Marburg
45. Jahr-,
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Kaiser.
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in agitatorischen «nd demonstrativen Formen N» betättgen, wo er in den Speichen des RadeS der geschichtlichen Entwicklung einzugreisen sucht, da vergeht er sich, indem er dasBegrifssvermögen des Volkes verwirrt, an den lebendigen Interessen des Landes und des Reiches, und die Regierung wird in Erfüllung ihrer unverrückbaren Pflicht solchen Bestrebungen, wo immer sie sich zeigen, mit unbeugsamer Energie entgegentreten.'
Im weiteren Verlaufe seiner Rede erklärte es der Statthalter als eine Versündigung an den jungen Generationen, wenn sie an manchen Orten durch die Erziehung im Geiste einer politischen Vergangenheit, die sie nicht gekannt haben, mit Empfindungen durchtränkt werden, unter denen einst ihre Großväter und Väter schmerzlich litten. Es sei entschieden eine Versündigung an der eigenen Heimat, wenn man da und dort die Wunden, die derselben einst geschlagen wurden, anstatt sie heilen zu Helsen, künstlich offen zu halten suche. Wer die geschichtliche Tatsachen negiert oder ihnen gar entgegenarbeitet, der jagt einem unerreichbaren Phantom nach und dient nicht dem Wohle feines Vaterlandes, dessen Geschicke nun einmal durch unantastbare Verträge gestaltet woü- den sind. Nur wer den Blick nach vorwärts nch- tet, hat eine Zukunft. Lassen Sie uns alle, mein« Herren ob Eingeborene oder Eingewanderte, unter gegenseitiger Arbeit der besonderen Stam- mesart in gemeinsamer Arbeit die Wohlfahrt des Landes und des Reich, s fördern, in dem wir gleichzeitig aufreizende, die stiedliche Entwicklung störende Bestrebungen ernst und sachlich zurück weisen. Stellen Sie, meine Herren Einheimischen, sich stets loyal auf den Boden der gegebenen nationalen Verhältnisse. Denn auf diesem Boden allein kann sich die Ausgleichung noch vorhandener Gegensätze nach und nach vollziehen, aus ihm allein gedeiht der gesunde Fortschritt und der i> nere Friede, aus ihm allein kann einst das von Ihnen ersehnte Endziel erreicht werden. Schließlich wendete sich der Statthalter in bewegten Worten an die Beamten des Landes, denen er vor Augen hielt, sie möchten ihrer Pflicht ringe- denk sein, sich in ihrer Wirksamkeit stets als wirkliche Angeho-ige ’vtet i eucn Heimat zu fühlen und auf deren tn mancher Richtung verschieden gelagerte Verhältnisse die gd ührcnde Rücksicht zu nehmen. , 1
Der Statthalter si-iloß mit einem begeistert aufgenommmeu Hoch auf Seine Masistat den
Der heutigen Nummer liegt bet Kreisblatt Nr. 77.
Fahrt durch die Straßen der Stadt bis zum Rathaus, wo ihm der Bürgermeister den Willkom- mensgmß der Stadt entbot. Der Kaiser danfte ihm durch Händedruck und richtete einige Worte an ihn. Dann nahm er den Vorbeimarsch der Kriegervrreine ab und begab sich zu Fuß ins Schloß, wo um 2 Uhr Galatafel tn der portugiesischen Galerie und im Ahnensaal stattfand.
