MchM ZalM mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uns Kirchhain unb den Beilagen: „Nach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftlich« Beilage.«
JgllO
Tie „Qlwriicffische Zeitung« erscheint täglich mit Nnknahme der Sonn» und Feiertage. — Der BegugSprei» beträgt viertel» jährlich durch di: Post bezogen 2 26 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zcitung?stcslen und der Expedition i Markt 21), 2 Jt.
Marburg
Frettag, 13. Mai 1910.
Die Jnsertionzgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 80 Psennige. — Druck und Verlag: Joh. Slug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
45. Jahrg.
Erstes Blatt.
Germa»isimlnfl niih Großgrundbesitz.
Man schreibt uns:
Kürzlich lvurde eine ganze Liste von Grund- M'fiücken miigcleilt, die, in den Provinzen Posen Tzgttnb Westpreuße» gelegen, in der letzlen Zeit aus E^dculschen in Polnische Hände übergegangen sind, -^^kas ist gelviß tief bedauerlich, aber noch bedauerlicher ist es, wenn man, --,e das „Berliner Tage- dla'.t« es tut, das Kind mit dem Bade ausschütt t. Diese Zeitung, die seit Jahr und Tag in allen nationalen Fragen zu dem Standpunkte völliger Negation zurückgekehrt ist, erachtet di« Tatsache des Ueberganges einer Anzahl deutscher Grund» stürke in polnische Hände als einen Beweis, daß „die zahllosen für die Ostmarkenpolittk aufge» wandten Millionen einfach ins Wasser geworfen sind". Gleichzeitig poleuiistert das Blatt sehr heftig gegen den Großgrundbesitz, der, da er mit * polnischen Arbeitern wirtschafte, die Germaniste» ruua verhindere, Ueberhaupt mürbe durch die falsche agrarische Politik dem slawischen Vordringen die Bahn gerichtet.
Wir haben uns die Listen der in polnische Hände übergegangenen Güter auch auf die bezahlte» Preise hin angesehen, und da ist es denn doch vom deutschen Standpunkte aus ein gewiffer Trost, daß diese Preise zum Teil derart hoch sind, daß es höchst fraglich ist, ob das Polentum auf die Dauer diese Güter wird halten können. Völlig verkehrt ist es aber fedenfalls, um dieser Guts- Verkäufe willen die Ansiedlungspolitik als einen Schlag ins Wasser anzusehen. Durch die Ansiedlung sind Hunderte deutscher Dörfer entstanden, uird viele Tausende deutscher Bauern haben in • Gegenden, die früher einen ausgesprochen polni- -»sMhen Charakter trugen, Grundbesitz erworben. - Dieser Gnindbesitz ist vor dem Uebergange in Polnische Hände ein für allemal gesichert. Und wenn in anderen Gebieten der östlichen Provin» zen deutsche Grundstücke in polnische Hände über- gelten, so kann dies angesichts der Sicherheit der Ansiedlungsdörser vor solcher Gefahr doch nicht der Anlaß sein, die Ansiedlungspolitik zu verdau,men, sondern man mnß sie im Gegenteil um so eifriger und in um so größerem Umfange betreiben.
Unter den in den Listen angeführten Grundstücken ist eine erhebliche Zahl im Umfange von 100 bis 200 Morgen (25 bis 50 Hekiar). Diese Grundstücke wird man nicht als Großgnlndbesitz ansehen können, es sind kleinere ober höchsten» mittlere Bauerngüter Gerade bei Mefer Ge- leg nheit also gegen den Großgrundbesitz zu polemisieren und ihn als das eigentliche Hemnini» de Germanisternng zu bezeichnen, ist verkehrt. Wir verkennen aber durchaus nicht, daß im Interesse der Germanisiening die Aitlegung von AnsiedlungSdörsern mit mittleren Bauerngütent höchst erwünscht ist, und daß eine Politik, die auf die Schasst,ng eines Großgrundbesitzes im Osten mehr Getvicht legte als auf Bauerngüter, bet» fehlt wäre.
