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45. Jahrg.
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(Nachdruck »erboten.)
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deine Stele
Dingen Äi*
mit der
und den Beilagen
die liberale Partei bis jetzt im Besitze von drei Mandaten gewesen ist. Ich verfehle nicht, darauf hinzuwsisen, daß die Stellungnahme der vereinigten liberalen Parteien in dieser Frage für die Zukunft von B deutung sein wird und) he einer baldigen Mitteilung entgegen."
Es unterliegt keinem Zweifel, daß durch diese Forderung, so berechtigt sie auch sein mag, tm gegenwärtigen Moment die Sache dsz Kampfes gegen die Sozialdemokratie kompliziert wird.
ich im entscheidenden Augenblicke vom Kopfe würfe und mich an drängte!"
„Impertinenter kleiner Affe! man könne nicht auch nach anderen
schau halten?"
„Ach so, du wolltest wahrscheinlich nachsehe^ ob die alte Eidechsenmutter drüben ix der Mauer- spalte schon wieder Junge hat!"
tAorksetzung folgt.)
Marburg
Dienstag, 20. September 1910
Politische Umschau.
Von Stufe zu Stufe.
Die „Freisinnige Zeitung" schreibt: .Seit einigen Wochen liest man in sozialdemokratisch'» Bersammlungsberichten, besonders in dmeu aus Moabit, den Namm des Genoffen Dr. Moses. Wie wir hören, ist dies derselbe Dr. Moses, der sich früher freisinnig nannte, der dann zur Derno- kratischen Vereinigung überging, um nunmehr sich der Sozialdemokratie anzuschließen. Wie man sieht, hat Herr Dr. Moses den Entwicklungsgang, der den Herren Dr. Breit scheid, von Gerlach und deren Gefolgschaft vorgezeichntt ist, mit etwas mehr Beschleunigung zurückg-legt, so daß
et bereits den Endpunkt erreicht, während sich me noch einige Räsenlängm vor dem Ziele befinden." Herr v. Gerlach hat bekanntlich ganz rechts angefangen; daß wir trotzdem nicht an der Erreichung des Endzieles zweifeln, brauchm wir nicht zu wiederholen. Wir glauben sogar, daß die Differenz heute noch weniger als «einige Rasenlängen" beträgt.
Herr vo» Gerlach und der greift**.
Berlin, 18. Sept. In einer Versammlung der Demokratischen Vereinigung teilte der Referent H. v. Eerlach mit, daß die Demokratische Vereinigung bei der kommenden Reichstagswahl im ersten Berliner Reichstagswahlkreise, der jetzt durch den freisinnig en Abgeordneten Kaemps vertreten ist, einen eigenen Kandidaten aus stellen werde. Die Versammlung erklärte sich in einer Resolution damit einverstanden. In Aussicht genommen ist Oberst Eaedke. Diese Maßnahme spielt den Wahlkreis ziemlich sicher der Sozialdemokratie in die Hände, weiter wollen die Herren offenbar auch garnichts. Interessant aber ist es, rote derselbe Herr v Eerlach als selbstverständlich erwartet, daß die hiesigen Freisinnigen für ihn eintreten.
„Ja, ich glaube, es war fast Mitternacht!"
„O, es war köstlich! Ich habe in meinem Leben nicht so unmenschlich viel gelacht wie gestern. Es war zu schade, daß Sie nicht dabei waren. Ich möchte Sie so gerne auch einmal lustig sehen."
Die junge Frau hatte den Blick schnell gesenkt, eine leichte Röte überzog ihre Wangen. „Wirklich? Vielleicht lerne ich es von Ihnen."
Sie grüßte herzlich hinauf, schritt eilig bis zu dem Gittertor der Villa Rorring und verschwand tn demselben.
Der dunkle Mädchenkopf auf der Mauer wandte sich blitzschnell zurück. Die eben noch in so vollendeter Behaglichkeit auf dem Rande derselben thronende Gestalt duckte sich scheu zur Sette, um zwei Händm zu entgehen, die sich ihr um die Taille legen wollten. Lucietta wußte es wohl, jetzt kam das Gericht; und sie hatte es stets für praktisch befunden, ihren Bruder Ric- cardo aus der Ferne zu bewundern, wenn er zornig war.
