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Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei 40» v)Uyrß<

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DieOberhrffische Zeitung" erscheint täglich mit Nu-nahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch di: Post bezöge:: 2,25 'At (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 'Jt.

Marburg

Sonntag, 19. Juni 1910

Zweites Blatt.

(Nachdruck verboten.)

Ferdinand Freiligrath.

Eine Studie zu seinem 100. Geburtstage, 17. Juni. Von Otto v. Maaß.

Es gibt, glaube ich, kaum einen gebildeten Deutschen, der nicht von einer Anzahl Freilig- rathscher Gedichte in seiner Jugend einen starken :Eindruck empfangen hätte, der das ganze Leben lang sich nicht mehr verwischt. Zu ihnen zählt jener tiefempfundene Gcsühlsausbruch£) lieb, so lang du lieben kannst", der längst in den Kron­schatz der Blutenlesen deutscher Lyrik überge­gangen ist. Zu ihnen zählen ferner dieAus­wanderer", worÄl einer bedeutenden Erscheinung des deutschen Lebens glückliche und ergreifende Motive abgewonncn sind. Nicht zu vergessen jene phantastischen und exotischen Stücke, wie Der Löwcnritt oder Der Mohrenfürst oder Der Blu­men Rache, die Freiligraths Stellung in der deutschen Dichtung eigentlich zuerst gemacht haben und die noch nach Jahren zuweilen wie glühende, fremdartige Visionen vor unserer Erinnerung auf­steigen. Aber vertrauter haftet in unserem Ohre die köstlich-frische, von Loewc so prächtig gesetzte Variation über das Prinz-Eugen-Lied; und Die Trompete von Gravelotte bleibt eine der schön­sten dichterischen Blüten, die aus dem blutge­tränkten Boden der Schlachtfelder von 1870 auf­gesprossen sind.

Weit später, als diese Glanzstücke Freiligrath. scher Lyrik lernen wir in der Regel seine Üeber- setzungen würdigen. Ja, es geht ihm in dieser Hinsicht etwa ebenso, wie Heyse, dem Uebersetzer, dessen unvergleichliche fünf Bände italienischer Volks- und Kunstlyrik schwer verkäuflich bei Cotta lagern, während es doch sonst den Werken dieses trefflichen Dichters nie an Freunden fehlt. Ganz so schwer ist es allerdings den Uebersetzungen Freiligraths nicht geworden; sind doch einige von Ihnen, wie z. B. die Uebertragungen nach Burns' ! Mein Herz ist im Hochland und O säh ich auf der Heide dort, als völlig klassisch zum Allgemeinbe- sitz der Deutschen geworden. Aber über den wenigen Juwelen, die man sich angeeignet hat, scheint man ganz übersehen zu haben, welch einen fast unerhörten Reichtum das Schatzhaus seiner Uebersetzungskunst überdies noch birgt.

In vorgerückteren Jahren der Reife gibt uns Freiligrath in der Regel dann noch einmal Ver­anlassung, uns mit ihm auseinanderzusetzen. Diesmal gilt es seiner politischen Lyrik, die das Urteil über ihn ganz besonders verwirrt und ge­trübt hat. Jene leidenschaftlichen polittschen und sozialen Gedichte, die das Glaubensbekenntnis und <;a ira enthalten, pflegt der Radikalismus als den Gipfelpunkt seiner Leistungen zu Preisen. Aber wir können sein Urteil um so ruhiger zu den Akten legen, als Freiligrath selbst dagegen zeugt.

Marburger Ferienkurse.

Die diesjährigen Ferienkurse mit Vorlesungen und Uebungen in deutscher, französischer und eng­lischer Sprache finden vom 4. bis 23. Juli und vom 4- bis ?4- August statt und werden aus zwei Teilen .von je dreiwöchiger Dauer bestehen.

Die Begrüssung der Teilnehmer erfolgt am 3. Juli bezw. am 3. August, abends 8 Uhr, in der Aula der Oberrealschule, Savignystrasse.

