Docht, «mf der sich der Marineminifter befand, «ltt einem Unterseeboot zusammengeftotze«. Ein Matrose ertrank. — London, 1. Sept. Nach einer Llohdmeldung aus Punta-Arenas ist das deutsch« Schiff .Schulau" von Antwerpen nach Callao bestimmt, in gefährlicher Lage in der Nähe von New Island bei Feuerland verlassen worden. Die Mannschaft wurde in Uschuwaia Gelandet. — Saloniki. Kurz vor der Abfahrt «ach Smyrna verbrannte der unter belgischer Flagge fahrende Dampfer .Marie Reine" der Petroleum auslud. Die Passagiere und die Mannschaft wurden gerettet. — London. Der deutsche Dampfer „Margarethe Ruß", von Pene- cela nach Sheerneß unterwegs, gilt nunmehr als verloren. 21 Mann der Besatzung dürsten umgekommen sein. Passagiere waren nicht an Bord.
Ein flüchtiger Großindustrieller. Peters- Lurg, L Sept. Der Raphtaindustrielle Mcde mejow aus Baku ist nach Hinterlassung von •800 000 Rubeln Verbindlichkeiten, ins Ausland geflüchtet.
Bon einem Schutz getroffen. Müncheberg, 1. Sept. Während der Streckenwärter Stresow die Geleise kontrollierte, wurde er von einem Schuß getroffen. Er vermochte sich nur noch mit Mühe bis zur Dienststelle zu schleppen. Ob es sich um ein Attentat oder um einen unglücklichen Schuß eines Jägers handelt, konnte bisher nicht "aufgeklärt werden.
Grotzfeuer. Zittau, 1. Sept. Gestern Abend brannte in Seifhennersdorf das an der böhmischen Grenze gelegene Bauerngut des Besitzers Pahne bis auf die Umfassungsmauern nieder. Das meiste Inventar und das Vieh wurde ein Raub der Flammen. Bei den Rettungsarbeiten Wurden zwei Feuerwehrleute schwer verletzt. Heute Vormittag wurde unter den Trümmern bes niedergebrannten Wohnhauses die ver- lohlte Leiche des in den 50er Jahren stehenden Besitzers aufgefunden, der bei den Rettungsver- sttchen umgekommen ist.
Der Werftarbeiterstreik. Hamburg, 31. fcug. Nachdem die Organisation der Werftarbeiter sich an die Werftbesttzer zum Zwecke der Gewährung einer Besprechung gewandt haben, hat oer Verein deutscher Seeschiffswersten beschlossen, dem Ersuchen Folge zu geben und hat die Bc- ftrrechung für anfangs nächster Woche in Aussicht genommen.
Der Werftarbeiterstreik. Hamburg, 1. Sept. Di« Organisation der streikenden Werftarbeiter lehnten heute den Gegenvorschlag der Werften ab, irine Besprechung mit den Vertretern der Arbeiterorganisationen unter Hinzuziehung fe eines Vertreters der Hirsch-Tunckerschen und der christlichen Gewerffchaften, sowie dreier Vertreter der Rationalen Arbeitervereine auf den Werften ab »chatten. Dieser Beschluß macht die für Anfang Nächster Woche beabsichtigte Besprechung unmöglich. — Bremen, 1. Sept. Lieber 2000 streikende Werftarbeiter versammelten sich heute auf dem Spielplatz an der Nordstraße und veranstalteten ihren Demonstrationszug durch die Stadt nach hem Bürgerpark. Die Polizei schritt nicht ein, dbgleich der Umzug nicht anaemeldet war.
Die Berliner GeteeidebestäM»e. Berlin, 1. Sept. Berliner Getreidebestände per ultima August: Weizen 3805 Tonnen (gegen den Vormonat plus 122 Tonnen), Roggen 9481 Tonnen ifplus 1095), Hafer 5823 Tonnen (minus 1833 Donnen), Gerste 3655 Tonnen (minus 1848 Tonnen), Mais 3415 Tonnen (minus 941 Tonnen). ; Wieder ein Ueberfvll auf der Berliner Stadt Hahn. Berlin, 1. Sept. Heute nachmittag 3 Uhr wurde die 22jährige Verkäuferin Elisabeth tzakob aus Deutsch-Wilmersdorf, im Zuge auf der Fahrt von der Eberastraße nach Schöneberg hei der Einfahrt in die Station von dem 22 Jahre eiten Hausdiener August Kohler aus Berlin, Gleimstraße 2 mit dem sie sich in einem Abteil tll. Klasse allein befand, überfallen, am Halse gewürgt und im Gesicht verletzt. Auf das Ge- sthrei der Ueberfallenen brachten Reisende im be- rmchbarten Abteil durch Ziehen der Rotbremsr **en Zug zum Stehen. Der Täter wurde durch Mitreisende und den Zugführer festgenommen, *mb der Schöneberger Polizei übergeb.n.
