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Mr

45. Jahrg.

Erstes Blatt

hier anivesenden Fürstlichkeiten.

Hiernach

tausch der Monarchen erhält unmittelbare 93«* Wirklich»»«. Es ist im Augenblick zwecklos, zu untersuchen, wem von den beiden Nachbarn di« traditionelle Freundschaft nützlicher ist; gtodfet* los ist, daß ihre Feindschaft Wahnsinn wäre. ES ist Sache der Verantwortlichen Staatsmänner, di« glückliche Gelegenheit der Begegnung zum Wohle beider Länder und des Gesamtftiedens auszu- nutzen. Es ist unzeitgemäß, die Politik des Nach­barn in jüngster Zeit zu kritisieren, vielleicht schafft die Begegnung eineMittellinie, auf welcher die Jnteresien beider Länder ihre Befriedigung finden. Jedenfalls werden wir nicht versuchen, diese Linie zu durchbrechen. Der Willkommens­wunsch beantworten wir mit: Deutschland hoch!

In ähnlicher Weise äußert sich die offiziöse Rossija". Sie schreibt:

Die gegenwärtige Monarchenbegegnung et* scheint vor allem als ein neuer greifbarer Beweis der Festigkeit der historischen Ueberlieferungen, welche nicht nur die regierenden Dynastien Ruß­lands und Deutschlands, sondern auch Rußland mit Deutschland verknüpfe. Beide Mächte ver­standen seit alter Zeit nicht nur, Widersprüche zu beseitigen, die zuweilen in ibren politischen und wirtschastlchen Interessen zutage traten, sondern, was noch wichtiger ist, sie waren auch stets be? müht, die Meinungsverschiedenheiten zu mindern, die in den Beziehungen zwischen den einzelnen europäischen Staaten entstehen konnten. Im Laufe der langen Periode als Damm für den europäischen Frieden und die konservative Welt­anschauung dienend, faßten die fteundschaftlichen Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland tief in der russischen und deutschen Volksseele Wurzel. Dieser Umstand sichert vielleicht bester als schriftliche Verträge und Abkommen auch für die Zukunft auf dem Gebiet der internationalen Politik ein solidarisches Zusammenwirken beider Regierungen, das auf die Erhaltung des Friedens gerichtet ist, den nicht Rußland und Deutschland allein, sondern die ganze zivilisierte Menschheit braucht.

zige dieser ArtChefs" sein. Deshab liegt aber noch lange kein Grund vor, von einer Verseuchung des Theaterivesens zu sprechen, wie es die Germania tut, die ihren ArtikelEndlich einmal einer" überschreibt. Immerhin hat dieser Prozeß gezeigt, wie Not eine gründliche Reform des Theaterwesens von Reichs­wegen ist.

Den Verhandlungen des türkischen Finanzministers mit den Deutschen Banken sieht man in Frankreich und England mit scheelen Augen zu. Selbswerständ- lich kann das auf uns nicht den geringsten Einfluß* ausüben, umsoweniger als bei uns die ganze Ange­legenheit nur als bloßes Geschäft angesehen wird, das geht schon daraus hervor, daß die Verhandlungen ohne Vermittlung des Auswärtigen Amts oder der deutschen Botschaft gepflogen werden. Dies hat inso­fern seine politische Bedeutung, als die Türkei daraus ersehen hat, daß Deutschland der Türkei einen Dienst erweisen will, ohne daß es für sich poli­tt s ch e Vorteile irgend welcher Art verlangt. Man wird es uns hoffentlich auch in den Kreisen der eng- landsreundlichen Fungtürken nicht sobald vergeßen, daß wir die Türkei vor den schweren Bedingungen bewahrt haben, die ihr Frankreich als Gläubiger auf­erlegen wollte. Und selbst wenn die französischen Geldgeber schließlich doch noch an dem Geschäft be­teiligt sein werden, wie es den Anschein hat, der Gedanke, die Türkei durch Geld zur Domäne Frank­reichs zu machen, ist durch deutsche Hilfe vereitelt.

