Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Mnb den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage."

.13 205

i- ....

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2,00 <*. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

Marburg

Freitag, 2. September 1910.

Die Znsertionsgebübr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7ge'"altene Zeile oder deren Raum 15 für auswärtige Inserate 20 4. für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Ioh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei, Inhaber Dr. C. kntzervts;. Marburg, Markt 21. Televbon 55.

45» Jahrg«

Zum Srdautage 1910.

Vor vierzig Jahren! Das ist der Gedanke, der diesmal die vielen Gedächtnisfeiern an die ruhmreichen Schlachten der großen Zeit wie ein roter Faden durchzieht und die Erinnerung da­ran uns besonders lebendig macht. Nicht wegen der runden Zahl 40, der sonst kein besonderer Jubiläumscharatter anzuhasten pflegt; aber sie stellt uns in diesem Falle eindringlich als großes memento vor Augen, wie die Zeit flieht und wie die Reihen derer, welche damals des Deut­schen Reiches Kaiserkrone schmieden und Deutsch­lands Einheit mit ihrem Blut besiegeln halfen, sich immer bedenflicher lichten. Schon jetzt, nach vierzig Jahren, erschienen sie alle, die einst mtt frischem Jugendmut und der hellodernden Be­geisterung unverdorbener Jünglingskraft die Wacht am Rhein stellten, im Silberschnee des Alters auf dem Haupt zu den Gedenkfeiern, die auf den Schlachtfeldern von Spichem, Wörth, und Weißenburg, von Mars-la-Tour, Gravelötte und St. Privat und wie sie alle heißen mögen, abgehalten worden sind. Und in weiteren zehn Jahren, wenn sich die Zahl 50 gerundet hat, wer wird dann von diesen Blutzeugen eines Gottesgerichtes sondergleichen im Schlachtensturm noch unter den Lebenden weilen? Im Blick auf sie, die Väter und Großväter der Jugend von heute, welche, noch unter uns wandelnd, die Jugend von einst bildeten, ist es recht getan, die vierzigjährige Gedenkfeier des großen Krieges zu einer besonders eindrucksvollen zu gestalten. Und der heutige Sedantag soll, sei es äußerlich, vor allem aber innerlich, den weihevollen Höhepunkt derselben bilden. Wie können wir ihn wohl am würdigsten begehen? Indem wir uns zu Füßen jene'' Alten setzen und «ns von ihnen über jene unvergeßlichsten Marksteine ihres Lebens berich­ten lassen. Und was wird wohl der immer wie­derkehrende Schlußrefrain der Edelsten unter ihnen ein?Kinder, es war damals doch eine andere Zeit?" Und wenn wir um dieses Wortes willen noch tiefer in sie dringen, dann hören wir es, teils mit verhaltener Wehmut, teils mit noch einmal aufloderndem, jugendlichen Zorn:ES gab damals noch mehr Männer, für die die Worte Thron und Altar" nicht zur gehaltlosen Phrase herabgesunken waren? Wenn, was der Himmel verhüten wolle, die Kriegstrompete euch heute zu den Waffen ruft, sagt an, ihr Jungen, wird dann die Parole von 1870/71:Mtt Gott für Kais-r und Reich!" euch auch noch durch die Glieder fahren als Kraft und Macht und Sieg, wär's auch im Sterben?" Was wollen wir ihnen antworten? Fürwahr, der Sedantag 1910 ist ein ernster Mahn- und Warnruf an das gesamte deutsche Volk von heute?

Politische Umschau.

Die Reichstagserfatzwahl in Warburg-Höxter.

Wie wir bereits gestern meldeten, ist Professor Martin Spahn, der Sohn des Kieler Oberlandes-

10 . (Nachdruck verboten.)

Seeleirirömpfe.

Preisgekrönte Novelle von Elise Otto.

(Fortsetzung.)

Ich darf mit Fräulein Eugenie sprechen, gnädige Frau? Sie weiß . . . alles?"

Genia sah, wie Blanches Lippen zuckten, als versuche sie es, zu antworten; aber dasJa" wollte nicht heraus, sie nickte nur, stumm auf die haibgeöffnetc Tür deutend.

Was hatte nur die Mama? Sie sah so krank ans! Aber da war Norring schon!

