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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain '
wnb den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage."
J5.108
Tie „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt diertel- jährlich durch die Post bezogen 2 25 <X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 X.
nun 15 Psenmge, für Reklamen 30 Pfennige. — i e ■
rlog: Jech. Aug. Koch, Unibersttäts-Buchdruckerei 40. JUQlß, l. Hitzeroth, Marburg. Markt 21. — Telephon 55.
Inhaber Dr. C.
Die JuferttouSgebühr beträgt für die 7gefpaltene Zeile oder deren 9tmun 15 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige.
Druck und Bei' ~ "
Marburg
Mittwoch, 11. Mai 1910.
Erstes Blatt
einer
im Buckingham-Palast
80
verließ er bet
können, nach
8 lndon, Proklamation Worten „Gott das Publikum
gebracht bleiben, am 20.
„So rasch die Pferde laufen Hause!" rief er dem Kutscher zu,
Kundgebung von heute Abend wird „Königin Mary" genamtt.
den Gerichtshöfen den Huldigungseid. Die Pro- klamatton des König- wird überall in England mit großem Enthusiasmus ausgenommen. — Das Oberhaus trat mittags unter dem Vorsitz des Lordkanzlers wieder z« einer Sitzung zusammen, in der weitere Mitglieder dem neuen König den Eid leisteten. — Premierminister Asquith, der abends hier erwartet wird, wird morgen dem Unterhause die königliche Botschaft vom Tod« König Eduards verlesen. Die Versammlung wird dann, unterstützt vom Führer der Opposition, Balfour, den Text einer Antwort Vorschlägen. — Rach der Feier der Thronbesteigung des neuen Königs wurden alle Schulen geschloffen. Alle Kriegsschiffe feuerten Salut. Sit der Proklama- tioti des Königs wurden die Flaggen überall, außer dem Buckinghmnpalast hochgezogen, sie werden morgen aber wieder auf halbmast gesetzt.
gann die Nationalbvmne zu spielen, eine Stentor- stiminc aus dem Publikum siel ein und bald sang die ganze Menge mit, so daß man es bis zum Buckhingham Palast hören konnte.
L o n d o n, 9. Mai. Wie amtlich bekanntge- geben wird, befindet sich Königin Alerandra fortgesetzt wohl. König Georg und Königin Marv begeben sich abends nach der Victoriastatton zum Empfang des norwegischen Königspaares. — Alle Richter leisteten heute früh im vollen Ornat in
„Euer Wohlgeboren teilt das Königliche «e- zirkskommando mit, daß von Ihrer OMzierswahl Abstand genommen worden Ist, da der Verdacht einer unredlichen Handlungsweise auf Ihnen lastet. Das Bezirkskommando stellt Ihnen anheim, die geeigneten Schritte zu tun, sich von diesem Verdachte zu reinigen, in welchem Falle das Kommando Wetter erwögen wird, ob Sie zur Offizierswahl noch zuzulaffen find.
Angemeffenbett, die Wörme und den vollkommen guten Geschmack an, mit denen die führenden dcuffchen Zeitungen von unserem verstorbenen König gesprochen haben. Der König hat dazu beigetragen, unserer auswärttgen Polittk eine Richtung zu geben die nickt in jeder Hinsicht der deuffchen Auffassung annehmbar sein konnte. Seine Bemühungen, diese Polittk durchzuführen, gaben natürlich Anlaß zur Erbitterung in Deutschland. Aber die Preffe keines Landes huldigte seinem Andenken offener, mit deutlicheren Zeichen tvabrer Empfindung und mb wahrhafterer Wertschätzung. Sir betrauert in unserem verstorbenen König einen nahen Verwandten des Kaisers, aber sie betrauert in ihm noch mehr. Deuffchland
wohnen.
England und die
drei Tage öffentlich aufgebahrt wird die Leiche zur Beisetzung Windsor übergeftihrt.
London, 9. Mai. Nach
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 88.
cbisch, sondern auch in ihrer Sprache zu begrüßen. Dem Grasen Zeppelin aber sollte zugemutet wer-
v. Waldau, Major z. D.nnd König!, «ezirkskommandani.
3* Abgeordnetenhaus«
wurde am Montag die erste Beratung des Eisen- bchnanleihegefehes fortgesetzt. Wie üblich, wurden
feuerte.
9. Mai. Als die Vorlesung der im St. James Palast mit den schütze den König!" sckloß, nahm
Militaria! stand darauf, und es war mit dem Siegel der Bezirkskommandantur gesiegelt.
