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45. Jahrg.

Herrenhaus.

Sitzung

bat

Zimmer der dem Schreib­heller Schein

Länder einig« Monarch setzt« Kundgebungen

der Bevölkerung dieser schönen Tage verbringen zu können. Der sodann unter neuen stürmischen sein, Reise nach Serajewo fort.

Serajewo, 30. 9Am. Kaiser

vom 30. Mai.

v. Arnim.

wurde beim Laadwirtschafts-

Dr. Todsen-Flensburg sprach

durch einen roten Seidenschirm gedämpft war. Die Fenstervorhänge waren zugezogen, so daß der Helle Dämmerschein des Iuniab nds nicht in das halbdunkle Geniach dringen konnte.

Die Baronin saß an dem Schreibtisch und hatte eine Hand auf di« Platte desselben gelegt, wo mehrere Papiere lagen. An der anderen Seite des Schreibtisches saß ein fremder Herr, während Inspektor Grupe auf einem Stuhl nahe dem einen Fenster Platz genommen hatte. In der Ecke des Diwans kmierte Frau von Prokowskh mit ängst- Nchem, erschreckten! Auge ihrem Sohne entgegen­sehend. Man sah es ihr an, daß sie heftig ge­weint hatte.

Dir Gruppe um den Schreibtisch der Baronin glich einem Gerichtshof, der bereit ist, das Urteil über den Schuldigen zu sprechen.

Stanislaus mußte seine ganze Keckheit zusam Mennehmen, um unbefangen zu erscheinen.

-Sie haben mich rufen lassen. Frau Baronin,' sagte er böftich, ich muß um Entschuldigung bitten, daß ich über Mittag fortgeblieben bin . . .'

Die Baronin erhob wie abwehrend die Hand.

Darauf kommt es nicht an,' sprach sie mit ttftget Stimme. Es handelt sich hier um etwas Cderes. Herr Grupe wollen Sie den Sachverhalt rlegen.'

mit einem großen Gefolge nachmittags 3 Uhr hier elngelrofsen. In der Hauptstadt wie vorher aus der Fahrt durch dar Land bereitete die Be- völkernng dem Kaiser einen begeisterten Empfang. Auf den Stationen, wo bei- Zug ankielt, hielten die Bürgermeister Huldtgungsansprachen an de» Monarchen, In denen sie ibn ihrer Hingebung und unerschütterlicher Treue versicherten. In Serasewo trug der Empfang einen ebenso imposanten wie warmen und herzlichen Lharakter.

** Vom Prozeß Hofrtchlet Wie«, 30. Mai Der Prozeß vor dem Krte^^ericht gegen Ober­leutnant Hofrichter fand am Samstag. 28. Mai, nach fünftägigen Perha^nngen seinen Abschluß.

Nein, du bleibst, jetzt keine Weiche Sentimen­talität nur Strenge kann ihn bessern. Laß ihn heute nacht allein über sein Leben nachdenken morgen früh magst du ihm Lebewohl sagen.'

Darf ich ihn nicht begleiten?' fragte Julie schüchtern.

Nein, du bleibst hier. Wir werden ihn nicht aus dem Auge verlieren, er soll keine Not leiden, das verspreche ich dir, aber er soll arbeiten und beweisen, daß er ein anderer Mensch gewor­den ist. Dann mag ihm verziehen werden. Da§ kannst du ihm morgen früh sagen. Sie, Herr Jn- spettor. sorgen dafür, daß Herr von Prokowskh morgen mit dem ersten Zuge fortfährt.'

Sehr wohl, Frau Baronin gestatten Frau Barontn einem alten Diener noch ein Wort '

Nun?'

Ich bewundre Ihre Handlungsweise, aber ich fürchte, sie ist nutzlos. . .'

Das wollen wir abwartcn, alter Freund...'

Sie reichte ihm die Hand, die er ehrerbietig küßte. Dann entfernte er sich, mit sich selbst im Zweifel, ob er die edle Tat der Baronin schelten oder bewundern sollte.

Seine Frau und seine Tochter fragte«, was es denn itn Schlosse gegeben habe. Aber seiner Ge- wohnhett gemäß, über Geschäfte auch nüt Frau und Tochter nicht z» sprechen, sagte er nnr, daß

dessen um den Verlust des Gelehrten trauernden Vaterlande. (Lebhafteste Zustimmung.) Präsident Marcora gab dem tiefsten Beileid der italienischen Deputiertenkammer an dem Tode des großen Ge­lehrten Ausdruck, den er als hervorragenden Wohltäter der Menschheit pries. (Lebhafte Zu­stimmung.) Im Namen der Regierung schloß sich Ministerpräsident Luzzatti den Veileidskund­gebungen an und drückte seine Bewunderung für die glänzenden Leistungen des verstorbenen Ge­lehrten aus. (Lebhafte Zustimmung.)

