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(Nachdruck Verboten.)
f »ehrsh«s«, 3. April. Zn schweres Leid ist die hier sehr geachtete Familie Groß gekommen. Kürzlich traf die Nachricht ein, daß der in China beim Militär dienend« Sohn schwer verletzt sei und am Sonnabend schloß seine Mutter- für immer ihre Augen. Et« konnte den Jüngsten, der heute zur Konfirmation ging, nicht mehr zum Altar geleiten.
4- Mölln, 8. April. Beim Springen über «in«« Zaun fiel der sechsjährig« Sohn de» Schuhmacher» Mink so unglücklich, daß er ein Bein brach.
* Goßfelden, 8. April. Frl. Trautwein von hier mürbe oertretungsweise die zweit, Lehrerstell« in Wehrda übertragen.
* Niederasphe, 2. April. Gestern schied unser all- verehrter Lehrer, Herr Grünewald, von hier, um nach seinem neuen Wirkungskreise in Hundshausen über» zustedeln. Etwa 11% Jahre hat der allbeliebt« Leh. rer hier di« zweit« Echulstelle versehe« und sich während der Zeit nicht nur di« Zuneigung der Kinder, die in seiner Klasse über 100 betrug, sondern auch die Achtung und Belehrung der ganze« Einwohnerschaft erworben. An seinem Abschied von hier nahm deshalb auch Alt und Jung teil. Etwa 400 Männer und Frauen, Jünglinge und Mädchen, sowie di« gesamte Schuljugend geleiteten ihn zum Bahnhofe in Simts- haufe«, wo Herr W. Prinz ihm noch herzlich« Abschiedsworte widmete. Möge es dem verdienten Lehrer auch in seinem neuen WrikungÄreift nie an Glück und Segen fehlen.
Kirchhain, 2. April. In der hiesigen Lehrschmied« wurd« heut« di« 10. Prüfung abgehalten. Die Prüfungskommission bestand au« den Herren Beterinärrat Buch aus Cassel, Veterinärrat Stamm aus Kirchhain und Amtsrat Vaupel aus Cassel. Die sechs Prüflinge bestanden ihr Gramen mit gut, was auch dem Lehrmeister, Herrn Echmiedemeister Jankel von hier zur Ehre gereicht.
Ziegenhain, 2. April. Am 1. April ging die GerichtSvoüzieherftelle in Neukirchen ein und wird mit der hiefigen vereinigt. Der dortige Beamte ist hierher, der hiesige nach Berlin versetzt.
An einem schönen Mainachmittag« suchte ich aber doch alles zusammen, was unser Garten bot, und ging hinaus, um AnniS letztes Bett damit zu schmücken. Ich hatte den kleinen Hügel, auf dem der Efeu schon kräftige Blätter trieb, bald gefunden. Ein schlichtes, Weißes Marmorkreuz, das in goldenen Lettern Namen undSterbe- tag der Teuer« trug, stand zu seinen Häupten. Ich streute die Fülle der Frühkingskinder, die ich in der Hand hatte, über den kleinen Hügel aus und setzte mich aus die Bank, die AchingerS Wohl hierher gestellt hatten. Sinnend sah ich den Sonnenstrahlen nach, die die Efeublätter auf dem Hügel küßten und in den goldenen Buchstaben des KreuzeS glänzten. Ein Duften und Blühen rings umher. Niemand außer mir schien aus dem Friedhos zu sein. Tiefe Sttllr war um mich; nur die Vögelchen zwitscherten bi den Bäumen. Mir taten die Sonenstrahlen, daS Blühen und die Dogelstimmchen Weh«. Ich gedachte der Neben Toten, die so nach Sonne und Lieb« verlangt hatt«. Nun schlief fle dort unten ganz allein in ihrer Sammer. O, wie kaN und dunk«l mochte «S dort unten sein. Arm«, kleine «nr:?
