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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg tuw Kirchhain
*nb den Beilagen: „Nach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage.«
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Die „Oberheftische Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2,00 <M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Marburg
Sonnabend, 6. August 1910.
Die Jnsertionsgebübr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7p»t"altene Zeile oder deren Raum iS 4, für auswärtige Inserate 20 4, für Reklamen 40 4. — Druck und Verlag: Zoh. Aug. Koch, Universttäts-Buchdruckerei. Inhaber Dr. C. Hitzerortz, yiarbura, Markt 21. — Telephon 55.
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45, Jahr-
• ■53.
Tante so unerhört belästigen.
Sie
zur Tür. gekräntten
Kind ihrem
gane zum Boykott aufforderten, einzelne verärgerte Wähler werden stets ihrem Aerger über einen schlechten Wahlausfall in dieser Weise ßuft machen. Das ist ihre Privatsache und nicht zu ändern, dem Boykott als politischem Kampfmittel aber mutz man zu Leibe gehen wo man ihn findet. Und wir haben erst neulich festgestellt, daß gerade auch liberale Kreise sehr tüchtig in „Boykott" machen, die dann, sobald das Wort „Boykott" fällt, sofort schreien: „Haltet den Dieb!" Wir geben daher den guten Rat: Ein jeder kehre vor seiner eignen Tür, dann wird diese Giftpflanze politischer Unreife vielleicht bald ausgerotret sein.
Stadt mit den goldenen Türmen, zu. Nun war auch seine Zeit gekommen.
Die Reichsversicherungsordnung.
I Die Reichstagskommission zur Vorberatung I der Reichsversicherungsordnung wird am 20. I September ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die I Kommission hat bereits vor der Vertagung am I 14. Juli 35 Sitzungen zu je 5 Stunden Dauer I abgehalten und bisher die ersten beiden Bücher I des Entwurfs, welche die gemeinsamen Vor- I schristen aller Versicherungszweige und die I Krankenversicherung behandeln, in erster Lesung erledigt. Das sind von den insgesamt 1754 Paragraphen nur 560, also noch nicht ein Drit-
I tel des gesamten Werkes.
I Die bedeutsamsten Aenderungen, welche die I Kommission bisher vorgenommen hat, beziehen I sich im einzelnen auf die anderweite Regelung I d'r Frage eines gemeinsamen Unterbaues für I alle Versicherungszweige, als welchen der Re- I gierungsentwurf die sogenannten Versicherungs- I ämter vorsah, auf die Ausdehnung der Kranken- verstcherungspflicht, auf eine w-itere Anzahl I neuer Versicherungspflichtiger, auf die Erhöhung I des Jahresarbeitsverdienstes, bis zu welch'm I man der Krankenversicherungspflicht unterliegt, I auf die Ablehnung der Betriebskrankenkassen, auf I die Regelung der Aerzte- und Apolhekerfrage und I auf eine umfassende Neuordnung des Verhält- I nissrs zwischen den Krankenkassen und ihren An- I gestellten.
I Die Versicherungsämter sind von der Koin- I Mission wegen der großen Kosten, die im Eut- I Wurf zwar nur mit 6sch Millionen vorgesehen, I aber auf 20 Millionen geschätzt wurden, abge- I lehnt worden, und man hat dafür beschlossen, | bei jeder unteren Verwaltungsbehörde (Landratsamt, Bezirksamt usw.) eine Abteilung für | Arbeiterversicherung (Versicherungsamt) zu errichten. Diese Abteilung für Arbeiterversicherung kann sich ohne schwere Mühe zu einer sozialen Auskunstsstelle für einen Kreis bezw. Bezirk entwickeln und damit viel Segen stiften. Das ist auch der Wille der Kommission gewesen, die ausdrücklich beschlossen hat, daß diese Abteilungen in Angelegenheiten der Reichsversicherung Auskunft erteilen sollen. Die Kosten dieser Abteilungen für Arbeiterversicherung trägt im übrigen jeder Bundesstaat fiir sich allein.
^Nachdruck verboten.)
- Kantate, - - > -
Von Anny W o f h e. - , :
(Fortsetzung.) - •>»;
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 63.
Mission hier bald beendet sein?« fragte sie tonlos.
„Ich hoffe ja,« gab er leuchtenden Auges zurück, „und wenn ich Wiederkehre, Karleen, dann hatte ich gehofft —« Er brach jäh ab.
