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Rardacy eröffnet. Ls ist dies dl« dritte Spielzeit enter der Direktion Emil Sieger. Der humorvolle Schwant gibt einem großen Teil des Personals Ge­legenheit, sich dem Marburger Publikum vorzuftelleu; es find in den Hauptrollen die Herren Direktor Ste» ger, Dr. Hans Latzbiegler, Albi« Schupp und Karl Luley und die Damen Antonie Steger. Winni Wol­ters, Hedwig Richter. Helene Schuhmann und Selka Steinfeld beschLstigt. Beginn der Darstellung ist 8 Ahr, Ende 10 Uhr. Der Vorverkauf befindet fich in der Mufikalienhandlung des Herrn Neufeld. Die Preise der Plätze find auf 1,25 M für Sperrsitz, 0,80 <M für 1. Platz und 0,60 M für 2. Platz festgesetzt.

* Kolonialfest. Am Mittwoch, den 15. Juni, wird die hiesige Abteilung de» Frauenbundes der Deut­schen Kolonialgesellfchast ein großes öffentliches Ko­lonialfest in den Stadtfälen abhallen zugunsten der Gründung eines Heimatshauses für Mädchen in Keetmanshoop. Am Nachmittag findet Konzert mit Verlosungen und allerlei scherzhaften Unterhaltungen statt; am Abend folgen theatralische Aufführungen und Tanz. Hoffentlich findet das mit vieler Mühe i vorbereitete Fest bei allen unser» Mitbürger« rechte« A «klang.

* "'m hessische Volksfest in Wehrda verspricht, wie man uns mitteitt, in diesem Jahr« «och glän­zender zu »erlaufe« und noch stärker besucht zu wer- ' den, wie es schon in den vorhergehenden Jahren der Fall war. Schon jetzt find tausende Besucher ange­meldet, für deren Unterkunst der durch seine gute Bewirtung bestens bekannte Gastwitt Rudoff in Wehrda in ausreichender Weise Sorge getragen hat. Unter schattigen Bäumen und in lustigen Zelten ist fit tausende Sitzplätze Sorge getragen. Der Fest- platz Hegt herrlich an der Lahn und bietet «hu wun­derbare Ausficht auf Berg und Tal, Wiesen, Wald und Wasser. Durch die Reden deutschsozialer Reicks- toasabgeordneter und anderer Redner wird am Sonntag, 29. Mai, dem ernsten Eharatter de» Festes Rechnung gettagen. Daneben aber ist für den Froh­sinn gesorgt durch Konzert, Festball und andere Ver- anstaltungen mehr. Am Montag, 30. Mai, findet eine würdige Dismarckseier mit nachfolgendem gro­ßen Feuerwerk statt; aber auch der Frohfinn kommt wieder zu seinem Recht durch Veranstaltung eines Konzerts mit nachfolgendem Festball. Die genaue Festfolge finden unsere Leser in der heutigen Rüm­mer unserer Zeitung.

• v-ttswettuenen de, Gaue» Hesse«. Zu dem volkstümlichen Wetturnen bei der Gaufahtt de, Gaues Hessen nach Münzenberg am nächsten Sonn­tag haben fich nicht weniger als 400 Turnet ange­meldet, ein Anzahl, die auf einer Turnfahrt im Gau noch nie erreicht worden ist; im »ergangenen Jahre waren es in Ober-Mörlen nut 147, auf der Gau­fahrt nach Erotzen-Linden 1908 315 Wetturner.

* eine Sängerfahrt unternimmt am nächste» Sonntag die hiesige jHebeitofeP.

* In großer Lebensgefahr schwebte gestern ein kleiner Junge, der im sog. Freibad an eine tiefe Stelle geraten war. Ei» Jäger, der den Vorfall be­merkte, sprang dem Kleinen nach und brachte ihn auch ans Ufer. Es war die höchste Zeit, denn der Junge soll bereits besinnungslos gewesen fein.

