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und Landwirtschaftliche Beilage." :.
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Tie „Olierliessische Zeitung" erscheint täglich mit An "- hme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel« jährlich durch bte Post bezogen 2,25 * lohn« Bestellgeld). bei unseren ZeitungSstellen und der Expedition (Markt 21), 2 'Jt.
Marburg
Sonntaff, 15 Mat 1910.
Die JnsertiouSgebühr beträgt für die 7gespaliene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Lerlag: Job. Äug. Koch, llniversitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth. Marburg. Markt 21. — Telephon 55.
45. Zahrg
Erstes Blatt.
PolirW e Pfincslbelraü tungen.
Das Pfingstfest verdient den ihnl von unsere» größten Dichter gegebenen Beinamen „das liebliche Fest" gewiß sowohl um seiner religiösen Bedeutung hrifien, wie auch wegen der frohe» Stimmung, die in dieser Frühlingszeit uns eignet. Die Witterung aber macht um diese Zeit recht oft dem Beinamen „lieblich" wenig Ehre, ebenso wie der „Wonnemonat" Mai sehr häufig an die berüchtigten tückischen Launen seine- Vorgängers, deS Aprils, erinnert. Denn unserem Himmelsstriche ist nicht gegeben, was tropische Länder onszeich- nei: daß nämlich die Zeiten guten und die Zeiten schlechten Wetters alljährlich fast auf den Tag fest- gestellt werden können Das Pfingstfest kann in dem einen Jahre bei strahlendem Sonnenschein und sommerlicher Wärme gefeiert werde», in dem anderen müssen wir uns sröstelnd in winterliche Kleidungsstücke hüllen.
Dieses Zögern, mit bem bet uns der unfruchtbare Winter dem (Sommer weicht, diese Unsicherheil und diese Ungewißheit scheinen auch unserem politischen Leben den Stempel zu geben Um die Psingstzeit sollen die Parlamente, die ja schon tat Herbste des vorhergehenden Jahres ihre Pforten geöffnet haben, billigerweise ihre Beratungen beendet und die schwebenden Gesetzesvorlagen erledigt haben. Im vergangenen Jahre war man zur Zeit des Pfingstfestes noch in absoluter Ungewißheit darüber, wie und ob der Reichstag die Finanzreform erledigen werde, und erst im Reisern onat Juli entschied sich das Schicksal der Vorlage und konnten die Abgeordneten die ReichS- haupkftadt verlassen. In diesem Jahre ist cl ganz ebenso mit der preußischen Wahlrechtsvorloge. Das Herrenhaus bat in seiner zweiten Lesung bfe ber Vorlage von der Mehrheit des Abgeordnetenhauses gegebene Fassung in wichtigen Desüulinungen abgeändert, aber es ist jetzt zur Psingstzeit noch ungewiß, ob die endgültige Beschlußfassung der „hohen Herren" nach dem Feste noch dieselbe sein wird, wie am 29. April. Roch viel unficherer ist es, ob sich dann im Abgeord- netenhause eine Mehrheit flir die Fassung finden wird, die dem Herrenhause genehm erschienen ist. Möglicherweise wird auch versucht, ein Kompromiß zwischen der ursprünglichen Form, die das Abgeordnetenhaus dem Gesetz gegeben hat, und der Fassung des Herrenhauses herzustellen. In diesem Falle würde ein Hin- und Herschteben anheben, dessen Ende gar nicht abzusehen wäre.
Bcrückstchtigt man, daß dte pretlßische Wahl- rechkSfrage nicht nur für diesen größten deutschen Bundesstaat von hoher Bedeutung ist, sondern daß die Art der schließlichen Entscheiimng über diese Frage auch auf die Parteiverhältnisse tat
(Nachdruck verboten.)
Vfingste«.
Von Charlotte Dittmann.
Wenn am Pfingstmorgen in aller Herrgottsfrühe die Glocken läuten, und von der Galerie das feierliche: „Komm', heilger Geist" über das blühende Gelände hintönt und die tausend und abertausend Vogelkehlen ihr Lied zu einem einzigen, gewaltigen Hymnus zusammenkltngen lassen, durchstromt das Menschenherz eine jauchzende Glückseligkeit, daß es sie kaum zu fassen vennag. Es empfindet, daß ein Festtag ist.
