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Usedom-Wollin.
’ Es ist gekommen, wie vorauszusehen war: der Freisinn hat dem Sozialdemokraten das Mandat »erschafft. Das wird ihm nicht vergessen werden, ßo sehr es im nationalen Interesse zu bedauern ist, der Kampf gegen den Freisinn wird in Zukunft mit derselben Schärfe geführt werden müssen wie gegen di« äußerste Linke und keine Stimme darf ihm in der .Stichwahl gegen den Genossen je zufallen. Auf d'-se Weise allein kann ihm praktisch klargemacht werden, wohin sein sinnloses Vorgehen führt. Sehr richtig charakterisiert die „Post" die Sachlage:
„Wenn irgend etwas, so illustriert diese Wahl genügend die Wahrheit von der reichs- und monarchenfeindlichen, der zerfetzenden demokratischen Tendenz de» Freisinns. Man sieht den Sozialdemokraten als Freund, den Konservativen al» Feind an, und das angesichts der Tatsache, daß vor wenigen Tagen in einem schlesischen Wahlkreise di« Konservativen, Freikonservativen und Nationalliberalen in der Stichwahl geschlossen für den freisinnigen Kandidaten eingetreten waren, dem nur infolgedessen der Sieg üf»t den Sozialdemokraten zufiel. Zn dem pommerschen Wahlkreise hätte man wohl eine Vergeltung dafür erwarten können, statt dessen hat dort bei den Freisinnigen die Macht der Phrase gegenüber der Politik der Tatsachen gesiegt. Zu spät wird ihnen die Einsicht kommen, daß sti s i ch s e l b st das Grab graben, wenn sie in dieser Weise
14 (Nachdruck verboten.)
Kantate.
von Anny Wothe< (Fortsetzung.)
„Vater," Hans Jürgens Stimme bebte in verhaltener Bewegung. „Laß mir Zeit, daS Unglaubliche zu fassen. Wenn es wirklich so ist, wie Du sagst, wenn wirklich das Schreckliche geschehen sollte, was ich nicht glauben kann und will, dann das verspreche ich Dir, will ich, wenn ich dadurch unser Haus halten kann, die Frau zur Gattin wählen, die Du mir bestimmst. Aber meine Schwestern, Vater, das versprichst Du mir, müssen frei wählen dürfen."
„Das werden die Verhältnisse bedingen, mein Sohn," entgegnete der Kommerzienrat ernst. „Jedenfalls verspreche ich Dir, keinen bestimmten Zwang auf die Mädchen auszuüben."
„Den ich auch nie dulden würde, Vater," entgegnete der Sohn mit flammenden Augen.
„Gemach, gemach, lieber Junge. Ich wieder- hole nochmals, nicht wir, unser Gefühl, sondern die Verhältnisse bestimmen. Jedenfalls danke ich Dir, daß Du die Sachlage so ruhig und so ver- «ünftig auffaßt und meine Wünsche erfüllen willst."
„Es knüpft sich eine Bedingung daran, Vater." „Bedingung," rief der Vater heftig aufsehend. »Was soll das?"
„Ich verlange Dein Ehrenwort, Vater, daß Du nie wieder spekulierst."
- „ES wird Dir doch wohl genügen, wenn ich
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Marburg
Mittwoch, 22. Juni 1910
45. Jahrg.. _ i
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 50.
für die Sozialdemokratie sorgen. Wahrhaftig, es geht prächtig vorwärts mit dieser fortschriitUchen Volkspartet, die von Eugen Richters Geist keinen Hauch mehr spürt, sondern sich von Demokraten beherrschen läßt, die selbst keinen Unterschied zwischen sich und der Sozialdemokratie angeben können."