Die Vorlesungen sollen folgende Gegenstände be­handeln :

A. Vorlesungen und Uebungen vom 4. bin 23. Juli.

I. in deutscher Sprache:

'Deutsche Phonetik (8 Std.). Dozent: Herr Professor Dr. Victor.

'Methodik des neusprachlichen Unterrichts (6 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Eggert, Frankfurt a. M.

Dskussion über Fragen der neusprachlichen Methodik nach Wunsch der Teilnehmer (2 Std.). Dozent: Herr Direktor F. Dörr, Frankfurt-Bockenheim.

Pädagogische Zeit- und Streitfragen (5 Std. und 1 .Std. für Anfragen und Diskussionen). Dozent: Herr Dr. Knabe, Direktor der Oberrealschule und des Reform-Realgymnasiums.

'Das geistliche Drama des Mittelalters und die Pas- sionsspicle von Oberammergau (6 Std.). Dozent: Herr Geh. Rat Prof. Dr. Vogt.

'Goethes Faust (8 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Collin, Giessen.

Deutsche Lyrik (6 Std.). Dozent: Herr Dr. See­haussen, Direktor der höheren Mädchenschule.

Die Seelenfrage im Lichte der neueren Psychologie (3 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Schwarz.

'Einführung in die deutsche Kunst mit Besichtigung der Baudenkmäler Marburgs (5 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Bock.

Husgezvählte Kapitel aus der Physiologie des Men­schen (6 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Schenck.

Physiologie der Stimm- und Sprachbildung mit De­monstrationen (3 Std.). Dozent: Herr Professor Dr. Lohmann.

Veber Vortragskunst (5 Std.). Dozent: Frau von Blanckensee.

Der deutsche Handel im Mittelalter (2 Std.). Do­zent : Herr Oberlehrer Dr. Schmidt.

Englische Lektion in der Obersekunda des Reform-

Denn er, der das schöne Wort geprägt hat, deq Dichter stehe auf einer höheren Warte, als auf der Zinne der Partei (wofür er von dem Fana­tiker und poetischen Kannegießer Herwegh tüchtig abgekanzelt worden ist) er hätte ein solches Parteiurteil geradezu als Herabsetzung seines Dichterwertes ansehen muffen; und zudem hat er sekbst den richügen Weg des Urteils über diese Gedichte gewiesen, als er 1869 unter ganz veränderten Zeitverhältnissen von ihnen sagte: Diese Sachen sind längst historisch aeworden und sollten nicht mehr agitteren". Nehmen wir sie aber von dieser Seite, so müssen wir anerken­nen, daß sie rein dichterisch zum großen Teile auf der vollen Höhe von Freiligraths Leistungs- fähigkeit stehen; und wenn ein Teil davon freilich dem Gebie e der poetischen Rhetorik zuzuweisen ist, so ist ihm doch wieder in Rübezahl eine rein poettsche Schöpfung von packender Kraft und wahrhaft rührender Innigkeit gelungen. Wie in den Auswanderern, wie in der Trompete von Vionville, so hat er auch hier ein Zeitereignis, die schlesische Webernot, mit sicherer Hand auf seinen dichterischen Gehalt zurückgeführt und diesen sehr originell und kräftig herausgearbeitet Kurz, man muß Freiligraths Dichten, seine reine Lyrik und seine politischen Gedichte, als eine Einheit neh­men und als solche aus seiner Persönlichkeit er­fassen. <

