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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

unb den Beilagen:Nach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) «nd Landwirtschaftliche Beilage.«

DieOberhessische Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2,00 M. (Für unverlangt zugeiandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

Marburg

Donnerstag, 18. August 1910.

Die JnserttonsgebüLr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die Tge^altene Zelle oder deren Raum 16 4, für auswärtige Inserate 20 4, für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, Universttäts-Buchdruckerei, Inhaber Dr. C. Sitzerath. Marburg, Markt 21. Televbon 55.

45. Jahrg«

JV1192

Kaiser Frau; Josef.

Et« Charakterbild zu seinem 80. Geburtstage, ' 18. August.

Von Dr. Karl SteinbeL

Kaiser Franz Josef sas; erst einige Jahre auf dem Throne, als ihn Leopold I. von Belgien besuchte. In dem Briefwechsel der Königin Viktoria vonEngland findet sich die Schilderung des Eindruckes, den er damals von dem jugend­lichen Monarchen gewann. Der König berichtet an seine Nichte nach London, er habe den jungen Kaiser gern, und es liege viel Gemüt und Kühn- heit in seinen ivarmen blauen Augen. Der Kaiser habe eine gewisse liebenstvürdige Früh- kichkeit, wenn sich Gelegenheit dazu find«. Er sei schlank und graziös, und selbst tm Gewirr von Tänzern und Erzherzogen, alle in Uniform, könne er stets als ihr Haupt erkannt werden. Seine Formen, erzählt König Leopold, sind vorzüglich und frei von Großspurigkeit und Un­beholfenheit; sie sind einfach und, wenn er freundlich aufgelegt ist, sehr herzlich und natür­lich. Er hält jedermann in Zucht, ohne daß er sich dabei den Anschein stark hervorgehobener Autorität gibt; er ist aber der Meister, und ihn umgibt ein gewisses Etwas, was Autotttät ver- lciht, und was oft diejenigen, welche die Autorität haben, sich nicht aneignen oder aus- üben können ....

Der Koburgcr wurde nicht umsonst von der Königin Viktoria und ihrem Gemahl als Weiser Mentor geschätzt. Seine Charakteristik Franz Josefs ist ein Zeugnis seiner trefflicheren Menschenkenntnis, und ihre Kernzüge haben sich in den seither verflossenen sechs Jahrzehnten immer wieder bewahrheitet. Der vor allem, wie vorzüglich und natürlich' Franz Josef stets und überall seine Autorität zu wahren verstan­den hat. Nicht Genialität, Geist, Vielseitigkeit, Glanz, sondern eben diese Eigenschaften, und sie allein, ist es, die den geborenen Fürsten bezeugt und ausmacht. Es war in eben jenen Anfangs-

3 (Nachdruck verbann.)

Kantate.

Von Annh Wothe.

l Fortsetzung.)

Vater und Sohn sahen sich einen Augenblick fest in die Augen, dann brach der alte Bermann in Schluchzen aus.

Vater,« bar Hans Jürgen,fasse Dich doch. Ich bitte Dich!«

Nun ist auch die letzte Hoffnung dahin,« mur­melte der Kommerzienrat, sich mühsam mtfraffmb nun nimmt das Verhängnis seinen Lauf.«

Dann aber richtete er sich fest auf und drückte energisch auf die elektrische Klingel.

Ich lasse Herrn Dr. Eisele zu mir bitten,« rief er mit harter Stimme dem Diener zu.

Laß Günther mitkommen, Vater, er ist der Vertraute Eiseles, ich weiß es.«

Und wieder stieg heiß und qualvoll das glü­hende Eifcrsuchtsgefühl in Hans Jürgen auf Wenn Dr. Eisele ein Betrüger war, dann war ja auch Rickle von ihm betrogen; denn nie würde Rickle mit Bewußtsein einem Unwürdigen ihre Freundschaft schenken. All' die marternden, quä­lenden Gedanken der letzten Zeit wurden wieder lebendig. Er hätte sich auf Dr. Eisele, der eben unbefangen das Zimmer betrat, stürzen mögen, um ihn nicderzuschlagen.