Im übrige» aber wäre e- durchaus verkehrt, wenn man den Großgnindbesitz in den Provinzen Posen und Westpreußen vollständig beseitigen wollte Abgesehen davon, daß dazu die Mittel gar nicht vorhanden sind, wäre e- auch vom nattoualökonomischen Standpunkte au» verfehlt.
Güter — und gerade in diesen beiden t**" Natur nicht überreich ausgestatteten Pro- v.»^en gibt e» deren sehr viele —, die, wenn sie Überhaupt etwas hereinbringen sollen, extensiv bewirtschaftet werden m Offen. Solche Güter wiisiea Großgnlndbesitz bleiben, denn wenn mau sie In Banerschastcn zerlegen wollte, so könnten Och die Bauern tiicht darauf halten. Im In- teresie einer vernünftigen Ansiedlungspolitik aber kann «S selbstverständlich nur liegen, solche Güter I« zerstückeln, die sich zur Besiedlung durch vauknt eignen, und bei denen die Kolonisten nicht nach ein paar Jahren vergeblicher Arbeit bankerott werde».
Dl« Ansiedlinigspolitik bedarf, wenn sie erfolgreich sein soll der Stetigkeit und der Besonnenheit, und damit sind in Extremen sich bewegend« Bestrebungen, welcher Art sie auch sein mögen, ausgeschlossen.
Zum Tode Könlq Eduards.
London, 11. Mai. (Unterhau».) Da» Hau» ist voll besetzt: alle Mitglieder sind in Trauerkleidung erschienen unb waren entblößten Haupte». Premierminister Asquith gab zunächst folgende Bot» schasl de, Königs Georg bekannt: Der König weiß, haß das Hau» Anteil nimmt an der tiefen unb plötz-
Trauer ,in die Seine Majestät durch den Tod feines Vaters, des Königs Eduard, versetzt wurde und daß bas Haus ein aufrichtiges Gefühl hegt für 1,1Verlust, den Seine Majestät unb di« Ration bt:r< >" 'r T.’ij-vrfo crli'.len h-»h-n. Kö
nig Eduard sorgte für die Wohlfahrt feines Landes und dt» Volkes, seine geschickte und weise Führung der Geschäfte, seine unermüdliche Aufopferung für die Pflichten einer ruhmreichen Regierung und sein schlichter Mut in Schmerz und Gefahr werben lange in Ehren gehalten werden von seinen Untertanen im Lande und jenseits der Meere. — Darauf brachte der Finanzminister zwei Resolutionen ein, die eine bett, eine Beileids- und Elückwunschkundgebung für König Georg, die andere betr. eine Beileidskundgebung für die Königin-Mutter. Premierminister Asquith führte dabei aus: Die Regierungsjahre des verewigten Königs wiesen eine Fülle großer Er- eigniffe sowohl im Mutterlande wie außerhalb desselben im britischen Reiche auf. In unseren Beziehungen zunr Auslände find diejenigen wamsender Freundschaften feste Bürgschaften für den Frieden der Menschheit gewesen. Innerhalb des Reiches hat sich aber der Sinn für die Abhängigkeit der einzelnen Reichsteile von einander, das Bewußtsein gemeinsamer Interessen und Gefahren, die immer fester werdenden, Bande korporativer Einheit in einer Weise entwickelt, wie dies nie zuvor der Fall gewesen ist. Premierminister Asquith teilte dann mit, daß sich das Haus zunächst bis zum 17. Mat und bann bis zum 8. Juni vertagen werd«. In der folgenden Woche wird dem Hause der Antrag vorgelegt, eine Kommission zur Revision der Zivilliste zu ernennen.
London, 11.-Mai. Die Kaiserin-Mutter von Rußland unb Großfürst Michael von Rußland sind heute nachmittag hier eingetroffen: sie wurden am Bahnhof vom König und der Königin, sowie den Prinzen Edward und Henry begrüßt.
