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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain^

«nd den Beilagen: .Mach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage.'

M 2.53

DieOberhessische Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2Z8 .« lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Erpeditton (Markt 21), 2.00 M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

Marburg

Freitag, 28. Oktober 1910.

Die Zusertionsgebühr beträgt für Inserent:--, aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7c- --Ttene Zeile oder deren Siaum 1B für auswärtige Inserate 20 A. für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universttäts-Buchdruckerei. Inbab->r Dr. E. bnrg.

Markt 21. Tel->nk>nn 55.

45. Jahrg.

Erstes Blatt.

Schlußbetrachtungm.

Oporto. 23. Okt.

Drei Wochen sind vergangen, seitdem die revolutionäre Bewegung in Portugal einfetzte, und von Tag zu Tag wird es nun durch die ans Licht kommenden Einzelheiten klarer, wie vor­züglich alles vorbereitet war, um den Umsturz herbeizuführen. Man weiß jetzt, wie die Waffen von Spanien aus über die Grenze gebracht wur­den (wobei angeblich zwei Söhne des verstorbe­nen spanischen Republikaners Salmeron die Hauptrolle gespielt haben sollen,) wie Landheer und Flotte svstematisch bearbeitet wurden, wie die Telegraphisten alle Maßnahmen getroffen hatten, um keine Nachrichten in di« ferneren Garnisonen dringen zu taffen, und andererseits durch bereit gehaltene Bomben gegen jedes Ein­schreiten königstreuer Truppen sich geschützt hat­ten. Bis in die Einzelheiten hinein klappte alles, war man doch selbst in der zweiten Hauptstadt des Landes, Oporto. bis zum 6., nachdem in der Nacht vom 3. zum 4. der Aufstand ausge­brochen war, ohne telegraphische, telephonische, briefliche und Eisenbahnverbindung mit der Hauptstadt. Daß der König Manuel sich an die Spitze Lissaboner Regimenter hätte stellen kön­nen, war ausgeschlossen, denn alle Regimenter, die auf derköniystreuen« Seite kämpften, waren zu stark mit Revolutionären durchsetzt, waren doch beispielsweise von der aus Queluz herbeige- rusenen Artillerie unter 17 Unteroffizieren und Sergeanten. 13 Republikaner, welche es so ein­richteten, daß zum Zurücklegrn der 15 Kilometer 4 Stunden gebraucht wurden Die einzig« Mög­lichkeit für den König blieb lediglich, nach Oporto zu geben, wo er sich große Sympathien erworben hat; aber das wurde auf den Rat der könig­lichen Damen hin. die um jeden Preis fortwoll­ten. gerade nicht getan.

Der schwache Dom Manuel hat sich alsbald in bi) Rolle des Königs im Eril hineinaesunden und wird vielleicht nach einer kurzen Anstands­frist die Schaar der in Baris und an der Riviera sich aufhaltenden Großfürsten vermehren. Also von ihm droht den neuen Männern keine Gefahr. Freilich muß man sich fragen, weshalb jetzt, nach­dem auch das überaus geduldige, überaus be­scheidene und durchweg nüchtern lebende Volk sich fo still mit den neuen Verhältnissen abge­funden hat. immer noch Truppen nach Lissabon gezogen werden. Erst vor wenigen Tagen noch wurden, wie berickt-t. Ulanen aus Elvas (253 Kilometer von Lissabon) geholt. Gestern kamen Truppen aus Penafiel (3RR Kilometer von Lissa­bon) und Manna do Eastello (395 Kilometer von Lissabon)zur Verstärkung der Garnison« in

Vor 40 Iabren.

Kricgserlebnisse geschildert vom ehemaligen Füsilier der 10. Komp, des 83. Hess. Infanterie- Regiments Ehr. Schneider aus Dainrode, jetzt Gerichtsbeamter in Dortmund.

< Fortsetzung.)

(,T 7. Im Lazarett.

Meiningen, Ostheim, Cassel.