Mit zitternden Händen öffnete Fritz das Schreiben und überflog es mit heftigen Blicke«. Bleich wie der Tod. ließ er das Schreiben zur Erde fallen, dann stieß er einer, röchelnden Laut ans und sank auf einen Stuhl, während feht Haupt schwer auf die Arme niederfiel, die sich auf den Tisch gelegt hatten.
Das Schreiben lautete:
bett, auf diese Rücksichtnahme zu verzichten und sich mit einer ihm unverstöndlichen Begrüßung zu begnügen. Daß Graf Zeppelin eine derartige Einladung ablehnen mußte, wat selbstverständlich. Die- machen sich nun die Tschechen in Prag mit zorniger Beschämung Rar. Auch auf tschechischer Sette wird das Vorgehen des Stadtrates scharf krittstert. Die jungtschechische Preffe aber, die diese- Monstrum eines Begrüßungsprogramms au- Parteirücksichten verteidigen mußte, griff hierbei zu den Mitteln der Verdrehung. Zunächst wurde Zeppelin als großdeuffcher Chauvinist gekennzeichnet, und da diese Lächerlichkeit nirgends verfing erRären die „Rarodni Lisch", die Tschechen feien von Zepp lin beleidigt worden (!), indem er eine Begrüßung in tschechischer Sprache abge- lehnt habe. Diese Ausrede gibt der früheren a« Unwahrheit nichts nach. Es ist dem Grafen Zeppelin nicht eingefallen, irgend etwas abzulehnen yder zu verlangen. Die Bewohner von Prag Ober sind durch dieses Verhalten deS Stadtrate- rnn einen iNsijergleichÜH«: Asibffck ärmer und um, eine außerordentliche BlöMage t6*t: 5$*, worden." ' f
Die Prager „Bohemia" schreibt: '
„DaS große Luftschiff, eines der bemerkenswertesten Werke moderner Geistesarbeit, steht sich genötigt, auf feinen Fahrten durch Mitteleuropa Prag als die Zenttale der ffchechischen Unduldsamkeit auf einem Umweg zu vermeiden. Ma« könnte ein Symbol darin sehen..."
I XIV.
ES währte mehrere Tage, ehe sich Fritz von dem furchtbaren Schlage soweit erholt hatte, daß er ruhig darüber nachdenken konnte, was er tu« sollte, um seine in den Schmutz getretene Ehre wieder rein zu waschen. Er konnte nicht mehr im Zweifel darüber sein, daß die Verleumdung von Schloß Hambach ausging, und wenn er auch Stanislaus Prokowsky für den eigentlichen Verleumder hielt, so mußte er doch auch die Baronin beschuldigen, denn wenn diese die Verleumdung nicht weiter in der Gesellschaft verbreitet hätte, dann würde man ihr nicht solches Gewicht bei- gelegt haben.
Aber was konnte die Baronin ihm vorwerfen? In feiner früheren Stellung als Per- Walter auf Schloß Hambach hatte er sich nie das. geringste Verfehen zuschulden kommen lasten, er besaß darüber das Zeugnis des verstorbene«, Barons. Der Grund, weshalb er Ham-' bad) damals so rasch verlaffeu hatte, war, selbst wenn er de« Tatsachen entsprochen hätte, nicht genügend, f ine Ehre zu beflecken. Ein leichtsinniger Streich würde eine« jungen Manne nicht so Übel genommen Wörde» fein.
Hier handelte es sich ja auch itm eine Unr ch« lichkett, deren man ihn beschuldigte!
Fritz stand vor einem Röffel. Aber er war fest enffchloffen, dasselbe zu lösen und nicht diese» Aufgabe feige aus dem Wege zu gehen, wie ihm Franz Leugner geraten hatte.
Zuerst mußte er aber die Tatsache kenne», welche man ihm zur Last legte. ';
(Fortsetzung folgt.)
Waren von Zuschauern besetzt. Auf der Mauer, die die Gärten des benachbarten Marlborough- Houses abschließt, hielten sich alle Kinder des Königspaares und die Mitglieder des königlichen Haushaltes aus. Der König und die Königin waren auch Zeugen der Zeremonie, doch ohne von dem Publikum gesehen zu werden. Als der Herold zu der Stelle kam, wo die Proflamatton den Tod Königs Eduards erwähnte, entblößte die Menge ehrerbiettg das Haupt und blieb bar- häupttg, bis die Proklamation beendet war. Zum Schluffe bliesen Trompeter die Fanfare, während die Batterie in St. James Park den Thronbesteigungssalut '
feine Bewegung nieder. Er fchämte sich, den Leuten seinen Zorn gezeigt zu haben. Ohne ste einer Erwiderung zu würdigen, ' " ‘ Hos und bestieg seinen Wagen.
