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vinzen im allgemeinen wesentlich bedeutender als in den westlichen, insbesondere geht ste im Osten durch­weg über den Staatsdurchschnitt von 19,1 v. H. des Ertrages hinaus, wogegen sie im Westen (einschließ­lich der Provinz Sachsen) überall darunter bleibt, am meisten wie auch bei der Verschuldungsstatistik von 1902 im Rheinland und in Kesten-Nassau; in diesen beiden Provinzen ist sie mit noch nicht einem Zehntel des Ertragswertes durchaus geringfügig.

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Herrenhaus.

Sitzung vom 31. Mai.

B Stm Ministertische v. Breitenbach, v. Moltke

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Lt.

Warten wir hier draußen im Dunkeln bis zur letzten Minute."

Er trat in den Schatten eines Schuppens. Aengstlich schmiegte sich Tina an ihn an.

Ach, Stanislaus," flüsterte ste.Ich habe so großes Vertrauen zu dir habe du auch Ver­trauen . . .*

Das habe ich ja."

Dann sag' mir das große Rätsel deines Lebens . . ."

Ein leiser Fluch entfuhr seinen Lippen. Wenn es hell gewesen wäre, hätte man sein höhnisches Lächeln sehen können.

Kannst du es denn gar nicht erraten?"

Nein . . . gewiß spielt aber eine Frau eine Rolle darin."

Ja, eine Frau, die mich rasend liebt, die ich aber deinetwegen verschmähte."

Ach Erika?"

Nein eine andere größere Dame . . ."

Ist eS möglich die Baronin . . ."

Ja aber schweig' jetzt man kommt mit Licht laß uns in den Bahnhof gehe», der Zug muß gleich kommen."

Zwei Personen näherten stch ihnen, der Gen­darm und ein Stationsbeomter, welcher eine hell­glänzende Blendlaterne trug.

Als daS Pärchen an ihnen vorüberschlüpfen wollte, rief der Gendarm ihnen ein energischer Halt!" zu.

Was wollen Sie von uns?" fragte Stanis­laus trotzig.

Da legte der Gendarm die Hand auf Stanis­laus Schulter und sprach:Im Namen des Ge­setzes Sie sind verhaftet, Stanislaus von Prokowsky ..

Stanislaus wollte sich koSreißen, doch der

dienen, während 4>te Lehrtätigkeit als solche dem­gegenüber zurücktritt.

Die Amtsstellen sind hiernach mit Anweisung versehen worden.

Befugniffe der staatlichen Baubeamte«.

Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat i» Erweiterung früherer Anordnungen Bestimmun­gen erlassen, um die Selbständigkeit der Baube­amten der Staatshochbauverwaltung zu heben und ste von minderwichtigen Dienstgeschäften zu entlasten. Insbesondere sind die Kostengrenzen, innerhalb deren die Baubeamten der Provinzial­instanz Entwürfe und Anschläge selbständig prü­fen und feststellen, erhöht. Die Prüfung von Rechnungsbelegen bei den Provinzialbehörden darf in einfachen Fällen den technischen Bureau- beamten mit eigener Verantwortung übertragen werden. Die Ortsbauamten sind ermächtigt, Bauten bis zu 300 Mark abgesehen von den schwierigen Fällen und unter Vorbehalt bestimm­ter Einschränkungen sür Domänenbauten selb­ständig zu erledigen. Die Befugnisse der OttS- bauamten zur Anweisung von Rechnungen und Abschlagszahlungen sind erweitert. Die Baube­amten dürfen ferner weniger wichtige Dienstge­schäfte den technischen Bureaubeamten zur selb ständigen Erledigung übertragen, sowie sie zu auswärtigen Dienstgeschäften heranziehen. End- . lick dürfen nach dem Ermessen der RegierungS- . Präsidenten zur Vertretung von Ortsbaubeamten in gewissemUmfange technische Bureaubeamte heran­gezogen werden, sofern andere höhere Baubeamte des Hochbaufaches in dem Baukreise nicht vor­handen sind.