* Strafkammer. Heute beschäftigte fich das Ge­richt zunächst mit einer umfangreichen Schlägerei- geschichte, die fich am 26. Sept. v. I. in Kleingladen­bach bei Biedenkopf abspielte. Dort fand ein Tanz­vergnügen statt, und bei dieser Gelegenheit' kam es zu einer Rauferei, wobei ein junger Mann namens Ernst durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Als Haupttäter kam ein Bursche namens G. Wagner in Betracht, der auch vom Schöffengericht in Bieden­kopf zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt wurde, wäh­rend zwei Mitangeklagte mit je 3 M Geldstrafe da­vonkamen. Heute handelte es fich nur um die Be­rufung des Wagner, der bestritt, das Messer benutzt zu haben. Da festgestellt wurde, daß eine ganze An­zahl Personen dem Angeklagten gegenübergestanden, nahm das Gericht an, daß et fich in Abwehr bekunden habe. Es mußte deshalb Freisprechung er­folgen. Zugleich warnte der Vorsitzende vor dem Gebrauch des Messers, es könne auf eine Sttafe von 1 Jahr Gefängnis erkannt werden.

Wittelsberg, 25. Mai. In der letzthin hier ab­gehaltenen Wanderverfammlung des Landwirtschaft­lichen Kreisvereins wurden als neue Mitglieder die Herren Jos. Lang-Marbach, Ad. Mann-Stedebach und Konr. Eloos-Dreihausen ausgenommen. Ferner wurde die Jahresrechnung vorgetragen und das Pro­gramm der Kreistierschau zur Verlesung gebracht: Dre Gutsbesitzer Weiershäuser sen. aus Wehrshaufen

Deutsche LlmdwittsstMliche Ausstellung in .finmbuM.

Die große diesjährige Ausstellung der Deut­schen Landwirtschafts-Gesellschaft findet vom 2. bis 7. Juni d. I. in Hamburg statt.

Es sind 670 Pferde, 1332 Rinder, 822 Schafe, 815 S»weine und 228 Zieaen angemeldet. Das »Edle Pferd-, Reit- und Wagenpferd, zählt dä­mmer 512 Tiere und das Kaltblut 157. Die Rin- t»er gehören fast sämtlich den f»genannten Tief­landschlägen, d h dem schwarzbunten Vieh auS Osttriesland, Ieverland. d-n Wesermarschen. Schleswig Holstein Mecklenburg. Rheinprovinz u. Ost und Westpreußen an. von denen einzeln« Schläge mehr auf Mast, die meisten Schläge aber auf kombiniette Milch- und Fleischleistung orien­tiert sind. Es ist befannt. daß die deutschen Vieh­schläge in den letzten zwei Jahrzehnten ganz be­deutend an Milchvroduktion und Fettgehalt zuge­nommen haben und daß die neuerdings überall in Deutschland gegründeten Kontrollvereine dl-se Bestrebungen nur unterstützen. Von den Schafen sind 444 Merinos, 294 Fltischschafe. 60 Tiere der deutschen Schläge und 18 die neu eingeführten Karakuls. Die Schweineansstellung wird die größte sein, welche die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft bislang zu verzeichnen hatte. Wie im­mer in den letzten Jahren nimmt auch in diesem Jahre wieder di« Gruppe der veredelten Land sÄweine mit 449 Tieren bei weitem die erste Stelle ein. Die nächstgrößte Gruppe war immer und ist auch diesmal wieder diejenige der Weißen Edel­schweine mit 9io Vertretern. Für die Berkshires

uns Sarnes aus Dagobeirshausen mieten auf die Vorteile der Fohlenweide bei Michelbach hin. Auch Herr Landwirtschaftslehrer Müller ermahnte die Landwirte, daß sie keine Bedenken gegen die Fohlen­weide zu haben brauchen. Bei der Besprechung über die Ernteausfichten beteiligten fich die Herren Brüne» Fleckenbühl, Kaiser - Ebsdorf, Rauch - Wittelsberg Erb-Schönsttrdt, Kerl-Taldern, sowie Scherer und Sames-Daaobertshausen an der Debatte. Allgemein war man der Ansicht, daß eine gute Ernte in Aus­sicht fei. Bei Hafer zeigt fich stellenweise etwaq Wurmstaß, bei Äiee ist in FleckenbLhl und Belln­hausen Kleekrebs aufgetteten.

* Sarnau, 26. Mai. Um in Zukunft die Ueber- schwemmungsschäden der Lahn zu vermeiden, hat man ein Projett zur Regulierung derselben in der hiesigen Gemarkung ausgearbeitet. Die Ge­samtkosten belaufen fich auf 15 000 JH, wozu die Regierung eine Beihilfe von 5000 JH in Aussicht gestellt hat.

