und Kirchhain
mit dem
Äfebertoeimet,
Nieberwalger«
erklärte, daß er für die boffftönbige Fretsprecknng
48
(Nachdruck verboten.)
Rätsel, stand Fritz
nes Darlehen ansprechen. Vielleicht hatte
der
bOK
nicht genügen kann- Prokowsky zu be-
des Aeußeren, daß Kaiser Wilhelm großen europäischen Friedensbundes Die „Republique Frantaise" dürfte aus dem Munde des Herrn Pichon denn der französische Minister hat
seine Idee de» entwickelt hat dies wohl nicht erfahren haben, zweifellos nicht
mir aus
Damm und Lohra sowie von allen Postanstalten und Landbriefträger« entgegeugenom- men.
Auch Fritz konnte sich der durch die Spannung erweckten nerbösen Erregung nickt entziehen. In großer Unruhe berbrachte er seine Tage und in schlaflosen Nächte dachte er über die Lösung des RätelS nach. Immer wieder stieg der Gedanke in ihm empor, daß Stanislaus der Erreger dieser bös.artigen Intrige gegen ibn gewesen, wenn er nicht gar selbst den Diebstahl begangen hatte. Allerdings lagen für diese Annahme keinerlei Anzeichen vor; nur der Umstand, daß Stanislaus mit einem verdächtigen Handelsmann verkehrt und daß Friß ihn an dem Morgen seines Abschieds von Schloß Hambach in seinem Zimmer getroffen hatte, gaben einige schwack,e Anhalts-
am Fenster seines Arbeitszimmers und schaute auf den in mittäglicher Ruhe daliegenden Wirt- schastshof hinaus, auf dem nur Hektor, Fritzens Hühnerhund, träge in der warmen Junisonne sich dehnte. Plötzlich erhob sich der Hund und stieß ein drohendes Gebell aus.
Eine reduziert aussehende Männergestalt schob sich vorsichtig durch die keine Nebentür des Torweges auf den Hof.
An dem wirren roten Bart, der das gedunsene Gesicht des Mannes halb verdeckte, erkannte Fritz den Förster Rother.
Was mochte der Mann auf Neuhof wollen? Seit jenem Spieltage im „Weißen Roß- hatte Fritz ihn nicht wiedergesehen, ftuij nachher war Rother von dem Grafen Hennersdorf entlasten worden, weil er sich, wie man sagte, Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung über den Holz- Verkauf seines Reviers schuldig gemacht haben sollte. Genaueres wußte man nicht, da Graf
puntte, die aber bei weitem ten, um den Verdacht gegen gründen.
Nachsinnend über dieses
behauptet, was heute von der „Norddeutschen Allg. Zig." ausdrücklich dementiert wird. Diese schreibt: „Die ausländische Presse beschäftigt sich mit einem Bericht des „Matin", nach dem der Kaiser bi einer Unterredung mit dem Vertreter der französischen Regierung Herrn Pichon in London von der Grün- düng einer europäischen Konföderation gesprochen haben soll. Richtig ist, daß Se. Majestät Herrn Pichon gegenüber seine Zuversicht in der Aufrechterhaltung des europäischen Friedens und den festen Willen, alles, was an ihm liege, dazu beizutragen, ausgesprochen hat. Der Gedanke, einen europäischen Staatenbund zu bilden, ist nicht Gegenstand des Gesprächs gewesen und liegt Sr. Majestät fern."
Kaiser Wilhtzlm hat nicht daran gedacht, die Begründung eines europäischen Staatenbundes anzu- regen, weil er persönlich vollständig von der Un- durchsührbarkeit eines solchen Gedankens überzeugt ist. Wohl aber wird er als aufrichttger Freund bee Friedens Herrn Pichon den Wunsch zum Ausdruck gebracht haben, daß die europäischen Staaten die internationalen Fragen friedlich und fteundschaft« lich miteinander abwickeln möchten.
Es braucht natürlich nicht erst darauf hingewiesen zu werden, daß dies ein enormer Unterschied ist. Ein Staatenbund ist ein festes Gefüge, das jedem einzelnen Teile bestimmte Verpflichtungen auferlegt und das denjenigen, die dem Bunde nicht angehören,
Larsen eröffneten Hanpwerhandlung gegen früheren Ministerprästdenien Christensen unb früheren Minister bes Innern Sigurb Berg ten bie Zuhörertribünen bickt besetzt. Nach Verlesung ber umfangreichen Anklageschrift stritt ber Berteibigrr bes Angettagten Bülow
Die Jnsertionlgebühr betragt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Verlag: Joh. «ug. «och, Universitätg-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Mark 21. — Telephon 55.
