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Klostermauern
Kampf Ruhe
Ein fröstelnd Paris. Um die Laternen brodelt
finster trotzig in die Nebellust hinaus, leichte Gewoge der Locken hebt sich licht ab den ttefroten Fensterdraperien, irte Hand Pflückt lästig eine der Rosen, die auf Spiegelkonsole neben ihr duften.
Sie ist soeben in der Kirche gewesen,
finden?'
»Ruhe — ja Ruhe!
Das oon zer- ber
ihm Frieda!'
Ihr Auge starrte ins Leere, sich alt aus, alt und verblüht.
„Wenn büßen leiben ist, so büßt!'
„Unb Sie meinen, hinter werbe dies Herz voll Qual und
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 82.
Dr. Mat FL
(Fortsetzung.)
21.
kalter Oktoberabend liegt Wer halberstickt n Gasflammen der der Nebel, daß es in eisigen
Viertel der Santoskirche ertönten, hieß es, sie fei« von Ordensleuten abgegeben worden, die sich in b« ■: Kirche verborgen hätten. Man mußte die bewaffnete Macht herbeirufen, um die Kirche und die ihr benach» - barte französische Gesandtschaft zu schützen. Zn der. Stadt und ihrer Umgebung dauern die Verhaftungen verkleideter Ordensleute fort, die sich auf der Flucht befinden.
Lissabon, 10. Ott. Lin englischer Kreuzer unb der amerikanische Kreuzer „Desmoines« find hi« eingetroffen.
Berlin, 10. Ott. Die brasilianische Regl«nng erklärt in einem Telegramm an die hiesige Gesandtschaft, daß die Nachricht jeder Begründung entbehre, nach welcher Marschall Hermes da Fonseca am 5. Oft. mit dem Präsidenten der provisorischen Regierung in Portugal eine Automobilfahrt unternommen hab«. Nicht minder unwahr sei, daß Marschall Herme* d« Fonseca diesen Herrn im Namen Brasilien, beglückwünscht haben solle. Tatsache wäre, daß Se. <E;yL len; am 4. Oktober früh den außerhalb der Stabt ga- legenen Palacio de Betern verlassen und sich dirett mittels einer Barkaste des Schlachtschiffes *6« Paulo" an Bord begeben habe. Am 5. Oktober ließ ihm dann die provisorische Regierung die Liste Se» neuen Ministeriums zustellen, für die Marschall <Set* mes da Fonseca als einfacher Privatmann mit bew Hinzufügen dankte, daß es Sache des Gesandten tat Listabon und der brasilianischen Regierung sei, von den Borkommnisten Kenntnis zu nehmen. Am 6. Oft. statteten dann der Präsident der provisorischen Regierung und der Minister des Innern dem Marschall ein i privaten Besuch ab, bei dem sie auch als Privatleute an Bord empfangen wurden. Am glichen Tage ging dann der „Dreadnought" nach Rt* b» Janeiro in See. Vorläufig hat die brasilianis'-re Gesandtschaft in Listabon den Befehl nur und arm schließlich zum Schutze der brasilianischen Interest«* in Beziehungen zu der provisorischen Regierung z» treten.
