'M 80
45. Jahrg,
Marburg
Donnerstag, 7. April 1910.
„Lücrliekkftche Seiiung" erlernt tugiich mti Aufnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugsprei» beträgt vierteljährlich durch die Post bergen 2 26 * (ohne Bcstellgelbj. bei unseren ZeitangSstellen und der Expedition (Markt 21), 2 ’<X.
Die Jnsertionlgebühr beträgt für die Tgefpollcne ZeUe oder der« Roum 16 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. — Druck und «erlag: Joh. Sag. «och, UniversitätS-Buchdruckerei Inhaber Dr. L. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 66.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: »Aach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."
Erstes Blatt.
Die Abgrenzung von Fabrik und Handwerk.
Auf dem letzten Handwerks« und Gewerbe- kammertag in Königsberg wurde e- von den versaunnelien Vertretern deS deutsche« Hand- werkerstandes offen und dankbar anerkannt, daß Vie Handwerker nach langjährigen Kämpfe« und vielen Mühen und Klagen ihre program«mti- schen Mansche zum größten Dell bereit» verwirklicht sehe« können. Die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, die Sicherung der Bau- Forderungen und den kleinen Befähigungsnachweis haben sie erreicht. Aber es harre» noch mehr Wünsche der Befriedigung. In erster Linie wird weiterhin eine Kräftigung der Interessenvertretung des Handwerkerstandes an- zustreben sein; dazu gehört auch die Frage der Abgrenzung zwischen Fabrik uiü> Handwerk. Scho« am 8. Januar 1908 hatte der Reichstag einen Beschluß gefaßt, die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, eine» Gesetzentwurf vorzufegen, durch welchen Besttmmungen zur Ab- Erenzung von Fabrik und Handwerk, insbeson- ere, soweit die Zugehörigkeit $ut Handwerkrund Handelskammer in Betracht komntt, festge- setzt und unter Zuziehung der beteiligten Kreis« Instanzen zur Entscheidung der betrieblichen Streitigkeiten geschaffen werden. Mit diesem Beschluß hatte der Reichstag einem Wunsche der Handwerker nach Möalichkett Rechnung zu trage« versucht, dessen Erfüllung die Voraussetzung Pir eine weitere ersprießliche Täffgkrit der Hand- Werks- und Gewerbekammern ist. Solange di« ««fahr besteht, daß jeder wirtschaftlich einiger- maße« stark« Handwerksbetrieb al» Fabrikb«. krted der weiteren Zugehörigkeit zur Organlsa- lion M Handwerks entzogen werden kann, solang« kann die Tätigkeit dieser Organisation nicht die notwendige Stabilität erlangen. Die Innungen und Kammern können, wie f-der un- befanarne Beurteiler der modernen Handwerkerbewegung zugeben muß, außerordenttich segenr- keil' und erzieherisch auf da» Handwerk elntotr- ktn. Entzieht man «un dem Handwerk hi« Betriebe größeren Umfanges. so wird innerhalb der Organisation de» Handwerk» in seinem In- teresse noch wenig aeleistet sein; denn gerade die Anhaber der großen Handwerksbetrieb« brauchen diese Organisatton; einmal werde« st« z« höher«« Beiträgen herangezoge« und zweiten» können st« in ehrenamtliche« Stellungen i« de« Handwerkerorganisattonen Platz nehme«. Dazu kommt daß ihnen mebr Zeit zur Verfügung Kht al» dem kleinen Handwerker, e» gerade für » Handwerk u. sein« Organisattonen von nieder- drülkender Wirkung sein muß, wenn man die Linie nicht nach unten, sondern möglichst nach oben ztebt und alle dies« Betriebe, die wirklich handwerkliche Betriebe nach außen sind, muh de« Handwerk beläßt. Darüber zu streften, wa» Acbrik und Handwerk ist, ist überflüssig, denn das ist im Uebermaß schon in dem Parlament imd in den Auseinandersetzungen der Fachpresse geschehen. Al» Merkmal für den band- werklschen Betrieb kann ob«e weitere« gelten.
2 (Nachdruck verboten.)
Uni Mre und Necht.
Roman von O. Efft««.
L- (Forttetzuna 1
„Mein Gott, welch ein Lärm/ sagt« die Ba- rouin. „Wann werdet Ihr endlich vernünftig werden?*
Der Papa ließ sein Töchterchen lo» und dieses umarmte die Mama, Re auf beide runde Wangen küssend.
