lebth '
unet
87M
Die JnfertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile
oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. — er- s
Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 40.
Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
33
nt
Riebertoelmar,
Niederwalgern,
ck
s
fiel
19
(Nachdruck verboten.)
80
AlS
es ist viel-
darf uns nickt zusammen sehen
er ift
r. t-
als ob und in
rt, rf
»•
50
beklagen hat. Auch ift die Haltung deS Auslandes nicht ohne Einfluß geblieben, und es darf hervorgehoben werden, daß insbesondere der Protest der deutschen Handelskammern nicht ohne Eindruck geblieben ist. So hat sich denn die Regierung zum Rückgänge entschlossen, der durch die angekündigte Vertagung bis zum Jahresschluffe lediglich maskiert worden ist.
tx fr
Damm imb Lohra sowie von allen Post- anstalten und LandbriestrSgern entgegengenommen.
Nach halte ich
k s.
st rtei cd.
„Herrn Fritz Bom!
den Vorgängen deS gestrigen Abend» es für das richtigste, wenn Sie Ihren
dunkle Gebüsch und eS klang wie spöttisches Stuf* lachen.
Fritz stutzte und sah sich um. ($8 wir ihm,
In diesem Augenbsick richtete sich der Hund, der ruhig da gelegen hatte, empor und stieß ein drohendes Knurren auS, indem er nach dem dunklen Park zu witterte.
Aengstlich schmiegte sich Erika in Fritzens Arm. Dock dieser löste seine Arme, mit denen er ste umschlungen, und sagte leise. „Geh' hinein, Erika — es ist jemand in dem Park . . . man
Vorsatz, Hambach möglichst bald zu verlaflen, zur Ausführung bringen. Ich will mich über Ihr Betragen nicht »täher auslassen, muß Ihnen jedoch sagen, daß Sie mein Vertrauen in arger Weise getäuscht haben. Ich habe eS stets gut mit Ihnen gemeint. Sie aber haben meine Warnungen verachtet und sind trotzig Ihren eigenen Weg gegangen. Ein Zusammenarbeiten oder Zusamenleben ist nicht mehr möglich, Ihr Benehmen schädigt den guten Ruf und die Ehre meines Hauses. Ich ersuche Sie daher, womöglich noch beute Schloß Hambach zu verlaffen. Inspektor Grnpe ist beauftragt Ihnen das Gehalt des laufenden Vierteljahres auszu^hlen. Eine persönliche Verabschiedung JhrersestS halte ich unter den obwaltenden Umständen für unnötig.
Erich Baron Hambach/
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 34.
Marburg
Mittwoch, 27. April 1910.
iintu
kam, wohin er schon mit Sonnenaufgang geritten war, fand er einen Brief auf seinem Tische Ne» gen. Er erkannte die Handschrift d«S Baron», und rasch, nichts Gutes ahnend, öffnet« er den Brief.
Mist ,lte
In ck »0
eine dunkle Gestalt Über den Weg huschte einem Nebenwege verfchwand.
IX,
Fritz am andern Mittag vom Felde heim-
Eine Weile starrte Fritz dieses Schreiben verständnislos an. Was hatte er getan, um auf diese verächMch«, beleidigende Weise forigeschickk zu werden?
Sollte der Baron die nächtliche Begegenun» zwischen ihm und Erika bemerkt haben?
Aber dann wäre eine Aussprache doch ange- meffener gewesen. Jedenfalls bot ste keinen Anlaß, gegen ihn in solch rücksichtsloser Weise zu Verfahren. DaS war noch niemals die Art de» BaronS gewesen: er würde wohl ent ft, aber doch nicht verletzend mit Fritz gesprochen und ihn auf die Unmöglichkeit einet Verbindung mit Erika aufmerksam gemacht haben.
Und dennoch war Fritz sich keiner anderen Scktckd bewußt! Vielleicht aber kannte Inspektor Grupe die Beweggründe des Barons, und rasch begab sich Fritz in besten Wohnung.