Bestimmung, durch die die Herren Dernburg und Rechenberg ihren geliebten Negern ein be­sonderes Vergnügen bereiten wollten: daß näm­lich gegen einen Jagdschein, der nur 3 Rupien kostet, die Jagd mit Vorderladern uneinge- schränft gestattet wird. Nun gibt es natürlich eine genügende Anzahl Schwarzer, die auch mit Vorderladern ganz gut umzugehen totff en, ehe­malige Askaris, frühere Boys usto. Und wenn man an ein Stück Wild genügend nahe heran­kommt, fo kann man es auch mit einem Vorder­lader erlegen, noch leichter natürlich krank schießen. Hat der Schwarze Lust und Bedarf, so geht er dem angeschossenen Stücke nach, wenn nicht, was auch häufig genug vorkommt, läßt er es einfach verludern. Es haben sich ganze Ge­sellschaften von Schwarzen gebildet, von denen höchstens zwei oder drei sich selbst diesen billigen Jaadsckein lösen, und nun dem Wilde wahre Schlachten liefern, was durch den Verkauf der Decken und Gehörne ein sehr lukratives und da­bei wenig anstrengendes Geschäft* bildet. Der Fleischgenuß, auf den die Neger sehr aus sind, gibt der Sache noch einen besonderen Reiz. Außer diesen schwarzen Jägern haben sich aber auch weiße Berufsjäger die Bestimmungen der Jagdverordnung zitnutze gemacht. Diese Be­rufsjäger sind meist ein übler Abschaum: ent­lassene und heruntergekommene Plantagen- assistenten, aber auch Engländer und Buren, die

von auswärts zugereist kommen, um in unsrer Kolonie ihr übles Handwerk zu betreiben. Diese Leute lösen auch bloß einen Jagdschein sür Vor­derlader, engagieren sich noch ein paar schwarze Jäger dazu, und nun wird der Massenmord noch systematischer betrieben. Der anständige und waidgerechte Jäger wird nicht nur von diesem Treiben aufs äußerste angewidert und bleibt infolgedessen nach wie vor unsrer Kolonie fern, es ergeben sich aus dieser famosen Jaydver- ordnung auch groteske Zustände, wie sie folgen­der mir bekannter Fall gut beleuchtet: Ein Herr von einer Plantage benützt einen Urlaub, um etwas i» der wildreichen Mkattasteppe bei Morogoro zu jagen; er besitzt indes nur den fo- genannten kleinen Jagdschein, der zur Jagd auf Großwild und seltene Antilopen nicht berechtigt. In Morogoro nimmt er einen schwarzen Be­rufsjäger, einen ehemaligen Askari, in seine Dienste, der ihn an Herden von Giraffen, Zebras, Elenantilopen dicht heranführt; er selbst schießt nicht, da er nicht darf Den Schwarzen kann er nur durch strengstes Verbot davon abhatten; und als er sich einmal ein paar Schritte von ihm entfernt hält, hat dieser richtig schon eine Giraffe angeschossen, die dann am nächsten Tage im Wundbett gefunden wird. Also der gewissenhafte Weiße darf nicht schießen, der Schwarze hat für drei Rupien jährlich das unbeschränfte Recht dazu. Herr von Lindequist,

Marburg

Sonntag, 6. November 1910

int Bereiche des staatlichen Versicherungswesens. Die Kolonien erfordern infolge der günstigen Entwicke­lung wieder einige Millionen weniger. Und wenn beim Etat des Auswärtigen Amtes auch die Zahl der Be­rufskonsulate vermehrt worden ist, so sind doch Er­sparnisse infolge der Neuregelung der Bestimmungen über Umzugs- und Reisegebühren erzielt worden.

Bei Heer und Fotte ist ein Mehr natürlich nicht zu vermeiden gewesen, aber nur infolge jener neuen Organisationen, die vom Reichstag" schon früher im Rahmen des Quinquenats bewilligt worden waren.

Ob freilich unsere Radikalen mit diesemPro­gramm" einverstanden sind, ist eine andere Frage. Ihnen ist derschwarz-blaue Block",Steuern", Kaiserreden usw. lieber, da läßt sich eher etwas mit machen"!

