Zweites Blatt
sichert.
(Gieß. Anz.)
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verboten.)
Wort,
sind, nach dem schönen
nicht mehr im Bereich seines Funken- ist. Man glaubt jedoch, daß das zwischen Nantucket und New-Schott- und die Route der transatlantischen
warum Christiane nicht des Himmels, habe ich's zu tun! . . . Laß einen dem Prinzen gekommen
die Küste apparates Luftschiff land ist
»Ich sagte
stände in ihrer freien Entwicklung bedroht. Bei der Selbstzerfleischung untereinander ist noch nie viel herausgekommen. Noch stets hat der äußerste Radikalismus die Friichte eines solchen Kampfes geerntet.
„Das ist ja eben, gehen soll . . . Herr denn mit Blödsinnigen der Herren, die mit
Dampfer verfolgt. Den meteorologischen Berichten aus Washington zufolge sind Wind und Weiter heute für das Luftschiff günstig.
Siasconfet (Masiachusetts), 17. Okt. Die hiesige (Station für drahtlose Telegraphie wechselte heute mit einer Anzahl Dampfern Telegramme; keinDampfer hat aber etwas von Well- rnann gehört. Der Dampfer „Finnland* meldete: Gestern wütete stundenlang ein schwerer Sturm mit starken Blitzen und Regenfällen, dann klärte sich das Wetter auf; es sei glatte See gewesen.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Grünberg, 17. Okt. Wegen des Brandes aus dem Warthofe, hat vergangene Nacht die Feuerwehr wieder eine Feuerwache von 20 Mann mit 1 Spritze aus die Brandstätte gesandt, da bei dem herrschenden Sturm Gefahr für die anderen. Gebäude entstehen konnte. Verbrannt sind die große Hofscheuer mit etwa 200 Fudern ungedroschenem Korne, dem größten Teil der Grummeternte, 2 Waggon Thomasmehl, sowie einer Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen und Pflüge. Auch der große Pferdestall ist bis auf die steinernen Mauern niedergebrannt. Vieb ist nicht verbrannt. Es liegt sicher Brandstiftung vor. Bereits im Dezember vorigen Jahres brannte die große Feldscheuer infolge Brand- stiftung ab. Der Pächter Fritz Sohrmann ist ver
scheidet nickt vergißt, daß Grunde die Jntereffen aller gleich sind im Kampfe gegen mächttg an die Tore pocht und Gewerbe und Industrie als
durch drahtlose Telegraphie übermittelte Nachricht, lautet einfach: Alles geht gut, Adieu! Bruchstücke einer vorher gesandten Mitteilung, die von einer hiesigen (Station aufgefangen wurden, taffen erkennen, daß die Luftschiffer zuversichtlich auf einen Erfolg der Fahrt hoffen, obwohl der Lenkballon bereits fo weit ist, daß er mit dem Lande keine Möglichkeit der Verständigung mehr hat. Das Luftschiff folgt dem Wege der transatlantischen Schiffe, die feine Mitteilungen ohne Zweifel entgegennehmen und wetterbrfördern werden.
Newyork, 17. Ott. Die gestern Abend in Siasconfet eingetroffene Funkendepesche Well- manns lautete: Alles geht gut. Wir haben nördliche Richtung eingeschlagen, um aus die Route der transatlantischen Dampfer zu kommen. Wir muffen 300 bis 900 Meilen von der Küste entfernt fein. Die genaue Position kennen wir nicht.
Rewyork, 17. Oft. Man weiß zur Zeit nicht, wo sich das Wellmannfche Luftschiff befindet, da
Plötzlich wurde sie durch ein Auflachen dieser Kunstübung entriffen.
„Pfui, Will!* tief sie und wurde dunkelrot, während sie in die luftigen blauen Augen eines blonden Hünen, ihres einzigen Freundes und ehemaligen Pflegebruders, des Oberprimaners Wil- helm Marting, fah, der ihr. sich über sie beugend, trotz heftiger Gegewebr das Heft entriß.
„Prinz Ernst, Prinz Ernst,* las et lachend unter den Zeichnungen, während er das Heft hoch übet den Kopf hielt. „Nein, Kind, so sehen sie nicht aus; aber ich will sie Dir zeige«. Nimm Deine Schlittschuhe, die Prinzen wollen
im innersten Berufsstände doch einen Feind, der vielmehr Handel, andere Erwerbs-
find, nach dem schönen Kinde fragen, fo werden die alten, halbvergeffenen Geschichten wieder ans Tageslicht gezogen. Die Leute sollen sie ganz
vergessen; schlimm genug, daß ich es nicht kann* n.
