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45. Jahrg«

HA 177 jährlich durch vi=. 11» unseren Bettui

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2L0 M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

Marburg

Sonntag, 31. Juli 1910.

mit dem

und den Beilagen:Nach Feierabend"

wg und Kirchhain

und Landwirtschaftliche Beilage.

Die Insertionsgebübr beträgt für Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7gehaltene Zeile oder deren Raum 15 i, für auswärtige Inserate 20 A, für Reklamen 40 i. Druck und Verlag: Ioh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei, Inhaber Dr. C. iöitzeroih, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Zweites Blatt.

Bestellungen

für die Monate August und September *«f dieOberhessische Zeitung- nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedi­tion (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, EbS> borf, Hachborn, HeSkem-Mölln, Lei­denhosen, Dreihausen, Wittelsberg, Riederweimar, Niederwalgern, Damm und Lohra sowie von allen Pofi- anstalten und Landbriefträgem entgegengenom­men.

Goethes Vater.

Zu..! 200. Gedenktage seiner Geburt, 31. Juli. Von Albert Frick.

Im allgemeinen ist uns Goethes Vater keine so vertraute Persönlichkeit, wie die liebens­würdige Frau Aja. Verschiedene Gründe wir­ken dabei mit. Zunächst interessieren wir uns begreiflicherweise für liebenswürdige Menschen im allgemeinen mehr, als für solche mit schroffen Eigenschaften, deren der Vater Goethes doch einige besaß. Dann aber starb Goethes Vater, als der Dichter eben in den Zenit seiner Be­rühmtheit trat. Dazu war er die letzten Lebens­jahre rwch krank gewesen. Um den Vater des »och wenig berühmten Dichters kümmerte stch niemand; der hatte gerade eben noch sich ärgern können über das liederliche Hofleben in Weimar, das dem alten Herrn mit den strengen Grund­sätzen nicht sonderlich sympathisch sein konnte. Goethes Mutter, die mehr als zwei Jahrzehnte jünger war als ihr Gatte und ihn demgemäß über ein Vicrteljahrhundert überleben konnte, durfte sich noch am vollen Strahlenglanze des Ruhmes ihres Sohnes erwärmen. Deshalb er­scheint uns auch der Einfluß Frau Ajas auf ihren Sohn immer um so viel größer, als der von Goethes Vater. Aber auch dieser war nicht gering.

Vom Vater hab' ich die Statur, Des Lebens emstes Führen.*

Und das war nichts Geringes, und sicherlich noch mancherlei mehr hatte Goethe vom Vater. In seinen späteren Jahren, wo dieses Lebens ernj/es Führen mehr und mehr durchdrang, war auch der Charakter des Dichters dem des Vaters, wie wir diesen ja zumeist nur aus feinen späte­ren Lebensjahren kennen, ähnlicher geworden.

47 (Nachdruck verboten.)

Kantate.

Von Anny Woihe.

(Fortsetzung.)

- war Mittagszeit. In dichten, schwarze« Waffen bewegten stch die Angestellten der großen ^Mutztzandlungshäuser des Ostens die Straße hinab .und bogen in den Täubchenweg ein. Auch das stille Johannistal belebte stch jetzt mehr und mehr. Der lvarme Frühlingsregen hatte Tau­sende von Knospen erschloffen und es war als zögen leise Dustwellen aus dem grünen Tal zu Hans Jürgen herauf.

Finster sah er das Blühen und Werden da draußen, finster streifte sein Blick das funkelnde Tageslicht.

Bald würde die Ostersonnne strahlend her­vorbrechen und überallAuferstehung* künden, nur ihm würde sie kein neue- Leben erschließen, ihm öffnete kein Himmelswunder deS Grabes Tor.

Tief auffeufzend wandte sich Hans Jürgen, um seinen Vater aufzusuchen, der ihn sicher schon lange erwartete.

Der Frühlingswind schüttelte im Johannis­tal die letzten Regentropfen von den Bäumen. Wie leuchtende Edelsteine rieselten sie über die sprosiende Erde.

Zur selben Zeit, da Hans Jürgen mit dem alten Buchhalter Günther sprach, hielt Herr Kommerzienrat $ ermann wie alltäglich, seine Sprechstunde.