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 44.

Stanislaus seines Dienstes entlassen sei, weil er sich einige Ungehörigkette« habe zuschulden kom­men lassen.

Tina lächelte. Sie wußte es besser, daSgroße Rätsel' seines Lebens trieb ihn fort von Hambach und sie, die er so heiß liebte, würde ihn be­gleiten . . .

Tief gedemütigt, aber innerlich doch froh- lockend, kehrte Stanislaus auf sein Zimmer zurüch Daß er Schloß Hambach verlassen sollte, tat ihm nicht leid, ebensowenig empfand er Reue übet seine Tat, noch dachte er mit Dank der Großmut der Baronin, welche ihn vor dem Gefängnis ge­rettet hatte. Er spottete sogar innerlich noch über ihr feierliches Wesen und ärgerte sich über seine Mutter, die sich so schmerzlich bewegt und so tief demütig und dankbar gezeigt hatte.

Und dann dachte er an die tausend Mark, welche er noch in der Tasche trug und die er znr Bezahlung des Wechsels hatte verwenden wollen. Er freute sich darüber, kein Gedanke kam ihm, daß es wohl richtig gewesen wäre, wenn er das Geld der Baronin jetzt zurückgegeben, um den An­fang seiner Reue zu beweisen.

Plötzlich dachte er an das Sparkassenbuch Tinas. Sollte er wirklich heute nacht mit ihr da­vongehen? Die zweitausend Mark reizten ihn zwar, aber er hatte es jetzt doch eigentlich nicht mehr nötig, wie der Dieb in der Rächt davonW- geben; morgens war es noch früh genug, und da würde er vornehm in einem herrschaftlichen Wagen zur Bahn fahren und konnte mft der Mene eines großen Herrn abreisen.

Mochte Tina ihn auch um 11 Uhr an der Gartentür erwarten. Er brauchte sie jetzt nicht mehr.

(Fortsetzung feiet I

| Der Inspektor stand auf, räusperte sich etwas I und begann:Heute nachmittag erschien dieser I Herr, Rechtsanwalt Doktor Fischer, bei mir und I präsentierte mir einen von dem verstorbenen I Baron acceptterten Wechsel. Ich war aufs höchste I erstaunt, da der Herr Baron während mein r fünftmddreißigjährigen Dienstzeit hier auf Schloß Hambach niemals einen Wechsel unterschrieben hatte. Weshalb sollte et das auch tun, da er ja als reicher Mann jede gewünschte Summe sofort von seinem Bankier erhalten konnte. Mir kam die Sacke verdächtig vor und ich prüfte das Pa-

I Pier. Dasselbe war am ersten Dezember des ver­flossenen Jahres ausgestellt, wo der Baron schon krank darniederlag, auch schien mir die Unterschrift verdächttg, und ich kam mit Herrn Doktor Fischer zu dem Schluß,, daß hier eine Fälschung vorliegen müsse. Ich erachtete mich nicht für befugt, dar­über zu entscheiden, was mit dem Wechsel ge­schehen solle, wir begaben uns deshalb zu der Frmi Baronin, um ihre Entscheidung anzurufen.'

Er schwieg. Die Baronin fragte:Nun, und Ihre Vermutung in Betreff des Fälschers?'

Ich möchte diese Vermutung nicht ohne be­stimmt« Verdachtsaründe aussvrechen,' fuhr der Inspektor fort.Vielleicht wird uns aber Herr von Prokowskh über die Fälschung, wenn eine wirflich vorliegt. Aufflörunq geben können, da er im vorigen Herbst und auch nach dem Tode des Herrn Barons die Sekretariats- nnd Kassenge­schäfte führte, bis ich mich genötigt sah, dieselben wieder selbst zu übernehmen, da einige Unord­nungen vorgekommen waren.'