Fräulein Grupe trat ihm entgegen und sah ihn hochmüttg an, ohne seinen Gruß zu erwidern.
„Sie tooffen wohl meinen Vater sprechen/ sagte ste kühl. „Er befindet sich in feiner Kauze lei/
Fritz klopfte an, di« tiefe Stimme deS Inspektors rief: „Herein!•
Als Fritz eintrat, wandte sich Grupe, der vor feinem Schreibtisch saß, langsam um.
„Ich dachte mir wohl, daß Sie e» wären/ sagte er, ohne Fritz zu begrüßen. „Sie kommen wohl, um Ihr Gehalt zu holen — hier iß e». Wollen Sie hier darüber auittteren/
Er schob Fritz das Geld hin und reichtt ihm di« Quittung. Fritz war sprachlos. .'
^Fortsetzung folgt)
a
R n.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
: und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage.
Politische Umschau.
Die deutsche Abteilung der Welt-Ausstellung.
Brüffel, 25. April. Der Rundgang des König» und der Königin durch die deutsche Abteilung bet Ausstellung dauerte fast drei Stunden. Die Führung hatten abwechselnd Reichskommiffai Geheimrat Mbert, der Vorsitzende des Komitees. Geheimrat Ravenö und der deutsche Gesandte von Flotow. In der Kunstgewerbehalle erklärten die Professoren Paul und Clemon. In der großen Judustriehalle setzte der König selber durch einen Druckknopf sämtliche Maschinen in Bewegung. Das außerordentliche Verständni» des Königs auf allen industriellen Gebieten fiel allgemein auf. Der Monarch zeigte sein Interest« auch dadurch, daß et viele Aussteller in» Gespräch zog. So führte er längere Gespräch« mit Dr. Karl Lanz-Mannheim, Direftor Roa, Direftor Heinecken vom Norddeutschen Lloyd, Direktor Bergmann-Berlin, Reg.-Rat Hentzen vom preußischen Eisenbahnministerium, Professor Dülfet-Dresden. und dem Erbauer des deutschen Festhauses Profeffot Emanuel v. Seidel-Mün» chen. Die Majestäten waten stchttich von der großen Leistung Deutschlands überrascht und erfreut. Der König sagte Geheimrat Albert wörtlich: „DaS ist die Macht Deutschlands, die sich hier entfaltet*. Die Königin war ganz besonder» durch die starke Beteisigung ihrer bayerischen
leicht der Andere .... geh', mein Lieb! Mor gen sehen Wit uns wieder/
Roch ein flüchttget Kuß, bann huschte sie davon.
„Schließe die Tür/ flüsterte er ihr noch zu.
Da war ste drinnen und wackle die Tür ?u, den Schlüssel im Sckloß umdrehend.
Es wat Fritz, als wenn er au8 einem Heller leuchteten Zimmer plötzlich in die fiust-re Nacht versetzt worden sei. Der Mond batte sich tiefer zum Horizont gesenkt, so daß er hinter den hohen Parkbäumen stand, bereit Sckatten nun ben Platz vor bet Veranda völlig verdunkelten.
Nur in bet Ferne schimmerte es burch die Zweiae w>e slM oes Silber.
Anfatmend strich sich Fritz über Augen und Stirn. Wie leickt und sroh war ibm plöülich um das Herz geworden. Mst welcher frohen Hoffnung sah er in die Zukunft d e ihm durch das $un*ef der Gegenwart wie silbernes Mond- licht entaegensckintmerte.
Langsam ging er durch den dunklen Park. Leise flüsterten seine Lippen: „Erika — meine süße, liebe Erika . . /
Da strich ein kühler Windstoß durch das
Bestellungen
|tt die Monate Mai und Juni 1910 »uf die „Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedi- iston fMarkt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt, Wetter, EbS- > o rf, Hachborn, H e»kem-M vlln, Leidenhofen, Dreihausen, Wittelsberg,
Um Ebre und Necht.
Roman von v. Elfter.
l Fortsetzung.)