Was verstehen wir unter dem Worte „Festtag?" Schon bei den heidnischen Völkern gab es besrimmte, den Göttern geweihte Tage, an denen jede Alliagshantierung zu Gunsten einer Beschäf- ttguna ruhen mußte, die dem einen oder anderen Gone ganz besonders wohlgefällig sein sollte. Aus diesem Bestreben entwickelten sich die verschiedenen Festbräuche. Und diese, von Genera- tton auf (Generation übertragen, schlugen so tief im Volke Wurzel, daß auch ein neuer Glaube ste nicht auszurotten vermochte. Die christlichen Bekehrer verstanden es bald, mit dieser Tatsache klug zur rechnen. Namentlich waren die deutschen Feste so tief in der Naturanschauung des Germanen begründet, daß sie sich nicht nur den christlichen Festen anschmirgten. um sich zu erhalten, sondern sich sogar als Bestandteile derselben fort- erbten.
Die Bräuche bei Hochzeit, Taufe, Konfirmation, Tod und Begräbnis sind voll von diesen germanischen Anklängen, ohne die eine solche Feier gerade bei frommen Familien nicht gedacht werden tann.
Das große Frühlingsfest, welches das germanische Naturkind aus der Hast der Hallen und Winterzelte erlöste, sodaß es sich der verjüngten Mutter Natur wieder an die Brust werfen konnte, bot sich wie von selbst dar, um den Pfingstgedan- ten bineinzupflanzen, wie ein Edelreis in einen Warten jungen Baurn. Die vollständige Umbil- Mng bet sich immerhin erst spät vollzogen. DaS Weihnachsfest wird bet den germanischen Stäm-
ganzen Deutschen Reiche von erheblichem Einflüsse sein kann, so kann man sich denken, daß alle Interessierten tat weiten Deutschen Reiche dem Pfingstfeste nicht eben ruhigen Herzens und freien Kopfes sich hingeben können. Obwohl uns von den Wahlen noch etwa iy2 Jahre trennen, werfen sie doch schon jetzt ihre Schatten voraus, und man kann bald von diesem, bald von jenem Wahlkreise lesen, daß einzelne Parteien schon ihre Bewerber aufstellen. In der gegenwärtigen Psingstzeit, in der die Reichstagsabgeordneten und die Mandatsinhaber des preußischen Abgeordnetenhauses vielfach in ihren Wahlkreisen weilen tverben, bürsten sicherlich weitere Schritte in bieser Richtung unternommen werden.
Man sieht, daß die Pfingstzeit diesmal für den deutschen Politiker alles eher als eine Zeit ruhigen Genießens ist. Erfreulicherweise sind jetzt wenigstens die Sorgen der äußeren Politik gering. Wobl schlagen „hinten weit in der Türkei" die Völker wieder einmal aufeinander, näm licki die Truppen der türkischen Regierung und die aufftändischen Albanesen, aber es ist zu hosten, daß diese Kämpfe bald ein Ende finden werden. Selbst wenn ste sich aber noch länger hinziehen sollten, so ist doch kaum zu besorgen, daß ste zu einem allgemeinen Kampfe auf der Balkanhalb- insel oder gar zu einem Weltbrande führen könnten Die Besuche der christlichen Be^anfürsten in Konstantinopel haben offenbar wenigstens das eine Gute gehabt, die ehrgeizigen Absichten dieser Fürsten und ihrer Untertanen zu vertagen. Auch werden diese ehrgeizigen Pläne von außerhalb kaum begünstigt, da das Friedensbedürfnis der europäischen Großstaaten sehr groß ist, und da sie alle ganz genau wissen, daß es wohl leicht ist, einen Krieg zu entfesseln aber daß es weniger leicht ist, ihn zu lokalisieren.
So kann also auch der Politiker das Pfingfefi wenigstens ohne die Sorge begehen, daß zu der innerpolitischen Ungewißheit noch äußere Verwicklungen treten kvnneu. Und sind unsere inneren Zustände auch stcherlich nicht so erquicklich, daß ste mit Pfingsttuaien ausgeputzt zu werden verdienten. so ist doch glücklichweise das deutsche Volk 'n seinem Kern so gesund und so kräftig, daß es schon einen ganzen Haufen von Schwierigkeiten und Mißverständnissen ertragen kann, ohne dadurch Schaden an Leib und Seele zu nehmen. Wenn also auch der beutftfie Politiker das Fest nicht als fröbltcher Kümmerdichnicht begehen kann, so braucht er andererseits auch nicht denen, die das Glück haben, durch die poliffchen Sorgen nicht bttaflet zu sein, durch ein grämliche- Gesicht ::nd durch melancholische Unkenrufe die Festfreude »u verderben.
Die deutsche Reichspost im Auslande und in den deutschen Kolonien.