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war aufgesprungen, ihr Auge flammte; sie stand ihm gegenüber, die Arme fest über der Brust verschränkt. „Ich liebte diesen Warren, liebte ihn so wahnsinnig, daß ich auf meinen Knien ihn hätte mögen um Liebe betteln!' Ein ttampf- haftes Aufschluchzen unterbrach ihre Stimme. „Wollen Sie erfahren, was ich getan? Ich habe nicch vor ihm auf den Knien gelegen. Ich wartete darauf, daß er kommen werde, wartete mit schmerzendem Herzen und fieberndem Hirn, wattete vergeblich, und dann — dann sandte ich
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festzustellcn, ob die Blumentöpfe und sonstigen Gegenstände von Rowdies oder anständigen Arbeitern geschleudert auf sie fliegen, und dementsprechend vorgehen. Jedoch das Beste kommt noch:
„Wenn man sich die Dinge an Ort und Stelle ansah, so mußte man geradezu von Erbitterung über die Berichterstattung eines großen Teils der Preffe erfüllt werden. Die durch das winkende Zeilenhonorar erhitzte Phantasie einzelner Reporter hat den gröbsten Unfug angerichtet. Was las man da nicht z. B. von der „Demo licrung' der Reformationskirche! Sah man sich aber die Kirche an, so war, von zwei kaputten Scheiben abgesehen, auch nicht der geringste Schaden zu bemerken. Alles war Schwindel gewesen! (!!!) Wirklich erheblichen Schaden hat nur die Polizei angerichtet. Sie hat die Scheiben in den Haustüren zertrümmert, um die Leute zu verfolgen, die sich in die Häuser flüchteten. Sie hat ungezählte harmlos« Menschen, ruhige Bürger, anständige Arbeiter, junge Mädchen, alte Frauen, Kinder schwer an ihrer Gesundheit geschädigt. Es grmtst einem, wenn man liest, wie in hundert Einzelfällen „Ruhe, Ordnung und Sicherheit" von der Polizei in der gröblichsten Weise gestört worden ist. Eine Unsumme von berechtigter Erbitterung hat sich im Volke gegen die Polizei aufgespeichert. Es siebt in ihr kein Organ des Schutzes, sondern ein Instrument bet Bedrohung. Der letzte Rest von Verttauen zur Polizei ist auch den Vertrauens - seligsten bei den Wahlrechtsdomonstrationen ausgeprügelt worden. Moabit ist ein neuer Beweis dafür, daß im heutigen Preußen die Polizei die schlimmste Gefahr für das Publikitm barstellt. Sollte es einmal zu einer wirklichen Explosion bes Volksunwillens kommen, so wäre die Polizei in erster Linie verantwortlich."
Am meisten hat es v. Gerlach der Polizeipräsident v. Jagow angetan, der es gewagt hat, die ausländischen Pressevertreter gerade so wie andere Sterbliche zu behandeln. Wegen dieser „Freveltat" kommt Herr v. Gerlach zu bent Schluß, daß „dieser Polizeipräsident fürderhin unmöglich" sei. Herr v. Jagow wird das Mißfallen dieses Politikers zu tragen wiffen. Nicht uninteressant ist, wie Herr v. Gerlach den Artikel schließt, es zeigt, daß seine ganze Agita- tton unb Scharfmacherei nur ben einen Zweck hat: Für bie Wahlen „Wir haben ja den Stimmzettel. Er ist eine schneidendere Waffe als der schärffte geschliffene Polizeisäbel."
Diese von Verdrehungen strotzenden, gegen die bestehende Ordnung aufreizenden Ausführungen verdienen niedriger gehängt zu werden — besonders hier in unserem gewiß nicht großstädtisch-industriellen Wahlkreise, in dem v. G. noch immer hofft gewählt zu werden. Mr kümmern uns gleichwie die übrige deutsche Presse wenig oder gar nicht um die Gerlachscben Tiraden, bie im Tone dem „Vorwärts" nicht nachstehen, unb legen ihnen gewiß keinen großen Wert bei. Gelegentlich aber müssen wir boch unseren Lesern ein Bilb geben, wie sich in seinem Kopfe bie Welt rötlich malt.
Wer etwa glauben sollte, baß bie Anschauung bieses Demokraten noch in irgenbeiner
Die Republik Portugal.
In Portugal ist die Ruhe wieder eingekehrt. Nur das Kesseltreiben gegen die Mönche verursacht noch einige Erregung. Heute liegen folgende Meldungen vcr:
Lissabon, 10. Oki. Gestern abend herrschte an bestimmten Punkten der Stadt eine gewisse Erregung über die durch den Widerstand der Klöster hervor- gerufenen Zwischenfälle. In den Hauptstraßen, wo Kavallerieabteilungen patrouillierten, ist die Erregung besonders lebhaft.
Lissabon, 10. Oft. Die Polizei traf Vorkehrungen, um das Volk an dem Eindringen in die bedeutendsten Klöster und Kirchen zu verhindern. Der Trupp, dem es zufolge der geringen Polizeimacht gelang, in das Kloster Quelhacs einzudringen, bestand aus einigen Fanatikern, welche die Möbel und die Eipsstatuetten zertrümmerten, und ferner aus Neugierigen und einigen Beutegierigen. Als Nachts Schüsse aus dem
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Deutsches Reich.