Eine eigene Befangenheit überkam ihn doch, als er das jugendliche Wesen vor sich sah, das ihm angehören wollte und ihn so freundlich mit unschuldigem Lächeln anblickte. Alle die Einwen­dungen, die er dagegen geltend gemacht, traten noch einmal scharf vor seine Seele zugleich mit dem Gefühle, daß es jetzt zu spät sei zum Zurück­treten, daß die liebevolle Zättlichkeit, die er für Genia gehegt, über Rächt zur Leidenschaft ge- worden war.

Wie Eugenie so vor Rorring stand, das eng­anliegende, schwarze Gewand weich an den zart mädchenhaften Körper geschmiegt, das von gold­braunem Bellenhaar umrahmte Köpfchen er­wartungsvoll zu ihm empor gehoben, die Augen fast zärtlich an den seinen hängend, da wäre es ihm unmöglich gewesen, noch wie gestern kühl nachdenkend zu verzichten. Was gab es für Hin­dernisse, wenn sie ihn liebte? Und was für ein Grund hätte sie bestimmen können, ihn zu wäh­len, wenn sie ihn nicht lieben würde? Heiße Worte der Liebe wollten sich ihm über die Lippen drängen. Er rang nach Atem. . .

Sie müssen schon heute abend fort, Herr Rorring?"

gerichtspräsidenten, in Warburg-Höxter mit 10 500 Stimmen gewählt worden, das sind etwa 4000 Stim­men weniger als der verstorbene Abg. Schmidt s. Zt. erhielt. Dieser Verlust ist sicher darin begründet, daß Professor Spahn von verschiedenen Abgeord­neten der Zentrumsfraktion wegen der in seinen Schriften zum Ausdruck kommenden politischen An­sichten nicht gern gesehen ist. So veröffentlichte kurz vor der Wahl dieAugsburger Abendztg." ein von etwa 14 Zentrumsabgeordneten unterschriebenes an Prof. Spahn gerichtetes Schreiben, in dem sein Zu­rücktreten von der Kandidatur gefordert wird. In der Begründung heißt es u. a.:Wir sehen klar und deutlich die Unüberbrückbarkeit der Gegensätze grob, schen manchen in Ihren Publikationen niedergelegten Erundanschauungen und zwischen der alten Zen- trumstätigkeit und den Erundanschauungen des ka- tholischen Volkes."

Die Konferenz der Interparlamentarischen Union.

Brüssel, 30. Aug. Die Konferenz der Inter­parlamentarischen Union wurde heute Vormittag im Sitzungssaal der Deputiertenkammer durch Professor Dr. Eickhoff eröffnet. Auf den Vor­schlag von Prof. Eickhoff wurde Staatsmlnister Veenaert zum Vorsitzenden der Tagung ernannt. In seiner Eröffnungsrede stellte Staatsminister Beernaert fest, daß die Interparlamentarische Union sich immer mehr durchsetze, sodaß ihr schon offizielle budgetäre Staatsunterstützungen zuteil würden. Der Union gehötten jetzt 3000 Mit­glieder von 24 Staaten an. Minister Davignon begrüßte im Namen der belgischen Regierung die Versammlung, worauf verschiedene Vertreter ausländischer Gruppen ihre Sympathien für Belgien und das belgische Volk zum Ausdruck brachten. Auf Antrag des Engländers Lord Weardale wurde sodann ein Begrüßnngstele- gramm an den König Albert abgesandt. In der Rachmittagssitzung der Interparlamentari­schen Union erstattete Dr. Pachnicke Bericht über die Neutralisation der Meerengen und die inter­ozeanischen Kanäle. Es wurde eine Resolntton angenommen, in der verlangt wird, daß im In­teresse der Allgemeinf'*mb des Handels alle Meerengen und r i- 'anischen Kanäle nach Möglichkeit unter bn. gleiche Regime der Neu­tralisation gestellt iverden wie der Suezkanal, der Panamakanal und die Magelansttaße. Sodann wurde eine Kommission eingesetzt, welche diese Frage prüfen, Vorschläge ausarbeiten und in der nächsten Konferenz darüber Bericht erstatten soll.

Brüssel, 31. Aug. Etwa 25 Reichstagsabge- ordnete, die an der interparlamentarischen Konferenz teilnehmen, besuchten unter Führung des Reichskommissar Albert und Geheimrat Raven6, die deutsche Abteilung der Weltaus­stellung.

