Mnb bett «Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhallungsbellage) und.^andwirtlchastttche Beilage
45. Jahr»
M 83
Drittes Blatt
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ble Depots und die anderen Verbindlichkeiten zu erledige«.
SARG Iwfc, «.«#**. 11 WIEN-PARIS.
Die Eigenart der pflanzlichen Erscheinung I drängt sich übrigens auch dem Uneingeweihten auf das entschiedenste auf. Bei Giarre verlassen ] wir die blühende Püste. Roch geben unS Orangen» unb Zittonenhaine das Geleite. Weite, sorglich berieselte Getreide- und Maisfelder dehnen stch auS, Wein- und Oelgärten, soweit daS Auge reicht; und überall die lebende Umzäunung des gelb blühenden Feigenkaktus der tausend Hände gegen uns auszustrecken scheint — wie alle Hände aufgehoben sind in Italien.
Höher steigt die Bahn und folgt anfangs dem Tale des Al Cantara, wie schon der Name sagh Stätte einstig spanischer Niederlassungen. Allmählich schwindet die kultivierte Feldregion, um ausgedehnten Waldungen Platz zu machen. Nach dem ausgeprägt südlichen Landschastsbilde deusscher Wald. Knospende Haselsträucher, junge Eichen, die noch des Herbstes vergilbte Blätter tragen; die herben, stolzen Gesellen wollen's dem lockenden Südlandslenze noch nicht glauben, daß eS ihm ernst ist mit seiner trügerischen Sonnenflut; hier und dort breitet sich über den knorrigen Stämmen eine Pinienkrone. — Die Dörfer an der nördlichen Abdachung leben von Zitronen ausfuhr. An allen Halteplätzen stehst du hoch auf« I gestapelt Kisten mit Limonen; Zitronenwasser steht bereit in weitbauchigen Amphoren, Kinder spielen Boggia mit der goldenen Frucht, die hier auch häufig roh genossen wird; mit Zucker eine
köstliche Erfrischung. I
Bald erreicht der Zug die bedeutendsten An- I stedlungen jenes Gebietes, die größten und zu- I gleich traurigsten Ortschaften. Ganz in Lava- I ströme eingebettet liegen Randazzo, Bronte, I «derno an der Westseite der Aetna; ein er- I schütternd düsterer Anblick, zumal Bronte: schwarz I ans Lava gebaut die armseligen Häuser; dunk- I seS Sckilackengeröll deckt den Boden; h.er und 1 dort ragen gespenstisch drohende Aschenkegel. I Roch glaube« wir den feurigen Strom zu sehen, I di« stch niederwälzt auf die wehrlose Stadt, fast I dünkt uns, wir hören die Gebete, die Flüche der I fliehenden Bewohner in ihrer Todesangst. Und I das Wunder geschieht. Wenige Meter vor den I ersten Häusern teilt sich die verderbenbringende I Flut, sendet den einen Arm nack Norden, nach I Süden den anderen, um sie, nachdem di« Stadt I im weiten Bogen umflossen, wieder zu vereinen, I f» daß Bronte nun liegt wie auf einer Insel, oder in weltabgeschlossener Bucht, rings vom I Dod« umzingelt. Ein melancholischer Kratersee I tut hier sein schwarzes Auge auf; alles kalt, tot, feine Farbe, keine Leben, kein Baum; du begreifst I nicht, daß Menschen hier atmen können. Der Zug beschreibt eine ftttrbe und ein Garten blühender Mandelbäume bereitet stch endlos hin. Erlöst von drückendem Alp atmest du auf; die blühende Mandel ringsum weiß wie Schnee, „la neve della mandorla. la neve della Sicilia," wie ein eingeborener Reisegefährte voll Stolz bemerkt, denn anderen Schnee kennt ja die gesegnete Insel kaum. Stundenlang durcheilst du daS
I duftende Gartenland, immer zu Häupten dir der Schnee des Aetna, dir zur Sette der Schnee der Mandelblüte. Misterbicanco heißt hier ein armseliges Rest, verträumt gebet" 4 in wogenden Blütensegen. Für di« Ansiedelung in diesem schimmernden Wunderwalde fürwahr ein wohl gefundener Name» der letzte Nachklang vielleicht
I «iner längst verhallten Sage: Weißes Geheimnis. , ,
| Mit der Annäherung an Catania wird s im- I met lebendiger um uns. Der Früblingsfountag I hatte Ausflügler hinausgelomeist Studenten I aus Catania, welche ihre Aebrafrhrt unterneh- I men tote der Münchener seine Rundfahrt um den I Starnberger See und die nun — da sie in unS I die Deutschen erkennen — fröhlich eine Melodie I anstimmen, einen vertrauten Toi» auS der Hei- I mat; eS ist fein geringerer Gassenhauer als „Ei, I du lieber Augustin', der dort unten hinter dem I Aetna sangeSsreudigen Kehlen entquillt.