Daß die Erbitterung in konservativen Kreisen sehr stark ist, ist erklärlich; die „Kons. Äon." schreibt daher:
„Das Ergebnis der Stichwahl im Reichstagswahlkreise Ueckermünde-Usedom-Wollin läßt es als zweifellos erscheinen, daß der Sieg der Sozialdemokraten zum Teil direkt durch die Stimmen der Liberalen herbeigeführt worden ist. Wir wollen uns • an dieser Stelle, nachdem wir unsere warnende Stimme rechtzeitig erhoben haben, jetzt nicht in Drohungen oder Rekriminationen ergehen, sondern wir wollen nur diesen Tatbestand konstatieren. Die Herren Liberalen werden ja sehen, welche Früchte sie ernten werden. Sie mögen dann nicht klagen. Aber diese Herren leben ja nur nach dem Motto: Wenn es nur den Konservativen schlecht geht, — ob wir und das Land zugrunde gehen, ist gleichgültig."
Von der Wahl selbst berichten noch konservative Blätter: Ein Fabrikbesitzer Sochaczewer aus Torgelow, einem großen Fabrikort im Kreise Uecker- münde, trat offen für die Wahl des Sozialdemokraten ein. Von den Sozialdemokraten wurde auch ein Artikel des „Berliner Tageblattes", in dem lebhaft für die Wahl des Sozialdemokraten eingetreten worden war, als Flugblatt im ganzen Kreise verbreitet. Die konservative Partei ist in Ehren unterlegen. Im übrigen ist es durchaus unrichtig, wenn freisinnige und sozialdmeokratifche Blätter behaupten, der Wahlkreis sei ein überwiegend ländlicher. Kein Kreis unseres Vaterlarrdes ist wohl mel)f von industriellen Dörfern und Landgemeinden durchsetzt, wie der Kreis Ueckermünde.
Wie die Sozialdemokratie sich dankbar zeigt, beweisen folgende Ausführungen des Freisinns:
„Die Führer der Fortschrittlichen Volkspartei — von den Nationalliberalen ganz zu schweigen — können sich freilich noch immer nicht zur Erfüllung ihrer politischen Pflicht (!) anfschwingen. Das deutsche Volk will endlich den Entscheidungskampf gegen die unerträgliche Pfaffen- und Junkerherrschaft ouskämpfen. Die liberalen Führer lasten es im Stich. Immerhin, die Wähler in Usedom-Wollin haben gegen die Junker entschieden. Doch nicht darauf gründet sich unser« Zuversicht. Viel wichtiger als das Verhalten der anderen Parteien ist die Tatsache, daß die Werbekrast unserer Partei gewaltig zugenommen, daß die Zahl unserer Anhänger, di» Stärke unserer Organisationen und unserer Preste sich stetig vermehrt."
Alles das wird voraussichtlich durch den Ausfall der Wahl in Friedberg-Büdingen nur ergänzt werden, denn auch hier ist der Freisinn mit allen Mitteln am Werke, dem Eenosten das Mandat zuzuschanzen. Eine famose Schutztruppe!
Politische Umschau.
Die Kretaftage. Ein Vorschlag Rußlands.
Petersburg, 18. Juni. Die Regierung unterbreitete einige Betrachtungen, ohne ihnen je-
Dir verspreche, diese meine Neigung wirflich einzuschränken!"
„Nein, Vater, das genügt mir nicht, wenn ich Dir dafür mein Lebensglück opfere. Nicht umsonst soll das Opfer gebracht sein. Nein oder ja. Gibst Du Dein Ehrenwort, daß die letzten unglücklichen Spekulationen auch wirklich die letzten gewesen sein sollen, ganz gleich, ob sie glücklich oder unglücklich enden, so soll bis Kantate Milla Landheim meine Gattin sein. Gibst Du Dein Ehrenwort, Vater?"
„Du hast es, Hans Jürgen," entgegnete der Kommerzienrat bewegt. „Bei Gott, mein Junge, es soll das letzte Mal sein, daß ich mich auf die abschüffige Bahn begab. Nie, nie, das verspreche ich Dir, will ich diese Stunde vergessen, in der ich mich vor meinem eigenen Kinde schämen mußte, ja schämen, Hans Jürgen," schluchzte der Kommerzienrat aus.
