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45. Jahrg.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

DieObrrhessische Zeitung" mit der amtlichen Beilage des KreisblatteS für die Kreise Marburg und Kirchhain ist mit ihrer ständig wachsenden Auslage- Mer das geleseufte Organ in Marburg und den umliegenden Kreisen.

Die.Oberhessische Zeitung' berichtet eingehend über die politische« Tagesereignisse im In- und Anstande und nimmt zu diesen in nationalem Sinne selbständig Stellung. Die Tagungen der deutschen Parlamente finden besondere Berück, fichtigung.

Dem lokalen und provinziellen Teil lägt die .Oberhesfische Zeitung' in Berichten über kommunale Angelegenheiten in Stadt und Land sowie über lokale Ereignisse aller Art fortgesetzt aufmerksame Pflege zuteil werden. Ein ausgedehnter Nachrichtendienst ermöglicht auch hier schnelle und stchere Bekannt­machung. Die Strafkammer- und Schwurgerichts' Verhandlungen des hiesigen Landgerichts, dessen Bezirk bekanntlich die Kreise Marburg. Kirchhain, Frankenberg, Ziegenhain und Homberg umfaßt. Werden ebenfalls in der .Oberhesfifchen Zeitung', soweit sie Jnterefle beanspruchen können, in objek­tiver Form mitgeteilt.

Die »Oberhessische Zeitung' ist ständig bemüht, die Interessen ihrer Leser in Stadt «ud Land a« beste z« vertrete«.

Mit ihrer Sonntagsbeilage .Nach Feierabend', der eigens für unsere Gegend bearbeiteten Landwirt­schaftliche« Beilage und der Beilage Kano" bietet sie zumal für die lange« Wt«terabe«de reichhaltigsten Lesestoff.

Die Abonnenten erhalten ferner am 1. Oktober und 1. Mai einen Tascheufahrpla«, am 1. Januar einen Wandkalender unentgeltlich.

Inserat« haben in der .Oberhessische« Zeitung', die ihre Leser in allen Volksschichten, besonders aber auch im kaufkräftigen Publikum hat, nachweislich besten Erfolg.

Ma» abonniert aus dieOberhess. Zeitung" bei allen Postämtern für 2 Mk. 25 Psg., bei der Expeditio» (Marburg, Markt 21) und den ZeitungS- stellen für 2 Mk. vierteljährlich.

Ne« hinmirrteude Abonnenten erhalte« bi* f«m 1. Oktober 1910 unsere Zeit««» frei in* Gan« geliefert.

Geschäftsstelle derLberhesstschen Zeitn«g"

Markt 21.

Zum Magdeburger Parteitag

äußern sich viele Blätter und zwar sehen die bürgerlichen Blätter dem Spiel zwischen Revi­sionismus und Radikalismus sehr ruhig zu und lasten sich von dem Mauserungsprinzip nicht mehr blenden.

So schreibt die «Rhein. Wests. Ztg." von den Revisionisten:

Um so gefährlicher sind diese Wölfe in Schafs­kleidern nicht nur den radikalen Genossen, son- dem vor allem dem Bürgertum, das sie so gern als Bundesgenosse im Großblock gewinnen möchte, um es so in sich zu spalten und desto leichter niederzuringen. Wie Kolb auf dem Offenbacher Parteitage, so haben Frank und Genossen in Magdeburg aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht und ihre Endziele und da- mit ihre Uebereinstimmung mit den Radikalen bekannt. Natürlich hüten sich die Meister der Takttk, ihren gestrigen demonstrativen Auszug zu einem tatsächlichen zu Machen, sie wis­sen, wo die Wurzeln ihrer Kraft ruhen, und wer­den auch weiterhin innerhalb und außerhalb der Partei ihrer Maulwurfstaktik befolgen, mag auch ein Minister wie Her» von Bodmann der Sozial­demokratie den Charakter einer schleichenden Krankheit bestreiten und in ihr eine großarsige Bewegung zur Befreiung des vierten Standes sehen. Um so mehr ist es die Pflicht aller Bürger­lichen, nichts vom preußischen Staat, den selbst Bebel als letztes Bollwerk anerkannte, abbröckeln zu lasten, sondem ihn in seiner Kraft und Stärke zu erhalten, und durch Preußens Macht das Deutsche Reiche« ' ?