„Warte, kleine He-e, das sollst du mir büßen?"
Riccardo hatte den staubigen Hut ingrimmig auf die dunklen Locken gedrückt und wollte eben die Schuldige fassen, aber da flog sie auch schon wie ein Wirbelwind dm Kiesweg hinmtf, daß ihr lichtes Morgenkleid hinter ihr herflatterte. Und da - da saß sie aud) schon auf dem Kastanienbaume am äußersten Ende desselbm schwankenden Astes, von dem sie herunter)«, holen, er sich nie getraute, wett derselbe gerade nur stark gmug war. die leichte, Heine Figur M tragen, die da auf ihm schaukelte.
Die Wahlparole des Kanzlers.
Noch immer plätschert die „Frkf. Ztg" lustig in dem See herum, den sie selbst geschaffen hat. Spaltenlang berichtet sie über die von ihr erfundene Wahlparole und läuft -Sturm gegen Dinge, die überhaupt nicht vorhanden sind. In einen wahren Freudentaumel gerät sie, wenn ihre Nachricht von einem Blatt ernst genommen wird und sogar mit dem eng befreundeten „B. ficht sie grimme Sträuße wegen — der Priorität. Ja, Don Quixote war in seinem Kampf gegen die Windmühlen ein braver Ritter! Etwas ernster ist die Sache nun freilich dadurch, daß in der Verhetzung unseres heutigen Parteilebens alles gern geglaubt wird, was den parteipolitischen Zwist fördern kann, zumal wenn Blätter, die daran ein Interesse haben, immer aufs neue die „Nachricht" wiederholen. Wie tief unser Parteileben steht, kann man gerade daran sehen, daß noch immer die „Schlagworte" die törichsten „Proteste" und „Erfindungen" Aufsehen erregen und Einfluß haben. Aus dieser Erkenntnis heraus beschäftigt sich wohl auch die „Nordd. Allg. Ztg." anfcheindend offiziös mit der Sache, wenn sie schreibt: „Angeregt durch einen Artikel der „Frankfurter Zeitung" Hai sich die Tagespreffe vielfach mit einer Wahlparole oder einem Wahlprogramm der Regierung beschäftigt. Solche Erörterungen finden einen günstigen Boden fn der Besorgnis, von der die besten- Kräfte der Nation im Hinblick auf die Verbitterung unter den bürgerlichen Parteien und auf die sozialdemokratischen Erfolge bei den Nachwahlen zum Reichstage erfüllt sind. Ohne Zweifel hat jene Verbitterung bei diesen Erfolgen mitgeroirft. Was der Reichskanzler in seiner Reichstagsrede vom 9. Dezember 1909 in Bezug auf ausgezeichnete Geschäfte des Radikalismus vorausgesehen hat, tritt leider mehr und mehr in Wirklichkeit. Es ist auch richtig, daß diese Voraussicht nicht von der Pflicht entbindet, nach Möglichkeit Vorsorge dagegen zu treffen, daß nicht ein blinder Mißmut, eine ungestüme politische Verhetzung des Volkes eine gefährliche Lage schaffe. Wir können aber ver- sichetn, daß an der obersten verantwortlichen Stelle nicht nach Schlagworten gesucht, noch heute schon entschieden wird, welche einzelne Frage bei den nächsten allgemeinen Wahlen zum Reichstage in den Vordergrund zu rücken wäre. Mit Wahlparolen, die sich nicht aus der Natur der Dinge ergeben, mit künstlichen Schlagworten läßt sich dem llebel, das wir beklagen, überhaupt nicht beikommen. Leistet das deutsche Volk in der praktischen Arbeit fortwährend Großes, so wird es sich auch in seiner politischen Betätigung und Kultur der Herrschaft der Phrase entwöhnen und seine Geschicke so wenig nach übler Laune, wie nach einseitigen Klassen- oder Inter- essentenroünschen bestimmen müssen. Der Reichskanzler hält für seine Hauptaufgabe, die Reichsgeschäfte so zu führen, daß das der Ratton zum Gedeihen des Erwerbslebens ebenso wie zu ihrem militärischen Schutze Nötige gesichert und ihre stetige kulturelle Entwicklung gewahrt werde. Es ist daher ein im einseitigsten radikalen Parteiinteresse genährter
Seelenkampfe.
