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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
*nb bett Beilagen: „Nach Feierabend» (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) unb ..Landwirtschaftliche Beilage."
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Tie „Oberhrffische Zeit««," erscheint täglich mit ?Iii?nakme der Sonn« unb Feiertage.—^ Der Bezugspreis beträgt viertel, jährlich durch Mo Post bezogen 2,26 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 <X.
Marburg
Mttwoch, 18. Mai 1910.
Die JnfertionSgebühr beträgt für die 7gespalrene geile ober deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen SO Pfennige. — Druck unb Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitätS.Buchdruckeret Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
45. Jahrg.
Umschau im Auslände.
König Eduard ist, was di« innere Politik Englands anbetrifft, an einem mv glücklichen Zeitpunkte aus dem Leben geschieden. .Es hat sich in weiteren politischen Kreisen Großbritanniens die Ansicht Bahn gebrochen, daß man bezüglich des Vetorechts der Lords zu weit ge- gangen sei und daß man sich in einer Sackgasse befinde, ans der ein Ausweg nur durch ein Gewaltmittel erzwungen werden könne, wenn nicht der Monarch vermittelnd eingreife. Man hatte festes Vertrauen, daß es der großen Erfahrung und dem anerkannt feinen Taktgefühl des Königs gelingen werde, eine Einigung über diesen wich- tigcn Punkt herbeizuführen. Angesichts des offenen Grabes wird der Streit der Parteien auf eine Weile verstummen, dann aber wieder umso heftiger losbrechen. Die Lösung der Krisis, die man allerseits herbeigesehnt hatte, wird auf diese Weise wieder verschoben, und es fragt sich, ob überhaupt uutcr den veränderten Umständen ein friedlicher Ausgang noch möglich ist.
Jeder Tag bringt uns neue Beweise do« dem auffälligen Umschwung der französischen öffentlichen Meinung Deutschlands gegenüber. Laute Schadenfreude äußerte sie über das Unglück des Zeppelin. Mit Gelächter und Witzen wurde die eben noch gefüchtete deutsche Luftflotte zu Grabe getragen. Trotzdem sehen aber die geängstigten Patrioten schon wieder deutsche Lenkbare über den Festungen des Osten? kreuzen, und die Chauvinisten benutzen die Gelegenheit, gegen die deutsche Spionage einen neuen Feldzug zu eröffnen. Man will eine Liste der „Verdächtigen" aufstellen lassen, die jeden Augenblick mit 24 Stunden Frist ausgewiesen werden können, man verlangt, daß die Gendarmerie über die Ausländer, d. h. Deutschen Buch führt und genau über ihre Jdentttät, Mter, Beruf, Unierhaltsmittel, persönliche Beziehungen usw. Untersuchungen anstellt. Aber auch die Wettweis- heit unserer Besserwisser und Nörgler mutz zur Verächtlichmachung deutscher Dinge herhalten: der eine erlaubt sich an dem neuen und höchst albernen Buch des Regierungsrats Marttn, der andere macht giftige Glossen über die Florabüste, ein dritter erzählt Schauergeschichten von der Trunken« heit deutscher Studenten. — Darf man auch hoffen, daß die französische Regierung Maßnahmen ergreift, um diesem herausfordernden Unfug zu steuern, so bleibt trotz alledem doch ein großer Teil der Schuld auf uns selbst lasten. Wir ernten hier nur die Gistsaat, die unsere freisinnigen und demokratischen Blätter nach Art des .Berliner Tageblattes" tagtäglich im Ausland ausstteuen.
Das italienische Kabinett Luz« » atii hat der Programmrede zufolge die Absicht, das politische und administrative Wahlrecht auf alle großjährigen Bürger auszudehnen, von denen „vorsichtig" ermittelt ist, daß ste so viel zu lesen und schreiben vermögen, um die geheim sein sollende Wahl vollziehen zu könnnen. Gesetzt, daS Kabinett Luzzatti bliebe wirflich solange am Leben, um diese so schüchtern umschrieben« Ausdehnung des Wahlrechts auf alle großjährigen Analphabeten vom Parlament zu fordern und verabschieden zu lassen, so würde die heuttge Zahl der Wahlberechtigten sich um etwa zwei Drittel, d. h. von 3 auf 5 Millionen, vermehren. Wenn man berücksichtigt, daß bei dem heuttgen Stande des Wahlrechts in Italien Sttmmkauf. Vergewalttg-
84 (Nachdruck verboten.)
