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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ,Iach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

45. Jahrg«

M 122

Riederweimar,

Rtederwal-ern,

malischen Schwierigkeiten keinen Anlaß mehr geben. In der persischen Sache ist Italien kaum interessiert und dürfte al» neutraler Staat gegen englisch-rus­sisch« Monopolbestrebungen von seinem Rechtsstand- punkt aus die gleichen Einwendungen zu machen haben wie Deutschland. Der italienischen Politik näher liegt die zur Zeit sehr aktuelle und verwickelte Kretafrage. Man kann annehmen, daß Herr San Giuliano alle Seiten dieses Problems mit dem Reichskanzler durchsprechen wird. Die deutsch« Po­litik mutz, wenn sie auch die bekannte Flöte nieder­gelegt hat und sich nach wie vor gleich reserviert ver­hält, doch die Entwickelung dieser Frage und die Rückwirkung, di« diese Entwickelung auf die andern Fragen haben kann, mit Aufmerksamkeit verfolgen. Indes liegt nicht der geringste Anlaß vor, anzuneh­men, daß über die Beurteilung der Balkansituation eine prinzipielle Meinungsverschiedenheit zwischen der deutschen und der italienischen Politik bestehen könnte.

Damm und Lohra sowie von allen Post- anstalten und Landbriefträgern entgegengenom­men.

auf 40 Mann, welche auf dem Muhengeriposten be­lassen wurden, zurückgezogen worden.

Ter heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 43.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennig«. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei Inhaber Tr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. Telephon 65.

Ausland.

** Frankreich. Paris, 26. Mai. Im Minister, rate erklärte der Kriegsminister, die Reservisten, die am 23. Mai in Rimes meuterten, hätten gestern exerziert, ohne daß etwas vorgekommen sei. Ihr Gesundheitszustand sei gut. Die Meuterei sei einer« seitS darauf zurückzuführen, daß zahlreiche Reser­visten glaubten, man würde sie in Rimes lassen, statt ins Lager zu schicken, andererseits auf die Ge­genwart einiger Hitzköpfe, die noch von dem Wahl­kampf aufgeregt seien. Seitens der Militärbehörde werde die Untersuchung fortgesetzt. Die Rädels­führer sollen vor das Kriegsgericht gestellt, die an­deren Schuldigen disziplinarisch bestraft werden

* Albanien. Konstantinopel, 26. Mai. Wie die Blätter melden, verständigte der Minister des Innern alle Gouverneure, daß der Aufstand in Albanien als beendet betrachtet werden kann.

Politische Umschau.

Allerhand au» dem Elsaß.

General Bonnal war bei den Denkmalsweihen des Souvenir Francais bei Noissevill« 1908 und Weißenburg 1909 zugegen als offizieller Vertreter Frankreichs. Al» Ehrenvorsitzender der Societö de prevoyance et dr fecout» muhtet» des Alsaciens- Lorrains hat er in Paris eine Rede gehalten, in der er davon sprach, wie das arme Elsaß-Lothringen von den Beamten und Eingewanderten (meisten, Preu­ßen") ausgesogen werd«,die gleich einer Wolke von Heuschrecken auf das Reichsland niederfielen". Nach­dem er ganz im Sinn« de» Akademikers Maurice Barrös darauf hingewiesen, daß es di« Pflicht der jungen Elsaß-Lothringer sei, das Land nicht zu ver­lassen. sondern dortmit leidenschaftlichem Eifer den französischen Gedanken zu pflegen", sagte er von den genannten Feiern:Ich hab« die Genugtuung gehabt, diesen beiden Feiern, di« ein Jahr auseinander­liegen, beizuwohnen die erste großartig, die zweite von sehr ergreifendem Charakter. Ich werde Ihnen wegen der kurzen Zeit die unverneßlichen Feste von Weißenburg, die die Tage vom 16., 17. und 18. Ok­tober 1909 umfaßten, nicht beschreiben. Es genüge zu sagen, daß am 17. Oktober, in dem Augenblick, als gegen 4 Uhr die Hülle vom Denkmal fiel, die fran­zösische Nationalhymne ertönte, von 250 elsaß-loth­ringischen Musikern gespielt, und auf die Menge einen Eindruck hervorrief, den Worte nicht beschrei­ben können." Sn diese Sätze anschließend, rief dann Eenneral Bonnal den elsaß-lothringischen Kindern zu:Wenn die immanente Eerechttgkeit nicht ein leere» Wort ist, so werdet ihr eine» Tages, wie wir hoffen, das Land eurer Väter wieder französisch wer­den sehen." Sehr richtig bemertt dazu dielägt. Rundschau": Im Landesausschuß hatte die reichs­ländliche Regierung das Weißenburger Fest als durchaus harmlos hingestellt: die Ausführungen des General Bonnal stimmen damit doch wohl ganz und gar nicht! Allerdings hatte dieser offizielle Ver­treter Frankreichs auch jenem intimen Diner in Weißenburg beigewohnt, bet dem der deutsche