Zitternd folgte der kleine Buchhalter, Rickles Vater. Das brachte Hans Jürgen wieder zur Be­sinnung.

In demselben Augenblick trat auch Karleen Ins Zimmer. Sie hatte den Trauerschleier weit zurückgcschlagen. In ihrem Gesicht lag eine j hoheitsvollc Nutze und dabei noch ein freudiges I Leuchten, ein befreites Aufatmen, ein fester Ent- | sihluß,

jähren, als bet einer großen Revue der Kaiser, der mit irgend etwas unzufrieden war, dem alten General Melden, demSchrecken Mens« unwiMg zurtef:Wenn ich etwas befehle, so geschieht's!« Woraus der General im Galopp davonsprengte, um bald mit der ehrfurchtsvollen Meldung zu­rückzukehren:Ew. Majestät Befehle sind voll­zogen.« Der Graf Hübnar, der diese kleine Szene berichtet, fügt hinzu:In dm sechs Motten des jungen Herrschers und in dem Aus­drucke des Gesichts lag etwas unaussprechlich Im­ponierendes.« Diese Grundeigenschast echten Fürstentums, Autotttät zu sein und zu wahren: die teilte Franz Joses mit seinem Bruder aus Preußen-Deutschlands Throne, mit Wilhelm I.

Und noch in einer anderen Hinsicht war er nahe verwandt. Auch Franz Josef ist im Kerne seines Wesens eine nüchterne und prattische Natur. Der Ueberschuß an Phantasie war in beiden Familien auf zwtt andere Brüder vett ilt: hier auf den unglücklichen Maximilian, der unter der heißen Sonne Mexikos sein junges Leben lassen mußte; dort auf Friedrich Wilhelm IV. Als Franz Josef im Anfänge der 50er Jahre in Berlin Besuch machte, konnte es niemanden entgehen (und der Prinz Hohenlohe hat es bestätigt), daß der Preußenkönig seinem österreichischen Vetter an Geist und Witz weit überlegen tvar. Uber dem bescheidenen und stillen Franz Josef war es eben doch vergönnt, die bei weitem größere positive Leistung auf sein Guthaben bei der Geschichte zu bringen. Er erwies sich als ein nüchterner Beur­teiler, ein gesunder Menschenkenner, ein unermüd­licher Arbeiter, enbflS) als ein Mann von uner­schütterlichen Pflichtgefühle. Seine Neigungen gehen nicht nach den dekorativen Seiten seines Berufes. Kunst und Wissenschaft sind nicht seine Passtonm; er respektiett und fördert sie wohl­wollend und gebührend, aber er hat kein näheres Verhältnis zu ihnen. Mehr als die sensationellste Kunstausstellung intcressiett ihn die Zimmerein­richtung eines Wiener Fabrikanten, die dem öster­reichischen Kunstgewerbe neue Kunden zu werben verspricht, und die Donauregulierung gewann ihm metzr Teilnahme ab, als profunde Leistungen der

Gelehrsamkett. Den wtttschafllichen Angelegen­heiten hat er ein wirkliches, ernsthaftes und frucht­bares Studium gewidmet, und das neue Wien, das im letzten Menschenalter glanzvoll erstanden ist, die neue wirtschaftliche Blüte Oesterreichs; das sind Ergebnisse, an denen Franz Joses ein ganz persönlicher Anteil, ein ganz persönliches Verdienst zuzuschreiben ist. Aber Fournier hat ganz recht, wenn er diesen persönlichen Anteil des Kaisers noch viel weiter erftredt und ihn auf alle neueren bedeutsamen Errungenschaften der habsburgischen Monarchie ausdehnt.