spann am sozialdemokratischen Wagen gebrauchen und mißbrauchen lasten, mag er weiter darüber jubeln, wenn er selbst Sitz auf Sitz verliert, nur weil das nicht an die Konservativen sondern an die Sozial­demokratie geschah, Bebels Rede auf dem Parteitage hat klipp und klar bewiesen, daß zwischen Revisio­nisten und orthodoxen Sozialdemokraten nur Mei­nungsverschiedenheiten in bezug auf die Taktik, nicht auf ihre Grundsätze, ge­schweige denn letzten Parteiziele be- stehen. Mit vollendetem Geschick hat Bebel seine Pfeile über die liberalen Parteien ausgeschüttet und mit verächtlichen Worten die Macht und das innereKraftbewußtsein" dieser Parteien dem Hohne seiner Parteigenossen preisgegeben. Mit beißender Ironie auf das Verhalten des Liberalis­mus in Süddeutschland, der tagtäglich den Genosten sein bestes Rüstzeug von schwächlichem Mandats­hunger getrieben, ausliefert, sprach Bebel den denk­würdigen Satz aus, den man nie vergessen sollte:

iDer preußische Staat ist ein ganz ander Ding. Wenn wir erst den in der Hand haben, haben wir alles. Aber das kostet Mühe, das kostet Arbeit, das kostet Schweiß, das kostet eventuell noch weit mehr (!). Die preußischen Genossen haben mit einem ganz anderen Gegner zu tun als ihr in Süddeutschland." Und wer ist mit diesen Gegnern gemeint? Das ist das preußische Königtum, das ist unser straffes, tüchtiges, preußisches Heer, das ist unser preußisches Beamten­tum, und das sind die preußischen Ueberlieferungen. Das ist es, was Bebel fürchtet. Was sagte doch Bebel von dem Sozialistengesetz?Wir haben uns damals nicht beleidigt gefühlt, aber wir waren em­pört, wir waren von Zorn und Haß erfüllt, und wenn wir damals gekonnt hätten, wie wir innerlich woll­ten, so hätten wir losgeschlagen und alles zertrüm­mert, was uns im Wege stand. Aber wir tonnten nicht." Was stand aber denn im Wege, als allein die Kraft des starken Preußentums? Ihm ist daher der Kampf bis aufs Messer angedroht, und in ihm sind sich Revisionisten und Radikale völlig einig und in diesem Ziele, Sturz der Monarchie, ändern sich beide nicht, sollte die Frage der Budgetbewilligung auf ihren Parteitagen auch selbst chronisch werden. Ra­dikale und Revisionisten bleiben trotz alledem gute Freunde, denn:Vorwärts marsch, durch und drauf! Dem preußischen Staate gilt's. Wenn wir erst den haben, dann haben wir alles!" Das ist die Parole der Sozialdemokratie, die der scheidende Bebel dem Parteitage gegeben hat, das ist das Bindeglied, das die Aktionskraft der Gesamtpartei auch über eine so­zialdemokratische Mainlinie hin, zusammenhalten wird, trotz takttscher llnsttmmigkeiten. Die Freunde eines innerlich kräftigen Preußen aber danken dem scheidenden Bebel für seine Offenheit und sind stolz auf seinen Haß und seine Feindschaft, beweisen sie ihnen doch, daß sie bisher auf richtigem Wege waren, und sie werden ihn weitergehen und weiter rüsten. Das ist der beste Gewinn für das Bürgertum, sonst verdient der Parteitag mit seinen Zänkereien wohl kaum die Beachtung, die ihm in der Oeffentlichkeit zuteil wird.

Deutsches Reich.

Der Kaiser in Potsdam. Wildpark-Potsdam, 23. Sept. Der Kaiser traf heute Mittag um 1 Uhr 30 Min. mittels Sonderzug auf Station Wildpark ein. Zum Empfang hatten sich eingefunden: Die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise, die Kronprinzessin und Prinz August Wilhelm nebst Gemahlin. Der Kaiser und die Kaiserin mit der Prinzessin Luise be- gaben sich ins Neue Palais.