Um Ehre und Recht.
Roman von O. Elfter.
< Fortsetzung.)
Erika sank auf die Bank nieder und schlug smsschluchzend die Hände vor das Gesicht. Ihre Brust wogte ungestüm, sie befand sich in einer grenzenlosen Erregung, so daß sie keine« klare« Gedanken fassen konnte. Rur das wußte sie, daß sie nicht länger hier bleiben konnte, st« mußte fort, einerlei, wohin, nur fort von hier, wo man ste ungestraft beleidigen durste und wo die elendeste Verleumdung ihre Triumphe feierte.
Ta knirschte ein rascher Schritt aus dem Kies des Weges. Ein seidenes Kleid rauschte — ihre Mutter stand vor Erika, die Röt« des Zornes und der Erregung auf der Stirn.
.Ist es wahr, Erika, was mir soeben Stanislaus erzählt hat?" fragte ste, unb ihre Augen schossen zornige Blitze.
Erika erhob sich. Mit Gewalt unterdrückte sic den Sturm ihres Innern und ruhig erscheinend fragte sie:
.Was hat dir Herr von Prokowskh erzählt?
.Seine Worte sind meistens Lügen."
.Hast du ihn geschlagen?"
,Ja."
hat?
Unglückliche? — Weil er um dich geworben
.Richt deshalb, Mutter, sondern weil er einen Unschuldigen verleumdete und mich beleidigte." ' .Einen Unschuldigen verleumdet?" lachte die Baronin auf.
ung, Betrug, Zerbrechen der Wahlurnen, Raub der Wahlzettel u. dergl. nur selten bei den Wahlen sehlen, so kann man ohne weiteres Voraussagen, welcher Segen dieser, nur noch durch die liberale Phrase und die Bettelet tun die Gunst der ex tremen Linken begründeten mechanischen Ms- dehnung des Wahlrechts anhaften muß.
Der albanische Auf st and ist in jeder Beziehung eine unerfreuliche Erscheinung. Er zer- titttet nicht nur das türkische Regime, er kann am letzten Ende selbst zu einer Losreißung des albanischen Gebietes von der türkischen Oberherrschaft führen. Damt wären di« Nachwirkungen davon aber geradezu ein« Gefahr auch für Europa; den« es gibt keine Frage, die heikler zwischen Italien unt Oesterreich steht, als die albanische, die seither ein Zankapfel und ein besonderes österreichfeindliches Steckenpferd der italienifchen Jrredenta ist. Man muß also wünschen, daß dieser Spuk möglichst bald wieder von der Balkanbühne verschwindet. Leider fehlen noch immer die Mssickten da zn, und der türkische Mißerfolg gegen die Aufständischen drängt schon in Konstantinopel zu hu ueren Krisen.
Zum Tode König Eduards.
London, 14. Mai. Die Leiche des Königs ist heute Abend aus dem Sterbezimmer zur Auf- bahrung nach dem Thronsaale gebracht worden.
London, 16. Mai. Die .Times" schreiben: Von allen fremden Leidtragenden, die dem Lei- chenbegängttis des verstorbenen Königs beiwohnen, gebührt Kaiser Wilhelm der erste Platz, bet auch in Zeiten, in denen die Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland am gespanntesten waren, niemals seine Popularität bei uns verlöten hat. Er gleicht darin unserem letzten König, daß er stets die Interessen seines Landes und seine Pflichten gegenüber dem Volke allen persön- llchen Rücksichten voransetzte. Die Achtung nNd Bewundenmg, welche die Deutschen neidlos dem Onkel zollten, werden in gleicher Weise dem Ressen durch die Engländer bewiesen. D«u Kaiser begleitet sein Bruder Heinrich, der Seemann, dessen Liebe zu dem Berns, der in de« Herzen der Engländer einen so hervorragenden Platz ein- nimntt, den unser eigener König hat. allein schon ihm große Hochachttmg in England sichern würde.
London, 16. Mai. Der König und die Königin, sowie die Königin Witwe die Mitglieder des Hauses, die Kaiserin-Mutter von Rußland, der König und die Königin von Dänemark t-nd die anderen anwesenden Fürstlichkeiten wohnten gestern einem Trauergottesdienst im Thronsaale des Buckingham-Palast bei.