Kur; nach dem Besuche der Herren Offiziere von der Artillerie kamen Sanitätswagen an, darunter zwei englische freiwillige, die unserer Division zugeteilt waren. Aber alle diese ge­nügten nicht, es mußten noch Bauemwagen her- beigeholt werden, um den Rücktransport be­wältigen zu können. Der leitende Santtätsrat trat in den Raum, in dem wir lac,en, und fragte jeden Einzelnen von uns, an welchem Körper­teile seine Verwundung wäre. Mir gebot er, da ich am Arm verletzt war, daß ich zum Wagen gehen sollte. Ich konnte aber nicht aufftehen und mußte warten, bis mir Hilfe zu teil wurde. Dann wurden die Pferde schnell zum Abfabren angetrieben. Wegen meiner Hilflosigkeit konnte ich von meinen Holdseligkeiten nichts retten. Die Uniform war mir vom Leibe abgeschnitten. Da­rin eingenäht befand sich zunächst meine Uhr, an der freilich die Zeiger fehlten. In meinem Tornister batte ick de« Becher von meiner zer­brochenen Feldflasche und eine schöne Pfeife, welche Sachen ich gerne mit in die Heimat ge­nommen hätte, was aber unter den vorliegenden Umständen nicht möglich war. Auch hatte ich weder Schuhe noch Stiefel an den Füßen. Das Ziel unferes Transportes war Etampes. Die Chaussee, welche wir passierten, war durchweg gepflastert, das Fahren darauf war für uttfete frischen Wunden gerade nicht angenehm. Bevor wir Etampes erreichten, wurde Station gemacht, um des nachts zu rasten. Dort wurde mir die Kugel, welche mich getroffen hatte, es war eitle khassepotkugel, unter der Achselhöhle ausge-

der Hauptstadt an. Wozu dies alles, da doch das ganze Land den denkbar friedlichsten Ein­druck macht? Will man die Truppen lieber in fester Hand in Lissabon haben, damit nicht doch der Versuch seitens der Köntgspartei gemacht werden könnte, an der Spitze solcher Truppen aus dem Norden gegen die Hauptstadt zu mar­schieren? Oder befürchtet man Anschläge seitens der vielen Offiziere und Beamten, die durch das neue Regime ihrer Stellungen enthoben und auf die Straße gesetzt wurden? In diesem letzteren Puntte lassen sich, wie die Regierenden sagen, leider viele Härten nicht vermeiden«, fei es, um republikanische Vertrauenspersonen an die Stelle von monarchischen zu fetzen, sei es, um dem Scheinbeamtentum, in dem so manche Favoriten sich festgesetzt hatten, ein Ende zu machen. Es scheint, daß die Machthaber vor den Unzufriede­nen Angst haben und eine zweit« Revolution verhindern wollen.

Das Kaiserpaar in Brüssel.

Brüssel, 26. Ott.

Der Kaiser und die Kaiserin, die Prinzessin Vik­toria Luise, der König und die Königin von Belgien besuchten heute vormittag die Ausstellung für alte belgische Kunst im Cinquantenaire. Sie wurden empfangen und geführt von dem früheren Minister Baron de Descamps David. Um 12% Uhr fand im Schlosse intimes Frühstück und Marschalltafel statt.

Heute nachmittag %4 Uhr erschien der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise, der König und die Königin im Rathause, wo sie von den Ver­tretern der Stadt empfangen wurden. Im Hof des Rathauses war die Bürgergarde aufgestellt; die Mu- stch spielte die deutsche Hymne. Bürgermeister Max führte die Majestäten unter Dorantritt der Stadt­offizianten über die mit Blumen geschmückte Treppe in den Festsaal. Der Bürgermeister begrüßte hierauf das Kaiserpaar namens der Bürgerschaft, das diesem allen Bürgern gemeinsamen Hotel de Ville die Ehre seines Besuches erwiesen habe. Mit auftichtiger Be­wunderung sehen wir Deutschland, trotzdem es nichts von seinem Idealismus aufgibt, Beweise seiner Schaffenskraft geben und fortwährend seine wissen­schaftlichen und erzieherischen Werke aüsdehnen; da­bei vergißt es nie, seine sozialen Institutionen aus- zubauen. Der Bürgermeister begrüßte sodann die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria. Niemand ver­kenne, was die Kaiserin auf dem Gebiete der Wohl­tätigkeit in Deutschland leiste; sie lindere Schmerz und Entbehrung und habe sich daher über die Landes­grenze hinaus Verehrung erworben, das auszuführen ihm Freude bereite.

Hierauf antwortete Kaiser Wilhelm mit einer französischen Ansprache, in der er für den prächtigen Empfang dankte. Hieran schloß sich ein Konzert in

schnitten, wobei ich auf dem Leibe liegen mußte. Am andern Tage «reichten wir Etampes.