Niederlande ist in Esher (Graffchaft «Surret)) zum Besuch bei der Herzogin von Albany eingetroffen.
Berlin, 9. Mai. Die „Rordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Kaiser begibt sich zu den Beisetz- ungSseierlichkeiten nach London und wird aus Einladung des Königs
. , und dieser, in der Meinung, sein Herr sei krank geworden, ließ die Trakehner Rappen ttichttg ausgreifen.
In einer halben Stunde war Fritz zu Haufe. Aber wie verödet schien ihm sein sreundlicheS Heim, in dem er einer glücklichen Zukunft ent- gegenzuleben gehofft hatte. Da fiel sein Blick aus ein großes Schreiben, welches auf dem Schreibtisch lag.
diese Worte auf, sie pflanzten sich, an Stärke immer mehr zunehmend, durch die Mengen im Park und in den angrenzenden Straßen fort Die Kapelle der Ehrenwache be
London, 9. Mai. Die schach..
Mit besonderer Genugtuung erkennen wir die
London. 9. Mai. Einer amtlichen Bekanntgabe zufolge wird die Leiche des König? am 17. Mai nach der Westminsterhall
Zum Tode König Eduards VII,
London, 9. Mai. Die Proklamation des Königs Georg zum neuen Souverän fand um 9 Uhr mit dem alten Zeremoniell in der City statt. An der Templebar, gegenüber den Gerichtshöfen, war quer über die «Straße eine «Seidenschnur ge (pannt; ste ist das Sinnbild des Tores, das ehemals hier stand. Lwr, an bet Grenze der City, versammelten stch der Lordmahor, die Aldermen, die Sheriss und Würdenttäget mit den City ttontpetern. Von Westen her kam die von Horfe- guards eskortterte Prozession der Herolde heran geritten und bat um die Erlaubnis, in die City ziehen zu dürfen, um den neuen König zu proklamieren. Nach einem Wechfelgespräch. das das mittelalterliche Zeremoniell vorschreibt, gab der Lordmayor die Erlaubnis, die Schranke zu passieren, die ttnmittelbar hinter der Prozession wieder geschloffen wurde. Der Lordmayor und die Würdenträger der City schlossen stch dem Zuge an, der nach der Börse und anderen Puntten innerhalb der City zog. An jedem Punkte riefen die Herolde König Georg V. als den neuen Souverän aus.
London, 9. Mai. D'e Proklamation des neuen Königs in dem historischen Hos deS St. James-Palastes gestaltete stch äußerst malerisch. In den Straßen der Nackbarstadt bildeten die Truppen Spalier, hinter ihnen stand das Volk in dichten Reihen. Auch das Dach des Schlosses, alle Fenster und die verschiedenen Terrassen
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag. !
Zur gestrigen Sitzung hatte sich der Reichskanzler mit den Staatssekretären einqefunden, in der Diplo» matenloge nahm der englische Botschafter Sir Edward Eoschen Platz. Der Vizepräsident Dr. Spahn und der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg begaben sich zu ihm, um der Teilnahme be» Reichstags <m dem Ableben König Eduards VII. Ausdruck zu geben. *
Rach Eröffnung bet Sitzung widmete in Vertre- tung des verbinderten Präsidenten Trafen v. Schwe-
(Rachdruck verboten.) I keuchte, und mit beiden Händen griff er sich in I 1tNl Edre IMd ^?echt. I „®in ich wahnsinnig?" flüsterte er und blickte I
Roman von O. Elfer. 1 wild um sich Da traf fein Auge auf die Knechte I
(Sortierung.I I an der Stalltür die, wie es fchien, fpöttisch zu
Ei, zum Henker," fegte Leugner, dem nun I x I
Jh-k» reine EeMenn, geben, ich hob^ Ihnen *6m SE“"” sU«br»Nen Wen!