— Rückreise des Prinzen Heinrich. London, 1V Ott. Prinz Heinrich von Preußen trat von Plymouth aus die Rückreise nach Deutschland an.
— Der Reichskanzler. Berlin, 10. Ott. D« Reichskanzler ist nach Berlin zurückgekehri.
— Staatssekretär e. Kiderlen-Wächter in Wien. Wien, 10. Okt. Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter. der gestern an einem Diner bei dem Grafen von Aehrenthal teilnahm, besuchte heute vormittag de« deutschen Botschafter und hatte mit ihm eine längere Unterredung. — Die von deutschen und österreichischen Zeitungen veröffentlichten Meldungen üb« Aeußerungen, die Staatssettetär v. Kiderlen-Wächter • bei einem Diner in Bukarest über Portugal getmi haben soll, beruhen auf freier Erfindung. — Staat»» sekretär v. Kiderlen-Wächter wurde nachmittags tat halbstündiger besonderer Audienz vom Kaiser empfangen.
— Hundertjahrfeier der Berliner Universität. Berlin, 10. Ott. Anläßlich der Hundertjahrfeier der
Gebetbuch liegt ihr auf den Knien. Das schwere Atlasfleid bauscht sich weithin über bie Parketts des Fußbodens.
Ein Diener erscheint. Doktor Helmroth wirb gemeldet.
„Der alte Helmroth?" Ein bitteres Lächeln «tht auf den vollen Lippen der schönen Frau. »Ich lasse bitten."
Der Eintretende verbeugt sich. Der kalte
tNachdruck verboten.1
Seelenkampfe.
Preisgekrönte Novelle von Elise Otto.
Tropfen niederrinnt von den angelaufenen Scheiben. Auf den Plätzen und Boulevarbs liegt er in dichten, weißlichen Massen, bis der Wind hineinfährt, ihn pfeifend auseinanderjagd uus ihn zurückgedrängt in die engeren Gassen Und Gäßchen, in denen er nun mürrisch zusammengepreßt hängt, durch die Fcnsterritzen und Kaminschlote sich hineinzwängend in die Wohnungen.
In einem eleganten Zimmer bftcken die großen, grauen Augen einer blonden Dame
Form von der eines waschechten Genossen abweiche, für den lassen wir folgende Ausführungen des „Vorwärts" folgen, der sich auch über die Moabiter Vorkommnisse ausspricht:
„Die Vorgänge in Moabit sind bekannt. Infolge Parteinahme der Polizei für bie Streikbrecher unb ben Unternehmer gegen streikenbe Lohnarbeiter entstauben gelegenflich ber burch berittene Polizisten geschützten Kohlentransporte Ansammlungen, bei benen der großstädtische Janhagel, der sonst bei Paraden und dergleichen johlt, gemeinsam mit einer Anzahl halbwüchsiger Jungen Ulk und Radau machte. Die bekannte Art, in der die Berliner Polizei bei solchen Anlässen eingreift, indem sie förmliche Hetzjagdm gegen friedliche Zuschauer oder ruhig ihres Weges gehende Arbeiter und Bürger veranstaltet, erbitterte die ganze Bevölkerung der betreffenden Stadtgegend und forderte sie förmlich zu Demonstrationen gegen die Polizeiwillkür heraus."
„Demonftrattonen friedlicher Zuschauer" ist für die revolutionä en Vorgänge in Moabit ein netter Ausdruck, vebrigens auch der „Vov- wärts" redet in demselben Jargon von den Blät tem, die ihm nicht grün sind, er nennt sie „be zahlte Scharfmacherorgane', und daß sie „gesinnungslos" sind, ist selbstverständlich. Daß v. G. sich auch mit der Forderung des Vorwärts nach einem Gesetz gegen die „Ueöer- griffe der Polizei bei Stteiks" einverstanden erklären würde, ist klar. Par nobile fratrum, eine feine Kumpanei. — Run .vorläufig' sind wir noch nickt soweit, daß wir verhetzten Volks- m assen wie sie in Moabit austreten, das Heft- in die Hand geben trotz Herrn v. Gerlach. Vorläufig ist das Bürgertum noch bereit, Ruhe und Ordnung zu schützen gegen rasende Uebergriffe ü la Moabit. Die Polizei hat dabei gewiß einen schweren Stand und speziell in Moabit ist sie, wie bekannt, mit einer Milde vorgegangen, die ihr sogar von mancher Seite verdacht wurde. Sie nach Art des Hern v. Gerlach mit Schmutz zu bewerfen liegt kein Grund vor, solange man auf dem Boden der jetzigen Staatsordnung stehen will.
stern werden bald aufs neue Ausschau halten müssen nach einer Oberin, meine Gesundheit ist untergraben —"
„Ich bin Arzt, Blanche; ich will Sie pflegen — Sie sollen leben!"
