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unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 T<M.

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Das Haus und die Tribünen find gut Tagesordnung steht ein Antrag Ah

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(Nachdruck verboten.)

Mamsell begnügen, bis du eine junge Frau heim

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dem Lande ist eine

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Preußischer Landtag. Sitzung vom 6. Mat 1910.

Einen wie groben Eindruck in England bereits die bloße Nachricht von einer bedeutenden Er­krankung König Eduard hervorrief, kann man aus folgenden Londoner Nachrichten ersehen:

Erst spät erschienen die Extraausgaben mit der Meldung von dem ernsten Charakter der Krankheit. Die Nachricht verbreitete sich schnell in allen Theatern und Klubs. Bald stand ganz London unter dem Eindrücke dieser Meldung, Tausende von Menschen strömten nach dem Bnckingham-Palast, um dort persönlich Infor­mationen einzuziehen. In verschiedenen Theatern und Varietees wurde die Kunde von der ersten Erkrankung deS Königs von der Bühne herab dem Publikum mitgeteilt, und man konnte beob­achten, daß in den meisten der vornehmen Thater- und Vergnügungsetabliffements der größte Teil des Publiknms sofort nach dem Bekanntwerden der Nachricht aufstand und das Haus verließ. Verschiedentlich wurden auch zum Zeichen der Teilnabme und des Pariofismus die englische Nationalhymne vom Publikum stehend gesungen.

Die Ueberraschung war überall groß. Vor­mittags noch soll König Eduard Audienzen abge halten haben. Erst als der König nicht zu dem Empfang der Königin, die von dem Kontinent zurücklehrte, auf dem Bahnhof erschien, wurde die erste Besorgnis wach, worauf denn bald die be­reits gestern mitgeteilten Meldungen über sein Befinden erfolgten.

Die Königin hat erst bei ihrer Ankunst in Calais erfahren, daß die Erkrankung ihres Gemahls einen bedenklichen Charakter angenommen habe. Sie gab deshalb Befehl, die Ueberfahrt über den Kanal so sehr als irgend möglich zu beschleunigen, was aber nicht ausgeführt werden konnte, da heftiger Sturm

trübselig.

Wege, Mama," ent-

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führst.»

Fritz lächelte ein wenig

.Das hat noch gute gegnete er.

Sag' das nicht. Auf

3

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Die heutige Nunimer umfaßt 3 Blätter.

Frau doppelt nötig. Oder, mein Junge, will das Bild der Baroneffe noch immer nicht verblüffen?»

.Ach liebste Mutter, ich fürchte, das geht nicht so leicht." Frau Oberamtmann streichelte ihrem Liebling die Wangen.

.Ms du mir deine Neigung zu Erika von Hambach eingestanden, mein lieber Junge," sagte sie ernst und mild, .da ahnte mir gleich, daß diese Liebe mit Schmerzen endigen würde. Und nun siehst du, daß ich recht gehabt habe! Was hat dir dein steundlicher Brief an die stolze Baronin ge­nützt? Nichts nicht einmal geantwortet hat sie dir, und als wir neustch an ihr vorübcrfuhren wandte sie in ostentativer Weise den Kopf nach der andern Seite. Ich würde ihr ja gern einen Besuch gemacht haben aber unter diesen Um­ständen ist es mir unmöglich, und auch du mußt stolze Zurückhaltung üben.»

.Wenn ich nur wüßte, wodurch ich ihren Zorn in solcher Weise erregt habe?"

.Ihr Benehmen ist mir sehr erklärlich. Sie hat von deiner Neigung zu Erika erfahren und will dir nun deutlich zeigen, daß fiir dich keine Hoffnung vorhanden ist."

Ja," sagte Fritz seufzend, .das mutz es sein.»

.Aber zerbrich dir den Kopf nicht darüber und verliere nicht deinen stohen Mut und deine Tat- stast. Du hast jetzt ein schönes, eigenes Heim und eine dankbare Lebensaufgabe, tue deine Pflicht, für alles andere laß unseren Herrgott sorgen.»

.Sei unbesorgt, Mama, so leicht kaffe ich mich

Die JnsertionSgebühr beträgt für die Tgefpaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennige» für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversitätS-Bu-bdruckrei Inhaber Dr. C. HitzerMH, Marburg, Markt 21. Telephon 66.

Um Wre und Recht.

Roman von O. Elfer.

(Fortsetzung aus dem Zweiten Blatt.)

XIII.

