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MchM IMU mit dem Kreisblatt kür die Kreise Marburg und Kirchhain «mb den Beilagen: ,Iach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) unb ,^!onbwirtschastliche Beilage.«

Marburg

45. Jahrg.

>O 914 * jährlich durch die «!» unseren Zeitungssi

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Dienstag 13. Sevtember 1310. llniversitäts-Buchdruckerei, Inhaber Dr. C. Hrtzerolh, Marburg, ' r Markt 21. Telephon 55.

eigentum der Frankfurter Redaktion. Die National­liberalen werden vermutlich anders darüber denken." Da scheint uns auch des Pudels Kern zu liegen.

DieOberhessische Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der B e z u g s p r e i s beträgt viertel- "2......*" > Post bezogen 2,25 M. (ohne Bestellgeld), bei

unseren Zeitünasstellen und der Expedition (Markt 21), 2M M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

mir abgehaltenen Manöver, beauftrage ich Sie, von diesem Dank den Bewohnern der Provinz allgemein Kenntnis zu geben und den Teil der Bevölkerung noch meiner besonderen Anerkennung zu versichern, der trotz der erheblichen Etnquartierungslast die Leistungen der Truppen während der Manöver hat wirksam unterstützen helfen. Hierbei betone ich gern, daß mir meine Provinz Westpreußen, zu der ich alL Besitzer von Kabinen in so nahen Beziehungen stehe, auch fürderhin besonders wert bleiben wird. Schlo- bitten, 10. Sept. 1910. gez. Wilhelm." Ein ähn­liches Dankschreiben hat der Kaiser auch an den Oberpräfidenten von Ostpreußen zur Veröffentlichung gesandt.

Das Programm der Kronprinzenreise. Berlin, 10. Sept. Ueber das Programm für die Reise des Kronprinzen nach Ostasien ist nach den bisherigen Anordnungen, vorbehaltlich näherer Regelung der Einzelheiten, folgendes festgesetzt: Der Kronprinz wird nach der mit einem Aufenthalt in Ceylon ver­bundenen Seefahrt am 14. Dezember 1910 in Bom­bay eintreffen. Es folgt der Besuch Indiens, für den ein Zeitraum von einigen Wochen zur Ver­fügung steht. Wie der Besuch Indiens sich im ein­zelnen gestalten wird, bedarf noch näherer Bestim­mung. Spätestens mit dem 14. Februar wird der Kronprinz von Kalkutta aus die Weiterreise nach Bangkok antreten. Unterwegs ist ein Aufenthalt in Singapore vorgesehen. Bon Java aus wird der Kronprinz Mitte März in Hongkong eintreffen und von dort aus noch nach Konton und nachher nach Schanghai fahren. Daran würde sich ein mehrtägiger Besuch Ktautschous schließen. Die Ankunft des Kron- Prinzen in Peking ist gegen den 10. April, diejenige in Tokio am 25. April geplant. Anfang Mai könnte dann die Rückreise über Sibirien angetreten werden

Das TorpedobootV 162 ist, wie aus Korsöl unterrn 10. Sept, gemeldet wird, abends um 7 Ahr wieder flott gemacht worden.

Freisinnige und Sozialdemokraten. Breslau. 10. Sept. Für die durch den Tod des Zentrums­abgeordneten Ziesche notwendig gewordene Land tagsersatzwahl int Wahlkreise Breslau beabsichtigen, derSchles. Volksztg." zufolge, die Freisinnigen, den Reichstagsabgeordneten Bergrat Gothein, die So­zialdemokraten den Parteisekretär Reukirch aufzu­stellen. Im Falle einer Stichwahl wollen beide Par­teien gemeinsam vorgehen. Bei der letzten Wahl er­hielten die vereinigten Konservativen und -das Zen­trum 844, die freisinnige Volkspartei 480 und die Sozialdemokraten 309 Stimmen.

Die Kaisermanöver.

Preußisch-Holland, 10. Sept.

