45. Jahrg.
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Erstes Blatt
der
Da
Freude Ihrer Majestät und Meiner Ausdruck zu geben, daß wir wiederum in den Grenzen dieses schönen Landes uns befinden, und daß wir von seilen der Bürgerschaft unserer treuen KönigS- stadt und Provinz in so begeisterter Weise empfangen worden find. Die Stimmung, die in die- sen Tagen in Königsberg zum Ausdruck kommt, ist der Beweis dafür, daß ganz besonders innig« Bande Stadt und Provinz mit unserem Hause verbinden. Und in der Tat, wenn man zurück blickt auf die Geschichte des Landes und des Hauses, so ergibt sich daraus, daß große und bedeu tende Abschnitte beiden gemeinsam sind. Hier war eS, wo der große Kurfürst aus eigenem Recht zum souveränen Herzog in Preußen sich machte, hier setzte sich sein Sohn die Königskrone aufs Haupt, und das souveräne Haus Brandenburg trat damit in die Reih« der europäischen Mächte Friedrich Wilhelm I. stabtlierte hier seine Autorität „wie einen rocher de bronce", unter Friedrich dem Großen hat die Provinz Freude und Leid seiner Regierung geteilt, dann kam di- schwere Zeit der Prüfung. Der große Soldaten- kaiser der Franzosen residierte hier im Schloß und ließ, nachdem Peußens Macht zusammengebrocheu war, seine erbarmungslose Hand Stadt und Land fühlen. Hier wurde aber auch der Gedanke der Erhebung und der Befreiung des Baterlandes am ersten zur Tat. Auf Tauroggen folgte der begeb fierte Beschluß des preußischen Provinzialland- tages, als der alte eifente Yorck die Herren mit flammender Rede begeisterte, das Werk der Befreiung zu beginnen.
Und hier setzte sich mein Großvater wiederum aus eigenem Recht dir preußische Königskrone aufs Haupt, noch einmal bestimmt hervorhebend, daß sie von Gottes Gnaden allein ihm verliehen sei und nicht von Parlamenten, Bolksversamm hingen und Bolksbeschlüfsen, und daß er sich so als auserwähltes Instrument des Himmels an- sehe und als solches seine Regenten- und Herrscherpflichten versehe. Und mit dies r Krone ge. schmückt, zog er vor 40 Jahren ins Feld, um zu ihr noch di: Kaiserkrone zu erringen. Fürwahr, was für ein Weg bis zu dem berühmten Telegramm des Kaisers an meine Großmutter: „Welche Wendung durch Gottes Fügung!•
Dieses Bild würde jedoch unvollkommen sein, wenn ich nicht einer Figur gedächte, die besonders in diesem Jahre das preußische, und ich kann wohl sagen, das deutsche Volk beschäftigt und von neuem gepackt hat. Es ist die Zeit unseres Zu- sammmbruchs und unserer Erh-bung gar nicht denkbar ohne die Gestalt der Königin Luise! Auch die Stadt Königsberg und di: Provinz Ostpreußen hat diesen Engel in Menschengestalt unter wandeln sehen, ist von ihr beeinflußt worden und hat auch mit ihr so schweres Leid getrogen. Di« hohe Königin ist von vielen ©eiten eingehend geschildert worden, und unser Volk hat sich in dank- barer Erinnerung mit ihr beschäftigt. Aber ich
gianim paßt.
Wir haben bereits auf die jüngste Leistung de» „Berliner Tageblattes
für ausländische Interessen" bei Gelegenheit Kronprinzenrede in Königsberg hingewiesen.
uns Ernstes bevorstand. Starke Rekogniszierungs- Pattouillen wurden ausgesandt, deren Instruktion hauptsächlich darin bestand, mit dem Feinde Fühlung zu nehmen. Diejenigen, welche ohne besonderen Dienst waren — ich befand mich auch unter diesen — machten es sich so bequem, wie es anging, Stroh war in Menge vorhanden,wovon wir reichlich Gebrauch macht:«. Nochmals hatte ich hier zu meiner Freude Gelegenheit, meinen Schwager von den 80er Füsilieren beim Sammeln von Sttoh zu treffen. Nach kurzer Begrüßung nahm ich Abschied von ihm und habe ihn im Feldzuge nicht wieder gesehen.