Es war spät geworden. Als ich den Frie> Hof verließ, dämmert« es schon. Unten am Weg« wandt« ich mich »och einmal um. DaS weiße Kreuz mtt den goldenen Buchstaben grüßte zu mir herüber. Ich nickte ihm zu wie einem Neben Mensche«. Dann ging ich langsam -en dämmerig«» Beg M Stadt htmch. s
Schwester Anni.
Erzählung aus dem Lehe« «inet Diakonisse.
V von P. Wilbelmq.
i Schluß.)
Lange Zett rang dann meine starke Natur mtt einem hitzigen Rervenfieber; endlich blieb sie Sieger.
Anni schlief nun schon lange, lange dort draußen bei den stillen Schläfern. Das schmale weiße Bett stand nicht mehr in meinem Zimmer; aber meine Augen irrten immer wieder zu der Stelle hinüber, wo «s gestanden hatte. O, was habe ich für Tränen damals geweint, in jenen Genesungstagen. Wie ost habe ich die traurige Geschichte in Gedanken miebererlebt. Doktor Achinger sollte sein Amt niedegelegt haben und ins Ausland gegangen fein. Ich habe ihn übrigens niemals wiedergesehen; denn ich kam bald darauf um meine Versetzung eht. Reine Gesundheit verdanke ich seinem Nachfolger, einem älteren Herrn mit freundlichen Augen und ruhigem bestimmten Wesen.
Die alte Frau Achinger war ein paarmal bei mir, noch gebeugter und bitterer als früher. Sie Vermied es, jedenfalls auf Anraten des «ich behandelnden Arztes, nach Möglichkett, von jenen Unglückstagen zu sprechen; aber nach und nach erfuhr ich doch manches. In der Tasche des Kleides, das Anni im Haus« jn,, tragen pflegte, hatte wa« «inen zerknitterten, zerlesen«« Bries gesunden. bi dem Frau vom Tiefenbach tttet Sties-
UnpoNtische Tagesnachrlckten.
Tod eines AvlatikcrS. San Sebastian, 2. April. Der französische Aviatiker Leblon voll- führte ttotz des schlechten Wetters einen Flug über das Meer, als der Flugapparat Infolge einer Beschädigung versagte und ans großer Höhe die Klippen hinabftürzte. Leblon war aus I der Stelle tot. — San Sebastian, 3. April.
Man behauptet, Leblon habe denselben Flugapparat benutzt, welcher Delagrange das Lebe« gekostet habe. Infolge einer Havarie des Motors neigte sich der Apparat zuerst und stürzte dann senkrecht mit schwindelnder Schnelligkeit in die See. Leblon ertrank nicht, sondern wurde von dem auf ihn fallenden Apparat erschlagen. Der Tod erfolgte sofort. Die Uhr des Aviatikers blieb um 3 Uhr 29 Min. stehen. Der Verunglückt« wurde ans Ufer gebracht, wo sich eine ungeheure Menge versammelt hatte. Herbeiaecilte versuchten alles Mögliche, Leblon insLeben zurückzurufen, aber vergeblich. Die Leiche wurde sodann ins Hotel gebracht, wo der Lustschiffer abgestiegen war und von da itrfrb sie nach Havre, dem Wohnort seiner Familie überführt. Madame Leblon wohnte dem Ausstieg bei, und mußte di« Katastrophe mit ansehen. Sie eilte an das User, wo mau ihren Gatten niedergelegt hatte, doch hirit man sie vorerst zurück. Sie sah den verunglückten erst später, wobei sich eine herzzerreißende Szene abspielte. Ein Dampfer der, suchte mit Erfolg, den Flugapparat aufzufifchen.
Fall Echtrrmeyer Seipizig, 2. April.
Das Reichsgericht verwarf die Revision des Kaufmanns Echtermeyer, des Händlers Willy Läufer und des Agenten Karl König, die am 15. Dezember 1909 vom Landgericht Berlin t wegen Betrugs zu 5 Jahren bezw. 18 und 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden waren. Der viert« Verurteilt«, Grünsfeld, hatte aus die Revision verzichtet.