Es lebe feine Majestät das Volk!"

so schloß Herr v. Eerlach seine Berliner Protestver­sammlung. Der Ausdruck ist interessant, wenn man bedenkt, daß der Kaiser von ihm alsWilhelm" aposttophiert wird. Herr v. Eerlach hat sich in der

Ja, Fräulein Eugenie; das kann ich kaum mehr ändern, ich habe mich azu verpflichtet. Aber ich möchte Waldbühl nicht verlassen, ohne von Ihnen zu hören, ob ich wiederkommen darf, um Sie dann zu bitten, mich alsdann zu beglei­ten! Ist es wahr, Genia, daß Sie sich ent- scbließen könnten, die Gefährtin des einsamen Mannes zu werden, der in Ihnen alles ver­körpert sieht, was er je geglaubt und geliebt?"

Sie nickte lächelnd.Hat es Ihnen Mama nicht schon gesagt? Ja, ich will mit Ihnen gehen und will Sie lieb haben, und Sie sollen nie wie­der so traurig werden, wie Sie es gewesen sind."

Sie schrak jäh zusammen, sein Arm hatte sich um sie gelegt, seine Lippen bramttcn auf ihren Lippen. Instinktiv fuhr sie mit dem Tuch über dieselben, den schlanken Körper leicht zurück­biegend.

Norring stutzte. War das mädchenhafte Scheu? Er blickte forschend zu ihr nieder. Ihre Wangen hatten sich dabei nicht höher gefärbt, nur die feinen Augenbrauen waren in die Höhe gezogen wie bei einer unangenehmen Empfin­dung.

Genia, hast du mich Wittlich lieb?"

Gewiß recht sehr," sie s ehrlich zu ihm auf,und wir werden uns immer lieber ge­winnen, Je länger wir beieinander sind, nicht wahr?"

Ich weiß wirklich nicht, ob ich je imstande sein werde, dich noch mehr zu lieb-n als jetzt, du herrliches Kind ich kann es nicht fassen, daß du mir gehören willst!"

Er streckte ihr warm beide Hände entgegen, eine neue Liebkosung würde sie vielleicht wieder verschüchtett haben. Sie legte mtt leisem Zögern ihre Hände in die seinen.

Ja, wir wollen recht glücklich sein und recht gut! Wenn Sie mich zu sich holen, nehme ich

1 Versammlung natürlich kritisch mit der Kaiserrede beschäftigt. Die Sozialdemokraten haben 33 Ver­sammlungen in Berlin abgehalten, in denen über die Königsberger Rede verhandelt wurde. Da» hat die paar Männlein derDemokraten" natürlich nicht ruhen lassen. Nun wissen wir auch, daß dieDemo­kraten" nicht eher ruhen werden, bis der RufEs? lebe seine Majestät das Volk!" in Erfüllung gegan-^ gen ist. Sehr richtig bemerkt dazu dieDeutle. Tageszeitung":Das Häuflein der Demokraten und sein Führer würden gut daran tun, den Mund nicht allzuvott zu nehmen. Sie machen sich hüben und drüben dadurch nur lächerlich."

Es lebe das Volk!" wird gern jeder Vaterlands­freund unterschreiben. Vielleicht versteht Herr von Eerlach unterVolk" aber ganz etwas anderes al- andere Sterbliche.

. Deutsches Reich.

Der Kaiser und der Reichskanzler. Berlin, 31. Aug. Der Kaiser konferierte gestern mtt dem Reichskanzler in einer anderthalbstündiger Audienz. Hohenfinow, 31. Aug. Der Reichs­kanzler von Bethmann-Hollweg ist hierher zurück- gekehtt.

Ausammenkunft zwischen dem Kaiser und dem Zaren. Paris, 30. Aug. Ein hoher Beamter aus der Umgebung des Zaren hat einem Redak­teur desEcho de Paris", der nach Friedberg enffandt wurde, folgende Mitteilungen gemacht: Es ist unrichtig, daß der Plan bestand, daß der Zar den kombinietten Land- und Seemanövern beiwohne. Ursprünglich war seitens des Zaren beabsichtigt, sich mit dem Deutschen Kaiser in Posen zu treffen, weil das Zarenpaar gezwungen war, seine Reise um einige Tage aufzuschieben. Uebrigens war es der Kaiser selbst, der vor vierzehn Tagen den Großherzog von Hessen da­von verständigte, daß es seine Absicht sei, solange nicht nach Friedberg zu kommen, als die Zarin ihre Kur gebrauche, um diese nicht zu stören. Sollte es aber der Zarin besser gehen, so würde der Kaiser im Oktober nach Wolfsgarten gehen, wo sich um diese Zeit die kaiserliche Famifie aufhal­ten werde, oder aber in Friedrichshof oder Hom­burg mit dem Zaren zusammentreffen. Die Be­gegnung zwischen den beiden Monarchen ist also keineswegs aufgehoben, sondern nur aufge­schoben worden, und ihr Zeitpunkt hängt ledig­lich von dem körperlichen Befinden der Zarin ab.