Die Reichspostverwalmng ist seit vielen Jahren bestrebt, in fremden Ländern, mit welchen
men nicht vor 360 erwähnt und auch von der Feier des Pfingstfestes finden sich erst im vierten Jahrhundert sichere Spuren.
Aber nicht nur in Germanien baute sich die äußere Form des Pfingstfestes auf dem Ratar- ku.ltuS auf. Auch das jüdische Wochenfest, an dessen Stelle die ersten Christen das Pfingstfest feierten, läßt sich daraus zurückführen; es bildete ursprünglich den Abschluß der Getreideernte; darum wird noch heute in den Synagogen an diesem Feste das Buch Ruth gelesen, aus dessen schönen Erntebildern uns der Ursprung des Festes gleichsam verklärt anschaut.
Die südslavischen Völker huldigten bei ihrer Frühltngsseier besonders den lieblichen Russalken. Das waren Frühlingsgöttinnen, die im Walde an Bächen und Teichen, an stillen Waldseen und auf blumigen Matten wohnten. Junge Mädchen warfen unter Gesang und Tanz Kränze ins Was ser und trieben allerhand anmutigen Spuk dabei. Noch jetzt wiederholt das Volk genau dieselben Bräuche alljährlich am Pfingstfest. So tief uns lebendig bewahrt die Volksseele ihre uralten Er- innemngen!
Die Rordslaven, besonders die Wenden, nähern sich mit ihren Pfingstbräuchen vielfach denen der Densschen, mit denen ste manches Jahrhundert lang in Berührung geblieben sind. Sie schmücken ihre Türen und Fenster mit grünen Zweigen. Die jungen Burschen errichten in der Nacht vor Pfingsten eine lange Stange, die „Maistange" genannt, die mit Bändern geschmückt und oben mit einem Holzkreuz verziert wird. Die Jugend um- tanzt sie an den daraus folgenden Sonn- und Festtagen, bis am Johannistag ihr Ende naht. Die ganze Ortschaft umringt die Maistange und veranstaltet neben ihr ein Kegelschieben, nach dem wird, als Schluß der Festlichkeiten, die Stange an den Meistbietenden versteigert. Das Geld fließt in die Junggesellenkasse, au- welcher es alsbald verjubelt werden darf.
Bei uns ist die „Maie" keine Stange, sondern eine junge Birke mit frischem, soeben entfaltetem Laube. Sie galt bett deutschen Stämmen al- Symbol der Gesundheit und der üppigen Wachs
Deutschland in lebhafterem Handels- und Schiffsverkehr steht, zur Förderung der vaterländische» Interesse eigene Postanstalten einzurichten. ES konnte dieS allerdings nur da geschehen, wo die Landespostanstalten noch nicht nach europäischem Muster organisiert find und politische Verhältnisse nicht entgegen stehen. Rach b-r von bet Reichspostverwaltung herausgegelu oßen Statistik bestanden tot Auslande am 1, ; Jfe des letzten Jahres 31 Reichspostanstalten, von welchen auf die europäische und astatische Türkei fünf (Haupt- ori Konstantinopel), auf Marokko 13 (Hauptort Tangers und auf China 13 (Hauptort Shanghai) entfallen. Außer einer Anzahl von einheimischen Hilfskräften werden in der Türkei 20 Reichspostbeamte. in Marokko fünf und in China 26 Beamte und vier Unterbeamte beschäftigt. Der Postver- kehr Deutschlands mtt der Türkei beziffert sich auf rund 3 6 Millionen Briefpostsendungen aller Art, auf 41 000 Postanweisungen mit 1,07 Millionen Mark und 102 000 Postpakete, mit Marokko auf rund 2,5 Millionen Briefe. 20 000 Postanweisungen mit 3,75 Millionen Mark und rund 4500 Postpakete, mit den detttschen Postanstalten in China auf rund 2 Millionen Briefe, 17000 Postanweisungen mit 1 Million Mark und 43 000 Pakete.
Im deutschen Schutzgebiet und in den Kolonien sind zurzeit 173 Reichspostanstalten in Tätigkeit, 17 mehr als im Vorjahre, und die Zahl bet bei denselben beschäftigten Fachbeamten beträgt R8 Ober- und 43 Unterbeamte, von denen d r Überwiegende Teil auf Deutsch Ostaftika und Deutsch Südwestafrika entfällt.