Hitzwelle und Schneesturm in Amerika. Aus Rewhork wird gemeldet, daß der Osten des nordamerikanischen Konttneitts von einer großen Hitzwelle heimgesucht wird. Di« Temperatur in Ehicago erreicht« an drei aufeinanderfolgenden Tagen 80 Grad Fahrenheit, während in ' Philadelphia noch höhere Temperaturen registriert wurden. In Rewhork erreichte die Wärm« 78 bis 79 Grad Fahrenheit, eine Höhe, die im März nicht verzeichnet worden ist, seitdem meteorologisch« Aufzeichnungen vorgenommen sind. Zahlreich« Fäll« von Hitzfchlägen stnd lx- retts vorgekommen. — Bon den Städten westlich von Ehicago, wie Denver, wird über einen herannahenden Schneesturm berichtet. AllerdingS glaubt man nicht, daß dieser wett nach Osten Vordringen wird.
Smn Halleyschc« Kometen. Puerto Crud i. April. Di« wissenschaftlich« Tenissera-Erpoe Wien errichtet, pn Beobachtung bei Halleysche»
®iel«, e.o. Professor, Prof. Dr. Reichenbach, Oberlehrer an der Adlerflychtschule in Frankfurt a. M., Botanik und Zoologie.
* Die gestrigen Konfirmationsgottesdienfte waren in allen Kirchen gut besucht. Heut« schließen sich nnn di« Konfirmationsspaziergänge an, und dann heißt « geschieden von der frohen Kinderzelt.
* Militärische». Am 27. April werden wieder Reservisten ans dem Bereiche des 11. Armeekorps zu «inei Ittägigen Hebung auf der Senne eitcherafen.
* Ei« Luftballon Überflog gestern Mittag gegen 2 Uhr unsere Stadt.
* Die Corbacher Last-Automobile, die bekanntlich zu militärisch« Transportversuchen ausprobiert werde«, passierten gestern wieder unsere Stadt.
* Wetterdienststelle Weilburg. Im Mär, 1910 waren die Temperaturverhältnisse im Bezirke der Meterdienststelle Weilburg nicht «ehr so ««gewöhn, lich wie in den beiden Vormonaten. Die Temperatur überstieg den langjährigen Durchschnitt wm 4 6t. nur wenig. Und dies geschah, trotzdem in den Rächten das Thermometer im Mittel auf 1 Gr. unter Null sank, also um 1 Gr. riefet al» im langjährigen Durchschnitt. Dafür überstieg es an den Nachmittagen den Durchschnitt von 7 Er. um 2. Gr. In 17 Rächten trat Frost ein, war sonst nur in 16 zu geschehen pflegt, doch überstieg das Thermometer diesmal am Tage stets den Eefrierpuntt, während es sonst im März an r Tagen darunter zu bleiben pflegt. Dieser nicht sehr HLuftge starke Gegensatz zwischen Tag und Rächt hing I wri der geringen Bewölkung des Monats zusammen, die im Mittel nur fünf Zehntel des Himmels betrug, »ährend sie sonst im März sieben Zehntel zu betragen pflegt. Auch hatten wir nur 7 trübe Tage gegen sonst 18. Diese verhältnismäßige Trockenheit des abge- laufenen Monats hatte ihre Ursache hauptsächlich in den vorherrschenden Windrichtungen, denn zu 57% (sonst nur 30 %) wehten ziemlich trockene Nord- und Rotdostwinde oder ttockene Südwinde, während I feuchte Südwestwinde nur zu 12 % wehten gegen sonst I 31 %. Zwar hatten wir an 14 Togen Regen und an I 6 Tagen Schnee, doch betrug die Gefamtniederschlags- I menge im Mittel aller Elationen nur 15 mm, d. h. I ei««« so trockenen März haben wir seit mindestens 25 I Jahren nicht gehabt. I
* ®iw Rockdieb. Am Sonnabend wurde in einem I House der Oberstadt ein dort im Hausflur hängender I Rock gestohlen. Mit Hilfe der Polizei gelang es den I Dieb, «inen „Laubenbewohner", zu «rmttteln. Gr I hotte den Rock bereits für 1 verkauft. Der neue I Besitzer desselben mußte ihn wieder herausrücken. I
wehtet ohne alle Schonung di« traurig« Geschichte enthüllte. Jedenfalls ein letzter Versuch, dem Bürgetlichen den Eintritt in di« Famflie zu vet- wehren. Diesen Ausgang hatte fle doch Wohl nicht erwartet.