Das Blut zweier deutscher Stämme vereinigte sich in ihm. Der Vater, Lehrer in Detmold, war eine echte kernige Niedersachsennatur, die Mutter aber kam vom Rheine her. Vom Vater über­nahm Ferdinand den festen Eharafter, den her­ben Bekennermut. die umwandelbare Treue, die er in Liebe und Freundschaft allezeit bewährt hat; aber die Mutter überwachte ihm die Phantasie und Poesie und die Lebensfreude, die ihn auch in schweren Zeiten oben gehalten hat. Man lese nur in Kellers Briefwechsel, welch ein tapferes Zechen er mit demMeister Gottfried von Glatt- felden" angestellt hat, als der ihn Anno 1850 am Rheine besuchet. Und man ist fast versucht zu sagen, daß der Freiligrathsche Doppelgeist, wie er sich in Vater und Mutter ausspricht, auch das ganze Leben unseres Dichters beherrscht hat, da dessen Eigentümlichkeit darin bestanden hat, daß Freiligrath immer zwischen Dichtung und Kauf­mannschaft hin und her gependelt ist. Die dichteri­sche Gabe trat sehr zeitig zu Tage, und schon mit 16 Jahren konnte er ein Gedicht, wie den Moos- thee schaffen, worin seine Fähigkeit zur Wahl packender Mottve sich bereits ebenso deutlich aus­prägt, wie seine in alle Weiten schweifende Phan­tasie. Es schien, als wolle sein Leben diesem Drange ins Weite entgegenkommen; er hatte einige Aussicht, Nachfolger eines Oheims zu wer­den, der in Schotüand ein Geschäft betrieb. Diese Aussicht war es, die Freiligraths Eintritt in die kaufmännische Laufbahn veranlaßte und ihn überdies zu eifrigem Studium der neueren Spra­chen bewog. Die Sprachstudien sind ihm hemach sehr zu statten gekommen, aber die Edinburger Aussicht zerschlug sich, und statt dessen mußte unser

Realgymnasiums. Im Anschluss daran Diskussion über methodische Fragen des neusprachlichen Unterrichts. (2 Std.). Dozent: Herr Oberlehrer Wallenfels.

Methodische Uebungen in mündlicher Unterhaltung, verbunden mit Aufsatzübungen und Uebungen im freien Vortrag (10 Std.). Leiter: Herr Rektor Hentze und andere Lehrer und Lehrerinnen.

2. in französischer Sprache:

Phonftique franfaise (6 confeerences). Professeur: Monsieur Panconcelli-Calzia. Docteur en phil. et Lecteur ä lUniversite de Marburg.

Les Influences anglaises dans la Litterature franfaise (10 vonferences). Monsieur Barbeau, Docteur es Lettres, Professeur ä lUniversite de Caen. Shake­speare en France jusquau romantisme.

La pof sie contemporaine (10 Conferences). Pro­fesseur : Mons. Moullet, Lecteur ä lUniversite de Marburg.

La Chanson populaire en France depuis le moyen-'äge jusquaux temps actuels (3 Conferences). Avec exemples en musique par Mons. Theodore Gerold, Docteur es Lettres et professeur de Chant ä Franc-ort s. M.

Confersation (10 Conferences). Professeur: Mon­sieur Mouillet, Lecteur 4 lUniversite de Marburg.

3. in englischer Sprache:

Practical hints on English pronunciation (SLectures). Lecturer: Mr. D. L. Savory, M. A., Professor of French and Romance Philology at the University of Belfast; Formerly English Lecturer at the Uni­versity of Marburg.

English Readings and Exercises (4 Lectures). Lec­turer: Mr. D. L. Savory, M. A., Professor of French and Romance Philology at the University of Belfast; Formerly English Lecturer at the Uni­versity of Marburg. This is a practical course of spoken English supplementary to the theoretical course on Phonetics.

Three Great Women Novelists of the Nineteenth Century (12 Lectures). Lecturer: Mr. G. A. Beacock, B. A., Lecturer in English at the Uni­versity of Marburg.

Confersation (10 Meetings). Lecturer: Mr. Beacock, B. A. Discussion on Litterature and on subjects of general interest. The English Universities, the Colleges (College life), the Public Schools (School life). English social and political life etc.