Der Kaiser zum Tod« Joses Kainz. Wie du Nordd. Allg. Ztg." erfährt, hat der Kaiser anläßlich des Ablebens von Josef Kainz von Schönbrunn au, durch einen Flügeladjutanten dem Generalinten­danten Grafen v. Hülsen-Häseler die Nachricht zu­kommen lassen, daß er mit tiefem Bedauern die Mit­teilung über das Hinscheiden des so großen Künstler, empfangen habe. Auch das Kronprinzenpaar sprach sein Beileid aus.

Eine Seife des Kronprinzenpaares nach Ost preußen. Berlin, 23. Sept. Der Kronprinz und die Kronprinzessin find abends 7 Uhr 15 Min. von Bahn­hof Friedrichstraße nach Ostpreußen abgereist.

Die Begleiter de» Prinzen Joachim. Berlin.

23. Sept. DasMilitär-Wochenblatt" meldet: v. Röder, Major und Bataillons-Kommandeur im Königin Elisabeth-Earde-Erenadier-Regiment Nr. 3 und von Ditfurt, Leutnant und Erzieher am Kadet- tenhause zu Plön wurden zu militärischen Begleitern des Prinzen Joachim von Preußen ernannt.

Minister v. Breitenbach in Brüssel. Brüssel, 23. Sept. Der preußische Minister v. Breitenbach ist mit einigen höheren Beamten zur Besichtigung der deutschen Abteilung der Weltausstellung hier eingetroffen.

Geschenk des Präsidenten Fallieres an de» Fürsten Radottn. Paris, 23. Sept. Präsident Fal- tieres übersandte dem scheidenden Fürsten Radolin als Andenken einen prachtvollen Tafelaufsatz aus Cevresporzellan, welcher Iagdszenen darstellt, und mit einer Widmungsinschrift versehen ist.

Ein weiterer Bürgermeister für den Staat» dienst? Altona, 22. Sept. Oberbürgermeister Dr. Tettenborn siedelt Ende dieses Monats nach Berlin über. Wie dieHamburger Nachr." hören, sind Herrn Dr. Tettenborn Anerbietungen bezüglich Uebernahme eines hohen Staatsamtes gemacht wor­den. Dr. Tettenborn soll nicht abgeneigt sein, da, Anerbieten anzunehmen. Um was für eine Stellung es sich handeln soll, wird nicht gesagt.

Berlobungsgerüchte. Berlin, 22. Sept. Aus Ofen-Pest lassen sich deutsche Blätter melden, daß dort Gerüchte über eine angeblich bevorstehende Ber lobung der Prinzessin MktoriaLuise von Preußen mit dem Erzherzog Karl Franz Josef, dem ältesten Sohne des verstorbenen Erzherzogs Otto und desig­nierten Nachfolger Franz Ferdinand, zirkulierten. Nach Berliner Blättern handelt es sich dabei um reine Kombinationen.

Ein ungetreuer Obermaschinist. Kiel, 23. Sept. Das Kriegsgericht der Aufklärungsschiffe verurteilte den Obermaschinenisten der Marine Eranzow wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu zwei Jahren zehn Tagen Zuchthaus. Eranzow versuchte während der Anwesenheit russischer Kriegsschiffe im Kieler Hafen einem russischen Maschinisten Eeheimbücher zu verkaufen und gewährte ihm dabei Einblick in die Bücher.

Der Spion von Borkum. Emden, 23. Sept Heute Vormittag wurden im Hotelzimmer, das bei der Spionage verdächtige Engländer Trench be­wohnte, zwanzig Photographien und Karten von Kiel, Wilhelmshaven, den Rordseeinseln, den Forts von Borkum, des Emdenerwassers mit der Angabe, wie die Fahrwassertonnen liegen usw., gefunden. Sie lagen in der Matratze des Bettes ausgebreitet und wurden bei der Reinigung des Zimmers entdeckt.

Marburg

Sonntag, 25. September 1910.

Bebels Geständnis.