Der Brief wat vom achtzehnten Rovembet datteri, also bttze Zeit nach Doftots AchingetS Anwesenhett in Germrode abgeschickt worden. Anni mußte die Postsachen selbst in Empfang genommen haben. So lange also hatte das arme Kind das Geheimnis mtt fich herumgeschleppt. Jedenfalls glaubte fle, wir wüßten alle nicht darum, und schwieg, damit kein Schatten auf den geliebten Mann ftäten sollte; und ihn hatt« sie wahrscheinlich von dem peinigenden Gefühl, daß sie um seine Jugendtorhett wußte, bewahre« wollen. 88er weiß, was sie sich alles zusammen- gereimt hatte. Die Last wat für sie zu schwer geworden. Herr von Tiefenbach hatte die Leich« mitnehmen wollen nach Germrode, ober schließlich dem bestimmten Betlangen Doktor AchingetS, fte hier in R. auf dem Friedhof zu bestatte«, nachgeben müssen. Ties erschüttert wat et nach der Beerdigung «ach Haus« Mtückgekehtt.
Di« schönen Sachen an« Dottor AchingetS Wohnung waten alle in fremde Hände übetg«. gangen; nur das Nähtischchen, an de» et seine junge Frau hatt« sitzen sehen wollen, hatte et zum Andenken mir bestimmt. Ich durfte schon längst auSgehen, aber auf de« Friedhof wat ich noch immer nicht gewesen. Mir bangte vor dem Augenblick, wo ich den Hanf« Erde fetz«» follw, der den zarten Leid dockt«.
Hessen-Nassau rmd Nachbargediet^ I Frankfnrt e. M., 3. April. Das Automobil I des Fabrikant« Otto Rasch stieß heute Mittag ft, I der Kalbachergasse mit einer Hettschastschaise £ I heftig zusammen, daß Rasch herausgeschkude« I wurde und besinnungslos liegen blieb. Et int« I neben schweren inneren Verletzungen eine G» I Hirnerschütterung davon, so daß an seinem Au» I kommen gezweifelt wird.
I 6. Han«», 3. April. Zur bleibenden Erinnerung I an Aufenthalt des X»tnoet*r<-, Jahn in Hanml I vom 1. bis 14. April 1848 haben die Hanauer Turn» vereine an dem Hause Fischerstraße 25, wo Jahn bei . dem Turnwart Scharttner gewohnt hat, eine Eedenb täfel anbringen lassen, deren Einweihung heule i, feierlicher Weise vor sich ging.
Homburg v. d. H., 2. April. Der Kaiser, di, Kaiserin und Prinzessin Bittoria Luise begaben | sich mtt dem gesamten Gefolge heute Nachmittag ft» Automobil« auf di« Gaakburg. Der Kaiser besichtigte dort u. a. die Reuaufstellung d« Münzensammlung und eine außerhalb des Kastells liegende, neuerdings frrigefegie römische Schanze aus der Zeit vor dem Kastellbau Hie», n ach machten die Majestäten noch einen länger« Spaziergang durch den Taunus bis zum Wild- gartet- und kehrt« mit Automobilen nach dem königlich« Schloß zurück.
Homburg v. d. H., 3. April. Der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Biftoria Luise und das Gefolge nahmen heute Bormittag an dem Gottesdienste ht der Erköserkirche teil. — Der Kaiser hat an den Sohn des verstorbenen Paswrs v. Bodel- schwingh ein Beileidstekegramnt in sehr warm« Worten gerichtet und hat mtt seiner Bertretrmg bei der Beisetzung den Oberprästdenten Staats- Minister Freiherrn von der Recke beauftragt. -- Der Hof begab fich heute Nachmittag in Automobilen nach Köppern und von da zu Fuß durch den Taunus nach Wehrheim; ei kehrte von Her in Automobilen nach Homburg zurück. Das Wetter ist wärmer und sehr schön. Di« «ase- stäten wurden allenthalben von den zahlreich« Ausflüglern freudig begrüßt.