Noch einsilbiger als gewöhnlich war das Mittagessen vorübergegangen. Die Bürgermeisterin hatte sich auf dem Sofa der Wohnstube schlafen gelegt, und Christiane faß im Sinter« stübcheu der Tante Lore, die in Küche und Speisekammer zu hantieren hatte. Aber statt ihre Schularbeiten vorzunehmen, zeichnete das junge Mädchen in ihr Schreibheft ein paar Snabengcftalten in gepufften Pagenanzügen und Federbaretts, unter denen langes Lockenhaar niederhing.
Aviatik
Paris, 17. Oktober. Der Aviatiker Wyn- malen, der auf der Rückkehr von Brüssel um 6 Uhr 40 Min. von St. Quentin abflog, fft um 12 Uhr 13 Min. in Jssys les Moulineaux ger landet. Er hat fornit für den Flug von Paris nach Brüssel und zurück 27 Stunden 50 Minuten 26 Sekunden gebraucht.
„Eine so scharfe Zurückweisung ist dem Hansabund bisher noch nicht zuteil geworden. Sie wird jedenfalls nicht ohne große Wirkungen bleiben. Entweder wird in der Leitung bald ein Wechsel eintreten müssen, oder bedeuffame Kreise, die der Hansabund nicht entbehren kann, die aber mit der Auffassung der „Nordd. Mg. Ztg.* übereinstimmen, werden austreten. Eine glückliche Hand hat der Hansabund bei seinen Veröffentlichungen nur zu oft vermissen lassen.*
Die „Frankfurter Ztg.* vermißt, daß die Er- klärung der „Nordd. Allg. Ztg.* sich nicht in größerer Schärfe gegen die Agitation des Bundes der Landwirte bewendet.
Die „D. Tagsztg.* fchreibt:
„Wohlgemerkt, diese Verletzung, dgefe Mitz- acktung, dieser Unverstand, dieser Eigennutz wurde nicht etwa dem Bunde der Landwirte zum Vorwurfe gemacht, sondern der Gesetzgebung, d. h. dem Bundesrate und dem Reichstage, und der Verwaltung, d. h. also der Regierung. Kann man es der Regierung verdenken oder verargen, wenn sie diese Vorwürfe zurückweift? Man hätte ihr auch nicht verdenken können. wenn ihre Zurückweisung m weit schärferer Form erfolgt wäre.*
Interessant ist, wie das „Berliner Tagebl.* sich meldet. Es fordert vom Hanfabnnde, daß et keinen Pfennig zur Bekämpfung des Radikalismus wegwetfe; es dürfe auf keinen Fall geschehen, daß der Hansabund bei einer Stichwahl zwischen der Sozialdemokratie und einem Vertreter der Reaktion sich für den reaktionarm Kandidaten entscheide. Das sei die Voraussetzung, unter der allein der Hansabund auf Entgegenkommen und Zustimmung in den Streifen des entschiedenen Liberalismus rechnm könne.
Man sieht, wenn man die Ansichten von rechts und links — „Post und „Berl. Tagebl.' — nebeneinander hält, der Hansabund befindet sich in einer nickt ganz leichten Situation. Die Gründung eines Bundes, der wie der Bundk der Landwirte seinerseits Handel und Gewerbe und Jn- buftrie zu einer Organisation zusammenbringt, ist zweifellos berechtigt in einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Kämpfe eine so große Rolle spielen. Die besouderm Ansprüche des gewerb- litfien Mittelstandes können eine Vertretung in einer eigenen Organisation Wohl vertragen in unteren Tagen. Aber man wird erwarten dürfen, daß auch der Hansabund neben allem Trennenden, was ihn vom Bund der Landwirte
ist es schön genug!" Aber sie unterdrückte den Einwand, warf her Freudenstörerin einen trotzb- gen Blick zu, riß Sore den Schulranzen aus den Händen und lief zur Tür hinaus, die sie krachend hinter sich zuschlug.
