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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
»nd den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage."
45. Jahrg.
Zweites Blatt
Braut - Seide
v. Hk. L35 ab -
entsetzliches
Euler einen von Darm- Zurückgelegt
meter Breite. Aus der einzigen Strecke wurden 60 Leichen- gefunden. Tausende stehen in den Flüssen und tauchen ab und zu unter, wenn die Lust zu heiß wird.
Bestbewährte gesunde und magen darmkranke
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phi!. Carl Hitzeroth in Marburg.
— Schon verzolltI — Verlangen Sie Muster G. Henneberg, Zürich.
Nachmittag der Aviatiker August Aufstieg mit dem Kommandanten stadt, Generalmajor von Randow, wurden 7 Kilometer.
Schmalkalden, 11. Ost. Ein
Brandunglück beschäftigt hier alle Gemüter. In dem alten Schäferbause der Gemeinde Herrenbreitungen brach in der vorgestrigyn Nacht um 4 Uhr plötzlich Feuer aus, welches infolge der in dem alten Hause angehäuften vielen, leicht entzündlichen Vorräte mit einer selchen Schnelligkeit um sich griff, daß die darin wohnende Frau des Schuhmachers Mefferschmidt sich nicht mehr zu retten vermochte und bei lebendigem Leibe verbrannte. Ihr 13 Jahre alter Sohn sprang in der Todesangst im zweiten Stock zum Fenster heraus und erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Eine bejahrte Frau die im unteren Geschoß des alten Hauses wohnte, trug ebenfalls schwere, lebensgefährliche Verletzungen davon.
Friedewald, 11. Ott. Ein unbekanntes junges Mädchen im Alter von 18 bis 20 Jahren wurde gestern Mittag beim Ueberschreiten des
Marktberichte.
Cassel. 10. Oktober lVieh marktSbericht.)' SLlattviehpreise. Er kosten die 50 Kilogramm Schlachtgewicht von Ochsen: 1. Qual. 86—88 M. ; 2. Qual. 83-85 M. 3. Qual. 79-81 M. Bullen 1. Qual. 79-80 M. 2. Qual. 74-76 M. 3. Dual.' 00-60 M. Kühe und Minder: 1. Dual. 78-82 M. 2. DuaL 72-75 M. 8. Qual. 69-71 M. Schweine 1 Dual. 68-70 M. 2. Dual. 64-67 M. Kälber das */« kg Lebendgewicht 46—52 Pfg. Hümmel das % kg Fleischgewicht 73—75Pfg. Auftrieb: 6 Oisen, 6 Bullen. 31 Kühe, 14 Rinder, 159 Schweine, 36 Kälber, 26 Hümmel. Tendenz: lebhaft.
Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder.
Hessen-Nassau und Nachbaryebiete.
Sich, 10. Ost. Hunderte Zentner Obst werden eben tägilch hier verladen. Die Preise sind für den Doppelzentner ausgereistes gepflücktes Tafelobst: Schöner von Boskoop und Reinetten 14 X Parmänen und gestammter Kardinal 12 M, Schafnasen 8 Jl; Schüttelobst kostet hier wie anderwärts per Zentner 6 Jl.
Frankfurt a. M , 11. Ost. Gestern Nachmittag war der Arbeiter Heinz aus Sachsenhausen mit dem Reinigen der Heizungsanlage in einem Hause der Bockenheimer Landstraße beschäftigt. Er erstickte durch ausströmende Gase. Heinz hinterläßt Frau und fünf Kinder.
Darmstadt, 11. Ott. Auf dem Truppenübungsplatz in Griesheim unternahm gestern
Unpolitische Tagesnachrichten.