Seit einiger Zeit macht ein politischer Prozeß von sich reden. Der Prozeß des Gutsbesitzers Becker gegen den Landrat von Maltzahn. Herr Becker, Sohn des Bernsteinmillionärs Becker, hatte in Pommern ein Gut gekauft, glaubte aber nicht die rechte kollegiale Aufnahme im Kreise Grimmen gefunden zu haben, obwohl es dort keineJunker", sondern zumeist nur bürgerliche Gutsbesitzer kräftigen pommerschen Schla­ges gibt. Becker schloß sich daher der freisinnigen Opposition an, während die Mehrzahl seiner dortigen Standesgenossen den Parteien der Rechten angehört. Es kam zu Reibungen persönlicher Art, die schließ­lich mit einem Strafverfahren gegen Becker wegen Beleidigung des Landrats von Maltzahn endigten. Herr Becker wollte den Wahrheitsbeweis erbringen, daß der Landrat stets als Beauftragter der Agrar­demagogie gehandelt, den Angeklagten verfolgt und dessen Gesinnungsgenossen chikaniert habe. Der Pro­zeß hat dieses Kartenhaus zusammenbrechen lassen. Wie Becker schließlich selbst zugeben mußte, waren alle seine Behauptungen nur Hirngespinste. Nur ein Glücksumstand hat es für den Angeklagten gefügt, der für die Führung des Wahrheitsbeweises einen statt­lichen Zeugenapparat aufgeboten hatte, daß es nicht zu einer Beendigung der Verhandlung und zu einem Urteilsspruch gekommen ist. Ein akuter rheumatisch­neuralgischer Anfall hat bereits die Vertagung des Prozesses veranlaßt. Die Becker und Genossen irren sich, wenn sie überall erzgepanzerte Gespenster sehen, die ihnen Tod und Vernichtung drohen. Gerade die Verwaltungsbeamten scheuen nichts so sehr ,als die Unannehmlichkeit, wegenWahlmache" oder etwas dergleichen obendenunziert" zu werden. Jeder S-Mark-Redner der Sozialdemokratie depeschiert ja heute den Minister des Innern an, wenn er glaubt, daß ein Landrat nicht schnurgerade den Weg des Un­parteiischen gehe. Wem sich die persönlichen Sym­pathien eines Verwaltungsbeamten zuwenden, geht niemandem etwas an, aber von da bis zum Vorwurf der bewußten Schikane ist ein weiter Schritt, der un­ter Umständen bis ins Gefängnis führt; denn vo­gelfrei find alle Nichtdemokraten den doch noch nicht.

Noch ein anderer Prozeß hat die Gemüter in Auf­regung versetzt, der des Direktors des Berliner Lust­spielhauses, Dr. M. Zickel, gegen den auf Entziehung der Konzession erkannt wurde. Ueber die Verhand­lung sc bst haben wir ja berichtet und wollen es uns deshalb ersparen, den hierbei zutage geförderten Schmutz nochmal zu wiederholen. Es liegt uns fern, hier für Herrn Dr. Zickel eine Lanze zu brechen, nur möchten wir davor warnen, diesen Fall zu verallge­meinern. Gewiß mag Herr Dr. Zickel nicht der ein-

Die Ausroltuna des Wildes in Deuts^-Ostafrika.

Aus Deuisch-Ostafrika wird uns geschrieben:

Seit anderthalb Jahren haben wir eine neue Jagdverordnung, die angeblich bestimmt war, der Ausrottung des Wildes einen Riegel vorzu­schieben; tatsächlich ist durch sie das gerade Gegenteil erricht worden. Teilweise hatte diese Jagdverordnung das entsprechende Gesetz t» Britisch Ostafrika zum Vorblld, das nicht nur dem Zwecke der Erhaltung des Wildes vortreff­lich dient sondern auch dem Lande durch die zahlreichen Sportjäger, die es zu Jagdzwecken besuchen, erhebliche Einnahmen zuführt. Der Jagdschein kostet dort für Sportsleute 1000 M, wofür eine bestimmte Anzahl von Tieren zu schießen gestattet ist: 2 Elefanten, 2 Nashörner, 2 Elenantilopen, 10 Thomsonantilopen usw. Neuerdings wurden bezüglich der Elefanten er­gänzende Bestimmungen getroffen, wonach für diese besondere, nach der Zahl der erlegten Tiere progressiv steigende Prämien $» bezahlen find. Nun hat die deutsche Jagdverordnung der englischen zwar den Preis des sogenannten großen Jagdscheins nachgemacht; die Zahl der Tiere, die man darauf schießen darf, wurde allerdings nicht beschränkt. Aber das wäre noch »tcht das Schlimmste; viel verderblicher ist die