Ein Famittendram». Hamburg, 1. Sept. Der Postassistent Loeser durchschnitt heute Vormittag seinem 5jährigen Sohne den Hals, (brachte seiner Ehefrau Schnittwunden am Halse
bet «d durchschnitt sich selbst di« Pulsadern. Das Kind ist tot, das Ehepaar wurde ins Krankenhaus eingettefert.
Die Cholera. Berlin, 31. Aug. Wie wir von zuständiger amtlicher Stelle erfahren, bestätigte sich bei sämtlichen Krankhettsfällen im Landespolizeibezirk Berlin der Eholeraverdacht. nicht. Auch bei de« Charlottenburger Fall scheint — wie mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden kann — keine Choleraerkrankung vorzuliegen. Im übrigen wird jeder Meldung von einer choleraähnlichen Erkrankung sofort und auf das peinlichste nachgegangen, so daß zur Beunruhigung nicht der geringste Anlaß vorliegt. — Wien, 31 Aug. Unter verdächttgen Erscheinungen wurden gestern drei Personen in das Franz Joseph Spital eingeliefert. Sie wohnen in weit auseinander liegenden Bezirken. Das Befinden aller soll besorgnis erregend sein. Die bakteriologische Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. — Petersburg, 31. Aug. In den letzten 24 Stunden find 59 Personen an Cholera erkrantt, 19 gestorben. Rom, 1. Sept. Inden letzten 24 Std. wurden in Barletta 8 Erkrankungen und 3 Todesfälle an Cholera festgestellt, in An- dria 2 Erkrankungen und 1 Todesfall, in Trani 3 Erkrankungen, in Spinazolla 2 Erkrankungen und 2 Todesfälle, in Molfetta 2 Erkrankungen und 1 Todesfall, in Margherita di Sawia 2 Erkrankungen, in Trinitapoli 2 Erkrankungen und 2 Todesfälle, in San Ferdinando 3 Erkrankungen und 2 Todesfälle, und in Cerignola t Erkrankung und 2 Todesfälle.
Letzte Nachrichten.
München, 1. Sept. Iswolski, der gestern von Egern am Tegernsee hier angekommen war, ist heute abend y2ll Uhr nach Frankfurt a. M. ab- gereist.
Hirfchberg i. Schl., 1. Sept. Seit gestern herrscht im Riesengebirge ununterbrochen starker Regen. Aus der Schneekoppe wurden 80 Millimeter Niederschläge verzeichnet. Die Aupa führt Hochwasser. Ein Mann wurde von den Wellen mitgerissen und ist ertrunken.
Bad Ischl, 1. Sept. San Giuliano übereichte dem Kaiser in der heutigen Audienz ein Handschreiben des Königs Viktor Emanuel, in dem der König seine dem Kaiser zum Geburtstage telegraphisch übermittelten Wünsche in herzlichsten Worten erneuert und den verbündeten Herrscher seiner freundschaftlichsten Gefühle versichert. Der Kaiser sandte dem König ein Danktelegramm.
Bad Ischl, 1. Sept. Graf Aehrenthal gab heute abend ein Souper, an dem Marquis di San Giuliano, sowie die beiden Botschafter teilnahmen.
Paris, 1. Sept. Bei Noisy fuhr ein Zug auf einen wegen Maschinendefekt haltenden Zug, der Soldaten und Reservisten des LinienRegiments Rr. 101 von dem Manöver zurücktransportierte. 50 Mann wurden leicht verletzt.
Saragossa, 1. Sept. Der Ausstand hat an Ausdehnung zugenommen, ist aber noch nicht allgemein. Die Truppen sind konsigniert. Wahrscheinlich werden morgen die Zeitungen nicht erscheinen.
Madrid, 1. Sept. Der König unterzeichnete einen Erlaß, durch welchen in der Provinz Bilbao die konstitutionellen Garantien aufgehoben werden. Nachmittags kam es in Bilbao wieder zu Ausschreitungen. Die Gendarmerie mußte wiederholt Ausständige, die Arbeitswillige zum Niederlegen der Arbeit zwingen wollten, auseinandertreiben.
London, 1. Sept. Die Admiralität beschloß, auf die Bergung des am 20. August bei der koreanischen Insel Quelpatt gestrandeten Panzer- kreuzers „Bedford" zu verzichten. Man hofft jedoch, einen Teil der Kanonen und der Munitton retten zu können.