„Es ist gut/ wehrte diese ab. „Ru« setze dich und frühstücke. „Wo warst im denn?*
„Ja, wo warst du Zigeuner?' fragt« der Baron, stch wieder in seine« Sessel fetzend und he Zigarre von neuem anzündend.
„Meta Gott, wo ich war?' entgegnete Erika achselzuckend, eine dick« Weißbrotschetb« mit Butter streichend und herzhaft htneinbeißend. „Im Garten — aus dem Hof — auf der Wiese — khr steht ja so furchtbar spät auf, daß ihr euer halbe» Leben verschläft.'
„Ran«,' sagte der Baro« belustigt. „Seft «wer Stund« sitze« wir hier «nb warten auf hch. Es ist doch erst halb neu« Uhr '
„Ja und ich bin nm 6 Uhr aufgestanden und hi» auf der Wiese hinter dem Park gewesen wo He« gemäht wird. Das duftet herrftchl Und Herr Vorn sagte, daß es diese» Jahr eine bril- tante Heuernte geben würde.'
„Unterhältst bu dich mit Herrn Born öfter über landwirtschaftlich« Berhältniff«?' stagte Herr von Hambach lachend.
„Ich interessiere mich nun einmal furchtbar ?ür die Landwirtschaft,' entgegnete Erika und Je*H «in große» «a» Milch an»,
daß die Arbeiten von Anfang biS zu Ende fettig gemacht, daß also keine Halbfabrikat« angefetttgt, daß di« Arbttten nicht in großer Masse, sondern nach dem Maß« herg stellt werden usw. ES kann aber kein Merkmal für einen Fabttkbetrieb sein, wenn maschinell« Einttchtungen Vorhand«« find; den« auch keine Hand- werkSbttriebe müssen heute schon Maschine« haben, um der modernen Entwicklung unsere» Wirtschaftsleben» gerecht werden, um sich auftecht erhalten zu können. G» ist ohne weitere» zuzugeben, daß eine generell« Lösung dieser Frage ihre Schwiettgkeiten habe« wird, aber di« Regierung könnte eS sich angelegen sttn lasse«, denjenigen Behörden, die ein Utteil darüber abzugeben haben, ob es stch um Handwerk oder Fabrikbettteb handelt, genügend« Information zu geben, welche Merkmale für st« maßgebend sein sollen. — Im engsten Zusammenhang damtt steht dir Eintragung der Handwetter in da» Handelsregister. Man kann nicht ohne weiteres sagen, daß jeder Handwerker nur für die Handwerkskammer beizusteuern hat und niemals in da» Handelsregister eingetragen und somit auch nie bei den Handelskammern bei* tragSvffichtig werden könne, denn e» gibt hand^ werklich« Belieb«, die stch nebenbei noch kaufmännisch bttättgen, also auch nach dieser Richt- ung hin wohl handelSkmnmerbeftragspMchftg werden und daher auch in» Handelsregister esn- zutraae« sind. Aber man ist seilen» der Handelskammer etwa» zu wett gegangen und hat ttne Reihe handwetterliche Betriebe, die mtt kaufmännischen Geschäften in kttner Wtts« etwa» zu tun haben, bloß vermöge des große« Umsanaes, auch weil sie Maschinenanlagen haben, zu Beiträgen gegen ihren Willen herangezoge«. Auch hier nmß seitens der Regierung darauf ringe- wittt werde«, daß diese RcchtSunsicherhett be- seittgt wird und daß endlich einmal eine Grundlage geschaffen wird, die für beide Teile, fttwohl für da» Handwett toi« für dir Handelskammern, maßgebend ist.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser in Homburg: Homburg v. d. H., 5. April. Der Kaiser stieg beute Vormittag auf sttnem AuStttt auf der Saalburg ab und wohnte der Ausgrabung «ine» alten Brunnen- bei. Nachmittag« unternahmen die Majestäten mit Gefolge in Automobile« ttne AuSfahtt über Oberursel nach dem Sandplacken. Von hier au» wurde zu Fuß durch di« Berg« nach Schmitten gegangen und von da au» in Automobilen in weitem Bogen über Merzhausen. Usingen und die Saalburg nach hierher zurückgttehtt.
— Kaiser Wilhelm ht Wien. Im Gegensatz zu der Nachttcht, wonach anläßlich des 80. Geburtstages de« Kaisers von Oesterreich eine Reihe von Bttuchen ftemder Fürsten in Wien stattfinden werde, wird der „T. R.' mttgeteitt, daß allerdings der Deuffche Kaiser etwa im September d. I. den öst-rreichlschmngarischen Hof bttuchen dürfte, daß aber von Bttuchen anderer fremder FürstNchkeiten am dottigen Hof et« Wien nichts bekannt ist.
