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45. Jahrg.

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Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder beten Raum 16 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Perlag: Ioh. Sug. «och, UniderfitätS-Bnchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth. Marburg, Markt 31. Telephon 66.

Donnerstag, 19. Mai 1910.

mit dem Kreisblatt kür die Kreise Marburg und Kirchhain^

und den Beilagen:Rach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."

TieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Aufnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch dir Post bezogen 2 25 X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 "X.

Uebersührung der Leiche König Eduards nach Westminsterhall.

London, 17. Mai. Ungefähr um 11 Uhr 30 Min. betrat der Sprecher in der Staatstracht mit den Be­amten des Hauses die Halle, gefolgt von den Kabi­nettsministern und den Mitgliedern de« Unter­hauses. der ersten Reihe gegenüber dem Sarge standenrMsquith und Balfour neben einander. In­zwischen wurde die große Treppe, welche vor dem Parlamentsgebäude in die Halle hinabführt, von den Sängern der königlichen Kapelle und dem Thor bet Westminsterabtei besetzt. Dann zogen die Lords, an ihrer Spitze der Lordkanzler Erzbischof von York, in feierlichem Zuge in die Halle ein und nahmen ihre Plätze gegenüber den Mitgliedern de« Unter­hauses ein. Die Trauernden in der Halle vernah­men jetzt die ersten Klänge der Kapellen de» Trauer­zuges. Der Erzbischof von Canterbury, mit einem Kreuzträger voran, gefolgt von dem Dekan von West- x .minster, schritt nun zum Eingangstore vor, um den Trauerzug zu empfangen, der dann langsam einzog.

Der Trauerzug langte um 12 Uhr an der West- minsterhalle unter den Klängen des Finales des Totenmarsches aus der OperSaul" an, der von 400 Instrumenten gespielt wurde unter den dröhnenden Wirbeln der Trommeln, dem Donnern der Geschütze vom Hydepark her und den mächtigen Tönen der großen Glocke auf dem Westminsterturm. Der Platz vor dem Parlament war ringsum von Seeleuten be­setzt, während die Goldstream Garden in der Mitte des Hofes des Parlamentsgebäudes mit aufgepflanz­ten Bajonetten die Ehrenwache bildeten. Die Lafette hielt vor dem Eingangs der Westminster-Halle. Das Bahrtuch wurde abgenommen und die Gardegrena­diere trugen den Sarg in die Halle.

Die Prozession verlieh den Buckingham-Palast um 11 Uhr 30 Min. in feierlicher Stille. Dem Sarge gingen die hervorragendsten Männer des Heeres und der Flotte vorauf. Unter den Feldmarschällen bs- metfte man besonders Lord Robert» und Lord Kit- chener. Der Sarg war bedeckt von einem Bahrtuch in cremefarbener Seide, worauf die königliche Stan­darte gelegt war und die Krone, das Zepter sowie die Insignien des Hosenbandordens darauflagen. Die 'fürstlichen Leidtragenden folgten hinter dem Sarge. .König Georg, der König von Dänemark, der König -von Norwegen. Ein langer Zug von Hof- und Etaatswürdenträgern folgte den Fürstlichkeiten, /tiefe Bewegung begleitete den Trauerzug auf seinem Wege durch die dichten Reihen bet Zuschauer. Hier­auf wurde der Sarg, dem der Erzbischof von Canter- bury voranschritt, in die Halle getragen, und unmit­telbar hinter ihm auf Kissen die Krone, da» Zepter und der Reichsapfel. Dann kam die Königin Alexan­dra, gestützt auf den Arm des Königs Georg. Un- mitelbar hinter ihnen die Königin Mary mit dem jungen Herzog von Cornvall und der Prinzessin Victoria. Hierauf folgten die anderen fürstlichen Damen, die Könige von Norwegen und Dänemark mit dem Herzog von Tonnaught und den übrigen hohen Leidtragenden. Dann nahm der König, die Königin Mary und die Kaiserin-Mutter gegenüber

35 (Nachdruck verboten.)

!m Ehre und Recht.

Roman von O. Elster.

t Fortsetzung.)

.Schweig!" brach jetzt aber die Baronin außer sich los. Ich will von deinem törichten Geschwätz nichts mehr hören. Was ich zu tun habe, weiß ich selbst, du, ein unerfahrenes Kind, brauchst mir keine Vorschriften zu machen. Ich würde jetzt auch meinen Entschluß ausführen, selbst wen« deine Ehre mit auf dem Spiel stände..."