schon gesagt, daß ich Sie für einen ehrlichen I Ihm war es, als zeige alle Welt mit dem I Menschen halte. Was andere Leute über Sie den- I Finger auf ihn, und als spottete« tausend Lip- I
fen, dafür bin ich nicht verantworflich Da I Pen: „Seht da — den Dieb, den ehrlosen Dieb." I
müssen Sie die anderen Leute fragen." I Es war zum Rasendwerden! Er ballte die I
„Wer sind diese anderen Leute?" I Fäuste, er knirschte mit den Zähnen, und wenn I
„Run, zum Beispiel Gras. Hennersdorf oder I letzt Franz Leugner noch vor gestanden, er hätte
die Baronin von Hambach." I ih" in seinem aufkochenden Zorn zu Boden ge- I
„Die Baronin?!" I schlagen. I
„Nun ja - die wird mit ihrer Meinung nicht 7.7^« mußte ihm Rechenschaft geben'
htnier dem Berge halten. Graf Hennersdorf I bie I
auch nicht. Und Sie wissen ja, wenn die beiden | «„JLrJE a to 1 I
in dieser Gegend eine Parole ausgeben, dann 3" fmntofem Som rüttelte er au der Tür. gilt das ebensoviel, als wenn das Oberlandes- I Da näherten sich ihm die Knechte mit drohen- I Gericht ein Urteil gesprochen hat. Und mm I den Mienen. I
»dien, Fritz — nehmen «Sie nur meine Worte I -Lassen Sie die Tür in Ruh, Herr Born," I nicht übel, ich halte Sie für einen ehrlichen Men- sagte einer der Männer. „Sie fehen ja, daß sie s scheu — andere halten Sie nicht dastr, damit I verschlossen ist und daß Herr Lengner nicht für
müssen Sie sich nun einmal abfinden, also ver- I Sie zu sprechen ist."
kaufen Sie Neuhof nur wieder." „Und wenn wir Ihnen raten sollen," setzte
Damit ging er rasch davon und trat in das I ein anderer hinzu, „dann machen Sie, daß Sie
Wohnhaus, die Tür fest hinter sich schließend. I vom Hofe kommen, ober wir helfen Ihnen rascher
Fritz stand wie betäubt. Das Blut raste In I dazu, als Ihnen lieb sein dürste."
! seinen Adern und drohte ihm Herz und Schläfen I „Sie haben hier nichts mehr zu suchen." rief '»u zersprengen. Vor den Augen wirbelte ihm I ein dritter.
»in blusiger Rebel ans und ab, feine Brust 1 Da besann sich Fritz und bezwang mtt Gewalt
rin-Löwitz Vizepräsident Dr. Spahn, während bie Anwesenden sich erhoben, dem verschiedenen König einen Nachruf, in dem er sagte, daß mit der Teilnahme der ganzen Welt an dem schweren Verlust, den bas stammesverwandte enalitoe Volk betroffen, auch bie aufrichtige Anteilnahme bes beutfchen Volkes stch verbinde. Er brachte auch das Danktelegramm des Kaisers für die Betleidskundgebung des Reichstags zur Verlesung.
Zur Taoesordnung wurden bann zunächst eine Reihe von Petitionen erledigt, über bie teilweise der Abg. v. Lieber! (Reichsp.) referierte. In dritter Beratung wurden dann endlich und ohne Debatte angenommen: dos Diäten-,-letz für die Mitalieder der Fusiiz- und Reichsversicherunasordnunaskommis- ston, die nach dem von der Regierung akzeptierten Beschluß nicht ein Pausibauontum von 1500 Mark, sondern für jeden Sitzungstag 30 Mark erhalten sollen, der zugehörige Racktragsetat und der Rach- tragsetai für bie Kolonialbeamten: bas Konsulats- gebubrengeseh und das Kolonialbeamtengesetz. Dann folaten wieder Petitionen, bie rasch nacheinander ihre Erlediqung fanden.