Ganz so schlimm, wie es Inspektor Grupe nach der Aussage Prokowskys gemacht haben sollte, stand es um das kleine, hübsch gelegene und von fruchtbaren Feldern und guten Wiesen um­gebene Rittergut Neuhof nicht, das Fritz Born mit Hilfe seines Vaters gekauft hatte. Sonst hätte der alte kluge Oberamtmann Born seinem Sohne sicherlich nicht das Geld zu diesem Kauf zur Verfügung gestellt. Zwar hatte der leicht­sinnige und träge Hugo Wiecholz schlecht gewirt­schaftet, und das erste Jahr seines Besitzes würde für Fritz Born keinen namhaften Gewinn ab­werfen, da er den Biehstand vermehren und meh­rere Meliorationen vornehmen mußte, aber die Felder und Wiesen waren von einer solchen Er- tragsfähigkeit, wenn sie systematisch bewirtschaftet wurden, daß schon im zweiten Jahr eine gut« Rente in Aussicht stand, falls keine besonderen ttn, glücksfälle eintraten.

Die Gebäude des kleinen hübschen Gutshofes waren bis auf einige Reparaturen in gutem Zu­stande, das alte, langgestreckte, weiße Herrenhaus 'mit dem hohen Giebeldach und der einfachen aber geschmackvollen Front blickte fteundlich und trau­lich aus dem Grün eines alten, nur etwas ver­wilderten Gartens hervor und machte einen sehr anheimelnden Eindruck, namentlich nachdem die Frau Oberamtmann Born ihrem .Fredy" die Zimmer nett und wohnlich eingerichtet hatte.

Am liebsten bleibe ich bei dir, Fredy." sagte die alte Dame, .aber Papa kann mich nicht ent­behren und deine Schwestern sind noch ju jung, »m dem Papa allein Hauszuhalten. So nmßt tu dich schon mft Minna, unserer alte« früheren

Marburg

Sonntag, 8. Mai 1910.

auf dem Kanal herrschte. Gleich nach ihrer Ankunft im Palais begab sich die Königin in da» Kranken­zimmer. Der Prinz und die Prinzessin von Wales waren gestern den ganzen Tag über im Palais ge­blieben. Der König hat sich die Erkrankung zuge- zogen, als er am Sonnabend und Sonntag seiner Be­sitzung Sandringham einen Besuch abstattete. Dort sind während der Abwesenheit des Königspaares weitgehende Veränderungen und Umbauten vorge­nommen worden und diese besichtigte der Monarch stundenlang mit seinem Architektin und dem Ver­walter des Schlosses. Das Wetter ist feit der Rück­kehr des Monarchen aus Biarritz sehr schlecht und ungesund gewesen, unnatürliche Wärme wech­selte mit kalten Ost- und Nordwinden ab, und fast täglich gingen eisige Regenschauer nieder. Zudem scheint es, daß jener pesfimistische Bericht über das gesundheitliche Befinden des Königs während seines Aufenthaltes in Biarritz, den zu Anfang April ein Londoner Blatt brachte, und dem so entschieden wi­dersprochen wurde, doch auf Wahrheit beruht hat, denn wie setzt zugegeben wird, hat sich der König von seiner Erkältung in Biartttz noch immer nicht voll­ständig erholt, obwohl er bei seiner Rückkehr au» dem Süden sehr wohl aussah.

Weitere Nachrichten

Madrid, 6. Mai. Asquith und Mc Kenn« hab»» Sevilla verlaflen, um nach England znrück- znkehrcn. ES wird geglaubt, daß sie anläßlich der Erkrankung des Königs nach London berufen worden sind.

London, 6. Mai. Offizielles Bulletin von 6 Uhr 20 Minuten. Die Krankheitssymptome des Königs verschlimmerten sich im Laufe des Tages. Der Zustand ist jetzt kritisch.

L o n d o n, 8. Mai. 7 Uhr 41 Min. Alle Mjtglieder der Königlichen Familie wurden in den Buckingham-Palast berufen.

London, 6. Mai. Die genaue Untersuchung des Königs durch die Aerzte zeigte, daß sich dir Bronchien nicht in einem befferen Zustand befan­den, sondern etwas ernster affiziert erschienen. DieS führte zu den Wotten des Bulletin-ernste Besorgnifle». Eine große Menschenmenge sam­melte sich vor den Gittern deS Schloßhofes an. Auch der Erzbischof von Canterbury langte im Schlöffe an und sprach den Pttnzen von Wales unmittelbar nach der Ausgabe des BullettnS.