Lispenhausen, 2. April. Vorgestern verstarb im besten Mannesalter im Krankenhaus« M Cassel, wohin «r sich zwecks Bornahne- einet Blinddarm operation begeben, der Besitzer des hiefigen Rittergrttes, Herr Hauptmann Grimm. Er hatte dasselbe, vor nicht langer Zett, von Herrn von Claessen erworben und stand im Begriff, den Fabrikbettieb durch Anlage eines Ringofens zu vergrößern. Der Verstorben« wat der Sohn des in Hessen wohlbekannten Justiz- rats Grimm in Marburg, der auch im Politisch« Leben seiner Heimat eine Rolle spielte.
Siegen, 2. April. «Amtlich.) Am 2. April nachmittag- 21/» Uhr wurden aus dem Bahnhof« Wehbach der Kleinbahn Kirchen Freudenberg durch die Einfahrt des Pe-sonenzuaes 1407 infolge unzeitiger Entriegelung und Umstellung btt Weiche die fünf ketzten Wagen des Zuges in «in Nebengeleise abgekenkt und gegen dort ausaestellt« Lokomotiven geworfen, wobei drei Personen- toagen entgleisten und erheblich beschädigt wurden. Zwei Reisende wurden schwer, drei ander« und ein Scktaflner gerinafüaig verletzt. Aerttkich« Hilfe war sofort zur Stelle. Die Schwerverletzten wurden in das Krankenhaus zu Kirche« gebracht, ihre Angehörigen find benachrichtigt.
An» nutzbarem Nrei«vermögen 8789 X, Kapital- Ongänge 522 X, Beiträge z. Deckung d. Kreisbedürfnisse 62 460 X, dem Kreise überwiesen« Gebühr« 10 230 X, Verkehrswesen 2 466 X, Kreissteuern 166 500 X, sonstige Einnahm« 12000 X, dnrch laufende Posten 88 278 X. Summ« der Einnahmen 848 254 X. Der Vorsitzende brachte die einzeln« Titel des Etats und die Erläuterungen dazu, znr Kennmis. Zu Titel Deckung der Kreisoedürftrisse sei erwähnt, daß die Mehrbelastung der Gemeinden infolge der Landweg«Merhaltung 23100 X betragen. An Kreisfteuern gelang« 20 % ber Real- und Einkommensteuer und 10 % Bezirks«baobe zur Erhebung. Im vorigen Jahre waren es löst» Kreis steuern und 8,8 % Bezirksabgabe.
Dies« Einnahmen stehen folgende Ausgaben gegenüber: Kapitalanlagen, Verzinsung und Tilgung der ..reisschuld« 44 293 X, Kreisoerwaltungskost« 22 502 X, Staats- und polizeiliche Zwecke 531 X, Leistungen an den Bezirksoerband 46 500 X, füt das Verkehrswesen 92 000 X. Landesiuelioratisnm, land- und forstwirtschaftliche Zwecke 3 775 X, Schul- und vnterrichtszwecke 3 200 X, Kranken- und Arman, pflege 27 900 X, Gesundheitspflege 4190 X, Feuerlöschwesen 550 X, unvorhergesehene Ausgaben 13 385 X. au^rordentliche Ausgaben 1150 X, durchlaufende Posten 88 278 X. Bei Titel Hebung der Viehzucht erwähnte d« Vorsitzende, daß laut gesetzlicher Bor- Mrrift jetzt auch eine Zieoenkörung stottzufind« habe. Lus diesem Grunde müssen auch die Mittel hierfür erhöht werden. Zu Titel Fortbildungsschulwesen sei «itgeteilt, daß jetzt im Kretse 35 Fortbildungsschulen gegen 34 im Vorjahr bestehen. Die Kosten für Geisteskranke mußt« von 19 800 auf 21 900 X erhöht «erden. Die Pflegekosten für Geisteskranke berechnen sich in d« einzeln« Anstalt« wie folgt: in Haina bezw. Landesheilanstalt für 17 Köpfe jn 296 X = 5032 X; in Merxhausen bezw. Landesheilanstalt für 25 Köpfe zu 274 - 6850 X: in Heohata für 20
Köpfe 302 X - 7240 X; in Bethel für 6 Köpfe zu 328 X — 1968 X; hn Antoniusheim für 2 Köpfe zu 270 X — 5<0 X. Mithin zusammen 21 630 X. Durch Zugang 270 X. Sa. 21 900 X. Hierzu haben die Ortsarmenverbände H beizutragen. Für die Diako» nissenstationen stnd 2950 gegen 2800 X eingestellt. In Goßfelden ist eine neue Station eröffnet worden, wäbrend in Cölb- eine weitere Station errichtet werd»,; lost.
