Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: Illach Feierabend- (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage."

M 73

DieOberheffifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Poft bezogen 2,25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2 <Ä.

Marburg

Mittwoch, 30. März 1910.

Die Insertion Sa ebuhr beträgt für die 7gespaltene Zeile I oder deren Raum 16 Pfennige, für Reklamen 80 Pfennige. I Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, Univerfitätt-Buchdruckerei I Inhaber Dr. 6. Hitze roth. Marburg, Markt 21. Telephon 66. |

45. Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 25.

Bestellungen

; für das zweite Quartal 191V rMAM »Vberhesslsche Zeitung« nebst ihren Beilagen werden van unserer Expedt- tion (Markt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Reustadt, «etter, Ebst- darf, Hachborn, HeSkew-Mstll», Lei- denhosen, Dreihaufe», Wittelsberg, Miederweimar, Niederwalgern, Da«» und Lohra sowie von allen Post- anstalte« und Landbriestrtgern entgegengeno«. MW*

Deutsches Reich.

Dir Reijepläne der kaiserliche« Familie. Der Raisrr und die Kaiserin sowie die Prinzessin vtk- torta Luise werden am 2. April früh in Homburg >. d. - eintreffen. Der Kats« wird dort nur ein« Luftkur gebrauchen, während sich di« Kaiserin mit d« Prinzessintochter einer Drink- und Badekur unterstehen werden. £Jt den Aufenthalt des Kai- s«:» sind zwei Wochen vorgesehen. Di« Kaiserin dilrft« mit ihrer Tocht« drei bi« oi« Wochen in Homburg verweilen. Ende April wird dann da» Kaiserpa« mit Prinzessin Viktoria Luis« zu kurzem Aufenthalt in Schloß Lrville «wartet. An diesen Besuch wird sich di« Reise nach Wiesbaden anschlie- ß»». Für diese Zeit sind in Metz große Hebungen d« drei Mtlitärluftschtffe vorgrsehen. Man beab­sichtigt auch, die für Mai geplante ftanzöstsch« Fltegerwoch« auf dies« Zeit zu »erlege«.

Präfident Roosevelt Saft de« Kais«». Präst- $ent Roosevelt dürfte, wie Berliner Blätt« melden. währ«ad seiner Aufenthaltes In Berlin, «iner beson­deren Einladung des Kaisers folgend, im kSntgliche« Schlosse wohnen. Bisher sollt« bet Expräfideni be­kanntlich als Gast des Botschaft«» in d« amerikani­schen Botschaft absteigen, gestern aber ging dem Bot- schafter die Mitteilung zu, daß der Kais« beabstch- ftge, Herrn Roosevelt Gemächer im Schloff« zur Ber- stlgung zu stellen. Die einzig« nicht-fürstliche Per- , sönlichkeit, die in der letzten Zeit in gleicher Weif« geehrt worden ist, war Graf Zeppelin.

Geschenk des Kaisers an Mexiko. Berlin, 26. März. Der Kaiser beabsichtigt, wie berichtet wird, der Republik Mexiko zu der am 16. September d. I. stattfindeuden Hundertjahrfeier ihrer Unabhängigkeit ein Standbild Alexander von Humboldt» zum Es. schenk zu machen . Das Standbild soll neben der Nationalbibliothek in der inn«en Stadt Mexiko auf­gestellt werden.

D« Reichskanzler ht Rom. Rom, 27. März. Reichskanzler Dr. von Bethmann Holl- , speiste gestern abend bei dem Fürsten von Bülow. Geladen warett außerdem Botschafter von Jagow und Gesandter Dr. von Müblberg k1--' - "i j

sO (Nachdruck verboten.)

Schwester Anni.

. Erzählung aus dem Leben einer Diakonisse. Von P. Wilhelm,.

< Fortsetzung.)

Im Krankenhaus« wußte offiziel niemand etwas von der Verlobung. Doktor Achinger wallte als korrekter Mann erst das Jawort von I Annis Vormund besitzen, eh« er der Welt fein I (Bliid kund gab. Seine Herzenssache war ihm I aber viel zu wichtig, um ste dem Papier anzu- I vertrauen, er bestand darauf, persönlich mit I Herrn von Tiefenbach zu sprechen, und so wurde I der erste dienstfreie Tag zu einer Reise nach I Eermrode bestimmt. Durchgesickert war aber I natürlich doch etwas von der großen Neuigkeit. I Der Kreis, in dem sich unser tägliches Leben ab- j hKelte, «ar zu eng; man konnte feint Ange. I legenheit gar nicht so ausschlißlich für sich er. I leben. I

