mit dem Kreisblatt kür die Kreise Marburg und Kirchhain
»nd den Beilage«: „Nach Feierabend» (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage.»
M 237
Die „Oberhessische Zeitung» erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 M föhne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2,00 <M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak- tron keinerlei Verantwortung.)
Marburg
Sonntag, 9. Oktober 1910.
Die Znsertionsgebübr betragt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7a^"altene Zeile oder deren Raum Ist für auswärtige Inserate 20 A, für Reklamen 40 4. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koiy, Universttäts-Buchdruckerei. Inhaber Dr. C. "•>. Marburg, Markt 21. — Telenbon 55.
45. Jahrg.
Drittes Blatt.
Die Kirche zu Michelbach, deren Restauration nach 22jährigen Verhandlungen und Vorbereitungen nach dem Osterfeste dieses Jahre» unter der Oberaufsicht der König!. Bau- und Oberbauräte zu Marburg, Casiel und Berlin und des Bezirkskonservators Geh. Rats Prof. Dr. v. Drach unter der Leitung des Architekten Aug. Dauber begonnen worden ist, ist nunmehr soweit vollendet, daß ihre Wiederingebrauchnahme und Einweihung am 16. Oktober (21. Sonntag nach Trinitatis) wird erfolgen können. Dieselbe wird dann in ihrem Steinbau unter allen Kirchen in Oberhessen den romanischen Baustil am reinsten darstellen, wenn auch die 3 Fenster der Südseite aus dem 15. Jahrhundert spätgothisch und die Kanzel und Emporen aus der Renaissancezeit sind. Die Kirche hat einen ganz neuen Dachstuhl durch die Firma Robert Becker und ein neues Dach durch den Dachdecker Reuter aus Dautphe erhalten. Die Mauerarbeiten sind durch den Maurermeister Daniel Neuschäfer zu Frankenberg ausgeführt. Da das westliche Eewölbejoch des Schiffs schon vor Jahrhunderten und das Mitteljoch am 18. Mai d. I. ein- gestürzt war, so hat die Kirche nach Entfernung der im 15. Jahrhundert zur Stützung der Gewölbe ein- gefügten gothischen Eurtbogen, welche nach dem Ee- wölbeeinsturz zwecklos waren, zwei neue Eewölbe- joche erhalten. Das östliche Gewölbejoch des Schiffes, welches ebenfalls Risse zeigte, ist durch Betonierung von oben und durch Zementmörtel von unten befestigt und hergestellt. Zur Verhütung eines künftigen Gewölbe- und Mauerschub» find 4 neue Strebepfeiler in die Wände des Schiffes eingebaut. Die Orgel, welche den Chor der Kirche seither verdeckte and verdunkelte, ist von da entfernt und auf der Westseite der Empore eine neue von Nikolaus & Förster zu Lich erbaute Orgel aufgestellt, welche zwar nicht sehr groß ist, aber die Kirche genügend ausfüllt. Der Chor ist nun wieder durch seine drei Fenster Helle gemacht. Ebenso ist der bisher unter »em Triumphbogen gestandene Altar an seine alte Stelle an der Ostseite des Chors, dessen Fußboden mit roten und weißen Steinplatten in der Form eines großen Kreuzes belegt ist, zurückversetzt, so daß der Altar jetzt in der Mitie dieses Kreuzes steht, Die Kirche hat eine durchgehend neue Sandsteinplattierung und unter dem Gestühls eine Dielung erhalten. Das Gestühl, von dem Schreiner Peter Becker und Konsorten zu Elnhausen angefertigt, hat 60, die Emporen 40 Sitzplätze mehr al» früher, so daß auch für ein Wachstum der Gemeinde genügend Vorsorge getroffen worden ist. Die Fensterverglasung in sog. Butzenscheiben dem romanischen Stil entsprechend, ist durch den Glaser Textor in Marburg, die bunten Chorfenster durch die Firma Merzweiler in Freiburg i. B. ausgeführt. Das Südfenster des Chors, zweiteilig, stellt auf der rechten Seite Christus als den guten Hirten, auf der linken den heil. Martin, den Mantel zerteilend und den nackten Bettler bekleidend, den ölten Kirchenheiligen, dar und ist eine Stiftung des berühmten Chirurgen, Herrn Prof. Dr. Rehn zu Frankfurt, seiner Frau Gemahlin und Fräulein Luise Hoffmann zu Görzhausen zum Gedächtnis
Ein Marburger Gedicht von Julius Rodenderg.
