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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Mn& den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."

J2133

TieOberhesiische Z-itung" erscheint täglich mit An?-nnume der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch di: Post bezogen 2 25 Ji (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 TJt.

Marburg

Freitag, 10. Juni 1910.

Die JnserttonSgebühr beträgt für die 7gcspaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

45. Jahrg,

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(Nachdruck verboten.)

rechnen, kanntlich Kreuzer ähnliche zösischen

laut ergibt, auch nicht im entferntesten die Absicht gehabt, die Nichtkatholiken in Deutschland und ihre Fürsten zu beleidigen. In der Enzyklika befinden sich einzig und allein einige historische Urteile über die Epoche des heiligen Borromäus, in denen weder Völker noch Fürsten eines bestimmten Landes ge­nannt werden. Im übrigen ist zu bemerken, daß es sich darin um Katholiken jener Zeit handelt, die sich

Fürsten sind, ist mich in jüngster Zeit sehr deutlich zutage getreten.

Bern, 8. Juni. Im hiesigen Konsistorium -erhob ein Mitglied energischen Protest gegen die beleidi­genden Ausdrücke, deren sich der Papst in seiner letz­ten Enzy..ika mit Bezug auf die Reformation und die Reformatoren bedient hat.

Braunschweig, 8. Juni. In der heutigen Sitzung der Landesversammlung wurde einstimmig eine Re- jolution angenommen, in der erklärt wird, daß ein­gedenk der Segnungen, die Deutschland und da» Braunschweiger Land durch die Einführung der Re­formation erfahren, die Landesversammlung ent-' schieden Verwahrung einlege gegen die unerhörte Herabwürdigung unter« deutschen Reformatoren, so­wie gegen den Frieden der Konfessionen in unfern Volke durch die schwer störenden Auslasiungen der römischen Krie. Minister Wolff gab namens der Regierung die Erklärung, daß das herzogliche Staatsministerium den Standpunkt dieser Entschlie­ßung als berechtigt anerkenne und auch seinerseits die Haltung der römischen Kurie tief beklage. Die Regierung werde aber nach rote vor auch den berech­tigten Wünschen der katholischen Landeseinwohner soweit als möglich entgegenkommen und auch das heiße Erbe de» protestantischen Geistes pflegen. So­wohl die Resolution wie auch die Erklärung der Re- gierung wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

dunklen Flur lei Hause« traten, bebte Sorka, leicht erschauernd, zusammen.

Weitläufig und dunkel hob sich die große Frei- trepe zum ersten Stockwerk empor und auf dem ersten Absatz, dort, wo die Treppe sich teilt, stan­den in den hohen Fensternischen drohend, wie es Sorka erschien, in Ueberlebensgröße auf schwar­zem Sockel die dunklen Gestalten zweier Dichter­fürsten, von denen ihr Rolf in den Tagen des Glückes so ost erzählte. Hoben die schwarzen Männer nicht drohend die Arme, heischten sie nicht gebieterisch: Zurück? Du hast keinen Teil an ihm?"

Sorkas hohe Gestalt durchlief ein Zittern. Uebte das alte Zaubernest, wie Rolf ost sein Vaterhaus genannt, auch auf sie seine unheimliche, zwingende Macht?

Langsam schritten sie bei dem unsicheren roten Licht der ewigen Lampe, die an schweren, schmied­eisernen Ketten an der Decke herabhing, die Treppe hinan.

Die Fresken an den Wänden, von denen ihr Rolf erzählt, daß ein berühmter Maler sie seinem Großvater zum Geschenk gemacht, gewannen in der mystischen Beleuchtung ein unheimliches Leben. Sie zeigten Opferaltäre mit lodernden Flammen, um die sich mächttge Schlangenleiber gierig empor ringelten.

Ein Grauen packte Sorka. Hier, hier wollte sie ihr Kind suchen.

Dunkle Türen schloffen den breiten Flur mst der Gallerte von dunklem Schnitzwerk nach allen Seiten hin ab, so daß es schien, als hätte das Haus nur dieses einzige Stockwerk.

Die Greisin schloß langsam die hohen Türen.

Hm,- machte der Beamte, einen Blick in die weiten Gemächer werfend,daS sind allem An­schein nach Wohmäume, die wir schon neulich in­

Kantate.

von Anny Wotbe.

"(Fortsetzung.)