Doktor Slchingcrs verwandeltes Wesen mußte I überhaupt einem Blinden auffcllen, und die I strahlenden Augen der kleinen Braut waren erst I recht schlechte Hüter ihres GeheimniffeS. Attßer- I dem war auch Schwester Hedwig einmal ganz I unvermutet in unsere Plauderstunde geplatzt I ste hatte so vielsagend gelächelt, als ihr Blick lang- I sam von einem zum andern glitt und Schwei- I sten war nicht gerade ihre Passion, wenigstens in I solchen Sachen. Wir haben uns manchmal löst- I Ach amüsiert über das heimliche Lauschen und I Horch«, der übrigen Hausgenossen, über bte I neugierigen Augen, die gespannt das Brautpaar >

I mit den Mitgliedern beider Missionen. Heute findet zu Ehren des Reichskanzlers bei Herrn von Mühlberg ein Diner statt, zu dem noch geladen sind: Kardinalstaalssekretär Merry del Val. Kar­dinal Vincenzo vannutelli, der österreichisch-un­garisch« Botschafter Graf Sz^csen, der bayerische Gesandt« Freiherr von Ritter zu Grünstein, der gesamte päpstliche Hof und die Spitzen der deut­schen Prälatur. Der Reichskanzler hat als Spende für die deutsche Schule 7500 M überbracht. Rom, 28. März. Der Reichskanzler ist um 2V3 Uhr nachmittags nach Florenz abgereist. Am Bahnhof befanden sich Botschafter von Jagow, die Gesandten Dr. von Mühlberg, Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen und Freiherr Ritter zu Grünstein, die Mitglied« der Missionen, Konsul Schnitzler, Oberzeremoniemeister Gras Gianotti, Ministerpräsident Sonnino und Minister Guicciardim.

Jesus lebt. Am Tharfreitag fand im Zirkus Busch in Berlin eine religiöse Versammlung statt, die von 67000 Personen besucht wurde. Die Bet« sammlung hatte den Zweck, ein Bekenntnisfür Jesus* abzulegen gegen die letzthin stattgefundenen Angttffe. Es sprachen Hofprediger Ohly, der Leiter bet Versammlung, über bas Thema Golgatha, Kgl. Forstmeister a. D. ». Rothkirch überDer Gekreuzigte und seine Gabe" «nb Herr Pastor Le Eeur überDer Gekreuzigte unb seine Forderung". Die erhebende Versammlung schloß mit bem Lieb: Die Sach' ist bein, Herr Jesu Thrift.

Als Kriegsjahr angerechnet. DerReichsanz." veräffentlicht einen Erlaß bes Kaisers, wonach ben Teilnehmern bet folgenden militärischen Unter­nehmungen in Eüdwestafrika 1908 als Kriegsjahk anzurechnen ist: bas Patrouillengefecht bet (Beinah vom 27. August 1908, bie Unternehmungen unb Zu­sammenstöße vom 18. bis 26. Dezember 1908 beim Einfall bet Hotientottenbande unter Abraham Rolfs in bas Schutzgebiet.

Siu deutscher Ballon in Frankreich gelandet. Aus Rancy wird gemeldet: Am 25. März landete hier in dem Dorfe St. Jarques ein deutscher Frei­ballon. Ein Major, ber bie Verfolgung bes Luft­schiffe» aufgenommen hatte, verstänbigte sofort ben Polizeikomrnissar von der Grenzstation Pagny an ber Mosel, bet herbeieilte unb bie Lustschiffer einem Verhör unterzog. Es waren sechs beutsche Herren, Al» Führer bes Luftschiffe» stellte sich einer derselben als Hauptmann Schuler von der Kadettenschulr in Jülich vor. Die anderen 5 Luftschiff« erklärten Kaufleute zu fein, bie zum ersten Male eine Lustreise unternommen hätten. Während bes Verhörs fum­melten fich zahlreiche Bewohner bes Dorfes unb ber Umgebung an. welche gegen bie Deutschen eine über­aus feindselige Haltung einnahmen. Der Polizei­beamte telegraphierte an bas Ministerium des In­nern unb bat um Instruktionen. Nach zwei Stunden kam ber Befehl, bie Luftschiff« wieder in Freiheit ru setzen. Der Vorfall erregt wegen bet damit ver­bunden gewesenen anttdeurschen Kundgebung großes Aussehen.