.Mutter!"

»Ja und. ich glaube fast, das bem so ist. Du hast mich belogen und betrogen deine großen Worte können dir nicht helfen. Ich werde durchg-.eifen, darauf kannst du dich verlassen, und all diesen Lug und Trug aufdecken. Es soll wie­der rein in meinem Hause werden."

»Dann schicke jene Menschen fort, bte Un­schuldige verleumden und dich belügen unb deine Tochter beleidigen."

.Schweig! Kein Wort mehr! Geh auf dein Zimmer und warte ab, was ich über dich be­schlossen habe. Das Weitere geht dich nichts an. Geh!"

.Du willst es nicht anders, Mutter, ich lehne jede Beranlworfting für die Folgen deines Tuns ab." sprach Erika ruhig, neigte das Haupt wie zu einem leichten Abschiedsgrube und schritt davon, nicht als Besiegte, sondern als Siegerin.

.In bei Abenddämmerung war es, als sie in Begleitung der Miß Bahley das elterliche Haus verließ nnb den Weg durch die Felder und Wiesen «ach dem benachbarten Neuhof einschlug.

Niemand als die alte teure Miß Bahley he­

bern Sarge Platz, die Königin Alexandra zur Seite des Sarges, die andern Fürstlichkeiten gruppierten sich hinter dem Katafalk. Der Erzbischof von Canter­bury hob in seiner Trauerrede hervor, was König Eduard für das britische Reich getan hat. Rach Schluß des Gottesdienstes kniete die Königin Alexan­dra in stillem Gebete vor dem Sarge nieder, dann hob der König seine Mutter auf und führte sie und die Kaiserin-Muter hinaus.

London, 17. Mai. Heute Nachmittag legte der deutsche Botschafter in der Weftminsterhalle einen Kranz de» Kaiser» und der Kaiserin mit deren Ini­tialen auf den Schleifen nieder.

London, 17. Mai. Don 3 bi» 4 Uhr nachmittag» herrschte in der Westminsterhall ftierltches Schwei- gen. Der Sarg nti>t auf dem Katafalk unter einer reich verbrämten Atlasdecke. An seinen vier Ecken stehen Königlich« Leibgardisten, die Hellebarde in bet Hand. Zu Häuptern der Pare hoben vier Gentle- mens at Arme Ausstellung genommen. Zu beiden Seiten des Sarges hatten zwei Offiziere der Grena­dier-Garde mit gezogenem Säbel die Wache. Zn Füßen steht ein Offizier de» indischen Churka-Regi- ments, da» bee verewigten Königs eingeborene» Leibregiment war. Am Kopfende des Sarges bren­nen in vier Kandelabern 16 große Kerzen. Rur ein einziger Lorbeerkranz schmückt den Sarg. Sonst ist von Blumen nur der prächtige Kranz des deutschen Kaisers zurückgeblieben, der an einem der vielen Denkmäler in bet Halle niedetgelegt ist. Bon viet Uhr an begann bet Borübergang de» Publikums, das in Reihen bi» zu je vier und vier zugelassen wird. Gegen 3 Uhr standen wenigsten» 30 000 War­tende vor bet Halle und noch viel meht standen bei bet Westminster-Abtei, auf bet Westminsterbrücke und am Themsequai.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und die Benediktinerabtei Beuron. Köln, 17. Mai. Bet der heute Nach­mittag stattgehabte« Uebergabe des vom Kaiser der Erzabtei Beuron geschenkten Bronzekreuzes überreichte der Fürst zu Fürstenberg dem Erzabte Schober eht Handschreiben des Kaisers, das nach der .Kölnischen Bottszeitung" folgendermaßen lautet: Hochwürdiger Herr Erzabt! Um Ihnen >md Benediktinergenoffenschaft einen Beweis mei­ner Anerkennung und Wertschätzung zu geben, habe ich mich in Gnade bewogen gefunden, der Erzabtei Beuron ein Kunstwerk, .Christus am Kreuz", in Bronze zu stiften und meinen Oberst­marschall, den Fürsten zu Fürstenberg, mit der Uebergabe desselben zu betrauen. Mit der Wahl meines Geschenkes hoffe ich Ihnen eine besondere Freude zu machen, ist es doch dasjenige Sinnbild, zu dem beide Konfessionen mit gleicher Verehrung aitfblicfen und von dem für die ganze Menschheit ein unermeßlicher Segensstrom ausgegangen ist. Möge das Kreuz auch in ihrer Erzabtei reichen Segen sttsten und allen Gläubigen, die vor ihm in Demut die Shtie beugen, Kraft und Trost aus der Höhe spenden. Ich verbleibe Ihr wohge- neigter Wilhelm I. R. Berlin, Schloß, 27. April."