Die Greisin preß'e die Lippen fest aufeinander. Es drängte sie, der blaffen Frau da entgegen zu schleudern, daß ihr Sohn nicht aus Feigheit vor Strafe entflohen, sondern des Kindes wegen, daß er retten hoffte vor der eigenen Mutter. Aber toozu? Mit dieser Frau dort fand sie doch nie einen Weg zur Verständigung.

Die roten Lippen Sorka Petifis das war ! der Künstlername der Frau des Rechtsanwalts I ;®r. Rolf Mehnerts kräuselten sich hohnvoll, I als sie den inneren Kampf der alten Frau ge­wahrte.

Ihr Wort in Ehren, gnädige Frau," sprach sie weiter,ich nehme an, daß Ihre Frömmigkeit, die uns Kinder der Welt Berge iveit von Ihnen scheidet, Ihnen verbietet, die Unwahrheit zu sagen, -aber ich möchte Ihnen doch nicht vorenthalten, daß ich entschlossen bin, dieses Haus nicht eher zu ver- I lassen, als bis ich jedes Winkelchen darin durch­forschte. Da ich wohl mit Recht annehme, daß Sic mir nicht so ohne Weiteres die Durchsuchung gestatten werden, habe ich mich des Schutzes der I Behörden versichert." I

Die milden blauen Augen der alten Frau über I t»cr scharf gebogenen Rase funkelten jetzt zornig I auf. Ein Zittern lief durch ihre Gestatt, nur I mühsam zwang sie sich zur äußere» Ruhe. Mit hastigen Schritten ging sie znr Türe, um diese zu vffuen. Sie prallte zurück, als sie im Vorzimmer -wei Mariner gewahrte, die ihre alte Dienerin, die ganz blaß an der Türe lehnte, augenscheinlich inem Verhör unterzogen.

»Sie wünschen, meine Herren?" fragte Frau

Professor Mehnert kühl.

Die Herren wiesen sich als Beamte der Kri­minalpolizei aus, die beauftragt waren, eine Haussuchung vorzunehmen, ob der von Belgien aus wegen Kindesraub und Totschlag verfolgte Rechtsanwalt Dr. Rolf Mehnert sich im Hause be­fände.

-Ich glaube, daß die Herren schon einmal re­sultatlos hier forschten," bemerkte die alte Frau anscheinend gleichmüttg.

Ganz recht," gab der eine der Beamten zurück, wir wußten damals noch nicht, daß sich hier im Hause geheime Verstecke befinden soffen, von denen Herr Rechtsanwalt Mehnert seiner Gattin früher ost erzählt. Sie soffen zu Zeiten der Freiheits­kriege bereits Flüchtlinge zum Verbergen gedient haben. Gnädige Frau hier glaubt, die Verstecke nach den Beschreibungen ihres Gatten finden zu können."

Die alte Frau richtete sich jäh auf. Es war als wachse ordentlich ihre kleine Gestalt.

Zünde die Laterne an, Lina," gebot sie der vor Angst bebenden Dienerin, die ihr hrlseflehende beschwörende Blicke zuwarf,ich selbst werde die Herren führen und die Frau hier," fügte sie, auf Sorka deutend, hinzu,die bis jetzt noch niemals einen Fuß in das Vaterhaus ihres Mannes setzte, weil es ihr zuspießbürgerlich" war, die mag, damit wir vor ähnlichen Belästigungen zukünfttg sicher sind, Zeuge fein, daß nicht vielleicht noch irgend ein Winkelchen ohne Beachtung bleibt."

Auf das Gebot der alten Frau schritt Lina mit schlotternden Gliedern und der schwankenden Laterne in der Hand vorauf, die anderen folgten schweigend. ]

Als sie aus dem Vorzimmer in den halb­

bleiben, weil eine gefehliche Einigung mit den widerstrebenden Anliegern nicht möglich sei. Der An.rag wurde ebenfalls angenommen. Der Kom- mifsionsberatung verfielen die Anträge des Aba. Ecker-Winfen (ncttl.) betr. die hausroirtfchaftliche Unterweisung der weiblichen ländlichen Jugend und betr. Schaffung von Naturparks. Die Denkschrift über die Ausführung des Ansiedlungsgefetzes in den Ostmarken wurde durch Kenntnisnahme erledigt. Das Haus vertagte sich auf Donnerstag: Interpella­tionen über die Enzyklika, Krondotation, Feuer­versicherungen.