Deutsch»amerikanische Handelsbeziehungen. Washington, 26. Slärj. Der Präsident «ließ «ine weitete Proklamation durch bie ben Erzeugnissen aller deutschen Kolonien unb ber Schutzgebiete ber ametikanifche Minimaltarif eingeräumt wird.

beobachteten. Ach ja. eS wat eine schöne Zeit damals, ich wurde selber wieder ordentlich jung üb« all den Heinen köstlichen Heimlichkeiten und Ltsten, mit denen ben beiden Menschenkindern hier und da ein paar Minuten erobert wurden, übet all dem Pläne machen unb Znkunftsttäume spinnen.

Doftor Aching« konnte den Termin d« Hoch­zeit nicht früh genug bestimmen, « wollte sich am liebsten gar nicht mehr von seiner Heinen Anfta trennen, ste sollte und wollte auch gar nicht noch erst in daS Haus ihrer Verwandten zurück- kehren, sondern, nachdem der Vormund seine Zu­stimmung gegeben hatte, zu ihrer Schwieger­mutter, der alten Frau Achinger, übersiedeln. Mir war «S ganz recht, so behielten wir unfern Lieb­ling doch in der Nähe Hier sollte dann die Wohnung ganz nach Annis Angaben und Ge­schmack eingerichtet werden.

Doktor Achinger mußte sehr reich fein, denn uh staunte über all' die kostbaren Herrlichketten, d,e er für seine Heine Frau anschaffen wollte. Anni» spezieller Wunsch war eS, am heiligen Weihnachtsabend in der Kirche unter dem brennenden Tannenbaum gestaut zu werden All' unsere Einwendungen nützten nichts.

Du sollst doch mein Weihnachtsgeschenk sein Heinz, schmeichelst ste und drückte ihren Kopf an seine Schuft«, warum sollte ich denn unsere Trauung nicht so einrichten lassen, steh' mal. um sechs Uhr beginnt der CbristgotteSdienst, um fünf Uhr lassen wir uns trauen, da ist eS schon dunkel genug, um die EhristbSume anzuzünden, o, daS wird schön! Ihre Augen leuchteten selig. Richt wahr, Schwester Marie, daS ist ein schöner Ge-

Deutschland und die Einweihung de» ozeano­graphische« Museum». Pari», 26. Mär». Der deutsche Marineattach« Kapitän Starrte hat fich nach Monaco begeben, um an bet Seist bes Großabmiral» von Köster bet Einweihung de» dortigen ozeano­graphischen Muserm» beizuwohnen.

Reise« vo« Reichstagsabgeordneien t« bie Schutzgebiete. Berlin, 26. März. Der Staatssekretär Dernburg soll einem Mitarbeiter besBörsen- couriers" mitgeteilt haben, bas Reichskolonialamt würbe es mit großer Freude begrüßen, wenn au» Reichsmitteln ben Abgeordneten Gelegenheit ge­geben werden könnst, unsere Schutzgebiete gründlich kennen zu lernen. Der Staatssekretär hält es aber nicht für richtig, den Etat des Kolonialamte» damit zu belasten. Dazu sei ber Etat bes Reichstages bie geeignete Stelle.

Für die Zeppeliuhalle i« Hamburg wurden bisher rund 660000 <* gezeichnet.

Ausland.

* Frankreich. Paris, 26. März. (Senat.) Bei bet heutigen Beratung bes Budgets stellst bet Be­richterstatter Gauthier fest, baß ber Reichtum unb die Rührigkeit Frankreichs offenstchtlich in bet Zu­nahme begriffen feien. Die französische Rente habe an ber Börse ben gleichen Kursstand wie bie eng« fische Rente erreicht. Die Staatsschuld Frankreich» wachse weniger schnell al» die der Nachbarländer, in­dessen würden in der Zukunft an Frankreich große Ansprüche gestellt werde«. Die Landesverteidigung und bie soziale Gesetzgebung würden in den kommen­den Jahren erhöhte Ausgaben erfordern. Frankreich sei wohl in der Lage, diese Lasten aus sich zu nehmen, aber nur unter der Bedingung, daß man mit mög- lichster Sparsamkeit wirtschafte und die Einnahmen auf der gleichen Höhe wie die Ausgaben halte, damit bet Kredit Frankreichs keine Einbuße erleide.

