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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: »Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Beilage/'

i

Tie „Oberhemde Zeitung" er^cyemt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel» jährlich durch die Post bezogen 225 <M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2

Marburg Sonntag, 3. April 1910,

Die JnserttonSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. — Druck und Verlag: Jäh. Aug. Loch. Universitäts-Buchdruckerei Inhaber Dr. <L Hiheroth. Marburg. Markt 21. — Telephon 55.

45. Jchrg,

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Drittes Blatt

und für sich 5 Malter Weizen der Elisabeth- kirche im Jahre 1334. Dem Deutschen Hause gegenüber erbaute man am Lützelberge Im Jahre 1268 eine Kapelle und legte einen Toten­hof für Pilger daselbst an. Die deutschen Or- bensherren erbauten die St. Elifabetbkircke, das St. Elifabethenhospital und die Jnfirmarie nebst der dazugehörigen Kapelle für kranke Ordensbrüder. — Auf der Brücke vor Weiden- hmtsen stand eine heilige Kreuztabelle und eine desgleichen stand am Ockershauserweg, sie wurde 1444 geweiht. Am Rotenberg stand St. Nikolaus, ein kleines Hofpitz. für mit dem Aussatz behaftete Krank«. Hoch oben aber erhob stch die von Heinrich I. 1288 angefangene Burg mit der 1308 von Bischof Ludwig von Münster dvllendete« Kapelle und dem Rittersaale.

Am jenseitige« Ufer der Lahn war da»

ein Artikel der „Nowiny Raciborskie" (Nr. 5), dessen Verfasser von Oberschlefien aus eine Reise nach dem galizischen Badeort Zakopane unternommen hat. Er schildert seine Reiseein­drücke und macht dabei der polnischen Intelli­genz den Borwurf, daß fie zu viel Ideale pflege der Bauer könne stch aber nicht mit Zukunfts­träumen befassen, sondern müsse auf seine Existenz bedacht sein, und in dieser Beziehung sehe es in Galizien recht schlimm aus. Der Reisende stellt z. B. zu seiner großen Verwun­derung fest, daß e« in Galizien in keinem Dorfe ein Schmidt gibt. Bei der Besichftgung der Felder mackte der Obershlester die Entdeckung, daß der Acker noch so bearbeitet wi.d, wie es in Oberschlesien vor 60 bis 80 Jahren geschah. Ueberall sah er spärlich gewachsenen fiafet und Roggen, von Quecken dicht umgeben. Der Bauer welcher ihn fuhr, erzählte ibm, «r könnte kein Getreide verkaufen, obgleich er 60 Morgen Land besitze; er ernte aber höchstens soviel, wie er zum eigenen Bedarf brauche. Dieser Bauer batte seinen Sonntagsrock an, der aber nach Ansicht des Artikelschreibers mindestens noch von seinem Vater herstammte. Der Ober- schlesi-'r önsierte: ,.Ra, wenn Euch unsere (allo die schlesischens Bauern sehen würden, die stch wie Herren kleiden und in Kutschen fahren, dann würden sie die Hände über dem Kopf zu- sommenlchsagen" Auf die Klage des Bauern, daß die Ueberlchwemmungen des Flusses Dun- aiec lebr groben Schaden anrichteten, hat der Artikellchreiber nur die bezeichnenden Worte: ,.Woiu ist denn die Regierung in Galizien da, die doch in Händen der polnischen Intelligenz rubt? Denkt ste nicht an das Schicklal des armen Bom"-n?" Die Forstkultur in abfälliger Weise kritisierend, führt der Reisende an, et habe auf dem W"ge nach Zakovane und weiter nichts als alte Hol-büften oelehen. und faat ganz restaniert: JPon welcher Trauer mutz man erlabt werden beim Anblick eines fo ver- nachlöilioten Lande» und einer so vernachlässig­ten Wirtschaft."

Gotteshaus, ein« Herberge für vilaer und Rei­sende, und vor den Toren von Weidenbausen be­fanden sich die beiden Siechenböfe, wo­von der erste. St. Josts Hof. für die Fronen be­stimmt, während der andere für die Männer war. Diese Stiftungen fallen in die Zeit um 1200—1300. Im letzten Jahrhundert war ganz Deutschland boll von Leibesnoi, Seelenangst und Schrecken aller Art bedrängten die Menschen. Zu I der trostlosen Zerrissenheit der Kirche kam noch häufig Verwüstung durch Heuschrecken, durch Hungersnot itnb Seuche, besonders durch den sckwarzen Tod. Im Jabre 1347 erwartete man allgemein das Ende der Welt.

