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45. Jahrg<

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Zweites Blatt

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wies Harnack auf die von der Chemnitzer Sozial­demokratie veranstalteten drei Versammlung hin, die das Thema behandeltenEvangelisch-sozialer Kongreß und Sozialdemokratie. In konzilian­ter Weise erklärte der Vorsitzende:Mr werden uns an diesen Versammlungen gern beteiligen, natürlich immer nur als Einzelperson. Er, bet Vorsitzende, bebaute lebhaft, daß es ihm nicht möglich fei, daran teilzunehmen, er würde sich gern mit Dr. Maurenbrecher auseinandersetzen, dessen Buch über dasVorchristentum" er schon nach wenigen Seiten schätzen gelernt habe ufto."

Schon der Ton, den die sozialdemokratische Chemnitzer Volksstimme-, das Organ des Abge­ordneten Noske, gegen den Evangelisch-sozialen Kongreß angeschlagen hat, hätte den Herren so viel Selbstachtung einflössen müssen, den sozial­demokratischen Versammlungen fern zu bleib n. Beispielsweise schrieb dieses Blatt in Rr. 111: Der greise Adolf Wagner habe eine lange, ost sehr rührselige Rede gehalten, die zu allen mög­lichen Gebieten hinüberschweiste, und nur von dem Ausdrucke seiner Ehrlichkeit getragen, überhaupt erträglich blieb." Auch Herr von Schulze-Gävernitz wurde trotz seiner Vorliebe für den Marxismus von derChemnitzer Volksstimme" sehr übel n« gefaßt. Sie nannte ihn denaufgeblasensten und phrasenreichsten der deutschen Prosessoren". Und am 21. Mai schrieb dieVolksstimme", diese Tag­ung des Evangelisch-sozialen Kongresses erscheine als schwärzestes Blatt in seiner Geschichte! Die Sozialdemokratie ist eben niemals zufrieden zu stellen, mag man ihr noch so große Konzessionen machen. ,

Das Umschmeicheln der Sozialdemokratie hust also alles nichts. Wenn die sozialen Pastoren und Professoren nicht auf das ganze sozialdemokra­tische Programm schwören, werden sie doch ver­donnert. Aber jene Herren, die so eifrig bemüht sind, vom Christentum zum Marxismus eine

weis, daß auch die verbrecherischen Tendenzen eines Johann Most mit irgend welchen christlichen Ideen in Zusammenhang gebracht werden.

Landgerichtsrat Kulemann-Bremen führte aus, daß sich die Sozialdemokratte aus der religions­feindlichen Zeit ihres Anfanges jetzt zu einer an­deren Ansicht bekehrt habe und die alten religions­feindlichen Aeußerungen jetzt ausdrücklich ablehne. Wenn Herr $htf ernenn die sozialdemokratische Presse genau verfolgen würde, könnte er niemals dazu kommen, eine so ungeheuerliche Behauptung

Die JnserttonSgebühr beträgt für die "gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Sug. Koch, UniversitätS-Buchdruckere, Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Eingangstor, die blickten mit ihren Rätselaugen unheimlich und unergründlich durch die Rächt.

Kantate.

von Anny Woth e,

(Fortsetzung.)

Ich bitte sehr um Verzeihung," wandte sich der Beamte an Frau Mehnert,daß wir Sie be­mühten und in Unruhe versetzten. Wir taten je­doch nur unsere Pflicht."

Das weiß ich, meine Herren. Wenn ich Sie aber um einen Dienst bitten darf, so ist es der, diese Frau da mit sich zu nehmen und dafür Sorge zu tragen, ihren Phantastereien zu Liebe nicht mehr die Ruhe harmloser alter Frauen zu stören."

Sorka, die totenbleich, ihr Haupt an einen Holzpfosten gelehnt, dastand, sah mit irrem Blick der alten Frau ins Gesicht.

Fieberschauer schüttelten ihren Körper, als sie, auf den Arm der Beamten gestützt, langsam die Treppe hinabwantte.