Ferdinand in Soest, wo seine Stiefmutter zu Hause war, die Handlung erlernen, später nach Amsterdam und dann nach Baumen in Stellung gehen. Inzwischen war er aber nach und nach mit Gedichten an die Oeffentlichkeit getreten, und diese hatten durch ihre originellen Mottve und ihre schlagend« Form so viel Beifall gefunden, daß er den inneren Widerspruch zwischen seiner Brottättgkeit und seinem Drange zur Dichtung immer quälender empfand. Und als dann sein erster Gedichtband 1838 einen geradezu glänzen­den Erfolg hatte, da faßte er mittig den Entschluß das Kontorpult zu verlassen und sich ganz der Literatur zu widmen.

Die nächsten Jahre, die Freiligrath zumeist am Rhein oder in dessen Nachbarschaft verlebte, bemühte er sich, sein Leben aufzubanen. Leicht ward cs ihm nicht. Erst nach hartem Ringen löste er ein voreiliges Verlöbnis, sand er im Bunde mit Ida Melos ein Liebesglück, das sich in allen Nöten und Stürmen seines späteren Lebens bewährt hat. Auch die materielle Siche­rung seiner Existenz bereitete ihm manche Schwierigkeit, und ein Jabresgehalf, das tihm Friedrich Wilhelm IV. aussetzte, ward ihm da eine große Hülse. Und all dies, bürgerliche Exi­stenz und Heimat, setzte er dann doch wieder aufs Spiel, als er 1844 sein Glaubensbekenntnis in die Welt sandte, das sogleich ein ungeheures Aufsehen erregte. Es ist aus der Stimmung der allgemei­nen Unzustiedenheit hervorgegangen, die in jenen Tagen das ganze Bürgertum beherrschte. Verschieden war nur die Tonart, in der sie sich äußerte, und Freiligraths Temperament neigte zu der leidenschaftlichen. Er hat einmal sehr fein gesagt, schon seine Gedichte von 38 seien eigentlich revolutionär" gewesen. Das will sagen: in ihnen lehnte sich eine starke Phantasie, ein männ­licher Geist und ein Drang zum Bedeutenden, ja Ungemein gegen di^ in fesselnde Alltäglichkeit auf. Ueberträgt man diese Geistesart aufs poli­tische Gebiet, so hat man den Schlüssel zum Glaubensbekenntnis: ein glühender Idealismus empört sich gegen die niederdrückende politische Alltäglichkeit. Ein Revolutionär im politischen Sinne aber ist Freiligrath, obwohl er den Ereig­nissen von 48 mit leidenschaftlichen! Anteile ge­folgt ist, nicht gewesen: das hat er bewiesen, in­dem er sich in London, bem damaligen Haupt­quartier der Verbannten und Radikalen ,vom Cli.uen-, Parteien- und Verschwörerwesen ganz fern gehalten hat; und seine Einsicht und Vater­landsliebe hat ihn dann um 1870 wieder den An­schluß an unsere nationale Entwicklung finden lassen.

Auf die königliche Pension hatte er verzichtet, unruhige Wanderjahre folgten: Belgien und England. 1848 bis 51 War Freiligrath. zum Teil an Zeitungen tätig, wieder in Deutschland, aber dann begab er sich freiwillig in die Verbannung, die ihn nach England führte. Hier hat er dann lange Jahre gelebt, in seiner Häuslichkeit sehr glüÄich, aber doch gedrückt durch die Notwendig- keit, sich in anstrengender kaufmännischer Tages­

B. Vorlesungen und Uebungen vom 4. bis 24 August.

i. in deutscher Sprache:

Deutsche Phonetik, mit praktischen Uebungen (8 Std.). Dozent: Herr Professor Dr. Victor.

Die Uebungen des neusprachlichen Reformunterrichts (6 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Eggert, Frank­furt a. M.

Der methodische "Aufbau 'der Sprechübungen in den neueren Sprachen (4 Std.). Dozent: Herr Direk­tor Dr. h. c. Walter, Frankfurt a. M.