Er sah wie Karleen unter seinen leidenschaftlichen, heißen Augen zusammenschauerte, wie ihre Weiche Gestalt bebte und zitterte.
Er wollte sie schonen und doch trieb es ihn, sie wild an sich zu reißen und ihr das süße Geständ- | Nls von den Lippen zu küssen, daß sie ihn liebe, beiß und glühend liebe. Mit fast übermenschlicher Kraft wies er aber die Versuchung von sich. Nein, nichts wollte er von diesem blonden Weibe erringen, freiwillig sollte sie sich ibm bekennen, wenn seine Zeit gekommen.
„Ich Habs kein Recht, etwas ju begehren,« nahm er leise das Wort, „ich muß stille sein und warten. Eines aber glaube ich von Ihnen verlangen zu können, Karleen, schütteln Sie diesen aufgedrungenon Freier, d esen Pankwitz ab. Er ist Ihrer nicht wert. Zeigen Sie doch nur ein
,"7U' Tante," schmeichelte sie: „Du mußt Jela . Piel lieb haben und wenn Mama nicht wieder - kommt, dann mußt Du Jelas Mama iverden. Papa kann Dich ja fein bitten, gelt Päppele?«
In Rolfs Antlitz stieg dunkel das Blut. Fast zornig zog er das heftig aufweinende Kind von Karleen hinweg und gebot streng: „Sofort gehst Du hinaus, Du Unart. Wie kannst Du die
I Wieder flog das heftige Zittern durch Kar- I leeens Gestalt.
„Warum quälen Sie mich?« las er in ihren traurigen Äugen, aber er hielt sie fest in seinem Bann, diese leidvollen, blauen Sterne. Wie flatternde Vögel fingen sie sich in seinen Augen. Wie ein Meer von Glück und Leid brach es daraus hervor, als sie ihm dann ohne ein Wort ihre beiden Hände reichte. *
Und er preßte seine heißen Lippen darauf und drückte die zückenden Hände an seine überstömen- den Augen.
„Karleen, ich liebe Dich!« flüsterte er.
Er fühlte, tvie sie unter seinem Wort heiß erschauerte, ihm war, als müsse sie sich aufjauchzend in seine Arme werfen, aber nur ein leiser Laut traf sein Ohr.
Karleen war verschwunden. Rolf Mehnert war allein in dem Gemach.
Wie aus tiefem Sinnen erwachend, blickte er um sich^ Leise strich er mit der Hand über die breite Stirn, über die dunklen sich aufbäumenden Haarwsllen.
„Mein Frühlingskind,« kam es zitternd von seinen Lippen, dann trat er ans Fenster und spähte hinaus.
Sein Blick konnte Karleen nicht mehr erreichen, aber drüben die Anlagen, ganz in Dust und Sonnengold gebadet, grüßten zu ihm herüber wie das Land der Verheißung. In der Ferne sah man den mächtigen Turm des neuen Rathauses von Leipzig, und goldig blinkten die umliegenden Kirchtürme in dem schimmernden Charfreitag- morgen.
„Auferstehen, ja Auferstehen,« sang es heute schon in Rolfs Seele. Auch sein Ostern war nahe, der Feierglanz der Seele?
Aus dem rosenumranften Häuschen auf der vrarienhöhe schritt er fest und sicher dir altes
Der wirtschaftliche Boykott
- aus Anlaß politischer Wahlen ist einer der schlimmsten Auswüchse der politischen Demagogie. Er bildet bekanntlich das Hauptmittel, durch das die Sozialdemokratie die von ihren Anhängern lebenden kleinen Gewerbetreibenden zwingt, ihre Stimme für den sozialdemokratischen Kandidaten abzugeben. Da wird bei und nach den Wahlen die Liste der Kaufleute aufgestellt, die sich dem Joche der Partei gefügt haben, die wohl auch durch Inserate die Parteikasse unterstützen, und den Parteifreunden wird eingeschärft, nur bei den Inserenten des Partetblattes zu kaufen.