Sie sah nicht mit einem Blick zurück auf die alte Frau, die oben auf dem Flur stehen blieb «nd betend die Hände nach oben hob:Kantate", kam es jauchzend von den zitternden Lippen, dann stieg die kleine Gesellschaft langsam die Treppe hinab.

In ihrem Zimmer stand Frau Professor Meh­nert sttll und strich mit den zitternden Händen Über die Falten ihres seidenen Kleides und als die alte Lina endlich, noch immer die Laterne in der Hand, ins Zimmer trat, da sank sie der alten Getreuen laut aufweinend in die Arme.

Draußen jagte der Herbststurm ums Haus und fang seine wehmütigen Lieder. Goldgelbe und purpurrote Blätter nahm er mit sich '♦n bunter Fülle. Leise rieselten sie über die verwitterten Marmorleiber, die zwischen dem dürren Geäst frembartig im Mondenlicht aufragten.

Brücke zu schlagen, dürfen einen Trost auf Hl Heimfahrt mitnehmen, sie haben den Beifall bei Berliner Tageblattes" errungen. Dies t freiwillig sozialdemokratische Organ schrieb gnä­dig in Rr. 238 vom 19. Mai:Die Männer vom Evangelisch-sozialen Kongreß haben über die Eng« der Gegenwart hinausgeschaut, und sie haben einen Mahnruf ergehen lassen, von dem man wün­schen möchte, daß er wenigstens in den Kreisen bei Gebildeten nicht ungehört verhalle." Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, wer du bist!

Ein passendes Gegenstück zu der idealen Mei­nung, die gewisse Redner des Evangelisch-sozialen Kongresses von der Sozialdemokratie sich gebildet haben, ist eine Aufforderung zum Austritt aus bei Kirche, bie das sozialdemokratischeVolksblatt "üi Anhalt" in Rr. 113 vom 18. Mai 1910 veröffent­licht hat. In dem Blatte heißt es:Den Austritt aus der Kirche zu vollziehen, ifi jetzt die höchste Zeit für alle, welche die Kirchensteuer nicht länger als für das nächste Etatsjahr zahlen wollen. . . Unsere angesehensten Männer und Frauen wollen mit der alten Mumie nichts mehr zu tun haben und fordern zum Austritt aus der Kirche auf.... Das Volk mutz endlich wieder einmal ehrlich und anständig werden. Das einzige Mittel ist der Aus­tritt ans der Landeskirche."

Diejenigen Pastoren, die. Wortführer auf dem Evangelisch sozialen Kongreß in Chemnitz gewesen sind, dürsten sicherlich die Letzten sein, die imstande sind, dem Austritt der Anhänger der materialisti- sch.: Sozialdemokratie aus der Kirche entgegen zu wirken. Wenn es genügt, an denFortschritt" zu glauben, um als religiöser Mensch betrachtet zu werden, wenn den Arbeitern, die ans der Landes­kirche au8gemten sind, noch das Prädikatreli­giös" erteilt wird, dann wird der einsache Mann, dessen ganze getftige Kost in der jämmerlichen sozialdemokratischen Hetzprefle besteht, auch di« letzte Swen überwinden, das äutzere Band mit dem Christentum ,u lösen. Christentum und Kirchenseindlichkett und Sozialdemokratie alles ist ja eins und läuft aus dasselbe hinaus, daS haben sogar Pastoren gesagt Es ist höchste Zeit, daß aus den Reihen der gläubigen Christen eine Gegenbewcgung entsteht, damit endlich das Tisch­tusch zwischen ihnen und denen zerschnitten werde, die Marx' Kapital für bie Bibel ansehen.

jüngere von beiden hocherrötend den Hut vom Kopse, um zwei junge Mädchen zu grüfjen, mit denen die jungen Männer an der Ecke fast zu­sammen geprallt waren.

Sein Begleiter lüstete jetzt auch mechanisch den Hut, dann sagte er lässig:

Ich glaube gar, die Mädels lachen über uns, Benno. Wer sind denn die Balger?"