I Wenn Goethe sagt: „Italien ohne Sizilien I macht gar kein Bild in bet Seele; hier ist der I Schlüssel M allem,' so dürfte hinwiederum der I Aetna el sein, welcher unS daS Verständnis I TrinakrienS, beS Dreispitz EiLandeS, vermittelt.
I Dünkt mir doch der mächtige Vulkan, dessen I Volumen dasjenige beS Vesuv um baS Zwanzigfache übertrifft, tote btt typisch« Verkörperung I seiner Insel selber, deS unendlichen Zaubers, I bei sie beseelt, all deS Fluches, welcher auf ihr I lastet; beide, Se-'e" und Fluch in engster Wechsel- I Wirkung, tm Lsltn des Aetna, dem auS zerstör» I enbet Lava bie herrlichsten Früchte sprossen, wie I in der Geschichte des Landes, daS um seiner 1 Schönheit. seines einst fruchbarrn Reichtums I willen, bet Spielball feindlicher Völker, der I KampfpreiS blutiger Kriege war von alterSher, I geplündert und geknechtet, verschenkt und bet» I schachert von Freund und Feind, auSgesogen biS I aufS Mark, zu Tode gehetzt durch empörende
Mißwirtschaft fett Römertagen. Verödet siege« beut endlose Strecken, der Grundbedingung aller Fruchtbarkeit, beS WaldeS beraubt, so daß im Innern der Insel, das einst die Kornkammer der Römer gewesen, kaum ein Getreidefeld mehr
Rings um den Aetna.*)
«an der Stunde an, da du znm erstenmal die I -egewaltige Pyramide erblickst, deren Fuß die I mDleLteswoge bespült, deren Haupt, von einet 4ei*fen Rauchwolke beschattet, ewiges Eis be- ' 'tzränzt-, wirst du das Empfinden einet Person- I flchen Gegenwart haben, einet lebendigen Jndi I vidualität, welche dir da entgegentritt. Unter ihren Bann stellst du dich mit dem ersten Schritt auf sizilischen Boden: schweigend gibt sie dir das Geleite rings um die zauberhafte Insel, übet welche alle Kulturvölker der Erde hingegangen, ihre Fußstapsen daselbst hinterlassend.
Du magst von den Felsen 'des Mont- Pelle- arino den entzückten Blick schweife« lassen über die Conca b' oto — die goldene Muschel, drin - hie Perle Palermo schimmert; oder von den Zinnen des alten Agrigent die verfallenen Grie- chentempel überschauen und weithin das afrikanische Meer — einst bet Tummelplatz berber- ischet Seetäuber —, mit magischer Gewalt wird, fern am Horizont vetschwimmend, die lichte Wolke dein Ange anziehen, daninter es hämmert «nd loht von heißpulsierendem Leben, das pochende Her, Siziliens, seine treibend« Kraft, segnend zugleich und zerstörend, befruchtend und zermalmend, Siziliens Schutzgeist zugleich und sein böser Dämon, der mächttgste Vulkan Europas, bet Aetna. Mongibello nennen ihn die Eingeborenen — von monte und dem .arabischen ’dschebel, beides Berg bedeutend.
