicht verstößt auch das. wie Mama zu sagen pffegt, gegen den wunderlichen Anstandskoder der Elmenacker. und darum ist, als ich ftaaie, die schöne Christiane so rot und un­freundlich geworden. Aber uns, nicht wahr, Rettp uns soll das nicht kümmern," fügte sie laut hinzu:Deine Retterin soll aller Kleiw- städterei zum Trotz unsere Freundin werden."

II.

Es war ihr ernst damit. Am folgenden Nach­mittag, wäbr-nd Christiane in ihrer Malstube war. indes Lore der Bürgermeisterin Gesellschaft leistete, kamen schnelle Schritte di Treppe herauf, und als Lore hinausging, sah sie sich einer jun­gen, blonden, helläugigen Dame gegenüber der ein alter Diener in blauer Livree nachgestiegen kam.

Ist Fräulein Christiane Tanner zu Hause?" ftagte die Fremde, gab der bejah-nden Lore, die sie für eine Dienerin hielt, ihre Karte, folgte ihr aber auf dem Fuße und drängte sich ohne wei­teres an ihr vorbei, als bei dem Oeffnen der Tür Christian-ns über die Arbeit geneigter Kopf sichtbar wurde. Lore sah noch, daß die junge Dame mit ausgestreckten Händen auf Christtan­zueilte; mehr beobachten konnte sie nicht; die Klingel der Bürgermeisterin rief sie ungestüm ab.

Christiane war aufgestanden. Me gestern beim Abschied, wurde sie auch beute rot, und das Lächeln, womit sie ihren Gast empfing verriet mehr Verlegenheit als Freude. Das blonde hübsche Mädchen schien es nicht zu werten.

Ich komme, mich zu erkundigen, wie es Ihnen gebt," sagte sie mit unbefangener Freundlichkeit; und dann wollte ich mich noch einmal ordenttich bedanken und mich Ihnen vorstellen. Ich heiße Karoline v. Rortheimb, mein Papa ist der neue Schloßhauptmann." Dabei machte sie einen so

vMAGGIsSuppen^xte

fett fasten und mit et,.em Ruck ans Ufer reißen konnte.

Rettp, meine Reith!" jubelte das Mädchen, während der Hund bettend und sich schüttelnd die Böschung hinauf und an ihr in die Höhe sprang; dann lies er zurück, um auch an seiner Retterin aufzusprinaen, di« mühsam in ihren naffen Klei­dern heranstteg.

Das blonde, Christiane unbekannte junge Mädchen ftteckte ihr beide Hände zu, um ihr be­hilflich zu sein.

Mein Hündchen bedankt sich, und ich noch viel, viel mehr!" rief sie;aber nun schnell ins Haus, daß Sie in trockene Kleider kommen . . . wir wohnen ganz nahe, im Schlosse, die Gartenpforte

Christiane Tanner.

F Roman von Claire v. ©Löstet.

l Fortsetzung.!

Laßt das Tierchen in Ruhe!" befahl Chrir stiane, auf sie zuellend, während in einiger Ent­fernung eine Helle jugendliche Stimm«Rettp, Retty!" rief. Das Hündchen wendete sich, um dem Ruf zu folgen, aber die Keinen Unholde ver­sperrten ihm den Weg und brachen in ein Triumphgeschrei aus, als es einem von ihnen ge­lang, das Keine Geschöpf zu Haschen. Ehe Chri- sttane herankommen konnte,*Iief der Räuber mit seiner zappelnden Beute davon; lärmend stürzten die anderen Buben hinterdrein.

Christtane, die es aufgeben mußte, sie einzu- holen sah ihnen nach, während sie leichtfüßig am Bache aufwärts raunten. Eben betraten sie den Steg, der ins Feld hinüberführte, als sich wieder nähet und ängstlicher als das erstemal der Ruf:Rettp, Rettp" hören ließ. Das Hündchen, das sich fortwährend sträubte, verdoppelte seine Anstrengungen, riß sich los, überschlug sich und fiel in den Bach, der es ttotz seiner Anstrengungen, das Ufer zu gewinnen, mit fortriß.

In demselben Augenblicke kam ein junges Mädchen in Hellem Sommertleid«, einen Garten­hut auf dem blonden Haar, aus dem Heckengäß­chen, sah sich um und schrie laut auf, als sie den Hund im Bache erblickte. Aber schon war Chr»- stiane zwischen Geröll und Gestrüpp die steile Böschung hinunter geklettert. Mit der Linken griff sie in das Gezweig einer überhängenden Weide, trat auf einen flachen Stein, der unter dem Waffer zu sehen war, und beugte sich, das Eintauchen ihres Kleides nicht achtend, so weit vor, daß sie das herantreibende Tier am Nacken­

heißen!"

Christiane stieg das Blut ins Gesicht.

Zum erstenmale, seitdem sie um ihre Herkunft Bescheid wußte, wurde sie nach ihrem Namen ge­fragt. Kaum hörbar, ohne aufzublicken, ant­wortete sie:Christiane Tanner," sentte grüßend den Kopf und eilte fort.

Verwundert sah ihr die Zurückbleibende nach. Wie sonderbar, nicht zu fragen, wer ich hin,"

feierlichen Tanzstundenknix, daß Christtane lachen mußte, worauf ihr das junge Mädchen um den Hals fiel. ,

Sie können lachen das ist herrlich!" rief sie.Nun gefallen Sie mir noch viel, viel bester als gestern, und ich habe viel mehr Mut, ztl sagen, mit welchem Anliegen ich gekommen bin/

Ein Anliegen? Lasten Sie hören," fagtt Christiane;aber erst wollen wir uns setzen, bitte. Fräulein v. Northeimb."

Oh nicht Fräulein v. Northeimb," fiel ihr das junge Mädchen ins Wort.Alle, die mir gut sind, nennen mich Cara... das werden Sie auch tun . . . Cara sagen «nd mir gut sein . . . wollen Sie?"

Ich will's versuchen," gab Christiane lächelnd zur Antwort. Die heitere Anmut des jungen Mädchens nahm sie mehr und mehr gefangen, und Cara, die sich des Eindruckes den sie machte, bewußt war, ließ sich im Wohlgefühl Kndlicher geschmeichelter Ettetteit behaglich gehen.

Nicht auf dem Sofa, das wa. so förmlich, am Maltische wollte sie sitzen und zusehen, wie Chri­stiane arbeitete. Wie hübsch sie das machte! Die blauen Winden auf der weißen Seide waren ge­radezu entzückend . . . und wie schnell es ihr von der Hand ging . . . und wie leicht es aussah! Man braucht ja nur den Pinsel In die richttge Farbe zu tauchen und dann an der richttge« Stelle über den Stoff zu fahren. Aber wahr- fcheinlich gehörte auch dazu toi .bet das gratzluhe Talent, von dem sie selbst keine Spur besaß für aar nichts! _, ,

.Das macht mich oft sehr traurig," versicherte sie;aber Mama tröffet mich. Sie sagt, ich brauche nichts zu leisten, nur da pi sein."

Wie glücklich Sie sind?" rief Christiane. Caras Augen leuchteten auf. (Fortsetzung folgt.)

r-3 MtrlO*!