Heber imS Wußtet der KrieEe. I

Das moderne Kriegsschiff ist seinen Vor- I willigung der ersten Rate des Ersatzschiffes lau- gängern, besonders aber den Vertretern der Segel- I fen, muß in Frankreich, wo die Lebensdauer schifsperiode an Kampfkraft sowohl in offensiver I ebenfalls von der Bewilligung an rechnet, das toi: in defensiver Hinsicht so unendlich überlegen, I Ersatzschiff schon fertiggestellt sein, wenn die » man für den Vergleich dieser beiden verschie- I Lebensdauer des zu ersetzenden Schisses abläuft, denen Typen kaum einen passenden Ausgangs- I Die Ersatzfristen der französischen Schiffe sind Punkt findet. Nur in einer Beziehung zeigte das I also, wenn man als Bauzeit für ein Schiff drei alte Segellinienschiff eine Ueberlegenheit, nämlich I Jahre annimmt, um diesen Zeitraum kürzer als tu bezug auf die Lebensdauer. Ganz uneinge- I die der deutschen Schiffe.

schränkt gilt dieser Satz jedoch auch nicht; denn I Bei den übrigen Marinen hat eine gesetzliche tieben dem Beispiel des Nelsonschen Flaggschiffes I Regelung des Lebensalters der Kriegsschiffe bis- Victory", das bekanntlich noch heute als v: Dienst I der nicht stattgefunden. Die Streichungen aus gestelltes Schiff auf dem Wasser schwimmt, ließen I den Schiffslisten beweisen aber, daß auch dort sich zahlreiche andere Schiffe anführen, die schon I die oben angegebenen Grenzen als angemessen ans der Helling infolge der Holzfäule unbrauch- I angesehen werden. Es verlautet, daß das einzu­bar wurden. War ein Schiff aber aus gesunden I bringende österreichische Flottengesetz eine Ersatz- Hölzern erbaut und wurde es sorgsam instand I frist von 18 Jahren für große Schiffe vorsehen gehalten, so konnte es ein ganz respektables Alter I toirb.

erreichen. Natürlich hat dieVietory" schon seit langem keinen Gefechtswert mehr, aber bereits bei Trafalgar konnte sie auf eine lange, ruhm­volle Laufbahn zurückblicken und hatte, da 40 Jahre feit ihrem Stapellauf vergangen waren, ein Alter erreicht, wie es keinem der stärksten und modernsten Schiffsriefen, wenigstens nicht im aktiven Dienst, beschieden sein wird.

PoMsche Umschau.

Zur Vorromäus-Euzyklika.

Rom, 8. Juni. DerOsservatore Romano" wird Beute abend folgende Note veröffentlichen:Ange­sichts der in Deutschland auf Grund Irrtümlicher Auslegungen und wenig genauer Uebersetzungen der letzten Enzyklika des Papstes zutage getretenen Er­regung sind wir ermächtigt, folgendes zu erklären:

Alt« hpn SIlrtrTnmi'rtiott I ®et heilige Vater hat in der Enzyklika Elitas Saepe

-PUllUUlUUCn. I bet, welche er anläßlich des Gedächtnistages des hei-

_7. «ogrordnetenhanfe ligen Barromäus veröffentlicht hat und welche da­wurden am Mittwoch zunächst einige Reckmungs- I t.«

fachen erledigt. Bei der dritten Beratung des Ee- I tau ""zielte, die Irrtümer der Modernisten zu be- fetzeniwurfes betreffend die Reisekosten der Staats- | kämpfen, wie auch augenscheinlich sich aus dem Wort­beamten waren von den Parteien die in gemischter cv,;r s.:.r I Lesung abgelehnten Anträge wieder eingebracht. An-

. Och'sfe /wr Segelschfffszeit kam eben I genommen wurden der Antrag Dr. Schröder-Cassel

von den beiden Faktoren, die das Veraltern eines I (natl.), welcher die Regierungsvorlage wiederher- Kriegsschiffes herbeiführen, nämlich erstens die I stellt und die Tagegelder für die 1 2. und 3. Klasse normale Abnutzung und zweitens die sortschrei- I QUf 85, 28 bezw. 22 M festgesetzt und der Antrag von tenbe Technik, der letztere nicht in Betracht. Fast I Osten (kons.) u. Gen., wonach die Tagegelder bei »Wei Jahrhunderte lang änderte sich in der Bau- lT* n9etietee" uni?