Einer unserer Mitbürger ist im Besitze eines Gedichtes von Julius Rodenberg, welches der Dichter hier in Marburg verfaßte und am 5. Juli 1856 niederschrieb. Da das Gedicht nicht bloß aus diesem Grunde für uns von Jntereffe ist, sondern auch unsere herrliche Spiegelslust besingt, so möge es hier einem Platz finden:
Geliebtes Land das sanft zu meinen Füßen Dalregt tn goldner Abendsonnenglut
Mit welchem Wort soll dich mein Herz begrüßen Das ganz rn deines Anblicks Zauber ruht? ' Dort gehn die fetten Gründe, dort die Wiese« Bis an des Stromes reichgewundnen Lauf- Aus reicher Feldmark steigen dort, wie Riesen Die Felsen in das nächt'ge Dämmern auf.
Dahinter ziehn die Berge, deren Wipfel Noch eben rot das Abendlicht umfloß — Nun dunkelt es — und dort auf seinem Gipfel Steht, wie ein Märchenbild, das alte Schloß.
Die toten Grafen, die dort oben saßen, Erwachen nun, und fteudig zieht der Chor Durchs dunkle Land — sie-ziehn auf stillen Straßen, Gchau n freudig nieder, schauen stumm empor.
Ikie ziehn, sie ziehn.....mit ihren Scheidestrahlen
jtejprengt die Sonne sie. Der Mond erwacht ljn. '"Ä*en Bergessaum. Aus allen Tale» ktergt Rebel auf nach Nebel. Es ist Nacht.
ihrer Eltern zu Görzhausen. Das Ostfenster des Chors zeigt den Herrn Christus als Weltenrichter auf dem Regenbogen thronend und über die ganze Kirche erhaben, während das wenig sichtbare Nord- fenster des Chors in Teppichmuster ausgeführt ist. Die Kirche ist durch einen Ofen auf der Westseite zur Heizung eingerichtet.
Die vorgefundenen romanischen Gewölbe- «nd Wandmalereien, welche zu den ältesten Wandmalereien in Deutschland zählen und älter als die in Soest gefundenen sein sollen, find durch den Kirchenmaler Nik. Dauber in Marburg wieder hergestellt, die Anstreicherarbeiten durch Heinr. Detsch in Wetter ausgeführt und verleihen dem Ganzen einen erhabenen Eindruck. Einige Gewölbebilder: der hl. Martin als Bischof, die hl. Maria und die 4 Evan- gMienzeichen am östlichen Gewölbe des Schiffs, so- rote ein auf dem Triumphbogen thronender Christus als Weltenrichter haben bis jetzt noch nicht hergestellt werden können. Bemerkenswert ist namentlich ein wiederhergestellter Fries, welcher nicht bloß den Chor, sondern ehedem auch das ganze Schiff der Kirche geziert hat, aber durch dte Emporenanlage im Schiff schon in älterer Zeit verdeckt und hier in Wegfall gekommen ist und deshalb auch int Schiff nur an einigen Stellen hat wiederhergestellt werden können.
Auch die alte Kirchenuhr, welche seit 16 Jahren gestreikt und sich in dieser Zeit genügend ausgeruht hat, ist durch den Schmied I. Koch zu Rollshausen au» ihrem Schlaf erweckt und zu neuer Tätigkeit unter Beihülfe der Turmuhrenfabrik von Ben. Schneider Söhne zu Schonach im Schwarzwalde angespornt worden und verkündet den Einwohnern nun nicht bloß durch den Elockenschlag, sondern auch durch ein Zifferblatt am Turme die Zeit und ihre Vergänglichkeit und da» Kommen des Todes. Durch die Einwölbung der beiden westlichen Eewölbejoch« des Schiffes ist der frühere Aufgang zum Kirchenboden und Turm, durch welchen die ganze Kirche kalt und windig war, in Wegfall gekommen und ein Treppenaufgang zum Turm, zu den Glocken und der Kirchenuhr, sowie dem neu angelegten Laufboden unter dem Dache an der Südseite angebaut und das früher am Altar verrichtete Glockenläuten in den Turm verlegt. Endlich ist das früher an Wintertagen oft sehr dunkle Schiff, in welches die Emporen kein Licht fallen ließen, durch ein kleines gothisches Doppelfenster an der Westseite wenn auch nicht reichlich, so doch hinreichend erhellt worden. Sehenswert find die von PH. Eichelbeck in Wetter durchaus korrekt und stil- gemäß ausgeführten Schlosserarbeiten, besonders an der wieder aufgefundenen und wieder geöffneten Priestertüre an der Nordseite, am Tabernakel und Paramentenkasten.