* Institut für internationales Recht. Paris. 28. März. In der Sorbonne sand heust die Et- öffmmg ber 53. Session deS Instituts für toter« nationales Recht statt. Justizminist« varthou, der den Vorsitz führte, wies in einer Rede aus die Bedeuiung deS Instituts hin, dessen haupffSchliche Aufgabe es sei. die Ideen der Gerechtigkeit unter ben Rationen vorzuberetteu und zu verbreiten, so- wie eine gemeinsame Aktion ber Regierungen durch Lieferung sorgsälttg ausgearbeitet« Texte an bk Diplomaten einzuleiten und zu be­schleunigen.

** Schweben Stockholm, 28. März. Die Kronprinzessin würbe heute morgen von einer Tochter entbunden. Das Befinden beider ist gut Die Tochter erhält die Namen Ingrid Victoria Sofia Louise Margareta.

** Bereinigte Staaten. Manila, 28. März. Aus dem amerikanischen Kreuzer Charleston ist bei einer Schießübung ein Geschütz zersprungen. Acht Mann wurden getötet.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originaiartikel ist gemäß $ 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen OueHenangabt .Oberheff. Zig " aesiottet.)

Marburg, 29. März.

* Das Osterfest ftano diesmal, trotzdem kaum bet Frühling kalendermäßig ins Land gezogen ist, unter

danke? Heinz muß fdbft mit bem Pastor bar- über sprechen. Heinz, sag boch Ja.

Natürlich sagte er Ja, unb so blieb eS benn habet. Ich mußte immer lächeln, wenn Anni neben dem Verlobten stand, wie ein Meißener PorzellanftgÜrchen nahm sie sich aus neben dem großen breiten Mann. Was für eine große Rolle spielt der Zufall im Leben des Menschen l

Ein Zufall war eS, daß sich gerade als Anni ihren Verlobten, Abschied nehmetch, zur Tür be­gleitete, die Heine Goldkapsel, bie sie am Halse trug, löste unb mit leisem Klirren zu Boben fiel, dühinger bückte sich schnell, um sie aufzuheben.

Sieh ba, sagte er habet lächelnd, meine Heine ©raut trägt verborgene Medaillons, womöglich gar mit bett Silbern anderer Leute; wenn ich nun eifersüchttg wäre. Er drohte scherzhaft mit bem Finger.

D, gib, Liebster, rief Anni lebhaft unb streckte He Hand nach bem Medaillon aus. Den muß Ich dir zeiaen ber ba brln ist.

Sie öffnete ben Deckel unb betrachtete weh­mütig das Heine Bild.

Wenn du setzt lebtest, seufzt« sie leis«.

Ihre Augen standen voll Tränen, als sie ihrem Verlobten das Heine Ding reichte.

Der trat an das Fenster, um das Bild besser sehen zu können. Ganz unwillkürlich folgten ihm meine Blicke. Ich sah, wie er sich auf ba« Bilb beugte, tief Immer tiefer. Irrte ich mich oder rann eS wirklich wie eisiges Erschrecken üb« deS Mannes Gesicht? Die Hand, die das Medaillon hielt zitterte.

Ber ist daS, Anni? fragt« n hastig. Seine Stimme Hang heiser.

dem Zeichen schön«« Wetter». Besonders am erste» Feiertage herrscht« eine sozusagen sommerlich». Mirm«, die sogar bas Sitzen im Freien gestattet«. Es könnt« beshalb auch nicht fehlen, baß bie meist« unser« Einwohn« bie Festtage zu Ausflügen t« bt» nähere unb fernere Umgebung benutzten. DerOster­hase" brauchte vielfach nicht aus bem Wall» heraus- zukommen, benn viele kamen zu ihm. Daß auch bU Festgottesdienste trotz alledem recht gut besucht waren, soll gleichfalls nicht unerwähnt bleiben.

* Dee Osterhase im Stadtpark. Auch diesmal konnte dank der Opferfreudigkeit hiestg« Herren am Sonntag früh in ben schönen Anlagen des Stadtpark» zahlreichen Kindern der Kleinfinderschulen eine her­zige Ostersreude bereitet werden. Nachdem bet Gottesdienst in ben Kirchen beenbet war, trafen bie Kleinen im Stadtpark ein und nahmen in einem grgben Kreise Ausstellung. Einer bet gütiger Spender hielt dann eine Ansprache, in ber auf bte Bedeutung des Osterfestes hingewiesen wurde. In ben letzten Jahren ließ man bte Haseneier unb so» fügen Ostergaben in bem Busch- unb Strauchwerk verstecken und nachher von ben Kleinen zusammen- suchen. Bon biesem Gebrauch hat man btesmal au» leicht begreiflichen Gründen Abstand genommen, denn trotz des schärfsten Aufpaffens fand sich toum bi« ., le der verstecktenHasen" wieder; anschefi-entz liefen ste anstatt durch die Ausgänge des Stadtpark» durch bie Hecken ber angrenzenden Gärten und blie­ben unstchtbar. Au» diesem Grund« hielt man «ck diesmal für geraten, bte Osterhasen gleich an Ort und Stelle an bie Kinder zu verteilen. Ein Oster- lieb beschloß die schöne Fei«, ber schon beshalb zahl­reiche Zuschauer beiwohnten, weil anschließend ein Promenadenkonzert ber Jägerkapelle stattsanb.