Es lag einesteils damals das Bedürfnis zur Abhilfe einer ungeheuren Rot vor, andererseits suchten die geängstigten Menschcnherzeu Trost in der Hingabe des irdischen Gute? zu solchen Stif. tungen. in denen man nach den Begriffen der da- maligen Zeit ein sicheres Mittel zur Errettung der Seele erblickte. Ganz getrennt von den eigent­lichen Hosvttälern waren die Anstalten für Kran» keupflege. besonders bei herrschenden Seuchen oder dmlernden Krankheiten wie Best und Auslatz DaS letzte liebel kommt in Deutschland schon frühe vor, am meisten im 13 und 14 Jahrhundert, so daß man annimmt, daß die Kreuzzüge diese Krank­heiten gesteigert haben. Man unterscheidet des­halb Siechenhäuser für Kranke im allgemeinen und Sondersiechenbäuser oder Leprvsorien für Aussätzige Diese Häuser legte man immer außer­halb der Städte an. doch aber aufsollen Herwege meistens an belebten Strotzen, um die vorüber­gehenden zu milden Svend en zu veranlassen.

Die Siechen besonders die Ausätzigen, muhten sich streng innerhalb der Manern halten und wenn sie auSgingen, durch besondere Kleidung oder Schellengellinael sich kenntlich machen.

Der zunächst Weidenhausen gelegene untere Siechenbof war nach dem Schutzpatron für Aut- fähige St. JvstS Hof benannt und war für Frauen j

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Dransfeld, 1 April Gestern wurde hier der Zollaufseber Fürsterer begraben, dessen Leben ein tragisches End gnommen hat. F. hat beim Fischessen eine Gräte verschsuckt, die nachher den Darm verletzte. Infolgedessen trat Bluwergist- ung ein. der er nunmehr erlegen ist.

Gelsenkirchen. 1. Avril. Der Kriminalpolizei gelang es eine Falschmünzerwerkstätte aufzu­heben. in der fallches Geld in großen Mengen hergesiellt wurde. Die Apparate, mit denen hauptsächlich falsche Zweimarkstücke angefertigt wurden, sind beschlagnahmt worden.

Erfurt, 1. April. Wegen Unterschlagung von Geldsendungen im Werte von über 40 000 Ji wurde der Briefträger Wuth verhaftet. Er ist geständig.

Weidenau, 1. April. Auf Grube „Reue Haardf ereignete stch gestern Nachmittag gegen

Im Jahre 1291 hatte Landgraf Heinrich I. mn Dominikanermönchen gestattet, sich an der 6t«<e, da 90 jetzt das Univerfitätsg-bäude steht, unter teilweiser Benutzung der Stadt­mauer. ein Kloster und eine Kirche zu bauen. Zn de, Nähe der westlichen Stadtmauer hatten stch «i t Genehmigung des Landgrafen Hein­rich Hl. von Oberhessen im Jahre 1477 aus t eigene« und den Mitteln eines reichen Patri-

1 .*) A«s den Sammelbänden der Armen- tnfteften

Unter der Landgräfin Elisabeth war Mar- »nrg der Mittelpunkt persönlicher Armenpflege, kein« -weite Stadt in Hessen kann stch rüh- •??- esne solche Anzahl Kapellen. Klöster und mosternche Anstalten, sowie Städten zur Aitt- mchme und Verpflegung Armer und Kranker Rettender und Pilger im Mittelalter besessen zu haben, als gerade Marburg.

Innerhalb der Stadtmauer erhob sich die zu Ehre« der Jungfrau Maria, am südlichen Ab- Hauge des Schloßberges, auf einer Terrasse er­baute, und aus verschiedenen Zeiten stammende Pfarrkirche. In nächster Nähe war das Lieb-

frauenhänsaiL'n, der Kerner mit der Kreuz­kapelle und in Nr. 1 am lutherischen Kirchhofe wohnte« Franziskanerinnen, welche stch mit ihrer Händearbeit nährten, für die Kirche Lichter machten und die Kranken in der Stobt pflegten. Der Kilian war die älteste Kirche »er Stadt, sowie deren ältestes Gebäude. Am südwestlichen Ende von Marburg hatte Land- araf Konrad den Franziskanermönche« (Bar- fußermänchen) erlaubt, stch ein Klostor mit Kirche zu erbauen.