Die Königin der Belgier. München, 31. Aug. Die Königin der Belgier ist heute Nach­mittag nach Schloß Lichtenstein in Württemberg zum Besuch des Herzogs und der Herzogin Wilhelm von Urach abgereist. Die Erbherzogin Marie Valerie von Oesterreich, die mittags hier eingetroffen war, begleitet die Königin.

Die Sicherheitsmännerwahlen im Rhein - westfälischen Industriegebiet. Bochum, 31. Aug Das Gesamtergebnis der Sicherheitsmännerwah­len im Rheinisch-westfalischen Industriegebiet zählt auf 1051 Kandidaten des sozialdemokrati-

alle die Bücher mit, die ich mit Papa gelesen. Sie lieben doch Dichtungen, Herr Norring?"

Sie werden mich begeistern aus deinem Munde. Aber möchtest bu nichtHerbert" zu mir sagen?"

Heißen Sie Herbett? Ich habe das gar nicht gewußt. Es ist ein hübscher Name, aber aber wenn es Ihnen recht ist, möchte ich doch lieber Herr Norring" sagen. Ich würde mich nicht getrauen, Sie anders anzureden. Sie sind viel älter und klüger, es würde mir beinahe dreist Vorkommen! O nein, sehen Sie mich nicht so traurig an, ich kann jetzt nicht anders; wirklich, es geht nicht. So, jetzt blicken Sie wieder lieb und freundlich! ,Jch wollte Ihnen ja noch so viel erzählen von allem, was ich mir für Sie ausgedacht. Sie singen so schön, ich will fleißig Musik treiben, damit ich Ihre Lieder begleiten kann!"

Woher weißt du, Genia, daß ich singe?"

Ich hötte Sie gestern abend; es war so traurig! Sie müssen immer heitere Lieder singen! Kommen Sie, wollen wir es gleich ein« mal versuchen?"

Sie war zum Flügel geeitt und schlug leise einige Akkorde an.

Ich kann nicht singen, wann und was ich will." Ein leichtes Lächeln über ihren Eifer um­spielte seinen Mund.Ich bin auch dattn nicht so geartet wie andre. Ich singe selten, dann aber ist eS mir, als flösse mir mit jedem Ton mein Herzblut über dl« Lippen. Ich singe nur, was ich fühle und wenn ich tiefinnerlich erregt bin."

O dann wollen wir es lassen, natürlich!"

Heute kann ich singen, wenn jemals so heute?"

Er hatte in ihren Notenhoßten geblättert und das Lied aufgeschlagen:

scheu alten Verbandes 278 christliche Gewerkver- eintet, 108 Polen 52 Nichtorganisierte, und 7 von Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen.

Allgemeiner Deutscher Jnnungs- und Handwerkertag.

ii.

Berlin,. August.

Am heutigen zweiten Beratungstage beschäftigte sich der Allgemeine Deutsche Jnnungs- und Hand werkettag mit dem Submrssionsunwesen. Referent hierüber war Tapezierermeister Feder- Berlin. Redner empfiehlt schließlich eine Resolution, in der gesagt wird: Wir erkennen an, daß die Erlasse des Herrn Ministers den Wünschen der Handwerker im großen Ganzen entsprechen. Bedauern müssen wir jedoch, daß die unteren staatlichen Verwaltungs­organe die Ministererlasse nicht genügend berücksich­tigen. Ebenso ist es mit den städtischen Behörden, welche fast durchweg ihre eigenen Wege gehen. Zur besseren Durchführung und Abwickelung der Ar­beiten stellte der Redner noch eine Reihe einzelner Forderungen auf: einheitliche Fassung der Bedin­gungen, vermehtte Anwendung des beschränkten Wettbewerbs, vorzugsweise Berücksichtigung des Meistertitels. Richtberücksichttgung solcher Angebote, welche 10 Prozent unter dem Voranschlag liegen, möglichste Zerlegung größerer Arbeiten in (feinere Lose usw. Die Resolution wurde angenommen.