Kriegsgefahr wegen Kreta.
S a l o n i k, 25. Mai. Dem Komitee für Einheit und Fortschritt nahestehende Blätter erkläre«, angesichts der hinziehenden Polittk der Schutzmächte stehe die ottomanische Nation vor der Pflicht, der Welt zu beweisen, baß sie ihre Ehre zu schützen Wiste. Die militärischen Vorbereitungen Griechenlanbs ließen ein weiteres Zaubern zw«ttos erscheinen, es gebe keinen anberat Ausweg, als ben Marsch gegen Griechenland an- zutreten.
Paris, 25. Mai. Der „Siede* will wissen, baß bet englisch-französische Vorschlag, entweder Zaimis ober, falls bieser sich weigern sollte, eine« anderen Oberkommistar eventtiell ottomanische» Nationalität für Kreta zu ernennen, bereits bie Zustimmung Italiens erhalten habe; nur bie Antwort Rußlanbs sei noch ausstänbig.
ben ben wa
ber be- mti und
Holz machen wollen.*
„Run, zum Henker,* rief Rother ärgerlich, „t* will einen Wechsel bei ihm einkassieren!*
(Fortsetzung folgt.)
Gras Geßler (Rhein.) Rr. 8 und a la suite btt Marine wurde auch zum Chef des ersten Garde« Dragonerregiment- ernannt.
— Demokratische Bereinigung. In dem Bericht über den Parteitag der Vereinigung, der wie in viele Zeitungen inhalflich auch in unsere Zeitung Eingang fand, war von einem Beschluffe dir Rede, nach dem die Vereinigung die Unterstützung eines nattonafliberalen Kandidaten für alle Fälle empfohlen habe, in denen eine forffchrittliche oder sozialdemokratische Kandidawr aussichtslos erscheine. Wie uns der Zentralvorstand der Demo« krattschen Bereinigung mitteilt, ist ein solcher Beschluß weder gefaßt nock auch nur beantr,agt worden. Wovon wir hierdurch Vermerk nehmen.
dem Sie Neuhof kauften*
„Was wollen Sie denn von dem Herrn?
„Ich hab' ein Geschäft mit ihm . . .*
Die „Oberhessische Zeit»»-" erscheint täglich mit Aufnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch bie Post bezogen 2 25 * (ohne Bestellgeld). bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2. *<Ä.
„Das ist allerdings nicht sckön von einem Ge- schästsfreund,* entgegnete Fritz lächelnd. „Aber was führt Sie zu mir? — Doch halt — Sie sind gewiß hungrig?*
„Durstig bin ich vor allen Dingen.*
„Da steht eine Flasche Moselwein, schenken Sie sich ein.*
Rother schenfte ein großes Wasserglas voll und trank es auf einen Zug aus.
„Es löscht den Durst.* sagte et grinsend, „aber ein keiner Kognak könnte auch nicht schaden*
„Davon später. Sagen Sie mir zuerst, waS Sie zu mir führt. Sie sprachen von einem Geschäft?*
„Na. mit Ihnen habe ich gerade kein Geschäft zu machen, ich möchte nut eine Auskunft haben. Aber darf ich mich nicht setzen? Ich komme direft von bet Bahn — zu Fuß — anderthalb Stunden Wegs . . .*
, Setzen Sie sich nur.*
Rocker nahm auf einem Stuhle am Tische Platz und zog bie Flasche Wein zu sich heran, aus bet er sich ein zweites Glas einschenkte.
„Na, was wollen Sie?* fragte Fritz mit leich-
Um Ebre und Recht.
Roman von O. Elfter.
(Forttetzung.)
XIX.