— Die bedrohte Rechffprechung. Vor kurzem hat in Spandau da» Gewerbegericht die Entlassung eines Klenipnergesellen. der sozialdemo-
„DaS ist fa sehr schön.' meinte der Baron, die Asche seiner Zigarre aufmettsam betrachtend, „aber du kannst dir deine landwittschaftlichen Belehrungen lieber von dem alten Jnspeftor Grube einhole«. als von dem Verwalter Born.'
„Weshalb. Papa? — Der Jnspettor ist so langweilig und seine Ansichten sind doch sehr veralttt. sagt Herr Born.'
„So — sagt das Herr Born? — Run, dann will ich Herrn Born ttmnal meine Ansichten sagen, vielle'cht findtt er das moderner/
„Deine Ansichten, Pava? — "Aber du verstehst ja nichts von der Landwirtschaft. Wenigstens meint Herr Born, daß ein alter Offizier, der bis zu sttnem vierzigsten Jahre bei den Husaren gestanden hat, könne kein guter Landwirt mehr werden.'
„Da soll doch glttch. . .'
„Lassen wir jetzt bitte Kindertten/ nahm die Baronin das Wott. „Ich möchte dich aber auch ettuchen, Erika dttnen Verkehr mtt Herrn Born etwa« ttnzuschränken. Du bist kttn Kind mehr, und Herr Born ist ein junger Mann von fünfundzwanzig Jahren . . .'
„Bitt. Mama, erst vierundzwanzig und ein halbes Jahr.'
„Nun, daS ist einerlei. Wenn du nicht verständiger werden willst dann müssen wir dich noch einmal in eine Pension schicken.'
„Bitte, bitte — nur das nicht. Ich will ja auch ganz vernünftig sein, toernt ich nur wüßte, tote ich es anfangen soll?'
„Richte dich doch nach dem, wa« dir Miß Bahlav sagt.' -
„Ach diel Die weiß ja nicht einmal den Unterschied zwischen Heu und Grummet!'
krattsche Flugblätter vetteilt hatte, für berechtigt erklärt. Der „Vorwärts' veröffentlicht das Urteil, Indem et gleichzeitig den Namen und die Wohnung der beiden Laienttchter bekannt gibt. Selbstverständlich sollten Mt beide« Herren damtt dem Bohkoüe überliefert werde«. In ben Mitteilungen der Hauptstelle beutschet Arbeitgeberver« bünbe* schlägt De. Tänzlet vor, «ach den Oster- fetten eine Interpellation im Reichstage ttnzu- bringen, etwa folgenden Inhalt»: „Welche Maß- nahmen gedenft bet Reichskanzler zu ergreifen, um die gesetzlich gewährleistete Unabh . rgigkett bet Rechtsprechung sicher zustell en. die durch die Bohkottandrohung bet Sozialdemokratie gefährdet wird?'
— Vom elsatz lothringischen Landesausschuß. Sttaßburg, 5. April. Im Landesausschuß für Elsaß-Loihringen wurde heute da» Lottettegttetz, das die Einbeziehung Elsaß-Lothringen« in die preußische Klassenlotterie vorsteht, ht erster Lesung beraten und einer achtzehngliedttgen Spezial- kommisston Überwitten. Da» Schicksal deS Gesetzes ist ungewiß.
— Krieg im Baugewerbe. Berlin. 5. April. Der gemeinsame Berbandstag der Maurer- und Bauhilfsatbettet Deuffchland» faßte heute nach stundenlanger Erötterung einstimmig ttne längere Resulntton. ht bet e5 heißt: Die Maurer und Bauhilfsarbeiter Deuffchland» lehnen ben Dresdener Mustervertrag de» Deuffchen Arbeitgeberverbandes ab und beschließen 1« ben Kampf gegen die Arbeitgeber ttnzutreien zwecks Er- teichung deS von ben Arbeitnehmern geforderten Tarifvertrages. Der Verbandstag bet Zimmerer Deutschlands und der Verbandstag bet christliche« Bauarbeiter Deutschlands habe« stch ben Beschlüssen des VcrbandStaqeS bet Maurer und Bauhilfsarbeiter einstimmig angttchlossen.
— Verbotene Versammlung Bettln. 5. Avril. Polizeipräsident v. Jagow verboi die für nächste« Sonntag von der demokratischen Verttnignng geplante Vettammlung unter freiem Himmel tat Humbotahain.