Vom Zuge überrannt. Neunkirchen bei Trier, 11. Ott. In der Nähe von Ober-Linx- Weiler erfaßte ein nach Bingerbrück gehender Güterzug auf dem geöffneten Bahnübergang ein mit 2 Pferden bespanntes Fuhrwerk des Müllers Volz aus Ober-Linxweiler. Der Wagen wurde vom Zuge mitgerissen und zertrümmert. Frau Volz wurde getötet, ihr lOjähriger Sohn verletzt. Der Bahnwärter soll die Schranke geöffnet haben, um den Wagen noch vor der Ankunft des Zuges durchzulasten.
Die schwarzen Pocken. Berlin, 11. Ott. Eine im Röntgenlaboratorium einer Klinik beschäftigte junge Dame ist an den schwarzen Pocken in leichter Form erkrantt. Ein ausländischer, anscheinend auch an den schwarzen Pocken erkrankter Arttst wurde in die Charite ausgenommen. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.
Augzusammenstoß. Warschau, 11. Ott. Heute Nacht liefen auf dem nach Brest führenden Zweige der Weichselbahn 8 Güterwagen auf einen Personenzug auf. Eine Bahnbeamten- tockiter wurde tätlich, ein Gehilfe, ein Packmeister und ein Heizer wurden leicht verletzt. Mehrere Wagen wurden zertrümmert.
Waldbrände in Amerika. N e w h o r k, 11. Ott. Die Waldbrände im G .ate Minnesota wüten mit ungeschwächter Kraft weiter. Zwischen den zerstörten Städten Spooner und Veaudette wütet ein Flammenmeer von 25 Kilo-
solche Wahlparole dieselbe Wirkung, nämlich die Zurückdrängung der Sozialdemokratie, auch ohne das Bestehen eines Sozialistengesetzes haben kann, ist ja durch die Wahlen vom 25. Januar und 5. Februar 1907 bewiesen worden.
Aus wahltaktischen Gründen ist also ein Ausnahmegesetz nicht nötig, es könnte sogar vielleicht schädlich wirken. Um aber Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, ist es ebenfalls nicht erforderlich. Wir brauchen es nicht gegen die Streiks, denn wenn Streikende Arbeitswillige belästtgen, so sind die strafgesetzlichen Bestimmungen über Beleidigung, Körperverletzung, Nötigung usw. vollkommen ausreichend. Ebenso reichen bei Tumulten die Bestimmungen über Landesfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt usw. vollkommen aus — vorausgesetzt, daß sie mit der nötigen Schärfe angewandt werden.
Eine Ausnahmegesetzgebung, ganz abgesehen davon, daß sie im Reichstage keine Mehrheit finden würde, ist also durchaus überflüssig und sie wird deshalb auch von der Regiemng nicht geplant. Auch Vorgänge in der Art der Moabiter Unruhm können diesen Standpunkt nicht verändern, den sie braucht sich vor solchen Vorgängen nicht zu fürchten, da sie ja durchaus die Machtmittel hat, ihnen entgegenzutreten.
Bahngleises bei dem benachbarten Dorfe Wovsershausen vom PersonrnZug, der die Strecke Caffel—Gerstungen—Vacha passiert, überfahren und auf der Stelle getötet.
Rüdesheim, 11. Ott. Der langjährige Wächter des Nationaldenkmals auf dem Niederwald, Feldwebel-Leutnant Heinrich Ebert, ist nach einer mehr als 50jährigen Dienstzeit in den Ruhstand getreten. Ebert gehört zu den wenigen, die im Feldzuge 1870/71 das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse sich erwarben. Noch int April d. I. erhielt er bei dem damaligen Kaiserbesuch auf dem Niederwald das Bild des Kaisers mit eigenhändiger Namensunterzeichnung. Jetzt wurde ihm noch das Kreuz der Inhaber des Hohew- zollernschen Hausordens verliehen.
Vermischtes.
Der Restame-Köntg Danny Gürler in der Irrenanstalt. Aus St. Goarshausen wird ge-, meldet: Danny Gürler. der vor einigen Tagen aus dem Darmstädter Gefängnis entlasten wurde, hielt hier am Freitag vormittag auf offener Straße splitternackt eine Rede an eine groß« Volksmenge. Gürtler wurde schließlich verhaftet und in eine Irrenanstalt gebracht. (Danny Gürtler war bekanntlich in diesem Sommer in Marburg.)
