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Wenn wir ab'r so dem Kaiser als Redner gerecht geworden sind, werden wir auch nicht verhehlen dürfen, daß die Rede bei den augenblicklichen politischen Verhältnissen besser nicht gesprochen wäre. Daß die Worte deS Kaisers in den Kleinkrieg politischer Kämpfe gezogen werden, ist selbstverständlich, und daß sie zu verhetzender Agitation bei übelwollender Auffaffung und Kritik im einzelnen Anlaß geben, sieht man ja. Eben im Interesse deS monarchischen Gedankens selbst, wird man das scharfe Hervortr len des Kaisers, zumal man noch nicht weiß, ob es ohne „ministerielle Bekleidungsstücke" geschah, zur Zeit bedauern. Man wird von der Regierung fordern müssen, daß sie der Willensmeinung des Kaisers bald eine authentische Auslegung gibt, die dem schädlichen Kampfe um die Person des Kaisers denn die Spitze ausbricht.
übe: seine Mission in erhebender Stunde einmal zu sagen. Eine wirkliche Verletzung der Konstttu,- tion würde dies Pflicht- und Rechtsgefühl des Kaisers nicht ertragen. Wer sich als Instrument des Himmels fühlt» wird eben wegen seiner liefen Religiosität die Gesetze und die Mate des anderen Teiles der Konstitution aufs peinlichste achten. Und doch hallt die deutsche Presse wieder von Vorwürfen. Der Vorwärts fordert lächerlicherweise die schleunige Einberufung des Reichstages, und die radikale bürgerliche Presse sekundiert, um nicht im Schimpfen übertrumpft zu werden. Die „Frff. Ztg." schreibt: „Mit Worten der Abwehr allein ist es nicht getan. Es müssen nun endlich die lange geforderten besseren verfassungsrechtlichen Garantien gegeben werden. Zum Ducken und Schweigen ist nickt mehr die Zeit, die Geduld ist erschöpft?"
Man darf wohl einen Teil der Schärfe daraus zurückführen, daß man an ein derartiges Hervortreten des Kaisers seit dem November 1908 nicht mehr gedackt hat und so überrascht wurde. Der Borwurf, der Kaiser habe sich mit seiner Red« in den politischen Kampf eingemischt, kann aber ganz gewiß nicht erhoben werden. Daß die Worte des Kaisers die Verfassung verletzen, ist ebenfalls durchaus falsch. Die Wort-', er werde sich nicht durch Tagesmeinungen beeinflussen lassen, sind doch nicht so zu verstehen, daß er die Meinung der gewählten Volksvertretung beiseite schieben wolle. Uns scheint im wesentlichen irr Angriff gegen diese Worte des Kaisers von solchen auszugehen, die nicht eine Gesabr für unsere Konstitution befürchten, sondern im Gegenteil den Zeitpuntt für günstig halten, die Macht des Königst-rms — das doch auch ein Stück der Verfassung einzuschränken. —
Eine treffende Würdigung findet die Rede und die Art des Kaisers diesmal in der englischen Presse, was hervorgehoben zu werden verdient. Der „Daily Chronicle" schreibt: „Man kann diese Rede unmöglich ohne das Gefühl lffen, daß der Kaiser tief ergriffen war von den historischen und persönlichen Erinnerungen, die sich für ihn an Königsberg knüpfen. Er ließ sich von der Ueber- fülle seiner Beredtsamkeit fortrcißen." So sagt der „Dailv Graphic": „Die Rede hat einen Sturm in der deutschen Presse hervorgerufen, und man munkelt von allen möglichen Anschlägen auf die Volks- rechtr. Wir für unfern Teil glauben jedoch, daß die Empfindlichkeit der öffentlichen Meinung in Deutschland keineswegs berechtigt ist. Man mutz unbedingt den Enthusiasmus des Momentes berücksichtigen, außerdem ist der Patriotismus der Rede nicht abzustreiten und ihre Ethik ist einfach bewundernswert. Die Meinung, daß der Kaiser beabsichtige, die Verständigung von 1908 umzuwerfen, ist eine Beleidigung seiner persönlichen Ehrlichkeit und seines historischen Bewußtseins. Ein treues F esthalten an der Konstitution ist keineswegs unvereinbar mit seiner Verehrung des Hohenzollern-Jdeals und seinem Wunsche, daß olle Deuffchcn diese Verehrung teilen möchten." Ganz unsere Meinung!