Publikum eingesunden. Die Truppen hatten wie stets in einem länglichen Viereck, der Form deS Platzes entsprechend. Aufstellung genommen. Dir Parade wurde kommandiert von Generalleutnant v. Below. Der Kronprinz in der Uniform deS 1. Garderegiments traf in Vertretung des Kaisers mit der Kronprinzessin im Automobil im Stadt­schloß ein, ebenso vom Reuen Palais her im Kaiserlichen Automobil der König der Belgier in der Uniform seines Dragoner-Regiments. DaS Automobil zeig'e die belgische Flagge. Der König und der Kronprinz, welche beide das Band deS Schwarzen Adlerordens angelegt hatten, stiegen im Schloßhofe zu Pferde. Die Kaiserin traf mit der Königin der Belgier in einem offenen vier­spännigen Wagen ein, mit ihnen die Prinzessin Viktoria Luise. Die Hoftrmier war abgelegt. Der chinesische Prinz Tsai-Tao kgm von Berlin mit der Eisenbahn und wurde am Bahnhof von eine, kaiserlichen Equipage abgeholt. Mit ihm kamen Staatssekretär v. Schoen, der chinesische Gesandte und die Mitglieder der chinesischen Stu- dienkommission. Die fürstlichen Damen und Um­gebungen sahen der Parade von den Fenstern der Stadtschlosses aus zu. Bei ihnen befand sich auch der italienische Minister des Auswärtigen Mar­quis di San Giuliano. Der Kronprinz ritt mit dem König der Belgier die Fronten ab und nahm

Deutsches Reich.

Bom Kaiserhofe. Potsdam, Zur Parade der Garnison Potsdam, Vormittag um 10 Uhr bei günstigem Lustgarten stattfand, hatte sich ein

Pfand gegeben gefunden. Das war wirklich zu dumm.

Jetzt mußte er doch den Nachtschnellzug nach Hamburg benutzen! Und Tina mitnehmen?! Ach. das alberne Mädchen! Aber ihr Sparkassen­buch hätte er gern gehabt. Nun, in Hamburg würde man ja weiter sehen; dort konnte man das Sparkassenbuch verpfänden und dann auf Nim­merwiedersehen verschwinden. Tina mochte dann zu ihren Eltern zurückkehren, sie hatte dann doch wenigstens einen Roman in ihrem Leben gehabt.

Unter diesen Gedanken die ihm wild und un­geordnet durch den Kopf wirbelten, packte er seinen fteinen Handkoffer. Dann wartete er, bis alles auf dem Hofe in tiefem Schlummer zu mhen schien, und schlich sich in den Garten.

Tina erwartete ihn schon, zitternd von Angst und Hoffnung auf das große Glück, das ihrer wartete.

Ach, Stanislaus, ich bringe dir ein großes Opfer . . ." flüsterte ste seufzend.

SM," sagte er ziemlich barsch.Man darf uns nicht hören. Hast du alles?"

Ja . . ."

Auch das Kassenbuch?"

Ja und noch mehr Geld, das ich dem Schreibttsch Papas entnommen habe. . ."

Das ist gut. Du bist doch ei« liebes Mädchen . . ."

Er zog ste mit sich, und so eilte« sie der Station entgegen, die wohl eine halbe Stunde enffernt lag.

Als sie den Bahnhof erreicht hatten, fprengte ein Reiter an ihnen vorüber ein Gendarm, welcher vor dem Bahnhof aus dem Sattel sprang, die Zügel einem Bahnarbetter zuwarf und ta den Bahnhof eilte.

Der Zug ist noch nicht da." sagte Stanislaus.

Zur Verschuldung des land- und forst- wirtschaftl. Grundbesitzes'in Preußen 1908 bemerkt dieStatistische Korresp." vom 14. Mai er. (Jahrgang 36, Nr. 78), daß nach § 15 des Reichs­erbschaftssteuergesetzes vom 3. Juni 1906 ein Viertel .des Erbschaftssteuerbetrages, welcher auf die den Gegenstand des Erwerbs bildenden land- und forst- wirtschaftlichen Grundstücke einschließlich der dazu geWrige« Gebäude und des Zubehörs entfällt, nicht erhoben wird. Bei der erstmaligen Darstellung der ftnanziellen Wirkungen des Gesetzes für das Rech­nungsjahr 1908 hat die Reichsstatistik u. a. auch den Ertragswert (d. h. das fünfundzwanzigfache de» Reinertrages, den die Grundstücke nach ihrer bis­herigen wirtschaftlichen Bestimmung bei ordnungs­mäßiger Bewirtschaftung nachhaltig gewähren kön- neu) oder von der gedachten Vergünstigung betrof­fenen land- und fortwirtschaftlichen Grundstücke so­wie die darauf haftenden, behufs Berechnung der Steuer von jenem Werte in Abzug gebrachten Ver­bindlichkeiten (Schulden und Lasten) mitbereücksich- tigt, so daß sich die Verschuldung des durch Erwerb von Todes wegen oder Schenkung unter Lebenden in andere Hand übergegangenen ländlichen Grund- Lefitzes erkennen läßt. Es betrug bet den steuer- pflichtigen Erb- und Schenkungsanfällen der Er­tragswert der land- und forstwirtschaftlichen Grund­stücke in Preußen (einschließlich 202 500 JL Nieder- schlagungen) 30 683 094 <M, während sich die Schul- denlast auf 5 864 377 M (einschließlich 64 255 M bei Niederschlagungen) oder 19,1 v.H. de, Ertrags­wertes belief; nach der Verschuldungsstatistik von 1902 belief sich die Verschuldung bei den selbstän- dtgen Landwirten im Hauptberufe auf 31,1 Hundert­teile ihres Grundvermögenswertes.