Beide Luftschiffe haben in den ersten Tagen sehr gut gemeldet. Die beiden kommandierenden Generale konnten sich über den Gegner ein ganz klares Bild machen. Von einem Fachman wurde täglich zweimal eine Wetterkarte herausgegeben, so­daß die Luftschiffe auf herannahende Gewitter und ähnliche Störungen durch Funkenspruch aufmerksam gemacht werden konnten.P 2" mußte am ersten Tage, nachdem er in den Rücken der blauen Partei gelangt war und sogar die Sammlung einer Divi­sion bei Dirschau gemeldet hatte, inmitten der blauen Partei länben und in eine falsche Ballonhalle ein­fahren. Die Landung erfolgte aus Friedensrück­sichten zur Schönung des Materials. Von den acht Zylindern war nur einer beschädigt. Im Ernstfälle hätte er weiterarbeiten können. Heute morgen 5 Uhr waren wieder beide Luftschiffe in Tätigkeit. Die roten Befestigungen mit der Hauptstellung, den vor­geschobenen starken Stellungen und den wieder diesen vorgelagerten Scheinanlagen haben sich sehr bewährt. Es gelang glänzend, den Feind und sein Luftschifs zu täuschen, ihn aufzuhalten, zur unnötigen Cniwicklung zu zwingen und die schwache Besatzung der Schein­anlagen und der vorgeschobenen Stellungen ohne Verluste in die Hauptstellung zurückzuziehen. Ueber die Abtransporte konnte erst in der letzten Nacht dis­poniert werden. Heute und Montag werden die Hauptmasten in etwa hundert Zügen auf fünf Trans- portstraßen abtransportiert und zwar 2200 Offiziere, 36 000 Mann, 9000 Pferde, 800 Fahrzeuge und 640 000 Kilogramm Gepäck. Der öffentliche Verkehr wird vollkommen aufrecht erhalten. Bei Rogehnen war gestern abend noch ein schweres Nachtgefecht. Die blaue 36. Division nahm das Dorf zeitweise in Besitz. Die rote 73. Brigade umwickelte Rogehnen von allen Seiten und warf Blau wieder hinaus. Heute morgen wollte Blau den südlichen Flügel von Rot bei Erünhagen eindrücken: der Angriff wurde durchgeführt, verlief aber unglücklich. Die blaue 41. Division stieß auf eine sehr starke Stellung der zwei­ten roten Brigade und kam nicht vorwärts. Das Eintreffen der blauen 35. Division wurde verhin­dert, indem die rote 73. Brigade und Teile der 35. Brigade einfetzten. Blau mußte zurück; Rot würde es wahrscheinlich bei weiterer Fortsetzung des Kampfes gelungen sein, von Norden das ganze 17. Korps auf­zurollen, zumal die 36. blaue Division durch Herurn- gretfen der zweiten roten Division vollständig um­faßt und zerdrückt wurde. Dagegen kam die blaue Kavalleriedivifion in den Rücken des Feindes, wo sie einige Vorteile gewann; die Absicht, das rote Haupt­quartier in Quittainer aufzuheben, gelang nicht. Die blaue Partei erhielt gestern Meldungen über

Idir wirkliche Hauptstellung von Rot durch sein Lenk- luftschiff. Die rechte Flanke von Rot war gestern durch die Kavalleriedivision Brecht gedeckt mit Sicherungen in der Linie Göttchendorf - Behlenhof. Die blaue Kavalleriedivision E verdrängte diese

Sicherungen unb roanbte sich bann auf Schmauch, das gegen Norden von Karabinerschützen der Kaval­leriedivision Brecht besetzt war. Die Kavallerie­divifion E setzte zwei Brigaden zum Fußgefecht aus. Die roten Karabinerschützen räumten Schmauch. Die Division E konnte wegen des überlegenen toten Ar­tilleriefeuers nicht folgen, grub sich auf dem Lerchen­berg ein und nahm mit Einbruch der Dunkelheit Schmauch in Besitz. Heute morgen 3'4 Ahr begann allseitig ein überaus heftiges Artilleriefeuer, beson­ders auch der schweren Artillerie. Das blaue 17. Korps setzte mit Tagesanbruch den Angriff unter starker Staffelung der 36. Division fort. Die Kaval­leriedivision E versuchte in der Flanke und dem Rücken des Feindes vorzugehen. Das tote 1. Korps hielt mit der 1. Division und der 73. Brigade seine Stellung unb stieß mit der verstärkten 2. Division Brecht nördlich des Weeskeflustes vor. Dieser Vor­stoß, den linken blauen Flügel umfastend, war nicht ohne Erfolg. Die 36. Division blau mußte zurück. Die Manäver wurden um 614 Uhr abgebrochen. Der Kaiser, welcher morgens 3 Uhr aus Schlobitien aus- gebrochen war, hielt bei Regehneu Kritik. Das Wet­ter ist sehr schön. Der Kaiser verlieh eine Reihe von Auszeichnungen; u. a. wurde Prinz Friedrich Leopold von Preußen zum Generaloberst befördert; Generaloberst Frhr. v. d. Goltz erhielt Kreuz unb Stern ber Komture des Hausorbens von Hohen- zollern; General v. Kluck würbe i la suite bes ©re« nabierregiments Nr. 3, besten Chef bet Kaiser ist, gestellt; General von Mackensen erhielt ben Stern ber Komture bes Hausorbens von Hohenzollern. Schlobitten, 11. Sept. Der Kaiser ist mit Gefolge im Sonberzug von hier um 2 Uhr 35 Min. nachmittags nach Königsberg abgeretft, wo feine Ankunft 4% Uhr erfolgt. Der Kaiser begibt sich von ba mit Auto­mobil nach Preyl zum Besuch ber Gräfin von Lehn- borff. Abenbs um 10 Uhr wirb sich ber Kaiser mit Sonberzug von Königsberg nach Mehlauken begeben.