Marburg

Somabend, 28. Mai 1910.

Reichsiagsabgeordnete Preiß den Toast auf das französische Vaterland ausbrachte.

Die Erklärung derRordd. Allgem. Zeitung wird in der englischen und ftanzösischen Presse eifrig kommentiert. DerMahn' schreibt, er habe nicht gesagt, daß der Kaiser das Wort vomeuro­päischen Staatenbund' ausgesprochen habe; aber die Theorie, die der Kaiser seinen Ideen von der Eintracht unter den europäischen Staaten zu- gtunbe legt, kommt dem Projette eines Friedens­bundes gleich. Im übrigen hat der Kaiser stch wiederholt ftanzösischen Besuchern gegenüber über ähnliche Projekte geäußert; so im Jahre 1896 im Gespräch mit dem Grafen von Franqueville, und im vorigen Jahre mit hqn Friedensapostel d'Estournekle de Constant.

Wozu also der Lärm, wenn derMahn' nicht denedlen* Zweck verfolgt, den Deutschen Kaiser wegen angeblich persönlicher politischer Aeuße- rungen wieder mitten in neue Polemik hinein zu­stellen, speziell in Deutschland.Standard* und Daily Expreß* meinen, daß die Erklärung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung* als kalte Douche auf diejenigen einwirken werde, die sich noch immer einzureden suchen, daß die deutsche Polittk in irgend einer Weise von Gefühlsmomen­ten beherrscht werde, und daß die deutsche Flotte gle'chsam als ein Oelzweig für die anderen Stationen angesehen werden müsse.Was immer der Kaiser zu Pichon gesagt haben mag. die Tat­sache, auf die es uns ankommt, ist, daß die deut­sche Politik ebenso bleiben wird wie bisher.*

Wenn sie so bleibt, so wird die Welt noch lange Frieden haben; je weniger sich unsere Pottttk von Gefüblsmomenten leiten läßt, umso bester für uns und andere.

Deutsches Reich.

Zur Wahlrechtsvorlage, die heute im Abge­ordnetenhause verhandelt wird, wird gemeldet: Das Zentrum hat zur Wahlrechtsvorlage beantragt, die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses wiederherzustellen. Die Konservativen und Nationalliberalen find gestern vormittag um 10 Uhr zu Fraktionssitzungen zusammengetreten, während da» Zentrum nachmit­tags um 8 Uhr noch eine Vorstandssitzung abhielt und die Freisinnigen erst heute früh Fratttonssitzung haben.

Deutfch-Ostaftika. Berfin, 26. Mai. Aus Deutsch-Ostafrika meldet der stellvertretende Gou­verneur, daß eS der zur Verfolgung deS Häupt­lings Lukarra in Ruanda entsandten Askari Abtei­lung nicht gelungen ist, der Mörder des Pater Lou- plas habhaft zu werden. Letztere flohen teilweise in Höhlen, teilweise in das Gebiet der belgischen Kongokolonie. Beim Eindringen in diese Höhl-.n wurde Seutnant Falkenstein von der kaiserlichen Sckntzttuppe am Knie leicht verwundet, ist aber wahrscheinlich schon wieder dienstfähig. Bei der Verfoloung der Miet. bei der ein Askari schwer verwundet wurde, leisteten die belgischen Behörden bereitwillig Unterstützung. Stadem das mili­tärische Unternehmen aegen den Häuptling Lukarra an der sich auch die Eing-borenen eifrig beteiligten, beendet ist. sind die Tntppen und die Polizei bis

Bestellungen

für den Monat Juni 1810 auf dieOberhesfische Bettung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedi- ttsn (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Reustadt, Wetter, Ebs­dorf, Hachborn, HeSkem-Mäkln, Lei­denhofen, Dreihaufen, Wittelsberg,

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bet Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

Oberheff. Ztg* gestattet.) _ Marburg, 27. Mai.