Die Nacht verlief ruhig. Nur wurde mitte« in der Nacht von den Franzosen ein Signalschuß abgeseuett, der in unmittelbarer Nähe unseres Munitionskarrens einschlug. Besonderes wurde nicht gemeldet. Die ausgesandten Patrouillen stießen erst bei unserem Abmarsch aus dem Biwak mit bestimmten Meldungen wieder zu uns. Nach kurzem Marsche bogen wir rechts ab, passierten eine Brücke über die Maas und rückten in einen Ort ein, d:r vom Feinde besetzt war, wie wir an den hinterlassenen Spuren von allerhand Bekleidungsstücken deutlich sehen konnten. Es war am 1. September 1870 morgens früh, als der Kampf an allen Enden entbrannte. Jenseits des Ottes marschierten wir in Bataillons - front auf. Im selben Augenblick brauste ein feindlicher Proviantzug heran, der sofott zum Halten gezwungen und von uns mit Beschlag belegt wurde, Das Wetter war anfangs neblig, es klärt- sich aber bald auf. Wtt marschierten an der Maas entlang und waren bald in enger, dichter Aufftellnng. Dabei bewegten wir unS mir aus einem engen Raume, immer auf kurze Strecken marschierend, so gelangten wir schli-ß- lich auf eine Bergeshöhe, an jene Stelle, wo König Wilhelm I. mit seinem Stabe hielt. Ml Hurra, Huna marschierten wir vorbei. Jetzt in
Sekttonen, bis wir das Tal und rechts von uni die Maas erricht hatten. Die Musik, welche bis- her bei uns geblieben war, wurde hier entlassen. Unser Herr Major fühtte ims an eine geeignete Stelle, wo wir gedeckt waren und ttwas ausschnaufen konnten. Es war ein Wiesengrund mit kniehohem Wall nach dem Feinde hin. Hier knieten wir nieder und konnten das Schlachtfeld, soweit das Auge reichte, gut übersehen. Gerade vor uns au der linken ©eite lag ein kleiner mit Bäumen bestandener Hügel, wo unsere Her Artillerie aufgefahren war. In einiger Entfernung vor uns lag das Dorf Floing, an der rechte« Seite durch wenig Gelärwe von der Maas getrennt. Hinter diesem Dorfe erhoben sich steil« Felsttippen, oben auf dem Plateau hatte der Feind Schanzgräben geworfen, in denen Artillerie und Infanterie postiett waren, die Tod und Verderben fpieen. Das vom Feind bestrichene Feld mußten wir passieren. Wer das war nicht die einzige Gefahr; auch das vor uns liegende Dorf war stark besetzt. Aber unsere Artillerie bewähtte hier den Ruf ihrer alten Tüchtigkeit. Wir sahen, wie ein Schuß nach dem anderen die feindlichen Schanzgräben traf. Herr Hauptmann v. Schilgen von der 11. Kompagnie beobachtete oben auf dem Rande des natürlichen vorher geschildetten Walles stehend das Feuer unserer Attillerie und gab, mit der Hand freudig auf sein Knie schlagend, seiner Bewunderung mit den Wotten: „Run seht, nun seht doch, wie unsere Artillette Treffer macht-' Wir blickten ivohl dotthin, indem wir den Kopf auf einen Augenblick über den oberen Rand unserer Schutz- mauer hinweg, aber nicht zu hoch erhoben, denn jeden Augenblick konnten feindliche Geschoße uns begrüßen. Rach ein paar Minuten wurde kommandiert: „Aufftehen! Im Laufschritt, marsch, marsch!* Unser nächstes Ziel war ein einzelnes Bauerngehöft in gleicher Höhe wie unsere Ar«
Marburg
Sonntag, 28. August 1910
mann, den ein radikales Blatt, offenbar im bekannten „Agrarkoller" $u einem — Agrarier machte, hat mit dem Vorsitzenden Geheimrat Rteßer eine Korrespondenz geführt über die Stellung de» Bunde» zur Sozialdemokratie. Hier hat dieser sich, offenbar mit Rücksicht auf seine linksliberalen Freunde, noch nicht zu einer scharfen Absage verstehen können, wa» man wenig geschmackvoll als linksseitige Lähmung bezeichnete.