Bon den ersten Tagen meines Aufenthaltes daselbst habe ich keine Erinnerung, weil Wund- sieber eingetreten war. Als ich nach unruhigem Schlafe endlich erwachte, wurde ich von deut­schen Schwestern angesprochen. Ueberaus wohl tuend war es. deutsche Worte zu hören und von deuffchen Schwestern gepflegt zu werden. Ich kam eine Etage höher zu liegen, während ich bis­her parterre untergcbracht gewesen, wo Schwer- verwundete lagen, deren Zuftand hoffnungslos war. Ich erhielt einen Gipsverband von der Achselhöhle bis über die Hand hinweg und es wurde mir dabei gesagt, daß ich mich ruhig ver­halten möchte, dann wäre meine Heilung auch in «in paar Monaten zu erwarten. Hocherfreut ver­nahm ich diese Mitteilung, hatte ich doch jetzt Aussicht, demnächst di« Meinigen wiederzuseben. Zweimal täglich machten die Aerzte uns ihren Besuch. Nach einigen Tagen stellten sich mit einem Male ganz unerträgliche Schmerzen in meinem Ellenbogen ein und nahmen derart über­hand, daß ich meinen Verband, der durch Gace- binden über die Brust hinweg befestigt war, durch gewalffames Ausdehnen der Brust voll­ständig zerriß. Als am andern Morgen die Herren Aerzte kamen, staunten sie mich an, und konnten es nicht fassen, daß mir das gelungen war, denn Messer oder Schere standen uns nicht zur Verfügung. Sie sind in dem Glauben ge­blieben, die Schwestern hätten mit bei der Locke­rung des Verbandes Hilfe geleistet. Aber noch mehr staunten ft«, als sie erfuhren, warum ich den Verband zerrissen hatte. Wäre mir das nicht gelungen, hätte mein Leben nochmals auf dem Spiel gestanden. Der Verband war am Ellenbogen etwas gekrümmt und oberhalb des Schußkanals eine Oeffmmg gelassen worden, da­mit der Etter abfließen konnte. Der Verband war aber mangelhaft angelegt worden. Dte Verhäftnisse mögen das entschuldigen, denn viele, viele Verbünde waren anzulegen. Run

einem Rebensaal, ausgeführt von Brüsseler Künst­lern. Auf dem Programm waren Stücke von Gluck und Händel und Lieder von Schumann und Richard Strauß. Rach Besichtigung der Prunttäume de» Rathauses betraten die Majestäten den Balkon nach der Grand Place hinaus. Hier hatten etwa 300 Brüsseler Vereine mit ihren Bannern Ausstellung genommen. Der Platz bot einen unbeschreiblichen Anblick. Die alten wundervollen Eildhäuser waren bis zum Dachfirst dicht mit Menschen besetzt. Die Majestäten wurden bei ihrem Erscheinen stürmisch begrüßt. Eine Kapelle spielt bettSang an Aegir". Erneute Hoch- und Hurrarufe, Händeklatschen und Tücherschwenken, das sich bei der Abfahrt der Maje­stäten wiederholte. Abends ist ein Diner bei der Gräfin von Flandern. Bürgermeister Max erhielt den Kronenorden zweiter Klasse mit dem Stern.

Der Kaiser empfing heute nachmittag den Prin­zen Vittor Napoleon, den Bräutigam der Prinzessin Elementtne. Die Majestäten trugen sich im Rat­haus in das Goldene Buch ein. Die Schöffen der Stadt Brüssel erhielten den Kronenorden 2. Klasse.

Um 9 Uhr 45 Min. erschienen die Majestäten und der Königliche Hof zur Ealaoper im Theater Royal de la Money, auf dem Wege durch die illuminierten Straßen überall stürmisch begrüßt.

Deutsches Reich.