London, 11. Mai. Wie Reuter erfährt, wird der Sarg mit der Leiche des Königs Eduard am Dienstag vormittag um 11% Uhr nach der West- minsterhalle übergeführt, we er mittags eintreffen wird. Der Weg, den der Zug nehmen wird, ist noch nicht festgesetzt.
Stuttgart, 11. Mai. Wie der „Staatsanz." schreibt, wird der König zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für König Eduard den Herzog Albrecht von Württemberg entsenden.
Dresden, 11. Mai. Als Vertreter des Königs von Sachsen wird sich Prinz Johann Georg zu den Beisetzimgsfeierlichkettcn nach London begeben. Der König traf heute aus Tarvis wieder hier ein.
Petersburg, 11. Mai. Der Reichsrat beschloß, nachdem er die dem Andenken König Eduards gewidmete Rede seines Präsidenten Akimow stehend angehört hatte, einstimmig, an den Lordgroßkanzler ein veileidslelegramm abzusenden. Der Ministrr des Aeußern schloß sich namens der Regierung der Veileidskundgebung an.
Politische Umschau.
Freiheit oder die Maifeier-Kontrollkarte«.
Wie es mit der freien Entschließung bei der Begehung der Maifeier bestellt ist, ist in der .Leipziger Volkszeitung" zu lesen. Dort ist das Muster von auSgegebenen Maifeier-Kontrollkanen abgedruckt, die „vor dem Eingang der zwölf Ver- samntlungslokale den Maifeier-Demonstranten eingehändigt, gleich anszusullen und zur Feststellung der Besucherzahl sofort zuiückzugeben sind." Die Karten haben folgenden Text: .Maifeier Leipzig 1910. Teilnehmer an den Versammlungen: Name tmd Vorname: Beruf? Gewerkschaft k Wo polittsch organisiert? Diese Karte ist sogleich auszufüllen und beim Verlassen des Saale» am Ausgange abzugeben. Das Mai Komitee." An der Karte ist noch ein Coupon angefügt, auf dem e» heißt: „Der Coupon ist vor der Abgabe der Karte abzutrennen und als Ausweis gegenüber der Gewerkschaft aufzubewahren." — Die -Tägl. R." schreibt dazu sehr richttg: .Das ist einmal wieder ein köstlicher Beitrag zur Rawrge schichte des genösflschen Freiheitsbegriffs, dann aber auch bezeichnend dafür, mit wieviel Mühseligkeit der „Weltfeiertag" von den sozialistischen Doktoren am Leben gehalten wird.*
Deutsches Reich.
— Der Kaiser und Roosevelt in Döberitz. Döbe- ritz (Truppenübungsplatz), 11. Mai. Rach der Kritik fand ein Vorbeimarsch aller beteiligten Truppenteile statt. Die Infanterie ging in Regimeniskclonnen vorüber. Der Vorbeimarsch endete gegen 2 Uhr. Hieraus begab sich der Kaiser zum Reuen Palai», während Roosevelt nach Berlin zurückfuhr.
— Da» Kaligesetz. Berlin, 11. Mai. In bet heu- tigen Sitzung be» Bundesrat» wurde dem Entwurf des Gesetzes für den Absatz von Kalisalzen in der vom Reichstag beschlossenen Fassung zugestimmt.
— Zur Reichsverficherungsordnung. Berlin, 11. Mat. Der Beruf»genossenschaststag nahm heute ein- stimmig eine Resolution an, in welcher entschieden b-r Anstürme irgend welcher, hie Beziehungen der
Aerzte zu der Unfallversicherung regelnder Bestimmungen . in di« Reichsversicherungsordnung widersprochen und betont wird, daß die vom Aerztetag vorgeschlagene Fassung bt» § 577 der Reichsversicherungsordnung zu unhaltbaren, das Heilverfahren schwerstens gefährdenden und im Interesse der Versicherten zu beklagenden Zuständen führen würde.