Marburg
Sonntag, 10. April 1910.
Wenn Sie Ihr Kind
fielunb munter u. gei ftg husch sich entwickeln jeden wollen, jo neben Sie ihm Dr. Hammel • Haematogen. Wa nun"! "ton verlang« ausdrücklich de« Samen Dr. Hammel,
Vermischtes.
Die Einführung des 364 tägige« Fahrest mit einem nicht mitzählenden ReujahrStage und Schalttage, die eS ermöglicht, daß die Wochentage stets auf daS gleiche Monatsdatum fallen, sowie mit festem Ostertermin befürwortete ein ] Vertreter des Hansabundes. Er wiest darauf hin, daß unter der ungleichen Länge der Semester nicht nur die Schulen litten, sondern daß unter b*m schwankenden Termin dest Osterfestes auch Handel und Industrie unter Umständen Millionen verlören.
Zweiundfünfzig Millionen Marienkäfer, die in dem staatsichen Jnsektenzuchtinstitut in Sacra- menw gezogen worden sind und über eine Tonne wiegen, wurden am Samstag, tote aust New- York berichtet wird, in besonderen Eisenbahnwagen nach den Melonenfeldern von Imperial Valley in Kasifornien transportiert, wo sie die Ausgabe haben werden, Blattläuse unb andere Insekten, die bU Melonenpflanzungen verheeren, zu verttlgen.
Eine weitere Abnahme bet Tuberkuloseflerb- lichkett wurde für daS letzte Jahr festgestellt. Nach den Mitteilungen dest preußischen stattstifchen Amtest betrug die Zahl der 1909 ht Preußen an Tuberkulose Verstorbenen 60 653. Das sind 15,54 auf 10 000 Lebende. 1908 hatte sie sich aus 63320, hast sind 16 46:10 000, belaufen.
Amerikanischer Bankkrach. In Brooklyn hat die Borough Bank Ihre Geschäfte eingestellt Die Verwaltung derselben hat die AusiichtsbehLrde für Banken übernommen. DaS Kapital bet Bank beträgt 206 000 Dollars. Die Depositen hinaege« belaufen sich über 2 Millionen. Die Schließung der Vereinigung der Borrugy Banken ist auf di« Panik deS I°breS 1908 znrü^u- führen. Bie mS einer offizielle« Mitteilung hervotgeht, gingen die vorhandenen Mitt« «m
Kunst und Wissenschaft.
jl Tfieater auf 606« Die ctftc HcßUtttuf* * ST&fi LtanSÄ^^ rsMÄKrS »aiietln Augusta Viktoria" meldet nun, daß am Freitag im Salon des Dampfers eine Bühne errichtet wurde. auf bet Miß Bingharn. bte bekannte eng» lische Schauspielerin, einzelne Szenen aus ihren Elanzrollen spielte, unter anderem au» ,,Madame {ans ®ene“ und aus „Eine moderne Magdalena.
4fc ein 3nbilSumsDeei-Matk-Stücksüt die Bee- liner llniverfitätsseier. Berlin 8. April- Anläßlich der Sunbertto Weier berliner AniperM, die im Oktober d X stattfindet, soll, rote der „Inf. mit» JteUtÄin d^König'lichen Münz« eine Mo«, bete Denkmünze geprägt »erben, bte bte {form etnes Drei Mark-Stückes haben soll. Wahrend die Seite, auf der sich der Reichsadler befindeff unvera^ert bleibt, wird bie andere Seite voraussichtlich das Doppelbildnis unseres Katiers mnd bes Stifters der Universität, des Königs Friedrich Wilhelm Hl., auf- weisen.
* Kapstadt, 8. Avril. Das hiesige Observatorium beobachtete den Hallevichen Kometen heute zum erstenmal seit seinem Vorübetgang vor bet Sonne wieder.