— Saatenstand am 1. April 1910 tat deuffche« Reich Nach den bi» zum 1. Avril btt bet Preisberichtstelle be8 Deuffchen Lanbwlrffchaftsrat» ttngttansenett Berichten haben sich die Witter- ungsverhältnisse während der abgelaufenen Wln- termonate sowohl für die Konservierung bet bereits im Herbst kräftig entwickelten Saaten al« auch für ttne gedttbliche Wefterentwickelung bet erft Ende Oktober und im November anaebaute« Wintertrüchte als überaus günfttq erwitten. Die Befürchttingen. daß der Mitte November auf ben noch ungefrorenen Boden gttallene Schnee ein Ausfaulen bet meist zu Üppig emvorgttchossenen Roggensaaten bewirken dürfte, bestätige« stch nut in Ausnahmefällen, und zwar nur dort, wo bet Schnee länger liege« blieb, namentlich auf tttter gelegenen Stellen. Ebenso wenig bat bet spätere Mangel an Schnee uttb bet häufige Wechsel zwischen Frost tntb Tauwetter irgendwie ernstere Nachteile für bte btt Eintritt bes Mnter» noch schwachen Saaten zur Folge gehabt. Letztere haben stch vielmehr mttst kräftig weiter entwickelt, so baß ein Unterschied zwischen früh und später bestellten Saaten kaum noch zu konstatteren war. DaS gilt namentlich ffir Weizen, dessen Stand von der überwiegenden Mehrzahl der B-richter- ftatter al» durchaus befrittüaend, fa vittfach al» sehr gut bezttchutt wird. Den Mitte November
Der Baron lacht« laut auf. Aber bte Miene der Baronin wurde noch ernster.
„Darauf kommt eS bei einer jungen Dame auch nicht an. Aber jetzt habe ich dir etwas anderes mfttutttlen. Wir werden demnächst eine« neuen HauSaenossen erhalten — den Sobn meiner Jugendfreundin, bet Frau von Prokowski.'
„Welch brolliger Nante, Mama! — Ptokowstt — das klingt, als wen« man niest.'
„Mach keine dummen Späße. Der junge Stanislaus Prokowski ist etwas leidend, et soll stch hier erholen und zugleich die Landtoirffchaft erlernen Er wird natürlich nkbt btt uns tat Schlosse wohnen, sondern drüben im Jnspeftor- Haus, wo früher bet Hauslehrer von Adalbert gewohnt hat. Mer er wird an unseren Mahlzeiten leilnehmen und. nicht wie Her Born, btt dem Jnspeftor essen: das sind toht seiner Mutter, die meine beste Freundin war, schuldig. Ich hoffe, du wirst ihm so gegenüberirtte«, tote eS stch für eine junge Dame paßi, und wirst Rücksicht aus fetaen leidenden Zustand nehme« '
„Kranke Mensche« mag ich nicht leiden. Der Herr von Pro'owSN kann sicher vor mir fein.'
„Welcher Ausdruck!'
„Ich möchte dich auch ersuchen,' sagte bet Baron mH kaum unterdrücktem Lachen, „mtt dem jungen Mann keine briner beliebten Eulenspiege- leien zu treiben. Man muß die Menschen zuerst kennen fernen, ehe man Scherz mtt ihnen treibt*
„Du kannst ganz ruhig sei«, Papa. Der schöne Staulslau« ist mit jetzt schon so zuwibet/
„Woher weißt du beim, daß et schön ist?' „Run — alle Pole« solle« ja schön fein.' »Herr von PtotowM ist teta Pole. Sei«
noch nicht aufgelaufene« oder erst angekeimten Saaten ist der früh eingetrttene Schnee und bte darauf folgende meist milde Witterung sehr zustatten gekommen. Von Schädigungen, wie solche durch ein Uebermaß ober Mangel an Schnee stellenwttse beim Roggen entstanden sind, schtt- nen die Weizensaaten Überhaupt nicht oder mtt vereinzelt betroffen worden zu fein, wenigsten» werden Umpflügungen nur in seltenen Au»- nahrnefällen und auch bann nut ht ganz geringem Umfange für erfordetstch gehalten. Grö- ßete Unterschiebe im Wachstum und im Stande der Saaten zeigen stch je nach der Zttt bet Bestellung beim Roggen. Während die tat September und Anfang Oftober dem Boden anvertrau ten Saaten sich vielfach überwachsen und Infolgedessen unter dem Novemberfchnee stellen- weffe gelitten haben, vermochten die später bestellten