Bei den Herstellungsarbeiten find mehrere Grabsteine gefunden worden, so der der Ahnftau der heutigen freiherrlichen Familie von Lyncker, Katharina, Ehefrau des Daniel Lyncker des Jüngeren zu Dagobertshausen, welches Dörfchen bis 1657 zur Pfarrkirche in Michelbach gehörte: sie war eine geb. Schenck zu Schweinsberg, gest. 1574, die letzte der sog. Hallenberger Linie der Schenken, welchen das kurkölnische Amt Hallenberg im vorderen Wesffalen verpfändet war. Der Stein zeigt oben das Lynckersche Wappen, ein Lamm, welches auf dem Helm wiederholt ist, und darunter das Schenkische. Merkwürdig ist dabei, daß fich auf
Nun über unferm Saunte rauscht die Linde, Und tief da unten schauert es im Strom: Und Glockenklano webt mit dem Abendwinde Herüber vom Elisabethendom.
O heil'ges Weib, auch du entsteigst nun schwebend Die Tags dich barg, der kühlen Kirchengruft. Dein Schleier weht, dies klare Düster webend, Und jedes Herz befangend, durch die Lust.
Du fromme Dulderin, um deine Leiden
Weint auch manch keusches Mädchenaug' noch heut; Wer naht dem Tale, wer kann von ihm scheiden, Der fich im Deingedenken nicht erfreut?
Denn freundlich deinen späten Enkelinnen Gabst du des Weibes ewig junge Zier: Du ließest jede Tugend sie gewinnen, Und auch die Anmut haben fie von dir. Die Türme ragen dort, von dir gegründet, So schlank und zart und so voll Kraft und Trutz, Wie Weiblichkeit, von reiner Lieb entzündet — Heil ge Elisabeth, bleib unser Schutz.
Und du auch Philipp, den wir den Eroßmüt'gen Umsonst mcht nennen, — du von Glanz verklärt. Du lebst, du lebst im Herzen des heißblüt'gen Geschlechtes, das dte alma mater nährt.
Denn wo der Becher und der Lieder Töne Sich froh vereinen in der Sommernacht, Und wo der heil'ge Ernst die Mufenföhne Versammelt hat: Da wird auch dein g^acht! Steig Henn empor,, und mit den Andern walle An uns vorbei, so sanft, kp sftll und klar — Doch Freunde, wir; — mit voller Gläser Schalle Begrüßen »dk-te Hehre Leisterschar.
Idem luth. Kirchhof zu Marburg — die Lyncker waren eine Marburger Kaufmanns- und Rentmeisterfamilie und Daniel Lyncker der Aeltere hatte das Gut zu Dagobertshausen (heute Ludwig) 1549 von Kunigunde, des Heinz von Lüdder Ehefrau, geb. Orth, gekauft — ebenfalls ein Denkmal, sog. Keno- taphium dieser Katharina geb. von Schenck zu Schweinsberg mit einem Alliancewappen beider Familien befindet. Der Grabstein, welcher auf dem Fußboden des Chors lag, hat jetzt feine Stelle zwischen der wieder geöffneten Priestertüre und den Chorstufen im Schiffe erhalten, wo vor Alters der nördliche Seitenaltar gestanden hat.
Außerdem ist ein Grabstein einer Jungfrau Elisabeth von Heydwolff (gest. 1554) mit dem Heydwolffschen Wappen (Wolf) gefunden worden. Wie dieser Grabstein in die Kirche zu Michelbach gekommen, bleibt vorerst unaufgeklärt, da bis da von einem Besitz der Familie von Heydwolff. welche ebenfalls früher eine Marburger Bürgerfamilie im Kaufmann Keßlerschen Eckhause in der Marktgafie gewesen, innerhalb der Pfarrei Michelbach nichts bekannt ist. Endlich ist ein Grabstein von 3 an der Pest verstorbenen Kindern des Pfarrers OttoHenckel, welcher 1638 Diakonus zu Marburg, 1652 Oberpfarrer und Superintendent daselbst wurde, gest. 1670, gefunden worden. Die vier Grabsteine der Ortspfarrer Daniel H i r tz w i g (gest. 103 Jahre alt 1627), Heinrich Hennemann (gest. 1697), Heinrich Klingelhöffer (gest. 1744) und Joh. Heinrich Schuch (gest. 1771) find schon früher sichtbar und bekannt gewesen.
