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45, Jahrg.

Zweites Blatt

^1). unseren Ausgabestellen in

CSQcrit

(Nachdruck oeibolen.)

30

D,« wenigbeschaii^ fassagjotabt*

«Ulf »ir itkr-n !

:Oberhessische Zeitung« nebst B-ttagen werden von unserer Expedi-

»Ra, Peter feine

losen Westen abgewöhnen."

Peier sah seine Erkorene ganz dumm an.

Wird gemacht," antwortete er prompt.

und sonst ist alles in Ordnung?"

Karleen nickte. Welch ein Glück, daß

Karrlate.

Von Anny Wothe.

< Fortsetzung. >

Ich wiederhole meine Bitte, mein Herr, unser Haus zu verlassen." entgegnete sie fest,sonst sehe ich mich gezwungen, sofort meinen Vater vdc- meinen Bruder herbeizurufen und ihnen die nötigen Ausklärungen zu geben." .. .

Das werden Sie nicht tun, mein Fraulem, wenigstens nicht eher, als bis Sie mich gehört haben und Sie müssen mich hören, Sie müssen. Morgen, wenn der Abend sinkt, werde ich Sie aus dem alten Johannisfriedhof erwarten, --ort stört uns niemand. Ich werde Ihnen alles sagen, was ich sagen muß und ich werde nicht mit dem Wimper zucken, wenn Sie mich, nachdem Sie mich gehört haben, den Schergen ausliefern wollen, die mich suchen. Morgen Abend, also! Ich er­warte Sie die ganze Nackt."

Er neigte leicht den dunklen Kopf und ver- sckwand im Nebenzimmer. Karleen lehnte halb ohnmächtig an der Wand.

Mit ihr drehte sich alles im Kreise. Nicht ge­nug, daß der Mann dort ein Verbrechen auf der Seele harte, daß er ihren Vater und Bruder be­trog, daß er sich in ihr Haus eingeschlichen, jetzt wollte er sie noch veranlasien, etwas ganz unge- heuerlickes zu tun. Eine wahnsinnige Angst er­faßte sie, nicht allein vor dem Fremden und seiner Schuld, sondern auch vor sich selber. Wer rettete sie aus dieser Wirrnis? Da erschien Peter Pank­witz in der geöffneten Tür und wortlos, willenlos flüchtete sie in feine anfcheinend nur zum Scherz entgegengebreiteten Arme. .

Vor freudigem Schreck entfiel ihm fern Augen­glas und zerbrach klirrend am Boden.

Schützen Sie mich, Peter,' hauchte sie 6<m$ verzweifelt. Sie müssen mir helfen.'

.Allemal,' entgegnete Peter Pankwitz groß-

iZrirchhui«, Neustadt, Welter, @68- ^arf, Hachborn Heskem-Mölln, Lei. denßofrn, Deeibaasen, Wittelsberg, Lieder.oeivrar, Niederwalgern, o ni m und Loß:a sowie von allen Post- vnfie.t:--» und Lanvbriefträgern entgegengenom- meu.

Segen."

Ausrufe des Erstaunens, der Freude, der Rührung wurden laut. Es gab Umarmungen und Küste Frau Bermann hatte einige Tränen der Wehmut und Alexander Bcrmann warf sich stolz in die Brust.

Alles ging nach Wunsch. Die beiden Ver­lobungen seiner Kinder Karleen und Ha, s Jür­gen um die er gebetet Tag und Rächt, auf die

Es gab im Jahre 1908 in Preußen im ganzen 859 Aktiengesellschaften mit einem eingezahlten Aktienkapital von 6358,61 Millionen Mark, deren Sötten Börsenkurs hatten. Von diesen Gesell­schaften waren 74,2 v H., also saft drei Viertel mit ihren Aktien bei der Berliner Fondsbörse zu- gelaffen; ihr Aktienkapital machte 91,4 Hundert­teile desjenigen aller Gesellschaften mit Aktien­börsenkurs aus. . , .