Ich habe nur die eine erkannt," engegnete Benno von Lassow, auf dessen schmalem Gesicht sich die helle Röte etwas verflüchttgte.

Ach so," lachte der robusteren Freund,die Eine, die Feine, welche war es denn, die mit dem keck aufgeschlagenen Weitzen Filzhut in der blauen Malrosenjacke?"

Er blinzele seinem blonden Gefährten, der jetzt seinen Arm unter den seinen schob, luftig zu und sah ihn dann erwartungsvoll an.

Einen Augenblick zögerte Benno, dann beich­tete er, während seine grauen, etwas tief liegen­den Augen leidenschaftlich aufblitzten:

Es war Etka ®ermann, die Tochter vom Ber- lagsbuchhändler ® ermann."

Einzige?"

Nein, Dritte."

Schon faul," gab Gras Borris v. b. Gröben, der Freund und Studiengenosse des jungen Las- sows, zurück, während er affektiert die Asche seiner Zigarette abstäubte.

Aber sehr reich, wie ich glaube," wandte Benno fast schüchtern ein.

Wie Du glaubst? Menschenkind! So was muß man doch wissen! Nicht genug, daß man hier in Leipzig fast ganz auf bürgerliche Kreise ange­wiesen ist, kann man doch wirklich die äußere Ver- goämng nicht außer acht lassen, da sie das ein­zige ist, das in Frage kommt. Sind das die Leute, bei denen Du mich einführen wolltest?"

"Leute, Leute," was das für eine ÄusdruckS-

Marburg

Sonntag, 12. Juni 1910

Entgleisungen aus dem 21. Evangelisch­sozialen Kongreß.

Ueberall, wo von einem Sammelpunkt gei­stiger Strömungen gesprochen werden kann, ge­wahrt man auch Ueberschwang und überschäumen- ben Idealismus. Wenn nur die Grundstimmung eine klare und kulturfördernde ist, wird man mit gelegentlichen Seitensprüngen ideologischer Geister nicht allzu scharf ins Gericht gehen. Wenn aber, wie auf dem 21. Evangelisch-sozialen Kongreß, der am 17. Mai in Chemnitz eröffnet wurde, die Gesamtstimmung nicht mehr in der tiefen Er­fassung sozialer Probleme zum Ausdruck kommt, sondern in einer durchweg unwürdigen Um- schmeichlnng der kulturfeindlichen Sozialdemo­kratie und des Marxismus, dann ist es Zeit, daß alle diejenigen, die auf monarchischem und bürger­lichem Bode« stehen, feierlich Protest erheben gegen die Art, wie auf einem solchen Kongreß öffentliche Fragen behandelt werden. Gewiß sind auch in Chemnitz einige treffliche Worte gesprochen worden, so von Adolf Wagner, von Adolf Harnack, Vom sächsischen Ministerialdirektor Roscher, dem Sohn des großen Volkswirtes Wilhelm Roscher. Aber den Grundton prägten nicht jene führenden Geister .sondern Leute, die als Schleppenträger der Sozialdemokratie im Lager desBerliner Tage­blattes" ein hohes Ansehen genießen.

Das kam schon in der Wahl des ersten Referen­ten zum Ausdruck. Pastor Liebster-Leipzig sprach übersozialistische Weltanschauung und christliche Religion". Dieser bekannte Lobredner der So­zialdemokratie brachte das Kunsfftück fertig, eine Form der Dialektik zu finden, die dem Bedürfnis der christlichen Religion Genüge leiste, indem man den dialektischen Begriff des Mehrwerts, der von Marx in der Oekonomie angewendet wird, auf alle Lebenserscheinungen bezieht". Er fabelte davon, daß neben dem Willen zum irdischen Mehrw.ri der Wille zum überirdischen, ewigen Mehrwert auftrete. Gott sei keine wissenschaftliche Hypothese, sondern die Tatsache der vollkommenen Besriedig- ung des Willens zum ewigen Mehrwert. Der Herr Pastor wird mit seinem gekünstelten Versuche, die rein materialistische Mehrwerts Theorie von Marx, die übrigens von der national-ökonomischen Wissenschaft längst überwunden ist, mit der christ­lichen Religion in Verbindung zu bringen, nur bei unklaren Köpfen Beifall finden.