„Wissen Sie beim auch, ob ich leben will? Ich habe gekämpft um Liebe, Reichtum, ja end- lich um eine Fürstenttone, ich hatte kein Glück. Glücklos mag ich nicht leben. Ich habe gesucht, an Frteba zu sühnen, was ich an Genia verbrochen —" Blanche preßte leise aufstöhnend die Hanb gegen die Stirn — „lassen Sie mich!"
„Ich Sie lassen? Sinb Sie nicht Biancas Kinb?" fragte Dr. Helmroth traurig.
„Arme Mutter!' Die Stimme b'r Sprechenden klang gebrochen, fvnlo». „Ihr Anbenke»
Die schuldige Polizei.
Verschreibt Herr von Gerlach seinen Artikel in der „Welt am Montag", über bie Moabiter Unruhen. „Nichts ist so bumm unb gemein", beginnt Herr v. Gerlach ben Artikel, „als daß es nicht in ber konservativen Presse sein Plätzchen fände. So ist es denn kein Wunder, daß gewisse Blätter ber Sozialdemokratie die Verantwortung für die Moabiter Geschehnisse in die Schuhe schieben." Herr v. Gerlach knüpft daran einige wettere Anrempeleien gegen bie Presse bie „i h m* nicht gefällt. Er ist enffchuldigt, ber arme Mann kann nicht anbers. So werden auch die freisinnigen Blätter denken, bie von bem Führer ber „bebeutenben* demokratischen Vereinigung mit einigen Fußtritten bedacht werden, weil sie sich der Tatsache, daß der Aufruhr in gewissem Zusammenhänge mit der von der Sozialdemokratie betriebenen Hetze stehe und sie verurteilen. Herr v. Gerlach benft nämlich anders. Man höre wie er bie Sache allen Ernstes darstellt.
„Die Arbeiter von Kupfer streitten in erfreulicher Solibarität vollzählig. An ihrer Stelle wurden bie famosen „Arbeitswilligen" von auswärts herangezogen. Die „Arbeitswilligen" find, von Ausnahmen natürlich abgesehen, der Abhub der Arbeiterschaft. Alle anständigen Arbeiter erblicken in diesen Burschen, den Hväneu des Schlachtfeldes der Arbeit, ein verächtliches Element. Trotzdem sind sie die gehätschelten Lieblinge der scharfmacherischen Unternehmer und der Polizei. Auch bei dem Streik in Moabit trat die Polizei sofort auf feiten des Unternehmers und der Streikbrecher. Jeder Kohlenwagen der Firma wurde von 4 berittenen Schutzleuten eskortiert. Das regt natürlich die Arbeiter auf (!), wenn sie fehen, daß die Polizei, die doch auch von ihren Steuergroschen bezahlt wird, nichts Besseres zu tun findet, als osten tativ für Leute einzutreten, die eines besonderen Schutzes weder wert noch bedürftig sind. Keinem „Arbeitswilligen" war ein Haar gekrümmt worden. Trotzdem dies provozierende Polizeiaufgebot."
Herr v. Gerlach hat natürlich noch niemals gebärt, daß einem Arbeitswilligen je „ein Haar gekrümmt" wurde, ober erscheinen feinem „liberalen" Herzen biefe „Hyänen" eines Schutzes nicht wert?! — Weiter heißt es bann:
„Ader bie Polizei hat '"ch als unfähig erwiesen, zwischen Rabaubrüdern, ruhigen Bürgern unb orbentlichen Arbeitern zu unterscheiden. Unterschiedslos hat sie daraus eingehauen und daraus losgeschossen. Die Blutarbeit, die bei den Wahlrechtsdemoflrattonen eingesetzt halt', ist in verstärttem Maße wieder ausgenommen worden. Unzählige Unschuldige find durch das sinnlose Wüten ber Polizei zu schaden gekommen."