In Deutsch Ostastika bestehen zurzeit 39 Post anstalten, 4 mehr al- ft» Vorjahre, mtt 21 Beamten mW 5 Uttterbeamten. Der Postverkehr mit dieser Kolonie hat sich erheblich entwickelt, die Zahl bet Brieffendungen bat im letzten Jahre nmb 3,01 Millionen Briefpostsendungen, 40 000 Postanweisungen mit 30(4 Millionen Mark und 30000 Postpakete betragen. Noch erheblicher ist der Verkehr mit Deussch Südwestafrika, wo 62 Poftanstatten, 6 mehr als im Vorjahre, mit 52 Beamten und 29 Unterbeamten in Tätigkeit sind. Der Hauptpostverkehr umfaßt: 6 Millionen Brief- Postsendungen, 171000 Postanweisungen mit 32 Millionen Mark und 91 000 Postpakete. Es folgt Kamerun mtt 31 Postanstalten — 5 mehr als tot Vorjahre — mit 15 Beamten, sowie einem Verkehr, welcher in der Haupffache 1,01 Million Briefpoststücke, 34 000 Postanweisungen mtt 5 Millionen Mark und 24 000 Postpakete in sich schließt. Auch die Kolonie Togo mit 12 Postanstalten und 6 Beamten hat sich recht gut entwickelt, hier umfaßte der Postverkehr rund 350 000 Briese, 16000 Postanweisungen mit Ich Millionen Mark und 25 000 Postpakete. In dem deutschen Schutz- gebiete in Reu-Guinea und den Südseegebieten einschl. Samoa waren 21 Postanstalten mit 4 Fachbeamten in Tätigkeit. Die größere Zahl der Meinen Poststellen wurde von Privatpersonen
toms. Darum wurde sie von unsere» Urväter» feierlich eingeholt, utrtet dem Spiel eines voran- maffchierenden Mustkchors mit Bändern und Blumen geschmückt, von Haus zu HauS getragen und endlich auf einem freien Platz eingepflanzt. In vielen Gegenden erfolgte dann noch ein Mtt um die Saatfelder, dem sich in Hannover und Westfalen das erste Austreiben des Vieh- anzu- schließcn pflegte.
In den deutschen Städten hat die Alltagsprosa fteilich schon seit langer Zeit die ehrwürdigen, poesievollen Bräuche verschlungen. Der rnode.ne Städter lebt so abgekehrt von der Natur, daß der Wechsel der Jahreszeiten ihn kaum berührt. Die wohlgepflcgten Gartenanlagen vor seinem Fenster — wenn er überhaupt so glücklich ist, auf einem mit Bäumen und Beeten geschmückten Platze zu wohnen — sind vielleicht das einzige, was ihn auf den Reigen der Kinder Floras aus- mertfam macht. Und dennoch! Naht die Pfingstzeit, so überkommt es ihn — et weiß nicht wie! Es regt sich auch in seinem Herzen die Übennäch- tige Sehnsucht des germanischen Bbttes nach Hain, Bach und Wiesenland. „O Täler wett, o Höben!" klingt es tief in seiner Seele, und et weiß nicht . . . tönt es aus feiner Kinderzeit so sehnsuchtsvoll herauf oder ist es ein viel fernerer Klang, ein Ton aus der Tiefe bet Urzeit? Und die Staatseisenbahn, diese moderne Einrichtung, trägt dem so plötzlich in Wallung geratenen germanischen Blute Rechnung und stellt Extrazüge über Erttazüge. Die Straßen der Stadt werden öde und leer; über ganze Reihen herabgelassener, zusammengezogener Vorhänge schweift dein Auge die lange Häuserfront entlang, wenn du selbst, mtt aufgeschnalltem Rucksack dem Bahnhof zuettst.
Reben allen diesen Psingfffymbolen. die au- heidnischer Wurzel aufwuchsen wie wilde Schößlinge aus den Wurzeln eines gefällten Baumes, finden sich doch auch viele, die christtichen Vorstellungen entfeimt sind. Namentlich stützten sich bte mittelalterlichen Zunftbräuche gern auf durchaus christliche Gedanken. So hielten in Almetode die Gläsnet. d. h. die Fabrikanten der Sck>'.nti'- tigel, am Psingst'.a-ze Gcr-ch-. Eie verglichen den *
verwaltet. Der Postverkehr hat sich hier eben« falls befriedigend entwickelt, et umfaßte in-go» samt rund V2 Millionen Briefpostsendungen «let Art, 51000 Postanweisungen mit l*/6 Million«- Mark und 5000 Postpaketen. In dem wichtig«» deuffchen Schutzgebiete Kiauffchou sind 8 M. Stück, derjenige der Postanweisungen 13 500 Stück mit % Millionen Mark und derjenige der Post« betete 16 500 Stück betragen.