Roggensaaten, namentlich ta Bavern, ben Rückstand nicht überall einzuhole« und ste scheine« auch die zeitweise übermäßige Nässe weniger gut veriragen zu haben als der Weizen. Aber mich bitte späten Pffanzen, beten Aussehen Mitte Februar vettchledentlich zu wünschen übrig ließ, erholten sich bei der darauf folgenden frühsahr»- mäßlgen Witterung, da die Wurzeln meist gesund geblieben waren. Die letzten kalten Märznächte habe« zwar hier und da Befürchtungen hervor- gerufen. und es wird auch mehrfach berichttt, baß bte Roggensaaten ihre gute Farbe seither verloren haben, boch scheint eS sich nut selten um Schäden zu handeln, He nicht durch günsttae» Wetter wieder gut zu machen wären. UmpffÜg- ungen dürften abgesehen von vereinzelten Ausnahme« Im Osten, namentftch aber in Bavern, wo Feldmäuse versch!-deutlich Schaden ange« richttt haben, sich Wohl vermeiden lassen. Seht günstig äußern sich die Berichterstatter über ben Stand der Frühjahrsbestellung die wobl selten um bitt« Zeit soweit wie in diesem Jahre vorgeschritten wat. Die Vorarbeiten dazu konnte« bei dem milden und meist offenen Wetter so frühzeitig burchgefübrt werden, daß vt-kfach schon Anfang März zur Aussaat arichritte« werde« konnte. Vielerorts war die Bestellung bi« auf das Legen von Hackfrüchten schon vor Oster« ganz ober teilweise beendet Bei dem allgemeine« Vorsprung fällt die Unterbrechung, bl« Infolge bet kalten Witterung End« März ta bet Bestellung eintreten mußte, nicht taS Gewicht. Auch von einer Schädigung der in ben letzten Wochen bestellten Frühiahrstaai durch die käste« Märznächte bürste, da bte Saa: meist noch ungereimt im Bod-m lag. kaum zu sprechen se'n.
Ausland.
Aus dem französischen Senat. Pari», 5. Der Senat beritt ben Gesetzentwurf, wonach bi« Ermächtigung erteilt to xb. in diesem Jahre zwei Panzerschiffe auf Strick zu legen. D'Estaur- nelles be Constant fragte, welcher Umstanb bl« so rasche Abstimmung bkfe8 Gesetzentwurfes zum Schluß bet Session fordere. Der Marineminister erwiderte, daß et allen Eifer daran gewanvi habe, um die Pläne in fünf R »ntten, statt ta zwölf Monaten zu >:rba(lett da«- er st« dem Parlament unterbreit«« lönue. Die Einbringung des Gesetzentwc >' unv bet Schluß der Session sei et« elvtache» Zusammt.treffe«. D'EstournelleS be Constant bedauerte, daß der
Mutter ist eine gute Deutsche, fein Vater und jeta Großvater waten preußische Offiziere.'
„Um so besser.'
„Und was ich noch sagen wollte ' fuhr bte Batontn fort, „bet junge Man» re« ausgezeichnet Klavier unb Geige spielen. Da könnt ih» öfter zusammen spielen — notstekst tut ta tut-, ner ober Miß BapleyS Gegen »-«, Es tut dir ganz gut, wenn du etwa» fleiß gei übst.'
„Aber boch jetzt nicht, Mama?'
„WeShalb jetzt nicht?' '
„Mitten ta der Heuernte? Und dann komntt
die Roggenernte.' I
„Hör auf, wa» geht dich die Ernte an? — Ich verbitte mir ehr für alle Mal folche Dummheiten. Unb nun geh zu Miß Bayleh zu deiner Musik- stunde.' i
Die Worte Rangen so energisch, baß Erik!» keinen Wiberlpruch wagte. Mit leicht schmollen« der Miene erhob sie stch und entfernte sich schwel« genb, die Ohren hängen lassend, wie Bella, bte ihr nachschlich, al» habe ein Teil der Schelte ihr gegolten.
Eine Welle herrscht« Schweigen zwischen de» Ehegatten. Der Baron rauchte fttne Zigarre mtti die Baronin la» noch einmal den Brief ihrer Freundin. i;
Plötzlich hob st« den Kopf und sagt«: ’j
„Ich würde in deiner Stelle be« junge« Vor» forffchtcken.' s
Der Baron fuhr auf. „WeShalb beim? — Born ist ein tüchttger Landwirt, rin braver Mensch und habet au« gebildeter Familie; — ich denke, ich will mit ihn al» Jnspeftor beton,te|afcj wenn bet alte Srnpe mal abgängig wird,' 4
„Aber Erika?'