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unseren Zeitungdstellen und der Expedition (Markt 21), 2 r<Ä.
Paris, 28. Juli. Die „Temps" bespricht de«
Was im einzelnen die aus dem Amte ausscheidenden und die neuen Männer anbelangt, so wird man Herrn von RheinbaLen die Anerkennung nicht versagen können, daß er ein tüchtiger und gewandter Minister gewesen ist. Wir haben selten eine so vortreffliche, staatsmännische und dabei doch zugleich
Aus dem Lebenslauf der neuen Männer teilen wir folgende« mit. Der bisherige Oberbürgermeister Dr. August Lentze ist am 21. Oktober 1860 zu Hamm in Westfalen geboren. Er studierte die Rechts- Wissenschaften und trat zur Eisenbahnverwaltung über, vertauschte dieses Gebiet aber mit der kommunalen Verwaltung. In verschiedenen Kommunen hat
Marburg
Donnerstag, 80. Juni 1910
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Der große Ministerwechsel.
Wir wissen uns nicht zu erinnern, daß in den letzten Jahrzehnten jemals so starke Verschiebungen in den höchsten Staatsstellen des Reichs und Preußens stattgefunden hätten, wie in den letzten vier Wochen. Zwei Staatssekretäre und drei preußische Minister find gegangen und — „man weiß nicht, war noch kommen mag." Es gibt noch verschieden« Staatssekretäre und Minister, von denen behauptet wird, daß sie nicht mehr fest im Sessel säßen.
lleberblicken wir das Revirement der letzten Wochen im allgemeinen, so wird man wohl noch kaum die Behauptung aufrecht erhalte« können, daß Herr von Bethmann-Hollweg nur Männer der konservativ« klerikalen Richtung um sich sehen wolle. Denn der scheidende Minister von Rheinbaben war ein au-gr- sprochener Freund der Konservativen, während sein Nachfolger, bisheriger Oberbürgermeister, einer sehr liberalen Großstadt, wenn auch vielleicht nicht ausgesprochen liberal, so doch sicherlich nicht parteimäßig konservativ ist. Auch der neue Staatssekretär des Aeußeren, Herr von Kiderlen-Wächter, paßt sicherlich nicht in die Schablone eines ftt „reaktionären" Fanatikers. Mit dem angeblich ausgesprochen schwarzblauen Ministerium ist es also nichts. Betrachtet man wielmehr die neue Ministerltste ohne Voreingenommenheit, so wird man den Eindruck gewinnen, daß der Ministerpräsident junge und als tüchtig erprobte Kräfte um sich sammeln wollte und daß er, abgesehen von Herrn von Dallwitz — der aber auch schon als anhaltischer Minister gezeigt hatte, daß er trotz seiner früheren konservativen Parteizugehörigkeit als Statsmann nicht Parteimann sein will — es sogar absichtlich vermieden hat, ausgeprägte Parteimänner in die neuen hohen Staatsstellungen zu berufen. Der Reichskanzler will also in Preußen und im Reiche offenbar Beamtenministerien haben, die keiner Partei zu Liebe und keiner zu Leide regieren. Dies ist der einzig richtige Standpunkt in einem Staate, in dem wir heute eine konservativliberale, morgen eine konservativ-klerikale und übermorgen vielleicht eine klerikal-sozialistische Parlamentsmehrheit haben.
21 (Nachdruck verboten.)
Karrlate.
Von Anny Wothe.
(Fortsetzung.)
„Die also wird es sein," dachte Graf v. d. Gröben. Die Kleine ist mir zu unternehmend und dann darf ich wohl nicht Lassow ins Gehege kommen, der ganz wild auf die Krabbe ist. Freilich, die Aelteste wäre mir lieber, denn die hat wenigstens Rasse, aber bei der scheint mir die Sache doch am wenigsten aussichtsreich. Am amüsantesten von der ganzen Gesellschaft hier ist mir noch immer die Landheim. An Geld scheint kein Mangel. Freilich, der Bräuttgam, der ist vom Uebel. Sieh da," lachte er dann heimlich auf, „Lasow hat wirklich allem Anscheine nach das Vielliebchen gewonnen. Gerade als die Kleine ihn heimlich überfallen wollte, drehte er sich um und Fräulein Etta hat das Nachsehen. Die Geschicklichkeit hätte ich ihm gar nicht zugetraut."