(:) Ziegenhain, 26. Mai. Der diesjährige Pferde-, Fohlen- unb Rindviehmarkt findet am 21. Juli statt. Mit demselben ist eine Prämienverteilung und Ver­losung von Fohlen, Rindvieh, landwirtschaftlichen und Haushaltungsgegenständen verbunden.

Hessen-Nassau und Nachbargebiele.

Jesberg, 26. Rai. Am 25. Juni 1911 läuft die Pachtzeit der Domäne Jesberg ab; die Re­gierung hat deshalb die Verpachtung für weitere 18 Jahre ausgeschrieben, und zwar findet die Verpachtung am 14. Juni ds. Js., vorm. 10 Uhr, im Sitzungssaal der Regierung statt.

Offenbach, 26. Mai. Hier machte stch die vier­jährige Tochter des Fabrikarbeiters Bischos in der Bismarckstraße 8, ht Abwesenheit der Mutter, mit dem brennenden Spirituskocher zu schaffen, der nmfiel und die Kleider des Kindes ht Brand setzte Das Mädchen erlitt so schwere Brandwunden, daß «8 ihnen abends erlag.

G. Hanau. 26. Rai. Zwei Bahnbedienstete, Onkel »nd Reffe, sind fast gleichzeitig in der Ausübung ihre» Dienstes verunglückt. Der mit der Strecken­patrouille betraute Hilfsweichensteller Jakob Gräuel geriet bei Steinau unter die Räder des V-Zuges Berlin—Bafel, die ihn zermalmten. Sein Reffe, der 2Vjährig« Rangierarheiter Adam Gräuel geriet kurze Zeit darauf im Ostbahnhof Hanau unter eine Loko­motive, wobei ihm zwei Rippen gebrochen und die linke große Zehe abgequetscht wurde.

vom Westerwald, 26. Mai. Eine zahlreich be­suchte Versammlung hat stch mit dem Plan des Baues einer Bahn von Marienberg nach Setters und weiter durch das Sayntal über Isenburg, Sayn, WeiS, Heimbach nach Reuwied beschäftigt. Hierbei kämen 40 Ortschaften in Bettacht. In einer Enffchließung wird der Minister der öffent­lichen Arbeiten gebeten, die Ausführung der Bahn vorbereiten zn lassen.

Eisenach, 26. Mal. Verhaftet wurde gestern nachmittag auf dem Karlsplatz hier durch einen Polizeibeamten auch der zweite Räuber, die am vorigen Donnerstag, nachts ans dem Wege nach Hersfeld ihren Wanderkollegen überfallen und be­raubt hatten. Er ist ein berüchtigter Mensch, der „Arbeiter" Dörfler aus Etterwinden. Sein Kom­plize. der Brezel-Albett, ist schon tags vorher hier abgefaßt worden.

Heiligenstadt, 26. Mai. Ein großzügiges Pro­jett beschäftigte di« Stadtverordneten in ihrer letz­ten Sitzung. Der Plan geht dahin, einen größeren Grundstückskomplex unterhalb des JbergS von der Stadt anzukaufen, um durch gärtnerifcbe Anlagen, Aufforstungen, Bau schwedischer Blockhäuser ustv. die Gegend unterhalb des vielbesuchten Jbergs 8« verschönern. Da bei der Abstimmung Slim mengleichbeit herrschte, gab der Vorsitzende mit seiner Stimme für das Projett den Ausschlag, dessen Verwirklichung damtt gefichett ist.

Darmstadt, 26. Mai. Heute Mittag zwischen y>2 und 2 Uhr erschoß sich in seiner Wohnnng der Weißbindermeister Georg Hellmuth, nachdem er vorher seine Frau durch einen Schuß in die Schläse getötet hatte. Das Motiv soll ht Zah­lungsschwierigkeiten zu suchen fein.