Mau besprach dann noch d« besondere« Etat der Kreisbahn. Die Betriebseinnahmen setzen sich aus folgenden Posten zusammen: Aus dem Personen- und Gepäckverkehr 43 100 X aus dem Güterverkehr 28 650 X, für lleberlassnng von Bahnanlagen und für Leistungen zu Gunsten Dritter 600 X, für lleberlassnng von Betriebsmitteln 424 X, Erträge aus Veräußerung« 50 X, verschiedene Einnahmen 5050 X. Sa. der Betriebs-Einnahm« 77 874 X. rd. 77 880 X.
Dem stehen an Betriebsausgab« gegenüber: Be« Waldungen (Gehälter), Wohnungsgeldzuschüsse, Stellen- and andere persönliche Zulagen 19050 X, Be« &und Löhne der nicht etatsmäßigen Beamten und «stet«, sowie der Arbeiter 6 810 X, Tagegel. der, Reise- und Umzugskost«, sowie Nebenbezüge 2000 X, für Wohlfahrtszwecke 2 200 Ut. für Unter. Haltung und Ergänzung der Ausstattungsgeg«stände, p'wie für Beschaffung der Betriebsmaterialien 18490 X, für Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung der baulichen Anlag« 10 910 X, für Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung der Betriebsmittel und der maschinellen Anlagen 6200 X. für Benutzungen frember Bahnanlagen und für Dienstleistungen fremder Beamt« 440 X, verschiedene Ausgaben 2 250 X. Summa der Betriebs-Ausgaben 67 850 X. Mithin Ueberfchuß 10 030 X. Rach Abzug des Erneuerungsfunds und d« Gewinnanteil« des Staats verbleib« 3899,16 X. Der Ueberschuß wurde wie folgt verwendet. Verzinsung 48 771 X, Gewinnanteil an den Staat 1233,05 X, zus 45 004.05 X. Hiervon ab 3699,16 X. Durch Kreisfteuern bleib« demnach zu Heck« rund 41 305 X. Es wurd« hierbei mehrfach« Wünsch« bezüglich der Einlegung von Züg« usw. »orgebracht. Der Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kreisbahn sich in Zukunft immer besser witiereit würde. Auf eine Anfrage des Kreistagsmitglieds Schaaf, wie es mit dem Weiterbau der Kreisbahn stände, teilte der Vorsitzende mit, daß in dieser Frage n«erdings wieder mit bet Großherzog. Nchen Regierung verhandelt worb« sei. Ueblich sei dort ein regierungsseitiger Zuschuß von 20 000 X. Dian hab« jedoch sestgestrllt, daß im Großherzogtnm auch Beiträge bis zu 80 000 X pro Kilometer gegeben würden. Es müsse nun da« Augenmerk daraus «richtet werden, auch dies« erhöht« Zuschuß zu erlangen, dann könne die Weiterführung der Bahn, »ozu die Pläne ja fertig seien, näher geriet« wer- den, umsomehr al« die Hess. Gemeind« ja laut gesetzlicher Bestimmung den Grand und Bod« gratts ao- wgeben hätten. Die Kommission hab« beschlossen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen, weil zu erhoffen fti, daß sich dann auch die Kreisbahn besser r«tiere. Jedenfalls würde in diesem Jahr« den Kreistagsmitgliedern einmal Gelegenheit gebot«, mit der Kom- Mtssion das Gelände zu bereis«.