Städtische». Am nächsten Montag halten die Stadwerordneten eine Sitzung ab.

Stadttheater. Das letzte Gastspiel des Emser Kurtheaters (Direktion Herrn. Steingötter) bracht« gestern abend eine weniger bekannte Operette:Ma­dame Sherry" von Maurice Ordonnean, Musik von Hugo Felix. Leider ließ der Besuch gegenüber den beiden ersten Vorstellungen stark zu wünschen übrig Merkwürdigerweise, dennMadame Sherry" hri zweifellos sogar vor derDollarprinzessin" manche Vorzüge, von derGeschiedenen Frau" ganz zu schweigen. Die widerwärttg sentimentale Rote fehlt ganz, und frivol wird man die vereinzelten, etwa» gewagten Witze auch gerade nicht nennen könne«. Statt dessen finden wir eine schlagenden Witz, über- sprudelnden Humor und eine famose Situattons- komik; das genügt vollkommen für einen heiteren Abend. Besonders geistvolle Szenen wird man nicht erwarten. Der schwache Besuch gestern abend bewie» aber, wie sehr das Publikum sich vonSchlagern" blenden läßt. Zn dieDollarprinzeffin" und die Geschiedene Frau" geht man, denn sie muß man gesehen haben,Madame Sherry" ist unbe­kannt. Die Darstellung der Operette fand den ge­bührenden lauten Beifall, oft bet offener Bühne. Da» Ensemble brachte vor allem einen lebhafte^ guten Humor mit und spielte flott und fteudig. Sogar Frl. Lore Scholz'reizender" Pantoffel geriet tn Bewegung und flog ins Orchester. An einzelnen Leistungen seien wieder die komischen Talente der Herren Heising als Onkel Sherry und Fery als Ana- tole hervorgehoben. Auch die Damen brachten gute Leistungen, so Frl. Wallä als Nichte Jane und Frl. Westen als Mtsttgrette. Das Orchester verdient ebenfalls Anerkennung.

Sommertheater Bad Marbach, Kurhaus. Mit einem lustigen, übermütigen StückEine tolle Nacht" wird am Sonntag, 29. Mat, das Sommertheater in

TieOberheffifche Zeit««»" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch di: Post bezogen 2 25 «Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 TJU

Deutschland und Italien.

Am Sonntag wird der italienische Minister de» Auswärtigen Marquis di San Giuliano in Pots­dam vom Kaiser empfangen werden. Ebenso wie Herr von Vethmann-Hollweg vor zwei Monaten stch nach Nom begab, um dem König von Italien seine Aufwartung zu machen, kommt nun der Letter der auswärtigen Politik Italiens zu dem gleichen Zweck nach Berlin. Er wird natürlich bei dieser Gelegen­heit auch mit den Lettern der deutschen Politik wie­derholte Besprechungen haben. Er hat schon kurz nach seiner Ernennung zum Minister in Florenz ein- gehend mit Herrn von Bethmann konferiert. Man wird bei dieser Gelegenheit wohl eine« jener offi­ziösen Kommuniques veröffentlichen, in welchen vor aller Welt festgestellt zu werden pflegt, daß zwischen den beiden Ministern vollkommene llebereinstim- mung über alle Probleme der internationalen Po­littk besteht, und beide sich in der gemeinsamen Freude über die guten Aussichten und Auftechterhal- tung des Friedens begegnen. Wenn ein Eommu- ntque dieses Inhalts veröffentlicht würde, so hätte man diesmal weniger Anlaß als sonst, in dieser stereotypen Ausdrucksweise diplomatische Verstellung zu sehen. Es sind tatsächlich keine Probleme vor­handen, über welche Deutschland und Italien irgend­wie in ihren Meinungen und Handlungen ausein­andergehen könnten. Seit dem Erfolg der Berliner «nd Wiener Politik in der Balkanfrage ist das Drei­bundproblem weniger aktuell als je zuvor. Die Er- fahrungen dieser Zeit haben auf die Gegner des Dreibunds in Italien stark ernüchternd gewirtt. Gleichzeitig scheint sich auch dort die Erkenntnis zu vertiefen, daß die französische Freundschaft und die llnterstützung der Tripleentente den Italienern doch nicht den Nutzen bringen kann, den die Gegner de» Dreibundes noch vor zwei Jahren von dieser er­hofften. Diese Erkenntnis wird der Stetigkeit und Aktionskraft der italienischen Politik und dadurch auch den Beziehungen zwischen Deutschland und Ita­lien nur zugute kommen. Die marokkanische Frage ist in der Abwickelung begriffen und wird zu diplo-

