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gelegen fein, Kanonen gegen Luftballons zu erbauen. Der Krlegsminifter erklärte: Die Lnnee habe der Luftschiffahrt stet» Beachtung geschenkt. Die fta -- Esche Luftflotte bestehe zur Zeit aus beit Luft­schiffenSitte de Saris,Colonel Renard und LibertL. Die in Deutschland gemachten Fortschritte feien sehr übertrieben worden. Frankreich besitzt zwei Suftschiffhallen, die hu Laufe de» Jahre» 1910 um drei weitere vermehrt «erden. Ende 1910 werden wir Ober sieben Lenkbatton» und fünf Lustschiffhallen verfügen. Er (bei Kriegsminister) könne unmöglich alle Mobelle von Aeroplanen prüfen, beim es würben täglich neue herausgebracht. Möge das Parlament Mittel für Uebungszwecke zur Verfügung stellen, das fei beffer als alle Theorie. Nachdem Reymond noch­mals die Neberlegenbeit Deutschlands auf d-m Ge­biete der Lustschiffahrt betont und die Erklärungen des Kri-gsministers al» unbrftiedigend bezeichnet hatte, nahm der Senat eine Tagesordnung an, mtt der sich auch der Kriegsminister einverstanden er­klärte, dahingehend, der Senat wünscht, datz der Kriegsminister unverzüglich die Selbständigkeit und den Fortschritt der militärischen Luftschiffahrt ficher- stellt und spricht der Regierung das Vertrauen aus.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 27.

Ein Augenzeuge meldet über da» Unglück:

Ich fuhr mit der elektrischen Bahn von Bergisch- Gladbach nach Mülheim. Die elektrische Bahn läuft eine Strecke parallel mit dem Eisenbahndamm. Wir sahen den Lloydzug in ziemlich rascher Fahrt ankom- men in einer Biegung, di« kurz vorher ein Militär­zug passiert hatte, so dich die Führer de» Lloydzuge» den Militärplg nicht mehr sehen konnten. Ein Zu­sammenstoß war unvermeidlich. Die Beute in der Elektrischen fingen an zu schreien. Al» die Führer bei Lloyb-Exprehzuge» das unvermeidliche Unglück sahen, gaben sie Gegendampf, daß die v-Zugwagen im Gleise hochsprangen. Lokomotivführer und Hetzer de» Lloyd-Expreß sprangen von der Maschine ab. In demselben Moment erfolgte unter furchtbarem Kra­chen der Zusammenstoß. Die Lokomottve bohrte sich in die letzten Wagen des Militärzuges, die völlig aufgerottt und zertrümmert wurden. Mn furchtbarer Schrei, die Züge hielten. Zn diesem Moment sahen

einen großen Trümmerhaufen, aus dem blutige Körperteile hervorragten. Die Gliedmaßen und Köpfe waren zum Teil vom Rumpfe getrennt. Wir sahen, wie die Soldaten aus den Fenstern des Zuge» die Köpfe steckten, und im nächsten Moment wurde ihnen der Kopf vom Rumpfe getrennt. Es war ein furchtbarer Anblick, und die meisten Passagiere der elektrischen Bahn stürzten entsetzt davon. Die Ver- roenbeten und Toten die letzteren waren teilweise entsetzlich verstümmelt wurden sofort aus ihrer Lage befreit. Die Dächer der Wagen wurden, soweit sie durch den Zusammenstoß nicht zerttümmett waren, aufgesprengt und zur Seite gezogen. Die Bergung der in den Trümmern eingekeilten Personen war mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Axt und Säge mußten häufig zu Htffe genommen werden. Das Krachen der Splitter des Holzwerkes wurde übertönt von dem entsetzlichen Gestöhne der Verwundeten, von denen namentlich diefentgen, die im zweitletzten Wa- gne saßen, am übelsten zugerichtet waren. Die au» diesem Wagen gezogenen Toten waren meist zu einer unförmigen Fleischmasse zusammengedrückt worden."

Außer dem Lokomotivführer de» Expreßzuge», dem die auptschuld an dem Unglück zuoemessen wird, wurde auch der Beamte der Blockstation verhaftet, welcherFreie Durchfahrt" signalisiert hatte.

Politische Umschau.