Mit Recht wird dieses Verfahren von allen bürgerlichen Parteien auf das schärfste verurteilt. Das Abgeordnetenhaus hat sogar den sozialdemokratischen Wahlterrorismus mit zur Begründung der Kassation von 4 sozialdemokratischen Berliner Mandaten heran- gezogen. Um so verwerflicher ist es natürlich, wenn bürgerliche Parteien sich dazu verleiten lassen, dasselbe demagogische Kampfmittel gegen politische Gegner anzuwenden, und es muß vom Standpunkte nicht bloß staatserhaltender Politik, sondern auch von dem einfacher politischer Moral Bestrebungen dieser Art, wo immer sie hervortreten, auf das entschiedenste entgegengetreten werden. Zur Zeit hat gerade der Hansabund eine Kundgebung erlassen, in der er gegen angebliche Boykotterklärungen des Bundes der Landwirte Stellung nimmt und auffordert, ihm weiterhin spruchreifes und authentisches Material in allen Boykottangelegenheiten des Bundes der Landwirte zur Verfügung zu stellen. Er will in geeigneten Fällen die Beteiligten auf Unterlassung und Schadenersatz gerichtlich in Anspruch nehmen. Weiter heißt es: „Dem Hansabund liegt authentisches und schlüssiges Beweismaterial (unter Namennennung) zu F hiesen Fragen vor, dessen demnächstige umfassende Veröffentlichung jedermann die Augen darüber öff- 1 «en muß, in welch frivoler und verantwortungsloser Weise vonseiten dieses Bundes gegen den sozialen r, Frieden gewütet wird."
Man kann dem Vorgehen des Hansabundes gegen Boykottbestrebungen zustimmen. Es liegt gerade im . Interesse wirksamer Wahrnehmung der Interessen der . deutschen Landwirtschaft, wenn demagogische Aus- f wüchse solcher Art von vornherein abgeschnitten wer- - den. Allerdings wird man erwarten dürfen, daß von ' dem Hansabunde im Hinblick auf den Widerspruch der Presse des Bundes der. Landwirte für die auf.
. gestellten Behauptungen. der Nachweis der tatsäch- j ' üchen Richtigkeit erbracht wird. Und zwar kommt es darauf an, daß festgestellt wird, daß maßgebende Or
I einziges Mal Mut. Sie haben ihn ja für mich I fo vortrefflich bewiesen, zeigen Sie, daß I diesen Mut auch für sich selber haben.«
I Karleen schüttelte müde den blonden Kopf. „Es ist mein Verhängnis,« gab sie still zurück.
I muß Peters Frau werden um ieden Preis.« Einen Augenblick senkte sich das blasse Gesicht des Mannes tief auf die Brust, dann aber hoben
I sich die braunen Augen flammend auf:
I „Ich wage den Kampf,« kam es siegessicher von seinen Lippen, „mögen Sie sich bescheiden,
I Karleen Bermann, aber eins sollen Sie mir noch sagen, zum Abschied sagm. denn wer weiß, ob und wann wir uns Wiedersehen. Wenn Sie frei
I wären, ganz frei, würden Sie bann den Mut haben, Ihre Hand vertrauensvoll in die des Verfemten zu legen und würde dann nicht eine Saite
I m ehrer Brust klingen, die leise und süß frohlockte: Er ist mein und ich bin sein?« —
»Ich segne den Zufall,« nghm er endlich mit rauher Stimme das Wort, „der es mir möglich macht, Sie allein zu fehen und zu sprechen. Ver- zeihen Sie meine Heftigkeit, aber ich bin in einer fast fieberhaften Aufregung. Denken Sie nur, in ganz^kurzer Zeit werde ich die Beiveife von Sarkas Schuld in Händen haben. Ein Zufall kam mir zustatten. Ihr Vater übergab mir ein Manuskript zur Lettüre, das Sorkas Geschichte enthielt. Ich forschte nach der Verfasserin und stellte fest, daß sie eine Jugendbekannte meiner 8rau ist, die ihr selbst einst den Geliebten nahm Ich suchte die Tarne, eine lächerliche alte Person, dstf, und die Betreffende erklärte sich bereit, mir bie Beweise herbeizuschaffen, natürlich gegen ent- 1 »rechende Bezahlung, daß Sorka schon vor ihrer Verheiratung nichts weiter als eine Dime war. Dm sonst recht albernen Roman habe ich der ,Schreiberin sofort abgekaust, obwohl er natürlich
erscheinen darf.«
N«leen war wie betäubt „So wird Ihre
Laut aufweinend lief das Pickle folgte tief bekümmert . Liebling. :
Rolf und Karleen standen sich fchweiqend gegenüber. -
: I Grau in grau brach der Ostermorgen an.