Sigmaringen, 22. Sept. Bei der Galatafel im fürstlichen Schlosse erhob sich Fürst Wilhelm von Hohenzollern zu einer Rede, in der er dem Kaiser seines Hauses und seinen tiefempfundenen Dank für die Teilnahme an der heutigen Gedächtnisfeier zu Ehren des Fürsten Leopold darbrachte, dessen Andenken segenspendend unter dem Zollernvolk fortlebe. Auch das Zollernvolk, das seit altersgrauer Zeit Leid und Freud mit feinem Fürstenhause teil«, erblicke in der Gegenwart seiner Majestät des Kaisers eine besondere Ehrung und Würdigung des Fürsten, dessen gan- zes Wesen deutsch gewesen sei, insbesondere auch in Treue zu König, Kaiser und Reich. Das Zollernvolk habe die Treue, die der Fürst ihm hielt, freudig zurückgegeben. Daher seien die Zollern freudig und vertrauensvoll dorthin gefolgt, wohin ihre Fürsten ste geführt hätten und als Fürst Anton vor mehr als 61 Jahren sein schönes Land an die Krone Preußens abgetreten habe, da hatten ste gewußt, daß er Großes wolle und daß ihm kein Opfer zu groß sei, um die Einigkeit Deutschlands aus dem Reiche der Träume in die Wirklichkeit zu versetzen. Darauf ftlhr der Fürst fort: So sind die Zollern mit ihrem Fürstenhause auch getreue Untertanen Eurer Majestät geworden. Sie sind mit Recht stolz darauf, daß das Nest des preußisch'n Adlers, als er seinen stolzen Flug von Fels zum Meer gen Norden nahm, auf Zollerns steilem Felsen stand und freudig lassen sie sich heute von den Fittichen desselben Adlers beschirmen, wissend, daß unter ihrem Schuhe Wahlstand und Fortschritt sicher blühen, und gedeihen. Dieses Bewußtsein, sowie die historische Zollerntreue sind Eurer Majestät beute aus tausenden jubelnden Herzen entg gen getragen worden Die alte Zollernstadt, die jüngste Garnisonstadt Sigmaringen, diese alte, wettergraue Burg, fiud stolz darauf, Eure Majc- stä- wiederum in ihren Mauern beherberg n zu dürfen. Darum darf ich dem allerhöchsten obersten Chef unseres Hauses ehrfurchtsvollen Willkomm und erneuten Dank für alle Gnaden zu Füßen legen. Unsere treuen Gesinnungen gipfeln aber heute und immerdar in dem Wunsche: Gott der Allmächttge schütze und segne Eure Majestät und das Königliche Haus zum Wohle und Ruhme Preußens und des großen deutschen Vaterlandes. Diesen Wunsch vereinigen wir mit unserem Ge löbnis unwandelbarer Treue und Verehrung, dem wir in dem jubelnden Rufe Ausdruck verleihen: Seine Majestät hurra!
Sigmaringen, 22. Sept. Der Kaiser führte inseiner Antwort auf die Rede des Fürsten Wilhelm aus: Als er die Nachricht von der Er richtung des Denkmales vernommen habe, sei er sofort entschlossen gewesen, zu kommen, weil er den Fürst«« Zeit seines Lebens, von den Jahren der Kindheit an hochgeschätzt habe. Fürst Leopold
Der Kaiser in Sigmaringen.
S i g ma r i n g e n, 22. Sept. Anläßlich der Einweihung des Denkmals des Fürsten Leopold trägt die Stadt reichen Festschmuck. Die Sttaßen, die der Kaiser passiert, und der Kaiserpavillon auf dem Rathausplatz gewähren einen besonders prächtigen Anblick. Viele Kriegervereine aus Hohenzollern, Rheinland, Berlin und Potsdam, sowie tausende von Frenrden, namentlich aus Hohenzollern, Württemberg und Baden sind ein» getroffen. Das Wetter ist kalt, aber schön. — Der Fürst von Hohenzollern machte Schenkungen an die Armen; die Beamten erhielten eine künstlerisch ausgeführte Plakette mit dem Bildnis des Fürsten Leopold. — Gestern Abend fand ein überaus zahlreich besuchtes Bankett statt. Geheimrat Zingeler hielt die begeistert aufgenommene Festrede, in der er neue Ausschlüsse gab über die Thronkandidatur des damaligen Erbprinzen Leopold und "die Vorgeschichte des deutsch- französischen Krieges.