Ausliahmegesetze unb Agilationsmittel.
; Man schreibt uns:
Gestern haben in Berlin 21 sozialistische Protestversammlungen gegen das Vorgehen der Polizei in Moabit stattgefunden. Um einen möglichst zahlreichen Besuch dieser Versammlungen herbeizuführen und dann damit renommieren zu können, haben die Drahtzieher der Partei am Sonnabend im »Vorwärts* einen bombastischen Aufruf erlassen, in dem gesagt wurde, die herrschenden Klassen wollten statt der Gewährung eines besseren Wahlrechts neue Streik- und Zuchthausgesetze einführen. Diese nichtswürdigen Pläne müßten vereitelt werden und die Bevölkerung müßte über diese hinterlistigen Absichten aufgeklärt werden. Die neuen Anschläge der Reaktion müßten abgeschlagen werden.
Danach sollen die Versammlungen also nicht nur eine» Protest gegen die Polizei, sondern zugleich auch gegen angeblich geplante neue Ausnahmegesetze darstellen. Dieses Mittel, die Massen in die Versammlungslokale hineinzulocken, verfing nicht. In sämtlichen Versammlungen zusammengenommen waren nur etwa 20 000 Besucher, also nur ein Fünftel so viel al» im VI. Berliner Wahlkreise, zu dem Moabit gehört, der sozialistische Kandidat bei den letzten Reichstagswablen Stimmen erhalten hat. In den Versammlungen wurde dann eine Resolusion angenommen, in der besonders die liberale Presse mit Schimpfworten bombardiert wurde, weil sie während der Moabiter Unruhen nicht mit dem plündernden Pöbel gemeinsame Sache gemacht hatte.
Das Schimpfen auf die Liberalen und das Andiewandmalen des Gespenstes der Ausnahmegesetze verfolgen einen und denselben Zweck: die durch die Moabiter Vorgänge locker gewordenen Reihen Wieder fest zu schließen. Denn wenn sozialistische Zeitungen und Volksredner gesagt haben, sie wünschten nur noch mehr Vorgänge st la Moabit, weil dadurch neue Hunderttausende der Sozialdemokratte zugeführt würden, so ist das nichts.als Schaumschlägerei 1 Die Sozialdemokraten wissen nur zu gut, daß Tumulte von der Moabiter Art ihnen die Mtläufer entstem- bc”, die sie zwar innerlich verachten, die sie aber äußerst notwendig brauchen, um mit imposanten Ziffern paradieren zu können.
Tatsächlich liegt der Regierung eine solche Absicht vollständig fern. Herr von Bethmann- Hollweg hat, wenn auch noch nicht in leitender Stellung, so doch als erwachsener Mann, die Wirkung des Sozialistengesetzes verfolgen können, und er hat genug davon. Er wejß, daß das Bestehen des Sozialistengesetzes die starke Vermehrung der sozialdemokratischen Mandate bei den Wahlen von 1884 und 1890 nicht hat verhindern können. Eine Ausnahme machten damals nur die Wahlen von 1887, nicht aber, weil das Sozialistengesetz bestand, sondern weil die Regierung eine nationale Wahlparole ausspielen konnte, durch die Hunderttausende von sonstigen Richtwählern aufgeruttelt wurden. Daß eine
Aviatik
Flugplatz Johannisthal, 11. Ott. Das heutige Fliegen, dem auch der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin beiwohnte, war durch schönes" Wetter begünstigt. Der Wind war nur schwach. Die größte Höhenleistung erzielte Wiencziers, welcher auf Bl^rioi 805 Meter errichte. Die nächstbeste Leistung zeigte Lindpaintner mit 720 Meter. Lindpaintner mit Gorrissen hatte auch die längste Flugzeit zu verzeichnen. Es flogen beide 2 Stunden 25 Min. Thelen welcher nach ihnen die beste Leistung zeigt-, stürzte infolge Kettenbruchs, doch erlitten weder er noch der Passagier irgendwelche Verletzungen; der Apparat wurde nur leicht beschädigt. Den kürzesten Anlauf brauchte Wiencziers, nämlich nur 38,44 Meter. Jeannin war der zweitbeste mit Anlauf 39,97 Meter, Grade dritter, 54,10 Meter.