Ferner wurde ein Antwortschreiben auf eine Anfrage an den Direktor der landwirtschaftlich« Win- ierschule weg« der Frequenz dieser Anstalt zu «er- lesuna gebracht. Aus diesem war ersichtlich, daß die Marburger landwirtsckaftliche Winterschule in jeder Beziehung an erster Stelle steht. Einer Anregung des Kreistagsmitglieds Geisler-Cappel bezüglich der Einführung der Fabrtrinterbrechungs-Genehmigung bei der Kreisbahn soll näher gerieten werden. Der Etat wurde dann laut Voranschlag mit 848 254 X in Einnahme und Ausgabe genehmigt.
Ordnung beri. die Erhebung einer Hundesteuer.
Der Bezirksausschuß hat di« vom Kreistag tn der Sitzung vom 8. Januar d. Js. erlassene Hundesteuer, ordnung mit der Maßaabe genehmigt, daß der S 7 der Ordnung, welcher lautet: „Wer sich durch Verheimlichung eines Hundes der Steuer zu entzieh« sucht, unterliegt einer Strafe bis jut Höhe mm 80 X4 folgend« Wortlaut erhält: ^Zuwiöerhaudlun. een «gen die Vorschrift dieser Ordnung zieh« eine Strafe bis jwr Höhe von 30 X nach sich." Bon Ein. legung der Beschverde an den Provinzialrat ist ab«, sehen ward«. Der Kreisausschuß beantragt dre Ein. rrrständniserklärung des Kreistags zu dieser beding, unqswetsen Genehmigung. Aus eine Anftage wurde »itgeteilt, daß für jeden Hund, der nach dem 1. April noch vorhanden ist, trotzdem die Steuer noch zu bezahlen ist.
Regelmäßige Ergänzung des Kreisausschusses. Di« Amtszeit der Kreisausschußmitglieder Forstmeister Wolff in Wetter und Landwirt M. Cloos in Moischt läuft Ende März 1810 ab. Beide Herr« wurden »iedergewätzli.
Wahl der Bullen-Kötkommlssion nach § 2 der Po» lizeiverordnung vom 17. Januar 1879 für die Zeit vom 1. Januar 1910 bis dahin 1913 und Wahl der Ziegenbock-Körkommisfion. Die seitherig« Mitglieder Landwirt Cloos-Moischt, Müller Krieg-Münchhausen wurd« wieder- und der seitherige Stellvertreter Bürgermeister Echerer-Dagobertshausen neugewählt. An des letzteren Stelle kam Gutsbesitzer Klingelhöfer-Caldern, während die seitherigen Stellvertreter Ranch-Wttelsberg und Fett-Amönau wie- dergewählt wurde«. In die KSrkommisfion bet Zie- g?« wurde Briefträger Peter-Cölbe als Mitglied und Lehrer Beil-Cölhe als Stellvertreter gewählt und zugleich beschloss«, beide Körungen zu verbinden. Rach 8 4 des Gesetzes betreffend die Verpflichtung der Gemeind« in der Provinz Hessen-Rassau zur Haltung von Ziegenböcken vom 12. Juni 1909 hat nämlich die Körung der Böcke auf Grand einer vom Herrn Regisrungspräüdenten zu erlassenden Körord- nung zu geschehen. Die im Entwurf dem Kreise bereits mitgeteilte Ordnung bestimmt, daß die Kommission aus einem Vorützenden und dessen Stellvertreter zu bestehn hat. Ls ist vorgelchlagen. daß diese Kommission ebevlo wie die Butten!örtommiffinn vom Kreistage zu wähl« ift Im ganzen Kreise sind 38 Gemeinden zur Haltung von Ziegenböcken verpflichtet.