Einen bis da einstweilen störenden Eindruck machen die beiden letztgenannten Epitaphien zu beiden Seiten der Stufen des Chors. Dieselben sind 1877 durch einen Weißbinder aus Sterzhausen in geschmackloser, unkirchlicher Weise mit grüner und gelber Farbe angestrtchen, so daß beide auf ihren Epithapien abgebildete alte Pfarrherren seitdem grüne Bibeln mit gelbem Schnitte in der Hand halten. Diese Erünanstreicherei ist aber so schlecht gewesen, daß fie zum großen Teil schon wieder verwischt und die alte blaßrote Naturfarbe des Steins und das alte Gold der Inschrift wieder zum Vorschein gekommen ist. Jnfolgedefien haben nun beide Epitaphien jetzt ein schmutziges Aussehen und bieten im Vergleich mit der übrigen hergestellten Kirche einen häßlichen Anblick. Nichtsdestoweniger haben sich einige unberufene und fremde Leute, deren Zustimmung «nd Gutachten zu dieser Kirchenherstellung weder von den königlichen zuständigen oben genannten Vaubeamten noch vom Vezirkskonservator, noch vom Architetten vorher eingeholt worden ist, für diesen schmutzigen grünen Anstrich ins Zeug geworfen und denselben als ein.hohes Altertum von 33 Jahren und als eine berechtigte Eigentümlichkeit „schützen" zu muffen vermeint. Wenn jedoch höhere sachverständige Beamte die Kirche beaugenscheinigen werden, so unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß dann auch diese häßliche und schmutzige Weißbinderarbeit von 1877 beseitigt und beide Epitqphien mit der übrigen Kirche in Uebereinstimmung gebracht werden müssen. Beide ehrwürdige Pfarrherren haben es sich auch ganz gewiß nicht träumen lassen, daß man ihnen nach 133 Jahren noch einmal grüne Bibeln in die Hand geben werde und diesen unpassenden grünen Buchanstrich nach 33 weiteren Jahren
Denn wo, wie hier, nach reicher. Tage Segen Zn stiller Nacht der Sel'gen Gruß erscheint, Da halt' auch uns auf unfern schönen Wegen So Lebenslust als ernster Geist vereint.
Julius Rodenberg hat in Marburg vom Herbst 1852 bis dahin 1854, mit Ausnahme eines in Berlin verbrachten Wintersemesters, studiert und bei dem Schuhmacher Bindewald in der Wettergaffe gewohnt. Im Sommer 1856 hat der Dichter hier den juristischen Doktorgrad erworben und auf der Ketzerbach gewohnt.
Das vorstehende Gedicht, welches bislang noch nicht veröffentlicht wurde, ist überschrieben:
„Auf Spiegelslust." (Aus der „Lahnrose".)
Aus dem Inhalte dürfen wir wohl folgern, daß der Dichter die tief empfundene stimmungsvolle Dichtung an einem schönen Mondscheinabend auf Spiegelslust bet einer „Faßpartie" seinen Kommilitonen vorgetragen und dadurch ergreifende Bilder aus Marburgs alten Tagen hervorgerufen hat. Der Zusatz „Aus der Lahnrose" besagt, daß der Dichter einen Roman unter diesem Titel geplant hatte, aber ihn nicht ausführte. Später ist daraus „Die Sraßen- fängetin von London" geworden, eine Erzählung, die zum großen Teil in Marburg spielt.
Julius Rodenberg, der am 26. Juni 1831 in Rodenberg in der Grafschaft Schaumburg geboren ist, lebt als Herausgeber der „Deutschen Rundschau" in Berlin. Max Qeippel.
gar als ein Altertum und berechtigte Eigentümlichkeit ansehen und „schützen" werde. Die Nachkommen des alten Pfarrers Klingelhöffer in Hessen-Darmstadt, Frankfurt und Rheinland werden vollend» nichts dagegen einzuwenden haben, wenn das Epitaphium und das Bildnis ihres Ahnherrn von diesen Geschmacklosigkeiten, welche ihnen anno 1877 von einem Weißbinder angehängt worden sind, wieder befreit werden.
Die Paramente sind im Iohanniterhause zu Berlin von der dort befindlichen kirchlichen Kunstwerkstätte der Berliner Stadtmission in romanischem Stil angefertigt worden. Das rote Altartuch, eine Stiftung der Witwe Elisabeth Sell, geb. Keßler, zeigt im Antependium das Lamm mit der Kreuzesfahne nach einer Zeichnung des Architekten Dauber, zwei kleine Deckchen für Kelch und Patena aus roter Moireeseide mit Goldborte und den gleichen in Gold gestickten Kreuzen, wie in der Fahne des Lammes sind eine Stiftung der Frau El. Muth. Das schwarze Altartuch hat im Antepenhjum ein romanisches Kreuz if Silberstickerei, ebenfalls nach einer Zeichnung del Architekten Dauber.