Rach wüsten Szenen Hai in mitternächtiger Stunde der sozialdemokratische Parteitag in offener Rebel­lion gegen die Versöhnungsoersuche seines obersten Führers, sein Verdammungsurteil über den Revi­sionismus ausgesprochen. Rach 35 Jahren unbe­schränkter Herrschaft hat Bebel erfahren müssen, wie gerade der Radikalismus, den er sttts gehegt und den in bestimmten Schranken zu halten er sich für mächttg und einflußreich genug hielt, ihn überrennt und eine Spaltung in die Partei hineinträgt. Was die Folgen des Magdeburger Zwistes seinwerden, ist vor­läufig noch nicht abzusehen; ob der Kampf auf Leben und Tod zwischen den zwei Lagern der Partei wei­tertoben oder es noch gelingen wird, die Zwistigkeiten auszugleichen, ist im Augenblick noch nicht abzusehen. Und vor allem, uns kann es gleichgültig sein, ob Revolution oder Evolution die Schlacht­parole ist: für uns bleibt die Sozialdemokratie in je­der Niianzierung die mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfende Feindin der bürgerlichen keseUschaftsordnung, die brutale Verächterin alles dessen, was der übrigen Menschheit hehr und heilig ßi. Mag der radikale Liberalismus weiter seiner Hoffnung auf den Mausern agsprozeß der Umsturz- Mttei zur verhandlungs- und regierungsfähigen Re- )mnportet nachhängen, mag er sich weiter als Bor­

DieKöln. Ztg." faßt zusammen:

Bürgerliche Politiker haben sich bei bet Be­urteilung dieses häuslichen Zwistes das fach- und personenkundige Urteil vor Augen zu halten, das August Bebel gestern Abend in seinem Schluß­wort sprach:Bei der prakttschen Arbeit im Reichstag habe ich noch niemals irgend einen Unterschied gefunden zwischen Radikalen und Re­visionisten." Auch haben die Revisionisten in dankenswerter Offenheit dafür gesort, daß sich das Bürgertum, besonders der Liberalismus, bei seinen Beziehungen zu ihnen vorerst die Frage zu beantworten Hai, ob der Hirt nicht vor allem den Wolf im Schafspelz seiner Herde fernzuhaltsn hat. Die sozialdemokratische Partei hat sich in Magdeburg wieder als ein Hort der Unduldsamkeit und als eine Stätte der Verge- walttgung gezeigt."

Interessant ist, was die sozialdemokratischs Presse dazu sagt.Vorwärts" undLeipz. Volks­zeitung" sehen in dem Sieg des Radikalismus" etwas Selbstverständliches, das sie begrüßen. DerVorwärts" schreibt:

Daß es die badischen Genossen bei der nackten Wiederholung der provokatorischen Er- klärung Franks bewenden ließen, zwang den Patteitag, aus Gründen der Selbstachtung und wirklichen Patteiinteresses auf sofortige Entschei­dung zu bringen. Oder hätte am Ende gar der letzte rücksichtslose Pressionsverfuch der Badmer, ihr Verlassen der Tagung, die Genossen zu einer Nachgiebigkeit veranlassen sollen, die doch bisher so arg mißbraucht worden war?!

Und dann: Was hat denn der Patteitag be­schlossen? Sttchts als die selbstverständliche, an­gesichts des wiederholten Disziplinbruches gar nicht zu vermeidende Erflärung, daß abermalige Verstöße die im Organisattonsftatut vorgezeich­neten. Konsequenzen nach sich ziehen würden.

DieLeipziger Volkszeitung" schreibt:

Die radikale Mehrheit des Parteitages hat nur das getan, was die unendlich überwiegende Mehrheit der Parteigenossen von den Patteitags- delegietten verlangt hat. Hätte sie anders ge- handelt, sie hätte sich vor ihren Mandatgebern nicht blicken lassen dürfen. Denn die Sttmmung der Genossen im Lande ist die der äußersten Wut und Erbitterung über die, die durch ihr Tun und Denken die Att an die Wurzel der Pattei legen."