I Karleen war wie im Fieber. Die ganze Fa* I trilie Pankwitz wurde heule zum Mittagessen er- I wartet.
I Peter hatte ihr am Morgen schon mit einem I kunstvollen Blumen-Arrangement ein kostbares I 'Osterei mit einem feuersprühenden Brillanten- I schmuck übersandt. Karleen hatte alles achtlos in I die Ecke geschoben. Sie dachte nur immer an I das eine, an ihre Charfreitägsdotschast: „Karleen, I ich liebe Dich!«
I Sie berauschte sich an ihrem Klang, wenn sie I die Worte leise vor sich hinsprach, und sie lauschte I glückverloren, bis der Klang verwehte. Grenzen- I lose Seligkeit und tiefe Verzweiflung zugleich I kämpften in ihrer Brust, und nun sollte Peter I kommen und sie sollte ihn begrüßen, vielleicht Lar I seine Küsse dulden, und sie sollte noch besonders I frohen Herzens sein, 'weil Ostern war.
I „Welt lag in Banden, Christ ist erstanden«, I jauchzte es durch die Lande, jubelten tausend I Glockenstimmen durch di: Wett. Ueberall Ofter- I Wonne, nur ihre Seele schmachtete vergeblich nach I Erlösung.
I „Rein, nein, ich kann nicht," stöhnte sie laut. I Eine Weile stand sie noch in schweigendem Kampf, I dann wandte sie sich um. Ernst und gefaßt schritt sie hinab in das Arbeitszimmer ihres Vaters.
I Als sie leise an die Türe klopfte, hörte sie zu I ihrem Erstaunen heftige Stimmen, deren eine sie I als die von Peter Pankwitz erkannte. WaS I mochte er schon so früh von ihrem Vater wollen?
I Karleen drückte auf die Klinke.
I „Du kommst gerade zur reihten Fett«, I herrschte sie ihr Vater an. „Run kann Peter ja | selbst fein« unwahre Beschuldigung änbriftS«? J *■*' . MrjjHruiS folgt»)
| Bei der ärztlichen Behandlung hat die Kam- I vorsah. In Konsequenz dieses Beschlusses ha' I Mission beschlossen, daß bei Zahnkrankheiten, mit I die Kommission dann auch die vorgeschlagen I Ausschluß von Mund- und Kieferkrankheiten, die I Halbierung d-r Krankenkassen abgelehnt und ei I Behandlung auch durch Zahntechniker erfolgen I bei dem bisherigen Zustande, zwei Drittel fü'' tarnt, deren Zulassung durch eine Verordnung I Arbeiter und ein Drittel für Arbeitgeber, ge der obefften Verwaltungsbehörde bestimmt wird. I lassen. Um der Terrorisierung der Arbeitgeber Dieser Beschluß hat namentlich bei den Zahn- I in den Vorständen der Ortskrankenkassm aber ärzten große V:rbitterung hervorgerufen und be- I vorzubeugen, ist beschlossen worden, daß zu Be friedigt auch die Zahntechniker nicht, namentlich, I schlüssen die Mehrheit sowohl der Vertreter bei da die Kommission burty eine Resolution bie I Arbeitgeber wie ber Arbeitnehmer erford v Reichsregierung aufgesoerdert hat, eine Novelle I lich ist.