„Vater," bat Hans Jürgen weich, seinen Arm um die Schuller des alten Mannes legend, „verliere nicht den Mut. Vielleicht ist das Geschick uns günstig, vielleicht halten wir die Geschichte doch. An mir soll es nicht fehlen. Tag und Nacht will ich arbeiten und nicht ruhen und rasten bis die Firma Alexander Bermann «.'.Co. Wied r auf dem alten Platz steht."
„Kaum sechs Monate Frist," murmelte der alte Bermann, „sechs Monate, was sind daS für die Beschaffung solcher Summen!? Aber wir müssen es versuchen, schon der Frauen wegen, die nichts ahnen dürfen. Hörst Du, Hans Jürgen, die nichts ahnen dürfen."
Der Sohn nickte. Seine Gedanken Ware» weit
doch das Gepräge eines formellen Vorschlages zu geben. Danach glaubt das Petersburger Kabin-tt, daß in Anbetracht der Sttmmung auf Kreta kaum zu hoffen sei, daß Kreta sich den Wünschen der Schuhmächte ftewilltg fügen werde und daß man daher als Endergebnis wieder eine Okkupatton der Insel durch die Schutzmächte und die Ueber- nahme der kretischen Verwaltung durch sie voraussehen müsse, ein Ergebnis, daß aber erst nach einer langen Zeit voller Agitationen und Unruhen, die fiir die Auftechterhaltung des Friedens sehr gefährlich seien, eintreten würde. Unter diesen Umständen und der Unmöglichkeit gegenüber, alle Signatarmächte des Berliner Vertrages zu einer endgültigen Lösung der Kretafrage ohne Weiteres und ohne Wettstreit miteinander bereit zu finden, ist die russische Regierung der Meinung, daß jede der vier Schutzmächte sofort zur Errichtung einer provisorischen Regierung seitens der genannten Mächte ein hinreichendes Truppenkonfingent nach Kreta enffenden könnte. Befände sich das Streitobjekt wieder in den Händen der vier Mächte, könne man auch auf eine allgemeine Beruhigung rechnen.
Petersburg, 19. Juni. Zur Kretanote des Ministers des Aeußeren führt die „Rowoje Wremja" unter der Ueberschrifi: „Rückkehr zum Alten" aus: Die russische Regierung wählte den richtigen Weg. Irgend ein Zufall kann die Türkei und Griechenland zu einem Schritt führen, den beide bereuen würden. Der russische Vorschlag beseitigt denStreitpunft und macht einen griechischtürkischen Zusammenstoß zwecklos und daher unwahrscheinlich. Wenn die Mächte den Ernst der Lage erkennen, müssen sie den Vorschlag annehmen, der eine ruhige B-stimmung des späteren Schicksals Kretas ermöglicht. Die Verwirklichung des Vorschlages verursacht Rußland Ausgaben von Millionen, die aber eine Versi >rungsprämie für die Erhaltung des Friedens auf dem Balkan darstellen.
Konstantinopel, 20. Juni. Das Ministerium des Innern richtet an die Provinzialbehörden ein Rundschreiben, in dem es erllärt, daß die Mächte endgülttg die Wahrung der Sou- veränitärsrechte der Türkei auf Kreta, sowie der Rechte der Mohammedaner daselbst beschlossen haben Schließlich wird die Bevölkerung aufgefordert, den Bemühungen der Regierung zu ver- trauen und jede Auflegung zu vermeiden, wodurch die türkischen Interessen nur geschädigt würden. — Der „Tanin" verteidigt die deuffche und die österreichische Presse gegen tle von englischer Seite erhobenen Anschuldigungen wegen der Kretaflage Tie englische Presse solle sich ech mit der Haltung einiger englischer Blätter, z. B. der „Westminster Gazette" befassen, ehe sie an der Presse anderer Krittk üb«.
• Deutsches Reich.