geschmückt. Der Nogatbahnsteig, in dem die Majestäten absteigen, ist mit Girlanden und Fahnenmasten umsäumt, am Bahnsteig ist ein Kaiser- pavillon aufgestellt, an dem die Kaiserin die Ankunft des Kaisers erwartet. Die Zufahrtstraßen zu» Schloß wie der Bahnsteig selbst werden durch errichtete Bogenlampen erleuchtet. Der Schloßhof ist mit Dekorationsbäumen schön ausgestattet. I« de» Eastkammern, die auch einen besonderen Dekorationsschmuck erfuhren, ist eine Tafel aufgestellt, die mit Tafelsilber, besonders alten schweren Humpen, besetzt ist. Als das Kaiserzimmer ist der Sommeremter eingerichtet. Der Empfang der Gäste findet an beiden Tagen im großen Remter statt. — Das Kaiser» paar wurde bei seiner Ankunft festlich empfange». Die Schulen bildeten von dem Nogatbahnsteig bi» nach Marienburg Spalier. Zn der alten Burg hielten auf den Höfen und Gängen Ordensritter mit Schild und Lanze Wacht. Bei der Tafel saß der Kaiser rechts von der Kaiserin. Rechts vom Kaiser folgten zunächst Prinzessin Eitel Friedrich, Herzog Albrecht von Württemberg, die Prinzen Adalbert und Oskar; links von der Kaiserin der Kronprinz» Prinzessin Viktoria Luise, die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm. Gegenüber dem Kaiserpaar saß der kommandierende General v. Mackensen zwischen dem brasilianischen Marschall Herdes de» Fonseca und dem ottomanischen General Izzet Pascha. Das Mahl fand in bet Großen Eastkammer an langen Tafeln statt, die mit Tannengrün ge- schmückt waren. Die zahllosen Lichter auf den aus Hirschgeweihen gewundenen Kronleuchtern tauchten die weite Halle in ein mild gedämpftes Licht. — Bel der Paradetafel brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus: Mein Toast gilt heute dem 17. Armeekorps, dem ich schon draußen — und ich wiederhole dies hier — von ganzem Herzen mein Glückwunsch ausgesprochen habe zu der vorzüglichen Parade. Das Armeekorps hat heute im Verein mit dem Marin« die Wehrmacht des Deutschen Reichs gewissermaßen versinnbildlicht. Die Haltung der Truppen auf der Parade gewährleistet mir, daß ihre kriegerische Ausbildung meinen Wünschen entspricht. Ich werde st« im Manöverfelde wieder treffen und spreche Ihnen im voraus meinen herzlichsten Dank aus für di« Friedensarbeit, die Sie mit hingebender Arbeit und Aufopferung geleistet haben. Sie können nur stolz auf das Resultat sein: die Zufriedenheit Ihre» Kriegsherrn haben Sie sich erworben. Das 17. Armeekorps hurra! hurra! hurra! — Bei der Abfahrt der Majestäten aus Marienburg um 8% Uhr bildeten die Truppen mit Fackeln Spalier von der Burg bis zur Haltestelle. Die Majestäten fuhren int Sonderzug zur Werft und gingen an Bord der „Hohenzollern".
— Die Abreise des Prinzen Friedrich Leopold. Lissabon, 27. Aug. Prinz Friedrich Leopold von Preußen ist heute vormittag abgereist. König Manuel, die Minister und die Offiziere des 4. Kanal»
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Marburg
Dienstag, 30. August 1910
Die Kaiserrede.