Die Bürgermeisterin sah ihr zomig nach. „Ein schreckliches Kind . . . was soll ich mit ihr machen!" rief sie, indem sie sich mühsam erhob. Lor sprang hinzu, der alten Frau zu Helsen, und ihren Mut zusammennehmend, bat sie:
„Erlaubm Sie der Kleinen, ins Schloß zu gehen, Fran Pate ... sie wird auch in alten Kleidern hübsch sein . . .* Aber nun erstarb ihr das Wort auf den Lippen und sie kroch erfchreckt in sich zusammen, so heftig stampfte die Bürgermeisterin mit dem Stocke auf, und fo heftig war der Ton, mit dem sie einfiel:
LusMiffahrt.
Siasconfet, 17. Oft. Eine von Wellmanns Lenk-' ballon um 12% Uhr nachmittags eingetroffene,
Frankfurt, 15. Ott. Der Gesamtinhalt der Sammelkaften des am 11. Oktober abgehalten«« Magueritentages betrug 86 311,70 M. Es stehen noch einige wenige aus, die jedoch das Resultat nicht wesentlich ändern. Hinzukommen aus Sammellisten etwa 20 000 M an die Theater- Aktiengesellschaft etwa 3600 M, die Veranstaltung des Frankfurter Frauenftubs rund 500 JK, die Stiftung des Verlags der „Frankfurter Nachrichten" zwifchen 4 und 5000 Mark. Außerdem sind in liebenswürdiger Weise Zuwendungen aus Sammlungen in Schulen gemacht worden; bis jetzt von der Souchav-, Westeud- und Bethmann- Mittelschule. Es stehen noch die Erttägnisse von Aufführungen aus, die der Vik-ona-Schulverein und das Lehrerinuen-Seminar geplant haben. Die Unkosten: Ankauf der Blumen, Kasten, Druckfachen, Transportkostm, Schreibarbeiten rc. betragen etwa 10 000 M, sodaß der Reinertrag mit rund 105 000 M anzunehmen ist.
Wiesbaden, 15. Ott. Im Dorfe Wallau ist an dem Ehepaar Hauzel ein Raubmordversuch verübt worden. Der Einbrecher drang durch das Kellerloch nachts in das Schlafzimmer ein, wo er nach Geld suchte. D-r erwachenden Ehestau verhetzte er mehrere Messerstiche in den Kopf und verwundete auch den Ebemann, der ihn auf bei Flucht verfolgte, durch Stiche in den Arm schwer. Ein Wiesbadener Polizeibund nahm die Spm über Langenhain nach Hofheim auf bis in eine dortige Wirtschaft, wo der Verbrecher der Beschreibung nach eingekehrt war. Von da ab ist leider die Spur verloren gegangen.
Hachenburg. 16. Oft. Zu dem schrecklichen Automobilunglück bei Oberhattert wird dem „N. B.* noch folgendes gemeldet: Das Befinden des Automobilbesitzers Arthur Henneh, der m h- tere Knochenbrüche davongetragen hat, hat sich etwas gebessert und bat bereits nach feinem Freunde Dewakd Erkundigungen eingezogen, doch wurde er einstweilen noch nicht über das Schickfal der Verunglückten untirriebiet. Auch die Staatsanwaltschaft von Neuw'ed. welche heute an der Unglücksstelle den Tatbestand aufnahm. wurde noch nickt zu dem Verunglückten zugelaffen, da man befürchtet, daß die Vernehmung auf fein Befinden ein ungünstigen Einfluß ausüben könnte. — Der Geschwindigkeitsmesser des Automobils registrierte eine Geschwindigkeit von 120 Stirn, in der Stunde. Tatsächlich soll gutem Vernehmen nach di« unsiuniae Wette, welcher zwei junge blühende Menschenleben zum Opfer gefallen sind, dahin abgeschlossen worden sein, die etwa 26 Stirn, betragend Streck« von hier nach Altenkirchen und zurück in 13 Minuten zurückzulegen. Für den Besitzer und Lcnkei des Wagens bei der Todesfahrt dürfte übrigen!, sofern et mit dem Leben davonkommt, ein gerichtliches Nachspiel nicht ausbleiben. Henneh war wegen feines schnellen Fahrens auf dem ganzen Westerwald bekannt und gefürchtet. Allerdings foll er sich vor der letzten Nachtfahrt anfangs gesträubt haben; aber die anderen drängten ihn zu dem Wagnis.
Borken i. W., 17. Oft. Eine interessante Rathausgeschichte hat jetzt ihren Abschluß gefunden. Die Stadtverordneten des Kre's- städtchens hatten f. Z. einstimmig beschlossen,
ist ein schlechter Sohn .... nur um den 91 amen Tanner . . ."