— Bom Kaiserhofe. Berlin, 20. Juni. Der Kaiser begibt sich den letzten Dispostttonen zufolge am Mittwoch, den 22. Juni im Sonderzug nach Altona, um sich auf der „Hohenzollern" einzu- fchiffen, die an den St. Pauli-Landungsbrücken bereitliegt. — Hamburg, 20. Juni. Der Kaiser sprach in der Antwort auf das Telegramm des Präsidenten des Hamburger Rennflubs, Mac Schinkel, sein lebhaftes Bedauern auS, nicht anwesend sein zu können. Es heißt alsdann wörtlich: Ich freue Mich in Dankbarkeit des guten Empfangs der Kaiserin und Meines Kindes fei»
ab. Sie suchten das verlorene Glück da draußen irgendwo in der Vorstadt unter Rosenhecken.
„Du zürnst mir nicht, Hans Jürgen?"
„Nein, Vater, wir könnte ich. Jeder kann nur das geben, was er zu geben hat. Der eine zahlt mit Kupfer statt Gold, der andere mit seinem Herzen und mit seinem ganzen Glück, und jeder glaubt, recht gezahlt zu haben. Jetzt aber muß ich fort, ich habe noch eine Konferenz mit dem jungen Lundgreen. Adieu, Vater."
„Adieu, mein Sohn!" Er riß, einem plötzlichen Impulse folgend, den Sohn an sein Herz, und da war es ihm, als fiele eine heiße Träne aus des Sohnes Augen auf seine Wangen. Und diese Träne brannte noch wie flüchttges Feuer, nachdem Hans Jürgen schon lange mit müden schweren Schritten das Zimmer verlassen hatte.
Drüben im Alberiplatz verglühte die Sonne.
Der Kommerzienrat saß, den Kopf in beide Hände gestützt. Er sah es nicht. Er sah nur immer voll schrecklicher Klarheit das Ende, das fürchterliche Ende, trotz aller Opfer und Kindesliebe und mit großen Lettern stand darüber: Kantate!
Des Herbsttages letzter duftiger Schimmer lag in der Lust.
Mit schrägem Flug lensten schwarz Krähen durch das purpurne Abendrot.
Oben auf der Höhe, die sich Leipzig ausersehen, das gewcklttge Völkerschlachtdenkmal erstehen zu lassen, stand« Karleen und Ute ganz tot Schauen versunken.
Wie Feiertag lag M to ihre» Auge».
des Werstneisterver.
stellt den König in er vom Throne her
brücke vorgenommen. Das Müller geschaffene Denkmal jugendlichem Alter dar, wie absteigt.
tens der lieben Hamburger. Meine Heflung schreitet gut vorwärts, sodaß, ich hoffe, auf der Fahrt zur Kieler Woche Hamburg besuchen zu können. — Wie hier verlautet, wird der Kaiser am Mittwoch nach der Ankunst in Altona bet Generaldirektor Ballin das Frühstück einneymen.
— Ernennungen. Berlin, 20. Juni. Dem „Staatsanzeiger" zufolge berief der König den Oberjägermeister vom Dienst Freiherrn Heinrich v. Heintze-Weißenrode zum Mitglieds des Herrenhauses auf Lebenszeit, er ernannte den Unter- staatssefletär im Ministerium der Landwirffchaft Küster zum Vorsitzenden des am 1. Juli inS Leben tretenden Landesveterinäramts.
— Der deutsche Gesandte in Amerika. Madison (Wisconsin), 20. Juni. Vor der Staatsuniversität von Wisconsin sprach der deutsche Boffchafter Graf Bernstorff gestern über „Sozialpolitische Gesetzgebung in Deutschland". Die Universität wird den Boffchafter gelegentlich der Schlußfeier am 22. Juni zum Ehrendoktor der Rechte ernennen.
— Ein Denkmal für den König Ludwig II.
— Der neue Syndikus
bandes. Düsseldorf, 19. Juni. Der Deutsche Werkmeisterverband wählte zum Syndikus an Stelle des radikal freisinnigen Reichstagsabgeordneten Dr. Potthoff den früheren Bürgermeister von Luckenwalde Dr. Werner. Herr Potthoff gegen den sich bekanntlich seit langem eine große Mißstimmung im Verbände bemerkbar macht:, hat also abgewirffchastet.