Korsör, 1. Sept. Die dänischen Dampfer „Riberhus" und „Octa", beide der Vereinigten Dampfschiffahrtsgesellschast gehörig, stießen heute abend auf der hiesigen Reede zusammen. „Octa" wurde mftschiffs getroffen und sank sofott, „Riberhus" blieb unbeschädigt. Die „Okta" war mit 80 Rindern von Korsör nach Kiel üftter- wegs, die sämtlich erttanken.
San Sebastian, 1. Sept. An einer Festlichkeit die heute der Kommandant des deuffchen Kreu
ze« „Hertha" an Bord des Schiffes M Ehren der Behörden und der hier anwesenden Mitglieder der deuffchen Botschaft veranstaltete, nahm auch dr Minister des Aeußern teil.
Konstantinopel, 1. Sept. Im Wilajet Erzerum find am 29. und 80. August 12 Eholerafälle vorgekommen, von denen acht einen tödlichen Verlauf nahmen.
Konstantinopel, 1. Sept. Dem Vernehmen nach hat der Minister des Aeußern Rifaat Pascha in seiner gestrigen Unterredung mit dem griechischen Gesandten Gryparis auf die große Erregung hingewiesen, die .sich infolge der Wahlen der kretischen Deputierten der öffentlichen Meinung bemächtigt habe, was zu den schlimmsten Folgen führen könnte. Der griechische Gesandte betonte die korrette Haltung Griechenlands seit dem Jahre 1908. Trotz der umlaufenden Gerüchte glaubt man in diplomatischen Kreisen nicht, daß es zum Kriege kommen werde und ist fest überzeugt, daß die Lage sich durch Nichtzulassung außer den zwei Venizelos und Pologeorgis gewählten Kretern bessern werde. Sicherem Vernehmen zufolge erklärten einige Botschafter dem Minister des Aeußern, daß ein Krieg unter allen Umständen zu vermeiden sei.
Konstantinopel, 1. Sept. Heute erfolgte in den Dardanellen durch feierlichen Flaggenwechsel die Uebergabe bet deutschen Schiffe an die türkische Mattne. Die Schiffe werden Sonnabend im hiesigen Hafen erwattet.
Darjiling, 1. Sept. Die an der indisch-tibeta- nischen Grenze im Terrtterium Sikkim für eine Expedition nach Tibet zusammengebrachten Kriegsvorräte sind wieder sottgeschafst worden. Dem Vernehmen nach ist der Vormarsch über die Grenze endgültig aufgegeben. In der Umgebung des Dalai Lama herrscht tiefe Niedergeschlagenheit. Es verlautet, daß der Dalai Lama mitdr Regierung in Peking unterhandelt.
Depeschen.
W. Berlin, 2. Sept. Die deutsche Kronprinzessin wird, rote der „Lok^Anz." erfährt, an der Reise ihres Gemahls nach Asien teilnehmen. Wie verlautet, wird sie jedoch, während ihr Gatte mit dem Panzerkreuzer „Gneisenau" die Ausreise unternimmt, sich auf dem Landwege nach Asien begeben, nm dort mit ihrem Gemahl zusammenzutresfen.
W. S a r a g o s s a, 2. Sept. Seit gestern mittag herrscht Eeneralausstand. Alle Läden find geschlossen, keine Zeitung erscheint mehr, jedoch ist vorläufig alles ruhig.
W. Rewqork, 2. Sept. Die Stadt Rewqorl hat nach jüngster Zählung 4 446 683 Einwohner.'
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, 4. September.
Lutherische Pfarrkirche. 0
Norm. vVs Uhr: Herr Pfarrer Korff.
(Aberwmahl.)
Nachm. 2 Uhr: Herr Pfarrer HeermaMk.
Elisabethkirche.
Norm. 9% Uhr: Herr Pfarrer Metz.
(Abendmahl, wozu die Beichte in der Michaeliskapelle stattfindet.)
Nachm. 2 Uhr: Herr Pfarrer Manger.
Ock/r »hause«:
Die Bibelstunde fällt aus.
Reformierte Stadt« und Universttätskirche.
Bonn. 8 Uhr: Her Pfarrer Scheffer (Amtsrooche für Herrn Pfarrer Schtndewolf).
Norm. 9% Uhr: Der Gottesdienst fällt wegen des gemeinsamen Feldgottesdienstes au».
Katholische Kirche.
Bonn. 7. Uhr: Heil. Messe.
Bonn. 7% Uhr: Heil. Messe und Frühlehre ($ert Kaplan Mitzel).
Sorm. 9Vi Uhr: Amt und Predigt
(Dankgottesdienst anläßlich des 40jährigen Qk= denktages von Sedan.)
Nachm. 2 Uhr: Christenlehre und Segensandacht.
Selbständige evangel^luth. Gemeind«.
Sonntag vorm. %10 Uhr: Predigtgottesdienst.