Er pflegte in dieser Zeit Verlags-Anträge »Her Art entgegen zu nehmen, und eS war in Leipzigs Schriftstellerwelt bekannt, daß der alte Bermcum mit scharfem Blick immer das für ihn Vorteilhafte und Richstge herauszuftnden wußte, und daß er mit endloser Geduld jeden Antrag, der an ihn herantrat, auf das Genaueste selbst prüfte und das Urteil seiner lftterarischen Bei­räte scharf kontrollierte.

Der Vater dieses Dichtervaters, der Groß- I Vater Goethes, war der Schneidergeselle Friedrich I Georg Goethe, der Sohn eines Huffchmieds zu Artern in Thüringen, der nach vollbrachter Lehr­zeit, nach einer Wanderung durch die angesehen­sten deutschen Städte und einem mehrjährigen Aufenthalt in Frankreich seine Schritte endlich dem unteren Main zugewandt und stch am 18. April 1687 mit der Tochter des Frankfurter Schneidermeisters Lutz verheiratete und dann Bürger- und Meisterrecht in Franffurt erwarb. Das Glück dieser seiner ersten Ehe dauerte in­dessen nur bis zum Jahre 1700, wo ihm der Tod die Gattin entriß.

Aber nach fünfjährigem Witwerstande ge­wann der Schneidermeister die Neigung einer be­güterten Witwe, der Frau Cornelia Schellhorn, Besttzerin des Gasthauses zum Weidenhof. Er entsagte dem Schneiderhandwerk und war fortan Gastwirt. Fünfundzwanzig Jahre lebten beide Gatten in glücklichster und zuftiedener Ehe und in guten Vermögensverhältnissen, die es ihnen ermöglichten, ihren Kindern eine sorgfältige Er­ziehung angedeihen zu lasten. Friedrich Georg Goethe starb am 13. Februar 1730 im 73. Lebensjahre; seine Ehegenossin folgte erst am 28. März 1754 in dein hohen Alter von R6 Jahren.

Dieser zweiten Ehe des früheren Schneider­gesellen entflammte als zweiter Sohn Johann Kaspar Goethe, der am 31. Juli 1710 in Frank­furt a. M. das Licht der Welt erblickte, als sein Vater bereits ein Mann in den Fünfzigern, die Mittler im 42. Lebensjahre stand.

Während ein älterer Sohn, der aber bereits 1733 starb, wohl bestimmt war, einst den väter­lichen Gasthof zu übernehmen, war Johann Kaspar für das Rechtsfftldium auSersehen. Er verbrachte feine Jugend unter eifrigem Studium, besuchte das Gymnasium zu Koburg, widmete sich dann auf der Universität Leipzig der Rechts- hi iLe, promovierte zu Gießen und genoß noch in Wetzlar und Regensburg die weitere Aus­bildung.

Im dreißigsten Lebensjahre war es ihm dann vergönnt, Italien zu befuchen, und biefe Reise diente ihm fein ganzes Leben hindurch zu er­hebender Erinnerung. Freilich war Johann Kaspar Goethe zu pedantisch, um mH rechter Ge- nußfreudigkeil zu reifen und des Aufenthalts in Italien froh zu werden. Ueber eine feiner brief­lichen Schilderungen aus Italien amüsiierten sich noch in viel späteren Jahren Goethe und Merck, der stch darüber mokierte, daß in dem herrffchen Lande und der prächtigen Umgebung den Reisen­den Neinliche Dinge ärgerten, wie die schlechte Lebensweise, das ungewohnte Esten, der schwere Wein und die Moskitos, über die sich der Jlalien- Reisende bitter beklagte.

Weshalb er dann ohne Amt lebte, erzählt uns sein Sohn inWahrheit und Dichtung":

Heute war der Kommerzienrat aber wenig bei her Sache. Eine ganze Reihe junger Litera­ten, die ihn heute ausgesucht, hafte er kurz abge- fertigt, nicht einmal einen Rat hatte er hier und da erteilt, was er ost zu tun pflegte, wenn er aus irgend einem Grunde für sich selbst ablehn­end sein mußte.

Fräulein Pfeilschnell', meldete der Bureau­diener.

Ich laste bitten.'