Frau Baronin,' wagte Stanislaus schüchtern und doch in kaum zu unterdrückendem Triumph I zu flüstern,wie soll ich Ihnen danken, daß Sie I meine Ehre geschützt haben. . . I

Der Besuch des belgischen Königspaares in Berlin.

f Wildpark, 30. Mai. Das belgische Königs- paar ist heute nachmittag 5% Uhr auf der Station Wildpark eingetroffen und vom Kronprinzen in Ver­tretung des Kaisers und von der Kaiserin empfangen worden. Obwohl das Befinden des Kaiser» völlig befriedigend ist, glaubte der Kaiser mit Rücksicht auf eine ungestörte Heilung der Operationsstelle auf das persönliche Erscheinen auf dem Bahnhofe verzichten zu sollen. Bei dem Einlaufen des Zuges spielte die Musik die Brabanconne. Der König, welcher die

Stanislaus wurde in das Baronin geführt, wo bereits auf tische eine Lampe brannte, deren

Die Baronin maß ihn mit einem große«, stren­ge« Blick. Dann streckte sie die Hand «ach der Tür aus und sagte scharf:

Was ich getan, habe ich um Ihre arme Mut­ter getan fort mit Ihnen!'

ist heute mittag gestorben. (Z. war 1903 Kandidat der antisemitischen Partei in unserem Wahlkreise.)

Einweihung der Berliner Handwerkskammer. Berlin, 30. Mai. Heute vormittag wurde, wie die Abendblätter melden, in Gegenwart des Kronprinzen das in der Teltowerstraße neuerbaute Gebäude der Berliner Handwerkskammer feierlich eingeweiht. Alle Innungen Berlins und des Regierungsbezirks Potsdam hatten Vannerabordnungen entsandt.

Berfahren wegen Gotteslästerung. Leipzig 29. Mai. Prof. Ludwig Gurlitt hatte kürzlich i« Dresdener Bkonistenbund einen Vortrag über da» Thema:Kind, Religion und Schule" gehalten, wo­bei er den völligen Ausschluß des Religionsunter­richtes aus der Schule verlangte. Auf Grund der in diesem Vortrag gefallenen Ausdrücke hat die Sta"ts- onwaltschaft zu Dresden das Verfahren wegen Gotteslästerung gegen Professor Gurlitt eingeliitet

Eine Reminiszenz ans dem Mansfelder Streik. Leipzig, 30. Mai. Das Reichsgericht verwarf die Re­vision der Bergleute Schäfer und Geppert, welche von der Strafkammer Eisleben wegen versuchter Nöti­gung und Verrufserklärung während des Mansfeld« Bergarbeiterstreiks zu Gefängnis verurteilt worden waren, ebenso die Revision der Bergleute Eölser und Siching, die vom Schwurgericht Halle a. d. S. <mi gleichem Anlaß verurteilt worden waren, sowie ditz Revision des von der Strafkammer Eisleben wegen Widerstandes und Beleidigung, begangen gegen ord­nungstiftende Soldaten verurteilten Bergarbeiter» Vürhin verworfen.

Ausland.

** Kaiser Franz Joses in Bosnien. Bosnisch Brod. :>0. Mai. Unter brausendem Jubel der an­der Stadl rurd der Umgebung hcrbeigeeilicn B«- völkentng trat der Kaiser heute früh in Bosnisch» Brod ein, der ersten bosnischen Station ans bei Reise nach Serajewo. Ter Herrscher verließ un­ter den Klängen der Volkshymne und unter itfir- mischen Ziv io rufen den Hofzug und «ahm die Be­grüßung des Landeschefs und anderer Würden­träger entgegen. Auf die Huldigungsansprache des Bürgermeisters erwiderte der Kaiser, es sei ihm ein herzliches Bedürfnis gewesen, Bosnien und die Herzegowina aufzusuchen, um inmitten

Marburg

Mittwoch, 1. Juni 1910

Stanislaus wagte.kein Wort zu erwidern und schlich wie ein geprügelter Hund zur Tür hinaus.

Laß mich ihm nachgehen, Adelheid/ Julie.

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(Nachdruck verboten.)

Um Ebre und Recht.

Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

XXI.

Franz Joses ist in Begleitung der gemeinsamen Minister nnd

Impfung entstehen, könne der Importeur nicht tragen.

Minister v. Arnim gab zu, daß die jetzt ange­wandte Untersuchungsmethode möglicherweise nicht ganz einwandsfrei sei. Es würden andauernd Ver­suche gemacht, die jedoch noch zu keinem Abschluß ge­führt hätten. Darin stimmten wohl alle überein,

für gütig. Die Wahl des nationalliberalen Abg. Fürbringer (Wahlkreis Norden-Emden) wurde dem Antrag der Kommission gemäß für ungiltig erNärt Nach Erledigung einer Reihe von kleinen Vorlagen vertagte sich das Haus auf morgen. Tagesordnung: Rechnungssachen. Anträge und Petitionen.