Preisgekrönte Novelle von Elise Otto.
. ffSortsetzung.)
' Percy drückte dem Freunde die Hand und stieg den Abhang hinauf. Graue Dämmerung lag über der See. Aus dem Abenddunst, in den eingehüllt die Stadt dalag, glommen die Fackeln der Schiffe aus, eine nach der anderen, lange Lichtstreisen zeichnend in die düstere Fläche. Auf d m Leuchtturm kam und schwand das Licht; die " weißen Schaumkronen der Wellen leuchteten gespenstisch vom Strande herauf.
11.
In langgezogenen, kreischenden Tönen hallt der Ruf durch die vom Morgenwind durchfegten Straßen Triests: „Dattoli, dattoli!" Vom Molo San Carlo herüber iöni das Poltern der aus dem Bauche der Schiffe niederrasielndm Kohlenladungen, die See ist bewegt, die Schiffe knarren an den Ankertauen. Auf den nachtkalten Quadern hocken halbnackte, muskulöse Gestalten, behaglich die Frühstücks-Polenta verzehrend. Es ist Sonntag, sie rasten, die sehnigen Glieder bade« sich im Frühwind.
Durch die Gassen der Altstadt wandert langsam eine schlanke Frauengestalt. Ein Hauch still- freudiger Verklärung liegt über den feine«, blassen Zügen, wie sie die belebteren Stadttelle verlassend, aufwärts steigt und in eines jener steilen, schmalen Mauergäßchm einbiegt, die zu -en am Hange des Karst zerstreut liegenden Häusern und Villen htnaufführen.
Noch eine Biegung und sie ist daheim. Schon -
Aberglaube, daß irgend etwas einer geistigen oder wirtschaftlichen Reaktion Aehnliches im Werke sei. Eine solche Absicht liegt allen maßgebenden Faktoren des Reiches fern.“ Also mit der Wahlparole ists nichts und das ist gut so.
Die neue Heeresvorlage enthält nach der „Miltt. pol. Sott." folgende Punkte:
Es ist zunächst und als in Hinblick auf den in Frankreich bestehenden Vorsprung notwendigste Forderung die Aufftellung von Maschinengewehr- Kompagnien für die Infanterie vorgesehen. Ebenfalls dringlich fft der Ausbau der technischen, Truppen, die zusammen mit den um je eine Kraft Kompagnie zu vermehrenden Trainbataillonen der neuen Generalinspektion der Verkehrstruppen imterftcttt werden. Bei diesen Kompagnien soll in Zukunft die Ausbildung der militärischen Kraftwagenfiihrer erfolgen, von denen die mobile Armee, dank des bei den 2. Staffeln geplanten Ersatzes des tierischen Zuges durch den mechanischen, sehr starken Bedarf haben wird. Von der Gliederung des Trains in Regimenter bleibt vorläufig abgesehen
Sämtliche Neuformationen und Fordsrungen der Vorlage werden 1914 gestaffelt. Für dies Jahr erst, das dem Reiche durch Freiwerden ge- toiffer Einnahmen größere finanzielle Bewegi- ungsfreihett gibt, bleibt auch die für die 37. und 39. Division in Allenstein und Colmar i. E. anzufordernde Ergänzung ihrer Feldartillerie zu Brigaden — im ganzen 12 Batterien — verschoben. Außerdem tritt, für die Bespannung der Beobach- tunaswagen der Feldarllllerie, eiv Erhöhung dez Pferdebestandes der Batterie um drei Pferde ein
Entgegen der noch in der letzten Woche von der soztaldemokrattschen Presse gebrachten Nachricht einer Neufokdorung von 33 Bataillonen (für die Regimenter mit nur zwei Bataillonen) kann auf das Bestimutteste versichert werden, daß eine solche Jnfanterievermebnlng ebensowenig in Aussicht genommen ist, wie die ebenfalls verschiedentlich als geplant gemeldeten Aenderungen im Etat der Kavallerie.