-e- -...... ,

<4 (Nachdruck verboten.)

Um Ebre und Recht.

Roman von O. (RFtt.

(Fortsetzung.)

Sie haben einen Wechsel, der »an Wietholz acceptiert ist?* fragte Fritz erstaunt.

O, ich habe noch mehr dergleichen Papiere* sagte der Jäger mit höhnischem Lachen.Auf Schloß Hambach habe ich auch einen Wechsel ein­zukassieren.*

Auf Schloß Hambach?*

Ja-* ' .

Bei wem denn?*

Run, bei der Gutsverwalmng . . .'

Unmöglich, die hat niemals Wechfel auSge- stellt?*

Ja bei wem foll ich denn sonst den Wechsel etnlaffieren, da der alte Baron Ja tot ist?*

Der Baron hat den Wechsel ausgestellt?'

-Ja -*

Ueber welche Summe?*

Tausend Mark.*

Hören Sie, Rother, das ist unmöglich. Wegen tausend Mark brauchte der Baron keinen Wechsel auszustellen. Er konnte jederzeit hundert­tausend Mark bei seinem Bankier erheben. Sind das nicht ivicber die faulen Geschäfte, zu welchen Sie ^6r Geschäftsfreund Verleitet hat?*

Es sind richtig ausgestellte und ange- (tvnimcne Wechsel,* brummte Rother.Der Kmmmacher hat sie mir allerdings gegeben, als Entschädigung und und na, und daß ich das Maul über gewisse Dinge halte. Zu Ihnen kann ich ja offen spreche» Sie sind ja auch in einen Prozeß verwickelt . . .*

Schweigen Sie, und mischen Sie sich nicht in meine Angelegenheiten. Ihre Wechselgeschichte erscheint mir in sehr feltfatnem Lichte. Wer ist beim eigentlich dieser Geschäftsfreund? Krum- macher betreibt in Berlin ein kleines Bankgeschäft, das heißt,* setzte er höhnisch lachend hinzu, an­dere Leute würden dazu ein Wuchergeschäft sagen. Er gibt notleidenden Agrariern, Offizieren und anderen Lebemännern Darlehen gegen anständige Zinsen zuweilen macht er auch ein kleines Jeu, wenn es gilt, einige von den Leuten zu rupfen, die nicht alle werden . . .*

Und dabei haben Sie ihm geholfen und sind deshalb. .'

Hinter die schwedischen Gardinen gekommen. Und nun hat mir der Gottlieb Krummacher die beiden Wechsel gegeben, weil er mich gern nach Amerika spedieren will.*

Das scheint mir allerdings ein sauberer Ge­schäftsfreund zu fein.*

Der Teufel foll ihn holen! Aber Sie ken­nen ibn ja auch, Herr Som.*

Ich? Davor soll mich der Himmel be- wahren.'

Ra. entsinnen Sie sich nicht des Spielabends imWeißen Roß', der mit der Prügelei endete?'

Fritz fu6r empor, eine heiße Blutwelle über­flutete seine Sttrn. Blitzartig schoß ihm der Ge- donke durch den Kopf, daß er die Lösung des Rät­sels. welches sein Leben, seine Ehre zu vernichten im Begriff stand, in den Händen hielt.