— Die Bekämpfung der Tuberkulose. Berlin, 11. Mai. Unter dem Vorsitz des Staatssekretär» de» Innern Staatsminister Dr. Delbrück wurde heute im Plenarsitzungssaale des Herrenhauses die vierzehnte Generalversammlung des deutschen Zentralkomitees zur Beküinvfmlg der Tuberkulose abgehalten.
— Keine Jagdscheine für Reicksansländer. Karlsrube, 9. Mai. Mit Rücksicht auf vereinzelte Vorkommnisse in den letzten Jahren hat sich, nach der „Köln. Ztg.", die badische Regierung entschlossen, bei Erteilung von Iagdp.'iss.-n an Reichsausländer bestimmte Gemarkungen, für die dies vom Gesichtspunkte der Landesverteidigung als geboten erscheint, auszuschließen. Da im badischen Jagdgesetz eine ausdrückliche Gesetzesvorschrift darüber fehlt, daß an Reichsausländer der Iagdpaß ohne weiteres, verweigert werden kann, so hat das Ministerium des Innern der Zweiten Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt. der diese Lücke im Jagdgesetz ausfüllt und eine Rechtsgrundlage für die Versagung von Iagd- pässen an Reichsausländer für das ganze Land oder für einzelne Gemarkungen schasst.
Ausland.
** Aus Portugal. Lissabon, 11. Mai. Der Jnftizminister hat seine Entlassung genommen;, der Ministerpräsident ist mit der Leitung der G - schäfte des Jnftizministerinms beauftragt worden.
♦* Wahlkrawalle i« Spanien. Granada, 11. Mai. Hier herrscht lebhafte Erregung über die Wahlniederlage des rchmblikanischen Kandidaten Leonardo Ortega, welche Wahlfälschungen zuge- schrieben wird. Zahlreiche Kaufleute haben die Läden geschlossen. Der Straßenbahnverkehr ist eingestellt. Die Polizei zerstreute mehrere Ansammlungen.
** Salonik. 11. Mai. Mahmud Scheffel Pascha beschloß, Verisowitsch mit einer ständigen Garnison von acht Bataillonen und weitere sechs albanesische Ortschaften mit einer solchen von j« vier Bataillonen zu belegen. Der Ban der hierzu erforderlichen Kasernen soll unverzüglich in Angriff genommen werden. Bon dem ersten Korps bleiben 20 Bataillone in Albanien dislo- ciert, weil das dritte Korps nur eine beschränkte Truppenmacht für Albanien zur Verfügung stellen kann.
** Reue Unruhen in China. London, 11. Mai. Rach Meldungen au» Pekittg sind in Tuenschau Unruhen ausgebrochen. DaS Gebäude der China- Jnlandntission wurde zerstört. Einzelheiten fehlen, da die Telegraphendrähte zerschnitten sind. — Hierzit bemerkt das Reuier'sche Bureau, daß die China-Julandmission aus Schanghai «in Telegramm erhalten hat, daß sich der Ausdruck der Uuruhm bestätigt. Die Missionsstation Pueschau steht unter Leitung der württembergischen Lie- benzeller Mission und wird von Herrn und Frmt Heinrich. Witt, Frau Witt, Fräulein Trojahn unb Fräulein L epp in verwaltet.
Marburg und Umgegend.
(Äadjt’.m-t aller Originalartikei ist gemäß § 18 be» Urheberrechts nur mit bet deutlichen Oucflenangab« .Oberheff. Ztg ' gestattet.)
Marburg, 12. Mai.
• Beamtenpersonal - Nachrichten. Ernannt: der Pfarrer Wendcbourg zu Imsum, Konsistorialbeffrk Hannover, zum 1. luth. Pfarrer in Rinteln; der Pfarroerweser Hartwig zu Frankershausen, Klass: Allenborf a/W, zum Pfarrer daselbst; an Stelle de» Schössen Helwig Schlemmer II zu Niedergrenzebach der Schöffe Kcnrad Dülfer daselbst zum Standes- beamten-Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Niedergienzebach.