Sigmaringen, 22. Sept. Der Kaiser traf um 12 Uhr am Bahnhof ein, wo er vom Fürsten Wilhelm und dessen beiden Söhnen empfangen wurde, und begab sich dann in einem vierspännigen Wagen mit dem Fürsten Wilhelm zum Prinzenbau, wo sich die anwesenden Fürstlichkeiten eingcfunden hatten, und dann nach dem gegenüberliegenden Denkmal. Nach einem Fan- farenmarfch und einem Liede des Sigmaringer Gesangvereins hielt Bürgermeister Reiser die Begrüßungsansprache. Er entwarf ein Lebensbild des verstorbenen Fürsten Leopold. Au f ein Zeichen des Kaisers fiel die Hülle unter Musik und Gesang des Sigmaringer Gesangvereins. Hierauf dantte Fürst Wilhelm dem Kaiser für sein Erscheinen. Nach Besichttgung des Denkmals durch den Kaiser und die Fürsttichketten stattete der Kaiser der Fürstin-Mutter Leopold, die wegen Kränklichkeit an der Enthüllungsfeier nicht teill nahm, im Prinzenbau einen Besuch ab. Hierauf unternahm der Kaiser mit ben Fürstlichkeiten eine
fe- srsi.em Vater ein treuer Freund und ihm ein sicherer väterlicher Berater gewesen. Er wünsche als Hohenzollern das Fortblühen und Gede-hen des fürstlichen Hauses Hohenzollern und rufe auf das Wohl derselben: Hurra, hurra, hurra! - Rach dem Diner hielt der Kasser und die fürstlichen Herrschaften Cercle ab.
Berlin, 22. Sept. Der „Staatsanzeiger' meldet: Der König verlieh dem Fürsten Wilhelm von Hohenzollern das Prädikat „Königliche Hoheit' für seine Person.
Sigmaringen, 22. Sept. Der Kaiser verlieh dem Erbprinzen Friedrich Viktor das Großkreuz znm Roten Adlerorden; dem Prinzen Franz Josef von Hohenzollern den Roten Adler- Orden 1. Klasse; dem Prinzen Ferdinand von Rumänien und dem Prinzen Karl Anton von Hohenzollern das Kreuz der Großkomtur des Königlichen Hausordms von Hohen,ollem; der Prinzessin Maria, Gemahlin des Prinzen Ferdinand von Rumänien, den Luisenorden mit der Jahreszahl 1813/14; der Gräfin Angela Ma- tuschka, Obechofmeisterin der Prinzessin Leopold, den Luisenorden II. Abteilung erste Klasse mtt der Jahreszahl 1865.
mit dem Kreisblatt kür die Kreise Marburg und Kirchhain
nnd den Beilagen: .Mach Feierabend- (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage
Sozialdemottatischer Par > itfl.
Auf dem Parteitage tn Magdeburg kam es 4. der vorgestrigen Nachtsitzung zu einem Bruch Zwischen dem radikalen und revisionistischen Flügel der Partei. Die Radikalen hatten sich durch die höhnischen Worte des Abgeordneten Frank beleidigt gefühlt, der erklärt hatce, ,daß heute noch keiner erklären Vt. was fiel der Budgelafistirnmung des nächsten Ja're» geschieht, und verlangen stürmisl die Al-stsimnung über einen neuen V..tr»g Zubetis, der f-if nbei Wortlaut hat. „An^sichts der Erklärung des < nassen Frank in R’nem Schlußwort, daß er sich t.tu
Eine Rede des Statthalters Grafen Wedell.
Straßburg, 22. September.
In einer Rede, die der Statthalter Graf v. Wedel heute in Lörchtngeu aus Anlaß der Eröffnungsfeier der Bezirkspflegeanstalt hielt, nahm Graf v. Wedel Anlaß, auf gewisse, in jüngster Zeit kräftiger in die Erscheinung getretene Bestrebungen des Souvenir franyais Bezug zu nehmen. Der Statthalter äußerte den Wunsch, daß die gemeinsame Arbeit Aller sich nicht nur aus das Gebiet der Volksfürsorge und der Nächstenliebe beschränken, fonbem daß sie sich auch immer mehr und freudig aus dem großen Gebiete der Gesamtinteressen des engeren und weiteren Vaterlandes betätigen möge.
