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Der hetltiqett Nummer liegt btt Kreisblalt Nr. 36. '
Die JnjertionSgebühr oc^agt für Die 7gespal:ene geile I
oder deren Rau« 16 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. — I «»- q, . -
Druck und Verlag: Joh. Sug. Koch. UniversitätS-Duchdruckerei 1 40. JUyig«
I Inhaber Dr. L. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 65. I
War gleich einem Sturmwind durch ihr junge- Leben gebraust und schien die Blüten ihrer Jugend aus lange Zeit hinaus geknickt zu haben.
In der großen Prunkhaüe des Stosses, die jetzt durch schwarze Draperien zu einer Kapelle umgewandelt war, war die Leiche aufgebahrt. Förster hielten zu beiden Seiten des «atafalkes Wacht und der greise Pfarrer des Dorfes hie« dem verstorbenen Freund und Patron die ergreifende Grabrede.
Vor dunklem Lorbeergebüsch faßen die nächsten Leidtragenden, während die übrigen, welche dem Toten die letzte Ehre erweisen wollten, den großen Raum vor dem Katasatte erfüllten.
Die Worte des Gastlichen klangen in das Ohr Erikas, ohne in ihrer Seele einen Widerhall wachzurufen. Ihr Schmerz war zu tief, zu gewaltig, als daß selbst die Worte der Liebe und Treue, welche der ehrwürdige Geistliche dem Toten widmete, ihr Trost hätten bringen können. Sie vermochte nicht mehr zu weinen; mtt krampfhaft gefalteten Händen, bleich, wie der Tote selbst, eine Statue des stumen Schmelzes, saß ste da, die großen, vor Tränen brennenden Augen in trostlosem Blick über die Trauerversammlung schweifen lastend.
Sie erkannte zuerst niemanden, obgleich manch alter Bekannter und Freund unter den Leidtragenden war. Doch plötzlich zuckte sie zusammen und eine leicht« Röte stieg in ihre« blasten Wangen empor.
Ein Gesicht hatte ste erkannt — ein Auge hatte sich mit tief schmerzlichem Ausdruck in ihr Auge gesenkt — Fritz Born stand in einem Winkel des Saales und schaute zu ihr hinüber, das Auge
Marburg
Mittwoch, 4. Mai 1910.
Das Begräbnis des allgemein geachtete« und geliebten Mannes führte ein großes Trauergefolge nach Schloß Hambach. Richt nur die gesamte Familie — darunter des Verstorbenen Sohn Erich, der das Kadettenkorps besuchte, der Schwiegersohn Rittmeister von Hardtleben mit seiner Gattin Tilli — war versammelt, sondern auch die erste Gesellschaft aus Stadt und Land, Deputationen der Regimenter, bet denen der Baron gedient, Kriegervereine mit ihren Fahnen, die Geistlichkeit und die Landbevölkerung von wett und brett.
Rittmeister von Hardtleben machte die Honneurs des Hauser, da des Verstorbenen Sohn Erich als Kadett noch z« jung war; die Baronin tn ihrer schwarzen Witwentracht, begleitet von ihre« beiden Töchtern Tilli und Erika und ihrem Sohn, empfing in würdevoller Haltung die Trauergäste. Sie empfand den Verlust des Gatten tief und schmerzlich, aber ste war sich ihrer Stellung bewußt und bedielt ihre Fassung. Tilli von Hardtleben ahmte ihr darin nach, während Erika ganz aufgelöst tn Schmer, schien. Sie hatte geweint, bis der Quell ihrer Tränen versiegt war; jetzt wankte ste umher, kaum sich selbst bewußt, waS ste sprach oder tat.
Der erste wirklich große, gewaltige Schmerz
Deutsches Reich.