Wie die Statistik bemerkt, können sich aus den Verschuldungsziffern der Lrbschastssteuerstatisttk eines Jahres natürlich noch keine genügenden An­haltspunkte für die Beurteilung der ländlichen Ver- schuldung im allgemeinen ergeben; solch« würden Eber sicher bei der Fortführung der Statistik im Laufe der Zeit hervortreten; fteilich werde sich dabei immer bemerkbar machen, daß die Deszendenten und Ehegatten von der Erbschaftssteuer und somit auch von der Erbschaftssteuerstatisttk nicht berührt werden.

Während bei der Statistik der ländlichen Ver­schuldung von 1902 die Provinz Westpreußen die höchste Durchschnitsverschuldung im Staate aufwie», steht sie bei der Erbschaftssteuerstatistik für 1908 hin­sichtlich der Verschuldung der vererbten oder ge­schenkten Grundstücke unter den östlichen Landes­teilen am günstigsten da. Weitaus am meisten, und zwar recht bedenklich verschuldet, erscheinen die durch Erbgang oder Schenkung in andere Hand gelangten Besitzungen in den Provinzen Posen und Ostpreußen, welche Landesteile auch sonst bei den selbständigen Landwirten im Hauptberufe ein hohe, Berschul- dungsprozent zeigen.

In Uebereinstimmung mit den früheren Ver- schuldungsaufnahmen ist die Verschuldung der 1908 erbgangs- oder schenkungsweise auf neue Erwerber übergegangenen Grundstücke in den östlichen Pro-

PoMsche Umschau.

Befreiung von der Verbrauchsabgabe.

Der Finanzminister hat bestimmt, daß die Be­freiung des in öffentlichen wissenschaftlichen Lehr­anstalten verwendeten Branntweines von der Ver­brauchsabgabe nur dann zu gewähren ist:

1. Wenn in der Anstalt ständig eine planmäßig geordnete Lehrtätigkeit von besonders hierzu an­gestellten Lehrkräften ausgeübt wird; 2. wenn diese Lehrtättgkeit den Hauptzweck der AnstalÜ bildet; 3. wenn die Verwendung des Brannt­weines mit der Lehrtättgkeit in unmittelbarem Zusammenhänge steht.

Universttäten sind öffentliche Anstalten, bei denen die Voraussetzungen unter 1 biS 3 liegen. Dasselbe ist bei den einer Universität zur Aus­übung der Lehrtättgkeit angegliederten Einrich- tungeit und Sammlungen anzunehmen, sofern nicht im Einzelfalle besondere Gründe entgegen­stehen. Dagegen fehlen die Voraussetzung.« unter 1 und 2 bei solchen öffentlichen wissenschaft­lichen Versuchsanstalten und dergleichen, an denen zwar auch eine Lehrtättgkeit betrieben wird, deren Hauptzweck aber in der Förderung von Land­wirtschaft und Gewerbe oder in wissenschaftlicher Forschung besteht, sowie bei öffentlichen Museen, die in erster Linie allgemeinen Kulturaufgaben

Er zündete die Lampe an, um sein Gepäck in Ordnung zu bringen. Da sah er auf dem Tisch einen Brief liegen, den der Briefträger Wohl schon am Nachmittag gebracht haben mußte. Die Hand­schrift der Adresse war Stanislaus vollkommen fremd. Sie war die einer ungebildeten Person, grob und kritzelig geschrieben, kaum daß sein Name leserlich war.

Rasch öffnete er den Brief, aber kaum hatte er einen Blick hineingeworfen, als er erbleichte.