, Eine Petition betr. Unterstützung arbeitslos ge». mungen einer absichtlichen Brüskierung gleich- I wordener Zündholzarbeiter wurde dem Reickskanzler kommcn, ist fiir jeden Einsichtigen Rar, um so | zur Berück'-chtiguna überwiesen: eine Petition des, mehr, als jeder anderen Rationalität gegenüber, I S^illerbundes in Weimar, wegen Forderung bet deren Vertreter zu offiziellem Besuch hierher ge- I dlEsibrung von klassischen Theaterstücken zur Er- kommen waren, die selbswerständliche Höflichkeit • to°6Un6- geübt wurde, die Angekommenen nicht nur ffche-
wie England lieben einen Mann, daS ist nicht die geringste oder eine unbedeutende Aehnlichkeit zwischen ihnen; die Deuffchen teile« unsere« Kummer um König Eduard, weil ste wissen und fühle,!, daß er wirflich ein Mann war. Eie haben ost über das «Schattenkönigtum der englischen Monarchie gespottet, aber ste erfennen heute den ungeheuren Einfluß an, den unser verstorbener Souverän im Rate Europas ausgeübt hat. flehte Beurteilung seiner Regierung und seine- Charakters kann anerkennender und schmeichelhafter sein, als die der „Rordd. Allgem. Ztg." und andere angesehene Zeitungen schrieben über ihn in ähnlicher Weise.
London, 9. Mai. „Daily Telegraph" schreibt: Wir nehmen in diesem Augenblick mit besonderer Freude von den freundlichen Worten Kenntnis, die die führenden Zeitungen Deuffch- lands Über König Eduard schreiben und Über ihre gerechte AArrenmhtg brt Möfibk. bje fehle Poll und dort I tik gekettet haben. Ste werden in dankbaE Lr- Alsdann I innerung bleiben und ihre Bedeutung wird uner-- Mai nach I meßlich durch die Wabrfcheinlichkett erhöht, daß I der Kaiser in seiner Person kommen wird, feht amtlichen I Reich bei der Beisetzung König Eduards zu ver- die neue I treten. Das britische Volk hat nicht vergessen, tote I der Kaiser im Ansang des JahrS 1901 «ach
London, 9. Mai. Der Sonntag ist still und I England kam, es weiß, wie stark feht Familien- in religiöser Einkehr verlaufen. London zeigte I sinn ist und wird feinen kommenden Besuch fehr das Gepräge eines fogenannten englischen Sonn I hoch würdigen, auch wenn er im Augenblick tief» tagS in weit stärkerem Matze denn je. Die I per Trauer stattstnbet. Ki ch-n waren beim Nachmittagsgottesdienste ge- I ------- —
stillt In der Westminster-Abtei war der Besuch I ~ ~ “
so stark, daß das Gedränge nahezu lebensgefähr- Graf Zeppelin und die Tschechen, lich war. Der Gntndton aller Predigten war, I - . „ . . .... „ .
daß König Eduard ein Friedensfürst gewesen ist. I - ®"E e bb*1in ivird bei seiner för ben Vor den Gittern des Buckinghampalastes waren I geplanten Fahrt nach Wien nicht in Prag ziemlich viele Menschen versammelt, aber die I We
Fenster waren verhängt. Alles lag still da, Plötz- I ^^^^"theit, wonach er nur
lich ertönten Musikklänge einer Musikbaude bet I *1 ftf. $ U t”ert,en
Heflsormee, die mit einem umflorten Banner I u ^"^"^üchene
voran anlangte, von der Polizei eskortiert. Beim I tschechische Unverschämtheit Nest man tn der
Schlosse wurde sie zur Ueberraschung des Publi- I _
kums in den «Schloßhos eingelaffen und spielte die I _. "?”t er^en Monwnt fragte man sich im Prager
Lieblingshymne des berftorbenen Königs, bann ^adttatsogar ob man die geplantt Landung auch die Lieblingshymne der Königin. ^"haupt zur Kenntnis nehmen urck einem Deut-
London, 9. Mai. Di Königin Emma der K"Miellen Empfanges er ~.....- • — i weisen solle. Schon die Taffache, datz eine solche
Debatte überhaupt möglich war, enthält eine niederschmetternde Verurteilung der Personen, von denen sie geführt worden ist, und weist dem offiziellen Prag eine besondere Ecke in der euro patschen Kulturwelt an. Run wurde ängstlich Vorsorge getroffen, daß bet Deutsche ja nicht als v «x. i Deutscher hier einzöge unb gefeiert werde. Die
deutsche Presse. I Einladung des Stabirates an Zeppelin sollte Die „Times" schreibt: | selbstverständlich nur tzschechisch ab» gefaßt fein, die Zusage eines Empfanges durch den «Stabtbertreter war ferner an die Bedingung geknüpft, daß die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters nur in tschechischer Sprache gehalten werde. Der Beschluß des Stadtrates betonte auch, daß Maßnahmen zu treffen feien, um jede gtoßdeuffche Demonstrattou bei der Landung zu verhindern. Daß diefe Bestim-