Die Berliner Polizei ist wegen ihrer Gefamthaltnng bei de« Wahl­rechtsdemonstrationen von einzelnen lieber« schrcitungen ihrer Befugnisse vielleich abge- sehen, bereits manches Lob gezollt worden. Ein Berliner Kaufmann sandte außerdem der Schutzmannschaft 300 Mark. Jetzt hat der Prä- sident des Herrenhauses, Landesdirektor Frhr. v. Manteuffel, eine Anregung gegeben, die in weiten Kreisen, sowett ste nicht davon überzeugt sind, daßnur" die Demonstranten fich nichts vorzuwerfen haben, shmpatbffch auiaenommen werden wird. Die ungewöhnlichen Anforderun­gen. die der Dienst in der letzten Zett an die Berliner Sckutzmannschaft gestellt hat. find, wie jeder Einsichtige beurteile« kann, wett über da» Maß einfacher Pflichtersüllung hinaus gegangen.

Marburg

onnabend, 2. April 1910

Zur Eisenbalmkatastrophe.

Mülheim a. Rh., 31. Mär^ (Amtlich.) Son den bei dem Mülheimer Eisenbahmmfall am gestrigen Tage verletzten Soldaten ist bet Musketier Oster land von bet 8. Komp, des Infanterieregiments 135 im Städtischen Krankenhause zu Mülheim gestorben. Dadurch erhöht fich die Zahl bet Kranken auf 20.

Mülheim a. Rh., 31. März. Die Zahl bet ver­letzten Soldaten beträgt, nachdem noch die Muske­tiere Schmalz von der 11. Komp, de» 131. Znf.-Reg., Sperling von bet 5. Komp, bes 135. Znf.-Reg., Eyl von bet 7. Komp, bes 135. Znf.-Reg. und bet Husar ffietHen von bet 5. Schwadron bes 13. Husaren-Reg. als Verletzte vom Eatnisonlazatett in Köln gemeldet worden find, nunmehr 55.

Metz, 31. März. Von zuständiger amtlicher Seite wird mitgeteilt: Auf die an den Kaiser und den Großhetzog von Baden, al» dem General-Inspekteur der 5. Armeeinspektion vom (Generalkommando bes 16. Armeekorps übersandten Meldungen bett, das Eisenbahnunglück bei Mülheim find bei dem genann­ten Generalkommando folgende Beileidstelegramme eingegangen: Berlin, 3L März. Die Meldung von dem beklagenswerten Eisenbahnunglück bet Mülheim und von dem dadurch verursachten Tode so vieler Soldaten meine» 16. Armeekorps haben mich schmerz­lich bewegt. Dem Armeekorps und den Angehörigen der Getöteten spreche ich hierdurch mein ttefempfun- benes Beileid aus. Wilhelm, Rex. Karlsruhe, 31. März. Mit großem Schmerz erfahre ich durch das soeben erhaltene Telegramm, daß die verun­glückten Ostetutlaubet dem 16. Armeekorps ange- Ijöten. Ich nehme alletwärmsten Anteil an dieser schweren Katasttophe, bet so viele brave Solbaten zum Opfer gefallen sind und bitte nm gelegentliche Nachricht übet das Befinden bet Verwundeten. Friedrich, Eroßherzog von Baden.

lSkachdruck verboten.)

S^wefter Annl.

» Deutsches Reich.

Der Reichskanzler in Italien. Florenz, 31, März. DerAgenzia Stefani" zufolge hat bet de-'iche Reichskanzler an Luzatti folgende Depesche gesandt: Wie ich erfahre, ist da» Kabinett unter Ibrem Präsidium gebildet. Empfangen Sie meine aufrichtt m Glückwünsche. Zch freue mich, I^-e Be­kanntschaft gemacht zu haben und durch unsere Unter« Haltungen, an die ich die freundlichste Etinneruntz bewahre, in persönliche Beziehungen mit Ihnen ze­tteten zu sein. Luzatti ontroortete in folgendem Telegramm: Zch banke Euerer Exzellenz herzlich für bie liebenswürdige Depesche. Auch ich bewahre die lebhafteste Erinnerung an die Unterbottungen, die ich das Glück hatte, mit Ihnen zu führen und in denen Sie mir hohe Gedanken zum Ausdruck gebracht haben, wie sie eines wahrhaft überlegenen Staats- mannes mUrhig sind.

ReickstagSobgeordnete im Unterseeboote. Kiel: 30 Mörz. Die Reichstagsabaeordneten Dr Leonhard und Dt Struve, die während der Be­ratung des Matmeetats im Reichstage vom Staatssettetär von Tirvih eingeladen toorber waren, einmal eine Fahrt in einem Unterseeboot mitzumachen, leisteten gestern der Einladung

Die Luftschiffahrt in Frankreich.