besichtigte er nach dem Frühstück noch mit dem Kaiser den kaiserlichen Automobilpark; den Tee nahm Kaiser Nikolaus bei dem deutschen Kaiser­paar Mit Rücksicht auf den familiären Charak­ter des Besuches des Kaiser Nikolaus am kaiser­lichen Hose werden nach einer Vereinbarung der beiden Souveräne feierliche Anreden bei der heutigen Galatafel nicht erfolgen. Heute abend 8 Uhr fand in der Jaspisgallerie im Neuen Palais Galatafel bei dem Kaiserpaar statt. Zur Tafel führte der Kaiser von Rußland die Kai­serin, Kaiser Wilhelm die Prinzessin Eitel Fried­rich, Prinz Eitel Friedrich die Prinzessin Viktoria Luise ni#> Prinz Adalbert die Prinzessin Viktoria Margarethe. Der Kaiser von Rußland verlieh dem Reichskanzler den St. Andreasorden und dem Staatssekretär von Kiderlen Wächter den Si. Merander-Newsky-Orden.

Berlin, 4. Nov. Der Kaiser verlieh der Nordd. Allg. Ztg" zufolge dem Verweser russischen Ministeriums des Aeußern. Sasonow, das Großkreuz des Roten Adlerordens, dem russischen Botschafter in Berlin, Grafen von der Osten-Sacken und dem Generaladjutanten, dem General der Kavallerie und Minister des Kaisev- lichen Hauses Baron Fredericks die Brillanten, zum Schwarzen Adlerorden.

Die russische Presse äußett sich zu der Mo­narchenzusammenkunft sehr freundlich. So schreibt dieNowoje Wremja":

Petersburg, 4. Nov. Die Begegnung der Schicksalsleiter zweier Großmächte ist immer ein historisches Ereignis, sie gewinnt besondere Bedeutung durch die Teilnahme der verantwort­lichen Leiter der Politik und der Gedankenaus-

Der Besuch dcs Kaisers von Rußland in Potsdam.

Neues Palais, 4. Nov. Kaiser Nikolaus machte nach der Frühstückstafel Besuche bei den

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

nnd den Beilagen:Nach Feierabend» (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage.

Rückblick.

Das Hauptinteresse unter den Ereignissen der letz­ten Zeit beanspruchen wohl die Reise des Kronprin- |en und die Kaiserzusammenkunft in Potsdam. Der Kronprinz hat das Land bereits verlassen und fährt mit dem stattlichen Lloyddampfer dem ersten Ziele zu, während Kaiser Nikolaus als East des deutschen Kaisers in Potsdam weilt. In Regierungskreisen erklärt man, daß beiden Ereignissen keine besondere politische Bedeutung beizumeffen ist. Das deutsche Volk jedoch knüpft sowohl an den Besuch des Zaren, wie auch an die Reise des Kronprinzen seine Hoff­nungen verschiedener Art, wie wir bereits ausführ­ten. Von internationaler Bedeutung, die man frei­lich nicht so hoch anzuschlagen braucht, ist das Zusam­mentreffen des Zaren mit dem Kaiser trotz aller Ab­leugnungen. Wir unsererseits aber täten gut daran, nicht in einen Ueberschwang der Gefühle zu verfallen, sondern den Zarenbesuch lediglich als Beweis für eine momentane Besserung unserer Beziehungen zu betrachten. Wir wissen heute, daß die dynastischen Beziehungen nicht mehr so ausschlaggebend sind, und daß die Gesinnung des russischen Volkes, das sich jetzt schrittweise Geltung erringt, von jeher deutsch­feindlich gewesen ist und voraussichtlich auch bleiben wird. Das soll uns nicht abhalten, den Zaren am deutschen Kaiserhofe als Vertreter unseres größten Nachbarstaates herzlich willkommen zu heißen. Wie die russische Presse den Besuch beurteilt, finden un­sere Leser an anderer Stelle des Blattes.