Zur Ersatzwahl in Frankfurt-Lebus schlecht die „Deuffche Zeitung", ein bckanntes mittelparteiliches Blatt, sehr treffend:
Neben der Zunahme der Sozialdemokraü' tritt zweifelos am besten in den Vordergrund: daß die Konservativen sich verhältnismäßig gut gehalten haben. Die Nationalliberalen müssen doch immer von neuern erkennen, daß die Kon servativen fester im Sattel sitzen oder daß sie sich wieder gesammelt haben. Und zugleich bekommen es die Liberalen aller Farben zu spüren: daß der Liberalismus die Hauptz.chc zahlt für Blocklösung, Blockbruch, Steuerärger und Parteiv'r- hetzung. Sachlich genommen ist es eigentlich ein Rätsel, wie der Nationalliberalismus in Frankfurt a. d. Oder den Hauptsiimmenvorlust zu tragen haben konnte, obwohl die Rationalliberalen jede Finanzresorm-Steuer verweigert und die preußische Wahlrechtsvorlage abgelehni haben. Auch die Unterstützung des Freisinns nützte nichts. Dem vereinigten Liberalismus — wohlgemerkt — es es. so schlecht ergangen.
Wir finden es heilsam, daß auch diese kleine Lehre noch vor dem allgemeinen Parteitag in Cassel kommt. Es mag schwer sein für die Leitung der nattonalliberalen Partei, jetzt „umzu lernen" zum Frieden mit d.-r Rechten nach der Progammpolittk des vorjährigen Sommers. Aber immerhin sollte man ernstlich erwägen, ob man nicht eilte Form findet, der Verärgerung^ Politik gegenüber dem rechten Flügel des zerstörten Blocks ein Ende zu bereiten."
Die konservative Partei bat bekannt ich alle ihre Freunde aufgesordert, die Wahl des Sozialdemokraten zu verhindern und für den nattonak- liberalen Kandidaten einzutreien. Dazu schreibt das „Leipziger Tageblatt" (uacionallib.rai):
Man darf sich nicht verhe-st n, daß außerordentlich schwierig sein wird, in der Stichwahl den Kandidaten der vereinigten Liberale i durchzubringen. Bei dem sehr scharfen Wahlka uvs, der zu ein t gegenseitigen Verärgerung der bürgerlichen Parteien geführt haben nmß, darf nicht mit Bestimmtheit darauf gerechnet werden, daß die konservativen Stimmen ohne oeiteres dem Kandidaten der Liberalen in der Sttchwahl zufallen iverden."
Wir wollen hoffen, daß cs trotzdem geschieht, deshalb halten wir auch folgende Veröffentlichung des konservativen Wahlvereinsvorsitz n den in Franffurt a. d. Oder nicht für richtig. Sie lautet:
„Selbswerständlich erfolgt das Eintreten der konservativen Partei in der Sttchwahl für dm bürgerliche Kandidaten bedingungslos. Immerhin möchte ich gerade jetzt an die vereinig- ten liberalen Parteien des Wahlkreises die Forderung stellen, der konservatwen Partei ein Land- tagsmandat abzutreten, da das Stärkeverhaltnis der bürgerlichen Parteien ein saft gleiches ist, und
Er stand an den Stamm gelehnt, die Hände mißmutig in den Taschen geballt, die gerötete Stirn noch immer voll drohender Falten.
„Weißt du wohl, keckes kleines Frauenzimmer, daß ich dich gleich herunterfchütteln werde wie eine reife Pflaume"
„Rein, davon weiß ich nichts! Weißt bk aber, Riccaroo, daß ich heute nachmittag zi Frau Genia gehen werde, um ihr zu raten, sich ein anderes Lieblingsplätzchen zu wählm?"
„Und weshalb, Fräulein Naseweis?" Der junge Mann war jetzt sichtlich kleinlaut ge- worden.
„Weil es eine Schande ist, daß du di, eine K liebe, schöne, gute Frau — meine Frau Genia -■ stundenlang durch diesen Kttmstecher da anstehst, den ich dir vorhin bei meinem Ueberfalle aui der Rocttasche zog!"