— Depeschenwechsel zwischen dem deutsche« Kaiser mW dem König von Sachsen. Dresden, 2. Mai. Wie das „Dresdener Journal- meldet, sandte der Kaiser aus Urville an den König von Sachsen folgendes Telegramm: „Dein Infanterie- Regiment in Sttaßburg ebenso wie Dein Fuß- artillerte Regiment in Metz baben sich auch diesmal vor mir in bester Verfassung gezeigt, was mir eine Freude ist, Dir mitteilen zu können. Wilhelm.* — Der König erwiderte: „Herzlichen Dank für Dain Telegramm. Es freut mich aufrichtig, daß meine beiden Regimenter Dein Wohlgefallen geftinden; das beweist mir, daß sie. gleich anderen Tnrppen, treue Wacht an des Reiches Westgrenzen halten. In freuet Liebe und Freundschaft Friedrich Wilhelm*
— Bom ReickSkanzler. Berlin, 2. Mai. Der Reichskanzler begibt sich morgen in das kaiserlichr Hoflager nach Wiesbaden.
— Zur Reichszuwachssteuer. In diesen Tagen hat der Gesamtverband der Evang. Arbetter- Vereine Deutschlands im Ramen seiner 120000 Mitglieder eine Entschließung zugunsten der Re-chszuwachssteuer an den Reichstag gesandt. Das gleiche beschloß der Zentralrat der Deutschen Gewerkvereine mit zusammen 108 000 Mit- gliedern.
— von de« badischen Bahne«. Karlsruhe, 2. Mai. In der heutigen Sitzung der Zweite« Kammer kam Staatsmintster v. Dusch auf die Auf.
Der Arzt und die Diakonissin eilten herbei; man legte ihm Eiskompressen auf die glühend heiße Stirn, die ihn etwas beruhigten.
„Ich möchte jetzt schlafen,* flüsterte er, wandte sich nach der Wand herum und blieb regungslos liegen.
Ct entschlummerte, mn nicht wieder aufzuwachen. —
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
rrnd den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbellage) und Landwirtschaftliche Beilage.
von Tränen des herzlichsten Beileids, des aufrichtigsten Schmerzes erfüllt.
Und da wurde es Licht in ihrer umdüsterte« Seele. Sie dacht an die letzten Worte, die ihr Vater zu ihr gesprochen, die Worte der Liebe, der Freundschaft für Fritz, dem er unrecht getan hatte, und dem er dieses Unrecht nicht mehr ab» bitte« konnte, weil der Tod seine Lippen verschlossen und fein braves redliches Herz hatte still- stehen heißen. ,
Ihr hatte der Vater die Pflicht hinterlass'«, sein Unrecht gut zu machen!
Daran dachte sie in diesem feierlichen Augenblicke, und der Gedanke erfüllte sie mit Stolz, des Vaters Unrecht gut machen zu dürfen, seine Gedächtnis von dem Vorwurf zu reinigen, als sei er imstande gewesen, ein unwissentlich begangenes Unrecht nicht wieder gut zu machen, nachdem er es als solches erkannt.
Und wie edel und hochherzig von Fritz, trotz dieses an chm begangenen Unrechts zu kommen, dem Toten die letzte Ehre zu geben.
Ihr herzzerreißender Schmerz wandelte sich z« stiller weicher Wehmut, sie konnte wieder weinen.
Die Beisetzung in der alten Familiengruft war vorüber. Die Trauergäste, soweit sie nicht in das Schloß zum Diner geladen waren, verabschiedeten sich von den nächsten Leidtragenden, ihnen nochmals ihr Beileid ausdrückend.
In stolzer Fassung stand die Baronin da und empfing den Ausdruck des Beileids; fast jedem reichte sie die Hand oder hatte noch ein dankbares Reigen des Hauptes für den sich Verabschieden-' den. Ihr Gesicht zeigte den Ausdruck eines sauf- ten, fassungsvollen Schmerzes, den jeder beton* der» mußte, (Fortsetzung folgt.)