London, 6. Mai. Der Andrang der Be­sucher zum Schloß, welche sich zum Zeichen bet Teilnahme einschreiben wollen, ist so stark, daß eS nöttg wurde, ein Tor, das Tor der Botschafter genannt, in der Bnckinghampalast-Sttatze zu öff­nen und dott ein zweites Register für die Besucher auszulegen. Die Aerzte erachteten einen Besuch im Krankenzimmer in den nächsten Stunden nach Veröffentlichung des Bnllettns nicht für erfor- dcrlich. ES verbleiben jedoch einige Aerzte im Schloß.

Wiesbaden, 6. Mai. Der Kaiser wird der heuttgen Festvorstellung im hiesigen König­lichen Theater nicht beiwohnen. Wie eS heißt, gaben den Anlaß dazu die im Laufe deS Tage-

freundlichen Lächelns gewürdigt, wenn er sie mit einer ehrerbiettgen Verbeugung begrüßte. Wenn der Herr Graf und die Frau Gräfin ihn empfin­gen und ihn somtt für gesellschaftsfähig erklärte«, dann würde niemand es wagen, ihn zurückzu­weisen.

So fuhr er zunächst nach Schloß Hennersdorf, auf dessen Zinne das rot und blaue Banner der gräflichen Famflie flatterte, zum Zeichen, daß diese anwesend war.

Aber als Ftttz seine Retten durch den Diener hineinschickte und anftagen ließ, ob er sich die Ehre geben dürfe, sich Ihrer Exzellenz vorzu­stellen, brachte ihm der Diener die Sorten mit dem Bescheid zurück, Ihre Exzellenzen empfingen nicht.

Fritz ärgerte sich. Die Herrschaften waren zu Hans und hatten sogar Besuch, denn der Wagen des Herrn von Lengerken auf Ruheleben hielt vor dem Schlöffe. Man wollte also gerade ihn nicht empfangen, schickte ihm sogar seine Ratten zurück, zum Zeichen, daß sein Besuch überhaupt nicht ge­nehm sei, und daß man mit ihm keinen gesell­schaftlichen Verkehr pflegen wolle.

DaS wat stark. Aber die gräfliche Famifie war als seht exflustv bekannt, so daß es schließlich nicht wundernehmen konnte, wenn sie ihn, de« einfachen Gutsbesitzer mV dem bürgerliche», Namen, nicht empfing.

Fritz fuhr wettet. Aber zu seinem große« Er­staunen erging es ihm bei Baron Branda» ebenso; auch dieser empfing ihn nicht, ebenso­wenig Herr von Lengerken auf Ruhelebe«, ntit dem et früher doch manchen Skat gespielt hatte. Ueberall erhielt er seine Rotten zurück, «ienumk war für ihn zu sprechen.

Mtt bitteren Gedanken und tief gekränkt kchtt«, et nach Reuhof zurück.;

(Fortsetzung folgt.).

nicht unterliegen, und wer weiß, wie alle- noch einmal kommt.»

So ist es recht, mein Junge, und nun frisch an die Arbeit.

Und Fritz ging frisch an die Arbeit und würde sich in seiner neuen Lebensstellung vollkommen glücklich gefühlt haben, wenn ihn nicht der Ge­danke an Ettka oft traurig gestimmt hätte. Aber als er eines Tages em kurzes Briefchen von Ettka erhielt, das freifidj nur die Worte enthielt: Dein Brief an Mama hat mich sehr erfreut, ich danke dir herzlich dafür. Hoffe und hafte aus ich vergesse dich nicht. Deine Ettka." Da wich auch die traurige Stimmung von ihm, und mit ftohem Mut und freudiger Stimmung gab er sich seiner Arbeit hin.

Arbeit gab es genug für ihn. Er hielt sich aus Sparsamkeitsrücksichten keinen Verwalter, und so mußte er vom frühen Morgen bis. zum späten Abend auf den Feldern und Wiesen, im Hof und an seinem Arbeitstische unausgesetzt tätig sein.

Als dann die ersten Wochen einer angestreng­ten Tätigkeit vergangen waren und nach Been­digung der Frühjahrsbestellung eine kleine Ruhe­pause eintrat, dachte der junge Gutsbesitzer auch an seine gesellschaftlichen Pflichten. Als dem- nächstiger Reserveoffizier bei den Husaren er hoffte zum nächsten Manöver schon als Offizier einzurücken durfte er nicht versäumen, bei den umwohnenden Gutsbesitzern, die fast alle frühere Offiziere ober Reserve- und Landwehr Offiziere waren, seine Besuche z« machen. Bei feiner be­vorstehenden Offizierswahl hatten sie ja Über ihn ab zu stimmen.