„Woher weißt du denn, daß ich gerade Fra* Rorring damit ansehm wollte? Sie war K gar nicht zu Hause!" „
„Wovon di natürlich keine Ahnung hattest. Ich aber sah sie vom Fenster aus kommen u«d konnte es mir nicht versagen, zu probiere«, ein
sind es wohlbekannte Bäume und Sträucher, die von rechts her über die Mauer nickm, da tönt es wie ein unterdrücktes Kichern über ihr in der Lust, ein breitrandiger, feiner Herrenhut fliegt von links herab ihr vor die Füße.
Die in Gedanken Versunkene schreckt zusam men und blickt auf, sie sieht in zwei vor Ueber- mut funkelnde schwarze Mädchenaugen, die von oben auf sie niederblicken.
„Guten Morgen, Frau Rorring," tönt es herab. ,
Der kleine schwellende Mund der mit beiden Ellbogen auf bett Mauerrand sich Stützendm, halb über demselben Liegenden sucht sich vergeblich zum Ernst zu zwingen, es zuckt wie unterdrückte Schadenfreude um denselben. Das junge Mädchen ist augenscheinlich der Kammerzofe mit, ten während der Toilette davongelaufen. Das schwarze Haar fliegt kraus um Schultern und Hals, ein gestickter Pudermantel schließt sich um das runde Grübchenkinn.
Auch um bett stillernsten Mund Genias legt es sich wie leises Lächeln. Sie hat in der Weinlaube hinter der Sprechenden einett sehr roten, sehr jungendlichm Männikopf verschwinden sehen, den seine Bedeckung, wie es scheint, soeben nicht ganz freiwillig verlassen; es ist die Donatosche Gartenmauer, vor der sie steht. Sie hat sich gebückt und reicht dem jungen Mädchen den Herrenhut hinauf, Ihr dabei freundlich die Hand drückend.
„Ihr Hut, Lucietta, da ist er!"
„Vielen Dank, Signora! Danke tausendmal! Er fiel mir eben vom Kopfe, als ich nach Ihnen auslugte. Habm Sie uns gestern noch nach Hause komm« hören tz*
toi: dummes Gesicht du machen würdest, wenn dir den Hui
Deutsches Reich.
— Der Besuch Kaffer Wilhelms in Wien. Wien, 17. Sept. Das „Deutsche Volksblatt' sehr tbi über den bevorstehenden Besuch Kaffer Wilhelms in Men. Die Verehrung, die Kaiser Franz Josef in Deutschland genießt, kann nicht befle; und würdiger verdolmetscht werden, als durch dar heutige Erscheinen Kaiser Wilhelms in Wien Diesmal w rd die Vertretung der Reichshauptstadt zum ersten Ral: die Ehre haben, i > treuen Freund und Bundesgenossen unirres geliebten Herrschers in ih'em prächtigen Heim willko /.men zu heißen. Kaiser Wilhelm wird bei dem diesmaligen Besuch bestätigt finden, daß das deutsch- österreichische Bündnis bei uns nicht von dem nüchternen Opportunttäisstandpunkt aus beurteilt Wird, sondern, daß es ein Herzensbedürfnis ist Mr wissen, daß die Polittt Denffchlands untet dem Einfluß der starken Pcrsönlichkctt. seines Herrschers sieht, und daß diese Herzlichkeit der Beziehungen der beiden Reiche der warmen Freundschaft entspricht, die Kaiser Wilhelm süt unseren Monarchen, sowie für unseren Thronfolger empfindet.
— Der Kaiser in Ungarn. Mohns, 17. Sept Der deutsche Kaiser wollte sich heute schon in frühester Morgenstunde zur Jagd begeben, mußt» aber wegen des Regens einige Zeit warten. E> begab sich snüann in den Lazaricaer Wald tm) darauf in das Jagdschloß. ■ Heute Nachmittag 4 Uhr gedenkt der Kaiser sich aus die Daruzei Wiese zur Pü"sche zu l cgeben und abends 8 Uh> zurückzukehren.
— Ein Anschlag auf ken Kaiser? Ein Berliner Blatt brachte folgende l" truhigendc Meldung: Als der Hoszug, in dem sic» Kaffr Ml- helm befand, aus der Station Fünskirchen (Ungarn) auslanfen wollte, eilte ein Gendarm, der beim Wächterhause stationiert war, auf da« Stationsgebäude zu, wo er dem dort anwesenden
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