Tre „Cbrr, .• ■. che Leitung" crrnetnt täglich mit ' ■ h.-r
Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Poft bezogen 2 26 JL (ohne Bestellgeld», bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 *.
des ..Westfonds* beschließen. Der größte Teil seiner politischen Freund« werbe für den Antrag v. Zedlitz stimmen. Dieser Antrag wurde mit geringer Majorität angenommen. Beim Handelsetat trat der Abg. v. Aruim-Züsedom (kons.) dem sozialdemokratischen Ansinnen entgegen, ihre Rechtsauskunftsstellen und Arbeitsnachweis« aus Staatsmittel« zu unt„" Abg. e. Dlanckeuburg (kons.) verteidigte beim___
des Ministeriums des Innern di« Stellungnahme der Landrate bei der Aufbringung des Garantiefonds für di« Ueberlandzentral« der Kreise Birnbaum, Mcseritz und Ost-Sternberg. Während der Abg. Lippman« (fortschr. Vp.) den Landrat in Birnbaum in dieser Angelegenheit angegriffen hatte, verteidigt« Ihn der ebenfalls der fortschrittlichen Solls« Partei angehörige Äbg. Senft Die Weiterberatung wurde um 4M llhr auf Dienstag »orm. 11 Uhr ver- tagt
Im Abgeordnetenhaus«
Oand am Montag der Etaatshaushaltsetat in dritter Lesung zur Tagesordnung Nach einer wertlosen Agttationsrede des Abg Ströbel (Soz.) nahm beim .Etat der Forstverwaltung Abg. v. Brockhausen (kons.) das Wort und beklagte es, daß von D6erf8rftereten pet Deutsch-Krone Verträge mit großen Holzhändlet- ifirmen abgeschlossen wären, wonach die fietnen Säge« jwühlen kein Holz aus den Staatsforsten erhalten ,sollen. Abg. Weissermel (kons.) forderte mehr Auf» roenbungen für Umwandlung von Oedländereien und Mooren in Kulturland. Abg. Rogalla e. Bieber« fiein (kons.) forderte beim Landwirtschaftsetat tat« täftigere Förderung der inneren Kolonisation im Megierungsbezirk Allenstein. Abg. Heckeuroth (kons.) sverwahrie die Rechte gegen den in der Presse erhöbe« !«en Vorwurf, daß sie ftir den Westen nichts übrig habe. Sie habe dem Anträge Wallenborn (Ztr.), ,den „Mestfonds" noch in diesem Etat um 30 000 -u erhöhen, zugestimmt. Frhr. v. Zedlitz sftk.) be« ;oittrogte, beit Titel „Westfonds" entgegen dem An« [tröge Wallenborn, dem Etatsentwurf entsprechend zu [bemessen. Abg. v. Arnim-Züsedom (kons.) meinte, •man dürfe nicht entgegen dem Votum der Budgetkommission und der Bitte der Regierung, sie nicht ,« -dieser Ausgabe zwingen zu wollen, die Erhöhung
(Nachdruck verboten.)
Um Ebre und Werbt
Roman von O. Elster.
i Fortt ctzung.)
„Doch ich muß davon sprechen, denn ich habe dabei eine Schuld auf mich geladen. Du hattest ,recht, Erika, Fritz war unschuldig — Prokowskh [hat die Unwahrheit gesagt — vielleicht ohne daß er es selbst wußte — ich habe mich genau nach ibe« Ereignissen jenes Abends erkundigt, Fritz iBorn hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, «dessen er sich zu schämen hätte. Das wollte ich dir sagen, mein liebes Kind — ich wollte es auch ihm selbst sagen, daß ich ihm unrecht getan habe, ober meine Erkrankung hinderte mich daran. Menn ich nun sterbe, sollst du es ihm sagen, daß ich mein Unrecht eingesehen habe und ihn tn meiner letzte« Stunde noch um Verzeihung bitte. «Willst du es ihm sagen, mein Rinbf*
’> »Ja, ja, mein lieber Papa,* flüsterte Erika Hinter heißen Tränen. „Aber du wirst «s ihm selbst sagen können.*
. „Wer weiß. Erika. — Und «och eins — tote siehst du mit Stanislaus?*
„Papa?*
.Deine Mutter ist dem jungen Manne sehr z«- getan — es ist ja auch nichts gegen ihn zu sage« .— dennoch wünsche ich nicht, daß man dich ßwingt, aber wenn bu ihn gern hast — meinen Segen über euch, — meinen Segen auch über dich ... und auch Fritz Bom — er ist ein Wichtiger, braver Mensch — meinen Segen.'