Das Aufreißen der Stubentür unterbrach sie mitten im Satze; ein junges Mädchen, fast noch ein Kind, stürmte in das Zimmer. Ihr Pelzbarett war zurückgeschoben, ihr Gesicht glühte, und unter dem krausen, braunen Haar, das ihr tief in die Stirn hing .leuchteten die braunen Augen nou lebhafter als gewöhnlich.
„Christiane, was soll das heißen?" fragte die Bürgermeisterin, „Du bist nicht in der Schule?"
„Wir sind fortgeschickt, Großmama," antwortete das junge Mädchen mit fröhlicher Hast, während Lore ihr den Schulranzen abnahm. „Den» nur, unsere beiden Prinzen kommen . . . ich freue mich schrecklich, man lebendige Prinzen zu sehen! Sie wollen den Hern Schlo ^Hauptmann zum fünfzigsten Geburtstag überraschen, und nun sollen wir sie wieder überraschen, sollen um halb 12 Uhr im Schlosse sein und singen. Hilfst Du mir, Tante Lore, mein Sonntagskleid anziehen?"
„Nichts da, Christiane," fiel die Bürgermeisterin ein, „Du bleibst zu Hanse!'
„Aber Großmama!" rief das junge Mädchen erfchreckt.
„Du bleibst zu Haufe!' wiederholte die Großmutter mit aller Entschiedenheit. „Sieh Dich nut an; willst Du etwa mit diesem alten Jäckchen, diesem schäbigen Pelzmützchen unter Deinen geputzten Mitschülerinnen stehen? — Daß wir arm siud, ist nicht unsere Schuld, aber es unnötig zu zeigen, wäre unanständig.'
Während die Großmutter sprach, hatte Christiane das Barett abgenommen, und die Miene, mit der sie es bettachtete, schien zu sagen: „Mir
aufs Eis kommen."
Christiane schüttelte seufzend den Kopf, darf nicht! Großmama hat's verboten," sie kleinlaut.
„Ich weiß," fiel ihr Wilhelm ins
Christiane Tanner.
Roman von Claire v. Glümer.
(Sortierung.) •
„Immer der alte Phantast!" warf die Bürgert Meisterin ein; aber bei den nächsten Worten des Briefes wurde der Hohn, der um ihre Lippen zuckte, durch den Ausdruck wachsender Bestürzung verdrängt. Lore las:
„Selstverftändlich blieb mir unter diesen Verhältnissen nichts weiter übrig, als auf Ferdinands Wunsch einzugehen. Sie ich Dich und Deine Ansichten von Dckomm, Famflienansehen und dergleichen kenne, wußte ich aber auch, daß Du Dich mit aller Entschiedenheit gegen das Vermieten sträuben würdest. So habe ich denn auf Grund der Generalvollmacht, die Du mir beim Tode des Vaters erteilt hast, in unser beider Rainen einen zehnjährigen Mietkontrakt mit Ferdinand Wild abgeschlossen , •
„Abgeschlossen!" rief die Bürgermeisterin und faßte mit zitternder Hand nach dem Krückstöcke, der neben ihr lehnte. „So mißbraucht er mein Vertrauen! . . . Aber das lasse ich nicht hin- gehen . . . Justizrat Fischer soll kommen ... die Vollmacht muß zurückgezogen werden . . . augenblicklich!"
„Liebe Frau Pate, bedenken Sie das Gerede," r®1 Lore, „und den Schaden für Friedrichs Kre- lonnte " et doch, daß er nicht and rs fnfinku ?ttb et bei jeder Torheit und Gewissen-
®gen," antwortete die alte Frau. „Aber taiLL/ recht' das Gerede muß vermieden »eroen ... nicht um Friedrichs willen , , . er
Vom Hansabund.
Der Hansabund hat kürzlich Aufrufe zur Bei- tragsleistung für seinen Wahlsonds ergehen lassen, die zwar verschiedene Fassungen haben, aber alle in besonderer Schärfe sich gegen die tinfeitige Jnieressenpolitik des Bundes der Landwirte wenden. Die „Nordd. Allg. Ztg." beschäftigt sich in ihrem Wochcnrückblick offenbar offiziös mit diefen Aufrufen. In einem Aufruf hieß es:
„Schutzlos standen Gewerbetreibende, Kaufleute und Industrielle bisher den jahraus, jahrein eintretenden schweren Schädigungen gegenüber, mit denen fortgesetzt gewerbefeindliche, von Unverstand oder Eigennutz dittierte Maßregeln der Gesetzgebung und Verwaltung jeden einzelnen Kaufmann und jeden einzelnen Industriellen entrechteten und belasteten."