Kinder-Frühstück tausendfach ärztlich empfohlen. Hui echt in blauen Kartons für 1 tt» niemals lose.
Briefkasten der Redaktion.
Ä. D. Für den Handel mit denaturiertem Spiritus bedürfen Sie keiner polizeilichen Erlaubnis, er fällt nicht unter die geistigen Getränke, für die nach 8 33 der Reichsgewerbeordnung Erlaubnis vorgeschrieben ist. Wohl aber haben Sie der zuständigen - Steuerhebestelle und der Ortspolizeibehörde Anzeige von dem Handel mit denaturiertem Spiritus zu machen. <'
Die Znsertlonsgebühr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7g?tnaltene Zeile ober deren Raum 16 78, für auswärtige Inserate 20* A , für Reklamen 40 4. — Druck und Verlag: Joh. «ug. juw), Universitäts-Buchdruckerei. Inhaber Dr. E. töitzeroch. Marburg, Markt 21. — Telenbon 55.
Marburg
Donnerstag, 13. Oktober 1910
Die „Oberhessische Zeitung* erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- HZ 9Iß jährlich durch die Post bezogen 2,25 JL (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Ervedrtton sMarkt 21), 2:00 «M.. (ftflr unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Kasseler Hafer-Kakao wird als
nktankenW
44 kNachdruck verboten.)
Seelenkiimpfe.
Preisgekrönte Novelle von Elise Otto.
(Schluß.)
Während Paris erschauert unter trüb-n Tagen und frostigen Rächten, den Vorläufern des ^Winters, glänzt und leuchtet es über dem Golf, an. dessen Ufern sich Triest türmt. Blaue und pupürne Lichter fluten über den Wassern — der Spätsommer ist da in seiner ganzen Pracht.
In dem nach dem Meere hinausgehenden, lustigen Zimmer eines der dem Hafen zunächst gelegenen neuen Häuser herrscht trauliches Dämmerlicht. Die Rouleaus sind halb gesentt, damit die späte Nachmittagssonne den Heinen Schläfer nicht störe, der mtt rosig angehauchten Wangen und im Traume lächelndem Munde, in die Arme feiner Mutter geschmi gt, ruht.
Die feinen Hände der letzteren fpielen sinnend in dem dunklen Lockenhaar des Kindes, während sie mit dem Ausdruck tiefinnern Glückes und namenloser Zärtlichkeit niederblickt auf den schönen Knaben in ihrem Schoße. Die Gestalt Genias ist noch immer sehr schlank und sehr zart .aber eine gesunde Röte liegt aus ihren Wangen, die Augen blicken hell und zuversichtlich.
Von dem nahen Bahnhofe tönt das schrille P'^fen eines nahenden Zuges herüber. Sie wechselt leicht die Farbe — jede Stunde kann str die Erwarteten bringen.
Au- dem Garten herauf dringen die Töne
eines lustigen Liedes. Sie lauscht ihnen freundlich; es ist ihr Gatte, der sie emporsendet.
Der Gesang verstummt, es ist wieder still wie zuvor, sie blickt zwischen Len Rouleaus hindurch ttäumerisch auf die goldig ausblitzende Fläche des Meeres. Da tönen eilige Schritte im Vorzimmer, eine licht gekleidete Gestalt fliegt herein, umschlingt ihren Hals und schluchzt selig: „Genia, Genia, da sind toir!" Eine hohe Männerfigur erscheint in dem Rahmen'der Tür.
„Percy!"