Seine Sinne verwirrten sich wieder, das Fieber kehrte zurück. Er wars sich im Bette umher gnd ächzte und murmelte unverständlich« Worte.
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
77. Sitzung vom 2. Mai, 2 Uhr.
Zuerst wird heute die Posttaxgesetznovelle in et« ster und zweiter Lesung erledigt, die in Zukunft auch für gewöhnliche Pakete Vinlieferungsbescheinigungen zulaßt. Staatssekretär Rraetle begründet die Vorlage, nachdem die Abg. Kämpf (Vp.), Dietz (Soz.) und Dove (Vp.) ihr zugestimmt, aber noch besondere «Wünsche vorgetragen und Einwendungen erhoben haben, geht das Haus zur zweiten Beratung des Stellenvermittlungsgesetzes über, über da, der Abg. Pfeiffer (Ztr.) das Referat der Kommissionsberatungen erstattet. Tbg. Pieper /Ztr.) meint, daß über ’bie Vorlage hinaus, die eine Privilegierung öffentlich-rechtlicher Stellennachweise enthält, Wünsch« laut geworden seien, diese Privilegierung zu mono» pcüfieren und private ganz auszuschließen. Abg. Hildenbrand (Soz ) beleuchtet die unliebsamen Folgen der privaten Stellenvermittlung. Abg. Mchaeli« Astons.) erklärt, haß viele kleinere Arbeitgeber mit den privaten Stellenvermittlern nur ungern etwa, »zu tun haben wollen. In der Tat bedürfe bas Siel- i lenvermlttlungswesen einer gesetzlichen Regelung. «Das vorliegende Gesetz beseitige viele Mängel unb ! werde auch den soliden Ctellenvermittlern zu gute ! kommen. Abg. Manz (Vv.) meint, man sollte da, Kind nicht mit dem Bade ausschütten, da e» ja. Gott Ifei dank, auch unter den Stellenvermitilern viele an» ! ständig« (Elemente gäbe, die man nicht einfach auf die Straße setzen dürfe. Der sozialdemokratische Antrag fei ein Eingriff in die Gewerbefreiheit. Abg. >Wölzl (natlib.) hat für das Prinzip des sozialderno- -kratischen Antrages volle Snmpathie, glaubt jedoch, !daß er sich in der Praxis nicht durchfübren lasse. Der- • [eiben Ansicht ist auch der Abg. Burckbard (tvirtsch. !®g.). Er empfiehlt im voraus einen Antrag seiner !Freunde zur Verschärfung der Vorichristen für die ;Stellenvermittler, die weiblichen Personen Stellen tim Auslande verschaffen. Es sei dies nötig zur Be» tiätnpfuno des Mädchenhandels. Abg. Schirmer tZfr.) polemisiert gegen den sozialdemokratischen lntrag. während Abg. Schmid (Berlin. Soz.) noch !«inmal dielen verteidigt. — Damit ist die General- '.bebatte geschlossen und es wird in die Spezialbera« ltvng eingetreten. Nach kurzer Debatte wird die Ee« .fctzesvorlage anaenommen. Das Haus vertagt sich lauf Dienstag 2 Uhr.