Romantik, besonders deutsche Romantik (8 Std.). Dozent: Herr Dr. W. Küchler, Privatdozent an der Universität Giessen.

Goethe in der höheren Schule (5 Std.). Dozent: Herr Dr. Knabe, Direktor der Oberrealschule und des Reform-Realgymnasiums.

Wichtige Kapitel der deutschen Sprachlehre (4 Std.). Dozent: Herr Dr. Seehaussen, Direktor der höhe­ren Mädchenschule.

"Ausgewählte Kapitel aus der experimentellen Psycho­logie (4 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Schwarz.

Einführung in die deutsche Kunst mit Besichtigung der Baudenkmäler Marburgs. Fortsetzung. (5 Std.). Dozent: Herr Prof. Dr. Bock.

"Anthropogeographische Studien über das Wechsel­verhältnis von Mensch und Erde (7 Std.). Do­zent: Herr Oberlehrer Dr. Schmidt.

Die Physiologie der Stimme und Sprachbildung (3 Std.). Dozent: Herr Professor Dr. Lohmann.

Ueber Vortragskunst ($ Std.). Dozent: Frau von Blanckensee.

Französische Probelektion in der Sexta der 'Oberredl­schule. Durchnahme eines unvorbereiteten Lese­stücks und Sprachübungen mit Schülern der Ober­realschule. Im Anschluss daran: Diskussion über methodische Fragen des neusprachlichen Unter­richts. (2 Std.). Dozent: Herr Oberlehrer Wallenfels.

Methodische Uebungen in mündlicher Unterhaltung, verbunden mit Aufsatzübungen und Uebungen im freien Vortrag (10 Std.). Leiter: Herr Rektor Hentze u. a.

2. in französischer Sprächet 'Phonftique 'expfrimentale (6 Conferences). Pro­fesseur : Mons. G. Panconcelli-Calzia Docteur B6 phil. et Lecteur fc lUniversite de Marburg.

arbeit einen Unterhalt erwerben zu müssen, bei erst nach Jahren sich über die Grenze des Küm­merlichen erhob. Nur die Abendstunden konnten der Poesie gewidmet werden; die Hauptmasse bet Uebersetzungen entstand in diesen Jahren. Roch in den 60er Jahren hatte Freiligrath sehr schwel zu kämpfen. Aber Deutschland hatte seines Dich­ters nicht vergessen. Auf einen 1876 in der Gar­tenlaube erschienenen warmen poetischen Aufruf von Emil Rittershaus zu einer Freisigrath-D» tation kamen beinahe 60 000 Taler zusammen, und freudig bewegt konnte der Dichter nun sein« tiefe Sehnfucht nach der Heimat befriedigen, die, in eine große neue Zeit eingetreten, den Poeten warm willkommen hieß. In Stuttgart konnte Freiligrach einen stillen fchönen Lebensabend feiern. Die Freude über die Einigung Deutsch- lands. zu der er fein Dichterscherflein, einer fei­ner Söhne aber als Krankenpfleger feine persön­lichen Dienste beitrug, verschönte ihn. alte und' neue Freundschaften, wie die mit Geibel und mit Julius Rodenberg, machten ihm, dem stets warm, herzigen Freunde, die Heimat doppelt lieb, und viele, ost rührende Bezeignungen der Wertschätz­ung und Liebe, die sein Dicktterbeim aufsuchten, zeigten ihm, daß er nicht umsonst gelebt, gewirkt, geschaffen hatte. Am 18. März 1876 entschlief et Kein Makel trübt die schöne, reine, tüchtige, stets bern Würdigen und Idealen zustrebende Persön­lichkeit dieses Dichters, der unsere Lyrik um eine Reihe köstlicher, unvergänglicher Gaben bereichert hat und der gewesen ist, was heute mehr als st zu schätzen ist ein Mann.