Aus althistorischem, durch große Ereignisse der preußischen und der Geschichte des Hauses Hohenzollern geweihtem Boden hat der Kaiser Veranlassung genommen Rückschau zu halten. In poetisch verklärtem Lichte erschien ihm der Schutzengel Preußens, die Königin Luise, er sah sein n Großvater die Königs- und die Kaiserkrone sich auss Haupt setzen — aus eigener Kraft; und er hat dabei einmal wieder auf Recht und Pflicht des deutschen Königtums hingewiesen, wie es sich ihm in erhobenen Momenten darstellt — „von Gottes Gnaden". Er hat dabei gewiß nicht eine historische Betrachtung machen wollen, es wäre leicht zu erweisen, daß die Dinge sich dem Historiker im einzelnen anders darstellen, et hat auch kein Programm für den politischen Tageskampf geben wollen. Er hat ganz einfach feinem von Gedanken einer tiefen vielleicht mystischen Religiosität durchdrungenen Pflicht und Rechtgefühl in idealem Schwünge zum Ausdruck verholsen. Es ist gerecht, einen Redner zu nehmen, wie er genommen sein will — begeistert und begeisternd. — Wenn der Kaiser auf die Waffen des Volkes hinwies, das Heer, das stark erhalten werden müßte, soll er nicht gerade in der jetzigen Zeit der Erinnerung an den Krieg gegen einen Feind, der uns an das Leben wollte, zu solchen Gedanken voll berechtigt sein? Wer wird ihm sagen, er provoziere so den Kriegsgedanken? Nur wer entweder einen Redner nicht nachempfinden kann oder die Gelegenheit gekommen sieht, aus dem idealen Wesen anderer politisch Kapital zu schla «en.
So ist es einfach ungerecht, dem Kaiser vorzuwerfen, er wolle den Absolutismus. Ist der ein Absolutist, der wie der Kaiser jeden zur Mtarbeit an dem Werke der Regierung auffordett? Hat der Kaffer wirklich die Verfassung einer konstitutionellen Monarchie, in der wir leben, verletzt? Nein, denn in einer solchen ist ein kräftiges Königtum ein mitbestimmender und tätiger Fattor, -er auch das Recht hat seine innersten Gedanken
Deutsches Reich.
— Die Danziger Kaisertage. Danzig, 27. Aug. General von Mackensen kommandierte die heutige Parade. Auf dem linken Flügel des ersten Treffens stand die Marine, etwa 3000 Mann. Das gesamte Landungskorps der Hochseeflotte stand unter dem Kommando des Konteradmirals Grabow. Es bestand aus drei Landungsdivisionen vom ersten Geschwader, vom zweiten Geschwader und von den Kreuzern, deren jede zwei Infanterie- und eine Artillerieabteilung hatten. Der Kaiser bestteg schon vor 10 Uhr feinen Schimmel und begann das Ab- reiten der Fronten. Neben ihm ritt General von Mackensen. Es folgte die Kaiserin zu Pferde, in der Uniform ihres Kürassierregiments mit dem Dreispitz, sowie der Kronprinz, dahinter die Kronprinzessin, die Prinzessin Eitel Friedrich in der Uniform der Leibhusaren mit der Feldmütze, Prinz Eitel Friedrich, Prinz Adalbert und die Prinzen August Wilhelm und Oskar, sowie Herzog Albrecht von Württemberg. Zn der Suite ritten auch die türkischen und brasilianischen-Gäste des Kaisers. Nach dem Abreiten des zweiten Treffens passierte der Kaiser mit sämtlichen Prinzen und den fürstlichen Damen die Kriegervereine, die in der Zahl von 10 000 Mann angetreten waren, eine Gruppe Reserve und Landwehroffiziere und die Kriegsschule Danzig. Der Kaiser nahm auf dem Paradefelde noch militärische Meldungen entgegen. Die Kaiserin und ihre Tochter begaben sich zu Wagen mit einer Eskorte auf die Werft. Der Kaiser ritt an der Spitze der Husaren zur Werft. — Der Kaiser verlieh auch hier wie in Königsberg den Regimentern die Büste des betreffenden Chefs und zwar dem Infanterie- Regiment Nr. 18, dem Inf.-Reg. Nr. 59, dem Kürassier-Regiment Nr. 5 und dem Ulanen-Reg. Nr. 4. — Der gesamte Hof begab sich um 5% Uhr nach Marienburg, wo im Schloß Paradediner für das 17. Armeekorps stattfinden soll. — Marienburg, 27. Aug. Die alte Ordensburg ist für den hohen Besuch festlich
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7 (Nachdruck verboten.)