weift, der Einrichtung und der Bestückung des gliÄÄ 24 Stunden beendet wer-

Lang zum Eisen und Stahlschiffsba.t trat ein wurden abgelehnt, der Gesetzentwurf Im übrigen in U S , -

Wechsel' ein. Allerdings wird auch das moderne I der Kommissionsfassung angenommen. Die gestern I _ _ Gefühle des Papstes gegen Deutschland und ferne Schiff durch den Gebrauch abgnutzt, und zwar ^gebrochene Beratung über die Petitton um Abkin- Roch schneller aber, als durch die Abnutzung, ver- I bet Frauen als Mitglied von Schulkommissionen «ltet das moderne Schiff, das Kriegsschiff wie der I wurde zur Berücksichtigung, eine andere um Ableh- Handelsdampser, durch den schnellen und rast- I nun- lebet weiteren Einschränkung bet Verkaufszeit losen Fortschritt der Technik. Vervollkommnung I an Sonn- und Feiertagen zur Erwägung und eine des Materials, verbesserte Konstruktion, neue Er- findungen aus jedem Gebiete, sie alle wirken zu- übe7wiestm Abg sammen, die Lebensfrist des Kriegsschiffes zu be- I von Mitgliedern fast aller Parteien unterzeichneten schränken. I Antrag betr. den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Es

Im allgemeinen kann man heute* mit einer I müsse mit aller Energie im Interesse von Leben und Lebensdauer von etwa 20 Jahren für Linien- I Eesundheit des Publikums auf die Befolgung der schiffe und Panzerkreuzer, von etwa 15 bis 20 I Verordnungen gedrungen werden, die vom Bundes- Jahren für kleinere Schisse (Kreuzer) und von 10 I bes ßde^Do^l ^

US 15 Jahren ^rTorpebo- und Uitterseeboote I Die Berliner Schutzleute kümmerten sich so gut wie Durch das deutsche Flottengeseh ist be» I gar nicht um Hebertretungen, die durch die Auto- bie Lebensdauer bet Linienschiffe und I mobilfahrer begangen würden. Wenn ein Privat- auf 20 Jahre festgesetzt worden. Eine I mann gegen solche Uebertretungen Anzeige erstattet, Bestimmung wird durch den neuen frag- I er nicht, ob ihr Folge gegeben werde, da er Flottengesetzentwurs, der sich in mehr I nufneHKtnß^,l.^r?U,l* * * * * * 9 ®ie, Wettfahrten

als einer Hinsicht ziemlich eng an das deutsche ManmöoeÄ ?et?n'

.Flottengesetz anlehnt, getroffen §ier toirb die Straßen für solche Rennen ^bauen Der Antrag

.Lebensdauer der alteren Linienschiffe und Kreuzer I wolle den Automobilverkehr weder beseitigen noch nuf 25, für die neueren, fpäter als 1909 begon- I einschränken, sondern nur bewirken, daß er sich dem neuen, auf 20, für Torpedo- und Unterseeboote I allgemeinen Verkehr in gehöriger Weise einstige, auf 17 Jahre begrenzt. Ein Unterschied, der bis- I 'Beifall.) Der Antrag wurde mit großer Mehrheit her toohl meistens überleben worden ist beliebt I angenommen. Abg v. Brandenstein (kons.) begrün- b^^M !>Ee zwffch?» d?r StaaksbahnverE^

schen Gesetz. Wahrend nämlich in Deutschland die I Anliegern. Ost müßten jetzt Projekte unausgeführt

Deutsches Reich.

Bermählnng im Kaiserhaufe. Neues Palais, 8. Juni. Heute mittag fand die Vermählung de» Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen mit bet Prinzessin Agathe von Rattbor und Corvey unk Teilnahme des Kaiserpaares, der Kronprinzessin, de kaiserlichen Prinzen und Prinzessinnen, der Anver wandten, einer großen Zahl von Gästen, des Reich» kanzlers, der Minister usw. statt. Im Apollosaal wurden die Ehepakten abgeschlossen. Die stand:» amtliche Eheschließung wurde durch den Oberhof marschall Grasen Eulenburg vollzogen. Die kirch- licho Trauung vollzog in der zu einer Kapelle um» gewandelten Jaspis-Galerie Oberhofprediger Dry» ander, welcher seiner Ansprache den vom Prinzen Friedrich Wilhelm ausgewählten Spruch Coloffer 3 Vers 14lieber alles aber ziehet an die Liebe, di« da ist das Band bet Vollkommenheit" zugrunde legte. Bei der Ealatafel im Marmorsaale brachst der Kaiser einen Trinkspruch auf das Hochzeitspaar aus, worin er die Königin Luise als traditionelle» Vorbild der Familie, das Christentum als Grund­pfeiler jeder christlichen Ehe hinstellte. Nach Schluß der Tafel begaben sich die Neuvermählten nach Schloß Seitenberg.