„Zu meinem lebhaften Bedauern — fuhr Graf p. Wedel fort — sind im Laufe der letzten Zeit Mißverständnisse und Gegensätze in die Erscheinung getreten, die schon an sich geeignet sind, ben Frieden unb die ruhige Entwicklung des Landes zu gefährden, », deren Vertiefung aber unfehlbar schwere Schäden für dasselbe nach sich ziehen müßte. Lassen Sie uns alle, meine Herren, in der ernsten und .redlichen Arbeit für das Wohl dcs Landes und die Interessen des Reiches das Einigende suchen und finden. Da,tn wird das die einzelnen Bevölkemngsteile heute noch Trennende int Laufe der Jahre von selbst verschwinden Kein verständiger Mensch dmkt daran, ben Eingeborenen ihre berechtigte Eigenart zu rauben, sie in ber Pflege ihrer Erinnerungen ober gar in ber pietätvollen Ehrung ber Toten zu hin bem, vorausgesetzt inbeffen, baß dieser Kultus, wenn ich den Namen gebrauchen darf, sich in denjenigen hält, die ihm durch den Ernst seines Cha- rafters, ganz besonders aber durch die Stellung des Landes als Glied des Deutschen Reiches gezogen sind. Denn wo dieser Kultus sich äußerlich
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29 sNarbdruck verboten.!
Seele« Kämpfe.
Preisgekrönte Novelle von Elise Otto.
(Fortsetzung.)
Genia hatte sich dicht über seine zeichnende Hand gebeugt, jede neu entstanden« Stnia mtt Juterösse verfolgend. Jetzt sah sie zu ihm auf mit glücklich leuchtendem Blick. Alle Scheu war von ihr gewichen, tausend längswergessene Erinnerungen fluteten ihn in Kopf und Herzen auf. Bild folgte auf Bild, unb er lachte scherzte und plauderte in seiner hergewinnendm, rubig- freundlichen Art. Er erzählte von seinem und ihrem Vater, Züge aus beider Leben, die zu be greifen sie damals noch zu jung gewesen, von sei nem eigenen Ergehen, von allem, wonach c strebte und rang. Unb di« meist verschleierten großen, braunen Ästigen hingen Verständnis freubig an seinen Lippen, bie bläulichen Schatten unter betreiben schienen wie weggewischt, ber Zug des Schmerzes um den feinen Mund verschwand, eine Helle Röte lagerte aus dem holden, aufwärts geachteten Antlitze. Ein halbes Jahr des Schmerzes batte sich bamüht, die Jugend- frische desselben zu zerstören und ihm jene Sutten des Schmerzes aufzuprägen, die doppelt peinlich berühren, wenn wir ste bei Jugend und Schönheit sehen, eine Stunde des Glücks hatte mit sanfter Hand darüber hingestrichen und es tn frischen Glanz getaucht.
Keines von ihnen wußte, wie lange ste so gesessen. Goldene Sonnenlichter spielten in dem Hellen Weinlaub und auf den vollblühenden Mvrtengebüschen. Dann und wann fuhr ein Lusthauch durch da» grüne Rankengewirr, strich
leis; über das braunglänzende Haar der jungen Fran und spielte kosend mit den Blättern des aufgeschlagenen Albums, daß sie wie träumend aufrauschten.
Draußen war es warm geworden, die Mittagsstunde lag sengend auf den Felsenbergen, an denen Triest lehnt. In dem engen Mauer gäßchen brannte ihr Strahl auf den weißleuck tenden Steinen, über die der müde Schritt eines einsam nach Hause Wandernden dahinschleifte.
Die hohe, schmale Gestalt desselben schien nicht sehr kräftig zu sein. Der helle Schweiß, der unmutig von der Stirne gettocknet, wieder und wieder hervorbrach, mochte wohl ebenso sehr von der Anstrengung des Steigens, als von der Hitze herrühren; unter dem Gittertor feint Villa blieb Rorring atemschöpfend stehen. Fern aus dem Grunde des Gattens tönten Stimm n, et entsann sich plötzlich, daß es die Höflichkeit er fordert hätte, den Besuch zu erwarten, der sich gestern angesagt, lieber den Rasenplatz hm- f<6reitmb, ber, die Mitte des Gattens einnehmend, sich hinunterzog bis zu dem Pavillon, stand
er in wenig Augenblicken vor demselben, noch verborgen von dem Gesträuch, das sich zutraulich in ben Eingang hineinrankte.