Seit ber Eröffnung ber Untersuchung wegen bes Diebstahls in Schloß Hambach hatte Fritz Born sein Besitztum nicht verkästen, außer wenn er zu einer Vernehmung vor den Amtrichter geladen wurde oder wenn er mit Dr. Fischer, seinem Rechtsanwalt Rücksprache nehmen wollte. Er sah niemanden, er gab sich ganz der Bewirtschaftung seines Gutes hin; Festtage für ihn waren nur bie Tage, an denen ein Brief von Erika aus Berlin anlangte, in dem sie ihm wieder versicherte, wie wohl und glücklich sie sich im Hause seiner Eltern fühle, und daß sie schon innige Freundschaft mit seinen Schwestern geschlossen hätte. Einen Zweifel an dem glücklichen Ausgang seiner Angelegen- heil, einen Zweifel an ihre einstige glückliche Vereinigung, Reue über den Schritt, den sie getan und der sie von dem Elternhause schied, äußerte sie niemals, im Gegenteil, sie ermunterte ihn stets, mutig in dem Kampf auszuharren, den er um seine Ehre zu führen genötigt tvar. Dadurch wurde denn auch fein Mut unb seine Hoffnung stets aufs neue gehoben und gestärft, wenn er zu- weilen kleinmütig iverden wollte.
In der Tat stand auch die Angelegenheit durchaus nicht so vorteilhaft, tvic Erika annahm. Die Akten der vorläufigen Untersuchung waren an die Staatsanwaltschaft gegangen, welche nun darüber zu entscheiden hatte, ob die Auflage gegen Fritz erhoben werden sollte. Infolge der Prüfung der Akten durch die Staatsanwaltschaft trat eine kurze Ruhepause in dem Gang des Prozesses ein. die aber die Spannung aller beteiligten Personen Nur noch erhöhte.
Wahrheit und Dichtung.
Die in den freundlichsten Formen stattgehabte Unterredung des deutschen Kaisers mit dem französischen Minister des Aeußeren Pichon hat ber französischen Presse Anlaß zu allerhand dichterischem lleberschwang gegeben. Der „Matin" wußte zu melden, daß ber Kaiser in dieser Unterredung bie Begründung eines europäischen Staatenbundes ange- regt habe und bie „Republique Ftancaise" hielt biese Behauptung für so unbestreitbar, daß sie erklärte: „Wir erfahren aus dem Munde unseres Minister»
als eine Drohung erscheinen könnte. Ein europäischer Etaatenbund, selbst wenn er an sich von den friedlichsten Tendenzen erfüllt wäre, würde sicherlich die Amerikaner ober die Japaner mit Mißbehagen erfüllen, eben weil bie dem Bunde nicht angehören und weil sie befürchten müßten, daß doch unter gewissen Umständen die gesamte militärische oder wirtschaftliche Macht de» Bunde» gegen sie aus- gespielt werden könnte. Der Wunsch hingegen, daß die europäischen Völker die zwischen ihnen schwebenden Angelegenheiten in friedlicher Weise mitein- ander zu erledigen trachten, wird sicherlich überall in Europa geteilt werden und er kann auch nirgends außerhalb unseres alten Erdteil» Anstoß erregen oder Mißtrauen Hervorrufen.
E» war also zweifellos gut unb richtig, baß die französischen Uebertreibungen al» solche festgestellt würben. Man braucht habet in diesem Falle nicht einmal anzunehmen, daß, wie e» schon so oft zum Schaden Deutschlands geschehen ist, diese Heber« tretbungen mit üblem Willen in bie Welt gesetzt worden sind, um Deutschland zu verdächtigen, man kann vielmehr annehmen, daß die französischen Blätter die Glocken haben von ferne läuten hören und daß sie sich mit gallischer Phantasie aus den un» bestimmten Tönen eine ganze Melodie zurechtkomponiert haben. Da» Friedensbedürfnis in Frankreich ist gegenwärftg unzweifelhaft groß, insonderheit in denjenigen Kreisen, die der fortschreitenden Radikalisierung bet inneren Polittk bes Lande» infolge des wachsenden Einflusses der So- zialdemokratte das tiefste Mißtrauen entgegen« bringen. Es ist charakteristisch, daß die „Republique Francaise" dem angeblichen Plan des Staatenbunde» vor allen Dingen deshalb begrüßt, weil dadurch „die gemeinsamen Interessen der sozialen Verteidigung gegen die kollekttvisttsche Barbarei" am besten gewahrt werden könnten. Ein Gedanke, ber nicht ganz unrichtig ist, dessen VerwirNtchung ober auch ohne Staatenbund möglich ist, wenn nur die europäischen Großmächte zu friedlicher Erledigung aller schwebenden Fragen und zu freundlichem Entgegenkommen bereit find.