Der Arm, der das Köpfchen des kleinen Raoul gestützt, ist schlaff hinabgesunken, der Körper, an dem er geruht, so jäh zusammen, gezuckt, daß der Kleine sich schlaftrunken die Augen reibt. Genia hat das Kind leidenschast- liu; an sich gepreßt, der Blick ihres gesenkten Auges ruht auf ihm wie vergehend. 9toer ihre Züge beruhigen sich schnell, der swckende Atem hebt wieder gleichmäßig die Brust — sie ist vollständig gefaßt, als sie jetzt langsam auffteht den »einen Schläfer aus das Sofa legt und dem Freund« entgegentritt, ihm ruhig die Hand reichend.
-Gott segne Sie, Percy — machen Sie Frieda glücklich!-
Auch über das Antlitz des" Eingetretenen ist ein seltsames Zucken gefahren. Er führt die ihm hingereichte schmale Hand ehrfurchtsvoll an die Lippen, und es liegt soviel hochachtunsvolle Bewunderung in seinem Auge, daß Frieda nicht vermocht hätte, eifersüchtig zu werden, selbst wenn fit es gewollt.
„Ich war schon so frech, Nun bin ich so fromm, Und blicke voll Andacht zur Sonne. Schön ist die Welt!
Meitte Liebste hält
Am Busen ihr Kind voll Wonne."
schallt Heyses Frühlingslied leise vom Garten herauf.
Im nächsten Aug. .blick steht Norring unter der Tür.
„Da sind ja unsere Reisenden! Willkommen, tausendmal Willkommen!" Er tritt sichtlich erfreut näher. .Aber nun dürft ihr auch nicht so bald wieder fort — auf der Hochzeitsreise hat man's nicht gar so eilig! Sie bleiben doch jedenfalls ein paar Tage bei uns, lieber Starten?"
Percy fühlt den Blick Genias wie in abwehrender Bitte auf sich ruhen. Er versteht sie.
„Ich danke Ihnen, Herr Norring, aber wir müssen heute abend noch fort, wer weiß, wie lange das schöne Herbstwetter anhält! Frieda aber soll all' meine alten Garnisonen kennen lernen, Pola und Lussin Piccolo, später wollen Wir noch nach Rom und Neapel!"
„Und dann? Sie gedenken Ihre Stellung an der' Militär-Akademie in Neustadt beizubehalten?"
„Vorläufig ja. Lange jedoch werden wir dem Wunsche meiner Mutter nicht widerstehen können, die ihre Kinder gern bei sich haben möchte aus unser m Stammgut. Ich werde dasselbe vielleicht schon nächstes Jahr selbst übernehmen."
Genta ist leise htnausgeeill, den EruOdeten
Erftischungen zu besorgen. Im Vorzimmer bleibt sie stehen, schnell eine Träne hinwez- trocknend, die ihr wider Willen ins Auge ge» treten. Die Tür öffnet sich, Frieda steht neb.n ihr.
„Ich weiß alles, Genia, alles. Dir danke ich mein Glück; aber sage, süßes Herz, darf ich 1 mich denn seiner auch mit ruhiger Seele et- . freuen?" !
Genia lehnt zärtlich ihre schmal». Wange an! die blühende der Schwester. „Ich habe c2 selbst * so gewollt. Ich tue meine Pflicht — auch darin! liegt Glück." !
Ende.
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Frisch aus!
Nu ii nützt die schönen Tage, Die uns der Herbst noch beut, Bald kommt mit ihrer Plage Die schlimme Winterzeit! — Noch scheint die Sonne mächtig, Die Lust ist frisch und rein, Da wandert sich's gar prächtig In Gottes Welt hinein.
Im Schmuck stehn auch die Wäldr, Die Wiesen sind noch grün' Und find auch leer die Felder, Doch auch noch Blumen blühn. — Frisch auf! nimm in die Hände Den treuen Wanderstab Und wandre frohbehende Die Berge auf und ob!
Hermann Heafe, Geldhanss».