Bei ber Vermittelung des Postverkehrs nach den deuffchen Kolonien und den deuffchen Schutzgebieten find u. a. die von Bremen und Hamburg ausgehenden großen Schiffahrtslinien in hervorragender Weise beteiligt; besonders kommen in Betracht der Norddeutsche Lloyd mit seinen Linien nach der Levante, nach China und Japan, nach Austrafien und den Zwetglinien nach der Südsee, bte Hamburg Bremer Afrika Linie nach West« aftika u. a.
Zum Tode König Eduards.
London, 13. Mai. Die Königin Alexandra unb die Kaiserin-Mtwe von Rußland werde» mt bet Trauerprozession, welche den Sarg des Königo vom Buckinghampalast nach ber Westminsterhall geleiten wird, im Magen teilnehmen und ebenso <m der Prozession von Westminsterhall nach bet Station Caddington. — Der Bau von Tribünen auf bem Wege bet Prozession vom Schlösse nach bet West- minsterhall hat heute bereit» begonnen. — Sa bte Kasernen von London nicht ausreichen, um die 3» den Trauerfeierlichkeiten nach bet Hauptstadt beorderten Truppe» aufzunehmen, so wird bet Hyde- park in ein ungeheure» Militärlager verwandelt werden. — Der Sarg de» Königs soll heute abend nach bet Ankunft bet Herzogs von Connaught versiegelt werden.
London, 13. Mai. Der Herzog von Tonnaught traf mit feinet Familie heute nachmittag hier ein; et wurde vom König unb der Königin am Bahnhof empfangen.
Deutsches Reich.
— Roosevelt in Berlin. Berlin, 13. Mai. Heute mittag fand bei dem amerikanischen Botschafter zu Ehren Roosevelt» ein Frühstück statt, an bem e. a. die Minister Sybow, Dr. Beseler, v. Arnim, v. Hee- tingen unb o. Breitenbach, die Staatssekretäre Delbrück und Dernburg, außerdem Graf Zeppelin und eine Anzahl von Mitgliedern des Reichstag» und des Abgeordnetenhauses teilnahmen. — Der Reichs^ kanzlet erschien heute nachmittag in bet amerikanischen Botschaft, um ben Besuch Roosevelt» zu et» widern.
— 3« Wahlrechtsvorlage. Breslau, 13. Mai. Gegenüber bet Meldung einer Berliner Parlaments-
Tag de- jüngsten Gerichtes mit dem Feuer bei Goldschmiedes. Sie meinten, bet heilige Geist würde bann zu Gericht sitzen und die Seele» im Feuer schmelze» unb reinigen, wie bet Gold schmied das Gold und Silber.
Andere Beispiele christlicher Pfingstbräuch« finde» sich i» de» Auszeichnungen christlicher Ritterorden. Als z. B. in ber Schlach bei Tannenberg die tapferen Deuffchritter, diese edle Blüte christlicher Ritterschaft, am zweiten Pfingsffeiertag 1410 tot Kampfe gegen die Polen und Lttouet erlegen waren, wurde auf der Walstatt eine Gedächtniskapelle errichtet. Diese bildete alljährlich bas Wallfahrtsziel für Gebrechliche und Arme. Aber selbst lange Zett, nachdem die Stätte verwaist und die Kapelle verfallen war, pilgerten z» Pfingsten Lahme und Kranke zu dem geweihten Fleckchen Erde, um ihre Opfergaben auf der eingesunkenen, altersmorschen Mauer niederzulegen und für Heilung und Genesung zu beten.
Außerdem bieten die Schilderungen prächtiger, alter Epen glänzende Bilder festlich schönet Pfingstfeste an den Hofhaltungen der alten englischen und französischen Könige. Besonders bet Hof des Königs Artus wat berühmt bafflt, und die Minstrels, die bei ihm allezeit offene Tote fanden, haben diese Pfingstfeste in flangteichen Liedern verherrlicht.
Ziehen wir die Summe dieser Erfahrungen und (Erinnerungen, so müssen wir sagen, daß das liebe Pfingstfest mtt seiner tiefen Weisheit nns mtt tausend Fasern und Wurzeln ins Hetz ge- wachsen ist. Alle Saiten unseres Innern tönen, zugleich die frommen und die romantischen, Mt poetischen und die heiligen. Und das ist da- schönste, was dem Menschen widetsahren kann, wen» alle Widersprüche in ihm sich versöhnen und einmal der ganze Mensch zusammenftimntt, sodaß er sich als einheitliche, harmonische Petsön- lichkett empfinden darf.
In feiner weihevoll-glückseligen Stimmtma öffnet et das Hetz erst recht weit unb fai :t‘".±lij in dein Gt'Lx
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