Dazu fchreibt die „Nordd. Allg. Ztg."
„Eine folche Sprache war bisher den staatsfeindlichen Parteien Vorbehalten, zu denen überzulaufen der Hansa-Bund die bürgerlichen Kreise verhindern will. An einer anderen Stelle behauptet der Aufruf, daß die gegenwärtige deutsche Wirtschaftspolitik di« Interessenten von Gewerbe, Handel und Industrie in jedem Zweige der Gesetzgebung und Verwaltung mitzackte. Soweit uns bekannt, waren bisher grotzc und maßgebende Kr-ise der deutschen Jndusttie überzeugte Anhänger unserer Wirtschaftspolitik, «nd wir können deshalb nicht annehmen, daß diese Kreise mit einem solchen die Wirtschaftspolitik des Reiches in Bausch und Bogen verdammenden Urteil einverstanden fei« werden, obgleich es durch das Präsidium des Hanfa- Bundes und die Unterschrift feines Vorsitzenden gedeckt wird. Dee Hansa Bund läuft Gefahr, mit betätigen Methoden auch das Berechtigte in feinen Bestrebungen zu entwerten. Wenn er den Gewerbestand sammeln und dessen Einfluß im Parlament stärken will, um damit ein Gegengewicht gegen den Bund der Landwitte und dessen Agitation, die auch nicht immer von lieber« treibungen frei ist, zu schaffen, fo werden ihm das selbst agrarische Kreise nicht verübeln, vorausgesetzt, daß es ihm Ernst damit bleibt, „eine gerechte, das heißt allen Erwerbsständen einschließlich der Landwirffchast gleichermaßen gereckt werdende Wirtschafts- und Finanzpolitik zu erstreben." Das setzt er sich nämlich in dem Ausruf, an die Angehörigen des denffchen Gewerbestandes ausdrücklich zum Ziel. Es heißt aber diesem Ziel entgegenarbeiten, wenn die Elemente der Verwirrung und der Zwietracht, die in unserem politischen Leben schon übergenug tätig sind, mit den Mitteln vermehrt werden. deren sich der Hansa Bund jetzt bei seinen Geldsammlungen bedient. Das zu tun, sollte nickt sein Ehrgeiz sein und dürste auch nicht im Sinne seiner Gründer liegen."
Die Auslassungen werden in der Presse eifrig kommentiert. Die freikonfervative „Post" die dem Hansabund sehr nahesteht, meint:
„Taute Lore hat mir gesagt, daß Du nicht ins Scklotz durstest, aber vorn Eise ist nicht die Rede gewesen. Schlittschuhlaufen hast Du ja immer gedurft — also komm', ehe Deine Großmutter aufwacht. Ich nehme alles auf mich.'
Christiane schwankte; „Tante Lore wird's nicht zugeben,' meinte sie; aber Mlhelm versicherte, datz die Tante einverstanden fei, tmb wirklich begnügte sie sich, als die beiden an bet offenen Kirchentür vorüberhuschten, mit bet Mahnung, nicht zu lange auszubleiben. Von den Prinzen hatte ihr Wilhelm freilich nichts gefagt. Wenn die Großmutter in ihrer heutigen üblen Laune mit dem Eislauf des Kindes unzufrieden fein sollte, war Lore — heldenmütig wie Wilhelm — entschlossen, die Verantwortung z« trogen.
IForlsetzuna folgt.)
MchM Mutig mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: ,Iach Feierabend» (wöchentliche Unterhaltungsbellage) und „Landwirtschaftliche Beilage.»
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Die „Oberhessische Zeitung» erscheint täglich mit Ausnahme bet ■ Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 Jt lohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Eroedition lMarkt 21), 2.00 M. (Für unverlangt zugesandte Manuflripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Marburg
Mittwoch, 19. Oktober 1910.
Die Jnserttonsgebühr beträgt fv- Fnserentrn aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7o-^-"ttene Zeile oder deren Kaum 1b für auswärtige Inserate 20 *L für Reklamen 40 j. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universttäts-Duchdrnckerei. Fnhakior Dr. C l"i
Markt 21. — ?">.
45. Jahrg«