Literarische».
** 25 Jahre sind es her, seit die bekannt« Firma John Henry Schwerin in Berlin ihr erstes Modem und Familienblwt herausgab. Eine lange Zeit! Wenn die Firm' mit ihren vielen populären Blättern: Mode und Haus, Große Modenwelt, Kin- dcrgarderobe, Illustrierte Wäschezeitung, Frauen- Fleiß usw. noch heute an leitender Stelle ihrer Branche trotz vieler Nachahmungen steht, so verdantt sie es in erster Linie dem Umstande, daß fie die Bahnen des gerade vor 10 Jahren verstorbenen genialen Begründers der Firma, John Schwerin, nicht verlassen bat: Gut, reichhaltig und billig zu liefern, ein Prinzip, das von der deutschen Frauenwelt dankbar occeptiert wurde.
Verantwortlich für die Redaktion:
Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.
Geschäftliche Mitteilungen.
Geld besitzen ist schön, gesund sein aber noch schöner, ein Husten ist aber immer ein Zeichen, daß etwas nicht in Ordnung ist, oft genug entstehen dadurch böse Leiden, versäume niemand für sich und feine Kinder das Uebel durch Kaiser's Vrust-Cara- mellen mit den 3 Tannen sofort im Keim zu ersticken. Dieselben sind durch 5900 notariell beglaubigte Zeugnisse als wirksam anerkannt und kostet das Paket nur 25 Pfennig.
„Sanella" ein wirklicher Butter - Ersatz. Dir Sana-Gesellschaft m. b. H. in Cleo? ft- llt . ls erste Fabrik seit vielen Jahren eine Pjlanzen-Margs r,re unter Verwendung von süßer Mandelmilch her di- unter dem Namen „Sanella“ in den Hand-- gelangt. Da die Verbutterung von Pf la ■ f, - und Pflanzenspeiseöl mit Mandelmilch auf 'Zünd des D. R. P. Nr. 100 922 das ausschii- ßliche Recht der Sana-Gesellschaft ist, so ist keine aiiöerc Fabrik in der Lage, einen pflanzlichen Butiercrsatz herzustellen, welcher die gleichen, durch den Zusatz von Mandelmilch begründeten Vorzüge aufweist.
llnbeabfichtigter Erfolg. A.: Meine Frau wollt« mir das Rauchen abgewöhnen. Um das zu erreichen entwendete sie mir heimlich mit konstanter Boshei! alle Cigaretten, deren fie habhaft werden konnte Eine Schachtel Salem Aleikum-Cigaretten nach bei anderen verschwand spurlos aus'meinem Zimmer.
B.: Und das Resultat?
A.: Meine Frau raucht jetzt auch.
Wem Herbstnmlb.
Karl Engelhard-Hanau.
Das Herbstlicht strömt in meinen Buchenwald So reich, mie’s niemals noch durch seine Wipfel floß. Und alles, alles so gar still und alt,
So traumhaft fern und fein — wie ein verwunschnes
C ;ioß...
Gleich schmalen Fenstern eines Rittersaals
Glänzt zwischen weißen Stämmen tiefstes Himmelsblau:
Bin ich im Heiligtum des Wundergrals?
Wölbt über mir sich bildgeschmückter Kuppelbau?
Und wie aus Schalen zucken Flammen auf.
Die golbnen Büsche an bet bunflen Föhrenwand Züngeln unb lobern über'n Rain hinauf
Wie im Kamin ein rauchfrei-heller Scheiterbrand...
Ich geh' allein. Und schreite reichbelohnt
Und fromm mich freuend durch so sel'gen Bann: So wie der Burgherr, der hier einst gewohnt Und noch im Grabe nicht sein Heim vergessen kann...
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Humoristisches.
Dir flehte Eva. Mama: „Wie kannst du denn ; die kleine Elsa schlagen, du unartiger Junge?" ; — Fritz: „Ja, sie hat mich betrogen, das leid ich nicht!" — Mama: „Betrogen? . . Womit denn?" ! — Fritz: „Nun, sie hatte einen Apfel, und da wollten wir Adam und ^va spielen; sie sollte^ mich mit dem Apfel in Versuchung führen, sie: lat's aber nicht, sondern ging fort und aß h ' selberI"