Herdorf, 26. Mai. Wegen der niedrigen Loh- preife sind die hiesigen Hmtbergsbesttzer dazu über« gegangen, keine Lobe mehr zu fchälen. fonbern hn Frübiahr die Eichenstämme direkt mit dem anderen Gebölz abuttreiben. Durch die Einführung von ausländischen Gerbhölz-rn, mit denen beute das meiste Leder gegerbt wird, find die Lohpreife in den letzten Jahren um die Hälfte herunterge­gangen. In früheren Jahren erhielt man für den Zntner Lohe bis zu 9 Jt, und heute ist man froh wenn man 4 JH erzielt.

Der Kamps im Baugewerbe.

Berlin, 26. Mai. Der „Franks. Z»g." wird telegraphiert: Für die bevorstebenden Einigungs- verfuche hn Lohnkampfe des Baugewerbes find

find 83 Schweine angemeldet, für unveredelte Landschweine 44. Außerdem werden Geflügel, Kaninchen, Schäfer- und Polizeihunde und Fische ausgestellt. Für Schäferhunde findet ein Wett- Hüten und für die Polizeihunde eine Gebrauchs- Prüfung statt. Maschinen unb Geräte (Instru­mente) sowie landwirtschaftliche Bauten werden wiederum in sehr großem Umfange am Platze fein. Es sind rund 8000 Maschinen, von den größen bis zu den kleinsten, angemeldet, und die deutschen Landwirte decken auf diesen Ausstel­lungen einen großen Teil ihres Maschinenbe- tarfes. Hauptprüfungen finden statt für Unter­grundlockerer. Spiritttslamven und Entkrautungs- malchinen. Für die Vorprüfung find 125 Maschinen angemeldet.

Eine fehr reichhaltige Ausstellung ist die von den landwirtschaftlichen Erzeugnissen aller Art. Wir finden hier Trinkmilch, Butter, Käfe .Samen aller Att, Braugerste, Brauweizen Weine, Obst­weine, alkoholfreie Gettänke, Weiden, Flachs, Hanf, Obst. Konserven. Dünger, Futtermittel, landwirtschaftliche Literatur ufto.

Besonders hinzuweisen ist aus die Aus­stellungen der Saatbauvereine, die sich neuerdings in Deutschland zur Erzielung ausgezeichneter ©aafgitofi'äten unter der Aegide der Deutschen Landwirschafts-Gesellschaft manchen Orts gebildet haben. Besondere Anziehungspunkt werden auch die landwirtschaftlich wunderhübschen Ausstel­lungen des Kalisvndikgts und der Salpeterprodu­zenten bilden. Für Moflereiprodufte. Weine, Obstweine und alkoholsteie Gettänke find u. a. besondere Pavillons errichtet.

jetzt endgültig die nachfolgenden Herren M Un­parteiischen gewählt worden: Der Vortragende Rat im Reichsamt des Innern Geh. Regierungs­rat Dr. Wiedfeldt, Oberbürgermeister Beutler- Dresden und der Gerichtsdirettor Dr. Prenner- München. Am Freitag den 27. d. M. werden im Reichstagsgebäude die Vertreter der Arbeitgeber «nd Arbeitnehmer unter Beteiligung der Unpar- lettschen zu einer ersten Besprechung zusammen treten. Es werden vertreten sein der Arbeitgeber­bund für das deuffche Baugewerbe, der Zenttal- verband der Maurer. Zimmerer, Bauhilfsarbeiter und der christlichen Bauarbeiter Deuffchlands. Die Generalkommission der Gewerkschaften veröffent­licht im „Vorwärts" eine neue Aufforderung an die organisierte Arbeiterschaft zur Unterstützung der Bauarbeiter. Es sei mit einer längeren Dauer der Aussperrung in erheblichem Umfange zu rechnen und die Zahl der Ausgesperrten mit ihren Familien sei so außerordentlich groß, daß fie auf die Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft an­gewiesen seien.

ScbiffsuuMck fm Kanal.

Calais, 26. Mai. Das Unterseeboot „Plu- viose" ist infolge eines Znfammenstoßes mit einem Postdornpfer gesunken. 23 Mann der Be­satzung des „Pluviose" sind ertrunken.