Das nächste Mal wird die Polizei gewiß Herrn v. Gerlach bitten, in jedem einzelnen Fall
Oktoberwind hat ihm das Weiße Haar von ber Stirne zurückgeweht, sein helles Auge richtet sich prüfend auf die ihn nachlässig über die Schulter Grüßende.
„Mein Kommen befiembet Sie?"
„Nicht doch! Sie lieben eS ja, mir gegenüber die Rolle der ermahnenden und strafenden Vorsehung zu spielen."
„Und doch finde ich jetzt kaum den Mut, im Angesichte des Sie umgebenden Luxus noch einmal mit meiner Bitte hervorzutreten —*
„Sie sind ein törichter alter Mann; ich gehe selbstversiändftch nicht mit Ihnen!"
„Ich würde für Sie zu arbeiten wissen, Blanche."
„Nicht als ob ich mich nicht trennen könnte von all' dem Plunder, er ist verpfändet, bis aufs letzte Stück, fonbem weil — weil ich ins Kloster gehe."
„Sie, Blanche — ins Kloster"
Als Oberin von Waldbühl, bereit etlebigte Stelle ich dem Einflüsse bes Grafen Almers verbaute. Ich bin nicht geschaffen für d. s eng- bürgerliche Leben, das zu führen mir bie von Norrings gewährten Mittel erlauben. Das fchlichte Orbensgewand soll an Stelle ber Seibenrobe treten —■
„Also Sie wollen büfcen, burch tatkräftiges Wirken?"
„Büßen? Wofür? Warren ist glücklich —*
„Es ist wahrlich nicht Ihr Serbien« baß dem fo Ist!"
„Und wenn es das meine wäre?" Ihre Lippen träufelten sich tn herbem Spott. „Was, alter Mann, wissen Sie denn von mir? Büßen? Woher wissen Sie, daß ich nicht gebüßt?" Sie
Die JnsertlonsgebÜhr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7ge^aftene Zelle ober deren Rau« Iss H, fitt auswärtige Inserate 29 L, für Reklamen 40 4. — Druck unb Verlag: Ioh. «ug. noch, Universitäts-Buchdruckerei. Inhav->r Dr. E. bersch. Ncarburg, Markt 21. — Iefe”r'<’n 55.
Herbstlank.
Und fitzt das Laub auch noch so fest.
Es färbt fich täglich bunter,
Der Herbst ihm keine Ruhe läßt, Es muß, es muß herunter.
And toenns der Herbst allein nicht kann. Hilft ihm fein Bruder Winter;
Der ist ein eisenstarker Mann Und rücksichtslos nicht minder.
Der kommt dann gleich mit Eis und Schnee^ Und feine Stürme blasen. Da wird's den armen Blumen weh, — Bald liegt ihr Schmuck im Rasen.
Was froh hervorgesproßi im Mai
Und sich des Lebens freute,
Das dient den Rindern nun zur Streu, Wirb'» nicht bes Sturmes Bente.
Hermann Haase, Gelnhanse».
Marburg
yiittmo'.t), 12. Oktober 1910.
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme ber Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 M sohne Bestellgelds, bei unseren Zeitu ngssteven unb bei Ervedition (Markt 21). 2.00 M.. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte Übernimmt bie Redaktion keinerlei Verantwortung.)
war es, was mich vor bem Aergsten bewahrte — ber Schanbe .... das Andenken an mein» Mutter und an Sie, der sie geliebt. Und nm» gehen Sie — ich danke Ihnen!"
Es war wieder ftifi geworden in bem Gemache. Vor bem Kruzifix bes Kaminsimses lag Manche auf ben Knien; sie empfand es tief he Herzen: der Gekreuzigte habe noch mildversöhnen- bet auf sie niedergeblickt.
Der alte Herr zog den Ueberrock fest zusammen, wie er fröstelnd bie Straße hinabschritt am bem kalten Rebelabenb, und sein weißes Ha« im Winbe flatterte.
(Schluß folgt.)
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwittschastliche Beilage.*
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