• Studentisches. Der Akademisch - Philologische Verein im Weimarer Kartellverband feiert von Samstag den 14. Mai bis Dienstag den 17. Mai sein 80. Stiftungsfest.
• Akademischer Spielkursus. Der diesjährige akademische Spielkursus beginnt Montag, den 30. Mai, vormittags 11 Uhr. Im Auditorium Nr. 15 findet zn genannter Zeit die Vorbesprechung statt.
* Stadttheater. (Operettengastspiele.) Da, Personal be» Emser Kurtheaters mit dem Direkwr Steingötter, das nächsten» einige Gastspiele hier geben wird, besteht zum größten Teil au» den vorjährigen Mitgliedern, die der ersten Emser Spielzeit unseres Stadttheaterbirektors im vergangenen Jahr« zu einem außerorbentlichen Erfolge verhalfen hatten. Bon den ersten Kräften nennen wir den Charakter- komiker und Oberregisseur Rich. Heising vom Hof- therrter in Oldenburg, Me erste Sänaerin Frl. Maria
_... '-1 —s
Werten (früher am Metropoltheater in Köln), di» erste Soubrette Frl. Alma Walle vom Etadttheater in Basel, den ersten Operetten tenör Herrn Karl Melzer vom Stadttheater in Lübeck unb den Tenorbuffo Herrn I. Fern von Wien. Die Leitung bet Tänze und Balleteinlagen liegt in den Händen bet graziösen Balletmetsterin Frl. Anny van ber Beer, Bittets zu ben Vorstellungen am 18.. 28. unb 26. Mat werden zu ben gewöhnlichen Winterpreisen be» Stadttheaters von jetzt ab in ber Elwertschen Uni- versitätsbuchhandlung ansgegeben.
• Raoul von Knezalski, der bei uns schon ein Konzert mit außerordentlich großem Erfolg gegeben hat, unb dessen zweites am Freitag ben 13. Mai, abends 8 Uhr in ben Stadtsälen stattfindet, erwarb sich die Gunst unseres Publikums. Er ist nicht nttf ein glänzender Stern am Virtuosenhimmel, sondern auch ein hochgeschätzter Komponist, bet schon viele Lorbeeren auf diesem Gebiete erntete.
* Kunstausstellung. Die Ausstellung in ber Nord- schule bleibt nur noch diese Woche geöffnet. Wir empfehlen daher alten, bie den Besuch derselben bi, jetzt versäumt haben, die» bald nachzuholen. Am ersten Feiertag ist die Ausstellung wie jeden Sonntag von 11—1 Uhr geöffnet, am 2. Feiertag findet ein sog. billiger Sonntag statt. Der Eintritt kostet an diesem letzten Tage nur 20 Pf. (S. Inserat.)
* Di« Fleischschau in Hessen-Nassau. Im ersten Vierteljahr stellt sich die Zahl der S^ftchttiere, die ht Hessen-Nass,« bet Fleischbeschau unterzogen würben, wie folgt: Pferde und andere Einhufer 72t (gej-m 924 im letzten Vierteljahr 1909). Ochsen 8318 (8735). Bullen 1385 (1651), Kühe 20 673 (21 782), Iungrinder 18 439 (13 170), Kälber 54 579 (51321), Schweine 255 783 (266 434), Schaft 14 716 (28938). Ziegen 3491 (5859). Von 219 002 (215726) auf Trichinen untersuchten Schweinen waren 8 (8) tri- chinos unb 33 (32) sinnig.