London, 16. Mai. Rach dem geftern bekannt gegebenen Zeremoniell für die morgen stattfindende Ucberführung der Leiche des Königs nach der Westminstcrhalle wird der Sarg von einem Offizier und zwölf Mann der Leibkompagnie derGardegrenadiere aus dem Buckingham- Palast getragen und auf eine Lafette gestellt. An der Spitze des Zuges werden die Mitglieder des Hauptquartiers, die Feldmarschälle, sowie Abtrilungen der Gardegrenadiere unb anbere Truppen, zu beiben Seiten ber Lafette königliche Leibgar- biftcn gehen. Hinter dem Sarg wirb zunächst König Georg gehen. Ihm werben die männlichen Mitglieder der königlichen Familie unb die anderen hier anwesenden Fürstlichkeiten und Mit-
,Ja, er beschuldigte Fritz Born eines Diebstahls."
.Und wenn ich dir sage, daß Born den Diebstahl begangen hat?"
„So würde ich dir nicht glauben, Mutter."
.Dein Trotz ist grenzenlos? Ich, deine Mutter, sage dir, daß Born ein elender Dieb ist — er bat meine kostbar« Brillantagraffe gestohlen, um seine Spielfckntlden zu bezahlen."
.Das ist nicht wahr, Mutter."
.Du zeihst mich der Lüge, der Verleumdung?"
.Rein, nur des Irrtums."
.Es ist kein Irrtum — und ich werde es dir beiveisen. Solange habe ich geschwiegen — nur einigen vertrauten Freundinnen habe ich es erzählt."
„Mutter, das hast du getan?!"
,3a."
.Und weißt du, was du getan hast? — Eines ehrlichen Mannes Ramen veruugftmpst, eines Ehrenmannes Ehre in den Schmutz gezogen — ach, Mutter, Mutter, was hast du getan?"
Auffchluchzend verhüllte ste ihr Gesicht in die Hände.
„Du bist eine Närrin," brauste die Baronin wieder auf. .Ich habe geschwiegen aus Schonung für ihn und für dich, und habe auch Stanislaus zum Schweigen verpflichtet, jetzt ist aber meine Geduld zu Ende, ich werde morgen de« Diebstahl der Behörde anzeigen, und ihn, den du Verblendete für unschuldig hältst, dem Gericht Überantworten."
Erika fuhr auf.
.Das wirst du nicht tun, Mutterk"
„Ich werbe ei tun." > -----
g'icber des königlichen Haushaltes folgen. Schließlich werden die Wagen mtt den weiblichen Mitgliedern der königlichen Familie folgen. In der Westminsterhalle wird der Sarg auf den Katafalk gestellt.
Portsmouth, 16. Mai. Wie amflich ver« Imitet, wird die Marine in hervorragender Weise bei ber Beerdigung des Königs beteiligt sein. Voraussichtlich werden 1000 Mann von den einzelnen Häsen an der Leichenfeier in London teil« nehmen, während sich ein großes Kontingent von der Marinearttllerieschule mit neun höheren Offizieren nach Windsor begibt. Hundert Mattosen bilden die Marineehrenwache und nehmen den Sarg bei seiner Ankunft in Windsor in Empfang, andere hundert fahre« den Sarg auf einer Marinelafette nach der St. Georgskapelle.
Sofia, 16. Mai. Nach Mitteilungen amtlicher Kreise ist die Abreise des Königs nach London nunmehr beschlossen. Sie soll Anfang der nächsten Woche erfolge«.
B u k a r st, 16. Mai. Prinz Ferdinand ist nach London abgereist, um den König bei de« Leichenfeierlichkeiten in London zu vertreten.
Paris, 16. Mai. Der König bet Hellenen ist heute Vormittag hier eingetroffen.
Lissabon. 16. Mai König Manuel ist beute nach London abgereift.
Madrid, 16. Mai. Der König ist nach Lon- d o n , abgereist.
Bordeaux, 16. Mai. Der König von Spanien ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Er empfing bald nach seiner Ankunft Dr. Moure im Hotel. Die Weiterreise nach Calais erfolgt h Ute Abend.