Mil kurzen wippenden Schritten tänzelte eine Dame ins Zimmer, die sich sofort vor Auflegung in einen StuP fallen ließ und, die knallroten Bänder ihres Hutes aufbiubenb, seufzte:

Gott fei Dank, da bin ich. Aurora Pfeil­schnell ist mein Name. Der Herr Kommerzien­rat erinnern sich?'

Ja, Sie wollten mit, wenn ich nicht irre, das Manuskript eines Romans vorlegen? Ich kann Ihnen nun leider nicht verhehlen, mein Fräu­lein oder Frau'

Fräulein, bitte, ich bin noch nicht vermählt,' gab Aurora Pfeilschnell mit Erröten zurück.'

Es ist heutzutage sehr schwierig, irgend welche Mittelware, wenn ich mich so ausdrücken darf, unlerzubringen. Ich hätte nur für ganz erstklassige Arbeiten Verwendung,' ergänzte der Kommerzienrat.

Die Schriftstellerin richtete sich kampflustig auf. Ihre kleinen blaßblauen Augen funkelten in dem dicken roten Gesicht, und ine fleischige, mit einem schwarzen Filethandschuh bekleidete Hand legte sich auf die wohlausgepolsterte Stelle, wo Fräulein Aurora ihr Herz vermutete.

Ich fchreibe nur erftflaffige Sachen, mein Herr. DieIllustrierte Zeitung* hat mich erst gestern wieder aufgesordert, ihr einen Roman einzufenden und dasDaheim* wartet fchon feit Wochen aus ein Manuskript. Ach, es ist ja so unendlich schwer, allen gerecht zu werden, wenn man eine so begehrte und viel gelesene Schrift­stellerin ist, wie ich es doch nun einmal bin.'

Sie seufzte ganz laut und sah dem Kommer­zienrat herausfordernd ins Gesicht.

Mein Vater hatte, sobald er von Reisen zurü - gekommen, nach seiner eigenen Sinnesatt den Gedanken gefaßt, daß er, um sich zum Dienste der Stadt fähig zu machen, eins der fuballernen Aemler übernehmen, und folches ohne Emolu­mente führen wollen, wenn man es ihm ohne Ballotage übergäbe. Er glaubte nach feinet Sinnesatt, nach dem Begriffe, den er von sich selbst hatte, im Gefühl seines guten Willens, eine solche Auszeichnung zu verdienen, die freilich weder gesetzlich noch herkömmlich war. Daher, als ihm fein Gesuch abgeschlagen wurde, geriet er in Aerger und Mißmut, verschwur, jemals irgendeine Stelle anzunehmen, und, um es un­möglich zu machen, verschaffte er sich den Charak­ter eines Kaiserlichen Rates, den der Schultheiß und die ältesten Schöffen als einen besonderen Ehrentitel tragen: dadurch hatte er sich zum Gleichen der Obersten gemacht und konnte nicht mehr von unten anfangen. Derselbe Beweg­grund führte ihn auch dazu, um die älteste Toch­ter des Schultheißen zu werben, wodurch er auch von dieser Seile von dem Rate ausgeschlossen ward. Er gehörte nun unter die Zurückgezoge­nen welche niemals unter sich eine Sozietät machen; sie stehen so isoliett gegen einander, wie gegen das Ganze, und um so mehr, als sich in dieser Abgeschiedenheit das Eigentümliche der Charaktere immer schroffer ausbildet. Mein Vater mochte sich auf Steifen und in der freien Well, die er gesehen, von einer eleganteren und liberalen Lebensweise einen Begriff gemocht haben, als sie vielleicht unter feinen Mitbürgern gewöhnlich war.*

So waren es recht eigentlich äußerliche Gründe, aus denen die Verbindung geschlosien ward, der Goethe entstammte. Denn des Schultheißen Johann Wolfgang Tettor Tochter Katharina Elisabtth war nicht nur zwanzig Jahre jünger als der Freier, fondern auch in allem recht eigentlich anders geartet, tempera­mentvoll und lebhaft, und daß der Rai Goethe ncßh feiner Verheiratung feine abgeschlossene Lebensweise fortsetzle, wird der geselligen Frau Aja recht schwer angekommen sein.