Paris, 26. Mai. Das Unglück ereignete fich, als das Unterseeboot „Pluviose", welches Tauch- Übungen vornabrn, unterhalb des den Hafen ver­lassenden Postdampfers „Pas de Calais" durch­schwimmen wollte. Die Mannschaft des Unter­seebootes bestand aus dem Schiffsleu'nant Callot, dem Schifssfähnr'ch Engel und 25 Mann. Das Unterseeboot „Pluviose", welches 450 Tonn n faßte, war im Jahre 1907 nach den Plänen des Jng-nieurs Laubeuf gebaut worden. Der Post damvker „Pas de Calais" gehötte der Rordbahn gesellschaft.

Calais, 26. Mai. lieber den Untergang des Unterseebootes „Pluviose" wird Wetter ge­meldet: D-r Damvser „Pas de Calais" der regel­mäßig zwischen Dover und Calais fährt, hatte fachen den letztgenannten Hafen verlassen, als eins seiner Schaufelräder einen außerordentlich heftigen Stoß erhielt. Der Dampfer stoppte, der Kapitän alaukste zunächst, er hab- eine unter Was­ser befindliche Bose berührt. Dann aber tauchte hinter dem Dampfer ein kleines Fahrzeug auf in dem man das Unterseeboot erkannte. Da der Ka­pitän niemand an Bord des Unterseebootes be- merfte. ließ er klar machen, um Aufklärung zu er­halten. Die Mannschaft des Bootes ruderte nun an das Unterseeboot heran, klopfte an seine Wände, erhielt aber keine Antwort. Bald darauf verlank daS Unterseeboot in den Fluten. Es stellte sich hermts. daß eS der „Pluviose" war, der 23 Mann an Bord batte und eine halbe Stunde zuvor von Calais in See gegangen war. Zweifel los batte es eine Tauchübung vorgenommen und war im Auaenblicke des Wi-deroufinuchens von einem Schaufelrade der „Pas de Calais" ge­troffen worden. Der Dampfer bat einiae Be­schädigungen erlitten und kehrte nach Calais zu­rück. Die Passagiere werden mit einem anderen Dampfer befördert. Man kann sich nicht erklären, wie das Unterseeboot auf einem von so vielen Schiffen befahrenen Wege eine Tauchübung bat vornehmen können. Die Nachricht von dem Un­glück rief die größte Bestürzung hervor. Zwei Schleppdampfer sind nach der Ünglücksstätte ab­gegangen.

Calais, 26. Mai. Der „Pluviose" war um 12 Uht 30 Min zu einer UebungsfaHr! ausge­laufen und tauchte um zwei Uhr unter. Als sich das Boot unter Wasser befand, wurde es von dem Damvfer „Pas de Calais" angerannt. Wäh­rend der Dauer von zehn Minuten ragte der Vor­derteil des „Pluviose" drei Meter au8 dem Wasser hervor. Dann verschwand das Boot ganz. Rach der Havarie des Dampfers zu fchließen war der Zufammenstoß außerordentlich heftig und der „Pluviose" muß durchbohrt worden sein.

Paris. 26. Mai. Nach einer offiziellen Mit- teüung hatte der „Pluviose" 27 Mann Besatzung, darunter drei Offiziere. Die Schleppdampfer und Torpedoboote sind um 9 Uhr abends wieder zu­rückgekehrt ohne etwas neues zu berichten. Das Wetter ist fchön.

C a l a iS, 26. Mai. Ueber den Untergang deS Unterfeeboo'eS „Pluviose" wird weiter gemeldet: Der Kapitän des Postdampfers „Pas de Calais" hatte ungefähr eine Seemeile entfernt eine Art Wrack bemerkt und sofort den Befehl erteilt, rück­wärts zu fahren. Die Geschwindigkeit, mit der das Schiff fuhr, verhinderte aber den augenblick­lichen Erfolg des Manövers und so ereignete sich der fürchterliche Apsarnrnenstoß. Da der Dampfer

Einen besonderen Anziehungspuntt der dies­jährigen Ausstellung wird die kolonialwirtschaft- liche Abteilung bilden, in der unter Leitung der Deutschen Kolonial-Gesellschaft Produkte deutscher Kolonien in reicher Auswahl zur Vorführung kommen.