Deutsches Reich.

Der Dank des Kaisers. Danzig, 10. Sept. Der Kaiser richtete an ben Oberptäsibenien der Provinz Westpreußen, v. Jagow, folgende Kabinettsorder: In meinem Trinksptuch auf die Provinz Westgreu­ßen beim Festmahl tu bet Marienburg habe ich es bereits ausgesprochen, wie wohltuend mich unb bie Kaiserin unb Königin, meine Gemahlin, bei unserem Aufenthalt in Westpreußen und während der dies­jährigen großen Parade des 17. Armeekorps der so warmherzige Empfang der Bevölkerung aus Stadt und Land berührt hat, unb mit inniger Freude habe ich dabei unserem tiefempfundenen herzlichen Dank Ausdruck verliehen. Heute, bei Beendigung der von

Ausland.

** Die englische Sondergesandtschaft in Wie». Wien, 11. Sept. Der Kaiser empfing heute nachmit­tag in einer feierlichen Audienz die englische Sandet > gesandffchast zur Notifizierung des Thronwechsels.

** Die Kretafrage. Konstantinopel, 10. Sept. Nach Informationen der Pforte nahestehenden Krei-

Die Insertionsgebübr beträgt für Inserenten aus bem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für bie 7geWtene , Zette ober deren Raum 15 r4, für auswärtige Inserate 20 -S, für Reklamen 40 4. Druck unb Verlag: Ioh. Aug. Koch,

Die Wahlparole.

Zur nächsten Reichstagswahl läßt sich bieFranff. Zig."von besonderer Seite" melben, Herr v. Beth- mann-Hollweg wollebie alte Schalmei von ber ge­fährdeten nationalen Arbeit blasen". Seine Absicht fei,alle positiv schaffenden Stände zum gemein­samen Schutze dieser Arbeit zu sammeln".

Zunächst ist dazu zu bemerken, daß eine derartige Mitteilung nur bei ganz naiven Menschen das größte Aufsehen erregt, wovon dieFranks. Zig." fabelt. Kein Ministerpräsident wird so dumm fein, länger als ein Jahr vor den Wahlen eine Parole auszu­geben, noch dazu eine, die nur wirtschaftliche Mo­mente enthält. DieKöln. Zig." gibt denn auch prompt nachErkundigungen an zuständiger Stelle" bekannt, daß der Reichskanzler bisher weder eine Wahlparole in dem von derFranks. Zig." ange­gebenen Sinne noch überhaupt eine Wahlparole aus- gegeben habe, auch nicht in vertraulichen Gesprächen.

Sachlich ist zu bemerken, daß eine Wahlparole sicher das von derFranks. Ztg." angekündigte Mo­ment enthalten wird, zumal für einen Reichstag, der Über den Zolltarif und die Handelsverträge verhan­deln soll. ^Zweifellos wäre diese Wahlparole aber für unseren doktrinären Linksliberalismus auch eine schwere Gefahr. Denn von ber Bedeutung bet Schutzzölle ist heute fast jebermann bis wett in bie Reihen bes Freisinns hinein (vgl. Pfarrer Korell) durchdrungen. Die freisinnigen Freihünbler aber würden ganz an die Seite der Sozialdemokratie ge­drängt, wo sie hingehören.