Anders in einem weiteren Falle. Die „Mitteilungen" des Hansabundes schrieben neulich:
„Rach zuverlässigen Informationen, die dem Hansabund aus Metz zugegangen find, plant die Militärintendantur in Metz die Errichtung einer Ein- und Verkaufsgenossenschaft, die sich mit dem Verschleiß sämtlicher zum Leben einer Familie nötigen Gegenstände befassen soll und nicht weniger al» 8700 Beamte als Mitglieder hat. Die Vorbereitungen sind bereits soweit gefördert, daß die Gründung unmittelbar bevorsteht. Der Hansabund hat in Erkemttnis der außerordentlichen Schädigungen, die dem erwerbstätigen Bürgertum von Metz durch die Ausschaltung des Zwischenhandels und dem Staate durch die Vernichtung zahlreicher kaufmännischer Existenzen erwächst, Vorstellungen erhoben mit dem Ziele, die maßgebenden Instanzen zu veranlassen, den staatlichen Beamten die Unterstützung dieser Bestrebungen zu untersagen."
Diese Stellungnahme ist für eine Organisation, die Handel und Gewerbe eertreten will, natürlich sehr richtig. Anders denken unsere Radikalen, die bekanntlich bei Wahlen vor lauter Mittelstandsfreundlichkeit Lberfließen, Kaufmannsstand und Gewerbe „retten". Die „Franks. Ztg." wiegelt ab, indem sie mit Zustimmung ihrer Anhänger in der Presse schreibt:
„Der Hansabund begibt sich mit dieser Aktion auf ein gefährliches Gebiet. Durch solches Vorgehen kann der Hansabund nur denen Wasser auf ihre Mühlen liefert, die ihm vorwerfen, er entwickele sich mehr und mehr zu einem Arbettgeberbunde. Nun fitzen im Zentralausschuß des Bundes doch auch Vertreter der Handlungsgehilfen, die an Stoßer Vertretung der Arbeitgeber-Wünsche kein Interesse hätten. Warum, haben die nicht die neueste Aktion de» Hunsabündes verhindett?"
Eine so tlare Stellungnahme verdient beachtet zu werden. Die gewerblichen Kreise, die nach dieser Erklärung noch nicht einsehen, wie diese Herren dem Mittelstände „helfen", denen kann man nur das Wort von den „allergrößten Kälbern", die ihre Metzger selber wählen, ins Gedächtnis rufen.
ist es von Nutzen, gelegentlich festzustellen, daß die Deutschen sich hier durchaus in der Defensive befinden art Punkten, wo es für ein kräftiges Volk einfach kein Zurückweichen gibt. Das hat selbst das polenfreundliche Zentrumsblatt, die „Germania", kürzlich zugegeben, indem es den Polen kräftig den Text liest, weil sie durch ihre fortgesetzten Angriffe gegen die Deutschen das Einschreiten des Staates in der Polenpolitik provoziert haben. Die schlimmsten Feinde des Deutschtums sind hier in der Tat diejenigen, die bei jeder Gelegenheit über angebliche Unkultur und Vergewaltigung seitens der Deutschen zetern, weil es ihnen in ihr parteipolitisches Pro-
Vor 40 Jahren.
Kttegserlebnisse geschildert vom ehemaligen Füsilier der 10. Komp, des 83. Hess. Infanterie- Regiments Ehr. Schneider aus Dainrode, jetzt Gettchtsbeamter in Dortmund.
kFortsetzung.)
3 Wetter in Feindesland.
Sedan.
Roch einmal wurde auf dem Schlachtfelde biwakiert. Am Morgen des 8. August begann unser Marsch weiter nach Frankreich hinein. Als wir vom Schlachtfelde abrückten, fanden wir noch einen Füsilier unserer Kompagnie hlnt-r einer Hecke liegend, der durch den Sonnenbrand eien so schwarz geworden war wie die Tuttos und Zuaven. Auf unserem Marsche hatten wir Gelegenheit, die aus der Flucht zurückgelassen?» und umgestürzten Bagagewagen des französi- schen Generalsstabs zu sehen. Mr bemerkten dabei ein Durcheinander von allerhand Tand.