In der Diskussion hieb Professor v. Schulze- Gävernitz in die gleiche Kerbe; er brachte es fer­tig, die Ideen Karl Marx' als durchaus christliche Gedanken zu kennzeichnen. In der Idee vorn Zu- kunftsstaat lebe auch die alte Idee vom Reiche Gottes Wer an den Fortschritt glaube, sei be­reits ein religiöser Mensch, auch wenn er ein Ar­beiter und aus der Landeskirche ausgetreten sei. Wer ans der Kirche austritt, ist religiös. Ein deutscher Professor hat's gesagt. Es scheinet dar­nach, daß die Dialektik bei den führenden Geist-m des Evangelisch sozialen Kongresses große Fort­schritte gemacht hat. Jetzt fehlt nur noch der Nach-

PoMsche Umschau.

Elsaß Lothringer in der französischen Armee.

Man schreibt derOstdeutschen Korrespom denz": In der ftanzosenfrenndlichen Presse Elsaß Lothringens machte kürzlich bie Nachricht Runde daß die französische Armee noch heute 95 Generali aufweise, welche geborene Elsaß-Lothringer seien. Das ist eine stattliche Summe. Aber wir erlaube* uns zu bemerken, daß diese Zahl vor einem Jahr- zehnt noch auf 120 angegeben wurde, inzwischen also ein nicht unwesentlicher Rückgang eingetre- ten ist. Und wer da glaubte, daß diese 95 Gene­rale wirklich alle Elsaß-Lothringer tonten, bet wäre sehr int Irrtum. Obige Statistik verrät nämlich nicht, daß In ihr Nachkommen französi­scher Beamten und Offiziere, welche vor 1870 kür­zere oder längere Zeit im Lande angefteKi waren,

aber niemals gearbeitet.1

chen unglaublich schiefen Urteilen noch von so­zialen Pastoren sprechen? Das sind sozialdemo­kratische Pastoren und nichts anderes.

In der dritten und letzten Haupwersammlnng

Ein sonnengoldener Herbsttag lag über Leipzig.

In der Peterstraße und in derGrimmschen", wie der Volksmund die Hauptstraßen vonKietn- Paris" zu benennen pflegt, wogt eine lebhafte Menge auf und ab.

Die Unibetfi tätsferi en waren zu Ende.

Die Kollegien sollten beginnen und die far­bigen Mützen der wieder eingekehrten Studenten gaben ein buntes lebensfrohes Bild in dem Ge­wühl der Straßen. Ueberall sah man plaudernde Gruppen und ganze Trupps der einzelnen Ver­bindungen die Grimmaische Straße entlang ziehen. Die roten Sammetmützen der Arionen und die lichtblauen der Pauliner waren am zahl­reichsten vertreten. Und dazwischen die rosigen lachenden Gesichter schlanker Mädchengestalten, die Arm in Arm sich durch das Gewühl schoben.

Grimmsche schinden", nennen bte Leipziger Backfische das Vergnügen, den Studenten, ober wer ihnen sonst lieb ist, zu begegnen.

Manch zärtlicher, heimlicher Blick wird da ge­tauscht, manche Erinnerung wieder geweckt und zuweilen, ganz zufällig natürlich, kommt cs sogar vor, daß die Studenten gerade denselben Weg haben, wie die jungen Damen und sich eifrigst an den Besorgungen beteiligen, welche die Mädchen­welt gern und mit Ausdauer für die Mama be­sorgt, die daheim ungeduldig mit dem Mittagessen wartet.