Diese Sittläfion ist den Herren um dieFranks. Ztg." etwas unbequem, daher die Erfindung, um von vornherein mit Hilfe der linksstehenden Presse derartige Projekte zu diskreditieren. Ein aussichts­loses Beginnen. Herr v. Bethrnann ist nicht Fürst Bülow, er wird tun, was er für recht hält, eventuell auch gegen die Ansicht berFranks. Ztg "

Daher sind bie Erörterungen überflüssig. Sehr richtig sagt bieDeutsche Tagesztg":Einen Zweck allerbings könnten sie boch erreichen: Der Reichs­kanzler kann aus ihnen mit einiger Klarheit ent­nehmen, wo bie Vertreter ber positiven Arbeit zur Wohlfahrt bes Landes nicht zu finden find."

DerVerl. Neuest. Nachr." beurteilen bas Vor­gehen berFranks. Ztg." gleichfalls treffenb, wenn sie schreiben:Was ba bieFranks. Ztg." ausführt, ist denn boch zu einseitig, parteitendenziös zurecht- gestutzt, um das Aufsehen zu machen, das dies Frank­furter Blatt von seinen Mitteilungen erwartet. Zu deutlich spricht sich darin die freisinnige Beklemmung aus, nicht vor angeblichen Absichten des Reichskanz­lers, wohl aber vor bereits vorhandenen Strömun­gen in bet nationalliberalen Partei, bie bem Links­abmarsch entgegenarbeiten. Deshalb soll vor bem Casseler Parteitag schnell noch diese Richtung als regierungsfromm verdächtigt werden. Das abspre­chende Urteil über die Bedeutung der rheinisch-west­fälischen Großindustrie ist wohl auch nut Sondet-

19 (Nachdruck verboten.)

Seelenkiimpfe.

Preisgekrönte Novelle von Elise Otte.

(Fortsetzung.)

Sie glauben? Ich verstehe da- nicht recht, Frau von Osten. Sie haben doch jchenfalls die Angelegenheit mit ihr durchgesprochen!«

O wiederholt! Aber wie gesagt, ich hätte die böse Stiefmutter im Märchen sei« müsse«, um sie zurückzuhalten.« .

Sie taten vollkommen recht. Ich staune nur über eins: Weshalb wurde ich nicht davon be­nachrichtigt, bevor ich diese zwecklose Reise unternahm? Sie müssen zugeben, gnädige Frau, daß die Rolle des gjeprellten Liebhabers, He ich in diesem Augenblick zu spielen das Ver­gnügen habe, keine übermäßig angenehme ist!«

Ich wußte nicht, wo Sie stationi-tt waren.«

Das wäre durch meine Stotter leicht zu er­fahren gewesen!«

Scharfer Tadel lag in dem nichtachtenden Tone, den er von Anfang an für sie gehabt. Sie blickte auf, wieder fenfte sich ihr Auge glühend in das feinet.

Und wenn ich das nicht versucht hätte, weil weil ich wünschte, daß Sie kommen möchten weil ich mich danach sehnte, Karten, Sie wieberzusehen?«

Sie schlagen meine Einwendungen mtt Waffen nieder, gegen die zu kämpfen mir die Ritterlichkeit verbietet.«

Blanche sah nicht das sarkastische Lächeln, Mit dem er zu ihr niederblickte.

Sind Sie sehr enttäuscht, Warten, statt Genia nur mich hier zu find«»?«

Ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Ich

wundere mich nur im stillen, daß Verpflich­tungen, durch die ich mich bis jetzt für gebunden hielt, von dem andern Telle so leicht genomm n wurden!«

Sie hielten sich für gebunden? Ich Pmßte ei ja!«

Gewiß. Ich fühle mich fast erleichtert, daß ich eg von dem heutigen Tage an nicht mehr bin. Die gemachte Erfahrung soll mich übrigens warnen vo. dem Schließen zatter Bündnisse! Sie haben doch jedenfalls den Ring, den ich Genia gab, zurückbehalten, um ihn mir wieder zugeben?«

D-n Ring? Wie fatal, wir vergaßen das!«

Und sie trägt ihn neben ihrem Trauring an der Hand? Wunderliches Ding s,olch ein Mädchenkopf?«

Et hatte den Goldreff, den er eben vom Finget gezogen, um ihn zutückzugeben, nach denflich wieder angesteckt und bettachtete ihn mit fast unfreundlichen Blicken.

Zwei große, dunkelbraune Mgen hafteten neugierig an dem hochgefaßten Brillanten: eine braune, kleine Hand berührt» die seine.