Es folgten Tag für Tag starke Märsche mit vielen Biwaks. Mehrere große Städte, als Ranch, Chalons usw., wurden berühtt. Die Märsche waren von großer Bedeutung. In der Zeit vom 7. bis 31. August 1870 kamen uns französische Soldaten nicht zu Gesicht. Dennoch wurde« die größte« Vorsichtsmaßregel« beobachtet, weil in feindlichem Lande jede« Augenblick Gefahre« zu befürchten sind. So war auch der Marsch durch die Vogesen nicht ungefährlich. Als »ab die Vogesen überschritte« hatten und an ihren Ausläufern biwakietten, wurde festge ft- öt, daß das Trinkwasser vergiftet war. Glücklicherweise hatte niemand von uns davon gesunken. Dies war dgs schrecklichst« Biwak, Welches wir je bezogen, mich in Bezug auf Unbequemlichkeiten. Mr mußten bet starkem Regen frei auf dem Felde liegen. Der Regen war so
Eine Rede des Kaisers.
Bei der Abendtafel für die Provinz im könig- fichen Schlosse zu Königsberg brachte gestern der Kaiser folgenden Tttnffpruch aus:
Königsberg i. Pr., 26. Aug. „Es liegt mir am Herzen, den Herren der Provinz der
Rückblick.
Di« Suggestion de» Erfolge».
Nun ist in der Person des Expastors Göhre bet öl. Sozialdemokrat in den Reichstag gewählt worden, lieber Zschopau-Marienberg, wo die bürgerlichen Wähler im Iahte 1907 ein so glänzendes Beispiel nationaler Gesinnung gaben, flattert wieder das rote Banner, dessen Anziehungskraft diesmal besonders stark war. Rund 5500 Stimmen beträgt die sozialdemokratische Mehrheit! Nun erhebt sich wieder hüben und drüben im bürgerlichen Bager der Zank um die Wahlleiche. Selbsterständ- lich wird die Schuld dem schwarzblauen Block und feiner Finanzreform aufgehalst. Aber der Freisinn hat ebenfowenig Anlaß zur Genugtuung. Mit Triumphatormiene stellt der „Vorwärts" die scharfe Absage der Wählerschaft an den Liberalismus, der im trüben fischen wollte, fest. Die Schlacht entschieden haben wieder einmal die „Mitläufer", die nicht bedrückt von politischer Einsicht ihrem Steiger übet teure Streichhölzer und andere unbequeme Dinge auf diese Weise Luft machen. Richt minder schuldig sind die paar tausend Schlafmützen, die zu Hause blieben. „Der Sozialdemokrat kommt doch durch. Es nützt ja doch nichts!" So heißt es bei jeder Nachwahl. Das ist die Suggestion des Erfolges, die bei jedem neue« Wahlgange dem toten Sieger neue Scharen zusührt. Und doch ist es weiter nichts als Auto- M? fuggestion, die eigene Einbildung, von bet man N^ loskommen kann, wenn man Mit will. In seiner^ ttefflichen Königsberger Rede hat unser Kronprinz ■w^»ot unfruchtbarer Kritik und Rötgelei gewarnt und auf das deutschnationale Ideal hingewiesen. Möchten sich doch diese Worte des Thronerben des Reiches in alle Hetzen sich einprägen, damit uns weitere Unglückstage wie dieser erspart bleiben. Freilich gibt es neunmalkluge Politiker genug, die sagen: Es muß erst noch viel schlechter kommen, ehe es besser wird! Das ist ein schlechter Trost. Denn wie sollen sich die bürgerlichen Parteien, die sich eben noch aufs Messet befehdeten, so schnell als Bundesgenossen wieder zusammenfinden?
Die Kaifertage von Posen haben die erwartete politische Sensation nicht gebracht. Der Kaiser hat es vermieden, sich selbst in den Streit um die Polenfrage zu mischen. Aber sagt nicht die Errichtung des Hohenzollernschlosses in Posen schon allein: „Dies Land ist deutsch und soll deutsch bleiben" u«s • iaren die Reden dort nicht von demselben Geiste urc'nveht. Gegenüber den ständigen Verdrehenqe- die sich eine zielbewußte deuischnationale Politik an den Grenzen gegen Polen, Dänen und Ftanzöslinge gefallen lassen muß,
Die 3n|ertiow»gebflht beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7ge’naltene Zeile oder deren Raum 16 4, für auswärtige Inserate 20 4, für Reklamen 40 4. — Druck und Verlag: Ioh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei, Inhaber Dt. C. Hitzeroih, Marburg, Markt 21. — Televbon 55.