• Alters-, Invaliden, n. Krankenrente«. Für den Kreis Marburg, stellen stch die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- unb Krankenrenten in ber Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende 'stürz. 1919 wie folgt: Die eingegangenenAnträge auf Altersrenten betrugen 307. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung ;94 durch Ablehnung 95. durch Tod der Antragsteller rc 16. Der Gesamt-Iahresbettag der bewilligten Renten belief sich auf 24078.60 Mk. Bon den Reutenemp'üngern sind bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 1 7, in der Industrie 17, im Handel und Verkehr 1, durch Lohnarbeit wechselnder Art 10, im Staatsdienst 23. und im Gesindedienst 6. Nach Abganß durch Tod it. bleiben noch zu zahlen 45 Posten im Betrage von 61 0.00 Mk. Die eingegangenen Anträge auf Invalidenrente betrugen 1017. Davon find erledigt durch Rentenbewilligung 743, durch Ablehnung 193, durch Tod der Antragsteller zt. 81. Der Gesamtbetrag her bewilligten Renten belief sich auf IO1' 878 401* Von den Rentenempfän gern sind bezw. waren beschäftgt in der Landwirtschaft 3-0, in der Industrie 202 im Sandel und Verkehr 1 >, durch Lohnarbeit wechselnd« Art 56, im Staatsdienst 43, im Ge'm bedienst 52. Rach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 344 Posten im Betrage von 51231.80 Mark. Die eingegangenen Anträge auf Krankenrenten betrugen 93. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 93. Der Gesamt - Jahresbetrag derbe- willigten Renten belief sich auf.lt 37:40 Mk. B»n den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 26 in der Industrie 40 int Handel und Verkehr 4. durch Lohnarbeit wechselnder Art 6, im Staatsdienst 2 im Gesinde- dienst 15. Nach Abgang durch Tod bleibe» noch zu zahlen 10 Posten im Betrage von 1721.40 Matt Der Gesamt - Jahresbetrag der bewilligten Renten betrug überhaupt 146 818 40 Mk. — Von der Lande»- Verficherunqsanftalt Hessen-Nassau ■ eren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt. find seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 10419 Altersrenten im ®e» sammt-Jahres betrage von 1484 980.80 Mk., 44 616 Invalidenrenten in Gesant-Jahresbetmge von 6t67 727. 0 Mk., 4115 Uranien t entert im Gesamt, JahreSbetrage von 715649.80 Mk. im Sanzen 5S4sg Renten mit einem Gesamt - Jahresbetrage voa 9088358.5) Ml. Hier von find nach Berückfichtiguna der durchTod rc. erfolgten Abgänge Ende März. 1910 noch zn zahlen 2341 Altersrenten im Sesamt- JahreSdetrage von 377 603. <0 Ml 23174 Invaliden rent en im Gesamt-Jahresbetrage von 3586764.00 Mk, 677 Krankenrenten im Gesamt • Jahresbetrage von 117 982.80 Mk., im Ganzen 25 192 Renten mit ein«« Gesamt - Jahresbetage von 4 032 350.50 Ml. Der. vom Reiche zu leistende Zuschuß Beträgt 1259620 3RL Mithin bleiben Ende März 1910 au» Mitteln bex Landes-Berficheruuc «anstatt Hessen - Nassau an Renten tu zahlen jährlich2 772 750.50 Mk.
* Die Flucht Mt dem Kometen. (Einen ulkhafte» Umzug, der die Flucht vor dem Kometen darstellen sollte, veranstalteten gestern von der Stehbierhalle in der BarfÜßerstraße au» eine Anzahl Studenten. Ein vierspännige» Pferde- und Kuhfuhrwerk, ein Eselwagen und allerhand seltsame Gestalten belebten den Zug, der von zwei „C öttengeftalten“, die den Kometen trugen, verfolgt wurden.
* Schöffengericht. Am 2. Dezember versetzt« ein junger Mann seinem ehemaligen Ehef, den er aus dem Bahnhof in Wallau ttas, zwei Ohrfeigen und rief ihm außerdem noch einige Schimpfworte gu Zur Anzeige gebracht, wurde et deshaÜ heute M