Auf einem von einem großen Blatt Papier ab- gerissenen Fetzen waren nur wenige Worte slüchttg geschrieben, dennoch erkannte Stanislaus die Handschrift Krummachers. Die eilig hingeworfe­nen Worte lauteten:

Machen Sie sich aus dem Staube höchst« Gefahr Haussuchung Ihre Brillanten ge­funden ich in Haft genommen kaum Zett gefunden, Kassiber meiner Tochter zuzustellen fort so rasch wie möglich. K.

Eine Weile stand Stanislaus wie betäubt da. Dann fluchte er laut. Es war aber auch zu dumm vor einer Minute glaubte er sich noch gerettet und fetzt sah er sich von einer noch größeren Gefahr bedroht.

Wie war man nur dazu gekommen, bei Krum- . machet Haussuchung zu halten?

Gewiß hatte der Mensch irgend einen Schwin­del wieder angestellt und war dabei hereinge­fallen. Und dabei hatte man den Brillanten seinen Brillanten, den er Krummacher als Unter-

(Nachdruck verboten/

Um Ehre und Recht.

Roman von O. Elfte«.

(Fortsetzung.)

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Marburg

Donnerstag, 2. Juni 1910

Die Etatsberatuna wurde beim Bauetat fort- gesetzt und genehmigt.

Beim Justizetat wünschte Graf v. Hoenrbroech Einheitlichkeit bei Anrechnung des Einjährigen- dienstjahres. In Münster z. B. werde den jungen Juristen das Dienstjahr angerechnet, in Bonn nicht.

Minister Beseler erklärte: Früher wurden die Einjährigen nicht so scharf zum Dienst herangezogen wie jetzt. Heute könne von einem erfolgreichen Stu­dium während der Dienstzeit nicht mehr die Rede sein. Das Dienstjahr werde aber nach dem zweiten Examen auf das Dienstalter angerechnet.

Prof. Adolf Wagner bezeichnete es als einen un­erhörten Zustand in der heutigen Zeit, daß die juristischen Studenten keine Ahnung von National­ökonomie hätten.

Minister Beseler erwiderte, daß er sich mit dieser Frage bereits beschäftige.

Der Etat wurde genehmigt. Es folgte die Be­ratung des Ministeriums des Innern.

Herr Dr. v. Dziembowski brachte einen von allen Seiten des Hauses unterstützten Antrag ein, der ein Gesetz verlangt, wonach alle Kinder unter 14 Jahren die der Verwahrlosung anheimzufallen drohen, der Fürsorgeerziehung überwiesen werden sollen, wenn sie auch noch nicht verwahrlost find.

Oberbürgermeister Dr. Lentze (Magdeburg) ver­langt für solche Kinder Familienerziehung. Dies« würde wirksamer sein und auch weniger Anstalten notwendig machen.

Gras Finck v. Finckenftein: Die Zeit sei zu ernst als daß sich die bürgerlichen Parteien den Luxus leisten könnten, sich untereinander zu befehden. Die Nationalliberalen drängen in die agrarikchen Kreise und hetzten den Großgrundbesitz und den kleinen Grundbesitz gegeneinander. Es wäre Zeit, daß die Parteien vas Staatswohl über das Parteiinteresse stellen. (Beifall.)

Herr o. Buch erklärte, daß er nach dem Auftreten der Sozialdemokraten im Abgeordnetenhause und im Reichstag nicht an die erziehliche Wirkung des Par­lamentarismus glauben könne.

Der Etat wurde genehmigt. Mehrere kleinere Etats wurden debattelos genehmigt, ebenso der Han­delsetat, der Bergetat und das Etatsgesetz.

Die nächste Sitzung soll Mitte Juni stattfinden.

TieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch di: Post bezogen 2 25 <* (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeiwngSstellen und der Expedition (Markt 21), 2 TJl.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

erspart werden. (Lebhafter Beifall.) Der Antrag Eickhoff wurde schließlich abgelehnt.