„Nun, Sie scheinen sich ja prächttg zu amüsieren", grollte da plötzlich eine ärgerliche Stimme an das Ohr des Grafen. „So gut, daß Sie ihre alten Freunde übersehen."
Ein prüfender Blick Gröbens überflog die vermummte Gestalt, die sich soeben den Händen der dienstbeflissenen Garderobefra« überantwortete:
„Wahrhaftig, Baroneß, Sie sind es. Ich lege mich Ihnen zu Füßen. Wer hätte gedacht, daß die Verdächterin alles gesellschaftlichen Krimms- krams hier auftauchcn würde. Lassen Sie, sich anschauen, Baronesie. Wirklich, süperb! Ich habe Sie noch nie in Gesellschaftstoilette gesehen ve> —**
menschlich warmherzige Rede gehört, wie diejenige, die Herr von Rheinbaben im Frühjahr 1909 zu Gunsten der Reichserbschaftssteuer gehalten hat. Bereits als Minister des Innern hat er es verstanden, sich Vertrauen in seine Geschäftsführung zu erwerben. Und wenn es auch nicht ganz leicht war, ein Nachfolger des finanzpolitischen Genies Miquel zu werden, man wird von ihm auch hier sagen muffen, daß er das überkommene Erbe mit Geschick und Outzen verwaltet hat. Er war sicherlich einer der tüchtigsten Minister der letzten Zeit. Sein Nachfolger wird zunächst Mühe haben, sich des gleichen Ansehens zu sichern.
Der scheidende Staatssekretär des Aeußeren hat im letzten Jahr« viele Angriffe erdulden müssen, von denen zweifellos manche übertrieben und ungerecht gewesen find. Er hat in der Frage der Reorganisation des Auswärtigen Amts manche nützliche und praktische Neuerung getroffen, zu einer Reorganisation wirklich großen Stils haben ihm vor allem die materiellen Mittel gefehlt. Auf seinem neuen Posten in Paris wird et Gutes wirken können, da er von seiner früheren Tätigkeit bei der Pariser Deutschen Botschaft her dort außerordentlich beliebt ist. Daß er dort aus übertriebener Franzosenfreundschast die deutschen Interessen vernachlässigen wird, glauben wir schon darum nicht, weil er sicherlich nicht die in dieser Richtung ftüher gegen ihn erhobenen Vorwürfe wird rechtfertigen wollen. Schließlich möchten wir noch eins erwähnen. Weil Herr von Schoen früher Hofmann gewesen G, ist er ost verdächtigt worden, ein gefügiger Höfling zu sein. Man weiß zuverlässig, daß dieser Vorwurf ungerechtfertigt ist. Herr von Schoen hat mehr als einmal auch der höchsten Stelle gegenüber abweichende Meinungen mit aller Vesttmmtheit vertreten.
Sein Nachfolger ist von vornherein gegen den Vorwurf des Höflings gefeit. Wenn man ihm einen Vorwurf machen wollte, so könnte es höchstens der gegenteilige sein, nämlich daß et seine schwäbisch: Geradheit manchmal zu wenig einzügelt. Dieser Fehler, wofern es überhaupt einer ist, denn in unserer Zeit haben wir derartige Persönlichkeiten eher zu wenig als zu viel, wird aber mehr als ausgeglichen durch die außerordentliche Tüchtigkeit und Klugheit Kiderlens, Eigenschaften, die selbst von Männern anerkannt werden, die ihm persönlich nicht gerade zugetan find. Einer dieser Männer, bet sich in sehr hoher Stellung befindet und ein sehr berufenes Urteil besitzt, hat schon vor Jahr und Tag den Wunsch geäußert, Kiderlen-Wächter an der Spitze der Auswärtigen Angelegenheiten zu sehen. Der neue F-nanz- minister ist erst kürzlich im Herrenhause politisch her- vorgetreten, als et Frhrn. von RheinbaLen gegen die Angriffe des Herrn v. Ewinner verteidigte.