— Die Zeppelinsche Rordpolexpedition. Kiel, 2O.Juni. D'e Vorexpeditwn nach Spitzbergen, welche die Aufgabe hat, die Möglichkeit einet späteren arktischen Expeditton mit Zeppelin-Luft- schiffen .festzustellcn, wird am 2. Juli Kiel mit dem Dampfer Mainz" des Norddeutschen Lloyds verlassen. Bei Spitzbergen liegt der große norwegische Eisdampfer „Phönix" bereit, auf dem Vorstöße in die Eisregion unternommen werden
von Bayern. München, 19. Juni. Heute mittag wurde im Beisein des Prinzregenten und des gesamten königlichen Hofes die feierliche Enthüllung des Denkmals für Ludwig II. auf der Kornelius- von Ferdinand von,
sollen.
— „2 Z 7". Friedrichshafen, 20. Juni. Ein« aus drei Offizieren bestehende Abordnung der zur Zeit in Deutschland weilenden chinesischen Mili- tärstudien-Kommission unternahm heute Vormittag mit dem „L Z 7" einen Aufstieg. Die gut verlaufene Fahrt des Luftschiffes währte Wz Stunden; um 12 Uhr erfolgte die glatte Landung.
— Lustbesuch der »rüffelet Weltausstellung. Der Lenkballon „Clouth", der um Mitternacht Köln verlassen hatte, ist heute früh um 5 Uhr sehr glatt auf dem Ausstellungsgelände in Brüssel gr- landet, nachdem er vorher, wahrscheinlich infolge Nebels, eine Stunde gekreuzt hatte. Führer ist der Hauptmann v. Kleist. Dies ist der erst« Lenkballon, der in Belgien erschienen ist.
— Fahrten an die Wasserkante veranstaltet der Flottenverein, um das Verständnis und Interesse des deuffchen Volkes für die Bedeutung und die Aufgaben der Flotte zu wecken, zu pflegen und zu stärken; sie dienen also idealen Zwecken, sind keine Geschästsunternehmen. Sorgfältige Vorbereitung, fachmännische Leitung stellen den Teilnehmern genußreiche Tage in Aussicht, umsomehr als der Flottenverein auch da weitgehendes Erttgegen-
Im violetten Licht hob sich weit dahinten Leipzig mit seinen Türmen und Kuppeln empor.
Wie ein fernes Land aus Duft und Träumen gewoben, erschien ihnen ihre Vaterstadt.
Stolz ragte hinter ihnen der mächtige Bau des Denkmals jetzt in die Lust. Den jungen Mädchen zur Rechten die stattlichen Landhauser der Marienhöhe mit ihren herbstbunten Gärten und dem Purpurlicht der Sonne in den blanken Scheiben und zu ihren Füßen still ausgebreitet, drr Friedhof, das Reich der Toten, der sich weithin bis zur Stadt dehnte, um sich unmerklich in den herbstlichen Gärten und Anlagen zu verlieren.
„Papa hat nicht soviel versprochen," nahm Ute, fast beklommen, das Wort. „Sieh nur, Karleen wie die Purpurwolken wachsen. Ich sah nie solche Pracht, selbst nicht in den Alpen, die ich doch sehr liebe, sah ich die Sonne so verglühen. Schau nur, Karleen, jetzt bricht es hervor unter der flammenden Glut! Smaragdblau, mit goldenen Säumen fliegt es hier über den blittgedrang- ten Boden wie flatternde Siegesfahnen."
Karleen lächelte. „Du solltest dichten, Ute. Wenn ich Deinen Worten lausche, dann ist es mir immer, als werden mir Luudgreensche Gedichte lebendig. Wie Glockenllang liegt es in Deiner Stimme und —" .
Sie brach jäh ab. Ein dunller Schatten fta auf den lichten Weg vor ihnen, ein Schatten, der Karleen so schreckte, daß sie das tiefe Erröten bet Schwester bei Erwähnung Lundgreens garnich!. gewahrte. - '
(Ein Mann stand «t Karleens Seit», ;
(Fortsetzung folgt.)