Eine Ausstellung für stch bildet die wissen­schaftliche Ausstellung, die aus einem gewaltigen literarischen, kartographischen und graphischen Material, sowie aus Modellen aller Ätt besteht. Die Landwirtschaftskammer für Schleswig-Hol­stein, die Landherrenschaften der Hansestadt Ham­burg, die Deutsche Landwirtschafts Gesellschaft selbst, die deuffchen Genossenschaften, Melio­rationsämter, die Generalkommission der land- wirffchaftliche Hauptverein für Mecklenburg u. v. a. werden ihre gemeinnützige Tätigkeit hn Bilde darstellen.

Einen wichtigen Punft dieser Abteilung bildet die feit einigen Jahren eingerichtete Ausstellung für Landarbeit, welche die Betriebsabteilung der Deuffchen Landwirtschafts Gesellschaft arrangiert. In mannigfachen Darstellungen wird zunächst auf di« allgemeine volkswirschaftliche Bedeutung der Landarbetterftage bingewiefen. Die Darstellungen Aber die Binnenwanderung im Deutfchen Reiche und in Preußen zeigen die für das Land un­günstige Bevölkerungsbewegung. In diefer Ab­teilung haben avsgestellt verschiedene Landwirt- fchastskmmnern, die Deutsche Feldarbetterzenttale der Fürsorgeverein für deutfche Rückwanderer, die Güterbeamten. In den verschiedensten Dar­stellungen wird hier der Bedarf an menfchlichen Arbeitskräften und dessen Schwankungen fftt He

„Pas de Calais" ebenfalls beschädigt war, kehrt« er ebenfalls nach Calais zurück. Die Reisenden fuhren um 4 Uhr nachmittags mit einem andere« Dampfer nach Dover. Mehrere Torpedoboote, Torpedobootszerstörer, Schleppdampfer, Bagger­schiffe und Schwimmdocks mit Rettungswerkzeu­gen sind an die Unfallstelle abgegangen, habe« aber die Stelle, wo das Unterseeboot liegt, nicht gefunden. Man Weitz nicht, ob die Besatzung des Tauchbootes noch lebt. Nutzer der gewöhn­lichen Besatzung hatte die „Pluviose" noch drei Offiziere der Unterseestation von Calais an Bord In Calais selbst herrscht ungeheuere Aufregung. Auf der Mole verfolgt die Menge ängstlich das Rettungswerk.

Kunst und Wissenschaft.

# Berlin, 26. Mai. Die von Prof. Pannwitz or­ganisiert« wissenschaftliche Teneriffa-Erpedition sand nach programmäßiger Durchführung der physiologi­schen und astronomischen Arbeiten im Hochgebirge des Pic von Teneriffa nunmehr ihren Abschluß. Die unter Führung von Geheimrat Zuntz-Berlin mit den physiologischen Untersuchungen über die Höhen- und Sonnenwirkunq beschäftiaten beatirhen. österreichi­schen und enalifchen (Mehrten find bereits in ihre Heimat zurückgekehtt. Jetzt hat auch der französische Astronom Mascart seine Beobachtungen im Obser­vatorium auf dem Monte Guajara beendet. Die bei wolkenlosem Himmel wochenlanq ohne Unterbrechung fortgesetzte Beobachtung des Halleyschen Kometen führte zu sehr wertvollen Ergebnissen und lieferte namentlich vorzügliches pbotogravbisches Material. Zualeich mit dem Franzosen (ehren auch die Mit­glieder des Observatoriums in Potsdam, welche stch in den letzten Wochen in Teneriffa vorzuasweife mit Untersuchungen über Luft-Elettrizität beschäftiaten, mit dem Dampfer „Eav Bianco" des 5>amburg-Süd- amerika-Dienstes zurück. Die wissenschaftlichen Er­gebnisse der Expeditton sollen demnächst veröffqat- licht werden.

Unpolitische Tagesnachrichten.