Franz Joses ist einer der Menschen (es gibt ihrer keineswegs so viele, wie man vielleicht an­nimmt), die die Fähigkeit haben, aus den Ereig- rissen zu lernen und die empfangenen Lehren wirksam zu machen. Schon in den Jahren seiner Erziehung hatten zwei Richtungen um feinen Geist gekämpft: der Graf Bombelles suchte ihm die Ideen Metternichs einzuflößen, aber die alt- österreichischen Beamten und Offiziere, Pilgram und Lichtenfels, Coronini und Hauslab, ver- ioiesen ihn auf die Würdigung moderner Lebens- Verhältnisse. Daß nach feiner Thronbesteigung zuerst die Metteruich-absoluttstischen Grundsätze bci ihm überwogen, war um so natürlicher, als auch der Einfluß seiner Mutter, der Erzherzogin Sophie, sie stättte, und als überdies die nach 1848 in Oesterreich eingetretene Verwirrung und Un­ruhe wohl geeignet war, Mißttauen gegen die neuen Zustände einzuflößen. Aber der junge Mo­narch ist nichts weniger als ein Prinzipienreiter; er hält die Augen offen, sieht sich Menschen und Dinge unbefangen an, wird nicht müde zu lernen und reift so in aller Stille zu einem im besten Sinne modernen Fürsten heran. 1863 bemerfte ein anderer, nicht minder kluger Koburger, der Herzog Ernst II. von oburg-Gotha, mit Heber« raschnng, daß aus dem jungendlich anmutigen Manne, als den et vor Jahren Oest rreichs Kaiser kennen gelernt hatte, ein erfahrener, übet alle Verhältnisse gut unterrichteter und in politischen Dingen sich völlig sicher bewegender Herrscher ge­worden war. So konnte es geschehen, daß berf'Ibe Franz Josef, der die Verfassung außer Kraft ge-

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in Wien.

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Was machst Du hier?« herrscht« der Kom­merzienrat sie an.Wir haben hier Geschäfte, das ist nichts für Weibetohren, dabei ist Deine Gegenwatt nur störend.«

Ich warte bereits feit einer Stunde, Papa, daß Du Deine Unterredung hier beendet hast. Als ich hörte, daß Du Herrn Dr. Eisele zu Dir bitten ließest, erlaubte ich mir, mitzukommen, da ich ahne, was Du Dr. Eisele zu sagen hast.«

Der alte Buchhalter bebte wie Espenlaub.

Alexander Bermann blickte seine Tochter ver­ständnislos an.Mit Dir habe ich ja gar nichts zu schaffen, sondern mit diesem Manne. Ist es wahr?« wandte er sich mit vor Zorn blitzenden Augen an Dr. Eisele,daß Sie unter einem fal­schen Namen hier eine Stellung in meinem Ge­schäft erschlichen haben und sich auch Eingang in meinen Familienkreis zu verschaffen wußten? Antwotten Si-, ist es wahr, daß man sie wegen gemeinen Totschlags und wer weiß was sonst noch, verfolgt? Antwotten Sie auf der Stelle.«

Dr. Eisele stand in ruhiger Haltung und blickte dem aufgeregten alten Herrn klar ins Auge. Dann wandte er sich mit stillem Blick Karleen zu, als er entgegnete:

Es ist so, wie Sie sagen, Herr Kommerzien­rat. Ich bin ein anderer, als ich scheine.«

Günther,« befahl Alexander Bermann feinem Buchhalter, der beschwörend seine Blicke auf Hans Jürgen gerichtet hielt,Sie werden sofott der Polizei telephonieren und das Nötige veran­lassen, und Sie, mein Herr, werden dieses Zim­mer nur verlassen, um es gegen ein sicheres Ge­wahrsam einzutauschen.«

Vater,« bat Karleen aufgeregt, sich wie schützend vor Dr. Eisele stellend,ich bitte Dich, so höre doch nur, es ist ja alles anders als Du denfft.«

Die Tatsachen genügen mir vollkommen. Ra, Günther, wirds bald," kommandiette er.