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Politische Umschau. .

Deutschland im Urteil eines Japaners.

Jrn Newyorker BlattSun", das alles eher ist als besonders deutschfreundlich, schreibt derJapaner Kaja Nakarnura aus Berlin über seine Eindrücke von Deutschland:Lassen Sie mich Ihnen einige europäische Eindrücke aus japanische Augen wie­dergeben. Alles in Eeuropa ist für mich anziehend und ich fürchte, daß wir in Japan noch viel nach­zuholen haben. Selbst Holland, das doch nur eine Macht dritten Ranges ist, übertrifft uns weit in vielen Dingen. Sowohl sein Handel wie seine Landwirtschaft sind besser organisiert und stehen ans sicherem Füßen als bei uns. Deutschland gar ist in der Tat ein wunderbares Land. Zweifellos .wird es England bald auf allen Gebieten cinge- holt haben. Seine Flotte nähert sich der englischen mit Riesenschritten, sein Handel und Gewerbe überflügeln den englischen in vielen Dingen. Ich weiß, welch wunderbares Land die Vereinigten Staaten sind, reich an energischen Menschen, mit säst unbeschränkten Hilfsmitteln. Aber in Deutsch­land scheint mir alles mehr systematisch ober, lassen Sie mich sagen, wissenschaftlich angelegt zu sein, obwohl der Boden karg und das Kapital knapp ist, wenn sich das letztere jetzt auch sprung- artig vermehrt. Ich glaube, wenn sich das ameri­kanische Volk dies nicht zu Herzen nimmt, so mag

'Le thfätre contemporain (10 Conferences). Pro­fesseur: Mons. Mouillet, Lecteur ä lUniversite de Marburg.

La chanson populaire en France 0« temps actuel '(3 confirences avec exemples en musique) faites par Monsieur Th. Gerold, Docteur, professeur de chant, Francfort s. M.

ILa nouvelle en France dans la seconde moitif 'de XIXe siicle (10 Conferences). Professeur: Mons. G. Belouin, Docteur-es-Lettres, Professeur i lUniversite de Caen.

Conffrences faites par les ftudiants sons la direction dun proffeur franfais (10 Conferences). Pro­fesseur : Monsieur G. Belouin. Docteur-es-Lettre^ Professeur ä lUniversite de Caen.

3. in englischer Sprache:

Fürther practical hints on English pronunciation (I Lectures) (for details see syllabus of July course), Lecturer: Mr. D. L. Savory, M. A., Professor of French and Romance Philology at the Universibf of Belfast; Formerly English Lecturer at the Unt versity of Marburg.

English Readings and Exercises (4 Lessons). Lec­turer : Mr. D. L. Savory, M. A. This is a practi­cal course of spoken English supplementary to the theoretical course on Phonetics.

JA Century Ago (13 Lectures). Lecturer: Pro­fessor A. Heber Browne (D. D. Oxon: L. L. Dv T. CD.)

'Conversation and Speeches on given subjects (rt meetings). Lecturer: Mr. Meyler, M. A.

Das Nähere ist aus dem Programm ersichtlich.

Das Honorar für einen ganzen 3wöchigen Kursus beträgt 40 M für beide (Juli und August) Kurs« von 6 Wochen zusammen 60 M. und ist im voraus n entrichten.

Zur Teilnahme an einzelnen Vorlesungen und Uebungen werden nur an der hiesigen Universität Immatrikulierte Studenten und Studentinnen gegcC Vorzeigung ihrer Erkennungskarte und solche Per­sonen zugelassen, die ihren festen Wohnsitz in Mar­burg haben. Das Honorar für die einzelne Vorlesung beträgt 4 M. Die Karten hierzu werden nur durch die Buchhandlung von Adolf Ebel, Wettergasse Ä und die Elwertsche Universitätsbuchhandlung, Reit­gasse, ausgegeben, rofi denen auch die Programme zl beziehen sind.

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