Wie dieser Kmmmacher ist jener Sommer, der Leugner und Wietholz das Geld abgewann?'

Ja, freilich es ist ein und dieselbe Person. Sri jenem Abend stammen ja auch die Wechsel von Leugner und Wietholz. Leugner hat den seinen schon vor längerer Zett eingelöst, Wietholz

ober hat Immer prolongiert, jetzt aber hat's ein Ende damit. Ich will Geld sehen.'

Fritz befand stch in hochgradiger.Erregung. Er schritt hastta im Zimmer auf und ab, erstaunt folgte ibm Rother mit den Augen.

Was haben Sie denn, Herr Born?'ftagte er.

Ja so ich dachte nur eben darüber nach, daß Sie bei Wietholz schwerlich zu Ihrem Selbe kommen werden. Wietholz ist außer Laubes ge­gangen . . .'

Donnerwetter!'

Wer hat ben Wechsel ausgestellt Sie?'

Nee bet Kmmmacher?*

Wollen Sie mir ben Wechsel einmal zeigen?' Wozu?' fragte Rocher mißtrauisch.

Nun, ich will sehen, ob die Unterschrift von Wietholz echt ist, ich kenne sie ganz genau.'

Das wäre bes Teufels, wenn mich der Gott­lieb so hereingelegt hätte! Da haben Sie den Wechsel. .'

Er hotte aus einer Brieftasche, die nach mehrere Papiere enthielt, den Wechsel hervor und hielt ihn Fritz hin.

Fritz las den Romen. Gottlieb Friedrich Kmm­macher, Berlin, Friedrichstraße 185 ... Der Wechsel lautete übet sechsbundert Mark.

Die Unterschrift ist echt,* sagte et und suchte bas Zittern seiner Stimme zu verbergen.Mer Sie können nichts bamit anfangen. Sie können Wietholz nicht erreichen, unb protestieren wollen Sie boch ben Wechsel nickt lassen, wer weiß, was babei alles zur Sprocke käme.'

Verdammt da haben Sie recht! Der Gottlieb würde mir die Suppe schön versalzen. Aber waS fange ich denn mit dem Wisch an?'

Ich will Ihnen einen Vorschlag machen verkaufen Sie mir ben Wechsel, ich stehe mit Wiet­

holz noch in Abrechnung, da kann ich das Papier verwenden.*

Jawohl* lachte Rother bmtal,und geben mir nur die Hälfte dafür! Ich kenne das.*

Re'n. ich zahle Ihnen den vollen Bettag.*

Wirttich?*

Fritz ging zu seinem Gelbschrank, öffnete ihn unb entnahm einer Kassette sechs Hunderimatk- scheine.

Da ist bas Gelb wenn Sie also wollen.. .*

Ratürlich will ich! Da haben Sie ben Wisch, unb nun geben Sie mit das Geld . .*

Fritz nahm den Wechsel und legte dafür das Geld auf ben Tisch, bas Rother gierig einstrich.

DaS wat ein glattes Geschäft, Herr Born, unb Ich banke Ihnen vielmals. Wollen Sie nicht vi lleicht auch ben anberen Wechsel laufen? Das würbe mit Zeit unb Mühe ersparen et Ist übermorgen schon fällig unb ich könnte gleich nach Hamburg abdampfen.'

Da müßte ich ben Wechsel boch zuerst sehen. Ich kann es nicht glauben, baß der Baron einen Wechsel ausgestellt hat.*

Ra, denn überzeugen Sie sich . * Und wie­der hafte Rother einen Wechsel auS seiner Brief- igsche bervor unb reichte ihn Fritz.

Fritz prüfte bas Papier. Der Wechsel war regelrecht ausgestellt. Girant war wieder Kmm- macher, Accevtant Erich Baron Hombach-Wald- stätten; das Ausstellungsdatum war der erste De­zember des verstossenen JahreS.

Plötzlich siel es wie Schuppen von ben Augen des jungen Mannes. Er erschrak förmlich am 1. Dezember des verflossenen JahreS hatte bet Baron schwer krank batniebergelegen; sicherlich hatte er an diesem Tage keinen Wechsel mehr unterschrieben oder ausgestellt. (Forts, folgt.)