Geicbkckte der Al-mennnstalten I £ers?tc Brüder des gemeinsamen Lebens, die „ P ’ ’.C örr «rlllkuanfinllkn I Kogelherren. ein Fraterhaus mit Kirche erbaut,

■wo Mlldtn StlfillNllkir in Marburg.*) In der Wettergasie stand ein Herrgottshaus, die «o»i p WHitr« I Eofteshülfe. In der Augustinergasse Nr. 1 stand

”tuner- • das Augustinerhaus mit einer Mater als Vor­

steherin. Dasselbe war ein Hospiz, welches den Augustinern in Alsfeld gehört«, und ernährten sich die Augustinerschwestern darin mit Weben, Anfertiaen von Wachskerzen und mit der Krankenpflege in der Stabt. Der Duabttan der Franziskaner führte die Aufsicht über die Schwestern. Außerhalb der Stadtmauer auf der hohen Mauer am Bischenstein stand eine Klause, in der Franziskaner wohnten, welche nach der 3. Regel des heiligen Franziskus lebten. — Am oberen. Ende der Ketzerbach hatte Agnes von Nürnberg, eine Tochter von Heinrich L, an der Arzbachecke oder bei Bachkurze einen gro tzen Hof erbauen lassen, den fie Nürnberger Hof, nach ihrem Gemahl, nannte. Diese« gab fie dem Deutschen Orden zur Verpflegung kran­ker Ordensschwestern. Zu Seelenmessen für ihre seligen Ettern vermacht« fie 8 Malter Weizen

Pttvaisache* Hohn. Man kann es christlichen Eltern nicht verdenken, wenn sie ihre Kinder nicht von sozialdemokratischen Lehrer« unter« richten lassen wollen.

I ~ Daß die Sozialdemokraten das heuiigc NÖCllCllUilQClt I Staatswesen um die Ecke bringen und etwas

° I Neues, noch nie Dagewesenes an seine Stelle

fflr das zweite Quartal 1910 I setzen wollen, ist zur Genüge bekannt. Zwar juif die „Oberhessische Zeitung" nebst I «eberden sie sich als die wahren Patttoten und ttn-M I Menschenfreunde und prahlen davon, daß erst

ihren Beilagen werden von unserer Expedi- I jh„ Gesellschaftsordnung die Menschhett zu tton (Warft 21), unseren Ausgabestellen in I einem wirklich menschenwürdigen Dasein ver- Kirchhain, Neustadt, Wetter, | Tatsächlich aber ist noch nicht einmal er« bett AÄ<6 6 er« A e a f # h. - w a r r« o,i I piksen, daß ihre Geschäftsordnung nur über« d-'f. <JM’orn'«eSfemJWaHtt, Lei« I h^pt durchführbar ist. Wer wirklich überzeugter penhofen, Dreihaufen, Wittelsberg, I Sozialdemokrat ist, kann die Kinder nicht zu dem Niederweimar, Niederwalgern, I Patttottsmus erziehen, der nun einmal von der Dam« und Lohra sowie von allen «ost- I Sckuttrziehung verlangt werden muß, er kann ..„s o „v«. , v I nicht einmal einen ttchttgen Geschichtsunterricht

anüaften und Landbriesträgern entgegengenom- I geben. Der Geschichtsunterricht soll sich von jeder men. I unberechtigten Lobhudelei fernhalten. Die Kin-

I ber sollen Personen und Tatsachen kennen lernen, I wie fie gewesen sind. Aber eben zu solch einer Sorioldemnkratisckt» Qpfim- I 9ere<6<en Beurteilung der Personen und Tat-

uiuniiuirun,uie ^kyicr. I sacken sind doch Leute nicht fähig, die alles vom

Man schreibt uns: Wenn die Herren Ge- I Sehwinkel der von ihnen 'erstrebten Gesellschafts­possen sich darüber aufregen, daß Lehrer wegen I au5 betrachten.