zur Gewerbeordnung vorzulegm, durch welche I Zn eingehenden Debatten kam es namentlich die Zahntechniker untern die „Gewerbetreibenden, I bei der Erörterung der Anstellungsbedingungetz welche einer besonderen Genehmigung bedürfen«, I für die Angestellten der Krankenkassen und bei b q ausgenommen werden sollen. I Regelung des Verhältnisses zwischen den Aerztei»
I Die Krankenversicherung ist auf sämtliche Be- I und den Krankenkassen. Durch den konservative« I triebsbeamte, Werkmeister, Techniker, sowie an- I Abg. Graf v. Westarp wurden dabei die Vertrag» dere in gehobener Stellung befindliche Angestellte, zur Sprache gebracht, welche bisher die Ange« wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf btl- stellten mit den Ortskrankenkassen abschtteßen, bie bet, ausgedehnt worden und der Jahresarbeiis- I von ber g.'samten Kommission des Reichstages, verdienst für diese Kategorie von Versicherten I abgesehen natürlich von den sozialdemokratische« und für Handlungsgehilfen und Lehrlinge, Ge- Vertretern, entschieden verurteilt wurden. Di, Hilfen und Lehrlingen in Apotheken, Bühnen- I Kommission beschloß, Mittel und Wege zu finden »cnd Orchstermitglieder und Lehrer und Erzieher, I die bisher auf Grund folchsr Verträge geschloffen statt auf 2000 nach dem Entwurf, auf 2500 Jt I nen Dienstverhältnisse bei Inkrafttreten der festgesetzt wordm. Gegen diese letztere Erhöh- I Reichsversicherungsordnung zu annullieren und' ung, die auf Antrag der Nationalliberalen er- I im Übrigen das Verhältnis so zu regeln, daß in folgt ist, von diesen aber neuerdings schon selbst I Zukunft die Ortskrankenkassen nicht mehr Willen- Wieder aufgegeben wird, hat sich die Regierung, I los dem sozialdemokratischen Angestelltenverlebhaft unterstützt von der Aerzteschaft, energisch I banbe ausgeliefert sind.
ou§aen>rodjen, und der Beschluß dürste auch in I Die Aerztefrage wurde im großen und ganzen zwetter Lesung eine Aendemng erfahren «ach den Vorschlägen der Regierung angenom*
~. Kommission hat ferner beschlossen die I men, trotzdem die ttnksfreisinnigen Vertreter in
Einführung einer obl gatonschen Gewährung von der Kommission lebhaft für die unbeschränkte Hebammendrensten, ärztlicher Geburtshilfe und Me Aerztewahl eintraten. Indes dürfte die Stillgeld auch an ^^.uichtversicheruimspflich- I Aerztefrage auch in zweiter Lesung noch eine er* ttgeu Ehefrauen der Versicherten, ein Beschluß, hebttche Rolle spielen, da namentlich auch ber* Ar ""e Mehrausgabe von etwa 15 Millionen I sucht werden muß. die Aerzte nicht allzu sehr in ' unb. bic bMflatorW, statt wie I die Hände der Kassenvorstände zu geben.
im Entwurf vorgesehene fakultative Gewährung L.. ' ’ ...
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Der in diesen beiden Beschlüssen hervorge- £efÄ9 ^-^attgrenzen durch die oberste tretene sozialpolitische Wetteifer hat sich weiter- I »behorde und die Zulassung der hin noch dadurch betätigt, daß man auch die Be- I Verkauf freigegebener Arznei-
freiung von der Verstcherungspflicht felbft für f b?'ct’-offen.
den Fall ablehnte, daß der Erkrantte an seinen I Die weiter von der Kommission vorgenom* Arbeitgeber einen Anspruch auf eine den Leist»»- menen Aenderungen betreffen mir unwesentliche gen der Krankenkasse gleichwertige Unterstützung I Punkte und entbehren des Interesses weiterer hat, und trat am markantesten in die Erschei- I Kreise. Nach der Sommerpause wird die Staut* nung durch die Ablehnung der Betriebskrank-n- I Mission die Unfallversicherung in Beratung neh- faffen, eine Einrichtung, die sich bisher außer- I mcn, bi< gegenüber dem bisherigen 3uftar.be ja ordentlich bewährt hat und an ber auch die der- I uur wenig Aenderungen erfahren hat und die bündeien Regierungen unter allen Umständen I Kommission nicht allzu lange beschäftigen dürfte, festhatten dürsten, selbst auf die Gefahr des Soll allerdings der Wunsch, die Kommisstonsar- Scheiterns des Gesamtentwurfs. I beiten bis zum Widerzusammentritt des Reichs-
Auch die Organisation der Landkrankenkassen, tags im November oder doch wenigstens bis zu für welche der Entwurf besondere Bestimmungen den Weihnachtsferien Mitte Dezember zu br- Vorsatz, hat die Kommission abgelehnt und be- I enden, in Erfüllung ergehen so dürfte die Kom- schlossen, daß der Vorstand so wie bisher zu I Mission sich noch angestrengter Arbeit befleißigen einem Drittel aus Vertretern der Arbeitgeber I müssen. . - ' . :
und zu zwei Dritteln aus den Vertretern der I ' ’ _________
Versicherten bestehen soll, während bekanntlich der I - • "
Regierungsentwurf für beide Gruppen die Hälfte I