Die Potsdamer Monarchen! egegnung. Zn der bevorstehenden Begegnung zwischen dem deutschen und dem russischen Zaren wird ge­schrieben: Wie nun endgültig feststeht, findet die Potsdamer Monarchenzusammenkunst tn der zweiten Hälfte der nächsten Woche :aitx Ob an ti)t der Stellvertreter des Mtnisters des Auswär- ttgen oder der Ministerpräsident Stolypin selbst tetlnimmt, ist noch unbestimmt, als gewiß aber darf gelten, daß bet Zar in Potsdam einen ver­antwortlichen Mini, . zur Seite haben wirb. Erttärt sich baraus schon die politische Bedeutung des Besuches, so erhellt sie noch mehr aus dem Umstande, daß die Begegnung tn eine Zeit fällt, wo wichttge Probleme der internationalen Poli­tik im Vordergründe des Interesses stehen. Be­sonders bervorgehoben zu werben verbient auch der Umstand, daß die Potsdamer Monarchenzu- sammenkunft die erste feit einer Reihe von Jah­ren fein wird, di« nicht unter der Aegide des bisheriaen Ministers des Auswärtigen Iswolski stattfindet Kam fdbon in bet Junizusammenkunst des vorigen Jahres, kurze Zeit nach bet diploma­tischen Niederlage Iswolskis, der Wunsch Ruß­lands nach einer Annäherung an Deutschland und Oesterreich zum Ausdruck, so kann die Polst- bamer Zusammenkunft noch mehr als ein Zeichen dafür angesehen werben, baß Ritßlaub tn ben schwebenden Fragen des nahen Orients nicht ausgeschaltet zu werben wünscht. Kann auch

hatte sich der Etter am äußersten Ellenbogen in seiner aekrümmten Lage angesammelt, woburch kalter Branb entstanben war. Ick würbe meiner Oberkleiber entlebigt auf einen Stuhl gesetzt unb ein Lazarettg'-Hülfe mußte mir ben Verband förmlich abmeißeln. Rach Enffernung des Ver­bandes sah er die Gefahr und Mmitt kurzerhand mit einer Schere die faulen Fleisck^eile ab, wo­rauf die entstanden« Witnde mit Höllensiein aus- aebrannt wurde. Run bekam ich einen Schftnenverband und mußte meinen Atm auf ein dreieckiaes Kisten leaen. dabei aber jede Be­wegung vermeiden Ich befand mich den Um­ständen nach ziemlich wobl. Die Pflege war gut und sebr war man darauf bedacht, daß wir transvortiähig wurden.

Endlich in den erften Tagen des Februar 1871 wurden wir durch die Etapvenstraße b-r Achte bis zur nächst-n Effenbahn aebracht. Wäh­rend des Achsentransportes wurde mehrmals Station gemacht. Die Laaer waren meist in mangelhaftem Zustande. An einer Eisenbahn­statton. deren Namen mir entfallen ist, war bet Kreumngspunft für bie Heimfahrt der Ver­wundeten nach Deuffchland ober umgekehrt für die Truvvennachschübe nach dem Kriegsschau­platz. Hier war ein teuer Berk *6r. Bei den Rachschnb-Truvpen sah ich den Füsiffer Mütze wieder, mit dem ich in Menaeringbausen zusam­men in Ouarttet gele -en batte und dec sich, wie bereits erzählt, erhitzt eiskaltes Wasser in den Mund hatte taufen lassen, infolgedessen er dann so lange krank gewesen war. Wir wurden in einen Sanitätszug verladen mit dem Ziele Sachsen-Meiningen. Auf di-sem Transport wurde ich so krank, daß die Wärter (ich hörte, wie sie es aussprachen, das muß jedesmal passieren) glaubten, ich würde das Ziel lebend nicht mehr erreichen. Der leitende Atzt wußte nicht, was mit außer meiner Wunde noch fehlte; er glaubte, wie ich später auf der Station Metntngen hörte, daß ich ar Wassersucht litte. Abends spät kamen wir schließfich in Meiningen

der Einfluß Rußlands heute und auf absehbar« Zeit nicht mehr dem Oesterreich-Ungarns gleich­gestellt werden, so hat es doch ein erheblich-- Interesse daran, sein Prestiges wenigsten? soweit gewahrt zu sehen, daß es auch da, wo es auf taktische Erfolge nicht hoffen kann, wenigstens nicht völlig übergangen wird.

Berufung ins Herrenhaus. Berlin 25 Oft. DerReichsanzeiger« meldet: D-r Präsident des Oberverwaltungsgerichts Wirklicher Gebe,wer Rat Dr. v. Bitter unb Kammergerich Sprafwent Heinroth wurden zu Mitgliedern des Herren­hauses auf Lebenszeit berufen, und sieJurbe* zugleich zum Kronsyndicis bestellt.