Die Jufertionsgebühr beträgt für die Tgefpaltcne Seite oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

MchW MW mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: ,Mch Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage.«

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DieOverl>effische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch dir Post bezogen 2 25 <H (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 Ml.

Am Ministertische:

Die Etatsberatung etat fortgesetzt.

Oberbürgermeister

über die Frage der Einfuhr dänischen Viehs und meinte, solche Verluste, wie sie bei der neuen Art der

Uniform seines Dragonerregiment» mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens trug und die Königin wurden von der Kaiserin und dem Kronprinzen auf» herzlichste begrüßt. Die Fahrt nach dem Reuen Pa­lais ging durch ein Spalier von Truppen der Gar­nison Potsdam, welche bei der Vorbeifahrt der Ma­jestäten ein dreifaches Hurra ausbrachten. Im ersten , . . _______ ______

vierspännigen offenen ä la Daumont gefahrenen Wa» I Ui, habe mehr als die Hälfte ihres Kapitals in

I-d-n d-, «o,., und «... i«. t »«..iU. W" ÄÄ SSä®Ä ~

Wagen saßen die Kaiserin und die Königin. Zwei I Minister ». Rheinbaben verwahrte sich energisch Halbschwadronen vom Regiment des Gardes du I gegen den Vorwurf, daß es der Finanzverwaltung an Torps eskortierten die Wagen. Im Muschelsaale, der nötigen finanzwissenschaftlichen Einsicht fehle und

wo die Ealawache de- Regiment- des Gardes du Achte, des^Voredners Angriffe in allen Einzel-

b'orps und ein Zug der Schloßgardekompagnie und I Nach langem Debattieren wurde endlich auch der der zweite Zug der Leibgarde der Kaifertn Ausstel- I Etat des Finanzministeriums genehmigt, ebenso in Inng genommen hatten, war Empfang mit großem I KjE® die Etats der direkten und indirekten Strtritt. Nach dem großen Empfang im Muschel- I Handlung. * Lotterieverwaltung und der See­saale geleitete die Kaiserin die belgischen Herr- I s fchaften in ihre Gemächer. An dem Tee, der sodann j ~ "

in ter Wohnung der Königin der Belgier genommen I Zum Tode Robert Kochs.

»ur)e nahmen mit der Kaiserin auch der Kaiser Baden-Baden, 30. Mai. Heute Nachmfttag teil, ebenso Prinzessin Vrktoria Luise. Bei der Fa- 4 Uhr fand die Feuerbestattung des Professors milü ntafel saß der König der Belgier zwischen bet Dr. Robert Koch statt. Zugegen waren nur die Kaistrin und der Kronprinzessin, gegenüber die I Witwe, der Schwiegersohn Generaloberarzt Prof. Königin zwischen dem Kronprinzen und dem Prinzen I Dr. Pfhul, Geh. Rat Gaffky, Stabsarzt Moellers- Eitel Friedrich. Es nahmen ferner teil: die Prin- I Berlin, der Amtsvorstand Geh. Regierungsrat zessin Eitel Friedrich, Prinz und Prinzessin August I Lang, ein Vertreter des Aerztevereins Baden- Wilhelm, Prinz Oskar, Prinzessin Vittoria Luise, I Vaden und je ein Professor der Universitäten Hei- prinzeffin Friedrich Leopold, Prinzessin Viktoria delberg und Straßburg; letztere legten Kränze nie Margaretha» Prinz und Prinzessin Karl von Hohen- I

ES »**>« S, XÄtÄrtÄÄJ

nnb Prinz Georg von Ertechenland. Der König bet te8 Werk hinwies. Gaffky bemerkte, daß er nicht

Bolgier empfing den Eesanbien Baron Ereinbl. nur als Vertreter der Wissenschaften, sondern auch

Potsdam, 30. Mai. Die Frühjahrsparabe ber I als Freund gesprochen habe. Dann folgte die Potsdamer Garnison finbet morgen früh 9 Uhr in I Verbrennung. Die Großherzogin Luise hatte Gegenwart des Königs ber Belgier irn Lustgarten I gestern, derKarlsruher Zeitung' zufolge, den statt. Rach den letzten Informationen wirb der I Oberhofmarschall Grafen Andlaw «ach Baden- Kronprinz sie in Vertretung bes Kaisers abhälten. I Baben entsandt, um in ihrem Auftrage einen __________ I Kranz an der Bahre des um die Tuberkulose I hochverdienten Gelehrten niederzulegen.