W Pari», 81. März. Sei der Debatte übet da» Heeresbudget im Senat interpellierte der Senator Meyrnonb bezüglich der Organisation der mttttärl» ^hen Luftschiffahrt; er sagte, Frankreich befinde fich Hegeniiber Deutschland, was die Luftschiffahrt angehe, fiht im Rachteil. Wenn die lenkbaren Luftschiffe keinen wirkliche* vortett brächten, solle bet Minister dies sagen, damit man die bettächttichen Ausgaben str die mu. Jtrifdje Luftschiffahrt spate; wenn ste aber einem bringenden Bedürfnis entsprechen, dürft man nicht länger zögern, die unerläßlichen Opfer zu bringen. Der Redner wies darauf hin, baß bie ftnk- baten Luftschiffe imstande feien, die Operationen von Truppen und Geschwadern beträchtlich zu erleichtern. Reymond führte als Beispiel die Organisation Deutschlands an, dessen ganze militärische Front von Metz bi» Aachen und Koblenz mit Organisationen für lenkbare Luftschiffe versehen seien. Der Redner warf dann der Militärverwaltung vor, daß sie bie Erfinder der privaten Industrie fetnhaltt; man er- mutige in Frankreich weder zur Fabrikation von Wasserstoff noch von Ballonhüllen, welche da» Krieg», bepartement von Deutschland kommen lasse. Re». Mond zählte dann eine Reihe von Verbesserungen auf, welche Deutschland in bet militärischen Luft- schiffahrt gemacht, namenttich bezüglich bet Türme für drahtlose Telegraphie, Rohre zum Fotffchleudem von Prosektilen und Luftschiffhallen; et forderte die Schaffung einer Zentralstelle, um bie Angelegenhei. len der Luftschiffahrt methodisch zu leiten. Redner machte dem Ärtegsbepartement den Vorwurf, daß e» -u wenig Lcühe auf FlugMaschinen verwende. Offi- »iere, welche auf die Eroberung der Lust hinarbei. ftten, erhielten keinerlei Ermutigung. Reymond kri- ttfierte die Auffassung bes Kriegsministers, welche barta bestehe, daß e» am besten sei, den Luftschiff, fahrtsdienst zu teilen zwischen Artillerie, von bet tte» repartiere, was schwerer al» Luft sei, und bem Geniekorp», von dem reffortiere, was fttchter al» 2ufi fti. In bet Rachmittagssitzung fuhr Reymond fort: Es müsse ein einheitliches Lufffchifferkorps ge- schaff«! werden; ebenso fei bie sofortige Errichtung einet luftschiffiechnischen Schule erforderlich. Die geforderten Kredite von 720 000 Franks, die zwischen j Artillerie und Geniekotps geteilt werden sollten, feien nicht ausreichend. Der Kriegsminister habe Mar angedeutet, daß in der nächsten Zukunft eine Ausgabe von 20 Millionen Franks ins Auge ^fatzt werde« müsse, aber es sei zweifellos besser, sogleich enffprechende Opfer zu verlangen, denn e» fei keine Zett M verlieren. (Beifall.)

Pari», 31. März. Im weiteten Verlauft bet I bttzung sagte General Langloi», in der Frage bet Verproviantierung h be Deutschland einen Vor- fptung gewonnen . Vor allem fei man in Frankreich im Bau von Feldküchen und in bet Fleischkonservier- I ung rückständig. Fetner lasse es man sich nicht an- I

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Als Doktor Achinget später bei Tisch den Hausgenossen seine Verlobung mit Anni offizie* mitteilte, kam er mit ganz vergnügt vor, fast wu damals, als er noch nichts von jenem unseligen Zusammenhang ahnte.

Schwester Hedwig lächelte vielsagend. Sie habe so etwa« schon am ersten Tage geabm, meinte ste süßlich. Schwester Luise« Glückwunsch ffang matt. Unsere Pattemen, die natürlich auch die große Neuigkeit erfuhren, freuten sich auf. richtig. Sie alle liebten das blonde, liebens- würdige Geschöpfchen, das wie ein Sonnensttahl. durch ihre Zimmer geschlüpft war. Auch dem Arzt gönnten sie es. Hatte doch manch einer instinktiv' gefühlt, daß über seine Seele ein ttefeS Leid die dunklen Fittiche gebrettet hatte.

Am Nachmittag Paeste Anni ibre Habselig- ketten zusammen und siedelte nach feierlichem Ab­schied von mir in das Haus der alten Frau Achinget über.