Sind Sie Percy?«

Er blickte auf, belustigt durch die direkt ge­stellte Frage eine halbwüchsige, zierfiche Mädchengestalt stand vor ihm.Ich bin Percy. Und Sie, kleines Fräulein?«

Dacht ich's doch, Sie haben Genias Ring! Ich bin Fttttta.«

Fast meinte ich, Ihre Schwester vor mit zu sehen, Sie sehen Genia sehr ähiflich«

Die Arme! Wie leid eS ihr tun wird, daß sie heute nicht hier wat!«

Wirklich? Ich glaube kaum sie ist ja so glücklich!« . t .... .; ...

Nun, geschrieben hat sie davon gerade nichts aber es kann schon sein o ja, es kann schon sein?«

Sie trat zurück und begann die Kornblumen zusammenzulesen, die noch verstreut auf dem Moosboden lagen. Ein weicher Arm schlang sich um sie, sie fühlte ihr Köpfchen an das Blanches gedrückt.

Es war ein fesselnder Anblick, das blonde, garte Gesicht der schönen Frau, neben dem dunkelbraunen Mädchenkopf. Rur, meinte Percy, würde der Eindruck ein noch vollkommenerer sein, hätte sich letzterer nicht gar so widerwillig als Staffage benützen (offen. Und doch lächelte er der kleinen Widerspenstigen freundlich zu, als dieselbe hasttg emporschnellte, um im Walde zu verschwinden.

Auch Blanche war befriedigt. Ihre Schön- heit hatte sich in vollstem Glanze gezeigt und der geschwätzige Kindermund war entfernt. Aber war es denn ohnehin vorbei mit all' ihren Hoffnungen? Stand er nicht da vor ihr mit einer beleidigenden Kälte um den ernst geschlosse­nen Mund, die es ihr fast unmöglich machte, in demselben Tone fottzufahren? Sie wollte lang­samer zu Werke gehen, er würde ja nicht gleich wieder abreisen und die Zeit mußte ihn ihr näher bringen!

Ich bin so wenig unterrichtet Über Ihre dienstlichen Verhältnisse, daß ich nicht einmal weiß, wo Sie gegenwärtig ftattontert sind.«

In Lussin Piccolo, gnädige Frau.«

Sie sah ihn erschreckt an.Das Hingt ja Ifast italienisch! Wo ist das?«

Im Adriatischen Meer. Es ist eine (lebte Insel, ein etwas einsamer, vorgeschobener Mosten.«

'Und Sie werde« lange bort bleiben?

Keinesfalls. Man ist dort denn doch zu lediglich auf Naturgjenuß angewiesen, als daß mit dm dahin Verbannten nicht öfters sollte ge­wechselt nach Polo versetzt, sechs Stunden von Triest, wo wir übrigens wahrscheinlich auch bald unfern Besuch abftatten werden. Wir schlagen uns schon seit einiger Zeit dott tot Süden herum und zwar zu meiner großen Befriedigung, ich liebe diese italienischen Küstenstriche.«

Sie müssen köstlich sein! Aber da Sie s» weit Herkommen, haben Sie jedenfalls längeren Urlaub genommen; darf ich hoffen, Sie während desselben als Gast bei uns zu sehen?«

Sie ftttb sehr gütig, meine Gnädige! Leider aber muß ich Ihre freundliche Einladung ab- lehnen.«

So wollen Sie in Reustadt Quartter nehmen? Auch von dott aus werden Sie uns vielleicht öfter mit Ihrer Gesellschaft erfreuen, es ist sehr einsam auf Waldbühl?«

.Ich bedauere unendlich? Aber da der Zweck meiner Reise ein illusorischer war, so hält mich hier durchaus nichts mehr zurück. Ich werde mir während meines Urlaubs Tirol ein wenig näher ansehen. Ich denke noch heute abend ab­zureisen; der Rückweg nach der Stadt ist ziem­lich weit, den Wagen habe ich zurückgeMckt, ich werde daher sogleich -aufbrechen müssen?«

Blanche hatte sich erhoben und stand, das Auge voll verzehrenden Hasses auf ihn gerichtet. Ich will Sie in keiner Weise aushalten, Herr Hauptmann v. «arten, Sie schein«! große Eile zu haben. Erlauben Sie, daß ich Ihnen meinen-Wagen zur Verfügung stelle?«

Ich muß auch diese Güte dankend ablehnen,, ich ziehe es vor, zu Fuß» zu gehen. Lebe« Sie. wohl, Frau v. Osten!« v ,j

(Fortsetzung folgt.)