Beileid des Kaisers. Dresden, 8. Juni. Der Kaiser richtete an den König von Sachsen anläßlich des schweren Unglücks von Königsbrück ein Tele­gramm, in dem er ausfpricht, daß ihn das Unglück, dem fo viele brave Soldaten des 177. Regiment» zum Opfer fielen auf das schmerzlichste bewegte und dem König angesichts des seltsamen Verhängnisse« seine herzliche Teilnahme versichert. Der König erwiderte: Meinen herzlichen Dank für Dein so wohltuendes Beileid bei dem schweren Unglück, da» meine Armee und mich unverhofft getroffen hat. Die 8. Kompagnie des 12. Jnf.-Regts. Nr. 177 ist auf dem Rückmarsch vom Exerzieren vom Blitz ge- troffen worden. Drei Leute waren leider gleich tot, vier erlitten schwere Brandwunden und drei ganz leichte- vier sind schon gesund. Das Regiment und damit meine ganze Armee ist stolz auf Deine Für- fc'-L-. In treuer Freundschaft Friedrich August

Ausland.

** Dr. Roosevelt. Oxford, 1. Juni. Roose- bdt, der zum Doktor des bürgerlichen Rechts er­nannt wurde, htelt heute in der Universität «tm Ni rlesung über biologische Analogien in der @t- schichte. Er gab einen Ueberblick über die Ent- Wickelungen und Veränderungen, die sich im Laufe bet Jahrtausende im Tierreich vollzogen haben und stellte dem die mannigfachen Wand­lungen der Menschrassen bei ihren Wanderungen über die Erde und bei ihren gegenseitigen Berüh­rungen gegenüber. Die heutigen großen Nationen feien künstliche Vereinigungen gänzlich verschie. dener Rassenthpen, aber das Moment «rationaler Einigung übe einen weitaus stärkeren Ltnsluß all alle Rassenmomente.

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spizierten. Ich bin überzeugt, daß hier niemand verborgen ist. ES handelt sich um die oberen Räume, deren Ausgang, wie die gnädige Frau uns mitteilte, schwer zu finden ist, da er von den Wohnräumen hier aufwärts fiihrt. Die Treppe ist «ns neulich entgangen. WaS enthalten die oberen Räume?"

einige Mansardenstuben und Bodenkam­mern," gab die alte Frau zurück.Bitte, hier ist die Treppe."

Lina stieß mit der Laterne klirrend gegen bk Wand. Die höchste Verzweiflung lag in ihren Blicken, die sie ratlos auf die Herrin gerichtet

Halte die Laterne gerade, Lina", gebot Frau Professor Mehnert streng,Du wirst sie jet* brechen."

Zitternd leuchtete Lina die ganz schmal« Treppe hinan, die, durch einen dunllen Vorhang verborgen von einem fast lichtlosem Zimmer zum oberen Stockwerk führte.

Jetzt waren alle oben auf einem schmalen Korridor angelangt, von dem eine Menge ein­zelner Türen in verschiedene Räumlichkeiten führ- Xen. Gelassen öffnete die alte Frau eine Tür nach der andern.

Die Beamten durchsuchten sorgsälttg prüfend jede Ritze, jedes einzelne Gemach.

Lina leuchtete dazu mit zitternder Hand. Sorkas duntte Augen glühten wie im Fieber. Sie mußte ja ihr Kind finden. Hier in dem ölten Spukhause mit seinen düster« Heimlichkeiten hielt man eS verborgen. Wer weiß, wie nahe sie fetzt ihrem Liebling war.

Mr finden nichts, gnädige Frau," toembtt sich ber Beamte an Sorka, bte letzte Tür schfle- fcenb,ich glaube, wir sind fertig hier eben.* n

(Fortsetzung folgt)") |