Er hatte seine ganze Energie wiedergefunden, wenn auch unaufhörlich eine Stimme in seinem Innern mahnte,ttchiet nicht.«

Herr Bermann,« flehte der Alte mit empor- gehobenen Händen, was bei seinen Schreib- ärmeln nicht ohne tragisch-komischen Auslug wirtte,Ich habe ja auch alles gewußt.«

Was? Sie? Na, da hört doch alles aus! In meinem Hanse, unter meinen eigenen Leuten ist so etwas möglich? Und da sagen Sie kein Wott und lassen es ruhig geschehen, daß ein Ver­brecher an meinem Tische sitzt?«

Ein bitteres Lächeln spielte um Dr. Eiseles Lippen.Mein verehtter Herr Kommerzienrat,« nahm er mit überlegener Ruhe das Wott.Nicht, daß man ein Verbrecher ist, sondern wie man da­zu kam, es zu werden, ist doch immer bei Beurtei­lung einer Sache das Ausschlaggebende. Es wer­den alle Tage so viele Verbrechen verübt, für die es keine Strafe gibt, daß es wirklich auf einen oder den anderen armen Sünder nicht mehr an- komrnt. Ich meine, Verbrechen, die beispielsweise so ganz im Geheimen verübt werden, vorn Vater gegen seine Kinder und umgekehtt, vom Manu gegen sein Weib, oder das Gegenteil ganz abge­sehen von den Verbrechen, die unser Egoismus täglich gegen unsere Mitmenschen begeht. Ich bin allerdings ein besonders schwer Haftetet Ver­brecher. Ich schoß den Liebhaber meiner Frau nieder und raubte dann mein einziges Kind, und um die Beweise der Untreue meiner Frau zu er­langen, kam ich unter falschem Namen in Ihr Haus. Ich bertenne die Tragweite meinet Hand­lungsweise nicht, und ich werde die Ver- antwortung und alle Folgen willig tragen.«

Ach, das ist mir alles ganz egal,« unterbrach ihn der Kommerzienrat unwirsch, selbst zur Tür schreitend, um seine Verfügungen zur Verhaftung Rolfs persönlich zu treffen. Da aber stürzte sich Karleen bleich, fassungslos in des Vaters Arme

setzt hatte, aus freiet politischer Einsicht sein Voll in die neue Zsll geordneten Verfassungslebens einführte. Und das bllbet einen seiner größten menschlichen, fürstlichen und politischen Vorzüge, daß er einmal gewonnener besseret Einsicht auch unerschütterlich treu blieb. Beim Empfange von Politikern, Delegattonsmitgliedern usw. gibt der Kaiser feinen individuellen Urteilen und Auf­fassungen sehr unverblümt und temperamentvoll Ausdmck. Der verstorbene Lueger hat einmal sehr hübsch gesagt, er habe zweierlei Arten von Erln- ncrungen an den Kaiser: solche anPutzer* und solche an Anerkennungen.Die Putzer waren die interessanten di« Anerkennungen bilden die an­genehmen Erinnerungen.« Und diePutzer* konn­ten manchmal ganz kräftig ausfallen