Abreise bee Kaisers nach England Neues Palais, 17. Mai. Der Kaiser ist heute Abend um 7 Uhr nach Vlisstngen abgereist.

gleitete ste, niemand folgt ihr, von niemandem hatte ste Abschied genommen so schritt ste hin- cus in den dunkelnden, «ebelerfüllten Abend zum Kampf für die Ehre des geliebten Mannes.

XVL

, .Miß Bahley was hat dieS alles zu be­deuten? Was ist geschehen?" fragte Fritz noch immer fassungslos, als et in das blasse, ernste Gesicht der Engländerin sah. f

.Erika wird es Ihnen sagen," entgegnete ste, und ihre männliche Stimme bebte leicht. .Mich müssen Sie schon mit aufnehmen, ich konnte Erika nichi allein fortgehen lassen."

.Erika was ist geschehen? Weshalb sind Sie zu mir gekommen?"

.Ich konnte nicht anders handeln, Fritz, eS galt deiner und meiner Ehre," sprach ste, über­hörend, daß er die förmliche Anrcke gebraucht hatte.

Da lachte er auf.

.Meine Ehre? Ah, die ist keine« Pftffer- ltng mehr wert bald werden die Mensche« mit Fingern auf mich jetgen."

.Fritz?!"

.Weißt du?" fragte er erregt und fast drohend, .was deine Mutter mir getan hat?"

»Ja."

Und doch kononst du z« mir?"

.Gerade deshalb."

»Das ist mir unverstäniüich. Weißt du nicht, daß ich ein Dieb bin, daß ich deiner Mutter Schmuck gestohlen habe, daß kein ehrlicher Mensch mit mir einen Häickedruck mehr wechselt, daß sich alle Türe« mir verschließen?"

Staat und industrielle Betriebe. Berlin, 17. Rai. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Minister der öffentlichen Arbeiten setzte eine aus höhere« Beamten bestehend« Kom­mission ein, die sich bei neuzeitlich eingerichteten private« industriellen Anlagen und bei Staats­oder Reichsbetrieben darüber unterrichten soll, tet- wiewett die dort getroffenen wirtschaftlichen Ein­richtungen, insbesondere die Behandlung der Konttolle über die Materialien, das Lohn- und Rechnungswesen, die Wohlfahrtseinruhtungen und die Korrespondenz-Erledigung zur Einfüh- nmg bei der preußisch-hessischen Stataseisenbahn geeignet sind.

Warnung. Berlin, 17. Mai. Die .Rordd. Allgem. Zig." veröffentlicht wiederum eine War- mmg an die detüschen Arbeiter vor der liebet« nähme von Beschäftigung bei dem Bau der Ma- deira-Hamore-Eisenbahn in dem Gebiet des oberen Amazonenstroms. Darin wird auf das äußerst ungünstig« Klima, sowie auf die unge trilgenben Verpflegungsverhältniffe im Bahnbau gebiet hingewiesen, wodurch in kurzer Zett die Gesundheit bet angewotbeneu Leute aufgerieben Unrb. Die Warnung schließt: Das Schicksal der im vorigen Iahte dorthin gereiften Deutschen sollte die Arbeiterschaft davon abschtecken, trotz bet noch so günstig scheinenden Verttagsangebote bet für die Eisenbahngesellschaft tätigen Agenten, stch Von diesen anwerben zu lassen.

Bund venffcher «erkehtsvereine. «raun schweig, 17. Mai. Heute beginnt hier die neunte Haupwersammlung des Bundes Deutscher Bet- kehtsvereine, der zur Zeit 225 Bundesmitglieder (Verbände) umfaßt, bte stch vornehmlich aus Verkehrsvereinen unb Verschönetungsveteinen. Verkehtsverbänben, Stadt-, Gemeinde- undBade- Vertvalhtngen, kaufmännischen und gewerblichen Betbänben und Schiffahrtsgesellschaften zu­sammensetzen.