Der gesamte Kurswert des Aksienkaptials der Gesellschaften mit an der Berliner Börse zuge­lassenen Aktien 1908 war um über drei Fünftel höher als fein Nennwert, insbesondere bei den

Aktiengesellschaften in Pleußen.

lieber die preußischen Aktiengesellschaften mit an der Berliner Börse zugelassenen Aktien 1908 veröffentlicht das Königliche Statistische Landes­amt in derStatistischen Korrespondenz" vom 11. Juni 1910 (Jahrgang 36, Nr. 22) eine eingehende Statistik. Sie legt dabei einen Durchschnittskurs 1 zugrunde, welcher aus den möglichst in der Mitte eines jeden Monats des betreffenden Geschäfts­jahres notierten Tagkursen, wie sie sich aus dem Amtlichen Kursblatte der Berliner Handels­börse" ergeben, gebildet ist; berücksichtigt wurde in erster Linie der Bezahlkurs (bz.), wenn aber ein solcher tim Monat nicht vorhanden war, der Geldkurs (G.) und nur, wenn o"ck dieser fehlte, der Briefkurs

Die Darsteüung der tLrgebnista die,ec Kurs- statistik beginnt die Statistik auszugsweise mit einer Uebersicht, aus der die Zahl der in Betracht kommenden Gesellschaften, ihr Kapital nach Nenn- und Kennwert, sowie ihre Geschäftsergebmsse unter Vergleichung ihres Gewinn- oder Verlust- Überschusses sowohl mit dem Nenn- wie mit dem Kurswerte ihres Aktienkapitals ersichtlich sind.

Nach dieser Uebersich 1 betrug die Zahl der an der Berliner Fondsböse zugelassenen Aktiengesell­schaften insgesamt 634, von denen 58 mit Vor- zugsaktien ausgestattet waren. Das eingezahlte Aktienkapital betrug nach dem Nennwerte 5806,57 Millionen Mark, nach dem Kurswerte 9475,79 Millionen Mark. Der bilanzmäßige Gewinn oder Ueberschuß für das Bilanzjahr 1908 war 661 774,3 Millionen Mark, d. h. 11,4 v. H. des eingezahlten Kapitals nach dem Nennwert bezw. 7,0 nach dam Kurswert; der Jahresgewinn oder Ueberschuß für das Bilanzjahr 1908 ivar 616 650,9 Millionen Mark, d. h. 10,6 v. H. des einzeahlten Kapitals nach dem Nennwert bezw. 6,5 nach dem Kurswert. __________

Stammaktien fogar um nahezu ,wei Drittel. hin­gegen bei den Vorzugsaktien nur um ein Sechstel.

Stellt man den bilanzmäßigen oder den Jahres-Gewinnüberschuß aller Gesellschaften dem Kurswette ihres Aktienkapitals gegenüber, so er­gibt sich eine um saft zwei Fünftel geringere Ren- tobilitätsziffer als bei Vergleichung des Ueber- schusses mit dem Kapitalnennwerte. In diesem Unterschiede findet das Abweichen des Erwerbs­preises der Aktien von ihrem Nennwerte fetnen Ausdruck; zugleich kommt die unter Berücksichtig­ung des Kurswertes berechnete Rentabilität der Wirklichkeit viel näher als bei Gegenüberstellung

Was ist denn eigentlich los, Karleen?" fragte Pe er, daun ihren Arm in den seinen ziehend. Hat Sie einer geärgert? Den Kerl schlage ich ganz mausetot. Das Gescheideste aber ist ja wohl, wir gehen gleich zu Papa?"

Karleen nickt. Ja, das war der emzige Schutz für sie, daß sie Peter Pankwitz nahm. Da konnte sie di fern Dr. Eisele doch gleich zeigen, daß ihr Schweigen bisher nur ein Ausfluß des Mitleids, der Menschlichkeit gewesen. Es war ja übrigens auch alles gleichgültig, ob sie Peter Paukwltz nahm oder einen anderen. Die Eltern wünschten sich so sehr Peter Pankwitz als Schwiegersohn.

Und plötzlich sah sie wieder die schreckliche helle Samtweste und das rotseidene Taschentuch vor sich. Die roten Nelke am Knopsloch tat ihr fast web.

Wenn ich Sie heirate, Peter," sagte s c plötz­lich, ihre Sicherheit wieder gewinnend und an feinem Arm burd? den Saal schreitend,dann müssen Sie sich vor allen Dingen die geschmack-

"agje:'Luf7schifF..Deurschlana

Gaszellenhülle und die enorm teuren Instrumente völlig intakt geblieben sind. Unsere Bilder »eigen die traurigen Uebcrrefte des schlanken Riesen­vogels, der vorher so stolz durch die Lust segelte und nun nach seinem tödlichen Unfall einen über­aus hilflosen Eindruck macht.

Marburg

Sonntag, 10. Jnlt 1910.

alles so sachlich nahm.