Daß bei den Franzosen diese Bereitwilligkett vorhanden ist, können fie jetzt gerade beweisen. E» schweben koloniale Erenzfragen, ferner notwendige Verständigungen über überseeische Kabelverbindun- gen, die Frage der maroNanischen Berggesetzgebung usw. Bei manchen dieser Fragen find nicht nur Deuffchland und Frankreich, sondern auch andere Staaten beteiligt. Sie werden alle dabei zeigen können, ob der vom Kaiser Wilhelm gehegte und geäußerte Wunsch gegenseitiger friedlicher Verständigung auch ihnen innewohnt. Voraussetzung ist selbstverständlich die allseitige Bereitwilligkeit MM Entgegenkommen, denn selbstverständlich darf die Meinung des Kaisers nicht dahin interpretiert werden, daß der europäische Friede auf der Grundlage der einseitigen und regelmäßigen Nachgiebigkeit Deutschlands aufzubauen sei.
«nd den Beilagen: ,Iach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Beilage."
Mann auch Hunger, denn er sah ziemlich erschöpft und ermattet aus. So wollte ihn Ftttz nicht ab- toeifen und ließ ihn in sein Zimmer emtreten.
„Sie sehen schlecht aus, Rother," sagte Born. „Jst's Ihnen nicht gut ergangen?"
„Den Teufel auch ist es mir gut ergangen," knurrte ber ehemalige Förster. „Ich habe ein halbes Jahr hinter eisernem Gitter gesessen . . .*
„Wie — im Gefängnis?"
„Ja. .*
„Das ist schlimm, Rother. Was haben Sie benn angestellt?"
„Ach, ber Schuft, ber Krummacher, hgt mich hineingelegt.*
„Wer ist bas?*
„Ra — mein Geschäftsfreund,* sagte Rother ausweichend. Ich hab' mit ihm in Berlin Geschäfte gemacht, als mich der Graf enflaffeu, und dabei hat er mich hineingelegt.*
Deutsches Reich.
— Kaffer Wilhelm und Kaiser Franz Josef. Bersin, 24. Mai. Die „Reue Pol. Korrespondenz* schreibt: Daß Kaiser Wilhelm seinen erlauchten Bundesgenossen Kaiser Franz Josef, und zwar im Lause des Herbstes, besuchen wird, ist ttchttg. Dagegen ist die Nachricht, daß diese Reise Kaiser Wilhelm auch nach Bosnien führen wird, unzutreffend.
— Ehrung des König« von England. Berlin, 25. Mai. Das „Militärwochenblatt* meldet: Der König von Großbritannien und Irland, Kaiser von Indien, Chef des KürassierregimentS
Hennersdorf auf eine gerichtliche Untersuchung verzichtete und Rother seitdem aus der Gegend verschwunden war.
Weshalb kehrte er jetzt hierher zurück, wo et wahrlich keinen guten Ruf zurückgelassen hatt?
Der frühere Förster suchte den Hund zu beruhigen, Fritz öffnete das Fenster und rief ben Hunb zur Ruhe. Daun fragte er ben Förster: „Sind Sie's, Rother? — Unb was wollen Sie hier?"
Dieser zog seinen alten Jägerhut.
„Ich bitte um Verzeihung, Herr Born," entgegnete er. „Ich möchte Sie in einer geschäftlichen Angelegenheit sprechen.*
„Ich weiß freilich nicht, daß ich mit Ihnen in geschäftlicher Verbindung stehe, aber kommen Sie immerhin herein.
Fritz glaubte, Rother lvollte ihn um ein ttci-
Ausland.
»* Frankreich. Paris, 25. Mai. Aus Mertz sur Oise wird gemeldet, daß die ausständige« Steinbruckarbeiter mit ihren Weibern und Kindern noch immer ben Bahnhof besetzt hatten; sie haben mehrere Wagen aus bem Gleise gehoben unb verschiebenen Schaden angerichtet. Da ef bisher unmöglich war, bie Streikenden vom Bahnhof zu vertreiben, hat ber Präfekt bie Entsendung von Kavallerie verlangt. — Rach Meldungen bie im Kriegministerium eingegangen sind handelt es sich bei ber Weigerung ber 80 im Saget von Massillan untergebrachten Reservisten, die Nacht in Zetten zuzubringen nicht um eine antt- militättsche Äunbgebung. sondern lediglich um einen unüberlegten Streich dieser Reservisten, bie , sich für eine Rächt der im Lager herrschende« 1 Disziplin entziehen wollten.