ihrer Zugehörigkeit zur Sozialdemokratte gemäß- I .. J®le nun Qber- wenn ein Lehrer wirklich die regelt werden, so verdenken wir es ihnen nicht I Ueberzeugung gewinnt, daß die Sozialdemokratte betrachten sie sich doch als Pattei der Zukunft I twbl ba<: Muß er denn die Gesinnung heucheln, und wollen es allen freigestcllt wissen, stch zu I bie er "Echt hat? Wir meinen, daß ein Lehrer, ihnen zu bekennen, auch den Beamten.' Wenn I ®et beucbctn muß. nicht in die Schule Hinein­aber Blätter anderer Patteien auch gelegentNch I ®eb8rt- Wir meinen aber auch, daß ein solcher die Lehrer vetteidigen, wenn sie sich als Sozial« I 8e6ret dann selber einsehen muß, daß er da nicht demokraten bekennen, wenn sie meinen, daß durch I we6r hineingehött. Wer also von der Wahrheit die Matzregelung solcher Lehrer ihnen das Recht I ber lozialdemokrattschen Ideen überzeugt ist und genommen wird, persönlich ihrer Ueberzeumm« 1 demzufolge einsehen mutz, dass er dic ihm anver- »u folgen, so ist das ein Unding I traute Jugend ilicht mehr im Sinne erziehen

Immer noch ist es die Aufgabe bet Schule. I & Kinder und die borge-

patriotischen Sinne zu «ziehen $ Dft^mttstm I Konfeguenz ziehen und feine Stellung als Eltern, die ihre Kinder ber«off3M.uU I 8,6rer ""fgeben. Behält er feine Stelle ledlg- trauen und anvertrauen müssen, wallendste !mb I Grotes toiffeit io mckg das manchem be­b' diesm Sinne erzogen wissen. Auf die bet« | V

nfllürti* ler Staat, bet bf« Samten kettet unb I barf « sich

bedeutende Summen m u«r»r t.-. I wundern, wenn die Behörde ibn fernes

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^Etund daß daraus entweder selber die Konfeguenz ziehen, «L/ aT Menschen daran hindern, der chttst- I oder dic Behörde muß sie ihm zeigen «chen Kirche als überzeugtes Mitglied antnge- I ' s a

Obren, daß sie auch keinen sorialdemokrattscke« I "= I

gebter bindern werden, christlichen Rettgions- I 9>nTiHfA» Hmfrfimi

nnterttcht zu erteilen. In der Praxis wird m,s I VOllIlfCpe UMflylM.

dieser Gleichmütigkeit aber leicht Feindseligkeit I Polnische Kultur in Galizien. f«g«n die Religion. Der Beweis dafür braucht I Haben sich die Polen tm preußischen Teilge- I mcht gefühtt zu werden. Man brockt sich nur I biet die deutsche Kultur so zu eigen gemacht, I rttwurf umzusehen und man wird dann gewahr, I daß man schlechthin von einer .polnische« Wirt- I daß mH ber Hinwendung zur Sozialdemokratie schäft" nicht mehr sprechen kann, so ist diese be-

Hnmer eine Abkehr von der Kirche Hand in Hand I rüchtigie polnische Wirtschaft doch gerade in

Drot. Die Att und Weise, wie die Sozialdemo- I dem Teilgebiet noch sehr verbreitet, wo sich die I

ftflten ht Rede und Schrift alles behandeln, was I Polen der größten politischen Freiheit erfreuen, I

ytrt Christentum gehört, sprechen dem „Rettgiou j in Oesterreich. Einen neuen Beleg hierfür gibt I

3 Ubr ein Unglücksfall, bei dem der Hauer Heinttch Bosch aus Oberholzklau den Tod fand. Er stürzte in den in der Abteufung begriffenen Schacht, wie matt annimmt durch einen Fehl­tritt, und trug eine so schwere Kopfverletzung davon, daß er nach ganz kurzer Zeit, in de« Augenblick, als er zu Tage gefördert Word« war, starb. Der Berunglückte ist erst 32 Jahre all und hinterläßt eine Fran mtt zwei Kindern.

Darmstadt, 1. April. Die hiesige Sttaftammer verutteilte den verantwottlichen Redakteur bei „Ottenbacher Abendblatt" Ignatz Klug von Offenbach wegen Beleidigung des Amtsttchters Mevet zu 500 Jl Geldstrafe und Tragung der Kosten. Der Prozeß, zu dem auch Staatsmini­ster Ewald als Zeuge geladen war, stand (m Zusammenhänge mit einer vorn Abgeordneten Ulrich im November v. I. in der Zweiten Kammer hetvorgenisenen Debatte übet Bor­gänge am Amtsgericht Ottenbach.

Lehrettn den Krieg erklätt.

(F. Z'g.) i

Vermischtes.