Wie ein Sieger führte Peter Pankwitz schöne Braut dem Elternpaare zu, das halb :r- staunt, halb erfreut den Nahenden entgegensah.

Als Verlobte empfehlen sich," näselte Peter schneidig.Wir bitten um allerhöchst dero

Bestellungen

für das btt tte Quartal 1811

er in seinen kühnsten Träumen kaum gehofft, die nahmen ihm eine schwere Last vom Herzen. DaS Glück des Hauses Bermann u. Co. blühte wieder auf. noch konnte und durf'e er hoffen.

Seine kleinen listigen Augen funkelten heraus­fordernd über die Menge.

Man muß das Eisen schmieden, solange es warm ist," dachte er und dann schob et seine weiße, magere, aber wohlgepflegte Hand in den tiefen Ausschnitt der Weste und sagte voll Würde mit lauter Stimme:

Meine verehrten Herrschaften! Ich habe Ihnen die freudige Mitteilung zu machen, daß meine älteste Tochter Karleen sich soeben mit ihrem Jugendfreunde Peter Pankwitz, mit dessen Familie uns schon seit Menschengedenlen innige Freundschaftsbande verknüpfen, verlobt hat. Ich bitte Sie, mit mir auf das Wohl des Braut­paares zu trinken. Hurra, Hurra, Hurra!"

Eine Flut von Glückwünschen, Händeschütteln und Umarmungen. Die Champagnerpfropfen knallten. Peter Pankwitz neigte dankend nach allen Seiten feinen schön frifterten blonden Kops.

Verworren dachte er, was Rest, die Kleine von der Operette, wohl dazu sagen würde. Sie weinte natürlich aber ein Brillantschmuck würde die Tränen schon wieder trocknen. Peter Pankwitz kannte die Weiber und int Vollgefühl dieser Er­kenntnis blickte er stolz auf die errungene Braut. Karleen Bermann, die ihn immer so stolz, so von oben herab, fast wie einen dummen Jungen be­handelt, trotzdem er volle zwei Jahre mehr,, zählte int Frühjahr wurde er sechsundzwanzig die hatte ihn doch auserwählt! !

Das Gefühl feiner Unwiderstehlichkeit schwellte, seine Brust. Schallend drückte er einen herzhaften Kuß auf Karleens weiße Hand.

Erschreckt sah sie in das ausdmck-lose, vo» einem kleinen Schnurrbart geschmWte blassiett«, jung« Gesicht. . . . !

lFortsedung folgt.) .*

Dax zerstörte ZeppcU'ns c s

Die Hoffnung, daß es vielleicht doch noch ge­lingen werde, den gestrandeten Luftkreuzer Deutschland" wieder flott zu machen, hat sich leider als trügerisch erwiesen; er mußte voll­ständig auseinander genommen werden. Als ein Glück bei dem Unfall ist es anzusehen, daß

I die wer vollsten Bestandteile, die Maschinerie, die

attig, die wasserblauen Augen wett aufreißend unb ihr beruhigend den Rücken klopfend, was Karleen einen Schauder verursachte. Sie um­klammerte ihn aber doch mit beiden Armen und flüstette atemlos:Ich fürch'e mich so sehr."

Peter Pankwitz tätschelte gutmütig ihren blonden Kopf.

Na, na," begütigte et.

Darf man gratulieren?" tönte da plötzlich eine etwas scharfe Stimme dazwiscken und Milla Landheim steckte neugierig ihren blonden Kopf durch den bunten Vorhang.

Karleens Anne, die Peter Pankwitz noch um- klammett hielten, sanken plötzlich schlaff herab. Mit großen erschreckten Augen startte sie ihre Schwägerin an. .

Diese aber hatte schon beider Hände ergrtnen und eine Flut von allerhand guten Wünschen brauste über die beiden hin.

Peter Pankwitz sah nicht eben sehr geistretck dabei aus aus, aber er war geistesgegenwärtig genug, die unerwartete Chance, die ihm ein glück­licher Zufall bot, auszunutzen.

Karleen sah alles wie durch einen Nebel. Nur die gelbe Samtweste Peters und das rot- seidene Schnupftuch, das genial im Brustlatz prangte, stach ihr grell in die Augen.

Und Milla lächelte so mokant, ihre zarte, zurück­haltende Schwägerin in den Armen eines Mannes gefunden zu haben. Und 5tiefer Mann war dazu Peter Pankwitz, dessen Liebesabenteuer der gan­zen Stadt bekannt waren. Gegenwärttg hatte er ein Verhältnis mit einer überaus feschen Operettendiva.