Ein Ballonunglück- In der Eifel ist ein un­bemannter Freiballon gesichtet worden, von dessen Insassen bisher jede Spur fehlt. Man hegt Be. fürchtungen. daß eS sich möglicherweffe um «inen in Köln abgelaflenen Ballon handelt, über dessen Verbleib bisher jede Nachricht fehlt. Aus Trier wird über den Fall berichtet: Heute, Mittwoch, früh um 4 Uhr überflog ein Ballon so niedrig den Eifelort Meisburg, daß er einen Schornstein umriß. Einwohnern gelang es nicht, den Ballon der keine Insassen batte, herabzuziehen. Der allon kam aus der Richtung Köln und folg in der Richmng Witifich. Man vermutet, daß ein Un­glück passiert ist. AnS Köln wird dazu gemeldet: Der Ballon „Busleh" fft am Dienstag Abend gegen 7 Uhr in Köln aufgestiegen und nahm die Richtung noch der Eifel. BiS jetzt ist über de« Ballon nichts bekannt, eS ist nicht unwahrschein­lich, daß der Ballon, der in her Eifel treibend und angeblich unbemannt gesichtet wurde, der „Dus­ley" gewesen ist. Der Kölner Klub für Lustschiff- ftbrt bat bisher von den Lustschiffern keine Nach­richt erhalten.

Erdbeben in der Schweiz. Bern, 26. Mai. Heute früh 7 11 br 12 Min wurde ein heftiges Erb"» ebebn int größten Teile der Schweiz versvürt. — Straßburg, 26. Mai. Nach den Mitteilungen der biestaen Hauptstation für Erdbebenforschmtg ist das Erdbeben von beute früh nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Elsatz in Altmünsterol und bei Gebweiler beobachtet worden. In Alt­münsterol war der Stoß so heftig daß Leute, die sich die Schuhe banden, umfielen daß Betten ver­schoben wurden und dergleichen. Wie von jen­seits der Grenze, so nus Montreux-Cba'eau bei Belfort bekannt wird, find dort die S^öße noch heftiger getoefen als auf deutscher Seite. DaS Erdbeben scheint feinen AuSgana von der bürgen« difchen Pforte aenommen nt haben.

Folgenschwer« Unvorsichtigkeit. Brünn, 26. Mai. Der Oberleutnant Redelhammer tiefte mtt einer Browninaspistole. die er für ungeladen hielt, im Scherz auf die Frau des BcmkdireftorS Schimek. Möglich entlud sich die Pistole und traf die Frau ht die Brust. Als der Oberleutnant fast was er anaerichtet hatte, schoß er fich eine Kugel in den Kopf, die ihn sofort tötete. Die Fran ist lebensaeföhrlich verletzt.

Vermischtes.

Zwei Bräute für einen Bräutigam. Jüngst waren in der Kirche zu Sabiau für eine Trauung Braut und Bräutigam eben niebewfniet, als plötzlich eine zwette Braut, geschmückt mit Kranz und Schleier geradewegs auf den Altar zuging und die rechtmäßig bereits standesamtlich ver­bundene Braut von ihrem Platze zu verdrängen

verschiedenen Wirtschaften und für einzelne land­wirtschaftliche Arbeite« gezeigt werden; es wird auf die Möglichkeit bingewiefen werden, mensch­liche Arbeit durch zweckmäßige Arbeitsanstellung, doch fortschreitende Verbesserung der technischen Hilfsmittel, durch mechanische und bauliche Ein- richungen usw. zu vermindern oder ganz zu er­sparen. Auch He Wohlfahrtspflege kommt in Ausstellungen des Deutschen Arbeitgeberverban­des, der Pattiotischen Gesellschaft, dcs Deutschen Vereins für ländliche Wohlfahrts- und Heimat­pflege, von einzelnen Künstlern, des Landpilcge- verbandes, der Deutfchen Gesellschaft für Volks­bäder, des Guttemplerordens, des Fortbildungs- schnlwesens usw. zur Geltung.

Alles in allem verspricht die Ausstellung für jede Art der lcmdwirtfchaftlichen Betätigung di« reichhaligsten Anschauungsmittel und die größt« Förderung zu bringen, so daß ein Besuch für jeden Landwirt und Liebhaber der Landwirtschaft zu empfehlen ist- Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 2. Juni durch den Jcchrespräsi- benten der Gesellschaft, den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin eröffnet und dauert biS zum Dienstag, den 7. Juni abends. Eine Ver­längerung ist ausgeschlossen. Die Verbindungen zum Ausstellnngsplatze sind in Hamburg sehr günstige, auch die Unterkunftsverhälinifle find durchaus geregelt; es besteht ein eigner WokmungSnachweiS-Hamburg, Ferdincmdstr. 29.

Kataloge, Führer, He illustrierte AusstellungS- zettung, find schon jetzt zu beziehen von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Berli» SW., Dessauer Straße 14.