Wahl der Vertrauensmänner zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen für das Jahr 1811. Für die beiden Amtsgerichte Marburg und Wetter sind je sieben, für das Amtsgericht Ftonho'cken fertig Vertrauensmänner zu wählen: außerdem für das Amtsgericht Gladenbach ein Vertrauensmann. Die seit» yeriaen Mitglieder wurden meistens wiederaewählt.
Neuwahl von Schiedsmännern in d« Schiedsmannsbezirk«: Rotdeck—Mnn«—Wermertshausen, Roth—W«kbarh—Atqenstein, Münchhausen—Todenhausen—Wollmar. Caldern—Ketnbach—Michelbach - Marbach. Reu- bezw. wiederaewählt wurden: Büt» aetmeistet Leonhard Wisket-Rotdeck, Bürgermeister Pfeffet-Roth, Bürqetmeiftet Altbaus-MSnchhausen, BLtgetmeister a. D. Gimbel-Michelbach.
Neuwahl von Schiedsmannftettvetrietetn in d« Schiedsmannbezitk«: Roth—Wenkbach—Atgenstein, Cavvel—Borishaufen — Ron Hausen — Wolfshausen. Gewählt wurden Bürgermeister Smtcht - Atgenstein, Büraerrneifter Geißlet fun.-Cappel.
Damit hatte der Kreistag sein End« erreicht.
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Marburg und Umgegend.
(Rachdruck aller Oriatnalarttkel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mtt der deutlichen Quellenangabe
„Oberhejs. Ztg." gestattet.)
Marburg, 4. April.
• Universität. Die Kgl. Wissenschaftliche Pril. fungskommisfion für das Jahr 1910 setzt fich wie felgt zusammen: Direktor: Gymnastaldirektor Pros. Dr. Aly-Marburg. Mitglieder: D. Jülicher, ord. Prof., Geh. Kons.-Rat, Prof. Hüped«, Oberlehrer am Friedrich-Gymnasium in Cassel, für evangelische Religionslehre; Dt. Weber, kath. Pfarrer, kath. Relig.- Lehrer in der allgemeinen Prüfung; Dr. Ratorp, ord. Professor, Dr. Schwarz, a. o. Professor, Philosophie; Dr. Bogt, ord. Prof., Geh. Rat, Dr. Elster, ord. Professor, D«tsch; Dr. Maaß, ord. Professor, Dr. virt, ord. Professor, Dr. Kalbfleisch, ord. Professor, Lateinisch und Griechisch; D. Budde, ord. Prof., Geh. Kons.-Rat, Hebräisch; Dr. Wechßler, ord. Professor, Dr. Quiehl, Direktor der Oberrealschule tn Cassel, Französisch; Dr. BiLtor, ord. Professor, Dörr, Direktor der Liebig-Realschul« in Frankfurt a. M., Eng» lifch; Dr. Busch, erd. Professor, Dr. Kleb», «cd. Pro- ftssor; Dr. (Blagau, a. o. Professor, Prof. Dr. (Enbe» mann, Gymn-Ditektot in Dillenburg, Geschichte; Dr. Fischer ord. Professor, Geh. Reg.-Rot, Dr. Rühl, Pri- vatdozeni, Erdkunde; Dr. Hensel, ord. Professor, Geh. Reg.-Rat, Dr. Reumann, oft». Professor, Mathemattk mit Ausschluß der angewandten Mathematik: Prof. Dr. v. Dalwigk, Privatdozent, angewandt« Mathematik; Dr. Richatz, ord. Professor, Dt. Feußner, ord. Kon.-Prosessor, Prof. Dr. Schulze, Privatdozent, Physik; Dr. Bauer, ord. Professor, Geh. Reg.-Rat, . Dr. Zimft, ord. Professor, «eh. Reg.-Rat, Dr. Fries, Auceilungs-Botsteher am che«. Institut, Chemie nebst Mineralogie; Dr. Korschelt, ord. Proftffor, Dr.