Wie leer und kalt schien mtt mein Stübchen, als ich am Abend hetauffam und keine liebe Stimme mtt entaeaenklang. Ja. sie wollte alle Tage kommen, mich besuchen; aber was würde ich noch von ihr haben? Ihr Hetz gehörte bem Mann. Und wenn ste in einigen Wochen wieder ganz bei uns war, dann war ste fein. Mich brauchte man nicht. Pfui, ich zerdrück^ ener­gisch die Tränen, die sich über meine Wanaeu steblen wollten. Wurde ich auch mit bem Alter selbsttüchtig? Di« beiden Menschen waren mit so herzlich zugetan, was konnte ich denn mehr ver­langen? Mir wurde mit einem Male so weh; ich drückte den Kopf in die Kissen und weinte bitterlich.

tFortsetzung folgt.)

In Würdigung dieses Umstande- hat sich et» privater Komitee gebildet. Die Aufforderung zum Beitritt sagt n. .Die Berliner Schutz- Mannschaft steht zurzett in außerordentlich schweren Diensten. Treue Pflichterfüllung sei- Leus der Beamten wird von einem Test der Be- völkenmg leider mit unerWrten Beschimpfungen vergolten. Selbst die Kinder von Schutzleuten als solche sind den Gehässigkeiten und den An­griffen ihrer Mttschüler ausgesetzt. Demgegen- über ist von vielen Seiten angeregt worden, vor­urteilslose und gerecht denkende Bürger möchte« sich zu einer Ehrengabe für die Schutzmannschaft als Svmpaibiekundgebung für diese pffichttreueu Beamten zusammenfinden. Mit Polittk, insbe- sondere mit der Wahlrechtsfrage, hat diese An­regung selbstverständlich nicht das mindeste $n tun. Etwaige Spenden für diese Ehrengabe bitte ich an Herrn Bankdirestor Leopold Stein­thal, Berlin W., Ftanzösischestr. 29, übermitteln zu wollen, unter der BezeichnungFür bie Ehrengabe an die Berliner Schutzmannschast." 1

Herrn Abg. Müller Meiningen schreibt die nationalliberaleRhein- und Ruhr-' zeittmg" wegen seines ungualifizierbaren An- griffes auf Herrn von Oldenburg, den et mtt seinemRecht aus Nervosität entschuldigte, fol-' gendeS ins Stammbuch:Der Herr Abgeordnete für Meiningen-Hildburghausen fühtt sehr gern seine spitze Zunge spazieren und hat dies auch im Falle Oldenburg getan. EinRecht auf N tvosttät", das geeignet wäre, die bösartigen Herausforderungen des politischen Gegners zu decken kann mich dem Wortteichen Herrn Müller nickt zuaestanden werden. Mt demRecht auf Nervosität" kann man schließlich die übelste» Radauszenen erklären. Füraufgeriebene" Ab­geordnete gibt es schließlich, ebenso wie für bie übrige leidende Menschheit, noch wohltätige Sa­natorien. in denen dasRecht auf Nervosität* ungeschmälerte Geltung besitzt."

DieOberhessische Zett»««" erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn- und Feiertage. D»r Bez«,»preis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2 25 X (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 8 X.

Erzichkung aus bem Leben einer Diakonisse Von P. Wilhelmy.

< Forti-tzuna!

Lange stand ich an Annis Bett. Sie schlief ahnungslos den festen Schlaf der Jugend, ei« halbes Lächeln um den frischen Mund.

Der Abschied des Brautpaares war ein sehr zärtticher gewesen. Achinger mußte immer wieder versichern, daß er Montag früh bestimmt zurück sein werde.

Eintönig verging der Sonntag.

I« meinem Kopfe wechselten die Gedanke« im­mer wieder. War Achinger wirklich so schuldig oder sah er selbst in seiner peinlichen Gewissen­haftigkeit seine Schuld so riesengroß? Schließlich war er ja nur das Opfer der Verhältnisse ge­wesen. Und wenn von einer Schuld die Rede sein kon.tie, war sie nicht längst gebüßt? Hatte seine Hand nicht schon sehr vielen Menschen das Leben gerettet? Vielleicht war es ihm von der Vor­sehung bestimmt, daß er an der Schwester gut machen sollte, was er an dem Stuber gesündigt hatte.

Tch war zuletzt wieder ganz ruhig und nahm mir vor, noch einmal mit meinem jungen Freunde In diesem Sinne zu sprechen, damit er sich das Leben nicht unnötig verbittere.