schwärmt, bild« der Konservatismus einen Gegensatz I auch noch deutsche Waren tn Verruf erklärten, ver« und eine politische Notwendigkeit. „Unfee Ideal ist I richteten weitere Kreise in Deutschland auf den Ge- nicht römische« Cäsarentum, nicht französischer Rapo- I nuß von tschechischem Bier. Rach den statistischen St» leonismu», sondern ein Königtum dessen Rechte und I gebniffen ging die Biereinfuhr aus Oesterreich-Un-
. Pflichten wohl gesetzlich formuliert aber nicht erst I gatn von 405 000 Hektolieter im Jahre 1908 auf ei’^^tat I ^schaffen sind. Diese volkstümliche und konstitutio« I 333 000 Hektoliter im Jahre 1909 zurück unb zwar e m - ■ nale Monarchie rettet uns vor der Klassenherrschaft I hauptsächlich im ersten Halbjahr 1909. Unter diesem
von oben und unten. Schlimmer noch, als die Der- I Rückgang mögen auch deutsche Interessenten in Böh- HSHnung der Autorität in Zeitungen und versamm- I men gelitten haben. Immerhin mußten die Tscheche« lungen ist es, wenn sogenannte Gebildete sich vom I daraus erkennen, daß man in Deutschland beginnt, Alkohol der Phrasen berauschen lassen unb von einet I ihre beständigen Vorstöße abzuwehren. Roch stärket Knebelung der Bolksrneinung reden. Diese Irre» I dürfte die Stabt Prag in Mitleidenschaft gezogen führung bet öffentlichen Meinung kommt tn bet I worben fein. Denn welcher deutsche Vergnügung»-. Wahlrechtsftage am ärgsten zum Ausdruck. Wer, I reisende wirb noch Lust verspüren, eine Stabt zu be» wie bie Demokratie für ungleiche Pflichten Gleiche« I suchen, wo er unter Umständen seines Lebens nicht '
, , an Rechten fordert, begeht eine Ungerechtigkeit. I sicher ist, wenn er deutsch spricht? Die Genossen»
I Dtk konservative Parteitag ber I Unf,te Wahlrechtsauffassung, die in einem abgestuf- I schastsbrauerei in Pilsen hatte sich an den geschäfts»
I Nrnflinr CSffiptl-STMffmt I Klassenwahlrecht zum Ausdruck kommt, bei dem I führenden Ausschuß des alldeutschen Verbandes ge»
| -pivuuig «yt I Mittelstand als Kern des Volkes ausschlaggebend I wandt, mit dem Antrag, den Verruf gegen ihr Biet
I Am L Mai fand in ber „Wartburg" in Wies- I wirkt, ist nicht reaktionär wie bie radikalen Forde» I -nifzuheben: diese Brauerei behauptete, kein tschechi-
I baden ein trotz des Einzugs des Kaiserpaares und I rangen, sondern dient einem gesunden, wahren Fort» I sches Unternehmen zu sein, sondern Deutschen und des prächtigen Maiensonntags gut besuchter Partei- I schritt. Was wir in unseren Frauen erwecken sollten I Tschechen in gleicher Weise gegenüberzustehen und
tag bet Konservativen Hessen-Nassaus statt. Der I wäre vielmehr ber Sinn für bie Herrschaft in Haus | sie suchte für ben deutschfreundlichen Charakter des
Vorsitzende bet Wiesbadener Vereinigung, Oberst- I und Familie, der ihnen jetzt immer mehr abhanden I Unternehmens den No -weis zu liefern. Dies ist ihr.
leutnant Wilhelmi, begrüßte die von nah und fern I kommt. Und was wir für une selber fordern müssen, | ft schreiben die „Alld. Blätter* weiter, nicht ge»
herbeigeeilten Freunde und streifte kurz die Reichs- I das ist der Mut auch als unpopulär gelten zu kön- I lungen, vielmehr kam der geschäftsführende Ausschuß
finanzreform als die Ursache unserer zeitigen politi- I neu, wenn es die Wohlfahrt des Lande« gebietet. I "och gründlicher Prüfung dazu, die Behauptungen
schen Not. Der gemeinsame Feind, der in Straßen- I Was wir tn erster Linie bekämpfen wollen, bas ist I ber Genossenschaftsbranerei als unbewiesen zu be»
bemonftrationen unb ber ziellosen Bekämpfung jeder I der Terrorismus einer radikalen Presse, die auch I trachten, so daß ihr Antrag einstimmig abgelehnt