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Wer weiß, was Sie sich als „Sodener" haben ans», hangen lassen! Die ächten von Fay, in denen alle wirksamen Bestandteile der Sodener Heilguelfe« enthalten find, lassen nie einen tot Stich, der F gegen Halsschmerzen, gegen Husten, Heiserkeq, Verschleimung, Bronchtalkatarrh rc. aiwenML Man mutz nur immer auch Fays achte Soden« Mineral-Pastillen fordern, von denen die Swa^ tel 85 Pfg. kostet und die in allen einschlagigeA Geschäften zu haben find.
wogt während der Fieberbaum, der Eukalyptus, längs den versiegenden Msseu angepf^t. Zeugnis abgelegt von der hetmtti-kisch schletchew den Schlange, welche die Gesundheit der Bevöl- kemng uM«gräbt Wohl strahlt dto noch W und dort ein Auge in klassischer Hchönheit, mtt Entzücken gewahrst du hellenisttsch vollends Gleichmaß der ©lieber, aber Sl-ich und «we schauen bie Gesichtet unter bet dunkel« Kapuze hervor: ä la malaria. M
In drückender Armut, in fast MavifcheA» hängigkeit von dem großm Latitondimbesitzer der in Rom ober Neapel ein ^rstlichesLeben führt, baut bet Landbewohner sein düffttgeS Maisfeld, nährt sich von Kase und Milch der antilopenartigen Ziege, der Freundin seines Elends und seiner größten Fetodm zuMck, dem sie ist es, welche jeden Versuch einet «ufferftunß zuschanden macht. Ihr ist kein Zaun zu hoch, fein Wa« zu steil, sie überkfettert ihn, um: barmungSlos jede junge Pflanzung, bie Hoffnung eines herlichen Landes, auszutotten und zu zerstören.
Tu „Cbcri;eiitc'.;e Zeitung' ei’.djeint täglich mU Ausnahme der Sonn» und Feiertage. - Der BezugSpretS bettagt Mertel- jährlich durch die Post bezogen 2 25 * (ohne Bestellgeld), bei unser«, ZeitougSstellen und der Hxpebitton (Markt 21), 2 Jt.
I Die ftnserttonSgebühr beträgt für die 1 gespaltene Zeile v- Witum iß Pfennige, fitt Peüamen 80 Pfennige.
BeX- ^ W Koch. Universttät».Buchdruckeret
Unpolittsch« Tagesnachrichten.
Luftschiffahrt. Johannisthal, 8. April. Der Aviatuer Ieannin, ein Elsässer, flog heute in einer Höbe von 50 Metern vom Flugfelde Johannisthal nach dem Dorfe Rudow, von dort nach Ghenttfe unb zurück nach Johannisthal. Er legte die etwa 8 Kilometer lange Strecke in 10 Minuten zurück. Es ist dies der zweite Ueberlandflug, der in Deutschland ausge- führt wurde.
Zum Schiffsuaglück im «erm-lkanal. Dover, 8. April. Die Auswanderer, die von dem in Brand Geratenen Passagierdarnvfer „Eairntona" cmk den Dampfer „Konawha" übernommen wurden, führten dort solche Lärmszenen auf, daß Marinemannschaften an Bord gerufen werden mutzten, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.