London, 15. Mai. Der Führer der irischen Nattonalisten Redmond hielt heute bei einer gro Ken nationalistischen Kundgebung in Armagh eine Ansprache, in ber er seinem Mitgefühl für bie Familie des verstorbenen Königs Ausbruck gab, der ein Freund Irlands gewesen sei. Sein Nach- felger sei hoffentlich von demselben Gefühl« gegenüber den Iren beseelt. Im weiteren Verlauf seiner Rede erklärte Redlond, nach Ablauf einer schicklichen Trauerzeit müsse die Sache des Volkes gegen das Oberhaus zum Siege ge- fiihrt werden.
Deutsches Reich.
— Eine Fimtlandpetttton deutscher RetchSlagS- «bgeordneter wird in den Kreisen der Parteien der Linken vorbereitet. Dazu schreibt eine „Ber- Ih.er Cortefpondenz", daß «S formell nicht zulässig sei, derartige Kundgebungen im Geheimen zu verhandeln. Im Plenum könne der Präsident der Hauses unb auch dir Regierung Stellung nehmen unb so ber Demonsttatton einen Charakter geben, der völkerrechtlich angängig ist. Sachlich bedeutet die Kundgebung natürlich nichts a?tber§ als eine Einmischung in die inneren Verhältnisse eines Landes, die sich niemand — auch wir nicht — gefallen lassen wird. Wie die Duma darüber dentt, hat sie ja schon zum Ausdruck gebracht (siehe Ausland).
— Deusscher Lehrerverein. Sttaßburg i. Els., 15. Mai. Der Deutsche Lehrerverein veranstaltete feine dreijährige Versammlung zum ersten Mal« in den Reichslanden. Sttaßburg hat sich dazu festlich geschmückt. Die Tageszeitungen widmet-« schon seit Tagen bett Gästen lange ArttkU unb die
„Ich bitte dich, es nicht zu tun — ich bitte dich, deinen unwürdigen Verdacht fallen zu lassen — ich bitte dich, dich mtt Born In Verbindung z« setzen, dann wird sich alles aufklären."
Die Baronin lachte spöttisch.
„Vor Gericht mag er seine Unschuld beweisen, wenn er es vermag."
„Mutter, du weißt nicht, was du tun willst," sagte Erika in furchtbarer Erregung, und trat dicht an ihre Mutter heran. „Seine Ehre ist meine Ehre — willst du seine Ehre vernichten, vernichtest du auch die meinige."
„Welche Worte!"
„Ich warne dich, Mutter. So war ich unschuldig bin, so wahr ich dir schuldfrei und rein ins Auge sehen kann, so unschuldig und teilt ist Fritz Born. Willst bu ihn vernichten, vernichtest du deine Tochter mit."
„Du bist wahstnnig?"
„Stellst du mir auch die schamlose Bedingung jenes Elenden, um Fritz, den angeblich Schuldigen, zu retten?"
„Das sei ferne von mir. «ber ich stelle die Bedingung, daß du jeder Verbindung mtt ihm etttsagst."
„Ich verspreche es dir, wenn du feine Ehr« wicherherstellst."
„Das liegt nicht tu meiner Macht."
„Du kannst deine« Irrtum eingestehen — kannst öffentlich dein Bedauern über bett Irrtum aussprechen."
„Es ist kein Irrtum."
„Du hältst ihn für einen Dieb?"
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„Du Willst ferne Ehre nicht wiederherstellen?'
elsaß lochringische Lehrerschaft hat sich bemüht, ihren Gästen aus Alweutschland das Fest würdig zu gestatten und vorzubereiten. Feste Anmeldungen find etwa 8700 eingelaufen; doch darf man nach den Erfahrungen der letzten Jahre auf immerhin noch 2000 Nachzügler rechnen.
— Gedenttafel« in den Kirchen für die tt» China und Afrika Gefallene«. Der Kaiser hat nach der R. pol. Corr." bestimmt, um das Aw denken der bet ben kriegerischen Ereignissen in China und Afrika gefallenen, ihren Wunden er« legenett Offizieren, Beamten und Mannfchasteu bir Armee, Marine und Schntztruppen zu ehren, daß in ben einzelnen Kirchen, zu beten Gemeinden die Bezeichneten gehört haben, Gedenktafel« mit ihren Namen nach dem für bie Armee gegebenen Muster aufgestellt werden.