Und Karleen dachte an all' die bösen Zungen und auch daran, wie sehr ihre Eltern wünfchttv, daß sie Peter Pankwitz' Frau wurde.

Milla war davon geflattert, Hans Jürgen zu berichten, was sich ereignet hatte und das fo wider Willen plötzlich zufamengewürfelte Paar sah sich einen Moment groß an -

DieOberhessische Zeitung" erscheint taglrch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betragt viertel-

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V1=- 10" unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 211,2Mttt.

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tion keinerlei Verantwortung.)

von Gewinn- oder Verlust-Ueberschuß und Ren»

Gewerbegruppenweife stand nur bei der Land- und Forstwirtschaft, sowie bei der Le.chtstoff- usw Industrie, außerdam auch noch, soweit sich im Vorzugsaktien handelt, beim Verkehrs- getoerbe, der Gast- und Schankwirtschast und den sonstigen" Gesellschaften der Kurswert des Ak­tienkapitals hinter dessen Nennwert Zuritt;an. dererseits ging ersterer über letzteren beim Ver- sichemngsgewerbe und bet dn chemischen Jndu fttie (bei dieser aber nicht auch bezüglich der Vor- zugsaktten) um ein Mehrfaches hinaus.

Während sich im Verhältnisse zum Kapital nennwerte der Jahres-Gewinnuberschuß beim Versicherungsgewerbe und demnächst bei der chemischen Industrie am höchsten stellte, war et, am Kurswerte gemessen, beim Bekleidungs-so- dann erst beim Versicherungsgewerbe an bedeu­tendsten und bei der Maschinen- usw. Industrie, der Industrie der Steine und Erden, sowie den sonstigen" Gesellschaften noch bedeutender als bei der chemischen Industrie. Ein Verlustüber- schuß tritt nur bei der Industrie der Leuchtstoffe usw hervor. Geht man freilich was hier^zu weit führen würde - auf die Untergruppen (Ge­werbearten) zurück, so finden sich noch mehrfach Verlust-, andererseits aber auch recht hohe Ge­winnüberschüsse (bis fast zu 15 v. H. des Kurs­wertes desAktienkapitals). }

Die preußischen Sparkassen im Jahre 1908.

Das Königlich preußische Statistische Landes­amt veröffentlicht eine eingehende Untersuchung über den Geschäftsbetrieb und die Ergebnisse der preußischen Sparkassen im Rechnungsjahr 1908. I AuS Pen iaßeüarischeu

Ueberiickten nt wegenoes muzmeilen:

Die Anzahl der Sparkassen stieg während deS Rechnunasjahres 1908 von 1639 auf 1678. Von I diesen 1678 Sparkassen waren 763 städttsch« (gegen 749 im Vorjahre), 259 Landgemeinde- usw. Kassen (251), 460 Kreis- und Amtssparkassen I (453), 6 Provinzial- unb ständische (wie im Vor- I jahre) und 190 Vereins- und Privatsparkassen (180). Zu den 1678 Sparkassen gehörten 683 I Fjlial- oder Nebenkassen und 3383 Sammel- oder I Annahmestellen. Im Verhältnis zum Vorjahre I nahmen die Filial- oder Nebenkassen um 53 ab I ,md die Sammel- oder Annahmestellen um 308 I zu. Sparstellen waren überhaupt also 5744 gegen I 5450 im Jahre 1907 und zwar in 4598 Orten | (gegen 4421 Orte im Vorjahre) vorhanden. Es I kam somit eine Sparstelle auf 6823 Einwohner, I gegen 7075 lern Jahre 1907. Die meisten Spar- I lassen hat die Rheinprovinz (254); es folgen Westfalen (215), Schleswig-Holstein (206), Schle- I fien (192), Hannover (177), Sachsen (144), Bran­denburg (120), Posen (89), Hessen-Nassau (85), I Pommern (84), Ostpreußen (61), Westpreußen (48), Berlin (2) und Hohenzollern (1).

Sparkassenbücher waren 11842 692 im Um- 1 laufe; gesperrt waren 226 365 Bücher.

Di- -Inlertionsgebühr beträgt für Inserenten aus bem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für A ?ge "altene Zette oder deren Raum für auswarttge Insekte 20^4, «I» 40 A Druck und Verlag. Joy. «ug. rroty,

Universitäts-Buchdruckerei, Inhaber Dr. E. Hitzcroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai»

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltung-beilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

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