Keelerrkiimpfe.
Preisgekrönte Novelle von Elise Otto.
rJ (Fortsetzung.)
Die Abendglocken des Klosters tönten in ver- klingenden Schwingungen durch die dämmernde Lust. Aus der Tiefe herauf scholl eine kräftige Männerstimme:
„Und wenn sie auch nie dein Lieben,
Und nie dein Leiden verstand —*
Genia lehnte ihr Gesicht in die Hände — sic schluchzte leise auf.
„Geh'n doch die ewigen Sterne
Dort oben mit goldenem Licht
Und lächeln so steundlich von fern«
Und denken doch unser nicht."
Eine weiche Hand berührte ihre Schulter, Blanche stand vor ihr. — „Run, Eugenie?"
„Wenn Herr Rorring es wünscht, werde ich ihn heiraten."
„Ich hatte es nicht anders von dir erwartet. Er reist natürlich jetzt allein. Im Frühjahr kann dann eure Trauung stattfinden."
„So bald nach Papas Tode?"
„Wir werden niemand dazu laden. Die Hochzeit aknn einei ganz stille, prunklose fein, von der die Welt nicht viel erfährt, auch ich halte das für das beste."
„Und mein Vormund? Wir werden ihn da vcy benachrichtigen müssen."
„Natürlich. Ich werde ihm schreiben; ich glaube kaum, daß er das geringste einwenden trüb gegen unfern beiderseitigen Wunsch."
„Du weißt doch, daß Herr Rorring mich mit heiraten muß, Mama?" Es war keine besonders demütige Haltung, in der sich Frieda mit diesen Worten aufrichtete und vor Blanche hin? stritte. „Ich bleibe nicht allein hier, das ist gewiß! Ich gehe mit G?nil"
„Im Anfänge würde das kaum möglich fein, nach einigen Monaten aber will ich dich gern nachschicken. Und nun, gute Nacht, Kinder! Ich gehe noch ein wenig ins Dorf hinunter, ich habe mit dem Wirt zu sprechen."
Die beiden jungen Mädchen waren allein, sie hielten sich fest umschlungen. Dämmernd erstürben die Lichter der Landschaft, der Gesang war t erftummt, die Ränder der Wolkenwand erloschen, in mattem Bleiglanz hingen ihre gewaltigen Zacken über den Bergen.
4.
Den durchsichtigen Spitzenschleier durch die lichten Locken geschlungen, das langschleppende schwarze Kreppffeid über den Arm geschlagen, stand Blanche unter dem westlichen Torweg des Schlosses, durch den der sanft absteigende Fahr toeg ins Dors hinabführte. Warum kam Rorring seit einiger Zeit so selten zu ihnen herauf? Die letzten Tage waren vergangen, ohne daß sie ihn gesehen, in wenig Wochen schon würde er abreisen --Die schmalen Füße der Sinnenden
schritten eilig die staubige Straße hinab, die, anfangs direkt nach Westen führend, da wo rin uralter Nußbaum sie beschattet, sich plötzlich nach Süden wendend, in den tiefgelegenen Dorfweg mündet.
Sie mußte letzteren noch nie zu Fuß gegangen sein — die Dörfler fuhren mit neugierigem Staunen an die Fenster, als sie vorüberwandelte, die Kinder verkrochen sich scheu, die Dorfhund: bcllten und die herbstlich gerupften Gänse mit den kahlen Gurgeln und nackten Leibern erhoben wie protestierend ihre Köpfe gegen die fremdartig schöne Erscheinung.