„Um 'Gotteswillen, Erika, sind Si« krank! — Vertrauen Sie sich Ihren Eltern an . . /
„Ich kann es nicht. Auch Sie sind in feiner Macht. Sie würden mir nicht glauben. — Bleiben Sie bei mir, Fritz! Ich flehe Sie an — nur Ste können mich fchvtzen, wenn Sie wieder so gut, so freundlich wie früher zu mir sind, bann verfliegt der böse Zauber . . . bleiben Sie bei mir . . /
Wieber klammerte sie sich ängstlich an ihn an, imb er legte schützend und zärtlich ben Arm um ihre beende Gestalt.
„Ich will bei bir bleiben, meine Erika/ flüsterte er weich und preßte sie sanft an sich.
Sie lehnte bas Haupt an feine Schulter unb weinte lelfe.
„Oh, btt bist gut, Fritz/ flüsterte sie. „Ich habe dich lieb, tvußtest bu eS noch nicht? . . . Ich wußte es bislang selbst nicht, aber ich habe es erkannt, als ber andere mir von Liebe gesprochen; da erschrak ich und da tvnßte ich, daß ich nur dich allein lieb habe/
Sie sah unter Tränen lächelnd zu ihm auf, unb ba sanden sich ihre Lippen zu einem innigen Kuß
„Ick bleibe bei bir, mein Lieb — bu sollst dich nicht mehr vor dem Andern fürchte». Ich werde dich schützen, ich iverde ihm die Heuchler- waske vom Gesicht reißen ... ich werde . /
Au» bett Kommissionen.
Kriegskontribution für Südweftafrika.
Die Budgetkommission des Reichstags beriet heute den Antrag Erzberger, der den Gesellschaften in Südwestafrika eine Steuer von 80 Millionen zur Deckung der Krieaskosten auferfeaen mi»
Resolution und den Antrag Lattmann, bet 86 Mil» lion-m vorscbläqt, weiter.
Staatssekretär Dernbnrg ging ausführlich auf die aus Lüderitzbucht dem Reichstag gugefanbte Denkschrift über ote Diamantverhältnisse ein, zu der die Kolonialverwaltung bisher nur geschwiegen habe, um die schwebenden Verhandlungen mit her Kolonialgesellschaft nicht zu erschweren, unb verwahrte sich besonders gegen die Behanvtung der Denkschrift, er habe die Leitung der mit.Diamcintgewtnnung befaßten Gesellschaften einer bevorzugten Berliner Gruvpe in die Hand gespielt und der Kolonialgesell- schast für Südwestafrika im Wege der Verhandlungen das zuwenden wollen, was die Kolonialgesellschaft im Rechtswege nicht durchsetzen konnte. Ebenso sei die Behaupwng. der Fiskus habe für sich
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
Es wurden gestern zunächst Petitionen nach den Anträgen ber Budgetkommission erledigt und dann nach kurzer Debatte die Anträge angenommen, die auf eine Einschränkung und Verbilligung des Reichstagsdrucksachenmaterials hinzielen. Hierauf folgte die erste Lesung des erst am Samstag eingeaangenen Gesetzentwurfes über die Errichtung eines Kolonial- und Konsulargerichtshofes in Berlin. Die Neigung, di« Vorlage, zu der von ber Regierung zunächst niemand das Wort nahm, noch jetzt zu'verabschieden, ist wohl bei keiner Partei vorhanden. Man beklagte lebhaft, daß gerade jetzt kurz vor der Vertagung dem Reichstage eine Fülle von Gesetzen zugehen, zu deren Studium ihm die Zeit vollkommen fehlt; mich ver- miffe man jegliche statisttsche Unterlagen. Auf die Ausführungen des Redners der Reichspartei Abg. Schultz-Bromberg, der offen aussprach, daß die Anforderungen, welche die Regierung an die gerade gegenwärtig vom frühen Morgen bis zum späten Abend schwer arbeitenden Reichstagsmitglieder stelle, menschliche Kräfte übersteigen, entschuldigte Staatssekretär Dernbnrg die späte Einbringung mit der Beteiligung verschiedener Ressorts und begründete ihre Dringlichkeit vornehmlich damit, daß für die jetzt mit einem gelehrten Richter und 4 Laienbeisitzern besetzen Öberaerichie kein« unhitc regierten Laien in den Schutzgebieten zu finden seien. Die Vorlage wurde schließlich an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen und dann in die erste Lesung der Vorlage betr. die Konsulaisgebiihren ein» getreten.