Hebet Innung und Arbeitgeberverband sprach der Vorsitzende des Bundes Deutscher Schmiedeinnungen, Scholz- Berlin unter Vorlegung folgender Reso­lution:Der Allgemeine Deutsche Jnnungs- und Handwerkertag begrüßt den Erlaß des Herrn Han­delsministers vom 27. Okt. 1909, welcher den Innun­gen den korporattven Beitritt zu den Arbeitaeber- schutzverbänden gestattet, mit Freuden, weil damit der wahre Charakter der Arbeitgeberverbände als Förderer des sozialen Friedens erkannt ist. Der Handwerkertag empfiehlt den Innungen, sich den für sie geeigneten Arbeitgeberschutzverbänden anzu< schließen. Obermeister Bierbach-Berlin wandte sich gegen diese Resolution. Die Arbeitgeber­schutzverbände müssen leider eine Kampforganijation fein. Es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Die In­nungen find aber keine Kampforganisationen und könnten in Schwierigkeiten geraten, wenn sie sich den Schutzverbänden anschließen. Obermeister Mar­cus-Berlin: Es ist eine Streikversicherung nötig, wie sie die Eroßindustrte bereits eingeführt hat. Die Resolution wird angenommen.

L t n s e n e r - Berlin begründete hierauf einen weiteren Antrag, der eine sachgemäße Abänderung des § 100 q der Reichsgewerbeordnung fordert. Insbesondere soll auch den Zwangsinnungen gestattet werden, nach vorher eingeholter behördlicher Zustim­mung Mindestpreise für gleichbleibende Leistungen festzusetzen. In der anschließenden Diskussion wurde nicht nut die Abänderung, sondern die völlige Besei­tigung des 8 100 q verlangt. Wenn bei einer Sub­mission das höchste Angebot 1800 <M. betrage, das Mindestgebot 600 JH, so seien das doch Zustände, die beseitigt werden müßten. Bei bet Abstimmung wurde eine Resolution angenommen, welche die volle Beseitigung des § 100 q fordert.

Syndikus Dr. MLffelmann -Berlin sprach über den Schutz der Arbeitswilligen. Er bezeichnete einen erweiterten Schuh der Arbeitswilligen ange­sichts der zahlreichen Auswüchse, wie sie bei Lohn­bewegungen und anderen Eelegenheiten durch Be­drohung und Mißhandlung sowie durch Boykottie-

Herzliebchen, trag' ich dich fort." Auf Flügeln des Gesanges,

Wie das wogte und schwoll und glühte! So hatte Genia noch nie singen böten; und sie war es, die er meinte und für die er fang! Ihre Finget glitten unsicher übet die Tasten und ruh­ten bald ganz im Schoße. Wie konnte sie solchen Gesang begleiten?

Dott wollen wir nlederstnken Unter dem Palmenbaum . . .'

Norring war an s Fenster getreten. Er hätte die Augen, die in scheuer Bewunderung auf ihm ruhten, küssen müssen, wenn er sie noch länger vor sich gesehen.

SJie schade, daß Sie schon heute abend reisen? Wann werden Sie mich zu sich holen?" >

Ich wollte, ich könnte dich gleich mit mit , nehmen, cs scheint mir unfaßbar, dich den ganzen Winter zu entbehren, jetzt, nachdem ich dich gefunden?"

Alfo im Frühjahr kommen Sie wieder?"

Frau von Osten wünscht es so, sie hat gewiß recht? Aber Genia, ich mutz auch ein Süßeres Zeichen haben, daß du mit gehörst. Sieh' die­ser Ring, den einst eine Treulose getragen, soll mir an deiner reinen Hand Glück bringen. Willst btt meiner gedenken, so ost du ihn ansiehst?'

Ein goldener Reif mit einem glutroten, hoch­gefaßten Rubin glitt an ihren Finget. Et hiett die leise zuckende Hand in der seinen.

Wie ähnlich der ist, den du schon trägst? Wahrhaftig, et gleicht dem meinen, nut daß ein Brillant an Stelle des Rubins steht. Et fleht ganz aus Ivie ein Verlobungsring willst du mit ihn geben, Hetz?"

Et versuchte ihn abzustreifen, das hmge Mädchen aber zog erschreckt die Hand zurück, '

^Fortsetzung folgt.)