Stadtmission.
Rotergraben 6.
Versammlung innerhalb der Landeskirche.
Bem. 11 Uhr Conntagsfchule.
Abends 8)4 Uhr: Versammlung.
Dienstag abend 8)4 Uhr: Vortrag von Herrn Pastor Vührmann über „Geheimnis der rechten Lebenskunst".
Mittwoch abend 8)4 Uhr: Bsoukreuzstunde.
PandeErchliche Gemeinschaft Marburg-Süd Schwanallee 58 L
Jeden Sonntag, Dienstag und Freitag :x
Abends 8)4 Uhr: Versammlung. üM
Methodistengemeinde (Wötthstraße 15 a). ?'
Bonn. 8)4—9)4 Uhr: Predigtgottesdienst (Predigest Harsch).
11 Uhr: Kindergottesdienst. H.
Abends 8% Uhr: Predigtgottesdienst (Predigest
Straehle. 1
Mittwoch, abends 8% Uhr: Bibelstunde, Prediget Sttaehl«.)
Freitag, abends 8% Uhr, Jugendbund.
Baptistengemeinde (Hofstadt 5 patt.)
Vorm. 10—11 Uhr Kindergottesdienst.
4—5 Uhr Predigt.
Mittwoch abends 8%—914 Uhr Bibelstunde.
Neuapostolische Gemeinde, <'jl
Lahnstraße 5. /- ’j z i
Vorm. 934 Uhr: Go^esdienst. -,r \ :/ii
Nachm. 4 Uhr: Predigt. ; 5^:
Aerztlicher Sonntagsdienst.
Herr Dr. Sardemanu, Steinweg 7.
Herr Dr. Schröder, Franffutterstraße 20.
Sonntagsdienst der Apotheken.
Schwan-Apotheke.
Literarisches.
** Das Jägerbataillon ist mit Marburg eng verwachsen, es gehört unzertrennlich zu Marburg. Jeder Marburger wird in folgedessen auch gern erfahren, in welcher Weise das hiesige Bataillon an den Kämpfen 70/71 beteiligt war. Da kommt nun gerade zur rechten Zeit eine neue Auflage der Kriegserlebmsse unseres Mitbürgers Stadtrat I. Döring heraus, der als ehemaliger Jäger seine Erlebnisse und die Schicksale des Jägerbataillons bei Weißenburg, Wörth, Sedan, Pans eingehend schildert. Pläne und Abbildungen tragen zur Erläuterung des Textes bei. Gerade in diesen Tagen wird mancher Marburger Dörings Kriegserinnerungen gern zur Hand nehmen. Aber auch der jungen Generation und den jetzigen Jägern sei das gut ausgestat- tete Buch das nur 1,20 Jl kostet, bestens empfohlen.
Marktberiaftc.
S i e 6 e n, 31. Aug. Der gestrige Rindviehmartt hatte einen Auftrieb von etwa 1200 Stück Großvieh, sowie 450 Jungtieren und Kälbern. Gehandelt wurde das Stück frischmelkende und tragende Kühe 1. Qual. 600—650 <* (einzelne extra gute Stücke bis 700 Jl), 2. Qual. 500—575 Jl, 3. Qual. 400—475 Jl. Jungtiere für Mast- und Zuchtzwecke, 14—dL jährig, je nach Form und Qualität 150—220 Jl. Bezahlt wurde nach Schlachtgewicht für den Zentner: Fette Rinder 1. Qual. 84—87 Jl, 2. Qual. 81—83 Jl, fette Stiere 77—80 M, fette Kühe 1. Qual. 69—74 2.Qual. 65—68 Jl, 3. Qual. 59—63 Jl. Kälber 1. Qual. 89—94 M, 2. Qual. 80—85 JL, 3. Qual. 72 bi, 78 JL. Fette Ochsen, die nur durch den Handel beschafft werden, kosten in 1. Qual. 89—92 Jl, 2. Dual. 85—88 JL der Zentner Schlachtgewicht.
(Gießener Anzeiger.)
Fulda, 1. Sept. Am Viehmarkt standen heute 1054 Stück Vieh und zwar: 112 Ochsen, 303 Stiere, 420 Kühe, 105 Rinder, 87 Kälber, 8 Bullen, 19 Pferde. E» kosteten Ochsen 640—1000 Jl, Stiere 300 bis 600 JL das Paar, Kühe das Stück 450—500 JL, Rinder 180—200 Jl, Kälber 40-60 Jl. Der nächste Markt findet am 29. d». Mts. statt. Vorher, und zwar am KL ds. Mts., wird der mit Prämiierung verbundene Bullen- und Iungviehmarkt abgehalien. i " • 1 1 •='i"ia
Verantwortlich für die Redaktion:
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