*• Dänemark. Kopenhagen, 25. Mai. Bei der heute Vormittag im Sitzungssaale bes Landtags lmrck den Präsidenten des Reichsgerichts
Marburg
Freitag, 27. Mai 1910
„Hören Sie mal, Röchet, Sie kommen ganz selffam vor. Ich antwotte nicht eher Ihre Frage, als bis Sie mit die Att Ihre« schäftes gesagt haben, das Sie mtt Herrn Bi*
ter Ungeduld.
„Verzeihen Sie — ja, ich wollte Sie nach bet Adresse des Herrn Hugo Wietholz fragen,
Bestellungen
für den Monat Juni 1916 auf die „Oberhessische Zeitung* nebst ihren Beilagen werden von unserer Expeditton (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, Ebsdorf, Hachborn, HeSkem-Mölln, Leis denhofe«, Dreihause«, Wittelsberg,
kurzen Worten die Berechtigung ber Anklage bie Richtigkeit des Jnhafts ber Anklageschrift El
Aus ben Parlamenten.
Irn Abgeordnetenhaus«!
wurde am Mittwoch zunächst der Gesetzentwurf bett. Bewilligung von Staatsmitteln zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Staatsarbettern und Heineren Beamten nach kurzer Debatte in dritter Lesung endgültig angenommen. Der Gesetzentwurf über Verlegung der Landesgrenze gegen das Königreich Württemberg bei der preußlschen Gemarkung Steinhofen, Oberamt Hechingen, wurde in erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt. Die folgende Vorlage bett, die öffentlichen Feuerverficherungs- anstalien wurde durch kurze Erläuterungen des Ministers e. Moltke eingeführt. Der Gesetzentwurf bringe Normalbestimmunaen für die Organisation der öffentlichen Feuerversicherungsanstatten und lege bie Rechte und Pflichten der Anstalten fest. E» werde ferner bestimmt, daß fie mindestens ein Viertel ihres Vermögens in Staatspapieren anzulegen haben. Abg. v. Treskow (kons.) begrüßte bie Vorlage. welche geeignet sei, die Rechte der Versicherten zu schützen und ihnen Teilnahme an der Verwaltung der Anstalten gewähre. Es sei ferner zu begrüßen, daß eine gesetzliche Pflicht der Anstalten auf Unterstützung des Feuerlöschwesens eingeführt werde Seine politischen Freunde erklärten sich mit den Krundzügen des Gesetzentwurfes einverstanden. Er beantrage die Vorlage einer besonderen Kommission zu überweisen. Abg. Schmedding (Ztr.) erkannte die Notwendigkeit der Vorlage an. Abg. Ecker-Minsen fnatl.) billigte es. daß die Anstalten einen bestimmten Teil ihres Vermögens in Staatspapieren anlegen müssen. Abg. Dr. Wendlandt snatl.) meinte, es wäre gut, wenn bie Sozietäten sich zu größeren Verbänden zusammenschließen könnten, ober wenn in Preußen eine große Versicherungszentrale für Immobilien geschaffen würde. Die Vorlage ging an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Die Beratungen der beiden Novellen zum Gerichtskostengesetz und zur Gebührenordnung für Notare wurden auf Antrag des Abg. voehmer (kons.) verbunden Abg. Boehmer meinte, das Gerichtskostengesetz sei nur aus ftnanzpolitischen Gründen zu redrtfertigen. Die Gerichtskosten dürften aber keine Einnahmequelle für den Staat bilden. Im allgemeinen aber wären die Vorzüge der Vorlage größer al» die Bedenken, die man gegen fie vorbringen könnte. Mtt bet Gebührenordnung könnten bie Notare sehr zufrieden sein. Abg. Dr. Keil snatl.) beanttaate, beide Gesetzentwürfe en bloc anzunehmen. Abg. Kirsch (Ztr.) widersvrach einer en bloc-Annahme. Da auch nach Schluß der allgemeinen Besprechung gegen eine en bloc-Abstimmung protestiert wurde, mußte in bie Einzelberatung eingetreten werden Abg. Kirsch (Ztr.) begründete einen Antrag auf Beibehaltung der Mindestgebübr von 20 Pfg. Nach kurzer Debatte wurde der Antrag abgelehnt.. Das Haus oertagte sich um 4% Uhr auf Freitag vormittag 11 Uhr: Wahlrechtsvorlage.