Frankfurt a. M. ständen wir am Anfang einer Entwicklung, di« große Gefahren in sich birgt. Die Id«« einer Universität in Frankfurt a. M. entsprang dem lokalen Bedürfnis. — Abg. Bruk (freit.) bat um eine bessere Regelung bes Privatdozentenwesens an ber Berliner Universität, besonders der medizinischen Fakultät. — Abo. Friebberg (natl.) ist schwer verständlich. Den studierenden Ausländern gegenüber sollten wir das internationale Eastrecht üben. — Kultusminister v. Trott zu Solz erklärte: Der Plan zur Gründung einer Universität in Frankfurt a. M. wurde mir in amtlicher Form noch nicht vorgelegt. Es fehlen mir daher alle Unterlagen, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Die Stadt Frankfurt a. M. sowie Private stellten Mittel für wissenschaftlich« Zwecke zur Verfügung. Wenn nun gewiße Kreise Frankfurts den Wunsch haben, die bestehenden Einrichtungen zu konsolidieren, um sie ihren Zwecken dauernd zu erhalten und wenn die Regierung hierbei um Rat angegangen wird, dann hat sie die Pflicht, in die Beratung dieser Angelegenheit einzutreten. Bel der Rektorwahl sollen die Majoritäten der Extraordinarien nicht ausgeschaltet werden. Von dem Bedürfnis eine« Universttätsgesetzes habe ich mich nicht überzeugen können. Die Universitäten erreichten unter den bestehenden Zuständen eine hohe Blüte. (Beifall.) — Alm Liebknecht (Soz.): Die Wissenschaft muß popularisch werden, damit sie den breUeu Mafien des Volkes zugänglich gemacht wirb. Der Unlversitätsunterricht müßte unentgeltlich fein. Ein Universitätsgesetz ist notwendig, damit die mittelalterlichen Mauern, mit denen die Universitäten umgeben sind, beseitigt werden. — Abg. Bell (Ztr.): Die Reform des juristischen Unterrichts möchte ich dem Minister dringend empfehlen. Ich würde es für zweckmäßig halten, bas juristische Studium zu verlängern und den vierjährigen Vorbereitungsdienst zu verkürzen. Ebenso ist das philosophische und philologische Studium reformbedürftig. Mit banger Besorgnis' muß die Frage erfüllen: wie soll die Immer mehr wachsende Zahl der Akademiker untergebracht werden? Es sollten sich nur hervorragend befähigte junge Leute dem Studium zuwenden.
Ein Antrag der Budgetkommission auf Streichung der Position betr. die Errichtung des Ordlnats für Anthropologie in Berlin wurde angenommen.
Abg. Stofier (kcmj.) trat für die Erweiteruna ber Räume des landwirtschaftlichen Instituts in Breslau ein. — Abg Wentorp (freit.) und Kess (Vp.) wünschten eine bessere Ausgestaltung des zahnärztlichen Instituts in Kiel. — Abg. Hein« (natl) em« vfahl die Erweiterung der Universitätsklinik in Göttingen. — Abg. Hauptmann (Ztr.) wünschte eine bessere Ausaestaltiing des vhvsikalischen Instituts en der Universität Bonn. Hinsichtlich der bekannten Studentengeschichten sei es tatsächlich bedauerlich, daß junge gebildete Leute so wenig Geschmack entfalteten. — Abg. Hintzmann (natl.) schloß sich dem Wunsche des Vorredners nn und bedauerte ebenfalls, daß bie dortige studentische Jugend so wenig Geschmack für Wohlanständigkeit bekundet«.