staatlichen Autorität seine würdelose Aufgabe sehe, I sonst vernünftige Menschen, die nur leider häufig I würbe; es bleibt also habet, daß das Bier der Ge-
fordere alle auf die Schanzen, denen die Zukunft unb I Schlafmützen kn politischer Beziehung sind, in ben I noffenschaftsbrauerei ebenso wie dasjenige des Bür-
I das Wohl des Landes am Herzen liege. Diese natio- I Strudel ihrer wahnwitzigen Ideen reißt." Mit einem I gerlichen Brauhauses unter dem Verruf steht, wäh-
nalen Kräfte be» Wahlkreises fordert der Redner I Appell zur Betätigung einer christlichen aufbauenden I rend derjenige über die erste Pilsener Aktienbrauerek
schon jetzt zu einem Zusammenschluß für die nächsten I und erhaltenden Weltanschauung schloß Redner seine I (gehoben wurde. Wahlen auf. Das Hoch auf den Kaiser fand freu« I hochinteressante Rede. — Der Landwirt Hatzmann digen Widerhall. Auch bie folgende Red« des Ahge- I sprach bann in längeren Ausführungen ben Dank ordneten v. Pappenheim bot bie Hand zur Bersöh- I der nassauischen Kleinbauern an die konservative nung. Redner gibt offen zu, daß bie Finanzreform I Partei für bie Abwehrung neuer, drückender Steuer» besser ausgefallen wäre, wenn alle nationalen Par- I lasten an». — Es folgte eine angeregte Diskussion, teien sie gemacht hätten. Aber er verwahrt sich da- I Folgende Resolution wurde angenommen: „Die Pro- gegen. daß die prinzipiellen Grundsätze für die Ab- I vinzialversammlung spricht dem Vorstand ber beutsch» lehnung bet Erbschaftssteuer allein von ben Äon Jet« I konservativen Partei ihr vollstes Vertrauen unb oattoen ausgestellt worben seien. Hätten hoch im I ihren Dank für bie erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre 1906 Freisinnige unb Nationalliberale, wie I Iahte au». Sie hofft, daß es ihr gelingen wird die auch die Regierung selbst, prinzipiell gegen die Erb- I staatserhaltenden Parteien zu einer frachtbringen» schaftssteuer Stellung genommen. Nur die Konser- I den Tätigkeit für unser Vaterland wieder zu ver» vativen hätten an ihren Grundsätzen festgehalten. I einigen." Es könne deshalb von einem Abfall oder einem Nach I ____
laufen hinter bem Zentrum keine Rede sein. Wer I =s=^== .J
uns nachsagt, daß wir den Staat durch Konzessionen I IlmtAou
an bas Zentrum schädigen oder für katholische Aspi- I -f/üUllfqjC WiqtyUU.
rationen irgend ein Titelchen der evangelischen Sache I Der Verruf tze« tschechischen Bieres, preisgeben würden, den zeihen wir des Vorwurfs I Ueber die Wirkung des Verrufs der tschechischen einer schweren, beweistofen Beleidigung aller Kon- I Biere, wie er vor Jahresfrist etwa bei uns geübt servativen. Er schildert die bekannte Stellung der I wurde, hat man niemals irgendwelche positive An- Konservativen gegenüber ber Wahlrechtsvorlage und I gaben erhalten. Um so interessanter ist es übrigens, fnflpft hieran die Hoffnung, daß es seiner vermit- I was jetzt darüber die „Md. Blätter" Mitteilen. Sie teInden Tätigkeit gelingen möge, e’*en Weg zu fin- I schreiben: So ganz unwirksam, wie vielfach angenom- den, auf dem die verschiedenen Parteien zu einem I men wird, find nationale Berrafserklärangen nicht, gemeinsamen Ziele gelangen können. Pfarrer Wer- I In der ersten Hälfte des Jahre« 1909 war die öffent- ner von der Paulskirche tn Frankfurt a. M. führte I liche Meinung in Deutschland entrüstet über die au«: Gegenüber einem wahren Liberalismus bilde I tschechischen Straßenkundgebungen in Prag, über die der Konservatismus eine notwendige Ergänzung. I Angriffe gegen deutsche Studenten und über die Be- Aber gegenüber einem radikalen Liberalismus, der I drohungen bet deutschen Minderheiten auch in ande- für einen Eroßblock von Baffermann bis Bebel I ten Städten Böhmens. Als damals bie Tschechen