Bot diesem Giganten erging e» bertt Men I flhe,. tote mit dem schneebedeckten Könige der I Alpe«: sie, bte so häufig einen Berg benenne« | «ach seiner charakteristischen Form, nach einem I Gegenstand, dessen Gestalt — tnS Tausendfache I vergrößert — er zeigt, finden, überwälttqt, keinen I Würdigen Warnen, keine« vergleich, kein I hol; vor dem Größten versagt die Phantasie; I schweigend beugen sie t« stummer Ehrfurcht I ihr Haupt vor dem „Berg". Und dieser Berg I ist lebendig furchtbar lebendig. Einem Riesen I gleich aus uralter Göttersage zieht und lockt er die Menschen an sich, Schutz ihnen verheißend und I Hegen, ihre Saat beschirmend, ihren Stamm befruchtend. um plötzlich in einem Ausbruch über- schäumender Kraft, blind elementarer Wut, sein I eigenes Werk zu vernichten. Und doch, kaumdaß die Lava erstarrt, der Flammenstrom verglüht, kommen sie wieder, vertrauenSseftg, hofftmnaS keich, nisten sich ein zwischen dem kaum erkalteten Gestein, besäen und bebauen die noch heiß atmende Schlackenkruste, die. unberührt noch und jungfräulich, eben erst dem Mutterschoße der Erde entquollen, doppelte« Erntereichtum verspricht für zerstörtes Hoffen. DaS lohende Feuer, das den Boden durchwühlt, steigt zum Licht empor im feurigsten Wein. Die köstlichsten Sorten Agrumen, Getreide, Oel zeitigt der tätige vulkanische Boden, unterstützt von der Sonne deS Süden-
Einen Blick in das Lebe« dieses Berges und -feiner Menschen — bett» sein sind sie, bie be * wohnen — feine Kinder, seine Schützling«, seine Sklaven —, gewährt die Fahrt auf der Bahn, welche den Aetna ringS umzieht, vom Meeresspiegel bis zu tausend Meter, dem dritte« Teile seiner Höhe, ansteigend. Das Erklimme« beS eisumstarrten Gipfels — mühsam und wenig lohnend — mag Sports- unb Fachmännern überlassen bleiben; denn der Aetna ist so recht der Berg für Spezialisten, sei eS aus botanffchem, geologischem ober auch ethnographischem Gebiet. Aber wahrlich, beim Anbfick der Gelehrten rings um mich, von Venen bet eine auf dem tmend- lieben Bergesriesen nichts gewahrt als ein klein winziges Moos ober Geflecht, bet anbetenur das verschwindende Geäber eine» fetitnen Minerals ein britter unb vierter grübelnd geologisch«! Messungen, metereologischen Forschungen «ach- sinnt. »der dem ethymologischen Ursprung emeS seltene« RamenS nachspürt, möchte mich, den Laien, eine frevelnde Freude fassen, daß nicht ein armseliges Pflänzlei«. nur, oder eht seltenes Gestein — «ein, baß bte ganz« unermeßliche Schönheft als ungeteilte Einhett — ich fasse« kann und genießen mft offenem Aug und Herze«.
*) Wir entnehmen diese Studie vom «etnOeffeu furchtbarer Ausbruch fett einiger Zett alle Welt tu Spannung hält, tm Einverständnis mit der 9- Becksschen Nerlaasbuck>banblung Oskar Beck, München, dem reiWollen Skizzenbuch „Aus warmen bun- ten Ländern" von Catttoa v. Seybold (®eo. 5^® *)■ Das Büchlein enthält fesselnde, künstlerisch vollkommene Skizzen und Stimmungen ans Italien, «Griechenland und Kleinasien, Aegypten. Indien und Ceylon — von allen Zielen der FrLhjahrsreifenden — Unb ist als eine ungewöhnlich feine, geistvoll unter-
• Äaltfame Lektüre allen zu empfehlen, welche die war-
Men bunten Länder kenne« und bereifen, unb noch Mehr fast denen, die sie nicht kennen, aber eine leben. Mae Anschauung von ihnen auf bequeme und Muiae
Literarisches.