Zum Eisenbahnunglück in Mülheim a. Rh.

Der Ofteturiaufr Ht nun aus, Abe, du liebes Elternhaus! Die Mutter küßt den schmucke« Sohn, Zurück geht's in die Garnison.

Im Reichslanb liegt manch Regiment, Wo inan Westfalens Söhne kennt.

Abe! Schon pfeift der Urlaubszug, Reich mir hinein den Abschiedskrug!

Froh fingt und lacht die frohe Schar — ^Sieh in bet Luft das Rabenpaat!

„Was ist das fttt ein schlimm Geleit?" — „Ach, Bruder, du bist nickt gescheit!" Dragoner, prost! Du Kürassier Die Flasche her! So leben wir!

Bald stimmen wir die Weife «*: '.

Es lebe der Refervemann'

Reserve hat im Herbste Ruh — *- ■

Ruh — ruh, so stöhnt der Zug dazu.

Ein Krach, ein Schrei, — was ftisch unb rot, Das bringt zur Ruh der grimme Tob.

Er griff die Jungen meuchlings an, So Kanonier, wie Reitersmann.

Sie schwimmen all in ihrem Blut, Sergeant, Gefreiter unb Rekrut. 3m Frühling war's, am grünen Rhein, Des denkt manck armes Mütterlein.

Die böfen Flitterwochen. I« Gotha hat sich vor einiger Zett eine Lehrerin verheiratet. "Weil Lehrerinnen zwischen Amt unb Mann zu wäh­len habe«, so würbe die angehende junge Fra«, aus dem Schuldienst entlassen. Da das Reine Land nicht über allzugroße pädagogische Reser­ve« verfügt, hat ma« interimistisch die Fran eines Lehrers, die selbst Lehrerin war, heran­gezogen. Woraus bervorgeht, daß ma« im Staate des selige« Schützen- und Frauenhetzogs weniger der Ehe als den Flitterwochen einet

Veron^v-ortiich für die Rcbaktian:

Dt. vbil Carl Hitzerotb in Marburg. .

----== ---------------- -______I bestimmt, der andere war die obere Sieche und für Männer. Ueber die Entstehung dieser beiden Sttf- tunaen sind keine bestimmten Rachttcht a vor­handen.

Bei der unteren Siecke befanden stch ehedem zwei Kapellen und fünf Häuser; dieselben waren mtt einer Mmier umoeben. Nach der Reformation wurden die Siechenböfe nach ihrem jetziaen Be»' stände umgebildtt. Die Anzahl der Kostvttündner waren 16. von denen feder außer den Naturalien' wöckentlich 10 Kreuzer bekam. 64 Gulden Stift tunasgelder wurden zu Bier verteilt. In ben Stecken wurden vier Kühe gebalten. Btt dem' fedesmaligen Betteilen von Geldern wurden jic’ Pfründner durch'ein Zeicke« mtt der Glocke zu­sammengerufen, dann wurde durck di« Schlüssel-! freu oder ben Scklsisselmann ein Gebet verrichtet, wo Gott und dem Stttter für die Wohltat gedankt wurde Au hoben Festtagen wurde in den Kirche« ber Stabt für die Hospttaltten eine Kollekte er­hoben, deren Betrag unter die Pfründner geteilt wurde. Die Konventftube war im Winter gebeizt und bis abends um 9 Uhr beleuchtet, hier wurde morgens nm 8 Ubr unb nachmittags um 3 Utzr Andacktstunde gebalten ein Gebet gesprochen mA; ein Lted gmeinsckaitlicke gesungen. In ber. Steckenttrche fand alle 14 Tage Gottesdienst statt und sährltch viermal Abendmahl. Unter de« Einnahmen von 1fi34 kommt folgendes Straft exemvel vor: 6 Gulden 24 Albus so der Ober«? sckulthcitz von etlichen Peftonen in Straf ge- ‘ nommen, die auf den Fast- unb Bettag unter der Predigt gestraft wurden. i

Die untere Siecke wurde 1580 und die obere Männerst ecke tm Jahre 1607 nen anfgebant. vo«! den Sieckeukapellen ist nur noch eine Vorbanden.' bie bet der oberen Siecke wurde ht ein WobnhattS nrnnebaut Die Weibersteche hat 790 Gulden iS Wfbn« und 4 Heller und die Männerstecke 837 Snlde« » Albus io Heller zn baue« gekoßetz -

(Fottsetzmtg tolflQ