— Ein Dementi Berlin, 14. Mai. Die „Nord« deutsche Allgemeine Zeitung" ntlbet: Es sei be» abstchtigt, den dem Reichstag borfiegenben Zuwachssteuer-Entwurf durch eine neue Vorlage z« ersetzen, welche erst im nächsten Frühjahr eingebracht werden soll. Die Nachricht ist durchaus unzutreffend. Nachdem die Wiederaufnahme bet Beratungen über ben Gesetzentwurf für den Herbst diese Jahres in Aussicht genommen ist, besteht kein Anlaß für ein anderweitige Entschließung der Verbündeten ^Regierungen. Damit entfällt auch die Angabe, daß für die rückwirkende Kraft des Gesetzes ein anderer Termin bestimmt werden soll.
— Die Ausweisung WegelinS aufgehoben. Sttaßburg, 13. Mai. Wie erinnerlich, war bet Schweizer Wegelin von der Regierung ber Reichslande ausgewiesen worden, weil et in einem Hotel in Mülhausen die Marsellaise hatte spiele» lassen und auch ein sonst die Deutschen verletzendes Wesen zur Schau gettagen hatte. Rach einer Mitteilung des Bezirtspräsidiums zu Colmar ist die Ausweisung nunmehr vom 15. Mai ab aufgehoben worden. Zickzackkurs!
— Verbot de« „Timpliziffimus" in bet Armee? Berlin, 14. Mai Wie die sozialdemokrattsche „Frankfurter Volksstimme' wissen will, hat bet Kriegsminister von Heeringen allen Offizier«« das Abonnement und auch bas Lesen bes „Sttn- plizissimus" verboten, weil bieses Organ wichet« holt bie Person des allerhöchsten Kriegsherr« karikierte.
Ausland.
♦♦ Ein Unfall auf bet Reise befl König» vom Griechenland nach London. Brindisi, 14. Mai. König Georg von Griechenland, sowie der Kronprinz und Prinz Christoph sind an Bord de» „Amphitrite" heute Nachmittag hier eingetroffe« unb haben von hier die Reife nach London über Land fortgesetzt. — Die Jacht „Amphitrite' mtt dem König von Griechenland befindet sich infolge des Verlustes bet Schraub« unbeweglich in den Gewässern bei Vallona. Der Dampfer „Scilla' unb ein Geschwader von Torpedobooten sind zur Hilfeleistung abgegangen.
** Roosevelt in London. London, 16. Mai. Roosevelt mit Familie und Lord Dnndonald, bet im Auftrage bes Königs dem früheren Präsidenten nach Queenborough entgegengefahren ist, fttw hier eingetroffen. Zur Begrüßung auf bew Bahnhof hatten sich eingefunben: ber amerikanische Botschafter mit ben Mitgliedern der Botschaft, ber amerikanische Generakonsul unb zahl«
„Er selbst mag es tun, wenn er es vermag." „Du willst ihn vor Gericht ziehen?"
„Ja . . ."
„Run, so steh« Gott mit bei, Mutter, dann muß ich seine Ehre verteidigen, seine Ehre retten," sprach Erika unb richtete sich stolz und groß empor.
„Was willst bu tun, Mäbchen?'
„Morgen wirst bu es erfahren. Ich gebe btt bis heute abenb Bedenkzeit; beharrst bu bann noch auf beinern unsinnigen Entschluß, bann mußt bn bie Folgen tragen."
„Du wagst mir zu btohen?"
„Ich brohe bir nicht,' entgegnete Erika mtt tiner Ruhe, bie groß abstach gegen bie zornige Erregung ber Baronin. „Ich mache bich nur auf bie Folgen aufmerksam, bie bein Vorgehen gegen einen vollkommen Unschulbigen nach sich ziehe» muß. Du willst bie Ehre des Mannes vernichte«, ben ich von ganzem Herzen liebe, unb besten Ehre meine Ehre ist — ich habe bie Pflicht, biete unsere Ehre zu berteibigen, selbst gegen dich, meine Mutter.'
„Ich weiß nicht mehr, was ich von dir denke» soll, bu bist ja vollständig wahnfinnigf D« liebst diesen Menschen?'
„Ja — ich liebe ihn unb werde niemals ben ihm lassen. Mein Vater selbst hat in feines Sterbestunde diese meine Liebe gesegnet unb es mir jut Pflicht gemacht, Fritz Boms Ehre M schütze«, bie ein elender Verleumdet befobeft hatte. Ich bitte dich nochmals, Muttet, laß * ben deinem Vorhaben."
(Fortsetzung folgt)
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