An dem hölzernen Einfahrtstor des Gasthauses lehnte in Hemdärowln der junge schmucke Vmzenz, die kurze Pfeise rauchend, die Arme in die Seiten gestemmt. Aber der aualmende Thon- kops fiel ihm vor Staunen aus »em Mund« und
er spie einmal übers andre den braunen Tabaks saft weit von sich in vergeblichem Bemühen, vor der eleganten Dame seine Verlegenheit zu verbergen.
„Ist der Vater zu Hause?"
„Ich glaube ... das heißt, ich weiß nicht. . ja, ich glaube!"
„Ich will selbst hineingehen; ich habe mit ihm zu reden." ,
Er machte langsam Platz vor dem Eingänge, den er noch immer breitbeinig versperrte, während es um seine Lippen zuckte und seine Augen wie gebannt an dem Racken der schönen Frau hingen, den der Rare Schleier nur noch Heller erscheinen ließ. •
„Guten Abend, gnädige Frau"? Herbert Rorring trat zum Aus geben gerüstet aus der Hausflur. „Welche Ueberraschung, Sie einmal hier unten im Dorfe zu sehen!"
„Es war so schwül oben im Schlosse, ich meinte, im Tal müsse es kühler sein. Zudem — ich hatte des Weinbergs wegen mit dem alten Hofer zu sprechen."
„Ich glaube, daß derselbe jetzt eben dort ist; vor einer halben Stunde hörte ich ihn fortgetjen."
„Das ist fatal! Aber wie ich sehe, wollen auch Sie noch ins Freie, Herr Rorring. Hätten Sie wohl die Freundlichkeit, mich zu ihm hinüber zu begleiten? Es fängt an dunkel zu
werden." m
„Ich stelle mich Ihnen ganz zur Verfügung, gnädige Frau." _
Sie nickte (eicht lächelnd dem jungen «auerm burschen zu und schritt an Rorrings Sette den Weg wieder aufwärts.
„Warum kamen Sie seit so langer Zett nicht zu uns herauf, Herr Rorring?"
Die Damen werden mich schwerlich vermißt haben. Zch hatte in den letzten Tagen mit dem
Packen der Koffer zu tun, meine Abreise ist auf morgen abend festgesetzt."
„Morgen abend? Schon morgen abend!" Kalter Schrecken ffang ans Blanches Stimm«. „Ich meinte, wir würden Sie noch etwa vierzehn Tage hier haben?"
„Ich habe mich plötzlich dazu entschlossen. Gestern zeigte ich brieflich den Tag meiner Ankunft dem Hafen-Inspektor an; die Sache ist nickt mehr rückgängig zu macken."
Blanche hatte sich schnell gefaßt. „Und weshalb eilen Sie so sehr. Waldbühl zu verlassen?"
„Man scheint mich in Triest zu brauchen. Ich Hütte schon im September dort sein sollen."
„Soll ich Ihnen sagen, was Sie forttreibt?" Ihr Blick haftete unruhig fpähend auf ihrem Begleiter. „Es ist Genia!"
Er lächelte gezwungen. „Ah, in ber Tat?
„Wollen Sie es leugnen, daß Sie Eugenie lieben?"
Er zuckte auf. Seine Stur me ffang fest und klar, als er, stehen bleibend, erwiderte: „Sie sind' sehr fcharfsichttg, gnädige Frau, aber denn nicht nach jeder Richtung hin, sonst würden Sie zugleich gewußt haben, daß ich niemand das Reckt zugestehe, mich über derartige Punkte zu befrage«1, so lange ich selbst keinen Anlaß zu einem solchen Verhör gegeben." ,
Der Absatz ihres Schuhes bohrte sich heftig in den Sand, die Heine Hand ballte sich — aber sie schwieg, langsam neben ihm weitersckreitend. — „Ich habe Sie unvorsichtig verletzt, Herr Rorring," begann sie nach einer Weile sehr ianft, „aber es war eine besorgte Mutter, die zu Ihnen sprach. Halten Sie es denn wirffich für recht das eigene Gefühl zu verleugnen, wie Sie es getan, nachdem man in dem Herzen eine« Mädchens Neigung erweckt?"
(Fortsetzung folgt.)