Umschau im Auslände.
Während man sich in Englanb in inneren peinlichen Streitigkeiten gegenseitig aufreibt, hat man keine Zeit übrig behalten, ber neuesten ungeheueren Entwicklung ber Naturwissenschaft, welche unS bas lenkbare Luftschiff gegeben hat, Aufmerksamkeit zu schenken. Unb als bann enb- Itd) ber Kriegsminister Mr. Haldane im Parlament zur Rechenschaft gezogen würbe, meinte er, baß b:e Regierung gut baran getan habe, erst mtbere Staaten mit ihren Experimenten Gelb derschwenben zu lassen. Für ben Wert, welchen die 'Erfahrungen langjähriger Versuche für bie Ex- »mmentierenben haben, fehlt bent englischen Kriegsminister ansche'menb bas VerstänbniS. Aber bie öffentliche Meinung zwang ihn enblich »um Handeln Man knüpfte Verhandlungen mit Jtner französischen Ballonfabrik an, ttm bas bort In Bau befiubliche, dem Zeppelinscheu Ballon ähnlich große Fahrzeug zu erwerben. Seit einem Jahre pnb bie Zeitungen voll von Nachrichten Uber ben Verlauf bes Ballonbaues, unb In ben fetzten Tagen würben bie Nachrichten von erfolgreichen Fahrten in ber Nähe ber W rkstätten mit Jubel begrüßt unb man rüstete sich für ben feierlichen Empfang beS Luftschiffes. Aber jetzt fomntt wie ein Donnerschlag bk Nachricht, baß all bk Hoffnung vergeblich und all bet Jubel Jerfrüht war. Denn bk eigennützige französisch« kgkrung hat angeblich nur bk erfolgreichen Probefahrten abgewartet, um ihre Hanb auf ba» Luftschiff r« legen unb bie Ausfuhr nach Eng- kanb zu — verbieten.
Au» ben Erklärungen, welche Ministerpräsident unb Finanzminister Int belgischen KaturnerauSschuffe abgegeben haben, geht hervor, taß ber vielbesprochene belgische Zolltarif erst gegen Enbe des laufenden Jahres vor bas Plenum ber Volksvertretung gelangen soll: man barf jedoch zur Beruhigung beS internationalen Handels getrost behaupten, baß neue belgische Kölle Überhaupt nicht lueltet zu befürchten sinb. Das Ministerium Schollaert Ist vor ber öffentlichen Meinung bes Lanbes zurückgewichen, welche wohl bie Rotwenblgkeft unb Nützlichkeit ■ >g:t Kampfzöllen gegen Frankreich begriff, nickt . aber ben Gebanken einer allgemeinen Erhöhung der beftehenben Zollsätze auck gegen solche Länder, Über bereu Zollpolitik Belgien sich nicht zu
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 25. April.