DasBerliner Tageblatt" aber sieht, alle seine Felle wegschwimmen. Die ach so geliebten Genossen sind nicht einig geblieben. Man höre wie dasbürgerliche" Blatt utt.ilt:

Man wird sich keinen Augenblick darüber täuschen können, daß es sich hierbei nicht etwa um Prinzipien, sondem zum allergrößten Teil um kleinliche persönliche Zänkereien und Ber sttmmungen handelt. Auch in den Reihen Y>c Vertreter der Freiheit, Gleichheit und Brüderlich keil geht es menschlich, allzu menschlich her.Und die Parteien des blauschwarzen Blocks w rdru natürlich erst recht mit der Magdeburger Budget­debatte operieren, um die Wähler gegen die Sozialdemokratie mobil zu machen und auf die reaftionäre Seite zu ziehen. Wirklich, den Zu- beil, Liebknecht, Haase, Ledebour, Stadthagen und Genossen gebührt in dieser Zeit der Ordens­dekorationen eine ehrende Anerkennung in Gestalt eines königlich preußischen Ordens. Sie habe« ihn mit ihrer Dummheit verdient." Tableau!

Noch besser ist freilich die Devise, die Herr v. Gerlach den nach Magdeburg ziehenden Ge­nossen in alter Freundschaft mit auf den Weg gab. In einem blutrünstigen Artikel derWelt am Montag" heißt es zum Schluß:

Man wird einen andern Ausweg suchen. Welchen weiß ich natürlich nicht. Aber das Ver- ttauen haben die freiheitlichen Bürger zur Sozialdemokratie, daß sie eine Konkordiaformel zu finden imstande fein wird. Nur keine Ab­splitterung, von einer Spaltung ganz zu schweigen! An der Einigkeit der Sozialdemokratie hat die bürgerliche Demokratie dasselbe Interesse wie die Sozialdemokratie selbst.

Glücklicherweise ist ja auch in der Sozialdemo­kratie der Wille zur Einheit unüberwindlich statt. Die paar unvernünftigen Querköpfe, die die Badener am liebsten aus der Pattei ausstoßen möchten, sind säst überall kläglich abgesallen.

Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Wer die Partei mindern will, ist ein Parteischädling. Was Into­leranz bedeutet, das haben die Folgen von Dres­den gelehrt. Der Magdeburger Parteitag muß ei« Friedenstag werden. Dann gnade dir Gott, Reattion. H. v. Gerlach.

DieReattion", d. i. alles rechts von Herm V G sinsch ießlich des Freisinns, zittett schon. Wir finden es unschön von denGenossen", daß sie den freiheitlichen Bürger von Gerlach aus- Ostpreußen so schmählich enttäuscht haben. Nur Geduld, wenn er erst mehr Einfluß inner­halb der Partei hat. Wer lacht da nicht?!

Die Znserttonsgebübr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die Tge^naltene Zeile oder deren Raum 15 '4, für auswärtige Inserate 20 A. für Reklamen 40 Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch,

llniverfitäts-Buchdruckerei, Inhaber Dr. C. Hitzerorb. Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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Oberhessische Zeitung

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchhain '

and den Beilagen: «Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage

Sozialdemokratischer Parteitag.

Magdeburg, 23. Sept.

Zu Beginn der heuttgen Sitzung lagen 3 Resolu­tionen vor und zwar gegen den Fleischwucher, den Schnapsgenuß und für Massenaktionen des arbeiten­den Volkes anläßlich der Wiederaufnahme des Wahl­rechtskampfes. In letzter Resolution wird als Even­tualmittel der politische Massenstreik genannt.

Es wirb zunächst in der Besprechung des parla- mentarischen Berichts fortgefahren. Frau Zietz- Hamburg begründet dabei den Antrag betreffend Fleischwucher. Nach weiterer Debatte folgen Ab­stimmungen über die vorliegenden Anträge, die an­genommen werden. Dann begründet Dr. Lieb­knecht-Berlin einen Antrag Ost-Havellands, bet sich gegen bieinfame Vergewaltigung" Finnlanbs durch den Zarismus wendet und ferner gegen den Besuch des Zaren, desgekrönten Verbrechers". Der Antrag Ost-Havelland wird angenommen, sodann wirb fit bie Besprechung der preußischen Wahlrechts­vorlage eingetreten. Referent ist der Abgeordnete

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme ber Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt eierte!« 1fc2 09a jährlich durch bie Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgelb), bei

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