Als ich Montag früh in das Sprechzimmer kam, um dort Staub zu wischen, bemertte ich am Garderobeständer Doktor Achingers Mantel und Hut; er mußte also schon in der Nacht zurückge- kommen sein, ohne daß wir es mußten. Ich über- «kgt« eine« Augenblick. Ob ich wohl einmal bei

Die Jnsertioulgebühr betragt für bie Tgefpaltene Zeile ober bereu Raum 15 Pfennige, für Reklamen 30 Pfennige. Druck und Vertag: Joh. «ug. Koch, llniversitätS-Buchdruckerei Inhaber Dr. k. Hitzervth. Marburg. Marti 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Rad) Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."

ihm anflopste? Vielleicht war et gar eben erst I dunkle Ränder. Anscheinend reimte er sich zuerst

| gekommen und würde gern eine Tasse beißen I gar nicht zurecht finden. Er starrte mtt verwirrt

Kaffee trinken; vielleicht ruhte er auch schon? I ins Gesicht, dann seufzte er tief auf und fuhr mit

Gleichviel, ich versuchte eS; wenn er in seinem I der Hand nervös durch das Haar.

S-^af,immer war, würde er mein Klopfen ja I Ja, Schwester Marie, es ist alles richtig, sagte ait& I er müde. Ich wahnsinniger Tor hoffte immer

Und als dann wirklich keine Stimme zum Ein I noch auf irgend einen Irrtum, ein Wunder, das tteten nötigte, öffnete ich leise die Tür und schlüvste I meine Sonne wieder klar machen sollte.

in das Wohnzimmer. Wenigstens wollte ich dieses Und was sagte Herr von Tiefenbach? fragte ein wenig Herrichten. Im Zimmer brannte noch I ich gespannt.

die Lampe, ttotzdem es fast bellet Tag war. Der Ach der Hein, Achinger machte eine fast junge Arzt saß am Schreibtisch; sein Kopf war auf I verächtliche Handbewegung ich glaube, der die Platte herabgeftmken, et schien zu schlafen, nimmt keine Sache so tragisch. Mei« 'Gott. Bitter wallte es in mtt auf. Fast war es ein I schließlich wird er frob sein, daß er die Sorge um

Hadern mit der Vorsehung. Warum wird denn I Anni los ist Wir sollen mtt beiraten und glück-

einem Menschen vom Leide ein vollgedrückt I fich sein, waren feine Abschiedsworte. Die Frau

Maß. während ein anderer so sacht daran vor- wat ja außer sich; nicht aus Sorge tmt Anni.

übergleitet? Warum mußte Anni gerade die I Gott bewahre! Aber ein bürgerlicher Arzt in der Schwester dieses Menschen sein? Warum schlich I Familie ich habe sie gar nicht wiedergesehen, sich der Schatten in dieses warme, reine Liebes- I bin auch sofort wieder abgeteist.

glück, an dem die Seele des Mannes jjefunben I Nun beaann ich zu reden. Mein Gott, habe wollte? Aber ich wollte kämpfen geaen diesen I ich mit Mühe gegeben. Ich glmtbe, solche lange. Schatten. Wollte ibn ans dem Felde schlagen und I eindringliche Rede ht meinem Leben noch nicht diesen beiden Menschen, die mir innerlich so nahe gehalten zu haben. Wie ein erfahrener RccktS- standen, ihr Glück mit aller Kraft zu vertteteu I anwalt beleuchtete ich die Sache nach allen Sei- Versuchem Enaelszungen wünschte ich mir ht I ten und konnte zu meiner Genugtuung konsta- bieTem Augenblick, um den Mann dort drüben I Heren, daß mein Zuhörer immer interessiertet überzeugen m können von dem. was ich mir selbst I aufborchte, schließlich lächelte et.

zurchtgeklügelt batte. Daß er vom Schicksal aus- Wie gut Sie sind, Schwester Marie, dab-t ersehen war, der Beschützer des Mädchens zu wer- I führte er meine Hand an seine Lippen. Ich den. dem er einst im törichten Jugendzorn die I glmtbe. Sie haben vielleicht gar nicht so unrecht Stütze geraubt hatte. meinte er nachdenkich.

Itb löschte die Lampe und legte meine Hand I Ich drana aber mm daraus, daß er setzt nicht auf die Schulter des Schlafenden; aber ich mußte I weiter grübeln, sondern einige Stunden ruhen reckt fest zufassen und mehrmals seinen Namen I sollte, und verließ, nachdem er es mtt versprochen rufen ehe er endlich den Kopf hob. Das Gesicht I batte, das Zimmer mit dem frohen Gefühl, dem wat bleich und übernächtig, um bie Augen lagen 1 Mau« feine schwere Last erleichtert zu haben.