Jndesien die behagliche Wohlhabenheit, die in dem Hause am Hirschgraben (gegenwärtig ftn Besitz des Freien deutschen Hochstisls) herrschte, welches Rat Goethe für sich erworben hatte, machte fchließlich das Leben in diefem Hause ganz angenehm. Er wußte dies Heim mit Er­innerungen und Sammlungen von seinen Reisen zu schmücken und nach und nach mit Naturalien- und Kunstsammlungen, einer kleinen Gemälde­galerie zeitgenössischer Meister, einer bedeuten­den Büchersammlung und anderen Merkwürdig­keiten auszustatten.

Welcher Art die Literatur war, die Rai Goethe liebte, erzählt uns der Sohn bei der Er- wähimng Klopstocks, den der Vater nicht mochte:

Da möchte ich Ihnen doch empfehlen, mein gnädiges Fräulein, den Roman, den Sie mir anbielen, den anderen Redakttonen einzureichen. Jcy fürchte, Sie werden bei mir unendlich lange warten müffen.

Nein!' rief Aurora Pfeilschnell pathetisch mit einem schwärmerischen Aufschlag ihrer wasserblauen Augen^Ihnen, Ihnen habe ich meinen neuesten Roman zugedacht und niemand soll Ihnen das herrliche Werk entreißen. Sehen Sie, hier habe ich es milgebrachl.*

Sie entnahm ein Riesenpaket, das mit einem dicken Strick umwickelt war, ein sehr umfang­reiches Manuskript und reichte es dem Kommer­zienrat.

Mit einem flüchtigen Blick darauf ent­gegnete er:

Ich werde das Manuskript prüfen lasten und Ihnen meine Antwort so bald als möglich übermitteln.'

Prüfen?' fuhr Aurora mit blitzenden Augen auf.Prüfen? Manuskripte von Aurora Pfeil­schnell prüft man nicht die nimmt man einfach. Jrn übrigen kann ich Ihnen ja auch im ftreng« ften Vertrauen beraten, was der Roman ent­hält. Er fchildert die Geschichte einer Frau, einer Sängerin, die es verstanden hatte, ewen ganz einwandsfreien Mann derartig zu betören, daß er die schon feit ihren Kindertagen Ver­lorene zu feiner rechtmäßigen Gattin erhob, weil er sie maßlos liebte. Ein Zufall enthüllt ihm, daß feine Gattin ihn betrügt, er ertappt sie und fchießi den Nebenbuhler nieder, die Unge­treue aber trägt noch weiter den Tugendmanlel, bemüht, ihren Gatten zu vernichten, da aber er« fcheint zur rechten Zeit die rächende Nemesis in Gestalt einer Frau, der sie einst im eitlem Ueber- nmt den einzig Geliebten nahm und entlarvt sie. Die Rächerin bin ich, die Sünderin ist Soria Pelöfi, die berühmte Sängerin, die, wie ich höre, demnächst hier im Kaufhaus einen Liederabend gibt. Was fagen Sie jetzt, Herr Kommerzienrat? Ist das nicht Senfation? Wenn Sie die Geschichte bald heraus bringen,

In meines Vaters Bibliothek hatte ich bisher nur die früheren, besonders die zu seiner Zeit nach und nach heraufgekommen und gerühmten Dichter gefunden. Alle diese hatten gereimt, und mein Vater hielt den Reim für poettsche Werke unerläßlich. Canitz, Hagedom, Drollinger, Gellert, Creuz, Haller standen in schönen Franz­bänden in einer Reihe. An diese schlossen sich Neukirchs Telemach, Koppens Befreites Jerusa- lem und andere Uebersetzungen. Ich halle diese sämtlichen Bände von Kindheit auf fleißig durch­gelesen und teilweise memoriert, weshalb ich denn zur Unterhaltung der Gesellschaft öfters attfgentfen wurde. Eine verdrießliche Epoche im Gegenteil eröffnete sich für meinen Vater, als durch Klopstocks Messias Verse, die ihm keine Verse schienen, ein Gegenstand der öffentlichen Bewunderung wurden. Er selbst hatte sich Wohl gehütet, das Werk anzuschaffen; aber unser Hausfreund, Rat Schneider, schwärzte es ein und steckte es der Mutter : nd den Kindern zu!'