Parlamentarische Reise. Mergentheim, 16. Mai. Eine Anzahl Reichstagsabgeordneter ist gestern auf Einladung der Stadt hier einge­troffen und hat die Stadt und das Bad bestchttgt. Beim Frühstück dantte Abg. Pauli-Obetbatnim der Stadt für die gastliche Aufnahme. Mittags sang ein Esse« im Kurhause statt, wobei Abg. Dt. Arendt der Kurverwaltung dantte. Heut« begebn sich die Abgeordneten nach Rothenburg.

Ausland.

* Aus bet französischen Fremdenlegion. Paris, 17. Mai. DemPetit Parisien" wird aus Oran ge­meldet, baß bte Polizei in Triarez ein« Agentur ent­deckt habe, die die Verletzung von ftanzösifchen Fremdenlegionären zur Fahnenflucht geschäftsmäßig betrieben habe. Zwei Personen seien verhaftet wor­den.

Rußland und Japan. T o k i o, 17. Mat. Trotz des amtlichen Dementts halten die Bläter die Ge­rüchte über ein bevorstehendes Einverständnis zwi­schen Rußland und Japan für glaubwürdig und stel­len ein wachsendes Gefühl der Freundschaft fest.

** Sem Ausstand in Albanien. Saloniki, 17. Mai. Zwischen den von der Geistlichkeit beeinflußten Ar- nauten unb Torgut Pascha wurde mit Zustimmung des Kriegsministers vereinbart, daß die Bevölkerung

Ich wei6 das alles."

Unb doch bist du gekommen? Roch vor kurzem sagte mir einer meiner früheren Freunde: Geh nach Amerika oder häng' dich aus . . und mein Rechtsanwalt hat mir mit aller juristischen Spitzfindigkeit auseinanbergesetzt, daß ich den Fleck von meiner Ehre nickt wieder abwaschen würde ich bleibe ein Dieb in den Augen der Menschen vielleicht bin ich auch ein Dieb, ich weiß es nut selbst nicht."

Er sank in einen Sessel, stützte die (Stirn in die Hand und schaute düster vor sich hin.

Da legte Erika die Hand auf seine Schulter und sprach leffe:

Fritz, ich bin gekommen um dir zu helfen um dir zur Seite zu stehen."

Er filhr empor.

Mir kann niemand Helsen! Was willst du den mir? Geh fort was tust du hier? Mein Haus, mein Name ist geächtet, willst du den Fluch des Ehrlosen auf dich laden?"

Ja" sagte ste einfach.

Er zuckte jnfammen und sah sie groß unb starr an

Wie soll ich dich verstehen?" flüsterte er mit heiserer Stimme.

Ich bin z« dir gekommen," fuhr ste fort,um dir zur Sette zu stehe«, um dir, um der Welt zn beweise«, daß ich an deine Unschuld, an be ne Ehre glaube, so fest glaube wie an meine eigene Unschuld, an meine eigene Ehre. Deine soll meine Ehre sein."

Erika! Unb wenn ich schuldig wäre?" ®le schrak ein wenig zusammen.

Du bist nicht schuldig," sagte ste dann.Unb

nicht durch die Trupe« entwaffnet werden soll. Dich albanefischen Notabel« haben die Verpflichtung über­nommen, sich di« Waffen durch bte Ortsvorstcher ab­nehmen unb Torgut Scheftet Pascha aus liefern jn lassen. Die Regierung hat versprochen, die Waffe« dem Volke wieder auszuliefern, sobald ein dringen­der Anlaß dazu vorläge. 33 Rebellenführer wurden bisher festgenommen und in Berifovitz vor da» Kreigsgericht gestellt.

- Bom Balkan. Salon«, 17. Mai. Bei Prepo- lac wurde eine türttfche Patrouille von Serben bo­schoffen. Ein türkischer Korporal wurde getötet, ehr Soldat verwundet. Die Patrouille, die unter bet Führung eine» Leutnants stand, begab sich nach der serbischen Grenze, um gegen den Vorfall zu prote­stieren.

.... __ 'J.a

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Origmalartttel ist gemäß § 18 bei Urheberrecht» nur mit ber deutlichen Quellenangab« Oberheff. Ztg." gestattet.»