Das Tempelhofer Feld und die Berliner Ge­heimniskrämerei. Unter dieser Ueberschrist veröffent­licht bieDeutsche Tageszeitung einen cketikel, i> dem sie sich mit der Angelegenheit des Ankaufs des Tempelhofer Feldes beschäftigt. Gegenüber der Be­hauptung des Berliner Magistrats, daß d e Stadt Berlin in ganz anderer Weife die Interessen oet Oeffentlichkeit vertreten höbe, als die Gemeinde Tempelhof, will bieDeutsche Tagesztg." wissen, baß bie Stabt Berlin mit bet Darmstädter Dank einen Vertrag in dieser Angelegenheit abgeschlossen hatte, der sicher nicht günsttger gewesen sei, als der der Ge­meinde Tempelhof mit der Deutschen Bank abge­schlossene. Das beweise schon der Umstand, daß die Stadt Berlin den Wortlaüt des Vertrages bisher verschwiegen habe. DieDeutsche Tagesztg." em­pfiehlt daher eine Interpellation, in der der Magi­strat zur Bekanntgabe des Wortlauts dieses Ver­trages aufgefordert wird.

Zu dem Thema Deutschland, Persie, und die Türkei schreibt ijn Hinblick auf die Kon stantinopeler Protestversammlung diePost« Uns Deutsche, wie überhaupt den Dreibund muß es sympathisch berühren, daß man toiebei einmal in Konstantinopel erkannt hat wii hoffen, die türkische Regierung denft gst eben­so, wie in der Einspruchsversammlung frisch von der Leber gesprochen wurde, daß der Dreibund der wirklichuninteressierte« Freund der isla- mttischen Welt ist, der keine Erpansiongelüste hegt unb auch bie Türkei wirtschaftlich nicht unterjochen WU. Ausgabe der Dreibunb-Diplo- matie muß es jetzt sein, aus die, er Sachlage ben größtmöglichsten Nutzen zu ziehen unb zum min­desten den Gedanken einer Aufteilung Persiens nicht zur Wirklichkeit werden zu lassen. Freilich müssen auch unsere Großbanken zur Hilfsberett- schaft dastehen.«

Ersteuliche Begnadianng. Nach einer Meldung desApeurader Tageblattes« hat bet bekannte Norbmarkpolitiker Strackerjan. der ben Reichstagsabgeordneten Haussen Däne) Landes­verräter genannt hatte und deshalb m 500 M Geldstrafe verurteilt worben war. ein Gnaden- gesuch eingereicht, worin die Tätigkeit Hanssens ausführlich geschilbert wirb. Der König hat jetzt w. j ja

an. Das Auslaben unb die U Verführung der Kranken geschah per Tragbahre unb Wagen unter Leitung desselben Arztes nach den neu er­bauten Baracken an der Werra. Der ganze Zug war schon bis auf drei Verwundete ausgelaben, ba hörte ich ben Arzt rufen: So. noch bie Bet- ben hier unb bort ben Wassersüchtigen, womit ich gemeint war. Gott fei Dank bestätigte sick die Diagnose des Arztes nicht. Für die erst, Nacht wurden wir so gut es ging in buntem Durcheinander in den Baracken untergebrachi und aus der Hand des tronsportierenben Arztes in bie Obhut eines Santtätsrates übernommen. Wäbrenb in Frankreich bxi Anfang unseres Rück­transportes bie Sträucher unb Bäume schon Knospen trugen, herrschte tn Meiningen noch strenge Kälte, die großen Oefen waren rot­glühend geheizt. Bei unserer Ankunft wurden uns labende Getränke gereicht, bestehend in Milch und Bouillon. Unterdessen wurde meine Körpertemperatur gemessen. Der Gradmesser zeigt« 41 Grad an. Der assistterende Arzt sagt: mir. daß ich Typhus in hohem Grabe hätte unb am andern Morgen in eine andere Baracke über­siedeln müßte. In der Frühe des folgenden Tages wurde ich in die für Typhuskranke besonders eingerichtete Baracke überführt. Die meisten Typhuskranken waren unverwundet, nur ein Dortmunder Metzgermeister. Subeik, und ich baten Wunden. Bei unserer Behandlung war das Baden wegen der Wunden ausgeschlossen, im übrigen war strenge Diät vorgeschrieben, wir durften nichts genießen, was die Därme reizen konnte. Unsere Nahru'iq bestand Tag für Tag in Bouillon und Ei. Ich machte gut« Fortschritte; nach kurzer Zett war mein Typhus behoben und ich durste wieder feste Speisen genießen. Der Santtätsrat verordnete mir Rattonen 1. Form! mit allen Zulagen; zu dieser 1. Form wurde tmchi «in «eines Weißbrot gegeben. I

(Fortsetzung folgt) ,

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