— RartinLutheralsMensch. Zahllose Schriften fiefehrten und volkstümlichen Tharatters haben das Lebenswerk des großen Wittenberger Re- formators geschildert. Jedermann weiß, was der gewaltige Elaubenskämpfer bet Welt bebeutet Aber nut verhältnismätztg wenige tonnen den Menschen Luther, sein inttmes Leben, seine Gewohnheit«« und Lieblingsbeschäftigungen, mit einem Wort. Martin Luther in seiner Häuslichkeit Wie war der grotze Mann als (Satte und Batet? Als Hausherr und Freund? Alle diese Fragen beantwortet ein Buch aus ben eigenen und vertraulichen Mitteilungen und Schreiben des Wittenberger Doktors und Professors, Es ist unter dem Titel: ,.Lutherbtiefe . Mattln Luthe» als Mensch in seinen Briefen, herausgegeben von Dr Otto Krack, soeben im Berlage von Karl Turttos in Berlin W. erschienen und kostet nm.SA, aebunden in peraamentamaem Einband mit Luthers Wappen geschmückt. Die Briefe, die hier gesammelt voftiegen, sind fast ausschlietzlich an Luthers Frau und Familienangehörige, an feine Verwandten und Freunde gerichtet und vermitteln uns einerl ttefen Einblick in fein tägliches Leben, in feine häusliche SBclt in alle feine großen und kleinen Leiden unv Freuden^ Sein tiefes Gefühl, l«to fürsorgliches Da- torbet» spricht so recht aus dem Bries, ben et au« Wittenberg an den Lehrer seines Sohnes in Torgau schrieb, als sein Töchterchen schwerkrank danie^rlag. Lieber Herr Marcus Erodell Ich bitto Euch, sagt meinem Sohn Hans nicht, wasick Euch
mein Töchterchen Atogdalene lfegi f°R to ben lebten Zügen und wird bald von uns scheiden, wenn es Gott nicht anders beschlossen hat Aber sie selbst febnt sich so lehr, ihren Bruder zu feben. daß ich einen Wagen
। schicken mutz; sie haben sich beide sehr Neb; «tolleicht, daß fie durch sein Kommen wieder besser witd ^h tue. was ich kann, damit mich hernach me n Gewissen keiner Versäumnis beschuldiat. Verschmeigtibmdfe Deranlassung und sagt ihm.schnell imWaaen bierh« zu kommen: et kann zurilckkehren, «»enn। «enfteni tot ftetrn entschlafen ober wieder aenefen ift. Hiermit «otTbefohlen: Sagt ihm, «^handle fick um eine« • beirnlich^n Auftrag. SE siebt alles wohl. Arn b Sevternber 1M2. Euer Martinus L'ttber einen besonderen Wert und Reiz erhält das Werk durch dfe Wiedergabe zweier seht schönet, prächttaer Bildnisse, die von der Meisterhand Lukas Erauach berrW.n.
I bisher unbekannt waren unb an btefer S*eTf<- ^m I ersten Male zur Beröffentlichuna aetangen. Ernes von Martin Lutber, das sich irnBM besbekannt<m
I <*«nTfmafers Raffael Schulter-Molden, Berlin be- I findet, und das andere von Sutbers Freund. Phittv» I Melanchtbon, welches Eiaentuw des Professors Wff- I pttfae von Eranach-Berlin ist. eines Nochkom» I men des Meisters. Alles in Allem ein durchaus M vorzügliches Buch für alle protestan«-
I scheu Kreife. ___________
BrieNalte«.
Unter dieser Rubrik beantworten wir die an uns aus dem Leserkreise gestellten Anfragen uber allerlei Wissen«wertes, besonders auch über Nech'.sfalle. So» chen Anfragen, die eine briefliche Antwort benot.gen, bitten wir Nücknorto beizuleoen.
HandlungSgehstfe. «-'n. Die neue« Zehw marffcheine Wurden schon früher ausgegebe«. nämfich am 15. November 1907.
«räuleto B. 1. Da Sie erst 19 Jahre aft sind, können Sie auch eine Verlobung nicht ohne Eft»- toiMgung Ihrer Eltern eingehm. — 2. Ja. heimlich verloben, daS können Sie, aber es ist besser, Sie folgen Ihren Eltern, die es gut vM Ihne« meinen und warten noch ein Jahr, hi Sie sich binden.
«flt die Redaktion verantwortlich:
I. V.: Wilhelm Witzner in Marburg.
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