Man braucht also wahrlich kein berufsmäßiger Optimist zu fein, um doch mit den Veränderungen in den höchsten Staatsstellen irn großen und ganzen zufrieden zu fein.
Er verstumte und starrte dem jungen Mädchen ganz konsterniert ins Gesicht. War es denn möglich? Die Baronesse war rot geworden, wirklich rot wie ein Backfisch trotzdem sie doch mindestens ihre fünfundzwanzig hatte? Aber wie gut ihr das stand!
Magtta hatte sich abgewandt. Sie kramte in der Tafche ihres Pelzmantels. Ein ihr fremdes Gefühl war plötzlich bei dem ziemlich indiskreten und doch bewundernden Blicken des Grafen in ihr wach geworden. Leis zog sie den zartduftigen Spitzen-Schleier, der ihr über dem Arme hing, verhüllend über Arme und Nacken.
„Schade, dachte der Graf. „Sie hat einen so blendenden Hals, und eine so sammetweiche Haut. Und Formen!" Er kam nicht weiter in seinen Reflexionen. denn Magitas dunfle Augen sunkelt.n ihn vernichtend an.
„Sie wollen mir doch bloß die ganze Freude an dem Konzert verekeln," zürnte sie, ihren alten Ton wiederfindend. „Sie sind übrigens im Irrtum, wenn Sie glauben, daß ich der Gesellschaft wegen hier bin. Die tarnt mir gestohlen bleiben, ja nicht mal mein Patriotismus hat mich hergelockt, so gern ich auch unserem blonden König in die blauen Augen fcbaue, sondern heute ist es nur die Kunst. Ich schwärme natürlich trotz meiner Jahre für Edith Walker und die singt heute. Wenn ich sie hören wollte blieb mir doch gamichts weiter übrig, als mich ihr zu Liebe in diese Lappen hier einzuhüllen, in denen ich mit wie ein geputzter Pfingstochse vorkomme."
Sie stteß unwillig die Schleppe ihres laug herabfließenden mattlila Gazefleides bon sich.
Der Gras sah sie amüsiert an. „Gott sei Dank, SBazttt» Shm ßnh hnrfi tniehcr tii# SKIie. <e
er mit großem Erfolge gewirkt. Bereits 1895 wurde et als Vertreter der Stadt Mühlhausen t. Th. und 1899 zum zweiten Male als Oberbürgermeister von Barmen in das Herrenhaus berufen. Am 80. Juni 1906 übernahm et das Oberbürgermeisteramt in Magdeburg.
Der bisherige außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister bei der deutschen Gesandtschaft, Wirkliche Geheime Rat Alfred von Kiderlen-Wächter ist am 10. Juli 1852 in Stuttgart geboren. Den Feldzug 1871 machte er als Freiwilliger mit, und widmete sich dann von 1872 bis 1876 dem Studium der Rechte an den Universitäten Tübingen, Leipzig und Straßburg i. Elf. 1879 trat er in das Auswärtige Amt, war von 1881 bis 1884 Sekretär an der Botschaft in Petersburg und von 1884 bis 1886 in derselben Stellung in Paris. Dann wurde er Botschaftsrat in Konstantinopel, begleitete im Jahre 1888 Kaiser Wilhelm II. auf seiner Reise nach Petersburg, Stockholm und Kopenhagen. 1888 bis 1894 war er in Berlin als vortragender Rat beim Auswärtigen Amte, trat aus diesem 1894 aus persönlichen Gründen aus und wurde Gesandter in Hamburg, 1895 Gesandter in Kopenhagen und 1900 Gesandter in Bukarest. In letzter Zeit war et mehrmals nach Berlin zur Dienstleistung im Auswärtigen Amte berufen.
Es liegen folgende Meldungen vor:
Berlin, 28. Juni. Der „Staatsanzeiger" schreibt: Dem Mnanzminister Freiherrn von Rheinbaben ist die nachgefuchte Entlassung erteilt worden. Oberbürgermeister Lentze-Magdeburg ist zum Finanzminister ernannt worden. Dem deutsche» Boffchafter in Paris, Fürsten Radolin, ist der erbetene Abschied erteilt worden unter der Verleihung der Brillanten zum Kreuz der Großkumthure des Hohenzollernschen Hausordens. Al- Nachfolger ist Staatssekretär Schön in Aussicht genommen, der durch den Bukarester Gesandten von Kiderlen-Wächter ersetzt wird.