Bei der Beratung der Denkschrift über die Aus­führung des Anstedlungsgesetzes in Posen und West­preußen legte der Abg. ». Kessel (kons.) als Bericht­erstatter ein reiches statistisches Zahlenmaterial vor, welche« als Beweis für die erfolgreiche Tätigkeit der Ansiedlungskommission dient. Abg. v. Tilly (kons.) erklärte, daß seine Partei das Änsiedlungs- werk mit allen Kräften weiter fördern würde und von bet Regierung ermattete,, daß Re auf dem be­tretenen Wege fortschreiten werde. Die meisten An­siedler kämen wirtschaftlich gut vorwärts. Jnfolge- dessen find auch die Nachfragen nach Anstdlerstellen geJHegen. Die politischen Erfolge halten mit den wirtschaftlichen nicht gleichen Schritt. Dennoch sei nicht zu verkennen, daß die Regierungspolitik dem Vordringen des Polentums einen wirksamen Damm entgegengesetzt habe. Seine politischen Freunde brächten der Tätigkeit der Ansiedlungskommission zu Nutz und Frommen der Ostmark das vollste Ver­trauen entgegen. (Lebhafter Beifall.) Abg. Graf 6pee (Ztr.) trat der Polenpolitik der Regierung entgegen. Minister v. Arnim betonte, daß die un­erträglichen Zustände für das Deutschtum in den Ostmarken sich erst seit der Tätigkeit der Ansied­lungskommission gebessert hätten. Abg. v. Kardorsf (freikons.) äußerte seine Zufriedenheit mit der Tä­tigkeit der Änsiedlungskommission. Abg. Wamhoss snatl.) erklärte, daß seine Fraktion wie bisher für die Polenpolitik der Regierung eintreten werde. Abg. Dr. v. Jazdzewski (Pole) befttitt, daß die Polen durch ihr Verhalten «egen das Deutschtum die Maßnahmen der Regierung herausaefordert hätten. Abg. v. Ströbel (Soz.) nannte die Zwangs- germanisierung der Ostmark durch die Regierung unsinnig. Die Weiterberatung wurde abgebrochen. Nachdem nach einige Netitianen debattelos erledigt waren, vertagte sich das Haus auf Donnerstag: Kleinere Vorlagen. Initiativanträge. Petitionen.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Rach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und «Landwirtschaftliche Beilage

Gendarm hatte ihn mit festen Fäusten gepackt und im nächsten Augenblick war er an den Händen geknebelt.

Folgen Sie mir," herrschte ihn der Gendarm an.Und Sie, mein sauberes Fräulein," wandte er stch an Tina, die fassungslos dagestanden, kehren Sie nur zu Ihren Ellern zurück man erwartet Sie schon . . ."

Mit einem lauten Schrei sank Tina ohnmächttg zu Boden.

xxn.

Auf Schloß und Gutshof Hambach schlief i« dieser Rächt fast niemand. Alles lag freilich in friedlichem Schlafe als um 11 Uhr der Amtsvor­steher zu Wagen mit einem berittenen Gendarm erschien und an die Tür des JnspektorhanseS pochte.

Und dann kam alles heraus! Der Amtsvor­steher war gekommen, um Stanislaus zu ver­haften.

DaS ist nicht möglich," sagte Grupe erstaunt Die Geschichte mft dem falschen Wechsel ist ap- planiett . . ."

Es handelt stch nicht um einen falschen Wech fei," entgegnete der Amtsvorsteher,sondern um die gestohlene Brillanten. Auf Ansuchen deS Un­tersuchungsrichters hat man In Berlin eine Haus­suchung vorgenommen, da hat man dann die ge­stohlenen Brillanten gefunden, und als Dieb hat sich dieser saubere Herr StaniSlauS von Pro- kowskh herausgestellt . .

Der Inspektor schlug die Hände Über dem Kopf zusammen. Da stürzte laut weinend seine Fr« herbei, einen Bttef in der Hand haltend.

Mh dieses Mädchen unS diese Schmach anzutun, da, Alter, NeS den Brief . $ ,*

(Fortsetzung folgt.)

Im Abgeordnetenhause

wurden am Dienstag zunächst Rechnungssachen er­ledigt. Abg. Rickhoff (fortschr. Vp.) begründete einen Antrag auf Einführung der Koedukation in höheren Lehranstalten, besonders für Städte, in denen keine höheren Mädchenschulen existieren. Mi- nistettaldirettor D. Schwartzkopsf erklärte, daß die Regierung nach wie vor die Koedukation ablehnen müsse, da bet Bildungsgang für Knaben im allge­meinen ein ganz anderer sein müsse als der für Mädchen. Aba. Dr. Kaufmann (Ztr.) sprach gegen den Antrag auf Einführung der Koedukation. Ab«, v. Kessel (kons.) erklärte sich namens seiner Partei­freunde kurz gegen den Koedukationsantrag. Wenn er sich in dieser Angelegenheit so kurz fasse, so sei das nicht Mangel an Interesse, sondern, werk er meine, daß vielleicht bei neuen großen Fragen lange Reden angebracht sein können, bei wiederholt be­handelten Sachen aber kurze Erklärungen genügten Dadurch würde viel Zeit und dem Lande viel Geld