An der Ecke des Augustusplatzes, dort, wo sich das berühmte Cafs Felsche befindet, bogen jetzt soeben zwei junge Männer in die Grimmaische Straße ein.

Plötzlich riß oer schlanke und augenscheinlich

aufzustellen.

Ein weiterer Diskussionsredner, Pfarrer Traub-Dortmund erklärte, er halte die Sozial­demokratie für einezukunftsfreudige Erschei­nung." Ein Pastor Kißling aus Hamburg be­tontedie außergewöhnliche religiöse Kraft der sozialistischen Weltanschauung". Ein Pastor Herz- Chemnitz findet in der Kirche und in der Sozial­demokratie nicht einen Gegensatz, sonderntiefe, innere Verwandtschaft" und ein Professor Gregory-Leipzig stellte sogar die Behauptung auf, daß das Christentum in den meisten Fällen ein Freund der Revolution gewesen fei und kein Feind. Die Revolution fei Gottes Recht gegen menschliche Unterdrückung. Professor Harnack schwang sich nur zu der schwächlichen Entgegnung auf:Wir haben jedenfalls gesehen, daß das Wort Revolution" sehr verschieden verstanden wurde."

Was nützte es, daß Geheimrat Roscher dem­gegenüber erklärte:Revolution ist der Bruch der Rechtsordnung, angewendet, um im günstigsten Falle wirkliche, nicht selten aber bloß vermeint­liche Uebel durch äußere Mittel zu beseitigen. Das Christentum hat mit solchen äußeren Mitteln Kann man nach sol-

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im Hafen von Calais mild.ganzen Basatzunci unhyqcgjtnawfc tuniMUih*, , Unterseeboot .PluviSse*.

TieLverhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch dir Post bezogen 2 25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 TJL

(Nachdruck verboten.) Die mächtigen Sphinxen aber vor dem

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ,Iach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage

weise ist, Borris," rief Benno von Lassow nn willig.

Ich bitte Dich, ein Buchhändler!"

Ist in Leipzig ein kleiner König," ergänzt! Benno heftig.Kennst Du denn die himmelan- strebenden mächtigen Sandbauten da draußen im Osten? Kennst Du beim das Getriebe eines sol- chen Riesengeschästes, das über die ganze Welt seine Fäden spinnt mtt seinen Hunderten von Arbeitern und seinem Bienenfleiß?"

Kleinigkeitskrämer," gab BorriS spöttisch zu­rück.Kaufmann bleibt Kaufmann. Ich liebe nun einmal diese Kreise nicht."

Aber mit ihrem Golde möchtest Du Deine Krone Dir neu vergolden," brauste Benno auf.

Wenn es nicht ander« sein kann" lächelte Borris mit seinem hübschen frischen Gesicht und zeigte luftig feine schönen Zähne.

Ich weiß garnicht, Benno, warum Du Dich so aufregst. DaS sind doch Ansichtssachen. Bei mir fängt der Mensch nun einmal beim Uradel ft9la, ich danke für Deine Liebenswürdigkeit. Ich gehöre doch auch nicht dazu."

Mh so," lachte BorriS.Rein, altes HauS, so war es wirklich nicht gemeint. Du weißt, daß es mir ganz schnuppe ist, ob Du anstatt Hans von Lassow, Müller ober Schulze heißt, wenn Du nm mein Freund bleibst, aber stehst Du, ich habe jetzt, seit den Tagen, wo ich weiß, daß wir arm sind, bettelarm, wenn auch durch eigene Schuld, einen solchen Haß auf die Besitzenden und namentlich ans die Kaufmannskreise, daß es mir ordentlich lieber- Windung kostet, in die Paläste dieser Keinen Kö­nige, wie Du sie nennst, zu gehen. Und toemt t(J baran denke, daß ich mir vielleicht au8 diesem Kreise ein Weib nehmen soll, bloß um leben zu können, bann möchte ich die ganze Gesellschaft hieb! zufarmnenschlagen."^ . (Fortsetzung folgt.) ;