Bei der Fortsetzung de» Kultusetat. Kapitel Universitäten. erklärt Aba. Dr. Äaufmanu (Ztr.): Seine Partei lehne die Bibliotheksgebühr als kulturell rückständig ab. — Minister v. Trott zu Solms: Trotz der schlechten Finanzlage ist der Kultusetat dank dem Finanzminister gut dotiert. Den Ausländern seien unsere Hochschulen gern geöffnet, entsprechend den alten Traditionen und der hohen Stellung unserer Universitäten in der Wißenschaft. Die Befürchtung einer ungebührlichen Bevorzugung Berlins fei aber unbegründet. Hinsichtlich des Ausbaues der Universität Münster wurden durchgreifende Maßregeln mit Dem Finanzminister vereinbart. Die Entwickelung de« Kolonialrechts werd« die Verwaltung weiter pflegen. Lehrstühle für das Genossenschaftswesen seien nicht zweckmäßig, dafür genügten die Vorlesungen über Nationalökonomie und deutsche« Reckt. Ein Seminar für da« Genoßensckaftswesen sei für Göttinnen geplant. Die Privatdozenten der Berliner Univer^tät sollten selbst Vorschläge zur Abstellung der Mißstände macken. — Abg. Dr. Seifig (Ztr.) wünschte bessere Lehrpläne der landwirtschaftlichen Fachschulen. - Abg. Dr. e. Liszt (Fortschr. Vp.): Die Vorteile auswärtiger Studierender überwiegen die Unzutrönlichkeiten. Dringend notwendig sei eine Profeßur für da» Völkerrecht wie überall im Auslande, ebenso für das Kolonialrecht. Die Biblio- tsiekaebübren seien unangebracht. Erwünscht wäre ein UniversiMsgesetz. — Abg. o. Regel«in (kons.): Die Gründung einer Universität In Frankfurt a. M. halten mir nicht für zweckmäßig. Ein Bedürfnis liegt nicht vor. Gießen und Marburg würden dadurch geschädigt. Wenn bie theologische Fakultät in Fortfall käme, wäre es Überhaupt keine richtioe Universität. Mit ber Gründung einer Universität in
sperren können, unrichtig. Auch die ©eroinnbetetlte una de« Fiskus bei Sperrung für einen Dritten jct nicht möglich. Die Sperre (ei insbesondere weae- der Gefahr des Eindringen« fremden, nicht deutsche:'. Kapitals notwendig gewesen. Weiter teilte Staatssekretär Dernburg den wesentlichen Inhalt de, item i Vertrages mit der Kolontalgesellschaft mit Der Vertrag fei sicher ein günstiges Ergebnis, mehr |ü aber auch in den wochenlangen Verhandlungen mit der Gesellschaft nicht zu errieten gewesen und fei nick! zu erreichen. Der Staatssekretär wandte sich in werteren Ausführungen dagegen, baß Bundesrat und Reichstag mit ber Erteilung von Konzessionen und Sonderberechtigungen befaßt werden sollten. Damit werde noch eine neue Instanz elngeschoben; e» sei umgekehrt notwendig, allmählich die Selbstverwal: ung im Schutzgebiet, soweit als möglich, weiter aus zuoauen. Zum Schluß sprach der Staatssekretär bi: Hoffnung aus, daß die Budgetkommtssion eine weitere Beunruhigung des auf das Schwerste bedrohte;, deutschen Kapitals verhindern werde.
Der nationalliberale Redner sprach gegen ben Antrag Erzberger, der Unmögliches verlange. Mit dem großen werde auch das kleine Kapital durch das jetzt beliebte Verfahren zurückgeschreckt. Es müsse jetzt statt des Weges des Gesetzes der Weg de» Vertrages beschritten werden.
Abg. Lattmann (w. V.) machte zugunsten seines Antrages geltend, daß nur di« ganz Großen und diese nur einmal getroffen werden sollten.
Abg. v. Siebert verwarf namens der Reichspärte! die drei vorliegenden Anträge, die sämtlich eine rück wirkende Steuer auf das Kapital verlangten, ba« erst mühsam in die Kolonien gezogen worden sei. In allen anderen Kolonien zittere man schon, weil man auch dort ähnliche Maßnahmen befürchte. Die Kriegskosten zu zahlen sei ein nobile officium des Mutterlandes. Wie wolle man das englische Kapital in der Kolonie überhaupt fassen. Der Grundsatz des Antrages fei antikonservattv.
Ein konservativer Sprecher kündete eine Resolution an, welche eine andere Lösung der Frage bezweckt, ber Sozialdemokrat hielt die Form der Durchführung des an sich richtigen Grundgedankens, bu ungeheuren Profite zu treffen, für bedenklich.
Schließlich wandte sich Abg. Erzberger (3J nochmals in langen Darlegungen gegen den Staat» sekretär.
Tce „Oberhefiifche Leitung" erlernt täglich mit Ausnahme der j HT Q7 Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel-
•/f* w I jährlich durch die Post bezogen 2 25 dH (ohne Bestellgeld), bei
unseren ZeitungSsteVen unb der Expedition (Markt 21), 2 <*.