Marburg, 18. Mai. Willkommen in Marburg.

Morgen hält in unseren Mauern der Mittet» deutsche Gastwirte-Berband seinen 17. Berbandstag ab. Es ist nicht das erstemal, daß diese Tagung hie« stattsindet. Schon im Jahre 1885 war es unserer Stadt schon einmal pergönnt, zahlreiche Gastwirte au» allen Orten de» Berbandsgebieis hier begrüße« zu könne«. Da sich der Verband mittlerweile kräftig entwickelt und an Mitgliedern bedeutend zugenom­men hat, dürfte die diesmalige Tagung bedeutend bester besucht werden, wie damals und jedenfalls auch viel dazu beitragen, daß Marburg und sein« Sehenswürdigkeiten, aber auch feine herrliche Lag« und romantische Umgebung, immer mehr und mehr bekannt wecken. Gerade die Gastwirte haben sehr oft Gelegenheit, bte Ausflügler und Sommerreisen­den auf lohnende Touren aufmerksam zu machen; ste werden auch, wenn ihnen ein freundlicher Empfang hier bereitet wird und angenehme Stunden während ihres Hierseins ihrer harren, die alte Hessen-Uni­versität an der Lahn stets in empfehlendem denken behalten. 3u der Tagung, mit der auch zu­gleich bas Fest de» 26jährigen Bestehens de» hiesigen Gastwirte-Vereins verbunden ist, hat der letzter« eine sauber und fachmännisch in der llniverntät»- Buchdruckerei Joh. Aug. Koch hergestellte Festschrift erscheinen lassen, die neben bem Programm, Festgruß, Festliedern u. a. eine durch zahlreiche Illustrationen ergänzte Geschichte und Beschreibung Marburgs und seiner Umgebung enthält. Indem wir einem un» geäußerten Wunsch zum Ausdruck bringen, die frem­de« Gäste durch Aushängen der Fahnen zu ehren, wünschen wir den Berhandlungen einen guten Ver­lauf und zugleich auch den besten Erfolg.

* Verliehen wurde bem Land'?rat unb Direk­tor der Hessischen Brandversicherungsanfialt, Ge­heimen R> gierungsrat Dr. jur. Ludwig Knorz hier der Rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife.

* Genehmigt. Der Herr Oberpräsident der Pro­vinz Hessen-Nassau hat genehmigt, daß der Festau». schuß der für den 2L August d. I. geplanten Erinno-

wenn btt es wärest, so soll deine Schuld mein« Schuld sein."

Da stürzte er vor ihr nieder, umschlang tote Shtie, verhüllte fein Gesicht in die Falten ihres Mantels und brach in ein heftiges Schluchze« aus.

Sie legte die Hände auf fein Haupt. Tiefes j Schweigen berrschte, da sagte die rauhe Stimme der Miß Bayley ernst und feierlich: ,

Das Weib soll Baier und Mutter verlasse« > und dem Manne anhange«, den es liebt . . Dtt,i Erika, hast die schwerste Probe bestanden, du haft, deine Heimat, beteten Namen, dein Leben und! deinen Ruf dem Manne bargebracht bie Wefti wird dir zürnen, die Welt wird deiner spotte«,! aber btt hast recht gehandelt, und deshalb folgte', ich dir, deshalb werde ich dir nicht verlassen."

Erika reichte ihr mit einem dankbaren Lächeln, bte Hand hinüber. Fritz aber schaute zu Erika! empor rntt glänzenden Auge« und seine zucken-^ den Lippen fragte«:

Wie soll ich dir das fe vergelte«, meine Erika?"

Dadurch, daß b« den Ritt nicht verlierst und ben Kampf tapfer aufnimmst. Denke daran, baß btt jetzt nicht nur betete, sondern auch meine Ehe, z« verteidigen hast." 's

Er erhob sich und sagte feierlich:Ich weck«' stets daran denken, meine Erika, und ich wecke, mutig und stark feix, wie du es gewesen bist. Ich« war fleinmütig und verzagt, als ich heiuckam ich fürchtete mich vor dem Kampf, der mir and- stchtsloS schien, ich wollte bte »offen to<* fe* werfen, d« hast mich wieder stark w* mx#g e* macht, b« sollst mich nicht Wicker schwach vllstll».

fStodfeteee Met) «