Berlin, 28. Juni. Der „Staatsanzeiger" meldet: Der König richtete an Freiherr» v. Rheinbaben bei seinem Ausscheiden aus dem Amte folgendes Handschreiben: Mein lieber Staatsminister Freiherr von Rheinbaben! Nachdem ich Ihnen die nachgefuchte Entlastung aus dem Amte alsStaats- und Finanzminister durch Erlaß vom heutigen Tage in Gnaden erteilt habe, kann ich mir nicht versagen, Ihnen für die hervorragenden treuen Dienste, welche Sie in Ihren bisherigen Aemtern mir und dem Vaterlande mit aufopferungsvoller Hingebung geleistet haben, meinen besonderen königlichen Dank auszusprechen. Als Zeichen meiner Anerkennung und meines Wohlwollens habe ich Ihnen mein Porträtbildnis in Oel verliehen, welches Ihnen demnächst zugehen wird. Indem ich hoffe, Ihre bewährte Kraft in einer Ihren Wünschen entsprechenden anbertociten Stellung im Staatsdienste »wch lange erhalten zu können, verbleibe ich Ihr wohlgeneigter Wilhelm.
gefallen Sie mir, wenn ich damit nicht sagen will, daß sie so in Blaßlila mit dem Veilchentusf in Ihrem Goldhaar meinen Augen weniger lieblich erscheinen. Ich glaube säst, sie sind heute die Einzige, die wirflich um das Konzert gekommen Ist, ich für meinen Teil habe Dienst, strengen Dienst sogar. Ich halte hier — Ihnen als meinet alten Jugendfreundin kann ich es ja vertrauen — Umschau unter den Töchtern des Landes nach der Frau, die am besten zahlt."
Die zarten Wangen der Baronesse färbten sich hochrot.
„Pfui, Graf, schämen sie sich," tadelte sie scharf und ihre duntten Wimpern legten sich einen, Augenblick wie in Verachtung über ihre zürnenden Augen. Als sie wieder auffah, war es ihr als fei das vollwangige frische Gesicht des Grasen um einen Schein bleicher und das mokante Lächeln von vorhin noch intensiver geworden.
Ma» tut, was man kann, Gnädigste," gab er zurück und seine blauen Augen flogen nochmals indiskret über ihre schlanke, wie es ihm jetzt schien, süße ntädchenhafte Gestalt. „Dars ich Ihnen meinen Arm reichen? Die Klingel ertönt zum Zeichen, daß wir hinaus müssen, Majestät wird gleich hier sein."
Danke", gab Magita zurück, an ihm vorbei schreitend. „Ich will Sie von Ihrem Dienst nicht zurück halten."
Wie eine schillernde Schlange — so dachte er wenigstens — verschwand sie in der wogenden Menge. Hier und da leuchtete ihr rotes Haar noch einmal auf. Dann hatte Borris v. d. Gröben ihre Spur verloren.
Gedankenvoll schritt er die breite Marmor- ■ trebbe die führt# hinan ßr
Rücktritt des deutschen Botschafters Fürste» Radolin und dessen Ersetzung durch Freiherrn v. Schön in einem Leitarttkel, in welchem mit warmen Worten die Wtrflamkeit des Fürsten Radolin und dessen Bemühungen um die Besserung der deutsch-französischen Beziehungen geschildert wird. Freiherr v. Schön, so heißt e- sodann in dem Artikd, wird in Paris das gute Andenken wiederfinden, welches et hier zurückgelassen hat. Er hat als Staatssekretär zu der deuffch-sranzösischen Detente beigetragen und et wird hier Dank seiner versöhnlichen Tättgkeit .sowie des glücklichen Einflusses des Füfften Radolin eine klare Lage, sowie die Möglichkeit zu neuerf Verständigungen vorfinden. Freiherr von Schön kommt unter erfreulichen Anzeichen nach Paris und alles berechttgt zu der Hoffnung, daß dieser Zustand der Dinge sich noch weiter bessern werde.
Deutsches Reich.