Sie haben denn natürlich auch ost gewaltiges Aussehen erregt aber ich glaube, niemand, auch die davon Betroffenen nicht, hat sie dem Kaiser je verübelt. Und das macht die Form, über die et verfügt, ober um die Ursache statt der Mltkung zu nennen, der wahrhaft edelmännische Geist, von dem die Worte und Handlungen Franz JosefS stets erfüllt und getragen sind. Seine vielgerühmte Ritterlichkeit ist kein leerer Wahn. Als er nach den Schlägen von Solferlno und Magenta mit dem Prinzen Jerome Napoleon als Unterhändler des französischen Kaisers die Bedingungen des Friedensschlusses erörterte, zeigte et sich zu dem schweren Opfer der Preisgabe der Lombardei bereit, aber die Herzöge von Modena und Tos­kana im Stiche zu lassen, die ihr Schicksal ver­trauensvoll mit dem f einigen verknüpft hatten, das lehnte er unerschütterlich ab. Und wie hier im Großen, so auch im Kleinen und Einzelne« des Tageslebens. Aus feiner echten Edelmanns- natur fließt jene Llebenswüdigkeit, die noch! heute jedermann im Umgänge mit ihm entzückt, und die im Grunde nur feine Rücksicht auf den anderen ist. Ptzibtam erzählt eine reizende kleine Geschichte dieser Art. Es war im Iahte 67. In Budapest wurde eine richtige Generalprobe «1 dem komplizierten Schauspiele der Königskrönung abgehalten, und der Episcopus reginae, der aus schlicht ländlichen Verhältnissen herkam, verlor in der ungewohnten Umgebung feine Fassung so vollkommen, daß er nicht mehr wußte, was er zu tun habe, und eine peinliche Stockung entstand. Da verließ der Kaiser seinen Thtonsitz, ging auf den bedauernswerten Kirchenfürsten zu, faßte ihn vertraulich am Anne mit den Worten:Sagen S', Herr Bischof, was haben Sie denn jetzt zu tun" Der (Gefragte sagt mit vor Erregung zit­ternder Stimme die Stelle aus dem Zeremoniell aus, als wäre es ein Zitat aus dem Katechismus. Ra, bravo!« ruft ihm der Kaiser zu und wendet ihn mit einem sanften Rucke der Stelle zu, wo die hohe Frau noch immer lächelnd ihres Bglei- ters harrt;also schauen S', horten ist f, die Kaiserin, jetzt gehen S' hin, nehmen Sie f* und bringen Sie s' her." Diese im gemütlichsten Wiener Dialekt gesprochenen Worte wittten auf die Versammlung dermaßen elettrisierend, daß, aller Etikette entgegen, die Kirche von einem viel­stimmigen Eljengeschrei widerhallte.

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und flehte mit angstverzerrten Zügen:Ich bitt« Dich, Vater, schone ihn, e- tft ja Rolf Mehnett, und ich ich habe gewußt, daß er verfolgt wurde, und ich habe versucht, ihn zu schützen.« Fassungslos starrte der Kommerzienrat in das erregte Gesicht seiner Achter.

Rolf Mehnert?« fragte *r w> im Traum. Und Du, Du hast gewußt, daß man ihn suchte?«

Ja,« jauchzte Karleen auf.Bon der ersten Stunde an, da ich ihn sah, aber ich habe dennoch an ihn geglaubt, denn ich liebe ihn!«

Da ging es wie eine Verklärung über Rolfs düsteres Gesicht. Mit einem Ruck hatte er den falschen Bart entfernt, und nun stand er vor Kar­leen und streckte ihr wortlos beide Hand« ent«, gegen.

Und sie lächelte unter Tränen zu ihm auf, als er seinen Arm um sie legte und feierlich sagte:

Sie hat es gewußt und sie hat mich geschützt mit dem ganzen Reichtum ihrer Siebe. Ihr soll fortan mein Leben geweiht sein, wenn ich meine Schuld gesühnt habe, und ich hoffe zuversichtlich, daß Sie uns Ihren Segen nicht versagen werden, Herr Kommerzienrat."

Alexander Bermann mußte sich stützen. Er brachte es nur zu einem Zeichen der Abwehr. Hans Jürgen aber reichte Rolf Mehnert hte Hand. Was hatte er nicht alles seinem Volontär abzubitten! Wie ein Frohlocken ging es durch seine Seele, trotz aller Not und Pein.

Der Schein mag gegen Sie fein, Herr Dok­tor," Jagte er wann,aber wen Karleen liebt, an den glaube ich.«

Ich danke Ihnen für dieses Wort. Dieser treue Mann hier,' sagte er, den alten Buchhalter heranziehend,wird noch mehr bettchten können. Er war es, der mir zeigte, wie ich wieder gnt macken kann, was ich gefehlt.«

(Fortsetzung folgt.)