* Der Provinziallanotag ber Provinz Hesi-n, Rasta« ist auf Mittwoch, ben 27. April, nachmittag» 5 llhr, nach der Stadt Wiesbaden einberufr«.

Handelsschule. Aus He heutig« Bekannt- machung betreffs des Beginns des Unterrichts In bt» Handelsschule machen wir hiermit aufmerksam.

* Fortfall des Fleischhellers. Mit bem nächste», 1. April tritt das Reichsgesetz über He Aufhebung ber Fleischsteuer in Kraft. 16 Jahre lang ist «wt diesen FlegfaH diskutiert worden.

* Körperliche Züchtung in den Bolksschule«. v» Kultusminister hat folgenden Erlaß übet die Wik Wendung von Körperstrafen in den Volksschule« «. gehen lassen: 1. Das Recht ber körperlichen Züchti- guug soll dem Lehrer nicht genommen werden. 2. Ehrensache bes Lehrers muß es sein, bie Amven- bung ber Körperstrafe In seiner Schul» auf ein Mi» destmaß zu beschränken. 8. Mißbrauch des Züchti- gungsrechtes verrät mangelhafte pädagogische Durch, bildung. 4. Die Körperstrafe ist kein geeignet« Mittel zur Beförderung des Lernens. 6. Sie soll nk angewandt werden, ohne daß zuvor der etwaige Ei» fluß häuslicher ober physiologischer Verhältnisse ans das Verhalten des Schülers gewürdigt worden ist, 6. Die Körpersttafe darf in ihr« Anwendung roebet bte Gesundheit des Schülers schädigen noch seine Eh« antasten, noch bie Schamhaftigkeit verletzen. T. Ueberschreitung bes Züchtigungsrechtes führt nicht selten vor bie Schranken bes Gerichts, auch wenn st» .nur im Eifer ,in (Erregung ober in b« Entrüstung geschehen ist. 8. D« Lehrer soll darum zum Schutze

Mein Bruder Heinz. Er starb so jung mch so plötzlich; ich habe ihn so sehr getiebt. Ach und et war so gut; ich weiß noch aber Wad ist dir? unterbrach sie sich, Heinz, Liebfing l

Achinger hatte sich schwer in einen Seffck fallen lassen. Sei« Gesicht wir wtenblelch; « at mete mühsam. Anni kniete jammernd bei ihm nieder und umschlang den Geliebten mtt beides Armen. Ich selbst trat erschrocken näher. Ab« er ermannte sich schon wieder.

Es ist schon gut, sagte er, mtt einem krampft haften versuch zu lächeln. Ich weiß nicht, ht leide nicht an solchen Anfällen.

Seine Hand glitt ein paarmal gedankenlos Wer AnniS blonden Kopf. Er verfieß auch bald das Zimmer unter dem Vorwand, sich nteb« legen zu wollen und ließ seine Heine »raut, ganz aufgelöst vor Sorge, zurück. Ich ab« wußte, daß Aching«S angebliches Unwohlsein in irgend einem Zusammenhang mtt dem Bilde in bem Medaillon stehen mußte, Etwas KafteS kroch üb« mein H«z. Hatte er den Bruder gekannt, viel- leicht irgend etwas mtt ihm vorgebabt? Wb«, bet mußte doch so viel jüng« gewesen sein all Achinger. Vielleicht war es eine Sehnlichkeit, big Ihn getäuscht hatte.

In den nächsten Tagen versuchte Hein, Aching« wieder d« Alte zu sein. Mich täuscht, er ab« nicht. Ich beobachtete ihn tot stillen «nb sah ihn ost finft« vor sich hinstatren unb aus tiefen Gedanken auffahren, wenn ihn jemand u» vermut« anfprach. DaS Helle Licht ht feine«; Rügen war erloschen. Auch kam es mir UMltufr mal vor, als ob « Anni mied. ______ ______a

(Fortsetzung folgt.)