— Zu der Bombendrohung in Karlsruhe. Karlsruhe, 28. Juni. Zu der Nachricht über angeblich beabsichtigte Bombenattentate teilt die „Karlsruher Zeitung" mit, daß von keiner Seite dem anonymen Drohbriefe irgendwelche Bedeutung beigelegt wird, sondern daß man die Briese, durch die Friedberger Ereignisse veranlaßt, als leichtfertige und bubenhafte Sensattonsrnache auffaßt. Das Bezirksamt hat die getroffenen Vorsichtsmaßregeln bereits zurückgezogen. Von einer Erregung der Bevölkerung ist nicht die Rede.
Ausland.
** Vom Balkan. Saloniki, 28. Juni. Sches- ket Torghut Pascha, welcher sich in Begleitung einer starken Eskorte von Bjakowa nach Prizrend begab, ist unterwegs von Arnartten unter Hadschi Sadri aus dem Hinterhalt angegriffen worden. Die Eskorte nahm fofort den Kampf mit den Arif auten auf, welche nach zwei Stunden gezwungen wurden, sich zu ergeben. Der Arnautenführer Abdullah wurde auf dem Markte von Preschowo gehängt.
** Das bulgarifche KönigSpaar in Brüssel. Chathlli, 28. Juni. Der König und die Königin der Bulgaren sind auf der Reise nach Brüssel hier eingetroffen und gedenken einige Tage W verweilen.
** Französische Kämpfe in Marokko. Casablanca, 28. Juni, lieber das Gefecht am 23. Juni werden folgende Einzelheiten bekannt: Anlaß zu dem Gefecht gab das Vorgehen französischer Trupenabteilurigen ,die den Marakut des Krazza umzingeln wollten. Aus Seiten der Marokkaner kämpften zahlreiche Berberkontingente, untefftsitzt von Leuten aus dem UnterreHatale. Nach heftigem Widerstande wurden die Berber in die Luft geschlagen. Der Marakut floh in die Berg. Die Verluste des Feindes waren sehr beträchtlich. Aus französischer Seite wurde ein Hauptmann, ein ßeuhtant und mehrere Soldaten verwundet. — Paris, 28. Juni. Der „Siede" erklärt in einet anscheinend offiziösen Rote, man dürfe den angeblichen Kämpfen in bw Nähe des Schauja- gebietes keine «'tuest«.. es handle sich
lediglich um Ordnungsmaßnahmen, welche feiner.
konnte nur langsam vorwärrs kommen, beim vor ihm drängte sich ein Heer anderer Konzertbesucher die Treppe hinauf.
Wie ein Meer von Schönheit ui-b Eleganz flutete es um ihn her. bi hörte silberhelles Lachen von roten Frauenlippe» und schaute In schöne leuchtende Frauenaugen. Und wieder erfaßte ihn eine fast wahnsinnige Wut, daß er arm, bettelarm. Und da sah er auch hinter dem goldenen Gitter der Gallerie Karleen Berrnann in dem „traumblauen" Kleide stehen und mit großen Augen hinab ihm gerade in das Anllitz schauen.
Er grüßte tief und respektvoll und er sah, wie sie seinen Gruß zwar höflich erwiderte, wie sie bann aber über ihn hinweg weiter ben Menschen- ström verfolgte, der langsam empor wallte.
Dunfle Glut färbte des Grasen Wangen. Sein uradliges Blut empörte sich gegen die Gleichgiltigkeit, die man seinen Huldigungen entgegen brachte. Er hatte immer das Gefühl gehabt als stiege er weit, weit zu dieser „Krämergesellschaft", wie er Bennanns verächtlich nannte, hinab und nun beachtete ihn dieses kühle blonde Mädchen so wenig wie seine Krone, die er bereit war ihr oder ihrer Schwester — ihm war es schließlich gleichgiltig, welche er nahm — zu Füßen zu lege«.
Ms er den Platz erreichte, wo er eben noch Karleen begrüßt hatte, war die Stelle leer.
Verstimmt wollte soeben der Graf die zweite Treppe, die zur Gallerte des großen Konzertsaales führt, hinan steigen, als es ihm plötzfich war, als fliege ein Dust von süßen fremdländischen Blumen betörend um seine Sinne.
(Fortsetzung folgt.)