Unser Reichskanzler, der vielgeschmähte Philosoph" hat sein erstes Stück Programm, nach dem die Parteipolitiker wie nach dem Wichtigsten in unfein Tagen verlangt haben, verwirklicht, und man muß sagen, garnichtphilosophisch", sondern höchst praktisch. Er hat im Etat 100 Millionen gespart. Er hat im Ordinarium und im Extraordinarium rund je 50 Millionen von den schon sehr beschrankten Forderungen der einzelnen Refforts unbarmherzig gestrichen. Grundsätzlich ist daran festgehalten wor­den, Anleihen nur fürwerbende Anlagen", d. h. Verdienst abwerfende Unternehmungen, aufzuneh­men, so daß die so verwandten Gelder als Renten­kapitalisierung anzusehen sind. Ausgenommen sind naturgemäß unaufschiebbare Forderungen für die nationale Verteidigung, für den Nord-Ostsee-Kanal, (nicht wiederkehrend), strategische Bahnen und Fe­stungen. Andererseits sind selbst an den Forderungen für Heer und Flotte erhebliche Abstriche gemacht wor­den. Beim Ordinarium ist streng darauf gehalten worden, keine neuen Beamtenstellen ohne dringendste Not zu schaffen. Auch Neubauten und kostspielige neue organisatorische Maßnahmen sind auf das äußerste beschränkt worden. Dagegen hat man im Bereiche der Reichseisenbahnen «ine Aufbesserung in den Arbetterlöh- nen herbeigeführt. Eine immer drückender werdende Last erscheint beim Retchsamt des Innern

Die Znsertionsgebühr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7pe'-nltene Zeile oder deren Maunt 16 -5, für auswärtige Inserate 20 -5, für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Zoh. Aug. xöa), Universitäts-Buchdrnckerei. Inbo5-r Dr. C. firt-eruu), Marburg, Markt 2t. TeTonfrnn 55.

Politische Umschau.

Aus der konservativen Partei.

Berlin, 3. Nov. Wie die rmttonalliberalen Elbinger Neuesten Nachrichten» mitteilen, hatte der konservative Verein in Elbing vom Haupt­vereine der Konservativen in Berlin ein Schreiben erhalten, in dem angefragt wurde, in welcher Weise sich der Elbinger Verein an den Vorbe­reitungen für die nächste Reichstagstoabl zu be­teiligen gedenke, und ob er eine Aussprache des Abg. v. Oldenburg mit den städtischen Wählern, zu der dieser bereit sei, herbeiführen wolle. Der Elbinger Konservative Verein hat darauf geant­wortet, daß er in dem Auftreten des Bundes der Landwirte mit seinem rücksichtslos eigen­nützigen, demagogischen Charafter eine Gefahr für die konservative Partei erblickt. Den An­schluß an die neukonservative Richtung, die ihre einzige Aufgabe darin erblickt, dem Bunde der Landwirte dienstbar zu fein, lehne der Konser- vative Verein zu Elbing ab. Er lehne es des­halb auch ab, in d r Wahlagitation für einen Kandidaten tätig zu fein, der dem Bunde der Landwirte angehöri. Die Konservative flotte» sponden; bemerkt dazu, daß der Konservativen Partei die abweichende Haltung des Elbinger Vereins feit langem bekannt fei. Da aber der Verein bisher noch nicht feinen Austritt aus bet ;_________ j

der ja felbst als tüchtiger, weidgerechter Jäger gilt, wird sich ein große? Verdienst erwerben, wenn er diesen skandalösen Zuständen möglichst bald durch Abänderung der Jagdverordnung ein Ende macht. Ich stehe durchaus nicht auf dem Standpunkt mancher Leute, die aus Ostafrika einen großen Wildpark machen möchten; wo von Weißen Plantagenkultur oder Viehzucht ge- ttieben wird, wird das Wild natürlich weichen müssen. In den ungeheuren Gebieten aber, wo das Wild der einzige Bewohner des Landes ist und niemanden etwas zuleide tut, mutz die­ser Art rücksichtsloser Vernichtung ein Ende be­reitet werden; nur bann kann unsre Kolonie aus ihrem Wildreichtum eben solchen Vorteil ziehen, wie Britisch-Ostafrika. Vor allem muß den Eingeborenen die Jagd Überhaupt verboten wer­den; dann müßte nach dem Vorbild der briti­schen Rachbarkolonie die Zahl der Tiere, di« auf einen Jagdfchein erlegt werden dürfen, be* schränkt werden und, was allein eine Kontrolle ermöglicht, ebenso wie dort die Ausfuhr von Fellen und Trophäen nur den Besitzern dm, Jagdfcheinen gestattet, fonst aber gänzlich ver­boten werden. Unter den weißen Berufs lägen» follte aber durch Ausweisungen gründlich Musterung gehalten werden; die Kolonie kam

I dieses Gesindel leicht entbehren.

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