Dort saß er, ber kräftige junge Mann mit bim freigetragenen, prächtigen Kopse unb bem milben Blick, der der Jugendfreund seines WeibeS gewesen; unb dort, im dämmernden Schatten ber Rückwanb — bort lehnte ste — Genia, die nun schon länger als ein Jahr di: Seine war und die er doch meinte, in diesem Augenblicke zum erstenmal zu sehen, so fremd, so verändert schien sie ihm.
Rorring hielt den Atem an, um den Worten zu lauschen, die Genia sprach. Aber je länger
er hörte, desto mehr schwand die Hitze, die ihm die Gedanken verzehtte; er wurde ruhig und kühl und konnte dem nicht zürnen, der ahnungslos dort vor ihm saß. Bilder aus dem adria- tischen Insel- und Küstenleben waren es, bi; sich heiter unb sonnig vor ihm ausrollten, durch- flochten von Ansichten über das Lben im allgemeinen und den militärischen Beruf im besonderen. Das war nicht die Sprache ber Sctb.en= schäft, aber es ivaren warme Töne, bie zum Huczen brangen, was Wunder, wenn sich bas junge, liebebebürfttge Herz ihnen erschloß?
Unb er sollte jetzt vortreten, bamtt jener Hauch lebensvollen Glückes bei seinem Anblicke von ben holden Zügen verschwinde und jenem matten Ausdrucke düsterer Verzichtleistung Platz mache, ber sie um Jahre älter erschauen ließ? Er wanbte sich leise ab, schritt tvicber bem Hause zu, stieg bie Stufen b v Veranda hinauf unb bef trat ben kühlen, gewölbten Vorsaal. Er fuhr sich mit ber Hanb leicht über bie Augen, eine Träne hatte an ben Wimpern gehangen, eine einzige, brennmdheiße Träne.
*
Etwa eine Stunde später saß bie klein Gesellschaft — Rorring hatte ben jungen Mann mit fast fieberhafter Herzlichkeit dazu genötigt, sein Mittagsgast zu sein — in dem buntelmobüerten Speisezimmer. Der Hausherr schien müd; zu fein, körperlich mübe, aber nickt gereizt tote 6eftegie waren bis jetzt am Hafen, Herr Rorriugs Hat" bi» Diga heute Rächt wacker Staub gehalten?' , _ ,, . .
Die Diga wohl — ihre Grunbmafle scheint denn boch enblich genügend gefestigt — eine Stelle der Neubaues etbet hat sich wirMch wieder 1
verschoben. Es sollte im allgemeinen langsm gebaut werden.'
„In diesem Falle würden sich keine Risse und Senkungen einstellen?'
„Jedenfalls nicht so mausg-I-tzte. 1/aran, baß die Molen im allgemein en ton J-dr zu Jahr tiefer finken, ist ,-eibet nichts zu ändern.
„Von Jahr zu Jahr? Sie müßten schließlich ganz verschwinden--'
„Hosfmtlich nicht. Die alte Rede hat gezeigt, daß bie, Senkung allmählich geringer wird und endlich;-Gtnz anfhött. Uebttgens tut der Hasendamm seine Schuldigkeit, et sichett den Bassins ruhiges Wasser!'
„Sie müssen stolz fein--* *
„Richt sonderlich. Der ganze Bau prdigt allzu eindringltch von der Ohnmacht des Men scheu, gegenüber der rohen Raturgewalt.'
Die Unterhaltung floß leicht hin, meist gleichgültig.' Gegenstände berührend. Rorrmg hatte feinen Platz selbst gewählt, er saß em em der hohen Wandsviegel gegenüber, welche die Fmfttr- Pfeiler bekleideten. Zufällig blickte er auf. Wn ein Krampf zog es über sein Stirn, bebte es mu feinen Mund. Aus dem Grunde des Spiegel- sah ihm ein gelblich blsiches Gesicht entgegen, tief in den Höhlen liegende Augen blitzten hervor unter dem dunklen, zerwühlten Haar — m» so krampfhafter, je kräftiger die MännergPalt daneben aufftieg, der warmes Leben aus dem geistvollen Augen zu leuchten schien; und wett», rechts jenes Frauenantlitz, das zum Erröten $M bringen er nie die Macht bes-ssen, und dessen Blut doch jetzt kam und ging unter der durch sichtigen Haut der Wangen.
. (Fortsetzung folgt.)