So machte er sich auf den Weg. um zuettt bei Seiner Exzellenz dem Grafen Hennersdorf auf Schloß Hennnersdorf seine Aufwartung zu machen. Der alte Graf war früher sehr liebens­würdig gegen ihn gewesen, und selbst Ihre Ex­istenz die Frau Gräfin hatte Ihn stets eines

zugehen. Seine ganze Neigung gehörte nicht nur gesellschaftlich dem Franpisentum, dem er in der Mgeciras-Konserenz werivolle Dienste leistete.

Seine ^Betätigung in der äußeren Politik ist es wohl auch gewesen, die ihm die größte Achtung speziell in England selbst eingetragen hat. In den inneren ©treitigeftien ist er durchaus der konsti­tutionelle Monarch geblieben, wie ihn die eng fische Verfassung verlangt. Er hat sich nicht ein­gemischt.

Als et den Thron bestieg, tobte noch der Burenkrieg. Seiner Jnittattve ist es zu danken, daß der blutige Rleinkampf schnell zu Ende ge­führt wurde. Die schnelle Beruhigung des blu ttgen brittschen Südafrika darf man ihm gleich­falls als ein positives Ergebnis seiner Regiemng buchen.

König Eduard ist seit 1863 mit Mexandra, der Tochter König Christians IX. von Dänemark ver mählt, da sein ältester Sohn 1892 gestorben ist. wird fein Georg ihm in der Regierung folgen.

Georg Friedrich Albert, Prinee of Wales, ist Herzog von York. Er ist am 3. Juni 1865 ge­boren Er ist fett 1893 mit der Prinzessin Marie von Teck vermählt, die ihm vier Söhne und eine Tochter gebar. Im Jahre 1901 unternahm er mit feinet Gemahlin eine Reise nach den britt fchen Kolonien. Rach feiner Rückkehr ernannte ihn König Eduard zum Prinzen von Wales.

Wörsig Eduard VII. von England -j-.

Diese überraschende Trauerkunde durcheilte heute morgen die ganze zivilisierte Welt. Es ist erst seit vorgestern, daß besorgniserregende Mel­dungen von London ausgingen und auch diese noch in seht behutsamer Form, und schon heute hat der Mann die Augen geschlossen, der im letzten Jahrzehnt auf die Weltpolitik mit den stärk­sten Einfluß ausgeübt hat. Zwar wußte man aus später wieder bementierten Nachrichten, daß trotz der Kur in Biarritz in der Gesundheit des Königs nicht alles in Ordnung war. Aber man hatte sich so sehr daran gewöhnt, sich König Edu arb als einen noch kräftigen Mann zu denken, daß man einen Todesfall gar in den Bereich der Mög­lichkeit zog.

König Eduard ist am 9. November 1841 zu London als ältester Sohn der Königin Viktoria und des Prinzgemahls Albert geboren. Et ist also 68% Jahre alt geworden.

Erst am 22. Januar 1901 bestieg er nach dem Tede der Königin Viktoria den englischen Thron. Vorher hat et bereits feit 1863 für feine Mutter die repräsentativen Pflichten des Königtums übernommen. Weit ausgedehnte Reifen nach Amerika, dem Orient, Ostindien usw. hatte feinen Gesichtskreis in biefer Zeit erweitert. In England selbst trat et bei sehr vielen Anlässen hervor. Et gehörte zu den Menschen, dessen Bild durch eine tenbengiife Satire der Mitwelt völlig entstellt gezeigt wurde. Es ist bekannt, daß er als Prince of Wales" saft nur als fader Genuß­mensch in jeder Beziehung galt, dessen eigentliche Bedeutung darin bestehe, daß er einen großen Einfluß auf die Herreumode habe. Umso größer war das Erstaunen, als man nach de: Thronbesteigung einsah, wie griindftch falsch dies Bild gezeichnet war. Wie mächtig hatte man sich in dem lebensdurstigen bedeutungslosen Prinzen geirrt. Sein Einfluß auf die Politik seines Landes ging weit über die ihm durch die Verfassung gezogenen Grenzen, hinaus. Be­sonders in der Politik der internationalen Be­ziehungen war fein Urteil von maßgebender Ertt- fchei'.ung. Wie fein er hier die Fäden zu spin- neu wußte, ist oft genug anerkannt worden. Zwar wollen wir ihm heute nicht vorrechnen, daß feine Politik im wesentlichen deutschfeindlich war, und daß es nicht an ihm lag, wenn seineEin­kreisungstheorie" scheiterte und er sich gezwungen sah, wieder bessere Beziehungen zum Deutschen Reiche zu suchen. 1907 im August war es, als er in Cassel feit langer Zeit zum ersten Male mtt dem Sohn seiner Schwester, unserem Kaiser, zu- fammentraf. Aber es wäre unehrlich, heute über diese Seite seiner polittschen Betätigung hinweg-

mit dem

und den Beilagen!

Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

In der gestrigen Eitrung teilte der Präsident mit, daß er dem Kronprinzen zu feinem gestrigen 6e* bortstage die Glückwünsche des Reichstags ausge­sprochen hat. Es wurde zunächst der Gesetzentwurf betreffend die Zulassung kleiner Aktien (bis zu 200 M herab) in den Konsulargerichtsbezirken und im Schutzgebiet Kiautschou zur zweiten Lesung gestellt. Die Parteien sind größtenteils gespalten, rote au» den Ausführungen der Abg. Dove (freis. Vv.), Frhr. v. Richthofen tkons.s, Dr. Heckscher (freif. Vp.)> Dr. Roesicke (kons.s, Kaemps (freis. Vp.), Racken (ZtrZ und Dr. Semler (natlib.) hervorging. Die Sozial- bemotiaten ließen durch den Abg. Eichhorn ihre Ab­lehnung erklären, die Reformpartei durch den Abg. Werner, die wirtschaftliche Vereinigung durch den Abg. Raab. Auch die Reichsvartei war nicht ein­heitlich. Abg. Dr. Arendt befürchtet nach rote vor eine Ausdehnung der kleinen Aktien auf die anderen Kolonien und dann auf das Reichsgebiet, namentlich hält er die Zulassung zum Börsenhandel, die nach einem von der Budgetkommission eingefügten neuen Artikel mit Genehmigung des Bundesrats erfolgen darf, für bedenklich. Der englischen Gesetzgebung gegenüber würde das Mittel versagen, da diese ja die 20 Mark-Aktie kenne: auch dränge die Sache nicht. Der Auffassung, daß es sich fiter nur um einen ernsten Schritt handele, trat der Staatssekretär de» Auswärtigen Freiherr ». Schoen entgegen. Die De- batte ging lange hin und her, die Entscheidung stand auf des Messers Schneide. Die notwendige Auszäh» j lung de» Hauses eroab Ablehnung de« Artikel» I ; mit 131 gegen 114 Stimmen; dann wurden rasch nacheinander die übrigen Arttel abgelehnt. Auch der Versuch, wenigstens Einleitung und Ueberschrift oder sonst eine Einzelheit zu retten, damit eine dritte Le­sung stattfinden könnte, mißlang. Das Ganze blieb aboelehnt. Dann wurde das Konsulatsgebührer > gesetz in zweiter Lesung beraten.

der Tagesordnung steht ein Antrag Ährens (kons.j bett. Äenderung der Geschäftsordnung zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung und Einschränkung langer Reden. Rach dem Anträge der Eefchäftsordnungr- kvmmission soll ein Abgeordneter, wenn et sich einer groben Verletzung der Ordnung des Hauses schuldig macht, von der Sitzung ausgeschlossen werden können. Auch soll auf Vorschlag des Präsidenten ein Abgeord­neter für sechs bezw. zwölf Tage aus dem Haufe aus- gewiesen werden können. Die Einschränkung langer Reden lefinte die Kommission ab. Aba. Zimmer (Ztr.) berichtete über die Verhandlungen in ter Kommission. Zur Geschäftsordnung erklärte Abg. Borgmann (Soz.): Wir werden zwar etwaige im Laufe der Debatte gegen uns gerichtete Angriffe zu- tüfroeifen, erachten es aber für unvereinbar, mit der Würde der Abgeordneten, sich an bet Diskussion zu beteiligen. Wir gaben trotz aller Provokationen nie«

wg und Kirchhain

undLandwirtschaftliche Beilage.

eingegangenen ernsten Nachrichten über das Be­finden deS Königs von England.

Berlin, 6. Mai. Der Kaiser hat beföhle«, bu6 ihm über das Befinden des Königs Eduard durch die Kaiserliche Botschaft in London fort­laufend direft Bericht erstattet werde. Bei der hiesigen englischen Botschaft ließ der Kaiser vor­mittags Erkundigungen einziehen.

Wettete Meldungen siehe Letzte Nachrichten.

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