Wärmeren Anteil als an der Literatur nahm Rat Goethe an der Musik, und d-n wärmsten an der Malerei, wie seine Sammlungen zeigten.

Er war ein Mann von geradem, recht­schaffenem Charakter, freilich störrisch und eigen­sinnig, wie dies schon seine Zurückziehung von allen Geschäften beweist. Der Welt gegenüber, besonders gegen Vornehme, war er stolz und zu­rückhaltend, im Hause nicht frei von herrischer Laune, aber fest in seinen Gntndsätzen, ordnungs­liebend, geregelt und folgerecht in all seinem Treiben, ausdauernd in Steigung und Abneigung.

So war er eine durchaus achlungswette, wenn eben freilich auch nicht anmutige und liebenswürdige Persönlichkeit. Die Statur hatte ihn nicht allzu freigebig mit Geistesgaben aus« gestattet; ober er ersetzte vieles Fehlende durch regelmäßigen, eisemen Fleiß.

Bis in seine späteren Jahre war er von regem Fortbildungslriebe beseelt, und was et gelernt und sich angeeignet hatte, teilte er im Kreise bet Seinen gern aus, obwohl er außer­dem in seinen Aeußerungen lakonisch war. In religiöser Beziehung scheint er ziemlich ftei- denkend gewesen zu sein.

Was den Bau und die Haltung des Körpers anbelangt sowie auch die Kopfbildung, so halft Johann Kaspar Goethe sehr Hel Uebereiiv stimmendes mit dem Sohne, was nicht nur durch des Dichters bekannte Verse bezeugt wird.

Lavater begleitet das Bildnis d>.s Rates Goethe in den physiognomischcn Fragmenten nili der Bemerkung:Hier ein ziemlich ähnlich-? Bild des vortrefflich gefchickreicben, alles wohl ordnenden, bedächttgltch und klug anstellenden, aber auf keinen Funken dichterischen Genies An­spruch machenden Vaters des großen Mannes.' Krause schildert ihn alseinen geradlinigen

haben Sie einen Bomben-Erfolg. Entscheiden Sie sich also.'

Der Komerzienrat hatte bis jetzt umsonst ver­sucht den Redesttom Auroras Pfeilschnell einzu- dämmen. Er hatte kaum hingehört, was die alberne Person sprach, bei dem Namen Soria Pelöst aber war er aufmerksam geworden.

Was enthüllte sich ihm da? Wußte dieses Schrelbeweib wirklich etwas über die Sängerin und wollte sie tarn in w-uig taktvoller Weise Rache fthen. .-der war alles nur leeres Geschwätz? Das Interesse Bankier Landheims für die Sängerin, über welche fett kurzem die seltsam­sten Gerüchte durch di« Gesellschaft schwirrten, hallen dem Kommerzienrat schon wiederholt Be­sorgnisse eingeflößt.

Wenn Landheim so töricht war, die Person zu seiner Gattin zu machen?

Dem allen Bermann wurde es ganz heiß.

Wenn Sie mir bas Manuskript ba lassen wollen, mein gnädiges Fräulein, ich werde e? mit großem Interesse lesen. In wenigen Tagen werde ich Ihnen meine Entscheidung zukommen lassen*

Bon*, gab sich Aurora zufrieden, bte wohl einsehen mochte, baß es besser war nachzugeben. In Ihre Hände lege ich vertrauensvoll mein liebstes Geisleskind. Hüten Sie es mir gut und bereiten Sie ihm die Pfade zu seinem Sieges­zuge über die ganze gebildete Welt, Sie werden es nicht bereuen!*

Bermann schob das Manuflript mit erleichter­tem Aufatmen tiefer auf feinen Schreibtisch, ba aber hatte Aurora eilfertig fchon toiebet eine Anzahl kleiner Manuskripte vor ihm hingebreitet.

Was soll bas?* fragte er unwirsch.Meine Zeit ist wirklich fehl gemessen.*

Ach, nur ein relzenbes Gedicht, flötete Aurora Pfeilschnell.Sie könnten es in Ihrem Anker' bringen. Dars ich es Ihnen vorlesen?'

Stein, nein!' wehrte bet KommerzlmkÄ heftig,ich habe jetzt keine Zeit!*

(Fortsetzung folgt)