Aus bett Parlamenten I 9tom- 30- ®lai- In der Sitzung der Deputier- T r .... .. tenkammer gedachte der Abg. Professor Castellino

I bc§ Hinscheidens des Professor Kochs. Er rühmte

Sitzung mit Wahlprüfungen und erklärte debattelos I un® itnb fdfjilberfc die Wichtigkeit sei-

die Wahlen ber Abg. Lehmann snatl ), Blanke (frei» I ner Entdeckungen. Castellino widmete bewegte

^.konservativ), Nissen (Däne) und Runhe (Volksp.) I Worte dem Andenken Professor Kochs und

Deutsches Reich.

Zum Besuch bes italienischen Ministers bes Aeußeren. Rom, 30. Mai.Popolo Romano" schreibt: Der sehr herzliche Empfang, ben ber Mi­nister bes Aeußeren Marquis bi San Giuliano in Berlin gefunben hat, besonders bas Wohlwollen des daß kein krankes Vieh eingeführt werden dürfe. I Ättifers, der trotz seines lästigen Unwohlseins ihn « - it"»«««««-»- lich ausgesprochene Ansicht zurück, daß an Stelle von I unterhalten wollen, fei um so erfreulicher, als dies Defizitanleihen Eisenbahnanleihen aufgenommen I ein beredter Beweis dafür fei, daß der Reichskanzler koUten. Der R^ner.erging sich in mannia- oon feinem letzten Besuch in Rom und von der Zu- fachen abfälligen Kritiken über die Ftnanzverwal- I . ' - H L

hing und führt darauf den schlechten Kurs unserer I sammenkunst in Florenz bte besten Eindrücke mit« Anleihen zurück. Die Deutsche Bank, deren Direktor | genommen habe. Auch die spontanen einstimmigen Kundgebungen der Presse aller Parteien zeigten die Beziehungen der beiden Nationen unter einem Hellen und klaren Horizont. Das deutsche Volk, das den höchsten Grad in der Entwicklung feiner Kräfte er­reicht habe, wünsche sicher lebhaft den Frieden. Da» italienische Volk wisse, daß das Anwachsen seiner Hilfsmittel in den letzten 20 Jahren wesentlich bte« f:m Bündnisse zuzuschreiben sei, das die sicherste Ga­rantie für den Frieden gewesen fei und fein werde. Safier sei es begreiflich, daß jede Kundgebung und Ärntinu 15t derselben Absichten und Gefühle bei ben interessierten Völkern lebhafte Genugtuung Hervor­rufe. Berlin, 30. Mai. Heute mittag fanb bei dem Staatssekretär v. Schön zu Ehren bes Ministers San Giuliano ein Frühstück statt. Nach dem Früh­stück holte bet Reichskanzler Son Giuliano ab, tim mit ihm bas Kaiser Friedrich-Museum zu besuchen.

Besuch italienischer Industrieller. Berlin, SO. Mai. Abends traf unter Führung bes Präsidenten, des Vizepräsidenten und des Generalsekretärs b?r Turiner Handelskammer eine Gesellschaft von Tu­riner Kaufleuten und Zndusttiellen ein, um bet deut­schen Hanbels- unb Jndustrieweli bie Einladung zu bet 1911 in Turin stattfinbenben Weltausstellung zu überbringen. Die Herten weilen bis zum 4. Juni in Berlin unb begeben sich bann nach Hamburg, Düffelbors, Köln, Koblenz, Mainz unb Frankfurt a. M. Am 3. Juni veranstaltet bet Reichskanzler ein' Gartenfest für sie. Die Berliner Festlichkeit würbe organisiert von ber Berliner Hanbelskamrner, ben Aeltesten bet Kaufmannschaft unb bet staubigen Aus­stellungskommission bet Potsdamer Handelskammer.

Tod zweier Reichstagsabgeordneter. Frank­furt a. b. O., 30. Mai. Der Reichsiagsabgeorbnet« für ben Wahlkreis Frankfurt, Gymnastal-Profeffor Detto (natl.), ist, wie bieFrankfurter Oberleitung metbet, heute nachmittag hier an Lungenentzündung gestorben. Dresden, 30. Mai. Der Reichstags- abgeorbnete Oswald Zimmermann (Reform-Partei)