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stark, daß das Wasser durch die Furchen d-s Kattoffeffeldes, in dem wir uns gelagert hatten, schnell unter uns dahinfloß. Die Wenigen, welche unter dem Medizinkarren oder unter den Hand- Pferde« Schutz fuchten, der in aufrechter Haltung verharrten, waren nicht besser dran. Niemals wurde der Mantel und wir mit ihm so wieder durchnäßt. Mr mußten den Mantel am andern Morgen ausringen, Der Mantel ist uns später nie wieder so schwer gewesen, wie an diesem Tage, lieber weitere Märsche und Biwaks, obwohl sie von Bedeutung waren, ist nichts Besonderes zu melden, sie blieben sich in der Hauptsache gleich. Der denkende Soldat legte sich die Frage vor, wieviel Geist nötig war, um fast jeden einzelnen Schritt ttchtig zu lenken, wie es von der große« Zentrale, intferm Gen ralstabe, geschah, dessen Weiße Führung später die Be- untnberung bet ganz « Welt hervorrief.
So war der 30. August 1870 herangekommen. An diesem Tage war der Marsch nicht groß gewesen. Wir kochten in aller Ruhe ab. Die Telc- graphen-Abtrilung war mit Herstellung von Leitungen beschäftigt. König Wilhelm I., de^ Kronprinz, sowie alle hohen Generale und Stabsoffiziere statteten uns einen Besuch ab. Kurz darauf setzt i, wir uns wieder in Marsch und hatten nochmals die willkommene Gelegenheit i'nd hohe Ehre, König Wilhelm I. in das Angesicht schauen zu dürfen und Parademarsch i« Sektionen vor ihm auszuführen. Dann bauert der R'ür'-b nicht mehr lange. Mr bewegten uns oi? b r C Haussee ein'n Höhenkamm entlang, dessen rechte Seite von Wald begrenzt Ivar. Links «ar ein Abhang und Ackerfeld. Oben auf der Chaussee machten die Munitionskarren, Bagage- ivagett und was dazu gehörte, Halt, während wir Mannschaften auf dem Acker lande Biwak bezogen. Wir hatten natürlich keine Ahnung davon, daß wir sehr nahe beim Feiüde waren und
hat sich nun ein höchst bezeichnender luftiger Vorgang herausgestellt. Die „D. Tagesztg." hat gefunden, daß der Artikel des „B. T." fast gleichzeitig mit feinem Erscheinen in dem bekannten Pattset Hetzblatte „Matin" erschienen. In der Ewiderung des „B. T." erfährt man nun nebenbei, daß bis jetzt der Berliner Korrespondent des „Matin" in der Re daktion des „Berliner Tageblates" aus und eingegangen ist. Nun hat ihm freilich Herr Wolff die Freundschaft gekündigt wegen der jüngsten deutschfeindlichen Hetzartikel des Parifer Blattes, et hat endlich fein deutschfühlendes Herz entdeckt. Der findige Franzose wußte aber Rat: er verschaffte sich hintenherum einen Bürstenabzug des obenerwähnten Artikels, barntt die Leset des „Matin" zur selben Zeit Monsieur Wolffs Weisheit genießen konnten, wie die Abonnenten des Berliner Weltblatte».
" Freiherr ». Gagent.’
Reben dieser lustigen Geschichte spielt zur Zeit ei' "ehr traurige, die Affäre des Frhrn. v. Eagern. Ein höherer Offizier, der mit der Frau eines Untergebenen ein unerlaubtes Verhältnis unterhält, das dieser stillschweigend duldet, ist ein häßliches Bild, um so häßlicher, als es eine Art Pendant zu den Allensteiner Affären bildet, auch Major ».Schönebeck wußte, um die Liebesabenteuer seiner Frau. Ein Stand, der berufen ist, in schweren Zeiten als Führer der Wehrmacht des Volkes zu dienen, muß intakt dastehen, und es ist nötig, daß derartige räudige Schafe — diese Fälle zu verallgemeinern liegt kein Grund vor — sofort aus der Armee entfernt werden und das nicht erst, wenn sich die Oeffentlichkeit mit diesen schmutzigen Geschichten beschäftigt. Es ist nicht gut, wenn auf den Mannschaftsstuben und in den Kantinen derartige Ausschreitungen von Mund zu Mund gehen.
Der Hansabund befindet sich jetzt in einer schwierigen Situation. Seine linksliberalen Gönner sind mit ihm nicht zufrieden. Der Münchener Bankdirektor Frhr. o. Pach-
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
and den Beilagen: „Nach Feierabend» (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage.»